Europa League: RB Leipzig vs. Celtic Glasgow 2:0

Dritter Spieltag in der Gruppenphase der Europa League. Bereits das neunte Spiel in Europa für RB Leipzig in dieser Saison. Dazu dann gleich ein wichtiges, weil es in den Duellen mit Celtic um den Einzug in die K.o.-Phase gehen dürfte. In Teil 1 des Aufeinandertreffens hatte RB Leipzig das bessere Ende für sich. Nach 90 Minuten hieß es völlig verdientermaßen 2:0 für die Gastgeber.

Ralf Rangnick mit der zu erwartenden Europapokal-Rotation. Acht neue Spieler waren es im Vergleich zum Augsburg-Spiel. Die vom Kader her maximal mögliche Anzahl. Auch wie zu erwarten, durfte sich dabei Konrad Laimer im zentralen Mittelfeld versuchen. Im 4-2-2-2 spielte er neben Kevin Kampl auf der Doppelsechs.

Kein Nebelspiel, das RB Leipzig da absolvierte, nur ein bisschen Pyrotechnik.. | Foto: Dirk Hofmeister

Celtic-Coach Brendan Rodgers musste auf einige Stammkräfte verzichten und ließ andere auf der Bank. Mit unter anderem Kouassie, Morgan oder Gamboa liefen entsprechend einige Spieler auf, die  diese Saison bisher noch kaum Spielzeit bekommen hatten. Überraschenderweise verzichtete Rodgers auch auf die Dreier- aka Fünferkette und entschied sich für eine sehr offensive Formation. Ein 4-1-3-2 war es in der ersten Halbzeit, mit dem man die Gastgeber beeindrucken wollte.

In den ersten 20, 25 Minuten gelang das auch durchaus ganz gut. Weil ihnen das RB-System zu viele Lücken ließ. Vor allem Kouassie hatte auf der Sechs viel Platz und konnte immer wieder direkt vom Torwart aus angespielt werden und von dort die Bälle nach außen verteilen. Weil die Gäste dann den Raum hatten, gezielt Bälle nach vorn zu spielen, brachte Celtic auch immer wieder die vorderste Reihe ins Spiel, wodurch die letzte Reihe von RB in der Anfangsphase immer wieder ordentlich unter Druck stand.

Morgan machte in vorderster Linie als zusätzliche Anspielstation einen quirligen Eindruck (auch wenn die individuelle Klasse fehlte, die Räume besser zu nutzen). Nicht zufällig, dass die erste Celtic-Chance über ihn eingeleitet wurde. Von Morgan aus wurde Edouard im Strafraum in Szene gesetzt, der Orban abschüttelt, aber dann in guter Position noch gut vom nachrückenden Klostermann zugestellt wird, sodass der Franzose aus spitzem Winkel abschließen muss und das Tor verfehlt.

In diesen ersten 20, 25 Minuten spielte sich die Partie ansonsten aber hauptsächlich zwischen den Strafräumen ab. Beide Mannschaften versuchten den Gegner durch aggressives Anlaufen früh unter Druck zu setzen, sodass wenig Spielfluss oder zielführende Aktionen zustande kamen.

Wer mal ein Lehrbuchbeispiel braucht, wie sehr eine taktische Anpassung die Statik eines Spiels verändern kann, der war bei dieser Partie sehr gut aufgehoben. Denn Mitte der ersten Halbzeit gab Rangnick per Zettel die Anweisung durch, auf ein 4-3-3 umzustellen. Bei der Umstellung ging es zentral darum, Kouassie auf der Sechs aus dem Spiel zu nehmen. Augustin und Cunha konnten weder den 20-Jährigen selbst, noch die Passwege zu ihm zustellen, sodass dort immer wieder zu viel Raum war, sich zu drehen und das Spiel Richtung RB-Hälfte zu verlagern.

Nach der Umstellung spielte Bruma zentral hinter den Spitzen auf der Zehn und nahm Kouassie teilweise in Manndeckung. Das führte sofort dazu, dass Celtic kaum noch Möglichkeiten hatte, sinnvoll das Spiel zu eröffnen, weil RB nun sowohl in der Breite der Spielfelds, aber auch in der Zentrale gut aufgestellt war. Dazu kam, dass Kampl als linker Achter in der Folge wesentlich mehr offensive Freiräume genoss und diese immer wieder zu nutzen wusste.

Kevin Kampl gehörte gegen Celtic Glasgow erneut zu den Aktivposten bei RB Leipzig. | Foto: Dirk Hofmeister

Mit der Systemumstellung war RB Leipzig sofort wesentlich stabiler aufgestellt. Der Druck auf die eigene Defensivkette nahm ab. Die Möglichkeiten, mal einen Ball zu erobern, nahmen zu, auch wenn Celtic sich durchaus als ballsicheres Team präsentierte. Nach 3:3 Torschüssen in den ersten 20 Minuten waren die Verhältnisse mit 16:4 Torschüssen in den folgenden 70 Minuten geklärt.

Geklärt waren die Verhältnisse auch deswegen relativ früh, weil RB Leipzig zwischen 31. und 35. Minute einen Doppelschlag auf den Platz brachte, von dem sich Celtic nicht mehr erholte. Nach 31 Minuten ist es Matheus Cunha, der die Führung erzielt. Gleich zwei Celtic-Spieler hatten es verpasst, eine Sabitzer-Hereingabe zu klären. Und wenn der Brasilianer in der Mitte zehn Meter vor dem Tor einen Ball vor die Füße kriegt, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Ball auch im Tor landet, halt relativ hoch.

Kurz darauf dann schon das 2:0, nachdem Konrad Laimer in der Mitte einen abgewehrten Celtic-Ball aufnimmt und dann über links ein Angriff über Kampl und Saracchi läuft. Der Mann aus Uruguay kann sich auf seiner Seite einmal entscheidend durchsetzen und spielt in die Mitte Richtung Augustin. Der kommt aber nicht an den Ball, weil die Celtic-Defensive dazwischenspritzt. Allerdings springt der Ball zu Bruma, der die Kugel zum 2:0 über die Linie drückt.

Der Rest der ersten Halbzeit ist dann meist Resultatsverwaltung, die sich aber vornehmlich am Celtic-Strafraum abspielt. Zwischendurch spielt man dabei mit den Celtic-Akteuren auch einen kleinen Rondo. In die Kabine ging RB mit einer verdienten Führung. 10:0 Torschüsse zwischen der 20. und 45. Minute belegen die Überlegenheit.

Die zweite Halbzeit hatte dann einen deutlich geringeren Unterhaltungswert als die erste Halbzeit. Brendan Rodgers stellte wieder auf Fünferkette um, was Celtic nicht offensivstärker aber etwas stabiler machte. RB Leipzig nun mit deutlich mehr auf Verwaltung des Vorsprungs ausgelegtem Ballbesitz. Offensivaktionen wurden Mangelware. Kampl hatte direkt nach der Pause noch eine. Und vor allem Laimer und Augustin hatten bis zur 64. Minute noch den Ausbau der Führung auf dem Fuß, scheiterten aber jeweils am Pfosten.

Insgesamt verflachte die Partie aber deutlich. In der Offensivkette von RB Leipzig war zu wenig Bewegung, als dass man aus dem sinnigen, verwaltenden Ballbesitz auch hätte mal überraschende Aktionen kreieren können. Wenn man bei Balleroberungen mal die Chance hatte, schnell in die Tiefe zu spielen, wurde es entweder nicht gemacht, obwohl jemand startete oder (was häufiger vorkam) es startete nicht mal jemand (vielleicht fehlte da auch einfach ein Timo Werner, der 90 Minuten lang auf der Bank saß). Und wenn man sich gerade über die Außenbahnen mal durchkombiniert und Platz verschafft hatte, waren die Hereingaben von sehr überschaubarer Qualität und/ oder der Strafraum einfach nicht gut besetzt.

Ganz glücklich schien Timo Werner auf der Auswechselbank nicht zu sein. | Foto: Dirk Hofmeister

Es schien so, als sei die Vorgabe, vornehmlich das 2:0 zu sichern, als auf ein 3:0 zu gehen. Was grundsätzlich auch völlig in Ordnung ist, fehlte doch letzte Saison zu oft die Qualität, eine Führung einfach auch mal aus dem Ballbesitz gepaart mit gutem Spiel gegen den Ball zu verwalten. Ein bisschen fehlte es dabei aber gegen Celtic auch an Tempowechseln bzw. an dem Gespür, wann man dann doch mal das Tempo anzieht und schnell umschaltet oder mit dem Ball am Fuß durchzieht und sich ohne ganz großen Aufwand vielleicht noch zwei, drei zusätzliche gute Chancen auf einen Treffer erarbeitet.

Richtung Ende der Partie schien sich RB Leipzig dann fast selbst ein wenig durch den Verwaltungsfußball einzulullen. Da kamen dann ein paar Nachlässigkeiten dazu, die in den letzten zehn Minuten fast noch zum Anschluss der Gäste geführt hätten. Zuerst war es McGregor, der bei einem (auch nicht extrem gefährlichen) Fernschuss am Tor vorbei zielte. Nach 84 Minuten ergab sich dann für Edouard die große Möglichkeit auf das 1:2, als Ilsanker in der Nähe der Mittellinie noch in der eigenen Hälfte einen Ball vertändelte und die Kugel direkt mittig an den Strafraum zu Edouard ging. Upamecano muss passiv bleiben, weil er ansonsten eine Notbremse riskiert. Entsprechend kommt Edouard frei und nur leicht bedrängt vor Mvogo zum Abschluss. Aber der Schweizer Keeper löst die einzige Aufgabe, die ihm das Spiel stellt, mit Bravour.

Fazit: 20 schwierige Auftaktminuten waren es für RB Leipzig, weil die Formation mit zwei Stürmern die Spieleröffnung der Gäste nicht sinnvoll unterbinden konnte. Eine Änderung der Formation Mitte der ersten Halbzeit stellte dann die Weichen Richtung Sieg, weil RB fortan den Sechserraum von Celtic und damit das Spiel vor allem defensiv komplett unter Kontrolle hatte. Offensiv nutzte man zwei der Chancen zu Toren und kontrollierte diese beruhigende Führung fast fehlerfrei über die komplette zweite Halbzeit. Ein Spiel, das RB Leipzig leicht auch höher gewinnen kann, wenn man in der zweiten Halbzeit zumindest immer mal wieder zieltstrebiger spielt. Ein Spiel, in dem man aber (durchaus nachvollziehbarerweise) mit dem 2:0 zufrieden war und nicht mehr das allerletzte Risiko suchte, sondern das Hauptaugenmerk auf die Verwaltung des Vorsprungs legte.

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Randbemerkung 1: Das sieht dann in Gruppe B der Europa League doch schon sehr viel freundlicher aus. Platz 2 für RB Leipzig mit nun sechs Punkten und drei Punkten Vorsprung auf Celtic und drei Punkten Rückstand auf Salzburg. Die Idealversion geht so, dass RB auch in Glasgow gewinnt und Salzburg parallel einen Punkt in Trondheim holt und Leipzig dann (genau wie Salzburg) schon für die K.o.-Runde qualifiziert ist (was natürlich etwas die Spannung aus dem direkten Duell am fünften Spieltag nehmen würde). Minimalziel muss es sein, das direkte Duell gegen die Schotten zu gewinnen, also einen Punkt zu holen oder ‚besser‘ als 0:2 zu verlieren (1:3 würde diesbezüglich wegen des Auswärtstors auch als besser zählen). Wird sicherlich ein interessanter Ausflug in den Celtic-Park in zwei Wochen, bei dem es nicht ganz so entspannt zugehen dürfte, wie beim gestrigen 2:0-Sieg.

Randbemerkung 2: Wenn man die Quali-Spiele mitzählt, ist Matheus Cunha nun der Top-Torschütze von RB Leipzig in der Europa League. Schon vier Treffer hat er gemacht. Manchmal wirkt er im Spiel noch nicht so eingebunden oder trifft in seinen Dribblings oder Anspielen die falschen Entscheidungen. Aber er ist auch ein Spieler, der es wieder und wieder versucht und vor allem einen sehr guten Torabschluss hat (was sich dann wiederum in der Torquote widerspiegelt (alle 159 Minuten ein Tor in der Europa League ist absolut in Ordnung)). In den ganz großen Spielen einen Poulsen, Werner oder wen auch immer zu verdrängen, dahin ist es wohl noch ein gutes Stück, aber es ist gut, dass der Brasilianer seine Europa-League-Chancen regelmäßig kriegt (kein RB-Spieler hat in Europa (also inklusive Quali) bisher mehr gespielt als Cunha) und dann in diesen Spielen auch wach und da ist. Ein guter Typ ist er ja sowieso. Und mit seinen 19 Jahren ist da auch noch einige Zeit für seine sportliche Entwicklung.

Randbemerkung 3: Nur ein Gegentor in den letzten fünf Pflichtspielen von RB Leipzig. Und das war ein Elfmeter (in Hoffenheim). Ansonsten gab es weder aus dem Spiel heraus, noch aus Standards ein Gegentor. Ja, da waren mit Nürnberg oder Stuttgart auch Teams dabei, die per se nicht für Offensivfeuerwerke stehen. Aber trotzdem ist diese nicht ganz zufällige Bilanz durchaus bemerkenswert (auch ohne noch mal die Anzahl der Gegentore in den Spielen davor durchzurechnen). Macht es halt auch einfacher, Spiele zu gewinnen, wenn man keinen Treffer kassiert. Zumal RB diese Saison erst zweimal (in Luhansk und in Augsburg) ohne eigenen Treffer blieb. Das letzte Heimspiel ohne eigenes Tor war das 0:2 gegen Neapel im Februar. In der Liga blieb RB letztmals im April 2017 ohne eigenen Treffer. Damals endete die Partie gegen Ingolstadt 0:0.

Randbemerkung 4: Vor dem Spiel hätte ich keine fünf Cent darauf gesetzt, dass Erik Majetschak tatsächlich zu einem Einsatz kommt. Angesichts dessen, dass auf der Bank nur noch Halstenberg, Mukiele und Werner saßen, war der U19-Spieler aber natürlich auch unvermeidbar, wenn man denn Kampl noch ein paar Minuten Erholung vor dem wichtigen Spiel gegen Schalke geben wollte. Trotzdem natürlich auch ganz schön, wenn Jugendspieler einmal ein paar Minuten in der Europa League abkriegen. Gab es ja in der Quali schon, aber dort war es aufgrund der Kadergröße und der Anforderungen der Vorbereitung auch gar nicht anders möglich. Ein Pflichtspiel in der Gruppenphase gegen Celitc ist da schon mal eine andere Nummer und für einen Erik Majetschak sicherlich ein unvergessliches Erlebnis. Auch wenn die Einsätze für Nachwuchsspieler bei RB sehr selten sind, guckt man im U19-Bereich schon sehr genau hin, wenn es mal jemand in den Kader oder auf die Bank schafft und wird das durchaus als Motivation gesehen. Das macht jetzt die Nachwuchsarbeit bei RB nicht von einem Tag auf den anderen zu einer guten, aber es ist immerhin mal ein gutes, motivierendes Signal an die eigenen Nachwuchsspieler dieser Majetschak-Einsatz bei den Profis. Dass Majetschak auch noch ein Junge aus der Region ist (glaube mich zu erinnern, er käme aus Bad Lausick), der seit vielen Jahren bei RB kickt, kommt auf die Feel-Good-Story noch oben drauf. Dass er nach seiner letzten Saison im U19-Bereich nächste Saison dann bei den Profis sofort durchstartet, sollte man nun allerdings auch nicht zwangsläufig annehmen.

Erik Majetschak darf für reichlich zehn Minuten Europapokal-Luft schnuppern. | Foto: Dirk Hofmeister

Randbemerkung 5: Ist nach so einem Spiel dann auch immer einfach oder auch unfair, den Sieg durch die Aufstellung des Gegners zu relativieren (zumal RB ja auch ordentlich durchwechselte). Aber die Schotten durchaus mit einer Formation, die so nicht allzu alltäglich ist. Vier bis fünf Spieler waren da auf dem Rasen, die man bisher nicht zum Stamm des Teams zählen konnte. Ein paar Ausfälle, wie die von Brown und Forrest, taten richtig weh. Zum Rückspiel wird man wohl rein von der Besetzung und Qualität her eine andere Celtic-Mannschaft erleben können. Zumal es dann die letzte Chance für die Schotten ist, die Qualifikation für die K.o.-Runde weiter selbst in der Hand zu haben und man sicherlich versuchen wird, das absolut bestmögliche Team auf den Rasen zu schicken.

Randbemerkung 6: Vor dem Spiel hatte man ja ein bisschen das Gefühl, es ginge vornehmlich darum Celtic-Fans zu glotzen, so sehr wurde deren Ankunft und deren Singen auf verwackelten Handy-Videos gehypt. Zum Stadion ging es für viele Celtic-Fans per Fanmarsch, was den innerstädtischen Verkehr teilweise komplett lahmlegte. Eine Dreiviertelstunde vor Spielbeginn war der Marsch immer noch nicht am Stadion angekommen, sondern übte sich immer noch in Gesinge an der Landauer Brücke an der Rückseite des Stadions. Wenig verwunderlich, dass der Celtic-Block zu Spielbeginn dann auch bei weitem noch nicht voll war. Zumal beim Fanmarsch doch ein paar pyrotechnische Erzeugnisse gezündet wurden. Das verlängert dann eine Einlassprozedur auch noch mal, zumal wenn 2.000 Leute auf einmal in einen Block wollen. Teile des pyrotechnischen Arsenals schafften es trotzdem ins Stadion, was für eine ordentliche Qualmwolke sorgte. Ist ja in der Red Bull Arena auch nicht gerade alltäglich. Ansonsten war es im Gästeblock lange sehr ruhig. Erst in der zweiten Halbzeit hatte man eine Phase von einer Viertelstunde, in der die Celtic-Fans noch mal lautstark vor sich hin feierten. Dürfte im Rückspiel dann auch noch mal ganz anders abgehen.

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Lichtblicke:

  • Konrad Laimer: Die Rückbesinnung auf das Spiel gegen den Ball kommt gerade Spielertypen wie ihm enorm entgegen. Weil er ein permanenter und überragender Balljäger ist. Auch gegen Celtic der Top-Balleroberer im Team. Immer viel Dynamik, immer aufmerksam, immer vorwärts (wenn auch nicht immer mit der feinsten Klinge). Folgerichtig, dass Laimer das 2:0 mit einer Ballsicherung im Mittelfeld einleitete und vor dem 1:0 durch eine starke Balleroberung den Angriff überhaupt erst wieder in die gegnerische Hälfte verschob (bzw. den Ball dort hielt). Gab dem Mittelfeld Stabilität und hätte seine sehr gute Leistung fast noch mit dem Treffer zum 3:0 gekrönt. Laimer ist diese Saison ein echtes Luxusproblem. Wenn er spielt, spielt er sehr gut, aber er spielt auch vergleichsweise selten, weil zuletzt in wichtigen Spielen Mukiele rechts hinten und Demme/ Kampl in der Zentrale den Vorzug bekamen. Laimer tut jedenfalls derzeit alles dafür, dass man gar nicht drumherum kommt, ihm einen dauerhaften Platz im Team zu finden.
  • Dayot Upamecano: Langsam ist er wieder da, wo er vor der selbsgewählt trainingsfreien Sommerpause war. Schnell, robust, sicher. Räumte in der Innenverteidigung ab, was abzuräumen war und lief vor allem einige Bälle unaufgeregt ab. Im Passspiel bis auf eine schwächere Aktion tief in der zweiten Hälfte auch sehr sicher. Gab wenig auszusetzen an dem Auftritt des Franzosen.
  • Yvon Mvogo: Hatte 90 Minuten lang praktisch gar nichts zu tun, außer den einen oder anderen Rückpass rauszuschlagen oder ein paar (auch eher ungefährliche) Bälle im Strafraum runterzunehmen. Für einen Torwart immer undankbar, nicht gefordert zu sein und trotzdem immer wach zu bleiben. Umso bemerkenswerter, dass der Schweizer dann kurz vor Schluss beim einzigen Celtic-Schuss aufs Tor bei einer großen Edouard-Chance die Ruhe behielt und den Ball mit sehr gutem Reflex mit dem Fuß klärte.

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Tore: 1:0 Cunha (32.), 2:0 Bruma (35.)

Aufstellung RB Leipzig: Mvogo – Klostermann, Orban, Upamecano, Saracchi – Laimer, Kampl (83. Majetschak) – Sabitzer (61. Ilsanker), Bruma – Augustin (90. Poulsen), Cunha; Bank: Müller, Halstenberg, Mukiele, Werner; Nicht im Kader: Forsberg (verletzt), Demme (angeschlagen), Konaté (Erkältung), Gulacsi

Aufstellung Celtic Glasgow: Gordon – Gamboa (46. Lustig), Simunovic (74. Hendry), Boyata, Tierney – Kouassie – McGregor, Christie, Ntcham – Morgan (71. Sinclair), Edouard

Schiedsrichter: Pavel Královec (Faires Spiel und entsprechend wenig Probleme für den tschechischen Unparteiischen. Die gelben Karten gingen in Ordnung und kamen alle zur passenden Zeit. Auf Kriegsfuß stand Královec lediglich mit der Vorteilsregel. Mindestens drei Situationen auf beiden Seiten, in denen er durchaus aussichtsreiche Situationen abpfiff, um weniger aussichtsreiche Freistöße ausführen zu lassen. Kuriose Situation nach einem Zusammenprall zwischen Augustin und Simunovic. Beide werden behandelt. Während Simunovic verletzt vom Platz muss und noch in der Unterbrechung durch Hendry ersetzt wird, steht Augustin nach der Unterbrechung noch draußen (weil er ja behandelt wurde) und muss waren, bis ihn der Schiedsrichter ins Spiel winkt, sodass RB (sehr kurz) zehn gegen elf spielt. Seltsam, dass in einer Situation, in der beiden Teams dasselbe passiert, die eine Mannschaft (wenn auch nur kurz) mit einer Unterzahl bestraft wird.)

Gelbe Karten: Ilsanker (1.), Laimer (1.) | Boyata (1.)

Zuschauer: 38.126 (davon 4.000 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, Celtic-Bericht, Kicker-Bericht

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  • Torschüsse: 19 : 7
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 13 : 3
  • Schüsse auf das Tor: 3 : 1
  • gewonnene Zweikämpfe: 51,0% : 49,0%
  • Ballbesitz: 51,0% : 49,0%
  • Passquote: 83,0% : 82,0%
  • Fouls: 13 : 12
  • Ecken: 5 : 2
  • Abseits: 4 : 0
  • Meiste Torschüsse: Cunha: 5 – McGregor, Edouard, Morgan: je 2
  • Meiste Torschussvorlagen: Saracchi, Kampl: je 3 – Tierney: 2
  • Meiste Ballkontakte: Bruma: 92 – Tierney – 99

Statistiken von kicker.de, whoscored.com, uefa.com

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Saisontorschützen Europa League: Cunha – 4; Augustin – 3; Bruma, Poulsen, Konaté – je 2; Kampl, Bruno, Sabitzer, Werrner, Forsberg, Laimer – je 1

Saisonvorlagengeber Europa League: Augustin, Cunha, Kampl, Demme, Orban, Saracchi – je 2; Ilsanker, Poulsen, Forsberg, Werner, Bruma, Sabitzer – je 1

Saisontorbeteiligungen Europa League (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Demme – 6; Kampl, Orban – je 4; Konaté, Sabitzer, Bruma, Halstenberg, Klostermann – je 3; Saracchi, Cunha, Ilsanker – je 2; Gulacsi, Mvogo, Konaté, Laimer – je 1

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Bisherige Europa-League-Spiele

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Bilder: © Dirk Hofmeister

4 Gedanken zu „Europa League: RB Leipzig vs. Celtic Glasgow 2:0“

  1. Echt Mvogo?
    Dann lieber Rangnick und der Zettel ;-)

    Klar, die Aktion am Ende war gut, aber hast Du die Abschläge gesehen?
    Celtic hat doch gefühlt jeden hohen Ball gewonnen bzw. diese kamen nicht an und vorne steht halt kein Poulsen oder an der Linie Haltenberg, das muss der TW anders lösen.
    Vor allen nach Rückpässen von Upa und Orban brauch er nur einen der IV oder die AV’s finden, stattdessen ging die Kugel in die Celticabwehr..
    Auch hatte er bei 2 hohen Bällen (2. Hz) Unsicherheit gezeigt.

    Laimer und Upa fällig zu Recht bei den Lichtblicken.

    Das Ding mit Majetschak ist schon echt stark.
    Habe am Ende viel auf ihn geschaut.
    Schönes Zeichen an die U19.

    1. Ja, dass die Sache mit Mvogo Widerspruch hervorruft, war mir klar. ;-) Die langen Bälle auf die Außenpositionen (Klostermann) scheinen aber gewollt (also vom Trainer gewollt). Wurden schon in Augsburg immmer wieder von Gulacsi erfolglos Richtung Halstenberg gespielt (und vor der Partie beim Aufwärmen geübt). Damit werde ich auch nicht warm. Anlasten würde ich da Mvogo schon eher eine Aktion, bei der er einen Rückpass von links bekommt und er sich den Ball nur auf den rechten Fuß legen und zu Orban/ Klostermann auf die freie Seite weiterspielen muss und er stattdessen mit dem Ball nach links zieht und den langen Ball nehmen muss, weil er angelaufen wird. Da merkt man schon, dass in Sachen Entscheidungsmanagment noch nicht alles stimmt, was auch eine Frage der Spielzeit ist. Ansonsten ist die Nennung unter Lichtblicken einfach eine kleine Motivationsmaßnahme (Und hat mir die Aufgabe abgenommen, mich zwischen anderen Feldspielern entscheiden zu müssen. ;-))

    2. Das mit Klostermann hatte ich vergessen zu schreiben, denn seine Kopfballquote nach den Abschlägen von Mvogo war unterirdisch (defensiv aber top). Die Idee mit dem langen Ball ist klar, 2. Ball und so. Die andere Idee ist ja, den Ball fest machen, wie eben Poulsen. Aber wenn Teil 2 nicht funktioniert, dann brauche ich es gar nicht erst so oft wiederholen.

      Das schöne im Stadion ist, das man bei einem Rückpass zum TW schon sieht, wen er hätte anspielen könnte, aber wie Du schon sagst, diese Entscheidungsfindung ist so eine Erfahrungssache.

  2. Das erstaunliche an so einem Spiel ist, dass es trotz drückender Überlegenheit auch 0:0 oder gar 0:1 ausgehen kann denn beide Tore waren in ihrer Entstehung eher glücklich.
    Kampl hast Du vermutlich als Lichtblick nicht genannt, weil der sonst ja grundsätzlich in dieser Saison einen der normalerweise 3 Plätze belegen würde ;-) . Ansonsten sehe ich es wie ausLE bei den Lichtblicken (Orban hätte man vielleicht auch nennen können).

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