Europa League: RB Leipzig vs. FC Salzburg 2:3

Das durchaus mit Spannung erwartete erste Pflichtspielduell zwischen RB Leipzig und Red Bull aka FC Salzburg. Mit allerlei Geschichten im Drumherum und Vorlauf. Und dann ein Spiel, in dem sich der ‚kleine‘ Bruder aus Österreich als reifere, besser aufgestellte Mannschaft erwies und völlig verdient, wenn auch angesichts des späten Siegtreffers glücklich mit 3:2 gewann.

RB Leipzig wieder mit der gewohnten Maximal-Rotation. Gulacsi, Orban, Demme, Forsberg, Poulsen, Werner, Saracchi raus. Mvogo, Laimer, Upamecano, Sabitzer, Cunha, Augustin und Bruma rein. Lediglich Halstenberg wurde nach langer Verletzung noch nicht in die Startelf rotiert.

Organisiert war man in einem 4-3-3. Mukiele spielte überraschend links hinten, wo er mit seinem rechten Fuß ein paar Probleme hatte. Ilsanker spielte alleinigen Sechser, während Kampl und Sabitzer sehr weit außen spielten. Cunha spielte eine Art Zehner oder hängende Spitze in der Mitte (weswegen man das System auch als 4-4-2 mit Raute beschreiben könnte).

Salzburg auf der anderen Seite praktisch mit dem selben System, aber im Mittelfeld etwas zentraler aufgestellt. Wolf dort in der Cunha-Rolle. Samassekou, Haidara und Schlager bildeten das Trio in der Mittelfeldzentrale. Yabo im Sturm, wo er unter Rose meist spielt, eine überraschend gute Besetzung. In Deutschland spielte er einst noch tiefere Rollen auf dem Spielfeld.

Die Partie begann so wie man es erwarten durfte. Es gab eigentlich nirgends auf dem Platz Ruhezonen. Wer am Ball war, hatte eigentlich immer Druck und brauchte schnelle Lösungen für die Ballverarbeitung. Salzburg in diesen Situationen sowohl in der Balleroberung als auch in Sachen Pressingresistenz von Anfang an besser aufgestellt. Im Spiel nach vorn scheiterte man in den ersten 20 Minuten lediglich an der Abseitslinie. Am Ende sammelte man sieben Abseitsentscheidungen gegen sich, allein vier davon in den ersten sieben Minuten.

Marcel Sabitzer ist mit Ibrahima Konaté und dem Spielverlauf gar nicht zufrieden. | Foto: Dirk Hofmeister

Eigentlich hätte man auf Leipziger Seite schon spätestens nach einer Viertelstunde die Formation wechseln müssen. Denn das 4-3-3 funktionierte überhaupt nicht. In der Zentrale war man viel zu dünn aufgestellt. Trotzdem wurde dort unter Druck immer wieder hingespielt, sodass Ilsanker dort völlig überfordert war und der Ball permanent in gefährlichen Positionen verloren wurde. Die letzte Kette von RB Leipzig so immer wieder in Harakiri-Situationen und angesichts hoher Außenverteidiger oft einer Gleichzahl ausgesetzt, die gut gehen kann, wenn die Defensivakteure einen Sahnetag erwischen. Aber einen Sahnetag erwischte vor allem in der ersten Halbzeit niemand.

Mit einer Umstellung auf Fünfer- aka Dreierkette hätte man die Probleme vielleicht beheben können. Das Personal hatte man dafür durchaus auf dem Platz. Upamecano, Konaté, Mukiele als Dreierkette. Laimer und Bruma jeweils auf den Seiten davor. Ilsanker und Kampl als zusammen präsentes Duo auf der Doppelsechs. Und vorn guckt man halt man, was Augustin, (der nicht gut eingebundene) Cunha und Sabitzer so reißen.

Die Umstellung kam aber nicht und so spielte RB Leipzig eine mannschaftstaktisch furchtbare erste Hälfte, mit der man den Salzburger Pressing-Bemühungen komplett in die Karten spielte. Keine RB-Idee, wie man den Ball von hinten heraus bewegt, außer die Murmel immer wieder nach außen zu spielen, wo dann die Akteure abgeklemmt wurden oder alternativ den Ball lang zu schlagen, was mit Augustin in vorderster Linie auch keine gute Idee ist, weil der Franzose zumindest in der Luft kein guter Wandspieler ist. Phänomenal dabei auch so einfache Fehler wie lange Mvogo-Abschläge, während Upamecano und Konaté noch am Strafraum stehen, sodass riesige Lücken zwischen den Mannschaftsteilen entstehen.

Es passte in der ersten Hälfte gar nichts zusammen. Und zu den Problemen in der spieltaktischen Ausrichtung kamen dann auch noch individuelle Aussetzer. Mukiele nach 20 Minuten mit einem der klassischen Bälle in der eigenen Hälfte in die Mittelfeldzentrale zu Ilsanker, der dort sofort unter Druck gerät und den Ball nur noch rückwärts spielen kann. Dabei kommt ein Katastrophenpass heraus, den Dabbur erläuft. Der wird frei vor Mvogo noch von Upamecano gestört, kriegt dann aber den abgewehrten Ball noch mal auf den Kopf und versenkt ihn als Aufsetzer im Tor. Schlechte Entscheidung von Mukiele, in die Mitte zu spielen, weil es einfach keinen Plan gab, wie man spielen soll (oder ihn die RB-Spieler komplett vergessen hatten). Individueller Fehler von Ilsanker. Und dann auch noch Pech mit Abpraller und Aufsetzertor. Das Tor beschrieb in seiner Gesamtheit die RB-Lage der ersten Halbzeit ganz gut.

Und weil das noch nicht genug war, schoss Salzburg zwei Minuten später gleich mal das 2:0. Nicht etwa durch Pressing, sondern durch einen sehr guten Angriff über den gesamten Platz. Walke von hinten heraus mit einem Pass auf die Sechs. Als dort RB Druck ausübt klare Spielstrukturen über außen und dann in die Tiefe. Ulmer wird links durch einen schlichten Pass in die Tiefe freigespielt. In der Mitte gibt es bei RB keinerlei Rückwärtsbewegung, sodass Ulmer allein vor Mvogo steht und überlegen darf, ob er nun am Fünfmeterraum den allein stehenden Yabo oder den alleinstehenden Haidara miut einem Querpass bedient. Letztlich kriegt der (hoffentlich) künftige Leipziger Haidara, der eine starke Partie machte, den Ball und schiebt ihn über die Linie. Drei gegen eins (Mukiele hatte es rechtzeitig zurück geschafft) am Leipziger Fünfmeterraum nach einem Angriff der am Salzburger Strafraum begann. Wahnsinn.

Amadou Haidara erzielt das 2:0 für Salzburg bei RB Leipzig. | Foto: Dirk Hofmeister

Der Rest der ersten Halbzeit war auf Leipziger Seite komplette Verunsicherung und Ratlosigkeit. Bis zum Rückstand hatte man noch ein, zwei Schussversuche gehabt, danach kam nichts mehr. Hilflos versuchte man den Ball nach vorn zu spielen. Aber wenn man die Offensivspieler kurz anspielte, gingen die lang. Und wenn man sie lang anspielte, waren sie gegen die Gäste-Defensive chancenlos. Dazu viele individuelle Unzulänglichkeiten im Passpiel und keine Physis in vorderster Linie, mit der man die spielerischen Unzulänglichkeiten hätte überspielen können. Ein erstaunliches Trauerspiel, das man einfach auf fehlenden Willen bei den Spielern schieben könnte (und die Leistungen einiger Akteure waren auch individuell nicht gut), aber das letztlich vor allem mannschaftstaktischer Konzeptionslosigkeit geschuldet war. Vor allem gegen die gute Gäste-Organisation im zentralen Mittelfeld hatte RB in der ersten Halbzeit aufgrund der eigenen Aufstellung nichts entgegenzusetzen, sodass dort ein ums andere Mal Bälle in Zonen verloren wurden, in denen man keine Bälle verlieren darf, schon gar nicht gegen Salzburg.

Zur Halbzeit dann endlich die Umstellung auf Dreierkette und auf ein zentrales Mittelfeld, das die Bezeichnung auch verdiente. Ilsanker rückte von der Sechs in die Mitte der Defensivkette, was derzeit bei Rangnicks Spielidee wohl seine beste Position ist und wo er zumindest eine ordentliche zweite Hälfte spielte. Demme spielte vor der Abwehr und fiel auch immer mal wieder mit in die Abwehrkette, wenn Haidara sich sehr offensiv positionierte. Vor Demme brachten Sabitzer und Kampl mehr Stabilität in die Zentrale und in die Ballbewegung. Poulsen und Cunha spielten im Sturm, wobei vor allem Poulsen wichtig war, um die vielen langen Bälle zumindest zu Teilen zu verarbeiten.

Ein Feuerwerk der Fußballkunst entstand auf Leipziger Seite auch nach der Pause nicht, aber das ganze war bei bleibender spielerischer Armut etwas stabiler aufgestellt, sodass sich ein weitgehend ereignisarmes Spiel ergab. Ein Großchance für Dabbur, der an den Außenpfosten schoss, hätte früh in der zweiten Hälfte trotzdem die Vorentscheidung sein können. Wolf hatte später noch eine halbwegs gute Schussposition, zielte aber vorbei. Insgesamt blieb Salzburg das gefährlichere Team, ihnen wurde es allerdings nicht mehr ganz so einfach gemacht.

Mit der stabileren, präsenteren Gesamtformation konnte RB Leipzig das Spielgeschehen jetzt auch immer mal wieder gut in die gegnerische Hälfte verlegen und dort sowas ähnliches wie Druck aufbauen (wenn allein die Tatsache, dass der Ball mal länger in der gegnerischen Hälfte ist, als Druck zu interpretieren ist). Um zurück in die Partie zu kommen, brauchte es aber einen Ulmer-Fehler, der am Strafraum einen Ball zu weit mit der Brust abtropfen lässt. Der starke, stets aufmerksame Laimer spritzt in typischer Art und Weise dazwischen und erzielt dann auch noch überlegt per Beinschuss das 1:2.

Das extrem unruhige Publikum war dann auch wieder im Spiel. Es ging nun viel hin und her, wobei Mvogo weiter mehr zu tun hatte als Walke. Das änderte sich erst zehn Minuten vor dem Ende, als Cunha mal eine gute Aktion hatte und mit einem Schlenzer Walke zu einer hübschen Parade zwang. Zwei Minuten später war es dann Poulsen, der den Spielverlauf mit dem 2:2 ein wenig auf den Kopf stellte. Endlich mal ein schöner Spielzug von hinten heraus. Von Ilsanker über Halstenberg links, der mit viel Dynamik Minamino stehen lässt und dann Kampl links bedient. Schöne Flanke und Poulsen in der Mitte mit seiner Sprungkraft, die man viel öfter als Waffe einsetzen könnte im Duell mit Pongracic deutlich überlegen und perfekt zum Ausgleich einköpfend.

Yussuf Poulsen und Konrad Laimer bejubeln das 2:2 gegen Red Bull Salzburg. | Foto: Dirk Hofmeister

Erinnerungen wurden wach an Salzburgs Ausscheiden in der Champions-League-Quali, als man gegen Belgrad in einem überlegen geführten Spiel einen 2:0-Vorsprung noch herschenkte und wegen eines 2:2 die Gruppenphase verpasste. Auf RB-Seite wittere man die Chance, die Partie sogar noch ganz zu drehen. Rangnick an der Linie wollte das Feiern an der Eckfahne schnell beenden und bedeutete seinen Spielern ein ‚weiter, weiter‘. Das Publikum dachte ähnlich. Gleichwohl sollte es anderes kommen.

Und es passte auch gut zu diesem Spiel, in dem RB Leipzig in jeder Richtung zu wenig kopfklar spielte, dass man in der 89. Minute erneut nach einem Angriff über das ganze Feld noch das 2:3 kassierte. Cunha am gegnerischen Strafraum mit einem halbherzigen Kofpballduell. Abgefangener und gleich wieder verlorener Ball in der Mitte. Tiefer Pass in die Mitte, wo ihn Junuzovic artistisch per Hacke weiter in die Sturmspitze zu Wolf befördert. Eine Zwei-gegen-Zwei-Situation in der letzten Reihe zwischen Upamecano, Konaté und Wolf, Gulbrandsen. Und ein abenteuerliches Verteidigen, bei dem sich die beiden RB-Akteure auf Wolf stürzen, um Gulbrandsen im Rücken laufen zu lassen. Wolf mit dem großartigen Außenristball auf Gulbrandsen und der ganz cool frei vor Mvogo und noch durch die Beine des zurückeilenden Upamecano in die lange Ecke.

Sich so kurz vor Schluss derart auskontern zu lassen und noch einen Punkt wegzuwerfen, geht natürlich gar nicht. Aber es war insgesamt der bezeichnende und verdiente Schlusspunkt für eine Partie, in der Salzburg als Mannschaft spielerisch und taktisch reifer auftrat und mehr Intensität in die Partie einbrachte.

Fazit: Die erste Hälfte war aus Leipziger Sicht eine Katastrophe. Individuell, weil unheimlich viele Fehler das RB-Spiel prägten, aber auch mannschaftstaktisch, weil die Spieler ganz offensichtlich keinen vernünftigen Spielplan mitbekommen oder ihn vergessen hatten und schon aufgrund der Formation in der Mittelfeldzentrale ein Mismatch entstand, das Salzburg genüsslich ausnutzte. Wenn dann noch Fehler in der letzten Reihe und eine behäbiges, defensives Umschalten dazukommen, kann man schon froh sein, dass es zur Pause gegen sehr reife, abgeklärte, aggressive und auch spielerisch ordentliche Gäste mit klarem Plan nur 0:2 stand. In der zweiten Halbzeit agierte Leipzig stabiler, war aber trotzdem lange das ungefährlichere Team. Mit viel Willen hätte man fast noch einen Punkt aus dem Spiel mitgenommen, um diesen dann doch wieder durch Unzulänglichkeiten im Defensivspiel herzuschenken. Aber irgendwie war das am Ende nur das I-Tüpfelchen auf einer Partie, die Salzburg völlig verdient gewann.

liveticker_banner_ueberblendet

———————————————————————————

Randbemerkung 1: Keine 25.000 Zuschauer. Man kennt es ja schon aus der letzten Europa-League-Saison, dass das Interesse in und um Leipzig an einem Stadionbesuch bei einem europäischen Wettbewerb eher gering ist. Aber für das erste „Derby“ zwischen Leipzig und Salzburg, das von einigem medialen Gebimmel begleitet wurde, war es dann doch enttäuschend, dass die Arena gerade mal reichlich halb voll war. Klar, im Vergleich zu den Quali-Spielen deutlich höhere Preise, später Anstoß, Free-TV und was weiß ich. Aber am Ende stehen halt weniger als 25.000 Zuschauer. In einem Stadion, das demnächst auf 52.000 ausgebaut werden soll. Wahrscheinlich für zwei Spiele in der Saison, wenn Bayern und Dortmund kommen..

Randbemerkung 2: Atmosphärisch war es dann auch überschaubar. Frühe Pfiffe, viel Unruhe. Klar, das Spiel war schwer mit anzusehen, aber gerade die gegen Ilsanker gerichteten Pfiffe waren auch einigermaßen ungerecht. Einen sehr guten Tag hatte Ilsanker nicht erwischt, aber ihm hinterherzupfeifen, weil er einen Rückpass auf Mvogo spielt, weil ihm sich kein anderer Spieler anbietet, ist dann doch etwas quatschig. Und ein ‚Wir wollen euch kämpfen sehen‘ ist halt auch immer schwierig, wenn man sieht, dass die da unten auf dem Platz wollen, aber einfach keinen Spielplan an der Hand haben, der funktionieren würde. Naja, in Sachen Pfiffe hat jeder seine eigene Toleranzschwelle. Während des Spiels finde ich sie persönlich nervig. Becherwürfe in Richtung einer Jubeltraube wie beim 3:2 sind dazu mal völlig albern.

Randbemerkung 3: Fanseits gab es beim Spiel zwischen Leipzig und Salzburg nicht allzuviel bemerkenswertes. Man hätte sich viel Selbstironie und ‚Ihr macht unseren Sport kaputt‘-Gesänge oder ähnliches vorstellen können. Von Gastseite kamen ein paar komplett unironische Anti-Rangnick-Gesänge und irgendwas, dass man die die Nummer 1 sei (vermutlich im Hause Red Bull) und dazu das immerhin witzige ‚Ohne Salzburg wärt ihr gar nicht hier‘. Von Leipziger Seite kam das (in dem Moment) überflüssige Holzmichel-Lied und einmal (so ich mich nicht verhört habe) ein Red-Bull-Schweine-Versuch. Dazu ein Salzburger Fanmarsch vor der Partie. Und dann war es auch schon wieder vorbei das Aufeinandertreffen. Vielleicht wird es ja im Rückspiel in Salzburg Ende November lustiger.

Randbemerkung 4: Bemerkenswert die Jubeltraube nach dem 3:2. Klar, der Spielverlauf und so. Sieg bei einem deutschen Bundesligisten. Aber wie da auch ein Marco Rose als Erster mit in die Jubeltraube hineinsprintete, wirkte schon eher danach, als wäre dieser Sieg ausgerechnet in Leipzig noch mal eine ganz besondere Genugtuung.

Randbemerkung 5: Durch die Niederlage gegen Salzburg steht Leipzig in der Europa-League-Gruppe nun schon mal gut unter Druck, nachdem Celtic parallel mit 1:0 gewann. Beim kommenden Auswärtsspiel in Trondheim kann man sich eine Niederlage nun eigentlich schon nicht mehr leisten. Zumindest ein Punkt gegen Salzburg wäre gruppentechnisch schon durchaus wichtig gewesen. Egal ob er unverdient gewesen wäre oder nicht.

Randbemerkung 6: Zwölf Gegentore in den letzten fünf Pflichtspielen seit dem Bundesliga-Start in Dortmund. Man muss kein Rechengenie sein, um festzustellen, dass man mit 2,4 Gegentoren pro Spiel nur wenige Partien in dieser Saison gewinnen wird. Debatten um Spielphilosophie hin oder her. Wenn das irgendwas werden soll in den kommenden Wochen und Monaten müssen die Defensivprobleme abgestellt werden. Sowohl die systembedingten, als auch die individuellen.

Randbemerkung 7: Konrad Laimer war im siebten Europa-League-Spiel bereits der elfte RB-Torschütze. Um mal was positives in Sachen Varianz einzuwerfen..

Randbemerkung 8: 73% Passquote zu 71% Passquote. Andere Daten sprechen von 74% zu 65%. Klassische Werte in einem Duell zweier Pressingmannschaften, die schnell nach vorn spielen wollen. Aus RB-Sicht zu wenig, weil man aus Balleroberungen wenig machte, weil man nicht viele hatte. Entsprechend hätte man die Dinge aus dem Ballbesitz heraus lösen müssen. Und das war dann doch meist zu ungenau.

Randbemerkung 9: Bei Ralph Hasenhüttl war die Idee für die Offensive klar. Dribblings, die Situationen auflösen und durch gutes Positionsspiel abgesichert sind. Bei Ralf Rangnick bleibt die Offensividee noch etwas unklar. Klar, Balleroberungen und ähm Standards (naja, immerhin diesmal keinen Torschuss nach Standard zugelassen). Dribblings sind es aber nicht mehr. Gerade mal zwei erfolgreiche gab es gegen Salzburg. Positions- und Passspiel, wenn man den Ball hat, ist es auch nicht. Entsprechend bleibt extrem viel Stückwerk, wenn man die Dinge nicht über Balleroberungen lösen kann.

Randbemerkung 10: Letztlich könnte ich hier das vor mich herschreiben, was schon so oft in den letzten Wochen hier stand und was man inzwischen schon singen könnte. Die Saison läuft darauf hinaus, eine Mannschaft zu kriegen, die wenig Spielstrukturen hat, aber dafür viel über Willen, Mentalität und Power löst (gegen Salzburg zumindest in der zweiten Halbzeit). Das verspricht hohen Unterhaltungswert und viele Tore (allein 22 in den letzten fünf Spielen, dabei dreimal ein 3:2 (bzw. 2:3)), aber auch viele ausgewürfelte Resultate. Viel Spielkontrolle ist damit jedenfalls nicht verbunden. Kriegt man das Gegentorproblem in den Griff, dann wird man damit durchkommen. Wenn nicht, dann wird das eine sehr lange Saison..

———————————————————————————

Lichtblicke:

  • Konrad Laimer: Wahnsinnspartie als Rechtsverteidiger. Was Laimer in beide Richtungen des Spielfelds gelaufen ist und Lücken geschlossen und offensiv Aktionen versucht hat, war irre. Es konnte eigentlich auch nur er sein, der den 1:2-Anschluss erzielt. Passend für Laimers Partie, dass es eine aggressive Balleroberung am gegnerischen Strafraum war, die das Tor möglich machte. War mit seiner Leistung aber lange völlig allein auf weiter Flur. Auch bitter, da machst du (zumindest in Sachen Aufwand) das vielleicht beste Spiel im RB-Trikot und dann verkackt es der Rest des Teams so komplett.
  • Yussuf Poulsen: Zumindest sein Fleiß und seine physische Präsenz waren ein Lichtblick in der zweiten Halbzeit. Auch hier nicht von ungefähr, dass ausgerechnet der Däne mit irre gutem Kopfballspiel den Ausgleich erzielte. War aufgrund einiger Stockfehler in der Ballverarbeitung auch keine überragende Leistung, aber die Richtung stimmte.
  • Marcel Halstenberg: Allein dafür, dass er erstmals nach seinem Kreuzbandriss wieder auf dem Platz stand. Machte seine Sache auf der linken Seite weitgehend gut. Ballsicher. Stabil in der Defensive. Dazu den Ausgleich sehr gut eingeleitet. Ordentliches Debüt mit kleiner Schrecksekunde, als er sich kurz vor Schluss das Knie hielt (keine Ahnung, ob es überhaupt das kreuzbandverletzte Knie war).

———————————————————————————

Tore: 0:1 Dabbur (20.), 0:2 Haidara (22.), 1:2 Laimer (70.), 2:2 Poulsen (82.), 2:3 Gulbrandsen (89.)

Aufstellung RB Leipzig: Mvogo – Laimer, Upamecano, Konaté, Mukiele (46. Halstenberg) – Sabitzer, Ilsanker, Kampl – Cunha – Augustin (46. Poulsen), Bruma (46. Demme); Bank: Gulacsi, Orban, Forsberg, Majetschak; Nicht im Kader: Werner, Saracchi, Klostermann (alle verletzt), Müller

Aufstellung FC Salzburg: Walke – Lainer, Ramalho, Pongracic, Ulmer – Haidara, Samassekou, Schlager (86. Junuzovic) – Wolf – Yabo (71. Minamino), Dabbur (83. Gulbrandsen)

Schiedsrichter: Andreas Ekberg (In Sachen Zweikampfentscheidungen mit wahnwitzigen Schwankungen und unterschiedlichen Bewertungen. In den ersten zehn Minuten pfiff er nichts, dann kleinlich, dann mal so, mal so. Keine klare Linie, die da durchgezogen wurde. Konaté profitierte davon in einer Situation, früh in der ersten Hälfte, die man gut und gern auch als Notbremse hätte ahnden und den Franzosen vom Platz stellen können (rein aus Stadionsicht). Poulsen profitierte davon nicht, als er ein paar Minuten vor dem 2:2 im Strafraum mit beiden Händen von hinten umgestoßen wird und keinen Elfmeter dafür kriegt. Das war insgesamt extrem unrund und phasenweise nervig (wobei das nervige sicher auch mit dem Spiel selbst zu tun hatte), wie Ekberg die Partie leitete, auch wenn die Leipziger Niederlage an ihm letztlich am wenigsten lag.)

Foul und rote Karte? Der Schiedsrichter entschied auf Weiterspielen. | Foto: Dirk Hofmeister

Gelbe Karten: Poulsen (1.) | Schlager, Haidara, Pongracic

Zuschauer: 24.057 (davon 1.000 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, FCS-Bericht, Kicker-Bericht

———————————————————————————

  • Torschüsse: 12 : 9
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 7 : 4
  • Schüsse auf das Tor: 4 : 4
  • gewonnene Zweikämpfe: 58,0% : 42,0%
  • Ballbesitz: 55,0% : 45,0%
  • Passquote: 73,0% : 71,0%
  • Fouls: 17 : 16
  • Ecken: 3 : 0
  • Abseits: 0 : 7
  • Meiste Torschüsse: Poulsen: 3 – Dabbur: 3
  • Meiste Torschussvorlagen: Kampl: 3 – Wolf: 3
  • Meiste Ballkontakte: Ilsanker: 78 – Lainer, Ulmer – je 73

Statistiken von kicker.de, whoscored.com, uefa.com

———————————————————————————

Saisontorschützen Europa League: Cunha, Augustin, Poulsen – 2; Bruma, Kampl, Bruno, Konaté, Sabitzer, Werrner, Forsberg, Laimer – je 1

Saisonvorlagengeber Europa League: Augustin, Cunha, Kampl – 2; Ilsanker, Sarcchi, Poulsen, Forsberg, Orban, Werner, Demme – 1

Saisontorbeteiligungen Europa League (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Demme – 5; Kampl, Konaté, Sabitzer – je 3; Saracchi, Orban, Bruma, Klostermann, Cunha, Ilsanker – je 2; Gulacsi, Mvogo, Halstenberg, Konaté – je 1

———————————————————————————

Bisherige Europa-League-Spiele

———————————————————————————

Bilder: Dirk Hofmeister

13 Gedanken zu „Europa League: RB Leipzig vs. FC Salzburg 2:3“

  1. Nach langer Suche im EPG den seltsamen Free TV Sender gefunden. Die Spielbeginnzeit 21 Uhr für zu spät befunden und das Abenteuer Europa League nach 45 Minuten beendet. Immer noch Defensivprobleme und keinerlei Aussicht auf Besserung. Vielleicht ist man da irgendwann mal am sachlich analysieren woran es denn letztlich scheitert, das Problem könnte ja vielleicht auch im Stab liegen?! Die Standfestigkeit der Spieler im eigenen Stadion und auf eigenem Geläuf teilweise erbärmlich. Woran liegt das? Ich bin inzwischen froh das Ganze nur noch mit relativ viel Distanz und Emotionslosigkeit zu verfolgen.

  2. Prinzipiell wieder eine gute Spielanalyse. Angesichts des desolaten RBL-Auftrittes wirkt der Beitrag trotzdem geschönt. Mit dieser Einstellung und den sich häufenden amateurhaften Fehlern kann man keinen Blumentopf gewinnen.
    Die glücklichen Siege gegen Luhansk und Hannover haben die massiven RBL-Probleme etwas übertüncht. Weder Hasenhüttel noch Rangnick haben in Sachen Defensivschwäche bisher Lösungen gefunden. Mit der ständigen massiven Rotation wird das auch nicht besser werden.
    Es ist schon erstaunlich, dass diese Ansammlung an wahrlich guten Kickern nicht in der Lage ist, eine stabile Mannschaftsleistung abzuliefern. Vielleicht sollte Rangnick generell mal über die RBL-Spielphilosophie nachdenken. Hier liegt einiges im Argen.

  3. War gestern selbst im Stadion und kann die Analyse im Großen und Ganzen nachvollziehen! Ja, Konrad Laimer hat ein ambitioniertes Spiel gemacht! Letztlich aber das 2. Gegentor durch ein kopfloses Abwehrverhalten überhaupt erst ermöglicht ! Erst attackiert man zu zweit und bewegt sich dann nach vorn, statt dem erneut angespielten Spieler zu folgen! Passiert übrigens immer wieder und man sieht dann ziemlich alt aus, weil man so leicht auszuspielen ist! Ansonsten standen einem die Haare zu Berge ansehen zu müssen, wie hilflos unsere Mannschaft agiert hat! Es stellt sich tatsächlich die Frage, ob die Auf- und die Einstellung der Mannschaft auf diesen Gegner trainerseitig die Qualität hatte, die erforderlich war oder aber die Mannschaft einfach dem Druck nicht gewachsen war?! Teilweise nahm das Spiel unserer Jungs groteske Formen, an Slapstik grenzend, an! An der Einstellung hat es nicht gelegen, M. Sabitzer und D. Demme möchte ich da widersprechen! Mal abgesehen davon, dass Sabi auch nichts gelungen ist , hatte man nicht den Eindruck, dass man nicht wollte! Ich war anfänglich sauer auf unsere Verteidiger, da die ja wirklich haarsträubende Dinge gemacht haben, alle Gegentore haben wir uns selbst gemacht. Letztlich war im Mittelfeld niemand bereit Verantwortung zu übernehmen, sprich anspielbar! Und unsere Stürmer waren einen Komplettausfall, Bruma mittlerweile regelmäßig, nicht anspielbar und wenn doch mal, konnte man nichts damit anfangen! Tatsache scheint zu sein, dass wenn die “ Stammformation“ nicht auf dem Platz steht, das Spielverständnis nicht da ist! Mag sein, dass die Rotation alternativlos ist, aber dann müssen wir mit solch einem vogelwilden Auftreten klarkommen, weitere Misserfolge werden nicht ausbleiben können und zum Jahresende werden einige „Felle davongeschwommen“ sein! Das ist am Ende nicht schlimm, allerdings sollte man die Erwartungshaltung vereinsseitig auf ein machbares Maß zurückschrauben! Ich bin gegen Stuttgart und Celtic wieder im Stadion und werde unsere Jungs unterstützen!

  4. Leipzig ist an dem Punkt angekommen, an dem jede Rangnick-Mannschaft irgendwann ankommt: der Moment, in dem sein Dogmatismus und seine Fachidiotie zum Problem werden und man ihn loswerden muss. Er ist ein guter Scout, was das Finden von extrem athletischen und antrittsschnellen Verteidigern und Angreifern zwischen 18 und 22 betrifft. Er ist ein guter Trainer, was das Einstudieren eines rein auf Umschaltspiel ausgerichteten Systems betrifft. Deshalb funktioniert er, wenn ich nur ein Spiel pro Woche hab und durch finanzielle Übermacht mir Spieler in eine unterklassigen Liga holen kann, die physisch haushoch überlegen sind und spätestens in der Schlussphase den Gegner einfach überpowern können. In Regionalliga und 3. Liga klappt das super, in der 2. Liga gab es schon Probleme. In der 1. Liga kann Rangnick dann mit seinen Teams in der ersten Saison überraschen, weil man mit jungen und unbekannten Spielern nichts zu verlieren hat, die Gegner überrascht werden und man im Pokal früh rausgeflogen ist und somit nur die theoretische Minimalanzahl an Spielen absolvieren muss. Aber spätestens nach einer Saison des Anfangerfolgs kommt der Moment, in dem dich Physis und Athletik allein nicht mehr weiterbringen. Das athletische Niveau Leipzigs, das in den unteren Ligen konkurrenzlos war, ist auf Bundesliga- und erst Recht auf europäischem Niveau bestenfalls leicht überdurchschnittlich. Und dieses physische Niveau kann man auch mit finanziell vertretbaren Mitteln nicht mehr deutlich steigern…junge Spieler, die selbst auf diesem Niveau athletisch noch herausstechen kosten nämlich 100 Mio+x (Mbappé) und sind damit unbezahlbar. An die Stelle eines athletischen Vorsprungs müssten nun technisch/spielerische/taktische Attribute und/oder Erfahrung treten. Hasenhüttl hatte das begriffen und wurde dafür abgesägt und der Trainer Rangnick ist von ersterem überfordert, da sein Horizont als Trainer über Pressen und Umschalten nicht hinausgeht, und zweiteres lehnt er aus dogmatischen Gründen ab. Erschwerend kommt hinzu, dass Rangnicks unruhiger, kraftintensiver und anstrengender Stil mit Dreifachbelastung nicht durchzuhalten ist und er deshalb-um eine Überlastung seiner Spieler zu verhindern- radikal rotieren muss, was seiner Mannschaft dann aber jede Eingespieltheit nimmt.

    Hinzu kommen dann momentan noch massive handwerkliche Fehler und Kritikunfähigkeit. Er hatte ein Jahr Zeit, um einen Keita-Nachfolger zu finden und ist kläglich gescheitert. Der Mann ist einst wegen Burn-Outs zurückgetreten und hat das „harte“ Geschäft kritisiert…und jetzt versteckt er sich nach schwachen Leistungen hinter einem 19-jährigen Spieler (Konaté) und wirft diesen als Sündenbock für seine Fehler den Medien vor. Dass seine Spieler einer Mannschaft aus Österreich nichts zugetraut haben ist auch eine dämliche Aussage, wenn die Hälfte seiner Mannschaft einst bei genau dieser Mannschaft aus Österreich gespielt haben. Der einzige, der Salzburg unterschätzt hat, ist der Trainer, der nach dem Ausfall von Werner mit Orban, Demme und Forsberg auch noch die anderen Spieler rausrotiert hat, die man als Säulen und Leistungsträger bezeichnen könnte. Einen Haufen führungsloser Teenies konzeptlos aufs Feld zu schicken und dann diese Teenies auch noch zu beleidigen ist unterste Schublade.

    Das Beste für Leipzig wäre es, wenn Rangnick den Verein nächsten Sommer verlässt. Er hat sie in die Bundesliga geführt wie einst Hoffenheim, das ist es was er kann. Für eine weitere Entwicklung ist Nagelsmann der geeignetere. Rangnick kann sich ja wieder einen reichen Regional- oder Drittligisten suchen, solche Klubs können ihn gut gebrauchen.

    1. Solche Meinungen muss es auch geben. Aber hier sind einige klüger.
      Die Transfererfolge sind überschaubar, weil die CL mit Geld und Prestige fehlt.
      Wie wichtig ist RR die EL? Die Erfolgsgaranten Werner, Vorsberg und Scaracci fehlten. Daraus muss jeder seine Schlüsse ziehen. Für mich ist die CL das Ziel des Jahres. Nix anderes.
      Mangels Alternativen spielt RR mit dem Kugelblitz Konate.

      Lichtblick war die Recht gute Verteidigung von Eckbällen. Jedoch sind unsere zu harmlos.

    2. Dem ist nix hinzuzufügen, sollte ich es doch tun, so werde ich gesperrt, das will ich nicht wirklich….

  5. Die Randbemerkungen zu den Fans ist mir etwas zu negativ. Von der Prekariats-Etage des Elfenbeinturms in Sektor A aus betrachtet, waren die Pfiffe angesichts der haarsträubenden Dinge auf dem Rasen nachvollziehbar. Sie sind halt auch nur eine emotionalere Form des Aufstöhnens. Und zu ertragen war das Gekicke über weite Strecken nun wirklich nur mit Dampfablassen. Und zwar situativ. Denn nicht unwesentlich in der Gesamtbetrachtung ist, dass sich die Pfeiferei eben nicht durch das Spiel zog, sondern vielmehr der über weite Strecken gute und sogar kraftvolle Support (selbst nach dem 0:2 und der Aussicht auf ein Schlachtfest). Im Detail kann man den einen oder anderen Pfiff blöd finden, aber eine durchweg sachliche Spielanalyse als Basis für Fanreaktionen ist etwas zu viel verlangt. Gestern sowieso.

  6. Das erste „verkappte“ Firmentreffen ist vorbei!

    Es klingt schon fast unglaublich, wenn der immer noch als Professor bezeichnete Trainer Rangnick nach dem verlorenen Duell sowie ohne einer bestimmten Vorgehensweise gegen seinen ehemaligen österreichischen „Lehrlingsverein“, der am Spieltag von der UEFA unter einen erfundenen Namen antrat, die Schuld vorrangig darin suchte, dass die überraschend stark auftrumpfenden Gäste aus dem Alpenland mit ihrem aus Leipzig stammendem Übungsleiter im sonstigen alltäglichen Fußballgeschäft zuhause nur auf „Testgegner“ unter Wettkampfbedingungen träfen! Das ist allerdings eine sonderbare und nicht zu teilende Auffassung, weil es z.B. in München, Paris, Madrid, Glasgow usw. gerade nicht so ist! Er hatte doch in seiner Verantwortung für beide Vereine vor Jahren für ein praktisches Ausbluten der Talente von Salzburg und ihrem „Anhängselverein“ aus Leverding “ dafür gesorgt, dass diese, zum Wohle der sächsischen Messestadt, regelrecht nach und nach geschwächt wurden! Wenn man den fast schon fassungslos wirkenden Trainer und Sportdirektor Rangnick in diesen traurigen Situationen vor den Mikrofonen der Medien sieht, wird der zeitnahe Wunsch nach dem irgendwo untergetauchten Hasenhüttl mit dessen sprudelnden und mitreißenden Ideen wieder laut, damit Rangnick nicht demnächst nochmals in gesundheitliche Schwierigkeiten kommen möge!

    Ehe sich weiterhin nach „auswertigen“ teuren Akteuren umgeschaut wird, sollten sich die an einer Hand abzuzählenden Verantwortlichen in Leipzig einmal richtig in ihrem 30 Millionen teuren Talenteschuppen umschauen und bei nächster Gelegenheit wieder die U -23 zum Wettbewerb anmelden!

    Unser wiederum sehr ausführlicher Berichterstatter, RBB, der zu gerne von „Pressing“, „Aktionen gegen den Ball“, „Sechser und Doppelsechser“ – Positionen schreibt und dabei immer vergisst, dass es auch wichtige „Fünfer“ auf der rechten Seite gibt und sonst gern die wechselnden „Systemen“ und „Ketten“ erwähnt, nannte u.a. auch manches komische Verhalten der Zuschauer des nur zur Hälfte gefüllten Stadions, das den wirklichen Namen trägt, mit dem auch fälschlicherweise die Akteure auf dem Rasen bezeichnet wurden und wies zu Recht darauf hin, dass die erhöhten Eintrittspreise manchen Zuschauer abschreckten, direkter Zeitzeuge vor Ort gewesen zu sein….Ob die geplanten Umbauarbeiten wirklich Sinn machen, wird sich später noch herausstellen.

    Übrigens rechnete auch ich mit einem Unentschieden, das nach dem fast schon desaströsen Auftreten der völlig umgekrempelten und übermäßig zwangsrotierenden Gastgeber in den ersten 45 Minuten sowie dem zwischenzeitlichen Aufbäumen, nach gleich drei (!) risikoreichen Auswechselungen zur Halbzeit, in der Schlussphase mit dem folgerichtigen Anschlusstor, allerdings nur für ein paar Minuten, auch gelang. Weil es am Ende doch daraus nichts wurde, zeigt, dass das interne Firmenverhältnis inzwischen mehr angekratzt zu sein scheint als bisher angenommen!

    1. Als Zuschauer wollte man ja 11 Auswechslungen. 😁
      Erschreckend das Anspruchsniveau, wenn hier Vergleiche zu Bayern oder Madrid gezogen werden. Jungs wie Konate sollen gegen erfahrene Fußballer bestehen. Das geht eben auch Mal schief.
      Unser Kader ist einfach zu schmal. Ist es RR sein Geiz?

  7. Ich möchte das Spiel nicht schlechtreden. Wenn die ersten 75 Minuten genauso angegangen worden wären, als die letzte Viertelstunde, hätte es ein anderes Ergebnis gegeben. Am Anfang war es katastrophal und das ging dann bis zum Schluss mit immer mehr Spannung. Alles in allem, wir haben verloren. Doch es kommen noch Spiele und hieraus muss man halt lernen.

  8. Was soll man noch sagen: das war eine taktische Fehlleistung die seines gleichen sucht. Selbst Fußball Liebhaber die keinen Plan von taktischem Tiefgang haben konnten nach dem 0:1 Todesstoß noch irgendeinen Matchplan erkennen. Auch die Frage warum die Umstellung auf 3er Kette erst in der zweiten Halbzeit kam ist unbeantwortet. Kurz – der RBL Liebhaber ist diese Saison ja schon das eine oder andere wilde rumgekicke gewöhnt gewesen, aber dieses vogelwilde herumgestochere gestern war ein negativer Höhepunkt der noch jungen Saison. Kann mich nicht erinnern wann ich das letzte mal solch einen Grottenkick gesehen habe, in dem wir auch in allen Manschaftsteilen und in allen Belangen den Salzburgern teilweise deutlich unterlegen waren…

  9. Ständige Rochaden in Verbindung mit permanenten Systemwechseln müssen eine Mannschaft zwangsläufig aus dem Tritt bringen. In Kombination mit der akuten Formschwäche von Spielern wie Bruma, Sabitzer, Upamecano, Ilsanker kommt genau das heraus, was gestern zu beobachten war. Erste Halbzeit, komplett von der Rolle. Mit 0:2 glimpflich davon, später sogar durch des Gegners Dusslichkeit wieder ins Spiel zurück gekommen. Um dann wieder kopflos zu werden…

    Ich würde gern mal für ein paar Spiele eine eingespielte Kerntruppe von 7, 8 Spielern sehen, die punktuell auch mal Pause bekommen. Das kriegen die schon auf die Reihe, die sind größtenteils unter 25 und regenerieren sehr zügig. Die oben genannten dürfen sich im Training und als Einwechsler empfehlen. Eine Garantie auf Einsätze macht nämlich auch träge, wenn unabhängig vom Leistungsprinzip jeder seine Rotstionseinsätze garantiert bekommt.

    PS: Das leere Stadion ist der Preispolitik geschuldet. Ich kann für Europa League, Donnerstag 21 Uhr nicht die gleichen Preise aufrufen, wie in der Bundesliga. Da bleiben die, die eh schon auf Grund von Arbeit / Entfernung eher nicht kommen wollten, definitiv fern… Das hätte man als Verein mit freundlicheren Preisen besser lösen können, die sich irgendwo zwischen EL Quali und BuLi sicher gefunden hätten…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.