‚Wir gegen uns‘-Derby

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen Red Bull Salzburg (20.09.2018, 21.00 Uhr) befindet sich ein Ticker von der Pressekonferenz einen Tag vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick. und Marcel Sabitzer.]

Irgendwann musste es ja soweit sein, dass die beiden RasenBallsport-Vereine, von denen der eine so heißt und der andere im nationalen und internationalen Rahmen unterschiedliche Namen trägt, auch in einem Pflichtspiel aufeinandertreffen. Im Frühjahr war es bereits vergleichsweise knapp, als die beiden Klubs gleichzeitig unter den letzten acht Mannschaften der Europa League waren. In dieser Saison ist es nun in der Gruppenphase des Wettbewerbs soweit.

Dass es überhaupt dazu kam, lag am gleichermaßen traditionellen wie tragischen Ausscheiden der Salzburger in der Champions-League-Quali. Elfmal in Folge hat man es nicht geschafft, in die Gruppenphase der Champions League einzuziehen. Elfmal scheiterte man in allen erdenklichen Formen von Düdelingen bis Belgrad. Es ist ja nicht so, dass der österreichische Meister per se ein großer Favorit ist, sich mal eben durch die CL-Quali zu spielen. Aber in der Masse und der Vielfalt des Scheiterns ist das eine der unglaublichsten Serien, die es im Fußball wohl so gibt.

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Sichtbarkeit in der Stadtgesellschaft

In den letzten Wochen gab es mal wieder Umfragen rund um die Bundesliga und entsprechend auch rund um RB Leipzig. So etwas war ja in der Vergangenheit schon immer mal Thema hier im Blog (hier oder hier zum Beispiel). Meist mit eher kritischem Unterton hinsichtlich Methodik, Forschungslogik und Ergebnissen.

Von diesem Einstieg ist es nicht mal mehr einen Ameisensprung weit bis zur Studie der TU Braunschweig, die sich groß jährlich als Fußballstudie verkauft, die die Markenlandschaft der Bundesliga untersucht, aber de facto letztlich (in ihrem präsentierten Part) nur eine recht oberflächliche Einstellungsmessung ist und letztlich die Positionierung von Fußballfans zu Vereinen auf den Dimensionen „sympatisch“, „sehr gut“, „attraktiv“ misst.

Wenn man etwas aus den Ergebnissen herauslesen will, dass die Sympathiewerte von RB Leipzig (auf niedrigem Niveau) von Jahr zu Jahr steigen und dass der Verein vor allem für seine sportlichen Qualitäten geschätzt wird. Aber bei einer Studie, die RB Leipzig als viertunbekanntesten Verein aller 36 Erst- und Zweitligisten und Freiburg, Kiel und Sandhausen als sympathischste Vereine des Profifußballs auswirft, scheint es so viele forschungslogische Fragezeichen zu geben, dass es sich auch eigentlich nicht lohnt, sich länger damit zu beschäftigen..

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Presse 18.09.2018

Gegen Hannover hat RB Leipzig am Wochenende mit der Underdog-Taktik drei Punkte gewonnen. Verdient wegen der größeren Chancen. Etwas glücklich, weil man gerade hinten raus auch hätte noch den Ausgleich kassieren können. Zweimal Timo Werner und einmal Yussuf Poulsen sorgten für den Sieg. Dazu war Emil Forsberg bei insgesamt nur neun Pässen im ganzen Spiel an allen drei Toren beteiligt.

Der Nichteinsatz von Jean-Kevin Augustin und das (von vielen RB-Fangruppen teils recht deutlich kritisierte) Zone147-Banner gegen den neuen Fanbetreuer Timm Merten waren noch Thema des Spieltags, aber das wurde ja bereits im entsprechenden Blogbeitrag zum Spiel besprochen.

Wieder eher deutlich unter 40.000 Zuschauer beim zweiten Bundesliga-Heimspiel. Im Heimbereich blieben rund 2.000 Plätze frei (mal von der No-Show-Rate völlig abgesehen). Bei Sky bekam das Spiel mit 80.000 Zuschauern für die Einzeloption eine nicht überragende, aber ordentliche Quote. Zumal parallel die Bayern spielten, was im Normalfall einige Zuschauer klaut.

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Bundesliga: RB Leipzig vs. Hannover 96 3:2

Dritter Spieltag der Bundesliga. Schon ein bisschen Druck für RB Leipzig nach nur einem Punkt aus zwei Spielen. Gegen Hannover 96 sprangen schließlich drei Punkte heraus, weil man sich durch extremen Fokus auf das Umschalten und das schnelle Spiel in die Spitze schlicht die größere Zahl an Großchancen herausspielte als fußballerisch überzeugende Hannoveraner.

Im Vergleich zum Spiel gegen Düsseldorf gab es bei RB Leipzig drei Änderungen. Orban und Konaté kamen in die Mannschaft. Upamecano und Bruma gingen dafür auf die Bank. Zudem musste Augustin (siehe Randbemerkung 2) auf die Tribüne und Yussuf Poulsen durfte in der Startelf auflaufen. Organisiert das ganze zu Beginn in einem 4-3-3 bzw. in einem rautenförmigen 4-1-2-1-2. Ilsanker der Sechser hinter Demme und Kampl. Forsberg der Zehner, der gegen den Ball aber zwischen Poulsen und Werner agierte.

Hannover ersetzte gegenüber dem 0:0 gegen Dortmund lediglich Fossum im zentralen Mittelfeld durch den wieder zur Verfügung stehenden Schwegler und probierte es in einem 3-4-3. Wobei Maina und Albornoz auf den Außenbahnen die Dreierkette in eine Fünferkette verwandeln konnten, wenn denn RB im Ballbesitz war. Aber das kam über 90 Minuten vergleichsweise selten vor, dass RB im Ballbesitz (zumindest was strukturierten Spielaufbau von hinten heraus und Spieldominanz über Ballkontrolle anging).

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Presse 14.09.2018

RB Leipzig am Samstag im Heimspiel gegen Hannover. Wichtiges Spiel nach nur einem Punkt aus zwei Spielen. RB mit voller Kapelle und keinen Verletzungssorgen. Marcel Halstenberg wird nach seiner langen Verletzung aber gegen seinen Heimatverein erstmal nur von der Tribüne aus zugucken.

Bei Hannover fehlen Felipe, Timo Hübers und Edgar Prib nach oder mit Verletzungen. Bobby Wood dürfte nach später Rückkehr von der Länderspielreise wohl eher eine Option zum Einwechseln werden.

Dr. Robert Kampka leitet die Partie. Erstmals seit April 2017 wieder ein RB-Spiel. War der Schiedsrichter beim Coltorti-Tor und in der Bundesliga bei Siegen in Hamburg und gegen Leverkusen. Wirkte damals nicht immer souverän, weil ihm die Autorität gegenüber den Spielern zu fehlen schien. Kann aber auch einfach eine Frage der Erfahrung gewesen sein. Die letzte Saison war für ihn auch die erste in der Bundesliga.

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Düsseldorf-Wiedergänger mit höherer individueller Qualität

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen Hannover 96 (15.09.2018, 15.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick. ]

Geht es langsam in den Herbst hinein, dann kann auch die Saison in der Bundesliga so richtig losgehen. Der dritte Spieltag steht an. Und für RB Leipzig bereits ein sehr wichtiges Spiel. Zwar hat man von den ersten neun Pflichtspielen nur eins verloren, aber es steht nach zwei Spielen in der Bundesliga eben auch erst ein Punkt auf der Haben-Seite.

Dazu kommen ein paar Auftritte, die hinsichtlich der Offensivbemühungen und hinsichtlich der Effizienz und Balance nicht allzu vielversprechend waren. Und so ist das Spiel gegen Hannover schon eins, das so ein bisschen Aufschluss geben kann, inwieweit man bei den Lösungen von Problemen vorangekommen ist bzw. inwieweit man die Mittel der Wahl (Balleroberung, Umschalten und Standards) verbessert hat. Drei Punkte wären in dieser Partie aus RB-Sicht durchaus wichtig, wenn man vor dem Auswärtsspiel in Frankfurt nicht schon richtig unter Druck stehen will.

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Presse 13.09.2018

Lustige Geschichte, dass der neue Kopf der Fanbetreuung von RB Leipzig mit Timm Merten ein HSV-Fan ist. Also so richtig. Fanklub-Vorsitzender und so. Die Informationen, die man von ihm online kriegen kann, lassen nicht erkenntlich werden, was ihn für den Job in Leipzig qualifiziert. Er saß in Hamburg in einem Fandialog-Gremium und war da offenbar durchaus bekannt. Einen offiziellen Job in der Fanbetreuung hatte er aber nicht. Scheinbar war er bis zuletzt bei der Bundeswehr angestellt (was dann zumindest in einer gewissen Traditionslinie zu Enrico Hommel stünde).

Von außen betrachtet eine sehr seltsame Wahl, den bestehenden zwei RB-Fanbetreuern mal eben einen HSV-Fan vor die Nase zu setzen, bei dem unklar bleibt, was ihn jenseits von Orga-Talent für den Job qualifziert. Die LVZ meint, dass Timm Merten bei Bundesliga und DFL „hoch geschätzt“ ist. Warum er das ist, bleibt ein bisschen unklar. Abwarten und mal sehen, was das wird. Ein wenig skurril wirkt die Geschichte aber erstmal schon.

Weniger skurril und eher unlustig die Strafengeschichte bei RB Leipzig. Die Sache mit dem Glücksrad, die man sich ausgedacht hat, ist noch ganz hübsch. Dort soll bei Vergehen die Strafe quasi erdreht werden. 13 verschiedene Felder kann man treffen. Bei einem geht man straffrei aus. Das ist eine ganz spielerische Variante, die Strafen zu verteilen und eine durchaus passable Idee, die sicherlich zu einigem Hallo in der Kabine führen kann.

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Ballbesitzstrategien

Ralf Rangnick gibt ja durchaus gern mal hier oder dort ein längeres Interview. Kurze Updates nach dem Training wie noch unter Ralph Hasenhüttl gehören zwar überwiegend der Vergangenheit an, aber an anderer Stelle ist der Trainer aka Sportdirektor von RB Leipzig weiterhin auskunftsfreudig. Was es auch einfacher macht, über Thesen zu diskutieren, weil es schlicht überhaupt welche gibt..

In einem insgesamt sehr spannenden MZ-Interview mit vielen interessanten Zwischentönen ging es zuletzt unter anderem auch um Ballbesitz. Eines der gern diskutierten Themen in den letzten Wochen. Der Ballbesitz ist tot. Nein er lebt. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM befeuerte die Debatte zusätzlich. Ralf Rangnick hatte diese Form von Ballbesitzfußball letztlich ja auch durchaus deutlich abgekanzelt.

Wobei halt eher die Frage ist, was man für Ballbesitz hat und nicht dass man Ballbesitz hat. Den Ball zu haben oder nicht zu haben, sagt ja noch nichts über die Qualität der Ideen aus, wie man ein Tor erzielen will. Natürlich ist es schön, wenn man ein Tor nach Balleroberung erzielen kann, weil es dann am einfachsten ist, weil die Wege zum Tor nicht so verstellt sind. Als eine Mannschaft wie RB Leipzig hat man aber auch automatisch den Ball, weil der Gegner ihn nicht haben will (was relativ häufig vorkommt) und man braucht entsprechend Ideen, in welchen Zonen man ihn verlieren kann (sprich, in welchen Zonen man mehr Risiko nimmt) und in welchen nicht.

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Presse 11.09.2018

Immer noch Länderspielwoche, aber die geht heute zu Ende und langsam geht es in die Vorbereitung auf das Spiel gegen Hannover. Schon ein sehr wichtigess für Ruhe und Stimmung rund um den RB Leipzig.

Diego Demme im Interview mit der Mitteldeutschen Zeitung. Der klingt wie einer einer, der aufgrund seiner schon recht langen Zeit im Verein inzwischen in eine sehr zentrale Rolle gerückt ist und in die Kategorie Führungsspieler fällt. Typisch Fußballer, dass Demme die Vorteile der Rotation sieht, aber selbst Spiele auf der Bank nicht unbedingt haben will. Interessant auch die Ansage, dass man jetzt anfängt(!) Ballbesitz zu trainieren für Situationen, in denen man mal führt und den Gegner laufen lassen will.

Marius Müller will laut BILD bis zur Winterpause gucken, wie es für ihn weitergeht und scheint tatsächlich zu hoffen, dass er ein paar Einsatzminuten kriegt. Das wäre hinter Gulacsi und Mvogo tatsächlich erstaunlich. Bleibt halt dabei, dass im Sommer für eine sinnvolle Torwartsituation entweder Mvogo oder Müller hätten gehen müssen. Drei Torhütern in sinnvollem Ausmaß (also jenseits von Alibi-Spielen) Einsatzzeit zu geben, ist schlicht nicht möglich. Es ist aber für einen Torhüter wie Müller auch nicht möglich, mal eben im August, wenn bei allen Vereinen die Planungen für die Nummer 1 durch sind, einen Verein (am besten mindestens in der zweiten Liga) zu finden, der ihm Spielzeit garantieren kann. Da hat man bei RB Leipzig auch einfach zu lange mit einer Entscheidung für das Torhüter-Quartett gewartet.

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