Kaderschmiede RB Leipzig 2018/2019 – Update 2

Oder auch: Gehen Sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen.^^

Zwei weitere Neuzugänge hatte Ralf Rangnick bei RB Leipzig als Ziel bzw. als Wunsch für die Sommertransferperiode seit Wochen ausgegeben. Am Ende kam gar keiner mehr. Vielmehr verließ mit Massimo Bruno noch ein Profi den Verein (was aber nicht überraschen konnte, weil man sportlich nicht mehr mit ihm plante). Zudem ließ man mit Elias Abouchabaka einen möglichen Anschlussspieler (sogar ein Local Player) aus dem Nachwuchs leihweise gen Fürth ziehen.

„Relativ viel hängt noch am wichtigen Puzzlestück im zentralen Mittelfeld, das die ganze Statik und taktische Flexibilität des Kaders entscheidend mitbestimmen wird“, hieß es hier im Blog in einer Kaderzwischenanalyse Anfang Juli (die sich inzwischen quasi schon als finale Analyse erwies) und wenn man dieses Kriterium als Maßstab nimmt, dann hat RB Leipzig in einer zentralen Frage, nämlich in der Nachfolge von Naby Keita im zentralen Mittelfeld noch mal einen anderen Spielertyp als jene, die man hat, hinzuzuaddieren, versagt.

Amadou Haidara hatte seinen Vertrag in Salzburg (eventuell ja auch in Hoffnung auf die Champions-League-Gruppenphase) vorzeitig verlängert. Damit schied der wie die Faust aufs Kaderauge passende Wunschkandidat schon mal aus (könnte aber in einer der nächsten Transferperioden wieder zum Thema werden). Sebastian Rudy wäre eine Mischung aus Demme und Kampl und eine sportlich hochwertige Notlösung gewesen (Notlösung in dem Sinne, dass man eigentlich einen anderen Spielertyp suchte). Wenn sie denn wirtschaftlich Sinn gemacht hätte. Aber für einen 28-Jährigen hat man zurecht kein Gesamtpaket von irgendwas bei 35 Millionen Euro (Gehalt plus Ablöse) angefasst, auch weil man sich damit finanziell für die nächsten zwei Transferperioden zu stark eingeschränkt hätte.

Am Ende verzichtete man auf die Investition von geschätzt noch verfügbaren rund 20 Millionen Euro und verschob die Transfers auf die Winterpause. Dann, so die Mitteilung rund um das Düsseldorf-Spiel, kommen zwei Spieler, die man schon fest verpflichtet hat plus eventuell ein weiterer Spieler, den man noch verpflichten wird. So die Ansage. Dass Tyler Adams aus New York kommt, darf man als gesichert annehmen. Amadou Haidara könnte der Spieler sein, um den man gerade noch buhlt. Bliebe noch ein dritter Spieler, der dann eher ein offensiver Akteur wäre (also ein Spieler, der quasi anstelle von Lookman käme, den man nicht von Everton loseisen konnte).

Das ist natürlich ein schöner Winterplan, aber bis dahin warten auch noch mal eben 22 Pflichtspiele in Bundesliga, Europa League und DFB-Pokal. Wohlgemerkt nachdem man bereits neun Pflichtspiele abgerissen hat. Für diese Aufgaben hat man nun (wenn man mal die formellen Local-Player-Additionen weglässt) einen Kader von 18 Feldspielern und drei Torhütern zusammen.

18 Feldspieler für das straffe Programm mit acht englischen Wochen (und die Länderspielpausen zwischendurch bedeuten ja auch für über die Hälfte des Kaders Reisestress und Belastungen). Das ist durchaus sehr, sehr knapp berechnet. Zumal man ja traditionell nicht allzu sehr damit rechnen muss, dass Nachwuchsspieler zwingend eingebaut werden (wobei die Chancen für die U19-Akteure bei dem dünnen Profi-Kader automatisch steigen). Ralf Rangnick hatte in der Vorbereitung ja schon erklärt, dass sich da niemand aufgedrängt hat. Dass man jetzt schon den Kadermove für den Winter macht und zwei Neuzugänge fixiert, zeigt ja auch, dass man intern offenbar nicht daran glaubt und darauf setzt, dass Nachwuchsakteure die derzeitge Kaderlücke nachhaltig füllen.

Letztlich zeigt die Transferperiode auch, dass der Spielraum für RB Leipzig enger geworden ist. Rund 20 Millionen Euro Plus dürfte man diese Saison gemacht haben (wenn man Einnahmen und Ausgaben mal so simpel gegenüberstellt). In den ersten beiden Spielzeiten lag man bei einem Minus von insgesamt 100 Millionen Euro. In der ersten Bundesligasaison konnte man das Minus vor allem deswegen machen, weil die Gehälter noch vergleichsweise gering waren (und Transferausgaben ja nicht komplett in dem Jahr verbucht werden, in dem sie getätigt werden, sondern über die Vertragslaufzeit abgeschrieben werden, sprich die 70 Millionen Minus im ersten Jahr nur zu vielleicht rund 15 Millionen Minus in die Gewinn-Verlustrechnung einflossen).

In der zweiten Bundesligasaison konnte man die Transfersumme, die man in dem Jahr verbuchen musste vermutlich recht gut über die Champions-League-Einnahmen gegenrechnen. Aber schon dort setzten die steigenden Gehälter einen engeren Rahmen. Je stärker man die Topspieler auch als Topspieler bezahlt, desto mehr Geld fällt auch an anderen Ecken weg. In dieser Saison konnte man den Champions-League-Verlust in Sachen Umsatz vermutlich durch den Keita-Verkauf relativ gut ausgleichen. Trotzdem sind ganz große Sprünge (im Sinne von deutlich höheren Transferausgaben) nicht drin, weil die Kaderkosten weiter steigen und weil man hohe Transferausgaben mit in die Folgejahre schleppen würde, was dann im Fall der Fälle bedeuten würde, dass man zum Stemmen steigender Transferbelastungen fast schon die Champions Leaague erreichen muss.

Verbessern wird sich die Einnahmeseite in den nächsten ein, zwei Jahren dadurch, dass man sukzessive in den nationalen und internationalen TV-Geld-Rankings der DFL steigt (wo man aktuell noch eines der schwächeren Bundesligateams ist und 50 Millionen Euro weniger einnimmt als der FC Bayern München), worüber man wiederum besser laufende Kosten wie Gehälter und deren Steigen gegenfinanzieren kann und dann entsprechend auch etwas mehr Transferspielraum bleibt. Tja, mit dem sportlichen Wachstum (und den gehobenen Ansprüchen an Spieler und den gehobenen Forderungen von Spielern) auch wirtschaftlich mitzuhalten, ist halt dann doch nicht ganz so einfach.

Egal wie, Fakt ist, dass eine Mischung aus wirtschaftlichen Hintergründen und sportlichen Erwartungen die Transferperiode so hat ausgehen lassen, wie sie ausgegangen ist. Nach Spielern zu suchen, heißt Spieler holen zu wollen, die im besten Fall maximal 23 sind und auf Niveau der Top 4 in Deutschland mitspielen können. Da fallen 99% der Spieler in dem Alterssegment schon mal raus und vom restlichen Prozent sind 90 von 100 nicht bezahlbar oder bei Vereinen unter Vertrag, von denen sie nicht weg wollen. Das letzte Promille kann man dann danach absuchen, ob derjenige in die Spielidee passt und ob er überhaupt auf der Position spielt, für die man sucht. Dass bei der Suche dann ein perfekter Spieler wie Haidara rauskommt, ist dann schon fast ein wenig Zufall. Dass der dann vielleicht auch mal nicht zu haben ist, selbst wenn er aus Salzburg kommt, ist halt so.

Sprich, dass du als RB Leipzig in einem Sommer vielleicht auch mal nicht alle Spieler bekommst, die du bekommen wolltest, ist auf dem Level, auf dem man sucht, eher normal als ungewöhnlich (und gab es ja früher auch schon, wenn man an Embolo denkt). Dass man so gar keinen Plan B zu haben schien, darf man als ein wenig fahrlässig ansehen. Wenn man allerdings die gewünschten Spieler ein halbes Jahr später kriegt, würde es jetzt auch keinen Sinn machen, den Kader mit Notlösungen zuzupflastern. Ist halt die Frage, ob man mit der Idee, die Wunschkandidaten vom Trainer bis zu den Spielern einfach immer erst für die Zukunft und nicht für sofort zu holen, auf dem richtigen Dampfer ist.

Denn so sehr man mit der Bekanntgabe von Ralf Rangnick intern und extern der Interpretation einer Übergangssaison entgegengetreten ist, so sehr vermittelt sich durch die Untätigkeit auf dem Transfermarkt in der späten Phase des offenen Transferfensters der Eindruck, dass es dann doch eine Übergangssaison wird. Weil nun nicht nur der gewünschte Trainer erst in einem Jahr kommt, sondern auch die gewollten und gewünschten Transfers erst später kommen und man mit 18 Feldspielern in drei Wettbewerbe startet, die schon mit 20 Feldspielern durchaus eine Herausforderung gewesen wären.

Die Reduktion auf einen kleinen, aber feinen Kader kann dem Verein noch ganz schön auf die Füße fallen. Vor allem wenn ein, zwei Verletzungen vor allem in der Mittelfeldzentrale dazu kommen. Da darf eigentlich gar nichts mehr passieren. Denn U19-Spieler wie Niclas Stierlin, Erik Majetschak oder (im Notfall) Tom Krauß oder Noah Holm oder wen auch immer kann man natürlich auch mal bei den Männern reinschmeißen. Eine tragende Rolle werden und können sie aber nicht spielen. Entsprechend muss der 18er-Profi-Feldspielerkader die Hinrunde wuppen. Und wenn da ein, zwei zentrale Akteure ausfallen, wird es schnell ganz, ganz dünn. Aber schauen wir es uns im Detail an.

Tor

Peter Gulacsi (28), Yvon Mvogo (24), Marius Müller (25), Julian Krahl, (18)

Am Ende die erstaunliche Variante, dass Müller und Mvogo gleichzeitig im Verein bleiben, während man Coltorti wohl nicht ganz reibungslos nicht noch mal für ein Jahr verlängert hat. Für Müller bedeutet das, dass ein verlorenes Jahr wartet, denn dass er relevante Einsatzzeit bekommt, ist nicht anzunehmen. Mvogo und Gulacsi sind relativ auf Augenhöhe (bei unterschiedlichen Stärken und Schwächen) mit leichten Vorteilen aufgrund von Erfahrung und Vergangenheit für den Ungarn. Hinter den beiden kommt lange nichts, wobei Krahl den Vorteil hat, dass er halt bei der U19 hält. Man darf gespannt sein, wie viel Bock Mvogo und Gulacsi längerfristig auf dieses Jobsharing-Spiel haben. Gewöhnlicherweise findet es kein Torwart witzig, wenn er sagen wir bei einem wichtigen Spiel im Celtic-Park nicht im Kasten steht, nur weil er am Wochenende gegen Mainz halten darf (und andersherum). Von daher darf man die kommende Saison eher als eine begreifen, in der möglicherweise (bei wechselnder Spielzeit für die beiden Keeper) die Nummer 1 ausgefochten wird, mit der man dann in die nächste Spielzeit geht.

Außenverteidigung

Marcel Halstenberg (26), Lukas Klostermann (22), Konrad Laimer (21), Marcelo Saracchi (20)

Wenn Halstenberg relativ schnell wieder fit wird, ist RB auf den Außenverteidigerpositionen eigentlich sehr gut besetzt. Klostermann zuletzt mit deutlich ansteigender Form, aber auch in manchen Situationen einer Passivität, die einem wie Laimer völlig fremd ist, weswegen der hinten rechts auch mehr als eine Notlösung ist. Aufgrund der dünnen Besetzung auf der Sechs könnte Laimer aber auch wieder verstärkt im Mittelfeld gefordert sein.

Mit Saracchi hat man einen Linksverteidiger verpflichtet, der mit seiner ganzen aufgedrehten Art perfekt in den Fußball passt, der Ralf Rangnick vorschwebt. Ob er auch noch so gut zu Nagelsmann in einem Jahr passt, der in Hoffenheim mit anderen Außenverteidiger-Typen spielt, ist jetzt noch nicht so wichtig. Mit Mukiele hat man für die rechte Seite noch einen weiteren sehr guten Spieler in der Hinterhand.

Innenverteidigung

Willi Orban (25), Dayot Upamecano (19), Ibrahima Konaté (19), Nordi Mukiele (20)

Potenziell eigentlich ein sehr starkes Quartett. Wenn denn Upamecano wieder komplett in Schwung ist. Konaté hat sich in der Vorbereitung (Luhansk-Rückspiel ausgenommen) extrem in den Vordergrund gespielt und auf dem Niveau präsentiert, das Upamecano letzte Saison hatte. Mukiele ist von seinem Potenzial her in einer ähnlichen Kategorie unterwegs mit etwas stärkeren technischen Fähigkeiten (weswegen er unter Umständen sogar der bessere Rechtsverteidiger oder sowieso ein gutes rechts Glied in einer Dreierkette wäre).

Willi Orban fällt gegenüber dem Franzosen-Trio schon fast ein Stück ab. In Sachen Zweikampfverhalten und Stellungsspiel ist Orban immer noch eine Bank. Gerade die Tatsache aber, dass man diese Saison durch das hohe Verteidigen noch mal mehr Geschwindigkeit für die Restfeldverteidigung braucht, könnte dem Kapitän der Vorsaison durchaus zu schaffen machen. Kleines Manko an der Innenverteidigungsbesetzung auch, dass da kein richtiger Linksfuß dabei ist. Positiv: Für Notfälle hat man auch noch Ilsanker für die Position des Innenverteidigers.

Zentrales Mittelfeld

Diego Demme (26), Kevin Kampl(27), Stefan Ilsanker (29)

Diese Position bleibt die Baustelle. Für Kevin Kampl gibt es genaugenommen keinen Ersatz. Stefan Ilsanker ist auf dieser Position vor allem in einem 4-3-3 als alleiniger Sechser gefragt. Im System mit Doppelsechs könnte es für ihn mit seinen Offensivqualitäten eng werden. Diego Demme ist weiter die laufstarke Passmaschine. Konrad Laimer könnte hier auch aushelfen (und wird auch aushelfen müssen) und wäre zumindest ein guter Arbeiter gegen den Ball.

Was fehlt ist halt ein kreativerer Spieler, einer der auch mal die Dynamik für eine Eins-gegen-Eins-Situation hat und trotzdem in der Arbeit gegen den Ball aggressiv ist. Ein Haidara halt. Der ist nicht da und ein Plan B wurde nicht geholt. Entsprechend ist man im Maschinenraum des Fußballs zu dünn und spieltaktisch zu eindimensional besetzt. Marcel Sabitzer hier mit einzubinden (als Achter) wie Ralf Rangnick laut nachdachte, würde die Problemlage auch nicht lösen, weil der Österreicher seine Stärke eher beim Schwimmen zwischen den Ketten und nicht beim Eröffnen eines Spiels mit zwei Ketten vor sich hat.

Egal wie man es dreht und wendet und egal ob man Stierlin (der aber auch eher defensiver Sechser wäre) vielleicht schon bereit für diese Position sieht (vom Spielverständnis wäre er das), in der Breite ist RB im zentralen Mittelfeld zu schwach und zu dünn aufgestellt. Angesichts dessen, dass seit einem Jahr klar ist, dass der Transfer für diese Position der wichtigste Transfer wird, eine Nachlässigkeit, die richtig teuer werden kann.

Offensives Mittelfeld

Emil Forsberg (26), Marcel Sabitzer (24), Bruma (23)

Auch hier fehlt genaugenommen ein Spieler, weil man Ademola Lookman nicht gekriegt hat und ein Plan B nicht aus dem Hut gezaubert wurde. Da man Kampl im zentralen Mittelfeld braucht, wird er wohl auch über die Saison selten auf der Zehn spielen (wo er in der Vorbereitung eigentlich ganz gut aussah).

Problem an der Zehner-Position bisher auch, dass Sabitzer noch nicht auf dem Niveau der letzten Hinrunde ist und Bruma für seine Anlagen und sein Potenzial viel zu ineffektiv agiert. Da auch Forsberg noch ein bisschen braucht, um richtig fit zu sein (hatte zuletzt gute Spiele, aber auch schwächere (Düsseldorf)), ist das gerade nicht so richtig viel, was RB im offensiven Mittelfeld auf den Platz bringen kann.

Dass man hier keine Kaderauffrischung betreiben konnte, könnte auch teuer werden, könnte man aber auch durch einen Matheus Cunha oder durch eine Umstellung auf ein 4-3-3 (das man jetzt ja schon einige Male gewählt hat) auffangen. Trotzdem hat man durch den Verlust von Lookman auch hier an Qualität verloren. Ein Erik Majetschak könnte man hier auch spielen lassen, aber das halt tatsächlich eher als Kaderergänzung.

Sturm

Timo Werner (22), Jean-Kevin Augustin (21), Yussuf Poulsen (24), Matheus Cunha (19)

Stell dir vor, du bist 24 und der älteste Stürmer im Team. So geht es Yussuf Poulsen gerade, der sehr zu kämpfen haben wird, einen Platz im Team zu ergattern (wobei der neue Fokus auf das Spiel gegen den Ball und auch mal auf den den Kampf um zweite Bälle dem Dänen entgegenkommt). Fußballerisch ist Augustin von dem Quartett der beste und kompletteste und er war in den letzten zwölf Monaten auch der effizienteste, wenn auch nicht immer fleißigste Stürmer. Timo Werner steht vor einer interessanten Saison. Der Start war eher so durchschnittlich und er muss jetzt zeigen, dass er wirklich zu einem Topspieler werden will. Die letzten Monate waren in vielerlei Hinsicht in Klub und Nationalteam ein Rückschlag . Und dann ist da auch noch ein Cunha, der vor allem einen sensationellen Torabschluss aus allen Lebenslagen und mit allen Körperteilen hat. Das Sturmquartett ist sehr interessant und vor allem auch sehr vielseitig zusammengestellt.

Im Sturm gibt es also keine Baustelle. Genausowenig auf der Außenverteidigerposition (zumindest nicht nominell, hängt halt davon ab, wie gut Halstenberg aus seiner Verletzung kommt und wo Klostermann sich hinentwickelt). Im Tor hat nur Marius Müller ein (selbsgewähltes Bank-) Problem. In der Innenverteidigung könnte Willi Orban im Saisonverlauf etwas zurückfallen, zumindest wenn das Franzosen-Trio sein Potenzial abruft. Bleiben halt die beiden Mittelfeldpositionen. Dass RB Leipzig in diesem wichtigen Bereich gleich zwei Positionen für dreieinhalb Monate unbesetzt lassen will, das ist eine vorsichtig gesagt sehr interessante Kaderplanung, mit der man auch voll an die Wand fahren kann.

Jammern muss man darüber nicht, weil es halt selbstgewähltes Schicksal ist. Und vergessen sollte man darüber auch nicht, dass die drei Neuzugänge, die man geholt hat, tatsächlich sehr gute Kader-Additionen sind. Drei Akteure mit deutlich sichtbarem Potenzial, die auf ihre unterschiedliche Art viel Spaß machen und die sich auf ihren Positionen schon gut eingefügt haben. Insofern bleibt so ein bisschen ein ungläubiges Staunen, dass RB Leipzig im zentralen und offensiven Mittelfeld mal eben so gar nichts gemacht hat, um Keita und Lookman zu ersetzen, aber es war, wenn man auf Mukiele, Saracchi und Cunha blickt, auch nicht alles schlecht. Insgesamt ist der Kader in der Breite etwas besser besetzt, in der Spitze und in Sachen Kreaitivität in der Zentrale fehlt es nach den Abgängen von Keita- und Lookman.

Wenn man es aufstellungstechnisch mal zum jetzigen Zeitpunkt durchgeht, dann könnte es auf folgendes hinauslaufen.

  • 4-2-2-2: Gulacsi – Klostermann, Mukiele (Upamecano), Konaté, Saracchi – Demme, Kampl – Sabitzer, Forsberg – Werner (Poulsen), Augustin
  • 4-3-3: Gulacsi – Klostermann, Mukiele (Upamecano), Konaté, Saracchi – Demme (Ilsanker) – Kampl (Demme), Forsberg (Kampl) – Sabitzer (Bruma), Augustin, Werner

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Teamfoto von RB Leipzig von Mitte August. | GEPA Pictures
GEPA Pictures

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3 Gedanken zu „Kaderschmiede RB Leipzig 2018/2019 – Update 2“

  1. Mit der Qualität der 3 Neuzugänge bin ich auch sehr zufrieden. Mukiele hat am Sonntag ein überzeugendes Spiel geliefert, Cunha ist ein echter Rohdiamant der vielleicht doch noch mal das Tor des Monats schießt.
    Am überzeugendsten finde ich aber Saracchi, der gleichermaßen offensiv und defensiv hervorragend arbeitet, schnell, ballsicher und zweikampfstark ist. Auch seine gelegentlich unfairen Aktionen verbunden mit Gelb- und Rotgefahr hat er im letzten Spiel abgelegt. Ich bin mir sicher, dass daran vereinsintern gearbeitet wurde und er die gewohnte Härte aus der Argentinischen Liga (hoffentlich nicht nur vorläufig) abgelegt hat. Wenn er nur noch die gewonnenen Räume in gute Pässe und Flanken umsetzen würde…

  2. Auch ich bin mit den Neuzugängen mehr als zufrieden, sicher es hätten die beiden Stützen für die angesprochenen Position im ZM/OM mehr sein können, aber es hat leider nicht geklappt. ob es nun am Geld (Lookman) oder am „Ich möchte noch die Meisterschaft zu ende spielen“ (Adams) lag/liegt. Das sei jeden selber überlassen, darüber zu spekulieren…

    Als Alternative (oder sogar mehr als das) für das ZM sehe ich zum Beispiel Mukiele, der mich am Sonntag sehr überzeugt hat was Balleroberung und Spieleröffnung von der rechten Außenbahn betrifft. Warum Ihn nicht als Zentralen 6 neben einen Demme stellen? Dort würden seine Technischen Fähigkeiten, seine Größe und Zweikampfstärke, mMn besser zur Geltung kommen. Desweitern zieht es ihn eh viel mehr in die Mitte als für einen Flügel Flitzer gut ist.

    Was auch dafür spricht ist das er sich doch noch einige Pausen nimmt wenn er mal die Grundlinie runtergelaufen ist und eher dazu neigt im lockeren Trab zurück zu eilen. (was selbstverständlich auch an seiner Fitness liegen könnte, sprich 1-2Kilozuviel, Verletzung)

    Ansonsten abwarten und Tee trinken, wer weiß für was das alles gut sein wird, Stichwort Jugendspieler ;)

    LG Markus

  3. Dein Eingangssatz ist wieder mal goldig.
    Gibt ja im Grunde kein Update vom letzten Mal, außer Abgang Bruno.

    Trotzdem Pflicht den Blog zu lesen und kommentieren.
    (Warum nicht Deine vielen Twitter-Verfolger tun und lieber drüben, nun ja, Schade)

    Egal, man hätte den Blog auch beginnen können mit dem Satz der Sätze von RR:

    https://twitter.com/crankRBL/status/1035563474229846018
    (Gut, das unser guter Crank, solche Dinge gut aufhebt)

    Tor
    Bin ich sehr zufrieden, auch weil RR nicht wie RH Mvogo in den beiden anderen Wettbewerbe in dasTor stellt.
    Gefällt mir sehr.

    AV
    eine große Baustelle mit richtig guten Spielern geschlossen. In dieser 4-Kombo ist mMn das Beste in der Buli.

    IV
    Eigentlich auch gut, dumm nur, das Orban stagniert und Upa gerade mal bei 60-70% von seiner Leistung aus dem Vorjahr spielt. Und Konate gerade der Beste von der IV ist, aber ich mich im Stadion immer an den Kopf fasse, wenn dieses Oh ertönt, wen Ibu mal etwas ungeschickt agiert. Der Junge ist 19!
    Trifft aber auch auf viele andere zu.

    ZMF
    Oder auch des Pudels Kern.
    Ja, man hat nicht sofort den Wunschspieler bekommen, aber da hätte man in den sauren Apfel beissen müssen und wie bei Kampl einen U25 Spieler verpflichten, der weiterhilft (und die gab es)
    Demme mal rot und Kampl verletzt (oder umgedreht) und schon brennt es lichterloh. Gut Ilse kann immer aushelfen im DMF und auch Laimer könnte dies tun, aber so brickelnd ist das nicht.
    Was also tun?
    Drüben bei TM hatten wir mal die Idee, Konate, Upa oder Halstenberg auf die 6/8. Klingt erstmal verrückt, aber warum nicht. Wenn Upa oder Ibu ihre Lucio-Gedächnis- Dribblings als IV ansetzen bekommt man schon Schnappatmung. Aber im MF wäre dies nicht so dramatisch. (Halste wäre nur für 6 gedacht)

    OMF
    Sabitzer aus der Verletzung kommend , gerade ein Schatten seiner selbst, Bruma kennt immer nur noch den „Robben-Move“ und Forsberg ist auf dem aufsteigenden Ast und zack Leistenbeschwerden. Na ja.

    Sturm
    Mit Cunha einen Klasse Transfer getätigt, aber warum dieser tlw. auf der 8 spielen muss, ist mir auch heute noch schleierhaft. Ebenso warum Werner durchspielen darf. Ja, er brauch Spielpraxis, aber wenn er bei 80% erst ist ebenso seine Pausen.

    Gerade deswegen sind diese LSP so suboptimal. Klar wollen und sollen die Spieler für ihr Heimatland spielen. Aber 14 Abstellungen von RBL geht gar nicht. 7-8 wären in Ordnung, da kann ein normales Training zu Hause stattfinden. (Gut, Stand jetzt, kommen einige eher zurück bzw. sind gleich da geblieben) Aber wenn man diese 14 und mehr abstellen muss, wird aus den 8 englischen Wochen ratz fatz 14, sprich durchspielen bis zum Winter.

    Du bist ja oft am Cottaweg bei der U17/19 bzw. kennst da 2 Experten und ich (kein Experte), die dort regelmäßig sind. Ich sehe es nicht so wie RR und denke schon, daß es dort einige Kanditaten gibt, die man nicht nut zur Not in der 1. Elf spielen lassen kann.

    Deine Aufstellungsvarianten sind gut, nur da fehlt auch die 3/5er Kette. ;-)

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