Düsseldorf-Wiedergänger mit höherer individueller Qualität

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen Hannover 96 (15.09.2018, 15.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick. ]

Geht es langsam in den Herbst hinein, dann kann auch die Saison in der Bundesliga so richtig losgehen. Der dritte Spieltag steht an. Und für RB Leipzig bereits ein sehr wichtiges Spiel. Zwar hat man von den ersten neun Pflichtspielen nur eins verloren, aber es steht nach zwei Spielen in der Bundesliga eben auch erst ein Punkt auf der Haben-Seite.

Dazu kommen ein paar Auftritte, die hinsichtlich der Offensivbemühungen und hinsichtlich der Effizienz und Balance nicht allzu vielversprechend waren. Und so ist das Spiel gegen Hannover schon eins, das so ein bisschen Aufschluss geben kann, inwieweit man bei den Lösungen von Problemen vorangekommen ist bzw. inwieweit man die Mittel der Wahl (Balleroberung, Umschalten und Standards) verbessert hat. Drei Punkte wären in dieser Partie aus RB-Sicht durchaus wichtig, wenn man vor dem Auswärtsspiel in Frankfurt nicht schon richtig unter Druck stehen will.

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Presse 13.09.2018

Lustige Geschichte, dass der neue Kopf der Fanbetreuung von RB Leipzig mit Timm Merten ein HSV-Fan ist. Also so richtig. Fanklub-Vorsitzender und so. Die Informationen, die man von ihm online kriegen kann, lassen nicht erkenntlich werden, was ihn für den Job in Leipzig qualifiziert. Er saß in Hamburg in einem Fandialog-Gremium und war da offenbar durchaus bekannt. Einen offiziellen Job in der Fanbetreuung hatte er aber nicht. Scheinbar war er bis zuletzt bei der Bundeswehr angestellt (was dann zumindest in einer gewissen Traditionslinie zu Enrico Hommel stünde).

Von außen betrachtet eine sehr seltsame Wahl, den bestehenden zwei RB-Fanbetreuern mal eben einen HSV-Fan vor die Nase zu setzen, bei dem unklar bleibt, was ihn jenseits von Orga-Talent für den Job qualifziert. Die LVZ meint, dass Timm Merten bei Bundesliga und DFL „hoch geschätzt“ ist. Warum er das ist, bleibt ein bisschen unklar. Abwarten und mal sehen, was das wird. Ein wenig skurril wirkt die Geschichte aber erstmal schon.

Weniger skurril und eher unlustig die Strafengeschichte bei RB Leipzig. Die Sache mit dem Glücksrad, die man sich ausgedacht hat, ist noch ganz hübsch. Dort soll bei Vergehen die Strafe quasi erdreht werden. 13 verschiedene Felder kann man treffen. Bei einem geht man straffrei aus. Das ist eine ganz spielerische Variante, die Strafen zu verteilen und eine durchaus passable Idee, die sicherlich zu einigem Hallo in der Kabine führen kann.

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Ballbesitzstrategien

Ralf Rangnick gibt ja durchaus gern mal hier oder dort ein längeres Interview. Kurze Updates nach dem Training wie noch unter Ralph Hasenhüttl gehören zwar überwiegend der Vergangenheit an, aber an anderer Stelle ist der Trainer aka Sportdirektor von RB Leipzig weiterhin auskunftsfreudig. Was es auch einfacher macht, über Thesen zu diskutieren, weil es schlicht überhaupt welche gibt..

In einem insgesamt sehr spannenden MZ-Interview mit vielen interessanten Zwischentönen ging es zuletzt unter anderem auch um Ballbesitz. Eines der gern diskutierten Themen in den letzten Wochen. Der Ballbesitz ist tot. Nein er lebt. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM befeuerte die Debatte zusätzlich. Ralf Rangnick hatte diese Form von Ballbesitzfußball letztlich ja auch durchaus deutlich abgekanzelt.

Wobei halt eher die Frage ist, was man für Ballbesitz hat und nicht dass man Ballbesitz hat. Den Ball zu haben oder nicht zu haben, sagt ja noch nichts über die Qualität der Ideen aus, wie man ein Tor erzielen will. Natürlich ist es schön, wenn man ein Tor nach Balleroberung erzielen kann, weil es dann am einfachsten ist, weil die Wege zum Tor nicht so verstellt sind. Als eine Mannschaft wie RB Leipzig hat man aber auch automatisch den Ball, weil der Gegner ihn nicht haben will (was relativ häufig vorkommt) und man braucht entsprechend Ideen, in welchen Zonen man ihn verlieren kann (sprich, in welchen Zonen man mehr Risiko nimmt) und in welchen nicht.

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Presse 11.09.2018

Immer noch Länderspielwoche, aber die geht heute zu Ende und langsam geht es in die Vorbereitung auf das Spiel gegen Hannover. Schon ein sehr wichtigess für Ruhe und Stimmung rund um den RB Leipzig.

Diego Demme im Interview mit der Mitteldeutschen Zeitung. Der klingt wie einer einer, der aufgrund seiner schon recht langen Zeit im Verein inzwischen in eine sehr zentrale Rolle gerückt ist und in die Kategorie Führungsspieler fällt. Typisch Fußballer, dass Demme die Vorteile der Rotation sieht, aber selbst Spiele auf der Bank nicht unbedingt haben will. Interessant auch die Ansage, dass man jetzt anfängt(!) Ballbesitz zu trainieren für Situationen, in denen man mal führt und den Gegner laufen lassen will.

Marius Müller will laut BILD bis zur Winterpause gucken, wie es für ihn weitergeht und scheint tatsächlich zu hoffen, dass er ein paar Einsatzminuten kriegt. Das wäre hinter Gulacsi und Mvogo tatsächlich erstaunlich. Bleibt halt dabei, dass im Sommer für eine sinnvolle Torwartsituation entweder Mvogo oder Müller hätten gehen müssen. Drei Torhütern in sinnvollem Ausmaß (also jenseits von Alibi-Spielen) Einsatzzeit zu geben, ist schlicht nicht möglich. Es ist aber für einen Torhüter wie Müller auch nicht möglich, mal eben im August, wenn bei allen Vereinen die Planungen für die Nummer 1 durch sind, einen Verein (am besten mindestens in der zweiten Liga) zu finden, der ihm Spielzeit garantieren kann. Da hat man bei RB Leipzig auch einfach zu lange mit einer Entscheidung für das Torhüter-Quartett gewartet.

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Captain Chaos

Fast drei Monate hat es gedauert, bis es wieder mal mit Podcasten klappt. Eine Transferperiode, eine Europa-League-Quali und ein neuer Trainer liegen zwischen den beiden Termin. Entsprechend einiger Gesprächsstoff für Dirk, Frank und meine bloggende Wenigkeit rund um den wie üblich prall gefüllten Tisch.

So richtig konnten wir uns nicht einigen, ob wir nach dem Saisonstart nun positiv oder negativ in die Zukunft blicken können. Glaube ich zumindest, dass es so war, denn von Beginn an übernahm Captain Chaos das Kommando im Podcast, sodass es im Detail im Nachhinein nicht mehr so richtig nachvollziehbar war, wer da eigentlich auf was warum hinauswollte..

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Testspiel: RB Leipzig vs. Zaglebie Lubin 1:0

Mal wieder ein Testspiel am Cottaweg in einer Länderspielpause. Fast zwei Jahre ist es her, dass ein solches Testspiel mal durchgeführt wurde. Ralf Rangnick zuletzt mit der deutlichen Bemerkung, dass es diese Testspiele immer wieder gegeben hätte, wenn es nach ihm gegangen wäre, aber dass dies vom ehemaligen Trainerteam um Ralph Hasenhüttl nicht gewollt worden sei.

Gewissermaßen ist die Hasenhüttl-Ansicht auch nachvollziehbar, denn in der Vergangenheit gab es einige Kicks dieser Art, die absolut verzichtbar waren. Egal ob nun unter Rangnick zu Zweitligazeiten, als den anwesenden Akteuren die Bocklosigkeit, gegen sagen wir Dukla Prag anzutreten, quasi aus den Turnschuhen quoll oder auch zu Hasenhüttls Zeiten, als man mit einem Rumpf-Profikader plötzlich unter der Woche noch mal ein (für die Eingespieltheit) sinnloses Testspiel mit einer Unmenge an U19-Spieler durchführen sollte.

Seit der Abmeldung der U23 war aber eigentlich mal angesagt gewesen, mehr Testspiele durchzuführen, in denen der Profi-Anschlusskader und die U19 gemischt ein paar Einsatzminuten bekommt. Die Abmeldung der U23 machte ja auch mal eben die U19 zur zweiten Mannschaft des Vereins, die näher an die Profis herangeführt werden sollte. Insofern macht es durchaus Sinn, Profis und U19 mal zusammen spielen zu lassen, auch wenn der Test gegen Lubin eher den Eindruck hinterließ, dass der Abstand von den Profis zum Nachwuchs ziemlich riesig ist.

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Presse 07.09.2018

RB Leipzig mit dem Testspiel gegen Zaglebie Lubin gestern. Nicht wirklich die ganz große Fußballkunst vor knapp 500 Zuschauern am Cottaweg. Aber die Geburtsstunde der Dreierkette in dieser Saison, ein Testfeld für gleich acht U19-Spieler und natürlich das Comeback von Marcel Halstenberg. Insofern hat der Test vermutlich den Zweck erfüllt, den er erfüllen sollte und alles ist gut, wie es ist. Spielerisch war es gegenüber dem Düsseldorf-Spiel allerdings kein Schritt nach vorn. 1:0 hieß es am Ende durch ein Tor von Erik Majetschak.

Die Saga um Jean-Kevin Augustin geht weiter. Offenbar wegen des Einsatzes beim Testspiel gegen Lubin ist der französische Fußballverband richtig angepisst und erwägt, die FIFA einzuschalten, weil man die Abstellungspflicht verletzt sieht. Nur bei Verletzungen könne man dem Nationalteam absagen. Ich verstehe grundsätzlich die Unzufriedenheit der Franzosen, dass ihnen ein Spieler absagt, der ein paar Tage später in einem Testkick für seinen Klub aufläuft. Was ich nicht verstehe, wie man einen Spieler zwingen können soll, zur Nationalelf (bzw. zur U21) zu reisen. Wenn er keinen Bock auf Nationalelf hat (was ich jetzt nicht Augustin unterstellen will), dann muss er ja auch eine Möglichkeit haben, dort nicht zu spielen. Kann ja keine Pflicht geben, bei der Nationalelf zu spielen.(?)

Lustig ist es auch rund um Yussuf Poulsen, der wegen des Spielerstreiks bei den Dänen nach Leipzig zurückkam und nun offenbar doch wieder zur Nationalelf reist, weil der Streik beendet wurde (bzw. wurde die Streitursache bezüglich Vermarktungsverträgen auf die Zeit nach dem Länderspiel am Sonntag verschoben). Seltsames Hin und Her.

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Presse 06.09.2018

Heute das Testspiel von RB Leipzig gegen Zaglebie Lubin ab 17.30 Uhr am Cottaweg. Sagen wir so, in den früheren Jahren, als man diese Testspiele öfters durchführte, war es desöfteren so, dass da einige RB-Spieler nicht allzu viel Bock drauf hatten. Vielleicht ist das diesmal ja anders. So komplett erschließt sich der Sinn der Partie bei nur neun bis zehn einsatzfähigen Profis nicht.

Entsprechend ist das Testspiel wohl vor allem auch ein U19-Casting. Da bei den Profis nach der einkaufsarmen Transferperiode zwei Plätze frei geblieben sind, ist da Platz für Nachwuchsspieler, die regelmäßig mit dem Bundesligateam trainieren (schon um elf gegen elf zu spielen) und dort vielleicht auch mal auf der Bank sitzen können. Mit Erik Majetschak und Niklas Stierlin gibt es (auch von deren Positionen her) zwei naheliegende Kandidaten (wobei Stierlin derzeit auf Länderspielreise ist). Aber es sind auch nicht die einzigen.

Tickets für die Partie gegen Lubin gibt es offenbar noch mehr als reichlich. Trotzdem nur die Haupttribüne am Cottaweg offen ist.

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Überraschend viele Baustellen

Wie weit RB Leipzig mit dem Spiel gegen den Ball kommt und wo dann die Sollbruchstellen sind, wird man sehen. Aber Platz 4 ist auch damit eine absolut realistische Zielvorstellung, auch wenn die Frage bleibt, wie schwer man sich mit der Underdog-gegen-den-Ball-Taktik gegen wirkliche Underdogs, die den Ball nicht haben wollen, tut. Wenn man an die zweite Liga zurückdenkt, dann gab es da einige harzige Spiele. Auch wenn diese Spielzeit die erste ist, in der RB Leipzig in der Liga auf keinen neuen Verein, sondern nur auf alte Bekannte trifft, bleibt es eine interessante Saison. Weil hinter dem klareren Fokus auf das Spiel gegen den Ball Fragezeichen stehen. Weil unklar ist, wie groß die Lücke, die Naby Keita hinerlässt, wirklich sein wird. Weil man auch nicht weiß, wie man mit dem Fokus auf das Spiel gegen den Ball über eine Saison mit vielleicht über 50 Pflichtspielen kommt. (RB Leipzig vor der Hinrunde in der Saison 2018/2019)

Neun Pflichtspiele hat RB Leipzig schon absolviert in dieser Saison. Vier sind seit deroben zitierten Vorschau auf die Bundesliga-Saison hinzugekommen. Die Bilanz ist durchwachsen. In der Europa-League-Qualifikation hat man sich letztlich in sechs Spielen durchgesetzt. Im DFB-Pokal ist man eine Runde weitergekommen. In der Liga hat man (bei schwerer Auftaktpartie in Dortmund) nach zwei Spielen zwei Punkte zu wenig. Das hätte rein von den Ergebnissen in der Liga besser laufen können. In den Pokalwettbewerben ist man derweil nicht gestolpert, was mehr ist als andere Teams da (europäisch) in den letzten Jahren und (national) in diesem Jahr so hingekriegt haben.

Problematisch ist halt, dass Analysen meist vom Hier und Jetzt aus geführt werden. Entsprechend wird die Europa-League-Qualifikation inzwischen im Rückblick meist eher negativ interpretiert, weil man sich ja schließlich gegen Luhansk erst in letzter Minute per Elfmeter durchgesetzt und vorher gegen Häcken und Craiova in den Rückspielen schon nur jeweils Unentschieden gespielt und gegen Köln zur Pause sogar zurückgelegen hatte.

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Kaderschmiede RB Leipzig 2018/2019 – Update 2

Oder auch: Gehen Sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen.^^

Zwei weitere Neuzugänge hatte Ralf Rangnick bei RB Leipzig als Ziel bzw. als Wunsch für die Sommertransferperiode seit Wochen ausgegeben. Am Ende kam gar keiner mehr. Vielmehr verließ mit Massimo Bruno noch ein Profi den Verein (was aber nicht überraschen konnte, weil man sportlich nicht mehr mit ihm plante). Zudem ließ man mit Elias Abouchabaka einen möglichen Anschlussspieler (sogar ein Local Player) aus dem Nachwuchs leihweise gen Fürth ziehen.

„Relativ viel hängt noch am wichtigen Puzzlestück im zentralen Mittelfeld, das die ganze Statik und taktische Flexibilität des Kaders entscheidend mitbestimmen wird“, hieß es hier im Blog in einer Kaderzwischenanalyse Anfang Juli (die sich inzwischen quasi schon als finale Analyse erwies) und wenn man dieses Kriterium als Maßstab nimmt, dann hat RB Leipzig in einer zentralen Frage, nämlich in der Nachfolge von Naby Keita im zentralen Mittelfeld noch mal einen anderen Spielertyp als jene, die man hat, hinzuzuaddieren, versagt.

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