Europa League: RB Leipzig vs BK Häcken 4:0

Früher Pflichtspielstart in dieser Saison für RB Leipzig. Zum Auftakt der Europa-League-Qualifikation ging es gegen den schwedischen Vertreter BK Häcken. Ein bisschen war es aufgrund des frühen Zeitpunkts in der Vorbereitung und einiger guter Offensivspieler bei den Schweden eine Reise ins Ungewisse. Nach 90 Hinspiel-Minuten stand aber ein klares und verdientes 4:0 auf der Anzeigetafel, nach dem RB Leipzig beruhigt zum Rückspiel in einer Woche fahren kann.

Die RasenBallsportler starteten in erwarteter Formation. Angesichts von nur elf einsatzfähigen Feldspielern aus dem Profikader stellte sich die Mannschaft quasi von alleine auf. Lediglich rechts hinten war noch offen, ob Klostermann oder Neuzugang Mukiele in der Startformation stehen würden. Letztlich entschied sich Ralf Rangnick für Klostermann. Auch auf Seiten der Schweden stand die erwartete Formation auf dem Platz.

Gespielt wurde von RB Leipzig gegen den Ball in einem eher gewohnten 4-2-2-2 mit Kampl und Bruma auf den Außenpositionen und Demme und Ilsanker in der Spielfeldmitte. Im Ballbesitz wurde das eher zu einem 4-3-3, denn dann rückte Bruma stärker auf eine Linie mit Augustin und Cunha, während Kampl eine tiefere Rolle spielte. Generell ließ das Spielsystem aber Bruma und Kampl viele Bewegungsmöglichkeiten, sodass beide immer mal wieder an verschiedenen Orten auftauchten. Auch Cunha ließ sich dann immer mal wieder etwas tiefer und in den Zehnerraum fallen, um dort Bälle zu verarbeiten.

Ein bisschen Respekt durfte man vor dem Spiel vor den spielerischen Fähigkeiten der Offensivreihe der Schweden haben. Vor allem in den ersten zehn bis 15 Minuten konnten die Gäste den Respekt vor ihren Fähigkeiten bestätigen und die Partie zumindest ausgeglichen gestalten. Immer wieder, dass sie sich in der RB-Hälfte ballsicher behaupteten. Ganz gefährlich wurden sie aus eigener Kraft aber nicht. Orban versuchte nach sieben Minuten nachzuhelfen, indem er am eigenen Strafraum einen Ball vertändelte, die Situation aber mit einem taktischen Foul wieder auflöste. Später verpasste Häcken noch eine Freistoßflanke frei vor Gulacsi knapp. Viel mehr war von den Schweden im ganzen Spielverlauf nicht zu sehen. Zwei Torschüsse, keiner davon auf das Tor von Gulacsi (beide abgeblockt), zählte die Statistik. Erst kurz vor Schluss musste der Ungar einen Ball halten. Bei diesem Torabschluss stand der Schütze allerdings im Abseits.

Insgesamt war es doch erstaunlich wenig, was die eigentlich recht ansehnliche Häcken-Offensive um Paulinho und den bereits zur Pause ausgewechselten Irandust in 90 Minuten zustande brachte. Was wiederum auch als Kompliment für die RB-Defensive gelten darf. Denn die Leipziger schafften es praktisch über die gesamte Spielzeit, die offensiven Bemühungen der Gäste durch durchaus aufwändiges Anlaufen früh zu unterbinden.

Insgesamt zeigte sich in der Partie noch mal deutlich, dass die Schweden in Sachen Intensität und Dynamik nicht auf dem Level von RB Leipzig auftreten können. Oft ließ man die Gastgeber einfach spielen, was gerade in der Schlussphase auffällig wurde, als sich die RB-Spieler den Ball relativ ungestört an der Mittellinie hin- und herpassen konnten. Trotzdem Häcken mitten in der Saison steht, waren sie nicht in der Lage, Druck auf den RB-Ballbesitz aufzubauen und offenbarten immer wieder auch ein paar Lücken zwischen den Ketten. Wobei das wiederum nicht überraschend war, dass Häcken trotz formal kompakter Formation defensiv nicht immer zu 100% sicher verteidigt.

Jean-Kevin Augustin zeigte sich gegen Häcken bereits wieder in guter Form. | GEPA Pictures - Sven Sonntag

Die Frage vor der Partie war, ob man die Gäste mit Geschwindigkeit stressen kann. Wenn RB das schaffen würde, dann würde es an der Überlegenheit des Bundesligisten keinen Zweifel geben. Tatsächlich tat sich RB trotz optischer Überlegenheit ab der 10. Minute lange schwer und spielte man sich um den Strafraum herum oft fest. Es fehlte ein wenig die Idee, wie man im letzten Drittel agiert. Die Flanke aus dem Halbfeld erwies sich erwartbarerweise nicht als probates Mittel. Saracchis durchaus beeindruckende Dynamik (bei gleichzeiter Ausbaufähigkeit des Passspiels) war da schon eher und im Zusammenspiel mit Bruma ein zielführendes Mittel (wobei Saracchi und Bruma als offensivstarkes Pärchen auf einer Seite auch eine Herausforderung für die defensive Stabilität sind). Gerade im Vergleich zum bemühten, aber offensiv auch glücklosen Klostermann auf der anderen Seite.

In der Mittelfeldzentrale hielten derweil Demme und Ilsanker im Zusammenspiel mit Kampl die Fäden fest in der Hand und lösten sich immer wieder auch aus schwierigen Situationen. Gerade bei Ilsanker bleibt der Fakt, dass er eine sehr guter Sechser ist, wenn er die einfachen Dinge versucht und nicht 30-Meter-Superpässe quer über den Platz spielen will.

Ilsanker war dann auch der Dosenöffner des Spiels, als er in der Mittelfeldzentrale viel zu viel Platz kriegt und dann einen sehr guten Chippass in den Lauf von Bruma spielt und sich der Portugiese die Chance aus Nahdistanz nicht nehmen ließ. Mit dem Tor lief die Partie dann komplett in Richtung von RB Leipzig. Cunha nur drei Minuten später nach bis dahin durchwachsener Partie mit einer super Aktion am Strafraum, als er einen zu kurzen Klärungsversuch mit dem Rücken zum Tor herunterholt und den Ball aus der Drehung in den Winkel schlenzt. Genau in solchen Torabschlusssituationen liegt die große Stärke des Brasilianers, wie er in der Sitation eindrucksvoll bewies.

Zur Pause stand es 2:0 für RB Leipzig. Nach einer erstaunlich souveränen Halbzeit, die die Gastgeber gut und mit einer ordentlichen Geschwindigkeit runterspielten. Nicht immer mit den richtigen Offensivlösungen, aber mit guten Ansätzen und vor allem mit einem guten Maß an Effizienz. Denn extrem viele gute Tormöglichkeiten spielte man sich in den 45 Minuten auch nicht heraus.

Nach der Pause ließ RB Leipzig nichts mehr anbrennen. Vielmehr sorgte man schon in der 50. Minute für das beruhigende 3:0. Nach einem schönen und schnellen Konter über Augustin, den Gulacsi mit einem kurzen Abspiel aus dem Strafraum auf Bruma einleitete (dass Gulacsi nicht wie in der Vorsaison die Bälle hinten raus schlug, sondern immer wieder auch kluge, kurze Passoptionen auf freistehende Spieler wählte, war durchaus bemerkenswert und positiv auffällig), vollendete Kevin Kampl.

Mit dem 3:0 war den Gästen endgültig der Zahn gezogen. Von Häcken kam nun nichts mehr, auch weil RB Leipzig in der Arbeit gegen den Ball kaum nachließ, auch wenn ab der 60. und noch stärker ab der 70. Minute deutlich spürbar wurde, dass die Kräfte noch nicht für 90 Minuten reichen. So entstand dann ein Spiel, in dem nicht mehr allzu viel aufregendes passierte. Bis dann in der Schlussphase erst Ilsanker vom Platz gestellt wurde und kurz darauf RB Leipzig auf 4:0 erhöhte.

Es war ein blitzsauberer Konter, der zum Endstand führte. Konaté hatte am eigenen Strafraum klug den Ball behauptet und dann den Kopf oben behalten, um die nächste gute Anspielstation zu suchen. Die hieß im Mittelfeld Bruma und von da an ging es ganz schnell. Feiner Pass durch die gegnerischen Ketten auf Cunha. Der mit perfektem Pass in den Lauf von Augustin. Und der mit der Sicherheit der letzten Spiele der letzten Rückrunde in den Kasten. Das ging viel zu schnell für die Gäste, die in diesem Bereich der Dynamik und des Umschaltens an diesem Tag schlicht nicht konkurrenzfähig waren.

Fazit: Es sah erstaunlich gut aus, was RB Leipzig da zu dem frühen Zeitpunkt der Vorbereitung spielte. Beeindruckend vor allem, wie defensiv sicher man sich nach kleinen Wacklern in den ersten zehn Minuten präsentierte und wie man den Gästen keine einzige echte Torchance gestattete. Mit recht hohem Aufwand (bei den äußeren Bedingungen auch eine Frage des Willens) zerspielte man den Gegner in dieser Partie und machte zu den richtigen Zeitpunkten mit einem hohen Maß an Effizienz schöne Tore. Es war nicht zu erwarten, dass die RasenBallsportler nach nur zwei Wochen Vorbereitung bereits so gut harmonieren. Angesichts etwas biederer Gäste sollte man das Ergebnis allerdings auch nicht überinterpretieren. Ein vielversprechender Auftakt in die Saison war es aber auf jeden Fall.

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Randbemerkung 1: Reichlich 18.000 Zuschauer zum ersten Pflichtspiel der Saison. Ein recht schöner Rahmen, auch angesichts dessen, dass Ferienzeit ist und viele Anhänger in Urlauben unterwegs sind. Was dann vielleicht auch dadurch ausgeglichen wurde, dass sich Menschen, die nicht im Urlaub weilen, bei guter Anstoßezeit und moderaten Eintrittspreisen von 10 bis 20 Euro eben erst recht für einen Besuch entschieden. Zumal es die erste Partie in Leipzig in der neuen Saison war. Mit der Zuschauerzahl kam man sogar knapp an die knapp 20.000 Zuschauer vom Europa-League-Achtelfinale gegen St. Petersburg letzte Saison heran. Da durfte man vorher ganz andere Befürchtungen haben, was das Interesse an Quali-Spielen in der Europa League angeht.

Randbemerkung 2: Heiß war es bei diesem Spiel gegen Häcken. Erinnerte ein bisschen an das Spiel einst gegen Münster vor ziemlich genau fünf Jahren, dem ersten Heimspiel in der dritten Liga, als RB den Oberrang in Sektor A öffnete, um den Menschen einen Zufluchtsort vor der Sonne zu bieten (damals zu wesentlich unangenehmerer Anstoßzeit am frühen Nachmittag). Diesmal entschied man sich dafür, Wasser für nur ein Euro pro Becher zu verkaufen, um die Trinkfreude der Zuschauer zu animieren oder zu unterstützen. Vernünftige Aktion, auch wenn es letztlich im Stadion in vielen Bereichen gar nicht überextrem heiß war, weil es durch die späte Anstoßzeit auch viele Plätze mit Schatten gab.

Randbemerkung 3: Zu heiß war es offenbar für die Stadiontechnik. Kurz vor Spielbeginn sorgte ein Stromausfall für Wirbel, der dafür sorgte, dass viele Facilities nicht mehr funktionierten, eine der Anzeigetafeln genauso schwarz blieb wie die LED-Werbebanden und es keine Musik und keine Moderation vor dem Spiel gab. Ungewöhnlich, aber (abgesehen von der Einstimmung durch die Mannschaftsaufstellung) auch nicht schlimm, vor dem Anpfiff nicht noch bedudelt zu werden. Eher ganz angenehm. Dass man solche großen technischen Probleme hatte, dass auch die Stadionbeleuchtung immer mal ausging (und im Falle eines Notfalls keine Ansprache an die Zuschauer möglich gewesen wäre), kann natürlich trotzdem nicht sein. Da hatte man Glück, dass die Partie bereits halb sieben angepfiffen wurde und man das Flutlicht nicht zwingend brauchte.. [Update: Für Notfalldurchsagen gibt es offenbar noch ein zweites Sprachanlage, die nicht über die normale Stromversorgung gespeist wird. Wurde mir dankenswerterweise erklärt.]

Randbemerkung 4: „Internationale Testspiele“ hatte Ralf Rangnick zu den Partien der zweiten und einer möglichen dritten Europa-League-Quali-Runde gesagt. Das wäre natürlich eine schöne Aussage gewesen, wenn das gegen Häcken schiefgegangen wäre. Letztlich ist es aber auch nur eine realistische Aussage angesichts dessen, dass die RB-Vorbereitung auf den Start in die Bundesliga Ende August ausgerichtet ist und sich die Europa-League-Quali dort eingliedern muss. Sprich, in Sachen Belastungssteuerung und Co passen sich die europäischen Partien eben auch in die Erfordernisse der Vorbereitung ein. Problematisch halt nur, dass man im Gegensatz zu gewöhnlichen Testspielen zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung einen Großteil der Mannschaft 90 Minuten lang durchspielen lassen muss. Was durchaus eine Herausforderung für Körper und Geist ist. Es bleibt halt ein Spagat, die Erfordernisse der Vorbereitung und den Erfolg in den Quali-Spielen unter einen Hut zu bekommen, aber wenn man das so wie gegen Häcken auch in den nächsten Wochen hinbekommt und bis in die Playoffs Ende August vordringt, dann hat man alles richtig gemacht. Bemerkenswert jedenfalls, mit welcher Entspanntheit Ralf Rangnick bisher die ungewöhnliche Vorbereitung moderiert, mit den Gegebenheiten halt klaglos und bestmöglich arbeitet und mit nur elf Profi-Feldspielern nach reichlich zwei Wochen Vorbereitung schon mal einen sehr ordentlichen Start in die Pflichtspiele geschafft hat.

Randbemerkung 5: Bemerkenswert auch der Jubel von Matheus Cunha nach dem 2:0. Der Brasilianer war bis dahin nicht wirklich gut im Spiel und traf einige falsche Entscheidungen und bremste RB in der Offensive immer mal wieder aus. Dann machte er das, was er am besten kann, nämlich Tore schießen und war danach kaum noch zu halten. Quer über den Platz lief er in Rangnicks Arme und feierte anschließend mit der gesamten RB-Bank. Mal jenseits aller fußballerischen Qualitäten von Cunha, über die zu urteilen noch viel zu früh ist, scheint Cunha vor allem auch als Typ eine absolute Bereicherung zu sein. So offen und aktiv teambezogen agierte so schnell glaube noch kein Neuzugang, den ich bei RB Leipzig je gesehen habe. Fürs Mannschaftsklima könnte das eine sehr integrative Wirkung haben und die verschiedenen Sprachgrüppchen wieder mehr zusammenführen. Ist halt die Frage, wie das aussieht, wenn Cunha dann angesichts der großen Konkurrenz im Sturmbereich mal länger auf der Bank sitzen sollte und ob er dann immer noch so gut gelaunt und umgänglich in der Mannschaft unterwegs ist.

Randbemerkung 6: Die dünne Kaderdecke ermöglichte auch etwas, was bei RB Leipzig nun wirklich kein Standard ist. Den Einsatz von Nachwuchsspielern. Erstmals seit über zwei Jahren und dem Einsatz von Idrissa Touré im Zweitliga-Spiel gegen 1860 München (auch unter Rangnick) kamen mal wieder Spieler aus der eigenen U19 zum Einsatz. Die Aussagekraft mag beschränkt sein, weil Ralf Rangnick angesichts der Personalsituation gar nichts anderes übrig blieb, als Nachwuchskicker auf die Bank zu setzen und dann ins Spiel zu werfen, aber trotzdem war es ganz schön zu sehen, dass Niclas Stierlin und Fabrice Hartmann ein paar Minuten sammelten. Dass beide erst sehr kurz vor Ende in die Partie kamen, zeigte aber angesichts der auf dem Platz schon ab der 70. Minute nachlassenden Kräfte, dass das Vertrauen in die Nachwuchskicker auch nicht unerschütterlich groß war..

Randbemerkung 7: Ungünstig angesichts der Kadersituation (gerade auf der Sechs), dass sich Stefan Ilsanker kurz vor Ende noch eine gelb-rote Karte abholte und damit für das Rückspiel ausfällt. Schon vorher hatte er bei einem Schuss, vor dem schon abgepfiffen war, ein wenig um seine zweite gelbe Karte gebettelt, um sie dann kurz danach für einen überflüssig harten  Einsatz zu kassieren. War ein kleiner Wermutstropfen in dieser Partie. Die Art mit der Ilsanker mit schnellen Schritten direkt in die Kabine marschierte, schien auch darauf zu verweisen, dass ihm durchaus bewusst war, dass das überflüssig war. Zumal die Vorbereitung und die derzeit (noch) nicht große Konkurrenz im zentralen Mittelfeld ihm die Chance gegeben hätte, sich nachhaltig für Einsätze in der kommenden Saison zu empfehlen.

Randbemerkung 8: Eines der zentralen Themen nach Ralf Rangnicks Amtsantritt waren Standards, bei denen sich die Dinge zum besseren wenden sollten. Beim Testspiel in Meuselwitz war das teilweise schwer auszuhalten, was da aus ruhenden Bällen gemacht wurde und wo Ecken dann so im Nirvana einschlugen. Gegen Häcken sah das schon etwas besser und nach Ideen aus. Wenn beispielsweise Orban sich am langen Pfosten absetzte und dann die lang geschlagene Ecke zurück in die Mitte köpfen sollte. An der Ausführung haperte es im Detail aber noch (auch wenn es schon wesentlich besser war als in Meuselwitz), sodass elf(!) Ecken zu keinem Tor führten. Defensiv ließ sich derweil noch nicht wirklich was sagen, weil es schlicht zu wenig Standards für Häcken gab (eine der wenigen Freistoßflanken wurde früh in der Partie allerdings direkt gefährlich). Interessant vielleicht noch, dass RB-Einwürfe in Strafraumnähe teilweise von Ilsanker lang in den Strafraum geworfen und somit als Standards interpretiert wurden. Darmstadt hatte das einst unter Schuster zur Perfektion gebracht, jeden ruhenden Ball vom Einwurf bis zum Freistoß, der sich in den Strafraum bringen ließ auch als Standard zu nutzen, der in den Strafraum gespielt wird. Mal sehen, wie effektiv dieses Mittel bei RB künftig eingesetzt werden wird.

Randbemerkung 9: Insgesamt zehn gelbe Karten verteilte Schiedsrichter Stavrev, wobei Ilsanker zwei davon sah. Nicht ganz unwichtig die Sache mit den gelben Karten, denn in der Qualifikationsphase ist man nach drei gelben Karten gesperrt. Das ist ein bisschen ungerecht, weil Teams, die früh in die Quali einsteigen dadurch einen Nachteil haben gegenüber Teams, die später einsteigen, aber die UEFA-Regeln sind so formuliert. Was man definitiv nicht haben will, ist dass dann ausgerechnet zu eventuellen Playoffs wichtige Spieler gesperrt ausfallen. Von daher ist ein Schiedsrichter, der eher locker mit gelben Karten umgeht, diesbezüglich nicht ganz so günstig. Nach den Playoffs, also vor der Gruppenphase, würden die gelben Karten allerdings gelöscht werden und alle Teams in der Europa League mit selben Gelb-Voraussetzungen an den Start gehen.

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Lichtblicke:

  • Diego Demme: Immer wieder die zentrale Option in der Spielentwicklung. Laufstarker Lückenstopfer und Taktgeber, der den Offensivkräften den Rücken frei hält. Bei zwei Toren an der Entstehung beteiligt. Einmal ganz nah dran am Torerfolg.
  • Jean-Kevin Augustin: Knüpft mal eben an seine Leistungen des Endes der letzten Rückrunde an. Schnell, trickreich, guter Zug zum Tor. Ein Tor geschossen, eins vorbereitet. Wirkte ab der 70. Minute ziemlich platt, aber für den einen Sprint vor dem 4:0 reichte es dann noch. Wenn er eine konstante Saison spielt, dann könnte das eine richtig gute Spielzeit für ihn werden.
  • Kevin Kampl: Letzte Saison hatte man bei Kampl immer mal das Gefühl, dass er zu sehr in die Breite spielt und das Spiel langsam macht bzw. verschleppt. Schon in Meuselwitz wusste er auf der rechten Zehn mit viel Dynamik zu gefallen, auch gegen Häcken zeigte er das. Spielt eine etwas tiefere Rolle als auf der anderen Seite Bruma und ist dabei eher Spielgestalter. Aber einer, der auch immer Tiefgang Richtung gegnerisches Tor hat und dort vom Flügel aus vorbereitet, aber auch selbst Abschlusssituationen sucht. So wie beim 3:0 als er den Konter über Augustin vollendet. Kevin Kampl macht derzeit Spaß und scheint sich auf der rechten Zehn wesentlich wohler zu fühlen als auf der Sechs, die er letzte Saison meist spielte.

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Tore: 1:0 Bruma (35.), 2:0 Cunha (38.), 3:0 Kampl (50.), 4:0 Augustin (84.)

Gelb-Rote Karte: Ilsanker (82./ wiederholtes Foulspiel)

Aufstellung RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Konaté, Orban, Saracchi (68. Mukiele) – Ilsanker, Demme – Kampl, Bruma (85. Stierlin) – Cunha (89. Hartmann), Augustin; Bank: Müller, Bias, Bruno, Krüger; Nicht im Kader: Upamecano, Sabitzer, Halstenberg, Laimer (alle verletzt), Werner, Forsberg, Poulsen (alle nach WM und Urlaub noch nicht dabei), Mvogo

Aufstellung BK Häcken: Abrahamsson – Andersson, Lindgren, Hammar, Arkivuo – Faltsetas (83. Berggren), Friberg – Celik (71. Lundberg), Irandust (46. Mohammed), Paulinho – Kamara

Schiedsrichter: Aleksandar Stavrev (Machte gleich zu Beginn seine Linie klar, als er den Anstoß zweimal zurückpfiff. War ein eher kleinlicher Spielleiter, der schnell gelbe Karten zog und diese Linie fast durchgängig beibehielt. Entsprechend zog er in einem wahrlich nicht unfairen Spiel zehn(!) gelbe Karten. Zwei davon bekam Ilsanker ab. Die erste war hart, die zweite war zwingend. Insgesamt war Stavrev sicher kein schlechter Spielleiter und pfiff meist getreu seiner Linie, auf die man sich als Spieler gut einstellen konnte, aber eine großzügige WM-Linie war das nicht gerade, die der Mazedonier mitgebracht hatte.)

Gelbe Karten: Orban, Saracchi, Demme – Lindgren, Friberg, Celik, Kamara, Lundberg

Zuschauer: 18.126 (davon 30 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, BKH-Bericht, Kicker-Bericht, RB-Fans-Liveticker

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  • Torschüsse: 14 : 2
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 16 : 7
  • Schüsse auf das Tor: 5 : 0
  • Fouls: 21 : 19
  • Ecken: 11 : 1
  • Abseits: 3 : 3

Statistiken von uefa.com

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Saisontorschützen Europa League: Bruma, Cunha, Kampl, Augustin – je 1

Saisonvorlagengeber: Ilsanker, Sarcchi, Augustin, Cunha – 1

Saisontorbeteiligungen (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Orban, Demme, Bruma – 2; Saracchi, Kampl, Gulacsi, Konaté – je 1

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Bisherige Testspiele (getreu dem Motto, dass die Europa-League-Quali-Runden 2 und 3 internationale Testspiele sind)

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Testspieltorschützen (getreu dem Motto, dass die Europa-League-Quali-Runden 2 und 3 internationale Testspiele sind)

Augustin – 4; Bruno, Bruma – 2; Saracchi, Hartmann, Kampl, Cunha – je 1; Eigentor: Maruhn (Grimma)

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Testspieleinsatzzeiten (getreu dem Motto, dass die Europa-League-Quali-Runden 2 und 3 internationale Testspiele sind)

  • Ibrahima Konaté – 165 Minuten
  • Willi Orban – 165 Minuten
  • Kevin Kampl – 165 Minuten
  • Jean-Kevin Augustin – 165 Minuten
  • Lukas Klostermann – 165 Minuten
  • Matheus Cunha – 163 Minuten
  • Bruma – 159 Minuten
  • Stefan Ilsanker – 156 Minuten
  • Marcelo Saracchi – 142 Minuten
  • Peter Gulacsi – 135 Minuten
  • Diego Demme – 135 Minuten
  • Nordi Mukiele – 113 Minuten
  • Niclas Stierlin – 111 Minuten
  • Fabrice Hartmann – 107 Minuten
  • Naod Mekonnen – 105 Minuten
  • Max Winter – 105 Minuten
  • Marius Müller – 90 Minuten
  • Oliver Bias – 90 Minuten
  • Massimo Bruno – 75 Minuten
  • Lukas Krüger – 75 Minuten
  • Malik Talabidi – 60 Minuten
  • Marcel Hoppe – 60 Minuten
  • Erik Majetschak – 60 Minuten
  • Noah Holm – 60 Minuten
  • Konrad Laimer – 45 Minuten
  • Dayot Upamecano – 45 Minuten
  • Julian Krahl – 45 Minuten

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Bilder: © GEPA pictures/ Sven Sonntag

3 Gedanken zu „Europa League: RB Leipzig vs BK Häcken 4:0“

  1. Endlich wieder Blog-Analyse-Zeit mit all seinen Randbemerkungen und Lichtblicken – wunderbar.

    Fangen wir von hinten an.
    Die Anzahl der gelben Karten spiegelt auf keinen Fall das Spiel wieder, das war schon sehr kleinlich und ich wollte schon auf Twitter fragen, wie das mit Sperren ist und nun schreibst Du es ja unter RB 9. Puh, das ist echt heftig, wenn man bedenkt, es kommen noch 3 Spiele und dann die PO mit ggf richtig starken Teams.
    Da sollte Orban und Co lieber in Häcken und gegen Craiova sich nochmals gelb abholen, so daß man mit voller Kapelle in die PO’s gehen kann.

    Lichtblicke gehen voll in Ordnung. Hätte Ilse sich nicht gelb/rot abgeholt, wäre er bestimmt mit dabei. Wobei man dann fragen müsste, wer von den dreien raus sollte.

    Cuhna und Sarrachi haben defentiv einen guten Einstand gehabt (mit Abstrichen Mukiele wegen der kurzen Spielzeit) Innerhalb von 10 Sekunden weiß man über Cuhna alles, sprich diese Klasse Ballannahme, Drehung Tor und Jubellauf zu RR und Bank. Der Junge wird unheimlich wichtig werden und an ihm werden wir Fans und vor allen das Team und der Staff viel Freude haben. Und Sarrachi hatte gestern bei den Temperaturen mehr gefährliche Läufe und Flanke als Bernado und Klostermann zusammen letzte Saison (ok, ist gefühlt bissl übertrieben)
    Also nach 2 Wochen Training sah das bei Beiden richtig gut aus und macht Hoffnung auf die neue lange Saison.

    Das mit Stierlin und Hartmann 2 Nachwuchsleute kamen anstatt Bruno war mMn richtig. (In Berlin entschied sich Hasenhüttl noch für Schmitz)

    Der Stromausfall war in der Tat suboptimal.
    Ich bekam meine ersten Getränke bei Spielminute 20 ungefähr, das war ja wahnsinn wie lange die Leute warten mussten. Dazu in A auf der Norseite zu D den Kiosk nicht aufgemacht.
    Das man Wasser für 1 Eus verkaufte war wirklich stark, dumm nur, das es am Ende nur laufwarmes Wasser war. Egal, war ein guter Zug vom Verein.

    Mintzlaff sollte mal in A nicht im VIP sitzen / stehen sondern mal rechts und links davon. Ich glaube, er würde dann eher mit dem Umbau für Kioske/WC anfangen ;-)

  2. War ein rundum gelungener Fußballnachmittag, auch wenn ich eine Halbzeit in der Sonne saß. Sind wirklich schon sehr gut drauf die Jungs und die Neuzugänge machten einen sehr ordentlichen Eindruck.
    Saracchi fand ich sehr beeindruckend, nicht nur in seinen Offensivaktionen sondern auch defensiv und insgesamt vom Einsatz her. An dem werden wir alle (außer vielleicht Halstenberg ;-) ) noch viel Freude haben. Das sahen auch viele andere Zuschauer so, denn er bekam bei seiner Auswechslung reichlich stehende Ovationen. Wäre deshalb für mich bei den Lichtblicken dabei gewesen, aber ich bin mir sicher, dass schafft er in Zukunft ohnehin noch öfters, wenn er so weiter macht.

  3. Obwohl bereits erwähnt, muss auch ich nochmal von Marcelo Sarrachi schwärmen. Ich habe schon lange nicht mehr mit einer solchen Freude jemand beim Fußballspielen zugesehen, wie gestern. Zusammen mit Laimer, Demme und Kampl sind da jetzt gleich vier, die gehörigen Biss mitbringen und den Gegner vor massive Probleme stellen können. Leider setzte sich auf der anderen Seite das hinlänglich Bekannte aus der letzten Saison fort. Hinten „betreute“ Flanken des Gegners und vorn völlig ohne Ausstrahlung und Gefahr.

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