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Europa League: FC Salzburg vs. RB Leipzig 1:0

Fünftes Spiel in der Gruppenphase der Europa League. Für RB Leipzig ein Spiel, das man unbedingt gewinnen musste, um die Qualifikation für die K.o.-Phase in der eigenen Hand zu behalten. Doch daraus wurde nichts. Denn nach spielerisch schwachen 90 Minuten musste man sich verdient dem FC Salzburg mit 0:1 geschlagen geben.

Für RB kam es vor der Partie personell ganz dicke. Neben Forsberg fehlten auch Sabitzer, Kampl und Demme angeschlagen/ verletzt. Das war praktisch das komplette Mittelfeld und vor allem die Spieler, die eine gute Balance zwischen Spiel mit und gegen den Ball verkörpern. Das geht natürlich an keinem Team der Welt spurlos vorbei (selbst wenn man feststellen kann, dass das auch eine Folge der Sommer-Transferperiode mit den nicht geglückten Transfers ist).

Ralf Rangnick kündigte für das Spiel in Salzburg eine Überraschung an. Und er lieferte. Gar nicht so sehr personell, da gab es ja nicht allzu viele Optionen. Sondern vor allem in Sachen Formation. Denn RB Leipzig spielte in einem 5-3-2 mit Hang zum 3-3-2-2 und besetzte die Dreierkette im Mittelfeld mit Cunha(!), Laimer und Bruma(!). Es entstand also eine defensive Formation, die mit Spielern besetzt wurde, die ihre Stärken in der Offensive haben.

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Serienbrecher gefragt

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig bei Red Bull Salzburg (29.11.2018, 18.55 Uhr) befindet sich diesmal ein Ticker von der Pressekonferenz einen Tag vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick und Stefan Ilsanker.]

Vorletzter Teil der Europa-League-Gruppenphase. Mit einem Unentschieden in Glasgow hätte sich RB Leipzig ein Freispiel erkämpfen können. Durch die Niederlage ist man gezwungen in Salzburg einen Sieg zu holen. Zumindest wenn man davon ausgeht, dass Celtic parallel in Trondheim gewinnt. Nur mit einem Dreier hat RB Leipzig dann das Überwintern in Europa selbst in der Hand.

Dass das mal eine ordentliche Herausforderung wird, ergibt sich nicht nur aus der 2:3-Niederlage im Hinspiel, bei der Salzburg eine klasse Partie spielte, sich aber am Ende fast noch um den Lohn gebracht hätte. Es ergibt sich vor allem daraus, dass Salzburg jetzt seit zwei Jahren(!) in wettbewerbsübergreifend 52(!) Heimspielen unbesiegt ist. Eine irrsinnige Serie, die RB Leipzig da zu brechen hat. Und da spielte Salzburg nicht nur in der heimischen Liga (was auch schon eine Leistung wäre), sondern auch gegen internationale Größen wie Borussia Dortmund, Lazio Rom oder Olympique Marseille.

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Europa League: RB Leipzig vs. FC Salzburg 2:3

Das durchaus mit Spannung erwartete erste Pflichtspielduell zwischen RB Leipzig und Red Bull aka FC Salzburg. Mit allerlei Geschichten im Drumherum und Vorlauf. Und dann ein Spiel, in dem sich der ‚kleine‘ Bruder aus Österreich als reifere, besser aufgestellte Mannschaft erwies und völlig verdient, wenn auch angesichts des späten Siegtreffers glücklich mit 3:2 gewann.

RB Leipzig wieder mit der gewohnten Maximal-Rotation. Gulacsi, Orban, Demme, Forsberg, Poulsen, Werner, Saracchi raus. Mvogo, Laimer, Upamecano, Sabitzer, Cunha, Augustin und Bruma rein. Lediglich Halstenberg wurde nach langer Verletzung noch nicht in die Startelf rotiert.

Organisiert war man in einem 4-3-3. Mukiele spielte überraschend links hinten, wo er mit seinem rechten Fuß ein paar Probleme hatte. Ilsanker spielte alleinigen Sechser, während Kampl und Sabitzer sehr weit außen spielten. Cunha spielte eine Art Zehner oder hängende Spitze in der Mitte (weswegen man das System auch als 4-4-2 mit Raute beschreiben könnte).

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‚Wir gegen uns‘-Derby

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen Red Bull Salzburg (20.09.2018, 21.00 Uhr) befindet sich ein Ticker von der Pressekonferenz einen Tag vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick. und Marcel Sabitzer.]

Irgendwann musste es ja soweit sein, dass die beiden RasenBallsport-Vereine, von denen der eine so heißt und der andere im nationalen und internationalen Rahmen unterschiedliche Namen trägt, auch in einem Pflichtspiel aufeinandertreffen. Im Frühjahr war es bereits vergleichsweise knapp, als die beiden Klubs gleichzeitig unter den letzten acht Mannschaften der Europa League waren. In dieser Saison ist es nun in der Gruppenphase des Wettbewerbs soweit.

Dass es überhaupt dazu kam, lag am gleichermaßen traditionellen wie tragischen Ausscheiden der Salzburger in der Champions-League-Quali. Elfmal in Folge hat man es nicht geschafft, in die Gruppenphase der Champions League einzuziehen. Elfmal scheiterte man in allen erdenklichen Formen von Düdelingen bis Belgrad. Es ist ja nicht so, dass der österreichische Meister per se ein großer Favorit ist, sich mal eben durch die CL-Quali zu spielen. Aber in der Masse und der Vielfalt des Scheiterns ist das eine der unglaublichsten Serien, die es im Fußball wohl so gibt.

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Geringe Restzweifel

Wenig beschäftigte die allgemeine Phantasie rund um den RasenBallsport (neben dem irrwitzigen Transfergerüchtekarussell) zuletzt mehr als die Lizenzierung der UEFA in Bezug auf die Teilnahme an europäischen Wettbewerben. Zwischenzeitlich griff man auf Experten zurück (wobei man sich bei manch einem auch fragen konnte, was ihn zum Experten qualifiziert), oft landet man auch bei meist bei freien Meinungstexten mit anonymen Quellenverweisen. Mein persönliches Lieblingsargument (bzw. Lieblingsindiz) für Verflechtungen zwischen Red Bull Salzburg und RB Leipzig ist immer noch die gemeinsam genutzte Fotodatenbank. Eine echte Legende. Einzutragen auf Seite 948 der UEFA-Lizenzierungsunterlagen unter ‚Welche Fotodatenbank nutzen sie und unter welcher Adresse stellen sie diese Journalisten zur Verfügung?‘

Abgesehen davon ist die Frage danach, ob RB Leipzig eine Lizenz für die Champions League erhält, durchaus keine triviale. Wenn man nicht gerade in Leipzig nachfragt, wo man gebetsmühlengleich keine Probleme mit irgendwas erwartet. Denn natürlich ist gerade die Verbindung über Red Bull nach Salzburg nicht wirklich wegzudiskutieren. Und das Interesse der UEFA, zwei Vereine, die nicht nur optisch auf den ersten Blick schwer voneinander zu unterscheiden sind, im Rahmen eines europäischen Wettbewerbs aufeinandertreffen zu sehen, sollte eigentlich eher gering sein. Selbst wenn die zugrunde liegenden Konstruktionen und Geldgeberüberschneidungen so oder so ähnlich auch schon anderswo praktiziert wurden.

Nun geht es aber wie so oft nicht wirklich um Interessenslagen, sondern vor allem um die Erfüllung von Lizenzbedingungen und Statuten und ähnlichem. Also all dem formalen Zeug, mit dem der Verband versucht, Dinge, die ihm wichtig sind (wie wirtschaftliche Nachhaltigkeit oder Wettbwerbsintegrität), so in Regeln festzugießen, dass man die Wettbewerbsteilnehmer in die gewünschte Richtung lenkt. Mit der entsprechenden Folge, dass manch Wettbewerbsteilehmer die Grenzen der Formalisierungen vor allem in Bezug auf die wirtschaftlichen Vorgaben auszureizen versucht.

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Business as usual im Haus der 11Freunde

Größter Außenseitererfolg aller Zeiten. Vorhersehbarer, erkaufter Erfolg. Nach der Übernahme der Tabellenführung durch RB Leipzig ist es, wie es im modernen medialen Zeitalter nun mal ist. Differenzierungen sind nicht unbedingt gefragt. Frag nach bei den Kösters und Draxlers dieser Welt.

Wobei der Köstersche N-TV-Versuch, den RB-Erfolg komplett klein zu reden, etwas arg bemüht und vom persönlichen ‚RB Leipzig ist doof‘-Standpunkt getrieben wirkt. Eines der dortigen Argumente besteht zum Beispiel darin, die durchschnittlichen Kaderkosten bei RB Leipzig anzuzweifeln.

Lassen wir mal das dort auch genannte Leicester bei Seite (wobei es auch gute Gründe gibt, Leipzig und Leicester (mal abgesehen vom Alter der Mannschaften) miteinander zu vergleichen und die Bedingungen in England aufgrund einer geringeren Schere beim TV-Geld auch für kleinere Klubs ganz ok sind). Dann bleibt, dass eine Behauptung einer Behauptung entgegengestellt wird.

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Salzburg-Leipziger Thesenhäppchen

Es wurde schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem. Ein paar Thesen noch zu Salzburg und Leipzig entlanghangelnd an der aktuellen Debattenlage. Vieles davon gab es hier ím Blog schon immer mal wieder verstreut in diversen Texten.

  • Dass Red Bull Salzburg sich auf die Ausbildung junger Spieler spezialisieren will, ist nicht neu.

Wer es im Jahr 2016, so wie es Salzburgs Trainer Oscar Garcia getan hat, überraschend und neu findet, dass Red Bull Salzburg ein Ausbildungsverein ist, hat so einiges verpasst. Schon weit vor dem Eintritt von Ralf Rangnick hat Dietrich Mateschitz im Jahr 2010 erklärt, dass Salzburg zu einer Art Nachwuchsteam werden soll, das um Meisterschaft und internationale Plätze mitspielt, während in Leipzig in einer großen Liga ein stärkeres Team spielen soll. Ob man das nun doof oder gut findet, man sollte nicht so tun, als wäre das eine neue Vereinsphilosophie. Salzburg-Leipziger Thesenhäppchen weiterlesen

Transferperiode mit Abzügen in der B-Note

Die Transferperiode ist seit letzte Woche Geschichte. Aus Sicht von RB Leipzig durchaus eine seltsame und denkwürdige Zeit. Anfangs passierte wenig, dann kamen vier Neuzugänge (Schmitz, Müller, Keita, Werner) in relativ kurzer Zeit, mit denen erstmal die Basics abgedeckt waren. Dann passierte wieder sehr lange nichts, weil man große Teile der sowieso spät begonnenen Vorbereitung verstreichen ließ, um den Kader unter die Lupe zu nehmen. Und dann kam am Ende noch mal die Ketchup-Flasche mit zwei spektakulüren (Papadopoulos und Burke) und einem ergänzenden (Bernardo) Transfer.

Eine der Erkenntnisse der Transferperiode besteht darin, dass RB Leipzig kein großer Fisch in seiner Liga mehr ist, sondern in Konkurrenz zu Teams wie Dortmund, Leverkusen oder Schalke steht, die auf ein ähnliches Segment an Spielern (jung und talentiert genug, auch kurzfristig in der Bundesliga zu bestehen) schielen und man entsprechend als Bundesliga-Neuling nicht immer die besten Argumente hat, um am Ende auch den Zuschlag zu bekommen.

Oder anders gesagt. Wenn Schalke für einen Spieler noch einen Euro mehr an Ablöse oder Gehalt bietet, die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb in petto hat und sowieso auch zu den perspektivreichen Spitzenteams der Liga gehört, dann ist man als RB Leipzig (noch?) relativ schnell raus, wie man bei Breel Embolo gesehen hat. Oder zieht sich auch dem Bieterwettbewerb zurück, wenn man die RB-Vereinsversion der Geschichte erzählen will.

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Transfers: Burke, Bernardo, Papadopoulos, Bruno, Nukan

Erst passierte lange nichts in Sachen Transfers bei RB Leipzig. Trainingslager und Vorbereitung vergingen, die Kaderlücken wurden deutlicher und die Unruhe im Umfeld größer. Und dann kamen die letzten vier Tage der Transferperiode und das Karussell drehte sich plötzlich noch mal ganz schnell. Drei Zugänge, darunter zwei ziemliche Kracherverpflichtungen und zwei Abgänge, mit denen mal eben mehr als 10 Millionen Euro an Ablöse abgeschoben wurden. Durchaus eine imposante Bilanz.

Rohdiamanten hörte man als Beschreibung rund um einige Neuzugänge immer wieder mal.  Ob die entsprechenden Spieler nun jetzt eher roh oder eher Diamanten sind, wird man sehen. Fakt ist, dass man der Linie treu geblieben ist, nur für Spieler bis 23 Jahre Ablösesummen zu zahlen. Wobei Leihspieler Papadopoulos schon 24 ist und bei Ziehen seiner Kaufoption im kommenden Jahr richtig ins Geld gehen würde.

Oliver Burke

Der wohl spektakulärste der jüngsten Transfers war jener von Oliver Burke, dessen Namen nicht viele auf dem Schirm hatten. Einer dieser Rangnick-Spieler, der in einer zweiten Liga ausgegraben wird, diesmal in der englischen, und dann von den RB-Perspektiven überzeugt und verpflichtet wird. Was schon erstaunlich genug ist, dass ein Talent von der Insel sich für den Weg zu RB Leipzig und nicht zu einem der interessierten Klubs aus der Premier League entscheidet.

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Filialen, oho

„Salzburg will keine Leipzig-Filiale sein“

So titelte es vor zwei Wochen in Österreich. Was eine etwas spektakuläre Zuspitzung einer gar nicht so spektakulären Aussage der Salzburger Verantwortlichen war. Der Hinweis galt der Tatsache, dass die Ansprüche der Leipziger von Jahr zu Jahr wachsen und entsprechend ein mögliches Interesse Leipzigs an Salzburger Spielern nur noch den absoluten Topspielern, die sowieso Angebote aus den Topligen kriegen, gelten wird und nicht mehr einer eher breiten Masse wie noch in den letzten Jahren und insbesondere zu Beginn der aktuellen Spielzeit, als gleich fünf Akteure sich für den Schritt von Salzburg nach Leipzig entschieden bzw. nach Ablauf der Leihe ihren Arbeitsverträgen folgten.

Die unterschiedlichen Entwicklungsgeschwindigkeiten in Salzburg und Leipzig dürften entsprechend auch eine gewisse Entkopplung der sportlichen Vorgänge in beiden Clubs mit sich bringen. Was insbesondere der geschundenen Salzburger Seele in Sachen Selbstverständnis und Identität als Club, der nicht ausschließlich Talentedurchlauferhitzer sein will, positiv zugute kommen dürfte.

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