Europa League: RB Leipzig vs. Universitatea Craiova 3:1

Drittes Pflichtspiel der Saison für RB Leipzig. Hinspiel in der dritten Runde der Europa-League-Qualifikation. Universitatea Craiova zu Besuch in Leipzig. Ein über weite Strecken des Spiels überforderter Gegner, der sich am Ende trotzdem beim 3:1 für RB eine zumindest akzeptable Ausgangsposition für das Rückspiel erspielen konnte.

Bei RB Leipzig ging die erwartete Formation aus dem Hinspiel gegen BK Häcken an den Start. Die WM-Fahrer plus Sabitzer nahmen genauso wie der zuletzt kurzzeitig verletzte Mukiele auf der Bank Platz. Aus dem Nachwuchs gesellte sich, auch wie erwartet, Niclas Stierlin dazu. Einzige Überraschung war, dass Yvon Mvogo statt Peter Gulacsi in der Startelf stand. Der Ungar stand nicht mal im Kader, weil auf der Bank Marius Müller sitzen durfte. Spricht dafür, dass es Rangnick ernst meint damit, auch Mvogo seine Chancen geben zu wollen.

RB Leipzig trat im gewohnten 4-2-2-2 an, wobei gerade die Zehner sehr flexible Rollen spielen dürfen und immer wieder mal die Seiten tauschen oder sich fallen lassen (Kampl). Auch Cunha war in seiner Positionierung relativ flexibel und ließ sich schon mal in den zentralen Zehnerraum fallen.

Craiova auf der anderen Seite nach enttäuschender früher Saisonphase in der rumänischen Liga gleich mit vier Wechseln in der Startformation. Was blieb war ein 3-4-3, das man aber sehr defensiv interpretierte und sich vor allem in der ersten Hälfte kaum einmal aus der RB-Umklammerung befreien konnte. Entsprechend war auch Kapitän Mitrita, auf den offensiv viel ausgerichtet und der oft allein auf weiter Flur war, weitgehend abgemeldet.

Der Rangnick-Vorgabe folgend, das Duell mit Craiova möglichst schon im Hinspiel zu entscheiden, spielte RB von Beginn an dominant und zielstrebig nach vorn. Immer wieder fand man Wege in die Gasse oder auf den Flügel, um sich in gute Schussposition zu bringen. Cunha, Bruma, Augustin oder Kampl ließen aber teilweise beste Möglichkeiten liegen, sodass dem Spiel im Gegensatz zum Heimspiel gegen Häcken die Effizienz fehlte, um früh einen hohen Vorsprung herauszuspielen.

Neben dem guten Offensivspiel verteidigte RB Leipzig aber auch meist sicher. Nach Ballverlusten setzte man den Gegner sofort unter Druck, der angesichts dessen die Bälle schnell wieder verlor und überhaupt nicht in irgendeine Form von Kombinations- oder Passspiel fand. Die einzige Szene von Relevanz hatte Mitrita, als er spät in der ersten Halbzeit rechts geschickt wurde und allein Richtung RB-Tor lief, aber 30 Meter vor dem Kastem am herauseilenden Mvogo hängen blieb, als er den Ball an ihm vorbeilegen wollte.

Ibrahima Konaté war absoluter Man of the Match bei der Partie zwischen RB Leipzig und Universitatea Craiova. | GEPA Pictures - Sven Sonntag

Hätte Craiova in dieser Situation den Ausgleich erzielt, wäre das fast schon aberwitzig gewesen angesichts des Spielverlaufs bis dahin. Ibrahima Konaté war es nach einer knappen halben Stunde, der nach einer Ecke per Kopf aus den vielen Gelegenheiten immerhin das 1:0 machte. Das entsprach zu dem Zeitpunkt zwar immer noch nicht den Kräfteverhältnissen, aber es war immerhin die Führung, mit der es auch in die Pause ging.

Schon in den letzten 15 Minuten vor der Pause war das RB-Spiel nicht mehr so zielstrebig gewesen. Nach der Pause setzte sich das ein wenig fort. Gegen nun sehr tief am Strafraum verteidigende und auf Konter lauernde Gäste hatte man Mühe, den Ball in gefährliche Zonen zu bewegen. Immer wieder spielte man um den Strafraum herum und versuchte es mit Flanken und Hereingaben. Aber die letzte Präzision und der letzte Zug zum Tor fehlte. Erst ab der 61. Minute wurde es wieder dynamischer, weil mit Forsberg und Sabitzer neue Kräfte in die Partie kamen, die noch mal ein wenig Schwung in die Sache brachten.

Cunha markierte schließlich nach 77 Minuten und verschiedenen Torabschlussversuchen das 2:0. Poulsen sorgte zehn Minuten später per Abstauber nach Forsberg-Freistoß für den beruhigenden 3:0-Vorsprung.

Der eigentlich auch der Endstand hätte sein soll, wie alle im Stadion drei Minuten nach Ablauf der regulären Spielzeit dachten. Aber Craiova hatte sich noch einen guten Angriff aufgehoben, als RB nach eigenem Abstoß irgendwo zwischen hohem Anlaufen und passivem im Raum stehend verteidigte und dafür bestraft wurde. Klostermann und Konaté verteidigen zu zweit auf der rechten Seite gegen drei Spieler, weil Sabitzer weggerutscht war und können entsprechend die Flanke nicht verhindern. Und am langen Pfosten kommt Poulsen nicht mit Martic mit, der freistehend volley ins lange Eck schießt.

Letztlich kann man es als Schönheitsfehler interpretieren, weil auf der Anzeigetafel lediglich zwei Torschüsse der Gäste in 90 Minuten auftauchten. Allerdings gab es gerade in der zweiten Halbzeit einige Situationen, in denen die Gäste potenziell extrem gefährlich Feld- und Konterpositionen hatten, die sie allerdings furchtbar schlecht ausspielten. Mitrita, der einen Chipball in den Strafraum nur knapp verfehlt. Mitrita, dem ein Ball an den Rücken gespielt wird, mit dem er ansonsten allein hätte Richtung Mvogo laufen können. Ein Pass der nach links außen nicht ankommt, wo gleich drei Gästespieler völlig frei darauf warten den Konter zu fahren. Einige Situationen, die von RB in der letzten Reihe mit Risiko im Eins gegen Eins verteidigt werden mussten.

Man sieht schon jetzt deutlich, dass Rangnicks Ansatz sehr auf sehr viel höheres Verteidigen und Pressing als im Vorjahr hinausläuft. Man sieht aber auch schon sehr deutlich, dass die Anfälligkeit für Kontersituationen bleibt und dass man immer mit einem recht hohen Risiko in der letzten Kette agiert. Craiova konnte das lange nicht nutzen, aber das Gegentor in der vierten Minute der Nachspielzeit war letztlich trotzdem Ausdruck des risikobehafteten Spiels, weil RB Leipzig nach eigenem Abschlag dem Gegenstoß der Gäste hinterherlief und ihm in der Konsequenz nicht folgen konnte.

Fazit: Wenn man 23:2 Torschüsse verbucht und 16:1 Ecken hat, dann ist ein 3:1 als Endresultat bei weitem keine perfekte Ausbeute. RB Leipzig hat in der Partie vieles gut gemacht und mit relativ viel Aufwand die Gäste aus Craiova meist komplett beherrscht. Es fehlte ein wenig an Effizienz vor dem Gästetor (was sich auch darin zeigte, dass man nur eine von vielen Chancen aus dem Spiel heraus nutzen konnte), die noch gegen Häcken vorhanden war. Und es fehlte vor allem in der ersten Phase der zweiten Halbzeit auch die Idee, wie man das tiefstehende Bollwerk der Gäste zielführend bespielen soll. Trotzdem war RB Leipzig das deutlich überlegene Team, das sich nach dem Schlusspfiff nur über den unnötigen Gegentreffer ärgern musste.

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Randbemerkung 1: 3:1 gegen Craiova. Ist natürlich (gerade angesichts des Spielverlaufs) nicht optimal, aber man muss auch nicht gleich in Panik verfallen. RB wird das Rückspiel, auf das man sich eine Woche lang vorbereiten kann, nun mit entsprechendem Ernst angehen (müssen) und dann ist man von der Qualität her gegen die Rumänen auch in einem Auswärtsspiel Favorit. Oder anders gesagt: Craiova muss auch erst mal 2:0 gewinnen, um weiterzukommen. Das wäre zumindest angesichts deren Hinspielleistung schon ziemlich sensationell. Von daher sollte man sich da auf Leipziger Seite nicht ins Hemd machen. Mit einer mit Nachwuchsspielern aufgepeppten, verkappten B-Mannschaft wie nach Häcken wird man nun allerdings nicht nach Rumänien reisen können. Dann würde das mit dem 3:1-Vorsprung doch noch mal eng werden.

Randbemerkung 2: Schon das Spiel gegen Häcken war ja eine Standardtrainingseinheit. Allein 16(!) Ecken holte RB Leipzig nun im Spiel gegen Craiova heraus. Dazu diverse Freistöße und Einwürfe in Strafraumnähe, die ja inzwischen in Darmstädter Tradition auch alle lang in den Strafraum geworfen werden. Wie ernst Ralf Rangnick dieses Standardding nimmt, mag man auch daran sehen, dass die Balljungen und -mädchen in Strafraumnähe Handtücher bei sich haben, mit denen die RB-Spieler die Bälle kurz abtrocknen können, bevor sie sie beim Einwurf lang in den Strafraum werfen (dann ist die Gefahr des Abrutschens bei der Ausholbewegung vermutlich kleiner). Mir zumindest nicht aufgefallen, dass es dieses Detail früher schon gegeben hätten. Insgesamt kamen die Ecken in dieser Partie schon besser als zuletzt (und wurden allesamt von Kampl geschlagen, der sich offenbar vorerst als Standardschütze durchgesetzt hat). Mal kurz, mal lang, mal zentral. Die Bandbreite ist größer geworden. Wenn dann aus 16 Ecken nur ein Tor resultiert, ist das trotzdem fast schon ein bisschen mager (auch wenn man im Hinterkopf eher ein ‚immerhin‘ denkt). Aber es gab auch noch zwei, drei weitere gute Chancen nach Eckbällen (Ilsanker, Orban, Konaté), bei denen es nicht an der Eckballausführung lag, dass kein Treffer daraus resultierte. Insofern ist man da durchaus auf einem guten Weg. Das 1:0 war letztlich eine Co-Produktion unterschiedlicher Standardvarianten. Erst ein Einwurf, der zur Ecke abgewehrt wird, um dann die Ecke per Kopf zu verwandeln. Wird man mehr davon brauchen in dieser Saison, um das Offensivspiel zu veredeln.

Randbemerkung 3: Knapp 17.000 Zuschauer. Mal eben rund 2.000 weniger als in der zweiten Runde gegen Häcken. Enttäuschend? Hmm. Eher normal angesichts des Wettbewerbs, der (das lernten wir ja schon letzte Saison) offenbar zuschauerseits wenig Strahlkraft hat. Halt irgendwas zwischen Drittliga- und Zweitligakulisse. Macht finanziell für den Verein vermutlich wenig Sinn, zumal die Tickets recht (angenehm) billig rausgeschmissen werden, aber mir machen diese ohne Hype auskommenden Abende durchaus viel Spaß. Ist halt ein wenig wie eine Reise in die Vereinsvergangenheit, aber das tut zwischendurch immer mal wieder ganz gut. Und atmosphärisch gibt es auch keinen ganz großen Unterschied im Vergleich zu einem vollen Stadion (außer das Stadion rastet mal wieder komplett aus, weil Dortmund in letzter Minute geschlagen wird).

Randbemerkung 4: Gut auch, dass man diesmal im Gegensatz zum Häcken-Spiel den Sektor C wieder öffnete. Ist immer ein bisschen hübscher, wenn man auf allen Seiten des Stadions Menschen zu sitzen hat, als sie TV-gerecht auf eine Seite des Stadions zu schieben. Hatte auch den Vorteil, dass die Getränkestände nicht ganz so überlaufen waren, weil sich nicht alles in einem Sektor ballte.

Randbemerkung 5: Mir weiter ein wenig ein Rätsel, was mit Lukas Klostermann los ist. Vor zwei Jahren war er die Olympia-Entdeckung und machte anschließend gegen Dortmund ein Riesen-Spiel. Dann Kreuzbandriss und seitdem geht es bergab. Die letzte Saison war seine erste in der Bundesliga und vom Gefühl her ging es ok, dass er sich gerade offensiv ein wenig zurückhielt und versuchte, die einfachen Sachen zu machen, nämlich zuerst einmal gut oder solide zu verteidigen. Dass der Außenverteidiger aber in der neuen Saison nahtlos da weitermacht, wo er letzte Saison aufgehört hatte, lässt dann doch etwas ratlos zurück. Viel zu viele Sicherheitsaktionen in der gegnerischen Hälfte. Viel zu frühe Abspiele, wenn mal fünf Meter Raum wären, auf den Gegner zuzugehen und ihn zu Entscheidungen zu zwingen. In manchen Situationen meint man richtiggehend die Angst zu spüren, die ein Klostermann hat, wenn der Ball in seine Richtung kommt (‚bloß keinen Fehler machen‘). Gerade im Vergleich zu einem Laimer oder einem Saracchi, die frei von der Leber wegspielen, sich Sachen trauen, auch mal Fehler machen, aber dann wieder den Ball jagen, fällt es dann so richtig auf, wie wenig sich Klostermann eigentlich zutraut. Keine Ahnung, wo das Problem liegt und ob es wie bei einem Stürmer einfach mal eine Aktion braucht, mit der der Knoten platzt. Aber aktuell ist Klostermann eines der größten Sorgenkinder im Kader. Und wenn RB tatsächlich noch einen Rechtsverteidiger holt (oder Laimer nach Verletzung auf diese Position zurückkommt), dann wird es für den Klostermann in seiner aktuellen Verfassung sehr schwierig. MZ-Kollege Kroemer schlägt schon seit längerem wegen Klostermanns Offensivproblemen vor, dass man ihn doch (also Klostermann nicht Kroemer) zum Innenverteidiger machen könnte. Mir ist Klostermann dafür derzeit noch lange nicht robust genug (da muss man ihn nur mal neben einen Konaté stellen), aber von den Grundanlagen (gute Geschwindigkeit, gutes Passspiel ohne direkten Gegnerdruck) her passt es vielleicht sogar besser zum aktuellen Klostermann, weil dann die Verpflichtung zu Offensivaktionen wegfällt. Es ist echt schade, Klostermann derzeit so zu sehen und zu beobachten, wie er in der gegnerischen Hälfte agiert. Und immer wieder hofft man innigst, dass ihm irgendjemand die Bremse löst. Vielleicht findet sich ja in den nächsten Wochen noch jemand, dem das gelingt und der den Klostermann der Olympiazeit von vor zwei Jahren wieder ausbuddelt. Wäre allen Beteiligten und vor allem Klostermann selbst sehr zu wünschen.

Randbemerkung 6: Ein wenig überrascht war man im ersten Moment als nach einer Stunde Willi Orban vom Platz musste. Aber letztlich machte dieser Wechsel absolut Sinn. Denn in dieser Spielphase hatte Craiova ein paar gute Konterräume und musste RB in der letzten Reihe immer wieder in Sprintduelle. Orban war da als gelbvorbelasteter Spieler besonders gefährdet für einen Platzverweis. Vor allem zeigte sich in die Sprintduellen mal wieder, dass Orban nicht der schnellste unter den RB-Spielern ist, sodass eine Variante mit Ilsanker in der Innenverteidigung auch diesbezüglich die bessere Idee war. Das bleibt letztlich der schwache Punkt des (Noch?)Kapitäns, dass ihm die allerletzte Geschwindigkeit fehlt. In einem Rangnick-System, das wieder sehr viel mehr auf sehr hohem Verteidigen und Attackieren und entsprechenden Räumen in der Tiefe für den Gegner basiert, lässt sich diese Schwäche allerdings nicht mehr so gut kompensieren wie noch unter Hasenhüttl als meist etwas tiefer verteidigt wurde. Gerade wenn man die Geschwindigkeit der Orban-Konkurrenten Konaté, Upamecano und Mukiele sieht, dann könnte es in den kommenden Monaten für den Kapitän in Sachen Stammspieler auch eng werden.

Randbemerkung 7: Yvon Mvogo mit seinem ersten Pflichtspiel seit seinem Bundesliga-Debüt in Augsburg Anfang der letzten Saison. Viel lässt sich dazu nicht sagen, weil der Schweizer dazu zu wenig Aktionen hatte. Auffällig (wie auch schon bei Gulacsi), wie sehr die RB-Keeper unter Rangnick bemüht sind, den Ball flach hinten rauszuspielen und nicht einfach nur lang wegzuschlagen (außer es lässt sich nicht vermeiden). Mvogo wirkte diesbezüglich lange sehr sicher, auch wenn es darum ging, den Ball mal zwischen zwei Rumänen hindurchzuspielen. Warum er den Ball am Ende wegschlug, statt ihn sich so zurechtzulegen, dass er ihn auf den frei stehenden Saracchi spielen kann, bleibt offen, war wohl aber mit so einer Idee von ‚jetzt lieber auf Nummer sicher gehen‘ verbunden. In der ersten Halbzeit Mvogo mit einem gewagten Ausflug, bei dem er gegen Mitrita den Ball nur mit Glück erwischte. Der Rumäne wäre ansonsten aufs leere Tor zugelaufen. Das erinnerte ein wenig an eine Szene in der Vorbereitung auf die letzte Saison, als sich Mvogo dadurch gegenüber dem ruhigen Gulacsi ins Hintertreffen brachte. Rangnick scheint aber stärker auf Mvogo setzen und ihm zumindest in der Europa League Spielzeit geben zu wollen (wenn man denn die Gruppenphase erreicht). Mvogo bringt in Sachen Torwartspiel viel mit (auch weil er der offensivere und aggressivere Torwart als Gulacsi ist). Das richtige Timing beim Herauslaufen ist dabei wohl etwas, was man nur durch regelmäßige Spielzeit lernen kann.

Randbemerkung 8: Zehn Feldspieler haben bisher in den Testspielen und in der Europa League zusammen mindestens 300 Minuten gesammelt. Mal abgesehen von den Problemen, die der dünne Kader in der Vorbereitung mit sich brachte, dürfte es auch ganz gut gewesen sein, in der frühen Phase erstmal einen Kernkader zu haben, der viel miteinander spielt und sich entsprechend schon mal gute Mechanismen aneignen kann. Nun geht es darum, dass man in die Stammelf (bzw. Stammzehn) ??? – Klostermann, Konaté, Orban, Saracchi – Demme, Ilsanker – Kampl, Bruma – Cunha, Augustin nach und nach die anderen (namhaften) Spieler integriert. Das dürfte ein lustiges Spielchen werden. Auch wenn Ralf Rangnick heute via MZ quasi eine Radikalrotation für die kommende Saison ankündigt, bei der Spielzeit für praktisch alle Spieler abfallen soll.

Randbemerkung 9: Was war das eigentlich für seltsame Metal-Musik, die da zum Einlaufen des RB-Teams beim Warmmachen lief? Wer hat sich die denn gewünscht? Und was ist aus dem (ähm) geliebten Krumbiegel-Song geworden?

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Lichtblicke:

  • Ibrahima Konaté: Wahnsinnig gute Partie des 19-jährigen Innenverteidigers. Lief hinten alles ab, was abzulaufen war. Spielt hinten raus mit viel Ruhe und Präzision, aber ohne Leichtsinn. Beim 2:0 war er schon das dritte Mal in der Europa League an der Entstehung eines Tors beteiligt, weil er sauber hinten rausspielt. Dazu physisch stark. Beeindruckend, wie er den besten Spieler der Rumänen (Mitrita), so der auf Konatés Seite unterwegs war, komplett aus dem Spiel genommen und immer wieder schon bei der Ballannahme  gestört hat. Dazu das 1:0 per Kopf selbst erzielt. Macht er in der zweiten Halbzeit bei seiner Großchance noch das 2:0, dann wäre seine Leistung eine 1 mit Doppelsternchen gewesen.
  • Marcelo Saracchi: Auch wenn das mit den Pässen in den Strafraum noch nicht so richtig perfekt passt, was der Linksverteidiger an Pensum abspult, ist beeindruckend. Immer wieder in beide Richtungen des Feldes unterwegs. Durch seine Dynamik und durch seinen Laufaufwand immer wieder in der Lage, dem Gegner Bälle abzulaufen oder ihn zumindest zu stellen. Dazu immer wieder auf der Lauer, aggressiv nach vorn zu verteidigen und Bälle zu erobern, wenn sich die Möglichkeit dazu bietet. Wenn jetzt noch ein wenig Ruhe am gegnerischen Strafraum dazukommt, dann wird man noch viel Freude am Neuzugang haben.
  • Diego Demme: Auch wieder Dauerläufer und Spielantreiber. Immer wieder auch kluge Körpertäuschungen, mit denen er sich ein, zwei Meter Raum für den nächsten Pass verschafft. Inzwischen auch mal im offensivern Getümmel zu finden, aber am besten ist Demme immer noch, wenn er etwas tiefer die permanente Anspielstation ist und sich ständig in Ballnähe positioniert, um eine Anspielstation für die Mitspieler zu schaffen.

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Tore: 1:0 Konaté (25.), 2:0 Cunha (77.), 3:0 Poulsen (87.), 3:1 Martic (90. +4)

Aufstellung RB Leipzig: Mvogo – Klostermann, Konaté, Orban (62. Forsberg), Saracchi – Demme, Ilsanker – Kampl, Bruma (62. Sabitzer) – Cunha, Augustin (75. Poulsen); Bank: Müller, Mukiele, Werner, Stierlin; Nicht im Kader: Halstenberg, Upamecano, Laimer (alle verletzt), Gulacsi

Aufstellung Universitatea Craiova: Pigliacelli – Donkor, Kelic, Ferreira (79. Fedele) – Martic, Cicâldău, Mateiu, Briceag – Mihăilă (26. Baicu), Mitriță (85. Markovic), Bancu

Schiedsrichter: Pawel Gil (Insgesamt eine souveräne Partie des polnischen Schiedsrichters. Lediglich einmal konnte man über seine Entscheidungen diskutieren, als er für das Stoppen eines RB-Konters durch einen Craiova-Defensivspieler keine gelbe Karte gab, um dann ein paar Minuten später für ein deutlich weniger eindeutiges Foul von Orban in ähnlicher Situation sofort die gelbe Karte zu ziehen (was dann später dazu führte, dass Orban raus musste und was auch bedeutet, dass Orban bei einer weiteren gelben Karte in eventuellen Europa-League-Playoffs gesperrt fehlen würde, weil man nach drei gelben Karten pausieren muss). Abgesehen davon machten es die Teams dem Schiedsrichter leicht, sodass der die Partie locker über die Bühne brachte.)

Gelbe Karten: Orban (2.) | Kelic

Zuschauer: 16.648 (davon 300 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, Craiova-Bericht, Kicker-Bericht

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  • Torschüsse: 23 : 2
  • Schüsse auf das Tor: 11 : 2
  • Fouls: 11 : 8
  • Ecken: 16(!) : 1
  • Abseits: 4 : 1

Statistiken von uefa.com

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Saisontorschützen Europa League: Cunha – 2; Bruma, Kampl, Augustin, Bruno, Konaté, Poulsen – je 1

Saisonvorlagengeber Europa League: Augustin – 2; Ilsanker, Sarcchi, Cunha, Kampl, Poulsen, Forsberg – 1

Saisontorbeteiligungen Europa League (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Demme – 4; Konaté – 3; Orban, Bruma – je 2; Saracchi, Kampl, Gulacsi, Mvogo, Sabitzer – je 1

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Bisherige Testspiele (nach dem Motto, dass die Europa-League-Quali-Runden 2 und 3 internationale Testspiele sind)

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Testspieltorschützen (nach dem Motto, dass die Europa-League-Quali-Runden 2 und 3 internationale Testspiele sind)

Augustin – 4; Bruno – 3; Bruma, Cunha – je 2; Saracchi, Hartmann, Kampl, Konaté, Poulsen – je 1; Eigentor: Maruhn (Grimma)

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Testspieleinsatzzeiten (nach dem Motto, dass die Europa-League-Quali-Runden 2 und 3 internationale Testspiele sind)

  • Lukas Klostermann – 345 Minuten
  • Kevin Kampl – 345 Minuten
  • Stefan Ilsanker – 336 Minuten
  • Jean-Kevin Augustin – 329 Minuten
  • Matheus Cunha – 322 Minuten
  • Marcelo Saracchi – 322 Minuten
  • Ibrahima Konaté – 317 Minuten
  • Willi Orban – 316 Minuten
  • Diego Demme – 315 Minuten
  • Bruma – 310 Minuten
  • Oliver Bias – 208 Minuten
  • Niclas Stierlin – 201 Minuten
  • Naod Mekonnen – 195 Minuten
  • Max Winter – 195 Minuten
  • Massimo Bruno – 194 Minuten
  • Marius Müller – 180 Minuten
  • Peter Gulacsi – 180 Minuten
  • Erik Majetschak – 178 Minuten
  • Fabrice Hartmann – 136 Minuten
  • Yvon Mvogo – 135 Minuten
  • Nordi Mukiele – 113 Minuten
  • Lukas Krüger – 96 Minuten
  • Emil Forsberg – 91 Minuten
  • Marcel Sabitzer – 90 Minuten
  • Noah Holm – 89 Minuten
  • Yussuf Poulsen – 77 Minuten
  • Timo Werner – 61 Minuten
  • Malik Talabidi – 60 Minuten
  • Marcel Hoppe – 60 Minuten
  • Konrad Laimer – 45 Minuten
  • Dayot Upamecano – 45 Minuten
  • Julian Krahl – 45 Minuten

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Bilder: © GEPA pictures/ Sven Sonntag

4 Gedanken zu „Europa League: RB Leipzig vs. Universitatea Craiova 3:1“

  1. Randbemerkung 9: Bei der Metal Musik war ich noch nicht da. Aber mir ist zum ersten mal aufgefallen, dass vor der Startelf Verkündigung ein weiterer Beastie Boys Song aufgelegt wurde: Sabotage. Sehr geiler Song prinzipiell. Aber mit dem Titel soll doch nicht etwa irgendetwas impliziert werden?

  2. Schon ein sehr gut anzuschauendes Spiel was wohl eher 4:0 statt 3:1 ausgehen muss. Nunja, jetzt darf man halt nächsten Donnerstag nicht schwächeln.

  3. Dass man die Bälle vorm Einwurf „abtrocknet“, hat nichts mit einem eventuellen Ausrutschen beim Ausholen zu tun. Man säubert sie auch bei trockenem Wetter, weil saubere Bälle eine stabilere Flugbahn haben und (etwas) weiter fliegen als welche, wo noch etwas Dreck oder ein Feuchtigkeitsfilm dran ist.
    Im Zweifel (z.B. Auswärtsspiel) nimmt der Spieler dazu dann einfach sein Trikot.

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