Europa League: FC Salzburg vs. RB Leipzig 1:0

Fünftes Spiel in der Gruppenphase der Europa League. Für RB Leipzig ein Spiel, das man unbedingt gewinnen musste, um die Qualifikation für die K.o.-Phase in der eigenen Hand zu behalten. Doch daraus wurde nichts. Denn nach spielerisch schwachen 90 Minuten musste man sich verdient dem FC Salzburg mit 0:1 geschlagen geben.

Für RB kam es vor der Partie personell ganz dicke. Neben Forsberg fehlten auch Sabitzer, Kampl und Demme angeschlagen/ verletzt. Das war praktisch das komplette Mittelfeld und vor allem die Spieler, die eine gute Balance zwischen Spiel mit und gegen den Ball verkörpern. Das geht natürlich an keinem Team der Welt spurlos vorbei (selbst wenn man feststellen kann, dass das auch eine Folge der Sommer-Transferperiode mit den nicht geglückten Transfers ist).

Ralf Rangnick kündigte für das Spiel in Salzburg eine Überraschung an. Und er lieferte. Gar nicht so sehr personell, da gab es ja nicht allzu viele Optionen. Sondern vor allem in Sachen Formation. Denn RB Leipzig spielte in einem 5-3-2 mit Hang zum 3-3-2-2 und besetzte die Dreierkette im Mittelfeld mit Cunha(!), Laimer und Bruma(!). Es entstand also eine defensive Formation, die mit Spielern besetzt wurde, die ihre Stärken in der Offensive haben.

Salzburg auf der anderen Seite mit erwartbarer Formation. Gulbrandsen bekam den Platz neben Dabbur. Pongracic kam für Onguene zurück in die Mannschaft. Das ganze dann in einer Art 4-3-3, das RB Leipzig sonst ja auch gern spielt. Mit Wolf hinter den Stürmern (wobei Dabbur eine sehr flexible Rolle hatte), sodas man es auch als Raute interpretieren kann. Wobei das bei den Salzburgern eh alles nicht so starr ist, weil die Bewegungen der Spieler die Formation immer wieder auflösen und an die Anforderungen der Spielsituation anpassen.

Wenn man sich mal den Spielverlauf im Detail ersparen will, dann bleibt über 90 Minuten gesehen übrig, dass Salzburg in den Spielstrukturen im Spiel mit dem Ball wesentlich reifer und geübter und mutiger wirkte. Man konnte sehr gut sehen, dass das Team sich nicht nur über die Arbeit gegen den Ball definiert, sondern es aus der heimischen Liga gwohnt ist, den Gegner auch mit Passspiel und Spiel mit dem Ball bezwingen zu müssen. Da scheitert dann auch immer mal was (man darf dabei ja auch nicht vergessen, dass da auch keine Weltklassespieler auf dem Platz stehen), aber es ist in jeder Situation zu sehen, dass es einen Plan gibt, in welche Zone man spielen will. Und den Plan kennen sowohl die Spieler, die den Ball gerade haben, als auch die, die den Ball gerade nicht haben.

Das fing schon ganz hinten an, wo die Innenverteidiger immer wieder gute Bälle an den anlaufenden RB-Stürmern vorbei (wenn die denn mal anliefen) auf den extrem starken Samassekou auf der Sechs spielten. Und das setzte sich dann über das ganze Spielfeld fort. Entsprechend beeindruckend dann durchaus auch das 1:0 der Gastgeber, bei dem man von hinten über den Flügel rausspielt, dann mit gutem Winkel in die Zentrale spielt, um dann den Ball wieder in den freien Raum auf der Außenbahn zu legen. Um dann von dort den Ball nicht nur sinnlos in die Mitte zu prügeln, sondern im Strafraum klare Laufwege zu haben, wo einer tief geht und die Innenverteidiger beschäftigt und der andere im Rückraum bleibt und auf einen aufgehenden Raum hofft. Gulbrandsen in dem Fall, der den Querpass von Ulmer dann nur noch ins Tor schieben muss. Null Zufall, komplett einstudierte Spielstrukturen, perfekt ausgespielt.

Selbst mit mehreren Spielern waren die Salzburger Akteure oft nicht vom Ball zu trennen. | GEPA Pictures - Mathias Mandl

Wobei in dieser wie auch in anderen Szenen die Nachteile der ungewohnten RB-Formation deutlich wurden. Cunha war auf der rechten Seite in der Mittelfeldkette gerade in der Rückwärtsbewegung oft überfordert, weil er einfach nicht weiß/ nicht wissen kann, wie er sich wann zu verhalten hat und wann er sich zur Absicherung fallen lassen muss. Beim Tor schließt Cunha den Raum nach rechts auch spät, sodass Klostermann rausrückt, um Ulmer zu stellen und dadurch den Raum hinter sich aufmacht. Nicht ganz unerwartet, dass die Mittelfeldkette gerade defensiv ihre Probleme bekommt mit dem aufgebotenen Personal. Umso erstaunlicher, mit dem Personal ein defensivorientiertes System spielen zu wollen.

Trotzdem ließ RB Leipzig lange auch nicht viele große Chancen zu. Weil man halt dank Dreierkette in der Abwehr eine gute Strafraumbesetzung hatte und dort meist noch einen Fuß dazwischenbekam oder eine potenziell gefährliche Situation klären konnte.

Problematischer entsprechend, dass RB Leipzig gerade im Vergleich mit den Salzburger über so gar keine Strukturen im Spiel mit dem Ball verfügte. Da ging es nur über Zufall, Versuche der Balleroberung und tiefe Bälle, die teilweise nur irgendwie Richtung Stürmer geschlagen wurden. Klar hat das auch was mit einer ungewohnten Formation zu tun, wenn Spielstrukturen so gar nicht zusammenpassen wollen. Aber letztlich dürfte das eher eine Folge des starken Umschaltfokus, den man in dieser Saison pflegt, gewesen sein. An der Qualität der Spieler kann es jedenfalls nicht liegen (Hoffenheim zeigt Jahr für Jahr, dass man auch mit einem guten, aber nicht sehr guten Bundesligakader sehr guten Ballbesitz spielen kann und Salzburg ist dafür auch ein Paradebeispiel). Diese Strukturen müssen halt im Trainingsalltag immer und immer wieder geübt werden, damit klar wird, in welchen Zonen man wie zu spielen und zu laufen hat. Bei RB Leipzig gab es da gar keine Ideen, außer ein paar Versuche von Einzelaktionen.

Wenig nahmen sich die beiden Mannschaften, wenn es im Spiel in Pressing-Gegenpressing-Situationen ging. Da ging es in Sachen Aggressivität und Verdichten  ordentlich zur Sache, sodass dann der Ballbesitz in diesen Phasen auch mal schnell hin- und herwechseln konnte. In diesen Situatonen schenkten sich beide Mannschaften nichts, wobei Salzburg da immer mal das bessere Ende für sich zu haben schien. Zumindest konnte Leipzig in diesen Situationen nicht mit Ballgewinnen profitieren, aus denen sich gute Umschaltmöglichkeiten ergeben hätten.

Vom Spielfilm her gingen die ersten 20 Minuten komplett an die Gastgeber und Leipzig war ausschließlich mit Verteidigen und Finden der Formation beschäftigt. Nachdem Gulbrandsen eine Großchance nicht nutzen konnte, waren die Gäste bis zur Pause besser im Spiel und zumindest gleichwertig. Eine Chance für Werner kurz vor dem Halbzeitpfiff resultierte dann aber doch eher aus einem Zufall und einem Ausrutscher von Ramalho.

In der zweiten Halbzeit war Salzburg lange das latent gefährlichere Team zweier Mannschaften, die sich weiter intensiv bekämpften, weil sie eben die besseren Strukturen im Spiel gegen den Ball hatten. Das 1:0 war nicht die Folge einer übermenschlichen Druckphase, aber trotzdem irgendwie folgerichtig. Erst nach diesem Rückstand hatte dann auch RB Leipzig eine in Ansätzen gute Viertelstunde, auch weil Poulsen im Sturm ein größerer, ballsichernderer Faktor war als Augustin. Doch die einzige gute Chance (bzw. den einzigen guten Torabschluss) hatte erneut Werner, während Salzburg auf der anderen Seite noch zwei, drei Konterchancen liegenließ. Bezeichnend für die Leipziger Partie, dass bei der letzten Ecke nicht nur Mvogo nicht mit nach vorn kam (ob 0:1 oder 0:2 hätte für die Tabelle keinen Unterschied gemacht, 0:1 oder 1:1 dagegen schon), sondern der Ball auch über alle hinweg auf der anderen Seite ins Seiten-Aus geschossen wurde. Das I-Tüpfelchen auf einem gebrauchten Abend.

Fazit: Das war in Sachen Fußball lange nicht viel zwischen zwei Mannschaften, die sich vor allem intensiv bekämpften. Am Ende gewann die Mannschaft mit den besseren Strukturen im Spiel mit dem Ball gegen jene Mannschaft, die bis auf den Faktor Zufall in der Offensive wenig zu bieten hatte. Eben weil die Gastgeber in diesem Bereich die bessere, reifere Mannschaft waren, verdienten sich die Salzburger den Sieg völlig.

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Randbemerkung 1: Und dann ist RB Leipzg in der Europa League mal eben schon fast gescheitert. Um noch in die K.o.-Runde einzuziehen, müsste man gegen Trondheim gewinnen, während parallel Glasgow gegen Salzburg verliert. Nicht komplett unmöglich, aber auch nicht sehr wahrscheinlich, weil es für Salzburg in der Partie um gar nichts mehr geht (außer um das schöne Bild einer perfekten Gruppenphase mit sechs Siegen aus sechs Spielen). Ein Punkt in Salzburg hätte die Situation für RB leicht verbessert, weil dann bei eigenem Sieg gegen Trondheim Salzburg in Glasgow nur nicht hätte verlieren dürfen. Nun ja. Der letzte Gruppenspieltag wird in Leipzig sicherlich kein Publikumsknüller..

Randbemerkung 2: Verspielt hat man die Europa League letztlich nicht in Salzburg, sondern in Glasgow und im Heimspiel gegen Salzburg. Bei Celtic muss man zwingend einen Punkt mitnehmen, der absolut verdient gewesen wäre. Zu Hause gegen Salzburg hat RB einfach schlecht gespielt, aber auch da lässt man den einen Punkt, den man unverdient schon in der Hand hatte, noch liegen, weil man sich kurz vor Schluss auskontern lässt. Schade drum, weil völlig unnötig, in dieser starken Gruppe nun auf extreme Schützenhilfe der Salzburger angewiesen zu sein.

Randbemerkung 3: Je nach Datenanbieter irgendwas bei 58 oder 59% Passquote. Unter 60%! Über vier von zehn Pässen kamen nicht zum eigenen Mitspieler. Wow. Das ist selbst für einen Umschaltfokus darmstadtesk wenig. Und beschreibt das Geschehen auf dem Spielfeld sehr gut, weil dort überhaupt nicht zu sehen war, dass die Mannschaft irgendeine Idee hat, wie sie zusammenspielen will. Mit purem Zufall und ‚Lauf, Werner, lauf‘ ist aber nichts zu gewinnen. Nirgendwo und schon gar nicht in Salzburg.

Randbemerkung 4: (Keine Ahnung, wie man auf Leipziger Seite nach diesem Spiel darauf kommen kann, dass man eine gute Partie abgeliefert hätte. Wenn die Latte in Bezug auf das fußballerische Niveau des Teams tatsächlich so tief liegt, dann puh..)

Randbemerkung 5: Sehr auffällig die Ungenauigkeiten von Yvon Mvogo in der Spieleröffnung vor allem bei langen Bällen. Da flog einiges ins Seiten-Aus, was da nicht hingehörte. Mvogo hat in vielerlei Hinsicht und in Sachen Physis sehr gute Anlagen, aber mit dieser Art der Spieleröffnung fällt er als Gesamtpaket derzeit eher deutlich hinter Gulacsi zurück. Hätte man letzten Sommer, als Mvogo verpflichtet wurde, auch nicht gedacht, dass Gulacsi als Nummer 1 unumstritten bleibt.

Randbemerkung 6:Und hat irgendjemand eine Idee, was mit Augustin in den letzten Wochen passiert ist? Da klappt ja von Passspiel über Ballsicherungen bis hin zum Torabschluss gar nichts mehr (wobei er auch kaum noch in Abschlusssituationen kommt). Null. Komplette Stagnation. Mir unerklärlich bei den Anlagen, die Augustin ja auch in den ersten Wochen der Saison schon gezeigt hatte.

Randbemerkung 7: Die Null steht jetzt auf der anderen Seite. Gerade noch kassierte RB ewig lang kein Gegentor. Nun ist man das zweite Spiel in Folge ohne eigenen Treffer geblieben. Erneut völlig verdient ohne eigenen Treffer geblieben, das ist das, was zu denken geben sollte.

Randbemerkung 8: Die Salzburg-Fans arbeiteten sich mit diversen Tapeten an Ralf Rangnick ab. Kritisch in der Sache, moderat (also nicht beschimpfend) im Ton. Ein bisschen kann man die Salzburger Anhänger emotional verstehen, dass ihre Beziehung zu Rangnick abgekühlt ist. Rangnick macht es ihnen mit seiner Art der Geschichtsschreibung sicher nicht einfach, einen versöhnlichen Umgang miteinander zu finden. Vor allem vor dem Hintergrund, dass man da in Salzburg über so Geschichten wie den Bernardo-Wechsel inklusive der Bekanntgabe direkt vor einem Salzburg-Spiel nicht ganz zu Unrecht angesäuert war und noch ist. Einerseits. Andererseits wirkt es halt aber auch ganz schön bemüht, sich immer wieder an Rangnick abzuarbeiten, der nun tatsächlich und völlig unbestritten, in Salzburg Weichen gestellt hat, ohne die die heutigen Leistungen gar nicht möglich wären. Mir persönlich sind da zu viele Befindlichkeiten im Spiel. Aber gut, ich stecke da auch nicht so direkt drin.<<

Randbemerkung 9: Absolut verständlich ist der Stolz der Salzburger Anhänger auf ihre Mannschaft. Das was der Verein da vor allem in den letzten beiden Spielzeiten unter Marco Rose zusammengebastelt hat, ist durchaus beeindruckend. Die letzte Saison war mit dem Halbfinale der Europa League schon überragend. Und diese Saison ist bisher vielleicht sogar noch mal ein Stück besser. In der Mischung aus Spiel mit und gegen den Ball haben sie unheimlich viel, was auch Nagelsmann- oder Sarri-Teams haben. Das sieht extrem gut aus und es ist dazu auch noch sehr erfolgreich. Das wird natürlich nicht ewig so gehen, weil die Mannschaft in der Zusammensetzung einfach nicht zu halten ist und auch ein Rose nicht ewig in Salzburg bleibt. Aber für den Moment kann man da nur absolut den Hut ziehen.

Randbemerkung 10: 53 Heimspiele in Folge ist Salzburg in allen Wettbewerben ungeschlagen. Fünf Gruppenspiele in der Europa League, fünf Siege. Diese Saison noch gar nicht verloren und nach dem bitteren Champions-League-Aus gleich wieder aufgestanden und weitergemacht. Noch mal: Hut ab.

Randbemerkung 11: „Ihr seid nur ein Ausbildungsverein“ aus dem Leipziger Block. Bin ich mir noch unschlüssig. Das „Wenn wir wollen, kaufen wir euch auf“ hatte einst eine selbstironische Note. Das mit dem Ausbildungsverein wurde ja in der Vergangenheit im Hause Red Bull als Tatsache formuliert und kommt entsprechend ohne Selbstironie daher. Von daher wirkt ein entsprechender Gesang eher wie arrogantes Gehabe dessen, der sich größer fühlt. Aber es ist halt auch Fußball und sowas soll ja auch das Gegenüber ein bisschen treffen. Von daher ist es auch ok. Glaube, ich war da irgendwo dazwischen, zwischen diesen Argumenten.

Randbemerkung 12: Pyrotechnik im Gästeblock. Schon zum zweiten Mal diese Saison (und zum zweiten Mal überhaupt). Diesmal etwas rauchintensiver. Das muss wohl dieses Schwanzdingens sein, dass man es dann ausgerechnet in Salzburg mal zeigen will, dass man richtig cool ist. Pyro war wohl schon immer eher Statussymbol in Bezug auf den ‚Wert‘ einer ‚Fanszene‘ als tatsächlich fußballbezogene Emotion. Seltsam.

Randbemerkung 13: Keine Ahnung, was man in Salzburg dachte, welche Horden über die Stadt hineinbrechen werden. Was da an Polizei für dieses Duell aufgeboten wurde, war durchaus beeindruckend. Vor allem im Vergleich mit Glasgow, wo das alles recht zurückhaltend organisiert war. Die Stadt mit den 30.000 Zuschauern auch dezent überfordert. Was auch am Fanmarsch der RB-Fans lag, der ein veritables Verkehrschaos auslöste, weil man ihn auf der Straße entlangführte, auf der auch Busse zum Stadion entlangfuhren. Das war schon alles eher so mäh. Aber auch alles aushaltbar.

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Lichtblicke:

  • Konrad Laimer: Wie schon im Hinspiel war er derjenige, dem man am meisten anmerkte, dass er überhaupt keinen Bock hatte, diese Partie zu verlieren. Viel Einsatz, extrem viel gelaufen und Bällen nachgesetzt (was er angesichts seiner Nebenspieler auch musste). Da klappte gerade am Ball nicht alles, aber es durfte trotzdem gefallen, wie sich Laimer gegen die Niederlage stemmte.
  • Willi Orban: Agierte als Abwehrchef weitgehend sicher und stabil. Klärte viel, versuchte auch immer mal gute Bälle in der Eröffnung zu splelen. Das reichte schon, um positiv hervorzustechen.
  • Dayot Upamecano: Wirkte am Anfang des Spiels sehr unsicher, stabilisierte sich dann aber und hatte einige Aktionen, in denen er in typischer Art seinen Körper einsetzte, um Situationen zu lösen. Beileibe keine gute Partie, aber insgesamt zumindest ok.

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Tor: 1:0 Gulbrandsen (74.)

Aufstellung RB Leipzig: Mvogo – Ilsanker, Orban, Upamecano – Mukiele (70. Klostermann), Laimer, Saracchi (78. Halstenberg) – Cunha, Bruma – Werner, Augustin (62. Poulsen); Bank: Gulacsi, Konate, Krauß, Majetschak; Nicht im Kader: Forsberg, Sabitzer, Demme, Kampl, Müller (alle angeschlagen/ verletzt)

Aufstellung Red Bull Salzburg: Walke – Lainer, Ramalho, Pongracic, Ulmer – Schlager, Samassekou, Junuzovic – Gulbrandsen (76. Minamino), Wolf (87. Daka), Dabbur (90. + 2 Prevljak)

Schiedsrichter: Orel Grinfeld (Unglückliche Partie. Mit der gelben Karte für Ilsanker nach zwei Minuten hat Grinfeld einen Maßstab gesetzt, den er nicht 90 Minuten lang durchhalten konnte. Entsprechend blieben ähnliche Vergehen in der zweiten Halbzeit ungesühnt (Pongracic, Samassekou). Auch Laimer und Ramalho kamen aus irgendeinem Grund ohne Gelb weg. Grinfeld war in seinen Zweikampfbewertungen oft nicht nachvollziehbar, in seinen gelben Karten auch nicht wirklich. Es war eine seltsame Spielführung, bei der oft nach Fallen gepfiffen wurde und dann wieder bemerkenswerte Körpereinsätze nicht. Irgendwie wurde man über 90 Minuten nicht so richtig schlau aus Orel Grinfeld. War letztlich nicht spielentscheidend, aber eine gute Spielleitung war es auch nicht.)

Gelbe Karten: Lainer, Schlager | Ilsanker (2.), Bruma (1.), Cunha (1.)

Zuschauer: 29.520 (davon 2.500 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, FCS-Bericht, Kicker-Bericht

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  • Torschüsse: 17 : 12
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 12 : 7
  • Schüsse auf das Tor: 6 : 2
  • gewonnene Zweikämpfe: 51,0% : 49,0%
  • Ballbesitz: 48,0% : 52,0%
  • Passquote: 71,0% : 58,0%
  • Fouls: 14 : 15
  • Ecken: 6 : 3
  • Abseits: 3 : 1
  • Meiste Torschüsse: Gulbrandsen: 5 – Upamecano: 4
  • Meiste Torschussvorlagen: Ulmer: 6 – Bruma: 2
  • Meiste Ballkontakte: Ulmer: 80 – Bruma – 72

Statistiken von kicker.de, whoscored.com, uefa.com

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Saisontorschützen Europa League: Cunha, Augustin – 4; Bruma, Poulsen, Konaté – je 2; Kampl, Bruno, Sabitzer, Werrner, Forsberg, Laimer – je 1

Saisonvorlagengeber Europa League: Augustin, Cunha, Kampl, Demme, Orban, Saracchi – je 2; Ilsanker, Poulsen, Forsberg, Werner, Bruma, Sabitzer, Laimer – je 1

Saisontorbeteiligungen Europa League (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Demme – 7; Kampl – 5; Orban, Sabitzer, Halstenberg – je 4; Konaté, Bruma, Klostermann – je 3; Saracchi, Cunha, Ilsanker – je 2; Gulacsi, Mvogo, Konaté, Laimer – je 1

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Bisherige Europa-League-Spiele

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Bild: © GEPA pictures/ Mathias Mandl

8 Gedanken zu „Europa League: FC Salzburg vs. RB Leipzig 1:0“

  1. Zu Randbemerkung 4:
    Ja das ist so und trifft es zu 100%. Red Bull Leipzig hat keinerlei Plan was bei Ballbesitz zu tun ist. Die Ikone für dieses Spiel ist Yussuf „Pferdelunge“ Poulsen der nichts weiter zu tun bekommt als „lange Bälle festzumachen“. Die Planlosigkeit im Spiel mit dem Ball ist erschreckend und eines Erstligisten unwürdig. Ich bin froh wenn RR endlich vom Tagesgeschäft verschwindet und ein echter Trainer das Amt übernimmt.

    Als Fazit zum Spiel, kämpferisch über weite Teile aus Leipziger Sicht o.k., spielerisch mal wieder eine Offenbarung des Rangnickschen Flipperfußballs der daraus scheinbar ein Rechenspiel macht und kalkuliert in 90 Minuten daraus X gefährliche Szenen zu generieren von denen dann halt Y reingehen. Schwachsinn pur der nichts mit Fußball zu tun hat.

    1. Sollten wir in der Bundesliga unsere Gegentorquote halten können, würden wir nach 34. Spieltagen weniger als 29 Gegentore haben und wären so wohl relativ sicher in der CL. Ich könnte mit diesem „Schwachsinn“ gut leben. Und welcher Trainer hätte denn sonst den Übergang zu Nagelsmann überbücken sollen?

  2. Wieder ein Spiel in der Europa-League, wo es um sehr viel geht und es steht im Tor nur de zweite Wahl, gehen Celtic ebenso die späten Einwechselungen, die auf das Spiel eine Wirkung haben. Läuft also darauf hinaus, ob Salzburg seine Serie ausbauen möchte und wir Rosenborg hoffentlich schlagen werden… man muss schon leidensfähig sein zur Zeit… Danke für deinen Spielbericht.

  3. Danke für diesen wie immer ehrlichen und objektiven Bericht der auch genau meine Gefühlslage wiederspiegelt.
    Augustin? Keine Lust mehr? Innerlich gekündigt? Keine Ahnung.
    Ganz schwach auch Bruma der der absolute Meister in unbedrängten Fehlpässen war. Upa war für mich der einzig echte Lichtblick, bei Laimer sehe ich eher ein „Fleißbienchen“ denn irgendwie gefährliche Situationen konnte auch er bei allem Einsatz nicht generieren.

  4. War auf Höhe Mittellinie im Stadion. Stimme total damit überein, dass Salzburg viel viel mehr Plan in Ballbesitz und auch viel mehr Engagement hatte.

    Meine subjektiven Lichtblicke:

    Saracchi: unauffällig – was gegen einen Dabbour viel heisst – der war abgemeldet.

    Poulsen: das Spiel war ein anderes als er reinkam: aus seinen beiden ersten Zweikämpfe die er führte und die er gewann, wurden gleich Chancen.

    Totalausfälle waren mMn Mukiele, Bruma und Augustin – da kam gar nix.
    Timo Werner ist in so einer Formation die ärmste Sau – es gab (ausser Ramalho ;) ) keinen der ihm Bälle ordentlich servierte.
    Generell hatte ich den Eindruck dass Rangnick die EL bereits abgeschenkt hat, so plan- und lustlos war das.

  5. Wie soll ich meinem Sohn (RB- und fußballverrückt) erklären, dass die EL sportlich nix wert ist, ein 4. Platz in der Bundesliga richtig fette Kohle zum „Spieler-Shopping“ bringt? Mein Sohn liebt jeden seiner Pokale, egal wann und wo wie gewonnen…
    Was ist das für eine Botschaft des Herrn Rangnick? Bisher dachte ich, auch Profi-Fußball ist noch ein bissl sportlicher Wettkampf, seit letztendlich gestern habe ich da meine Zweifel dran, „Wasser auf die Mühlen“ der RB-Hasser – und ich kann es auch noch verstehen!

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