Auch ohne Tennisbälle eine harte Aufgabe

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig bei Eintracht Frankfurt (23.02.2018, 18.00 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick.]

Zeit zum großen Luftholen bleibt nicht in diesen Tagen nach der leicht desaströsen 2:3-Schlappe gegen den FC Salzburg nicht. Der nächste Bundesliga-Spieltag steht schon wieder an. Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt.

In Vorbereitung dieses Spiels ist Ralf Rangnick erstmal in den Rage-Modus gewechselt und hat öffentlich das undisziplinierte Verhalten nicht näher genannter und doch irgendwie genannter Spieler angeprangert. Quasi als Negativ-Beispiele, um den Rest der Reihen zu schließen und die lockereren Typen in der Mannschaft dann über Mehrheitsverhältnisse und sozialen Druck. zu reintegrieren. So zumindest die Außenwirkung. Inwieweit diese Pädagogik aufgeht, wird man sehen.

Letztlich hatte die Mannschaft in den letzten Wochen mehr bzw. andere Probleme als nicht eingehaltene Handy-Regeln oder was auch immer in der direkten Spielvorbereitung. Probleme, die eher mit den fußballerischen Ideen des Teams zusammenhingen. Und mit dem Defensivverhalten. Und mit Standards. Und auch mit Fitness. Alles Dinge, die direkt oder indirekt auch mit Einstellungsfragen zu tun haben, aber eben auch nicht darauf zu reduzieren sind.

Letztlich ist die öffentliche Brandmarkung von individuellem Fehlverhalten vielleicht sogar ein zielführendes Mittel, um den Fokus weg von anderen Dingen zu lenken und ein klar bearbeitbares Ziel zu haben. Wenn man denn die große Mehrheit der Mannschaft hinter sich hat. Falls da was bröckelt, dann richten solche Brandreden vermutlich mehr Unheil als Gutes an, weil es was von einer letzten oder zumindest vorletzten Patrone hat.

Schon fast bei der letzten Patrone schien von ganz weit weg betrachtet im Sommer schon Adi Hütter, als er noch nicht mal richtig angefangen hatte in Frankfurt. Der Job des neuen Eintracht-Coaches für den Österreicher, der einst in Salzburg ein Jahr unter Rangnick arbeitete und sich (ohne großen Streit) wegen der Ausbildungsphilosophie schnell verabschiedete, war und ist ein denkbar schwieriger. Denn die Fußspuren, die ein Niko Kovac hinterließ, waren und sind sehr groß. Den DFB-Pokal holte Kovac gegen die Bayern mit einer Mannschaft, die nominell ein durchschnittliches Bundesliga-Team war. Aber eins mit vielen Charakteren und mit viel Mentalität, das vom Coach zusammengehalten und mit einem stabilen System versehen wurde.

Als Hütter kam, übernahm er quasi einen Verein auf dem Höhepunkt der letzten Jahre. Einen Verein, den er mit einer neuen, aktiveren Spielidee versehen wollte. Einen Verein, in dem er im Betreuerstab erst mal ein paar Kovac-Zöpfe abschnitt (wohlgemerkt erfolgreiche Kovac-Zöpfe). Einen Verein, der mit Boateng die zentrale Integrationsfigur und mit Wolf und Mascarell (auch wenn Letzterer letzte Saison nicht allzu viel spielte) sportlich wichtige Akteure verlor. Einen Verein, in dem er erst mal eine Trainingsgruppe 2 errichtete mit Spielern, von denen man annahm, dass sie noch den Verein verlassen würden. Einen Verein, der mit einer 0:5-Klatsche im Supercup gegen die Bayern in die Saison startete und anschließend im DFB-Pokal beim Regionalligisten Ulm rausflog. Einen Verein, der dank Doppelbelastung durch die Europa League von vornherein im Verdacht stand, ein Nachfolger für den 1. FC Köln zu werden, der letzte Saison im Europapokal-Jahr abstieg.

Nun, wem das alles nicht wie eine Gemengelage vorkommt, bei der die Wahrscheinlichkeit für einen Bundesliga-Neuling zu scheitern, groß ist, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Doch so denkt Adi Hütter vermutlich nicht. Er ging da in Frankfurt seinen anfangs etwas holprigen Weg mit deutlich vernehmbarer Rückendeckung von oben und konnte so die Trainingsgruppe 2 und das DFB-Pokal-Aus recht gut wegmoderieren.

Vielleicht nicht ganz unwichtig dabei, dass das erste Bundesliga-Saisonspiel in Freiburg gewonnen wurde. Mit ein bisschen Glück, aber eben gewonnen. Direkt mit drei Punkten zu starten, tat jedenfalls dem Gerede um den Verein ganz gut. Danach folgte ein schwer bewertbares 1:2 gegen Bremen nach langer, langer Unterzahl, bei dem man den bitteren zweiten Gegentreffer erst kurz vor Schluss und per direkt verwandeltem Freistoß nach nicht zwangsläufig zu pfeifendem Foulspiel kassierte. In Dortmund war man vor einer Woche dann auch ganz gut im Spiel, aber insgesamt zu harmlos, um tatsächlich einen Punkt mitzunehmen. In der Europa League konnte man dagegen in Marseille unter der Woche mit einem späten 2:1 wieder allerlei positive Energie einsacken. Selbst wenn auch dieser Sieg in erneuter Unterzahl glücklich war.

Inzwischen erkennt man in jedem Fall sehr gut die Hütter-Handschrift, die zu Teilen auch die Rangnick-Salzburg-Handschrift ist. Man kann ein sehr aktives, hohes Pressing, teilweise mit vier Spielern in vorderster Reihe und gut zugestellten Anspielstationen dahinter spielen. Man kann aber auch mal tiefer stehen und sich auf ein Mittelfeldpressing einlassen, wenn es die Situation (zum Beispiel in Unterzahl) erfordert. Wie das halt bei solchen Systemen ist, braucht es ein bisschen, bis sie sitzen. Die Ansätze sind schon gut, aber defensiv gibt es da auch immer noch einige Lücken und Räume in der Tiefe. Zuletzt in Dortmund hatte man das aber meist gut im Griff.

Problemfall, da ähnelt sich Frankfurt ein wenig dem RB-Spiel ist vor allem das Spiel aus dem Ballbesitz heraus. In der Mittelfeldzentrale hat man gute Akteure für das Spiel gegen den Ball. Ein zentraler Balldominator fehlt im Kader und ist vermutlich auch gar nicht gewollt. Hasebe könnte so eine Rolle als tiefer Sechser, mittlerer Innenverteidiger spielen, wie er unter Kovac gezeigt hat. So richtig gewollt ist das in den Systemanforderungen von Hütter allerdings offenbar nicht. Entsprechend sieht die Ballbewegung manchmal ähnlich hilflos und zufällig aus wie bei RB. Wobei Leipzig beim eigenen Spiel immer mal noch durchkommt, während es kein Team in der Liga gibt, das weniger Chancen herausspielt als Frankfurt. Dafür ist man vor dem Tor sehr effektiv, wenn man dort denn mal zum Abschluss kommt.

Die Offensivreihe dürfte sowieso das Herzstück der Eintracht sein. Mit Nicolai Müller und Filip Kostic hat man sich vom HSV zwei gute Außenbahnspieler geangelt, die dort im Umschalten Tempo bringen sollen. Sebastian Haller ist ein bekannt guter Abschlussstürmer. Luka Jovic steht dem vor der Kiste wenig nach. Gacinovic ist die eher hängende, spielstarke Variante zu einem zentralen Stürmer. Und dann ist da ja noch Vize-Weltmeister Ante Rebic, der zentral und außen recht viel spielen kann und pünktlich zum RB-Spiel nach Verletzung wieder im Kader stehen könnte.

Mit dieser Offensivbesetzung ist man trotz der Abgänge von Wolf und Boateng im Bundesligavergleich sehr gut dabei. Dahinter wird es im zentralen Mittelfeld schon schwieriger. Torro, de Guzmann oder Fernandez sind allesamt sehr fleißig, aber eben keine Gestalter. Wie sehr man überhaupt auf Marco Fabian setzen will und wenn, ob dann auch in einer tieferen Rolle, bleibt noch ein wenig unklar. Liverpool-Leihgabe Allan spielte bisher noch keine Rolle.

Fragezeichen gibt es auch in der Defensivkette, wo Salcedo noch lange verletzt ist. Evan N’Dicka ist ein großes Talent in der Innenverteidigung, aber auch noch durchaus fehleranfällig mit seinen 19 Jahren. Falette wäre eine weitere Alternative neben dem gesetzten Abraham. Solides Niveau. Problematisch wird es zudem auf den Außenpositionen. Chandler noch lange verletzt. Tawatha angeschlagen und auch für das Leipzig-Spiel fraglich. Dazu der starke, aber gesperrte Willems, der sich schon zwei Platzverweise abholte diese Saison (einmal in der Bundesliga, einmal im Europapokal). Es bleibt noch die Maschine Danny da Costa, der im Passspiel nicht immer ganz sauber agiert. Und dahinter beginnt dann schon das Improvisieren. Nicht gerade eine dicht besetzte Position, was aktuell etwas schmerzt.

Einen bitteren Sommer erlebte Frederik Rönnow. Der kam von Bröndby und dachte, sich als Nummer 1 bei einem Bundesligisten etablieren zu können. Auch wohl aufgrund von Verletzungsproblemen verpflichtete die Eintracht aber kurz vor Schließen des Transferfenster für ein Jahr leihweise Kevin Trapp, sodass Rönnow im Normalfall nur die Bank bleibt. Letztlich kann der Däne nur hoffen, dass Trapp, der bisher gut, aber nicht überragend hält, dann in einem Jahr wirklich wieder weg und der Weg für ihn frei ist.

Insgesamt ist das Team von Eintracht Frankfurt offensiv sehr gut, aber dahinter auch mit einigen Fragezeichen aufgestellt. Es darf halt nicht allzu viel an Formschwankungen und Sperren und Verletzungen passieren. Die aktuellen Probleme auf der Außenverteidigerposition sind da eigentlich schon zu viel und machen die Aufgaben nicht einfacher. Ein bisschen wirkt die Eintracht schon  noch wie ein etwas fragiles Gebilde, bei dem man nicht so recht weiß, in welche Richtung es diese Saison wohl gehen könnte.

Eine der allerersten (und natürlich noch nichts entscheidenden) Weichen wartet da am vierten Spieltag. Frankfurt mit drei Punkten und RB Leipzig mit vier Punkten liegen aktuell ziemlich genau in der Mitte der Tabelle. Der Verlierer des direkten Aufeinandertreffens wird dann erstmal in der unteren Tabellenhälfte landen und schon einen recht großen Rückstand auf Platz 6 oder ähnliche Traumplatzierungen haben. Zu Beginn der englischen Wochen braucht man den zusätzlichen Druck, der dann auf den Folgepartien liegen würde, sicherlich nicht.

Das gilt vermutlich für RB Leipzig noch umso mehr, weil hier schon der Baum ganz schön brennt, bevor es überhaupt in die englische Woche geht. Wenn man nach den drei Spielen gegen Frankfurt, Stuttgart und Hoffenheim in der unteren Tabellenhälfte steht, könnte es langsam einigermaßen ungemütlich werden angesichts der hohen Ansprüche von Rangnick und Co und dem Schielen auf die Champions League.

Will RB in Frankfurt was mitnehmen, darf man schon mal nicht den Fehler machen, wie gegen Salzburg permanent in Räume zu spielen, in denen der Gegner den Ball erobern kann und es von dort auch nicht mehr weit bis zum RB-Tor ist. Es braucht irgendeine Idee, den Ball nach vorn zu befördern (wenn man ihn denn hat), ohne in die Gefahr eines Ballverlustes in zentraler Position in der eigenen Hälfte zu kommen. Da Poulsen sicherlich mitspielen wird, dürften lange Bälle zumindest ein probateres Mittel sein als zuletzt gegen Salzburg mit Augustin als Sturmspitze.

Nicht mit nach Frankfurt wird Lukas Klostermann reisen. Timo Werner ist stärker fraglich als Marcelo Saracchi. Und bei Bruma, Augustin und Mukiele ist fraglich ob ein bis zwei von ihnen nach den öffentlichen, wenig konkreten Vorwürfen der Weg in den Kader versperrt ist. Augustin in der Startelf wäre ohnehin überhaupt nur vorstellbar, wenn Werner ausfällt. Letztlich stellt sich das Team einigermaßen von allein auf.

Mögliche Aufstellungen:

  • Eintracht Frankfurt: Trapp – da Costa, Abraham, N’Dicka (Falette), Falette (Tawatha) – Fernandes, Torro (de Guzman) – Müller, Kostic – Gacinovic, Haller
  • RB Leipzig: Gulacsi – Laimer, Orban, Upamecano, Saracchi (Halstenberg) – Demme, Kampl – Sabitzer, Forsberg – Poulsen, Werner (Cunha)

Fazit: Viel weniger intensiv als die Partie gegen Salzburg wird der Ausflug nach Frankfurt auch nicht werden. Auch eine Mannschaft, die hoch, aggressiv und sehr gut strukturiert anlaufen kann. Aber auch eine Mannschaft, bei der die Abläufe noch nicht zu 100% sitzen und bei der vor allem das Problem besteht, sich Chancen zu erspielen. Wenn Frankfurt aber erstmal am und im Strafraum eine Chance bekommt, dann hat man mit der Offensivreihe und vor allem mit Haller und Jovic einiges an Wucht. Wird letztlich darauf ankommen, dass RB schlauer spielt als gegen Salzburg und dass die RasenBallsportler defensiv weniger Fehler einbauen als in vielen der letzten Spiele.

[Wer das Spiel von RB Leipzig bei Eintracht Frankfurt nicht vor Ort verfolgen kann und am 23.09.2018, ab 18.00 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. Eintracht Frankfurt

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Ralf Rangnick | Foto: GEPA pictures - Andreas Pranter
Foto: GEPA pictures – Andreas Pranter

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig bei Eintracht Frankfurt. Mit Ralf Rangnick.

13.10

So nun. Noch leicht verkatert (rein sportlich natürlich) vom gestrigen Abend und dem Spiel gegen Salzburg. Da tun sich gerade ordentlich ein paar Baustellen auf, die nicht kleiner werden, wenn RB Leipzig in Frankfurt nicht erfolgreich sein sollte. Was ja durchaus eine nicht unwahrscheinliche Möglichkeit ist gegen ein erneut sehr aggressives Team, das durch Adi Hütter Rangnick-Fußball-geschult ist und relativ genau wissen wird, was man gegen RB spielen muss, um erfolgreich zu sein.

13.11

Tennisbälle gibt es diesmal nicht (sorry für die Überschrft), ist ja schließlich kein Montagsspiel. Nach dem gestrigen Abend wäre man aber vielleicht nicht mal unglücklich, wenn mit gelben Filzbällen statt mit großen Ledermurmeln gespielt wird. (Ja sorry, der gestrige Abend steckt noch in allen Knochen.)

13.13

14 Stunden nach dem letzten Pressegespräch nun schon wieder das nächste. Klar, weil die Sachen ja auch noch morgen in der Zeitung stehen sollen. Aber die Veranstaltung braucht Ralf Rangnick wohl genauso dringend wie einen eingewachsenen Zehennagel. Hat sich ja seit gestern analytisch nichts verändert [Update: was für eine Fehleinschätzung..]. Und aufstellungstechnisch wird man wohl jetzt am Freitagmittag auch noch nicht allzu viel neues verkünden können.

13.15

Frankfurt kommt mit einem 2:1 in Marseille als Rückenwind in die Partie gegen Leipzig. Bisher hatte man Glück, in Freiburg zu gewinnen, Pech gegen Bremen lange in Unterzahl zu spielen und sah in Dortmund insgesamt gar nicht schlecht aus, blieb aber punktlos. Drei Punkte aus drei Spielen sind für die Eintracht sicherlich kein Traumstart. Geht für beide Mannschaften darum, nicht zu diesem frühen Saisonzeitpunkt tief in die untere Tabellenhälfte zu rutschen.

13.31

Nun ja, wir warten hier auch nur..

13.34

Und wir warten..

13.35

(Nicht dass hier am Ende noch Mintzlaff kommt und wichtige Neuigkeiten verkünden will.^^)

13.35

Nein, es ist Ralf Rangnick mit fünfminütiger Verspätung..

13.38

Ralf Rangnick: Noch kein Treffen zwischen Führungsspielern und Trainer, was wohl für heute geplant ist. „Stehen einige Gespräche an mit der Mannschaft.“ Redet davon, dass gestern Dinge vor dem Spiel passiert sind. „Dinge, die erklären, warum Spieler für die Partie nicht bereit waren und erklären, warum in der Halbzeit gewechselt wurde.“ Zwei Spieler wären aus der Formation geflogen, wenn es Rangnick schon vor dem Spiel gewusst hätte, was er heute weiß. Richtig angefressen. „Kann es nicht fassen.“ Geht wohl um Abläufe vor dem Spiel, die nicht eingehalten wurden.

13.43

Rangnick: Klostermann Sonntag noch kein Thema, nächsten Mittwoch vielleicht. „War gestern eigentlich fest eingeplant.“ Saracchi könnte zurückkommen. Werner wird heute noch mal getestet. Ist skeptisch für Sonntag. Nur ein Thema, wenn es risikolos ist.

Weiter das Motivationsthema: „Sehr viele Spieler wissen genau, um was es geht. Aber nicht alle. Gestern war ein Musterbeispiel dafür. Man muss nur mal gucken, wie sich einige in der ersten Halbzeit bewegt haben.“ Salzburg mit guter, aber noch nicht mal herausragender Leistung.

Vor dem Spiel klargemacht, nicht von der Seite in die Mitte zu spielen. Mehrere Tage über den Matchplan gesprochen. Und dann spielt Mukiele einen Pass in die Mitte vor dem 0:1.

„In der zweiten Halbzeit gesehen, dass wir im Spiel auf Augenhöhe agieren können. Ausgleich erzielt und dann beim 2:3 nicht energisch genug verteidigt. Da muss man auch mal ein Foul ziehen.“ „Dass das Spiel in die Richtung gegangen ist, hatte mit der ersten Halbzeit zu tun. War kein Derby, bei dem jeder zeigen wollte,dass er gewinnen will.“ Zumindest nicht auf Leipziger Seite.

13.45

Rangnick: Unklar, ob die zwei ungenannten Spieler in Frankfurt im Kader stehen. „Geschichte wird sanktioniert.“ Ob sie im Kader stehen, hängt auch an der Personalsituation.

Um einen nächtlichen Ausflug vor dem Spiel geht es bei der Geschichte offenbar nicht.

Disziplinarische Fehlleistungen wirken auch auf den Rest der Mannschaft ab. „Salzburg wollte zeigen, dass sie besser sind. Bei uns gab es nur sechs, sieben Spieler, für die das galt.“ Hat letzte Nacht gegrübelt, ob die Aufstellung richtig war. „Habe Bruma und Mukiele zugetraut, dass sie ihre Rollen spielen können in der Spitze und links hinten.“ Taten sie aber offenbar nicht. „So ein Spiel wie die ersten 45 Minuten, da muss man neue Bewertungskategorien erfinden. Da fällt mir keine ein.“

13.50

Rangnick: „Gab zuletzt Spiele, in denen wir gut gespielt haben. Auch Hannover war ein Schritt nach vorn und hatte viel von dem, was wir uns vorgenommen haben. War zuversichtlich, das gegen Salzburg fortsetzen zu können. Zwei Schritte zurück. Bringt uns auch für das Frankfurt-Spiel in eine andere Situation. Müssen die Elf auf den Platz schicken, auf die man sich zu 100% verlassen kann.“ Versteht nicht, dass es Spieler gibt, die die Europa League nicht annehmen. „Man lernt auch mit 60 Jahren als Trainer nicht aus.“ Kündigt Trainerhandeln an und hofft auch auf Erziehungseffekte in der Mannschaft.

Regel in der Saison, dass absolutes Handy-Verbot im Stadion oder in der Kabine besteht. Klare Regeln, wann man zum Warm-Up geht. Also die Handy-Regel wurde offensichtlich gebrochen. Ob es für die Warm-Up-Regel auch gilt, bleibt unklar.

13.57

Rangnick: Fokus auf disziplinarische Dinge gelegt als Erfahrung aus der letzten Saison. Dachte, dass man schon weiter wäre.

„Fünf Tage lang in der Vorbereitung auf Salzburg auf jedes Detail geachtet.“ Und dann das (sinngemäß). „Drauf achten, dass sowas nicht mehr passiert.“ Noch mal Hannover als positives Beispiel, auf dem man aufbauen muss.

„Rein physisch Chancengleichheit mit Frankfurt, weil beide Europa League gestern. Sie hatten ein Erfolgserlebis, wir nicht.“ RB muss Reaktion zeigen. Größerer Teil der Mannschaft weiß, dass das gestern unwürdig war.

Noch mal die Frage nach der Ausbildungsvereinsgeschichte. Kann ich erstmal meine Mails checken.^^ (Mateschitz, Düdelingen, Salzburg, früher Budgets, Vereinsphilosophie, positive Veränderungen rauschen an meinem Ohr vorbei – Rangnick recht emotional seinen Weg verteidgend, vielleicht auch weil er gestern von den Salzburg-Fans gedisst wurde) „Auch Leipzig ist ein Ausbildungsverein.“ (Persönlich finde ich es nachvollziehbar, dass Rangnick recht emotional ist, wenn es in Salzburg Stimmen gibt, die ihm quasi seine dortige Aufbauarbeit madig machen wollen. Denn dass er dort viele Dinge auf den Weg gebracht hat, die gut für den Verein waren und die es vorher nicht gab, ist augenscheinlich. Dass es in Salzburg Fans gibt, die emotional ablehnend reagieren, wenn permanent ihre beliebtesten Spieler (wie ja gerade Akteure wie ein Ilsanker) nach Leipzig gehen, ist auf eben dieser emotionalen (aber nicht auf der rationalen) Ebene auch verständlich.)

14.02

Rangnick zur Defensive: „Hauptaufgabe, dass wir stabiler werden. Jeder muss da Verantwortung tragen. Auch gestern wieder zwei Tore geschossen. Das muss reichen, um Unentschieden zu spielen oder zu gewinnen.“ Nicht nur Teamfehler in der Defensive, sondern auch individuelle Fehler. „Müssen wir besser werden und gucken, dass Spieler wieder in normale Form kommen.“

Spricht schon von einem früher nicht reibungslosen Verhältnis mit Medien und Fans in Salzburg, was nach 2015 aufgrund der Abgänge nach Leipzig noch schlimmer wurde. Weist aber noch mal darauf hin, dass er die Grundlagen für die heutigen Erfolge dort mitgeschaffen hat.

Kann sein, dass Rangnick ein wenig von der Rotationsidee abrückt, wenn es Spieler gibt, auf die man sich nicht verlassen kann. Für die englische Woche in der Bundesliga geht vor, was die bestmögliche Mannschaft ist und wird nicht vorrangig nach Frische entschieden.

14.05

Rangnick zu Halstenberg: „Hat es überraschend gut gemacht bei seinem Comeback. Hab ihn heute erst kurz gesehen und weiß nicht, wie es ihm wirklich geht.“ Deswegen auch noch unklar, ob er Sonntag spielt.

Viel Gespräche mit dem Trainerstab, da es ja keinen Sportdirektor zum Austausch gibt. Jetzt noch Gespräche mit der Mannschaft im Ganzen und in einzelnen Gruppen.

14.08

Hui. Eine Rangnick-PK wie es sie immer mal gibt, wenn was passiert. Dann brennt der Baum. Nach so einer Niederlage psychologisch ja auch immer ganz gut, etwas zu haben woran man sich abarbeiten und wo man ansetzen und Aufbruch vermitteln kann. Irgendwas mit Spielvorbereitung, die nicht stimmte und in der sich quasi die Einstellung von Spielern zum Spiel ausdrückte. Dass er bei den Auswechslungen offenbar zwei der Übeltäter erwischte, war Zufall und nur deren sportlichem Auftreten geschuldet. Rausschmiss aus dem Kader haben die Spieler aber offenbar nicht zu befürchten, weil der Kader sowieso schon so dünn ist.

14.11

Mein interessantestes Detail, dass man fünf Tage lang die Vorbereitung auf das Salzburg-Spiel im Detail durchgezogen hat und dabei auch intensiv darauf hinwies, nicht von außen in die Mittelfeldzentrale zu spielen. Also wenn das wirklich stimmt, dann haben da einige Spieler tatsächlich extrem gut weggehört oder Anweisungen einfach ignoriert. Das wäre dann schon richtig wow, wenn du Spieler auf den Platz schickst, die entgegen des Spielplans alles mögliche machen nur nicht das, was sie sollten. Das wäre irre, weil das kannst du dir auf einem Fußballplatz ja nun wirklich nicht leisten.

14.12

Naja, schauen wir mal, wer dann am Sonntag aufläuft und wie das Spiel in Frankfurt abläuft. Lassen wir uns überraschen und die PK erstmal sacken. In diesem Sinne, genießt euer Wochenende.

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