Schlagwort-Archive: Ralf Rangnick

Alles außer Fußball

Eigentlich gibt es ja gar kein Champagner statt Bier mehr. Oder ja dann doch irgendwie. Aber vielleicht ja besser auch nicht. Egal, Dirk, Herr Aufziehvogel und meine bloggende Wenigkeit ließen sich von Podcasts mit coolen Konzepten oder fußballerischen Themen nicht beirren und wühlten sich unterstützt von entsprechenden Getränken durch das aktuelle Zeitgeschehen und auch ein ganz kleines bisschen durch den Fußball.

Vier prall gefüllte Stunden mit ohne Champagner statt Bier. Das dürfte selbst für hiesige, ausufernde Verhältnisse Rekord sein. Und weil es so schön war, waren auch die Brausecrew, Benni Zander, André Herrmann, Max-Jacob Ost vom Rasenfunk, Alex Feuerherdt u.a. von Collinas Erben, Guido Schäfer, Stephan von schwarzundblau, Ingo Hahne, Perry Bräutigam und Marco Kurth in der Sendung irgendwie dabei. Mit Blumfeld gesagt: „Wie’s dazu kam haben wir danach vergessen, stattdessen sind wir längst wieder am Werk“. In diesem Sinne, habt Spaß oder auch nicht, aber erwähnt uns auf keinen Fall bei iTunes oder studiVZ.

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RB Leipzig vor der Hinrunde in der Bundesliga 2019/2020

Die vierte Bundesligasaison steht für RB Leipzig auf dem Programm. Schon jetzt eine historische. Das hat weniger mit den sportlichen Prognosen zu tun, denn in Bezug auf das Bundesliga-Dasein stellt sich langsam Normalität ein. Historisch wird die Spielzeit vor allem dadurch, dass es die erste nach sieben Jahren ist, in der Ralf Rangnick keine (offizielle) Rolle mehr im Verein spielt. Dass also jene Person ihren Posten als Sportdirektor (und zweimaligem Übergangstrainer) verlassen hat, die letztlich den Verein in seinen sportlichen Strukturen umgekrempelt und aufgebaut hat. Mit all seinen sehr vielen positiven und wenigen negativen Seiten.

Irgendwann stand ein Abgang von Ralf Rangnick sowieso an, denn keine Person bleibt im Fußball ewig. Dass es schließlich so schnell gehen würde, war dabei vor nicht allzu langer Zeit noch nicht vorauszusehen. Wenn man sich aber einen Übergang in eine Nach-Rangnick-Zeit hätte malen wollen, dann hätte man ihn aber wohl so gestaltet, wie er letztlich gestaltet wurde. Mit Julian Nagelsmann einen der vielversprechendsten Trainer des Landes einstellen. Mit Markus Krösche einen der vielversprechendsten Sportdirektoren holen. Und Ralf Rangnick in einer Red-Bull-Position haben, aus der heraus er weiter relativ nah an RB Leipzig dran ist und quasi als Mentor im früheren Helmut-Groß-Sinne zu Verfügung steht, ohne vielleicht nach jeder Niederlage bei Nagelsmann am Büro vorbeizuschlendern und ihn zu fragen, ob er vielleicht Hilfe bei der Entwicklung einer Spielphilosophie brauche.

Vielleicht ist die aktuelle Konstellation deswegen sogar besser als es jene mit Ralf Rangnick als Sportdirektor gewesen wäre. Rangnick hat ja nach dem Hasenhüttl-Aus schon bekundet, dass er dessen Versuchen, mehr Ballbesitz zu implementieren, kritisch gegenüber stand, dem Trainerteam den Versuch aber zugestand und dann lenkend eingriff, als die Ergebnisse ausblieben. „Habt ihr euch beim Pubertieren vielleicht doch ein paar blaue Augen geholt oder ein paar Zigaretten zu viel geraucht?“, hatte Rangnick mal in einem Interview  mit der Süddeutschen formuliert, wie er den Versuch seiner Jugendlichen kommentierte, als die Ergebnisse nicht mehr stimmten und damit auch klargemacht, wie er das (Macht-)Verhältnis zwischen ihm (Vater) und dem Trainerteam (Pubertierende) sah.

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The Big Bang Praxis

Im Februar 2010 ging es hier im Blog los. So richtig tief wurde der Einstieg in die tagesaktuelle, vor allem auch sportliche Berichterstattung dann ab dem Sommer 2012 und der Übernahme der Verantwortung im Verein durch Ralf Rangnick und Alexander Zorniger. Ralf Rangnick war also in den letzten sieben, intensiven Jahren zentraler Begleiter dieses Blogs als Sportdirektor und Trainer und als die prägende Person des Vereins.

Nun, mit dem Ende der (tagesaktuellen und konstanten) Berichterstattung hier im Blog endet jetzt auch die Karriere von Ralf Rangnick bei RB Leipzig. Es war ein großer Knall oder auch nicht. Ein großer Knall, weil es dann irgendwie doch eine krasse Zäsur ist, wenn derjenige den Verein zumindest in der Alltagsarbeit verlässt, der diesen sieben Jahre lang komplett geprägt und entwickelt hat. Kein großer Knall, weil sich das über die letzten Wochen schon abgezeichnet hatte.

Ganz weg ist Ralf Rangnick nach seiner Ankündigung ja noch nicht. Er wird künftig Chef einer globalen Red-Bull-Unit aka Eingreifgruppe, die sich vor allem um die Entwicklung der Standorte RB Bragantino und Red Bull New York kümmern soll und (schon aus verbandsrechtlichen Gründen) in Leipzig nur beratende Funktion hat und in Salzburg offiziell gar keine. Denkbar wäre mittel- bis langfristig, dass eine solche Unit, in die schon der bisherige Videoanalyst Lars Kornetka aufgenommen wurde und in die auch noch Chefscout Paul Mitchell rutschen könnte, sich um weitere Standorte kümmert. China und Indien waren ja bereits formulierte Wunschziele für weitere Internationalisierungsbestrebungen des Klubs auch im sportlichen Bereich.

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Bilanz: RB Leipzig in der Saison 2018/2019

Insgesamt war die Hinrunde eine durchaus sehr positive, die mit dem emotionalen Highlight des späten Siegtreffers gegen Bremen im letzten Spiel vor Weihnachten noch mal einen würdigen Schlusspunkt bekam. Insgesamt steht RB Leipzig aber auch nicht wesentlich besser da als in der Vorsaison, als RB ein paar mehr Punkte holte, als es den Chancen und Spielen nach normal gewesen wäre. Das könnte auch darauf hindeuten, dass die 31 Punkte und Platz 4 in dieser Saison von mehr sportlicher Qualität hinterlegt sind als in der Hinrunde der Vorsaison und eine Verschlechterung in der Rückrunde eher nicht zu erwarten ist. Der Meistertitel ist mit diesem Team und der Fokussierung auf das Spiel gegen den Ball, auch wenn der eine oder andere davon schon öffentlich träumte, mehr als utopisch. Sich einen der beiden verbleibenden Champions-League-Plätze hinter Dortmund und den Bayern zu krallen, muss aber Anspruch bei RB Leipzig sein. Der einzige positive Aspekt des Europa-League-Ausscheidens ist, dass die Wahrscheinlichkeit, das Ziel nach 34 Spielen zu erreichen, nicht geringer geworden ist. (Zwischenbilanz: RB Leipzig in der Saison 2018/2019)

52 Pflichtspiele wurden es am Ende für RB Leipzig in dieser Saison. So viele wie noch nie zuvor in der Vereinsgeschichte. Europa-League-Qualifikation, DFB-Pokal, Bundesliga, Europa League. Eine ganz schöne Strecke, die es da seit dem Heimspiel gegen BK Häcken Ende Juli letzten Jahres zu bewältigen gab.

Letztlich eine erfolgreiche Reise. RB Leipzig hat die in der Bundesliga zur Winterpause sehr gute Ausgangsposition veredelt und ist als konstantestes Team hinter dem Top-Duo völlig verdient auf Platz 3 eingekommen. 66 Punkte wurden es am Ende im Niemandsland zwischen dem Top-Duo und den Teams, die sich um Platz 4 stritten. Nur ein Punkt weniger als in Hasenhüttls RB-Rekordsaison 2016/2017 im ersten Bundesligajahr, als man sensationell die Vize-Meisterschaft einfuhr.

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Letzter Akt in der Bundesliga als Vorspiel fürs Pokalfinale

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor dem Bundesliga-Spiel von RB Leipzig bei Werder Bremen (18.05.2019, 15.30 Uhr) findet sich die der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick.]

Die Saison geht zu Ende. Nun, zumindest in der Bundesliga, denn auf RB Leipzig wartet das große Saisonfinale ja eine Woche später in Berlin erst noch. Für Werder Bremen geht es im Duell mit RB aber noch um Platz 7 und damit um den Platz, der für die Teilnahme an der Europa-League-Quali reicht (am 25.07. geht es mit den entsprechenden Spielen los; man erinnert sich hierzulande ja sicherlich noch aus der letzten Saison an die Spiele gegen Häcken).

Ein Platz, den man in Bremen gern einnehmen würde und für den man noch mal die letzten Kräfte mobilisiert. Allerdings braucht man schon sehr viel Schützenhilfe, denn weder Hoffenheim noch Wolfsburg dürften parallel ihre Spiele gewinnen. Und Bremen muss auch erst mal die Partie gegen Leipzig gewinnen.

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Pokalvorspiel in Topspiel-Form

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen den FC Bayern München (11.05.2019, 15.30 Uhr) befindet sich der Ticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick.]

Am 33. Spieltag der Bundesliga den FC Bayern zu Hause empfangen, der noch nicht deutscher Meister ist. Das ist auch nicht ganz alltäglich in der Liga in den letzten Jahren. Hat aber auch den Nebeneffekt, dass der FC Bayern mit einem Sieg in Leipzig Meister werden könnte. Bei Meister- und Aufstiegsfeiern war Leipzig ni der Vergangenheit schon einige Male zu Gast. Zu Hause konnte man dem bisher ganz gut aus dem Weg gehen. Diesmal hängt die fremde Party im eigenen Haus nicht nur von der eigenen Leistung ab, denn selbst bei einem RB-Sieg wäre der FCB Meister, wenn Dortmund zeitgleich gegen Düsseldorf verliert. Oder anders gesagt: Bei allen Resultaten, bei denen Dortmund nicht mehr Punkte holt als die Bayern, ist der FCB auch rechnerisch Meister.

Während es für den FC Bayern München noch um was geht, geht es für RB Leipzig nicht mehr um viel. Klar könnte man sich noch theoretisch mit dem Kampf um Platz 2 motivieren, wofür es eines Sieges bedarf, aber das ist auch schon arg theoretisch und nichts, was man als intrinsische Motivation bezeichnen könnte. Motivierender da schon, dass es einfach gegen den FC Bayern geht, gegen den jeder RB-Spieler an jedem Spieltag immer gut aussehen will. Zumal wenn man die RB-FCB-Historie so anschaut. Das waren gerade in der Red Bull Arena bisher immer irgendwie aufregende Spiele. Zweimal gewannen die Bayern knapp. Einmal hatte RB das bessere Ende.

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Auswärtsspiel in Mainz mal ohne Abstiegskampf

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig beim 1.FSV Mainz 05 (03.05.2019, 20.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz einen Tag vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick.]

Drittletzter Spieltag in der Bundesliga. Und für RB Leipzig geht es praktisch um nichts mehr. Das hatte man so in der Bundesliga auch noch nicht. Wobei rechnerisch die Plätze 2 und 1 noch drin sind. Aber das sind schon arg theoretische Szenarien (zumindest in Richtung Rang 1). Fakt ist, dass RB Leipzig in dieser Saison nichts mehr verlieren kann, weil der dritte Platz schon sicher ist.

Zum dritten Mal fährt RB Leipzig in der Endphase der Saison nach Mainz. Zweimal in Folge traf RB in der Vergangenheit auf einen Gegner, der im Abstiegskampf noch mal alles und jeden Zuschauer mobilisierte. Einmal ging das für RB mit einem Sieg in einem extrem hitzig-überdrehten Spiel gut, das andere Mal verlor man vor einem Jahr sehr deutlich in Mainz (was gleichzeitig der negative Höhepunkt der Talfahrt in der Schlussphase der Saison war).

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Kaderschmiede RB Leipzig 2019/2020

Ich weiß, dass es da draußen jene gibt, die sich permanent vorrechnen, wie diese Saison noch die Bayern abgefangen werden können (wenn man wie die Bayern rechnen würde, wären es ja auch nur noch vier Punkte Rückstand), aber da lasse ich mich noch nicht von verrückt machen, sondern blicke drei Spiele vor dem Ende der Bundesliga, in der es für RB Leipzig um nichts mehr geht, lieber auf die Planungen für die kommende Saison, die ja sowieso schon im vollen Gange sind.

Wie immer geht es hier bei allen potenziellen Namen und Leerstellen weniger um Wahrscheinlichkeit oder eine Prüfung des Realitätsgrades entsprechender Gerüchte. Wenn hier Namen eingebunden werden, dann nur um eine bestimmte Art Spieler für die Position zu kennzeichnen, also nachzuzeichnen, was in Sachen Kaderplanung rein von den Typen und Ideen her plausibel wäre.

Etwas erschwert wird so ein Blick auf die Kaderplanung dadurch, dass im Sommer mit Julian Nagelsmann ein neuer Trainer kommt, der noch mal im Detail eigene Vorstellungen mitbringen wird. In Hoffenheim hat Nagelsmann meist mit Dreierkette gespielt, was noch mal ganz andere Anforderungen an den Kader und die Typen auf den jeweiligen Positionen mitbringt als das in einem 4-3-3 oder 4-2-2-2 der Fall wäre.

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