‚Wir gegen uns‘-Derby

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen Red Bull Salzburg (20.09.2018, 21.00 Uhr) befindet sich ein Ticker von der Pressekonferenz einen Tag vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick. und Marcel Sabitzer.]

Irgendwann musste es ja soweit sein, dass die beiden RasenBallsport-Vereine, von denen der eine so heißt und der andere im nationalen und internationalen Rahmen unterschiedliche Namen trägt, auch in einem Pflichtspiel aufeinandertreffen. Im Frühjahr war es bereits vergleichsweise knapp, als die beiden Klubs gleichzeitig unter den letzten acht Mannschaften der Europa League waren. In dieser Saison ist es nun in der Gruppenphase des Wettbewerbs soweit.

Dass es überhaupt dazu kam, lag am gleichermaßen traditionellen wie tragischen Ausscheiden der Salzburger in der Champions-League-Quali. Elfmal in Folge hat man es nicht geschafft, in die Gruppenphase der Champions League einzuziehen. Elfmal scheiterte man in allen erdenklichen Formen von Düdelingen bis Belgrad. Es ist ja nicht so, dass der österreichische Meister per se ein großer Favorit ist, sich mal eben durch die CL-Quali zu spielen. Aber in der Masse und der Vielfalt des Scheiterns ist das eine der unglaublichsten Serien, die es im Fußball wohl so gibt.

In dieser Saison schien alles für den Einzug in die Königsklasse bereit. Man hatte zur Abwechslung den Kader mal im großen und ganzen zusammengehalten und war mit einer eingespielten Mannschaft in die Quali-Runde gegangen. In den Playoffs holte man im Hinspiel bei Roter Stern Belgrad ein. Im Rückspiel stand es kurz nach der Pause 2:0. Alles war bereit dafür, den Fluch zu brechen. Doch ein schlecht verteidigter Standard und ein Ballverlust am eigenen Strafraum und zack stand es 2:2 und Salzburg war erneut raus.

Es ist glaube kaum zu ermessen, was das für ein Tiefschlag für eine Mannschaft gewesen sein muss, die mit jeder Faser auf Champions League eingestellt war und die genau für dieses Ziel zusammengestellt wurde. Schon wieder gescheitert. In einem Jahr, in dem man eigentlich alles richtig gemacht und eine talentierte Mannschaft zusammengehalten hatte, die letzte Saison als Halbfinalist der Europa League für Furore sorgte.

Umso erstaunlicher (oder für den restlichen österreichischen Fußball nachdenklich stimmender), dass es nach dem Aus in der Champions League keinen Bruch in der Liga gab. Zwei Siege fuhr Salzburg seitdem in der Bundesliga ein, darunter ein 3:1 beim Zweiten aus St. Pölten. Bei sieben Siegen aus sieben Spielen steht man inzwischen. Es ist ein bisschen wie bei den Bayern. Für den nationalen Fußball ist man zu stark. Für den internationalen Fußball (zumindest in Sachen Champions League) reicht es (hinsichtlich der jeweiligen Zielstellungen) nicht.

In der Europa League war Salzburg dagegen in den letzten Jahren meist erfolgreich. Achtelfinale 2013/2014, Sechszehntelfinale 2014/2015 und nun das Halbfinale 2017/2018. Kein Wunder, dass Salzburg die aktuelle EL-Saison unter dem Titel #UnserBewerb angeht. Wenn es nach Klubkoeffizienten geht, war Salzburg nach der letzten Saison schon auf Platz 28 im europäischen Klubranking. Wenn man in einer Liga spielt, die im UEFA-Ranking noch hinter Belgien und der Türkei nur Rang 11 belegt, dann darf das durchaus als recht eindrucksvoll durchgehen.

Entsprechend will man in Salzburg auch in dieser Saison in einer sehr interessanten Gruppe in der Europa League unter die besten zwei kommen und in die K.o.-Phase einziehen. Kadertechnisch ist man dafür gut, aber – das vergisst man leicht, wenn immer wieder darauf abgehoben wird, dass der Verein doch eigentlich in die Champions League hätte einziehen müssen – auch nicht überragend aufgestellt. Zum Verein gehören schließlich auch noch Spieler wie Reinhold Yabo, der ein guter Kicker, aber dem RB-Anhänger noch aus seinen Zweitligazeiten in Karlsruhe bekannt ist oder ein André Ramalho, der sich in der Bundesliga nicht wirklich durchsetzen konnte  oder ein Torwart Alexander Walke, der selbst zu seinen Topzeiten kein automatischer deutscher Bundesliga-Keeper gewesen wäre.

Interessant wird Salzburg mit seinem Kader halt, weil man seit Rangnicks Zeiten konsequent auf den Einbau von Talenten setzt und das über die ausbildungstechnisch perfekte Konstruktion mit Liefering (die nur durch die österreichische Kooperationsspieler-Regelung möglich ist) sehr gut funktioniert. Gleich acht Spieler des aktuellen Kaders haben eine direkte Liefering-Vergangenheit. Und auch in Leipzig gibt es ja mit Dayot Upamecano oder Konrad Laimer Spieler, die von diesem Ausbildungsweg, in jungen Jahren bereits relevante Einsätze im (unterklassigen) Männerfußball zu kriegen, sehr profitiert haben.

Entsprechend ist das Salzburger Team auch sehr jung. Gleich vier der bisher elf meisteingesetzten Spieler sind 21 Jahre oder jünger. Mit Xaver Schlager, Hannes Wolf oder Amadou Haidara hat man da schon wieder eine sehr junge Generation eingebaut und zu Stammspielern gemacht. Und mit einem Patson Daka wartet das nächste Talent bereits auf seinen Durchbruch (mal abgesehen von diversen Spielern die man verliehen hat, wie Mergim Berisha,  Hwang oder Igor). Lediglich Außenverteidiger Andreas Ulmer fällt da alterstechnisch ein wenig aus der Rolle. Mit Zlatko Junuzovic hat man zusätzlich einen (nach Rangnick-Maßstäben) eher untypischen Transfer getätigt, der der Mannschaft (wenn er wieder fit ist) Erfahrung bringt. Auch Alexander Walke gehört mit seinen 35 Jahren zu den ganz erfahrenen.

Getragen wird die Mannschaft im Mittelfeld von Diadie Samassekou und Amadou Haidara. Beide dürfte man eher kurz- als langfristig in einer europäischen Topliga sehen. Samassekou ist eher der Lückenschließer und Balleroberer auf der Sechs, der aber auch über die Fähigkeit verfügt, einen Ball zu verarbeiten und sinnvoll weiterzuspielen. Haidara ist eher ein Achter, der immer (vor allem in Leipzig) ein wenig mit Keita verglichen wird, aber von seinem Spielstil der etwas direktere, weniger verspielte und nicht ganz so dribbelstarke Typ ist, dafür aber in seinem Passspiel etwas klarer agiert und noch stärker die Zweikämpfe sucht. Auch wenn Haidara natürlich nicht Keita ist, hätte er im Sommer perfekt in den Leipziger Kader gepasst. Allgemein geht man ja davon aus, dass der Wechsel des 20-Jährigen nur aufgeschoben und nicht aufgehoben ist. Das wird man dann sehen im Winter oder im nächsten Sommer.

Beeindruckend ist auch das Auftreten von Rechtsverteidiger Stefan Lainer in den letzten Monaten. Dass Neapel ihn wollte, kommt nicht von ungefähr. Dass er wegen der Champions-League-Quali nicht gehen durfte, war dann im Nachhinein etwas blöd für ihn. Aber gut für Salzburg, denn so hat man auch weiterhin einen sehr agilen, sehr moderen Außenverteidiger, der in beide Richtungen des Feldes Qualität hat.

Munas Dabbur muss man als wichtige Stütze bei den Salzburgern auch nennen. Der Stürmer steht diese Saison schon wieder bei neun Toren in zwölf Pflichtspielen. Seit seinem halben Leihjahr zu den Grashoppers aus Zürich in der Saison 2016/2017 ist er in Salzburg gesetzt und derjenige, der im Strafraum die Dinge veredelt. Guter Abschlussspieler, der nicht allzuviel Raum kriegen sollte.

Gespielt wird in Salzburg ähnlich wie oft in Leipzig bereits in dieser Saison eine Art 4-3-3 mit zwei Achtern, zwei Zehnern und je einem Stürmer und Sechser.  Damit lässt sich relativ bequem in verschiedenste Formationen mit offensivem oder defensivem Fokus verschieben. Während man es in der heimischen Liga oft über Ballbesitz lösen muss (und löst), spielt man international eher den klassischen RB-Pressing-Fußball. Sehr aggressives Anlaufen, sehr viele Balleroberungen, sehr kurze Wege zum gegnerischen Tor. Wobei bei diesem Pressing zwischen den Mannschaftsteilen auch gern mal ein paar Räume zu viel entstehen und so Spiele auch mal sehr wild wirken können.

Trotzdem gehörte Salzburg in der letzten Saison in der Europa League zu den defensivstärksten Teams und ließ vergleichsweise wenige Torschüsse zu. Man versteht es dann doch immer wieder ganz gut, nicht nur hoch zu pressen, sondern auch am Strafraum relativ dicht und vor allem aggressiv zu verteidigen. Das ganze ist aber auch immer anfällig für Freistöße, weil das Zweikampfverhalten gerade in der Defensivzentrale auch gelegentlich etwas unsauber ist. Ramalho ist bei aller Eleganz, die er ausstrahlt, ein Kandidat, der immer mal gut ein Foulspiel einstreut. Und das Verteidigen von Standards ist auf höchstem Niveau nicht unbedingt die Stärke des österreichischen Meisters.

Letztlich ist Salzburg ein sehr talentiert besetztes Team, das individuell aber auch nicht auf allen Positionen überragend besetzt ist. Zumindest nicht so überragend, dass man damit in ein Halbfinale der Europa League einziehen müsste. Von diesem Team hat Salzburg lediglich Caleta-Car und Valon Berisha als schmerzende Abgänge verloren. Zurückgeblieben ist eine Mannschaft, die (wenn man den Quervergleich wagen will) in der deutschen Bundesliga sicherlich sehr gute Chancen hätte, nicht abzusteigen.

Der große X-Faktor ist dabei aber Trainer Marco Rose, der zuerst den Salzburger Nachwuchs sensationell zum Youth-League-Titel führte und nun auch bei den Männern beweist, dass er aus einer Mannschaft mehr machen kann, als man ihr auf der Basis ihrer Einzelteile zutrauen würde. Ein Trainer mit klarer Spielidee, die aber auch den Ballbesitz beinhaltet. Und ein Trainer auch, der mit seinem Trainerteam ein gutes Händchen in der Mannschafstführung hat. Vielleicht die bestmögliche Verbindung von Laptoptrainer und nicht unerfolgreichem ehemaligem Profi, die man sich so vorstellen kann (wenn man mal in diesen Kategorien von Laptoptrainer und Praktikern denken will).

Es ist rein sportlich ein recht spektakuläres Duell. Als sich die Klubs unter Zorniger und Hütter einst in Katar zu einem Testspiel trafen, kam ein klassisches Pressingmassaker mit vielen Toren heraus. Ganz so krass dürfte es diesmal nicht werden, weil Rangnick und Rose dann doch nicht so extreme Vertreter dieser Art des Fußball sind. Aber im Grundsatz läuft es in eine ähnliche Richtung, dass da zwei Teams aufeinandertreffen, die Bälle erobern wollen und mit einer gewissen Aggressivität auftreten.

Dass es in diesem Spiel (rein sportlich) ganz ordentlich knallen könnte, dürfte auch an der besonderen Konstellation der beiden Vereine liegen. In Leipzig spielen aktuell sechs Spieler, die zuvor mal irgendwann in Salzburg kickten und für die die Begegnung durchaus etwas besonderes darstellen dürfte. Und in Salzburg haben sich aufgrund der vielen Wechsel nach Leipzig durchaus Befindlichkeiten aufgestaut, die dazu führen werden, dass man sehr gerne zeigen würde, dass man nicht nur der kleine Ausbildungsverein ist (und das letzte Saison ja schon demonstriert hat). Vielleicht spielt das aber für das Rückspiel in Salzburg noch mal die größere Rolle.

Klar, für die Außenwelt ist es befremdlich, dass da die beiden Red-Bull-Vereine, die sich immer wieder gern ihre gegenseitige Unabhängigkeit bestätigen (und die in mancher strategischer Hinsicht inzwischen tatsächlich auch unterschiedlich arbeiten), gegeneinander spielen. Ein Gefühl, das nicht dadurch gelindert wird (ganz im Gegenteil), dass ein Dietrich Mateschitz, der formal in Salzburg ja wegen der UEFA keinen Einfluss haben darf und in Leipzig wegen der DFL, öffentlich erklärt, dass man keine Absichten hat, in diesen Wettstreit einzugreifen.

Solche Konstruktionen, die das theoretische Potenzial von Einfluss auf den Wettbewerb haben, sind ganz grundsätzlich eher unglücklich. In der Praxis wird das aber für die beiden Duelle keine Rolle spielen. Dafür ist das sportliche Duell von beiden Seiten zu aufgeladen. Nicht umsonst war in beiden Lagern in der ersten Reaktion von einer Art „Derby“ die Rede. Auch wenn es eine ungwöhnliche Form eines Derbys ist, stimmt das wohl für die beiden Spiele und den Wunsch der beiden Vereine zu demonstrieren, dass man sportlich besser ist, durchaus.

Auf Seiten von RB Leipzig wird es darauf ankommen, das zu erwartende Zweikampfgewitter anzunehmen und sich darauf einzulassen. Zu vermuten ist, dass die Fraktion ehemaliger Salzburger eher großflächig ihre Einsatzchance bekommt. Also Sabitzer, Laimer, Ilsanker und Upamecano zumindest in der Startelf stehen. Lediglich Ilsanker stand ja auch schon gegen Hannover zu Beginn auf dem Platz. Kampl könnte vielleicht vor der englischen Woche in der Bundesliga eine Auszeit vertragen. Gulacsi sitzt in Europa ja eh nur auf Bank oder Tribüne und überlasst Yvon Mvogo den Kasten.

Abgesehen davon stellt sich die Frage, wen es aufgrund der Rotation ins Team spült und wen nicht und ob Halstenberg schon wieder eine Option für den Kader ist. [Update: Verletzt  ausfallen werden Klostermann, Saracchi und Werner.] Zudem bleibt offen, wie man sich von der Formation her präsentiert. Zuletzt gegen Hannover spielte RB Leipzig erstmals über längere Zeit mit einer Fünferkette. Zuvor pendelte man zwischen 4-3-3 und 4-2-2-2. Da bleiben gut ein paar Fragen offen. Wenn man das 4-3-3 der Salzburger spiegeln will, müsste man wohl ein 5-3-2 spielen. Ein 5-2-3 wie gegen Hannover lange Zeit wäre angesichts des starken zentralen Mittelfelds der Salzburger eher schwierig durchzuhalten.

Mögliche Aufstellungen:

  • RB Leipzig: Mvogo – Laimer (Mukiele), Konaté, Upamecano, Halstenberg (???)  – Ilsanker, Demme (Laimer) – Sabitzer, Bruma – Augustin, Cunha
  • Red Bull Salzburg: Walke – Lainer, Ramalho, Pongracic, Ulmer – Haidara, Samassekou, Schlager – Wolf, Dabbur, Yabo

Fazit: Ein sehr spannendes Duell zum Auftakt der Gruppenphase der Europa League. Weil beide Mannschaften mit ähnlichen Spielideen auftreten. Weil der gemeinsame Hintergrund und die gemeinsame Geschichte einige Befindlichkeiten und Duelle mit dem Ex-Klub mit sich bringen, die zu einem besonderen Engagement auf dem Platz führen werden. Normalerweise ist ein deutscher Bundesligist gegen einen österreichischen Bundesligisten immer Favorit. Dass die Dinge in der Praxis nicht ganz so einfach sind, hat Dortmund letzte Saison erfahren. Für Leipzig dürfte es diesmal nicht leichter werden.

[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen Red Bull Salzburg nicht vor Ort verfolgen kann und am 20.09.2018, ab 21.00 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze den RB-Fans-Liveticker. Bilder gibt es live bei DAZN und bei RTL Nitro.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. Red Bull Salzburg

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Ralf Rangnick darf mit guter Laune in eine neue Saison gehen. | GEPA Pictures - Roger Petzsche
GEPA Pictures – Roger Petzsche

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Pressekonferenz einen Tag vor dem Spiel von RB Leipzig gegen Red Bull Salzburg. Mit Ralf Rangnick und Marcel Sabitzer.

17.15

So. Wir gegen uns. Ihr macht unseren Sport kaputt. Derby. Einfach nur ein spannendes Fußballspiel in einem europäischen Wettbewerb. Suche sich jeder aus, was sie oder er so braucht an Zuschreibungen zu diesem Spiel.

17.21

Es ist halt auch ein Spiel der Befindlichkeiten, dieses Duell der unabhängig abhängigen Vereine. Das wird man im Hinspiel noch nicht so merken, aber dann im Rückspiel schon. Dann dürfte das Stadion vermutlich auch eher ausverkauft sein als jetzt in Leipzig, wo man irgendwas zwischen 25.000 und 30.000 Zuschauern erwarten kann. Für Europa League ok, aber fürs erste Duell mit den Dosen auch irgendwie ein wenig enttäuschend. Und klar, später Anstoß und Free-TV-Übertragung spielen natürlich auch eine Rolle.

17.22

Apropos Dosen. Da spielen Leipzig und Salzburg gegeneinander und bei der PK gibt es keinerlei Dosen-Stoff. Danke UEFA!^^

17.23

Sportlich steht hier drüber ja schon alles. Werner und Saracchi haben heute individuell trainiert und fallen dementsprechend wohl für morgen aus. Aber beide wären rotationstechnisch wohl eh eher von der Bank gekommen. Von daher vielleicht auch nicht ganz so dramatisch die Ausfälle.

17.32

Ralf Rangnick: Drei Spieler nicht dabei. Werner, Saracchi, Klostermann. Alle anderen dabei. „Die fittestmögliche und stärkste Mannschaft auf den Platz schicken.“

Kleinere muskuläre Probleme bei Werner und Saracchi. Möglicherweise in Frankfurt wieder dabei. Klostermann wird in Frankfurt nicht dabei sein. Kreuzbandoperiertes Knie ist angeschwollen. Mit Reizung reagiert. Nichts strukturelles.

Halstenberg auf jeden Fall im Kader. Wie man es genau macht aufstellungstechnisch ist noch unklar.

17.34

Rangnick zu Rose: „Hatte ihn schon als Spieler. Kannte ihn also schon als Mensch. Wollten damals Trainertalente nach Salzburg holen. Eines davon war Marco Rose. War mir klar, dass er das Zeug hat, ein richtig guter Trainer zu werden. Hat er mit dem Gewinn der Youth League bestätigt. Hat mich nicht überrascht, dass er den Weg geht. Leider hat es mit der Champions League nicht geklappt. Außerordentlich begabter Trainer.“

17.36

Rangnick: „Weiß nicht, ob mich Fans in Salzburg nicht mögen. Bin ja schon seit drei Jahren nicht mehr da. Entwicklung in Salzburg in den letzten sechs Jahren außergewöhnlich gut.“ Erinnerungen daran, wie es in den Anfangstagen war, dass man in Österreich seine Visionen nicht geglaubt hat. „Warum sollen wir in Leipzig zuschauen, dass in Salzburg hochbegabte Spieler den Klub verlassen und wir unseren Hut nicht in den Ring werfen.“ Wenn Spieler für eine große Liga bereit sind, müsse auch Leipzig mitbieten können. Versteht aber Fans, dass sie emotional reagieren.

Irgendwas mit Politik im Verein. „Gibt nicht viele Vereine, die so viele gute Charaktere in der Mannschaft hat und so gegen Diskriminierung steht. Mannschaft ein Sammelsurium von Nationalitäten.“ Verweist auf Sky-Sendung, wo er gesagt hatte, dass man in Deutschland auf dem rechten Auge blinder ist als auf dem linken.“Alles was mit Radikalismus zu tun hat, ist ein No Go.“ Auf dem rechten Rand genau hinschauen.

17.42

Rangnick zu Augustin: Noch mal Gespräch mit Verband und Augustin-Berater suchen. „Werden ihn unterstützen, dass er mit einem guten Gefühl zur U21 fährt.“ Falls er denn wieder eingeladen wird.

Salzburg und Leipzig unterscheiden sich sportlich nicht so sehr. „Spielweisen ähneln sich sehr. Wird darauf ankommen, wer es besser auf den Platz bringt. Mentalitätsfrage. Wird ein intensives und spannendes Spiel. Enge Duelle in engen Räumen. Nicht dem Gegner in die Karten spielen. Clever sein. Spannendstes Spiel der Europa-League-Runde.“ Viele Zuschauer in Europa. Viele Scouts.

Sabitzer: „Besonderes Spiel gegen Mannschaft aus dem Heimatland. Freue mich auf bekannte Gesichter. Geht in den 90 Minuten nur um drei Punkte. Salzburg talentierte und starke Mannschaft. Kommt drauf an, wer giftiger ist und die Dinger am Ende auch reinballert.“

17.48

Rangnick zu Haidara: „Spreche nicht über Spieler, die woanders spielen. Beschäftigen uns nur mit Spielern, die bei uns spielen.“ Will auch nichts über seine Qualitäten sagen. Grundsätzlich viele Talente in Salzburg. Auch Haidara gehört zu den Spielern, die sicher mal bereit sind für den Schritt in eine größere Liga. Alle Teams, auch in Deutschland verlieren Spieler, außer die Bayern. „Das ist für mich ganz normal.“

„2012 gemeinsam die Vereien umstrukturiert. Kader in den Vereinen haben mit den heutigen Kadern nichts zu tun. Damals eher ältere Kader. Wir wollten aber junge Spieler, die den ersten oder zweiten Vertrag unterschreiben und sich mit dem Verein entwickeln. Hat sich bis heute nicht geändert. Für beide Standorte der richtige Weg.“ Morgen ein Duell zweier sehr junger Mannschaften. „Salzburg hat den Vorteil, dass es keinen Trainerwechsel gab und der Kader im Wesentlichen zusammen geblieben ist. Haben den Vorteil, dass sie sich in der Liga einspielen können. Egal, wer da spielt.“ Auch wenn mal jemand draußen bleibt, gewinnen sie. Das könne Leipzig nicht. Hofft auf „höhere Einzelspielerqualität“ bei seinem Team. „Müssen mit der Favoritenrolle zurechtkommen.

17.50

Rangnick zu Salzburgs Christoph Freund: „Großartige Arbeit, die er leistet. Gibt in Österreich keinen besseren. Auch zwischenmenschlich wunderbar. Inzwischen auch genug Erfahrung für den Job. Auch die bittere Enttäuschung gegen Belgrad wegzustecken, Hut ab.“

Sabitzer: „Mein aktuelles Level nicht mit der ersten Bundesliga-Saison vergleichbar.“ Dauert nach längerer Verletzung immer ein bisschen. Auch mit dem Trainer diesbezüglich einig. „Wird von Spiel zu Spiel besser. Körperlich schon wieder bei 100%.“ Er müsse jetzt wieder Gefühl für Räume kriegen und so.

17.53

Das war es von hier. Sabitzer mit sehr geringem Redeanteil. Dass auch Klostermann ausfällt, ist ziemlich bitter, angesichts dessen dass schon Saracchi fehlt. Dass es sein kreuzbandverletztes Knie ist, das reagiert hat und vollgelaufen ist und punktiert werden musste, klingt nicht allzu gut. Aber Rangnick optimistisch Klostermann zumindest bis zum Hoffenheim-Spiel in eineinhalb Wochen vielleicht wieder zurückzukriegen. Immerhin nichts strukturelles, das ist die gute Nachricht. Wird interessant, wie Rangnick auf den Außenbahnen aufstellt. Halstenberg gleich wieder in so einem intensiven Spiel zu bringen, wäre durchaus ein kleines Risiko.

17.54

Ansonsten Rangnick noch mal mit einem Schwenk zum Politik-Thema. Seine Mannschaft stehe mit ihrer multinationalen Ausrichtung für die Werte des Vereins und ansonsten habe er bei Sky damals (‚Wehret den Anfängen. Deutschland auf dem rechten Auge blind‘) alles gesagt.

17.55

Sportlich scheint Rangnick genauso gespannt auf das Spiel gegen Salzburg wie alle anderen auch. Donnerstagabend werden wir rausfinden, wie der Sachstand zwischen den beiden Klubs ist. Hoffen wir auf ein spektakuläres und intensives Pressingmassaker. In diesem Sinne, habt Spaß.

Ein Gedanke zu „‚Wir gegen uns‘-Derby“

  1. Vor zehn Jahren sorgte ein stets im Hintergrund agierender „Macher“ hinter den hohen Bergen in Österreich mit viel Geld in der Hinterhand und konnte über seine „Mittelsmänner“, R. Rangnick und O. Minzlaff, sein mit bienenfarbigen Wasser gefüllten blechernen Verpackungsmaterial geprägtes Firmenimperium neben anderen ausgefallenen Sportarten auch mit dem Fußball schrittweise und mit entsprechenden Werbemaßnahmen bekannter machen. Da der manchmal etwas steinige Weg durch den Paragraphen-Dschungel nach oben letztendlich ständig vom DFB bzw. der DFL und später auch von der UEFA geduldet wurde, kommt es nun innerhalb der „EL“ zu diesem kuriosen „Familientreffen“ zwischen den nach Außen völlig fremden Vereinen, RaBa Leipzig und FC Salzburg, die im sonstigen Fußballalltag allerdings ganz anders genannt werden……

    Es ist müßig, darüber nachzudenken, wie dieses Treffen sowie das spätere Rückspiel in Salzburg ausgehen wird. Meiner Meinung, ohne auf die taktischen Varianten eingehen zu wollen, könnten vermutlich zwei Unentschieden herausspringen, zumal sich mit Rose ein bekannter Leipziger auf der Gäste- Trainerbank befindet…..

    Hoffentlich bleibt es bei dem angekündigten Spaß!

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