Fußball und Investment

Herr Beiersdorfer, in Hamburg waren Sie eine Integrationsfigur des Vereins, die Fans standen hinter Ihnen. Nun arbeiten Sie bei einem Klub mit Investment-Assoziation. Wie passt das zusammen?
Dietmar Beiersdorfer: Das ist eine spannende Frage, die auch ich mir gestellt habe. Ich als jemand, der von einem Fußballklub mit weit über 100 Jahren Tradition kommt, diese gelebt hat. Aber ich hätte nach der Zeit beim HSV auf absehbare Zeit nicht für einen anderen Bundesliga-Klub arbeiten können. Und die Aufgabe mit einer Verantwortung für ein weltweites Engagement ist eine Konstellation, die es in dieser Branche wohl selten noch einmal gibt. In den Gesprächen mit Dieter Mateschitz haben mich außerdem einfach seine Werte beeindruckt. […] Insgesamt will mir nicht einleuchten, dass sich Fußball und Investment ausschließen sollen. Das ist nicht mehr voneinander zu trennen. Oder glauben Sie, dass es bei Bayern, Wolfsburg, Leverkusen, Barca oder auch in Duisburg und Bielefeld nicht so ist. Es geht allein um eine nachhaltig gelebte Fußball-Kultur. (Dietmar Beiersdorfer am 19.03.2010 gegenüber spox.com)

Recht hat er, der Herr Beiersdorfer.

Pressekritik

„Wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Da werden schon 5:0-Siege schlecht geschrieben und ins Negative gezogen.“ (Tino Vogel, Trainer bei RasenBallsport Leipzig in der LVZ vom 19.03.2010)

Sehr geehrter Herr Vogel: Bei allem Respekt, der Ihnen und Ihrem Stab und Ihrer Mannschaft auf jeden Fall gebührt, ob einer derzeit überlegenen Tabellenführung (früher hat man in Leipzig Geld investiert ohne Erfolg zu haben): Die Ziele des RB Leipzig sind sicher NICHT das überlegene Gewinnen der diesjährigen 5.Ligameisterschaft. Von einem Team, das sich perspektivisch in professionellen Dimensionen bewegen soll und will, muss man schon erwarten, nach JEDEM Spiel z.B. kritisch über die eigenen spielerischen Fähigkeiten und sowohl aktuelle als auch mittel- und langfristige Verbesserungsmöglichkeiten nachzudenken. Und das offensiv oft planlos wirkende Gestochere insbesondere in der ersten Hälfte beim 5:0 gegen Borea Dresden bot für solche Gedanken reichlich Anlass, wenn man mal vom sicherlich hübschen Ergebnis absieht. Dass alle die schreiben wollen und können, sich genau auf diese Mängel bei den Bullen stürzen, liegt dabei auf der Hand. Fragen Sie mal beim FC Bayern nach..

Unaufhaltsam

„Fußball-Oberligist RB Leipzig-Markranstädt ist nicht mehr aufzuhalten“,

heißt es auf der offiziellen RasenBallsport-Homepage [broken Link]. Wie jetzt? Kommt Franck Ribéry? Beendet Michael Ballack seine Karriere in Leipzig? Wird Jogi Löw ab der neuen Saison Trainer der Bullen? Schließlich suchen vermutlich alle drei ab dem Sommer neue Herausforderungen. Aber nichts da:

„Neben der souveränen Tabellenführung mit sieben Zählern Vorsprung auf den Tabellenzweiten FSV Budissa Bautzen gibt es in der Innenstadt ab sofort eine zweite Anlaufstelle zum Erwerb von RB-Fanartikeln.“

Na dann kann ja nichts mehr schief gehen auf dem Weg nach oben..

Transfergerüchte: Watzka, Geißler, Möckel, Fillinger

Maximilian Watzka (Quelle: Guido Schäfer irgendwann in der LVZ): einer für das rechte Mittelfeld, das bei RasenBallsport derzeit von Toni Jurascheck und Michael Lerchl nicht sonderlich stark besetzt ist. Watzka kommt aus Leipzig, kommt vielleicht gerne wieder zurück, ist im besten Fußballalter und ablösefrei zu haben. Ob er allerdings die Qualitätsstandards der sportlichen Leitung von RasenBallsport erfüllen kann, bliebe abzuwarten. Meiner Meinung nach reicht sein Potenzial nicht viel weiter als bis ins obere Mittelfeld der 3.Liga.

Tom Geißler (Quelle: Guido Schäfer irgendwann in der LVZ): spielt derzeit in Koblenz linken Verteidiger, gehört aber sicher eher ins Mittelfeld. Träfe auf der linken Seite auf die Herren Schumann, Streit und Müller, zu denen er sicher eine ernstzunehmende Alternative wäre. Lange Jahre Zweitligaerfahrung (Aue, Osnabrück, Koblenz), leider auch viele Verletzungspausen. Kommt aus Leipzig, möchte vll. wieder zurück? Sportlich sicher ein interessanter Spieler, der bis ins obere Mittelfeld der 2.Liga mithalten könnte. Leider noch Vertrag bis 2011 und wenn man der bisherigen RasenBallsport-Linie folgt, dann wird man wohl für neue Spieler auch beim Regionalliga-Aufstieg keine Ablsöe bezahlen.

Jens Möckel (mein Vorschlag): junger Innenverteidiger mit Potenzial, derzeit in Erfurt unter Trainer Hörgl nicht immer erste Wahl. Einer, der sich immer reinhängt und die dünn besetzte und leicht überalterte Abwehr verstärken könnte, zumal er Situationen, in denen er nur auf der Bank sitzt als Herausforderung nimmt, an sich zu arbeiten und sich zu verbessern. Sympathischer, ehrgeiziger Spieler, der aus Leipzig kommt und vll. auch wieder zurück will? Problem: vereinsseitig besteht die Option, den Vertrag mit Möckel um ein Jahr zu verlängern. Falls man in Erfurt mitbekäme, dass RB Leipzig über ihn nachdenkt, wird man die Option sicher ziehen und sei es, um noch ein paar Euro Ablöse für ihn zu kassieren. Ob man bei RasenBallsport bei diesem Spiel mitmacht, scheint sehr fraglich.

Mario Fillinger (BILD vom 10.03.2010): wie Tom Geißler ein Linksfuß, offenbar vor allem offensiv ausgerichtet. Glaubt man den Internetberichten ist er verletzungsanfällig, unkonstant in seinen Leistungen und ein Schönwetterspieler. Fillinger, dessen Vetrag 2010 ausläuft, besitzt gehobenes Zweitligaformat und ist aus diesem Grund auch für Zweit- und Drittligisten von Interesse. Hätte es schwer, sich im linken, offensiven Mittelfeld auf Anhieb gegen Lars Müller durchzusetzen, es sei denn Müller würde in die Abwehr zurück rücken. Dass RasenBallsport Fillinger UND Geißler verpflichtet, scheint zweifelhaft. Einer von beiden würde dem Verein sicher gut zu Gesicht stehen.

Aktivitäten gegen den modernen Fußball

Der moderne kommerzorientierte Fußball und die finanziell-sportlich dahinsiechenden Traditionsvereine, das sind für viele Fans zwei Seiten derselben Medaille. Aktivitäten gegen den modernen Fußball beschränken sich dabei oft auf Beschimpfungen und Drohungen (wie bspw. das ‚Wir kriegen euch alle‘ der Lok Leipzig-Kurve beim Spiel gegen RasenBallsport Leipzig). Doch es gibt auch ganz praktische Handlungsanweisungen. Zwei seien hier in aller Kürze vorgestellt.

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HFC-Ultras in der Kritik

Bei der Jugendbande/Saalefront (JB/SF), einer Ultra-Gruppierung beim HFC Chemie will man unter anderem RB Leipzig töten. Eine unterstützenswerte Bemerkung zum Thema:

“Es ist unglaublich, wie die „Ultras“ des HFC ihre Wahnvorstellung eines Vereins, den sie angeblich unterstützen, von den Funktionären des Vereins, den Spielern des Vereins, und vielen Fans des Vereins loskoppeln können”, kritisiert der Arbeitskreis Kritischer Studenten an der MLU. “Oft behaupten sogenannte Ultras, kritisiert man rechte Sprüche im Stadion, sie seien unpolitisch und Politik habe im Stadion/Fussball nichts zu suchen“, heißt es in einer Mitteilung. “Die Kampagne „Tötet RB“ oder die Sprüche „HFC – Fuck Antifa“, „88“ und „JUDEN“ sprechen eine andere Sprache.” (halleforum.de [broken Link], empfohlen auch die Kommentare zum Artikel [broken Link])

Budissa Bautzen vs. RasenBallsport Leipzig 0:2

Das Spitzenspiel zwischen Budissa Bautzen und RasenBallsport Leipzig war wohl – glaubt man den Berichten – seitens der Bullen ein typisches Spiel: routiniert, aber uninspiriert; defensiv sicher, offensiv dürftig.  Zwischen dem 20. und dem 28.03. geht es dann heiß her: Zuerst kommt die Zweite von Dynamo (die derzeit Vierter und an guten Tagen sicher wesentlich stärker ist als Budissa), vier Tage später dann die Zweite von Carl Zeiss (derzeit Dritter) und abschließend geht es in die Schüssel zum Spiel gegen Lok. Vorausgesetzt die RasenBallsportler holen in den drei Spielen mindestens 6 Punkte kann man sich zu Ostern schon mal ein kleines Gläschen Aufstiegssekt gönnen.

Liveticker vom Budissa-Spiel [broken Link] gibts auf der RB Leipzig-Website, beim MDR gibt es einen kurzen Spielbericht in Schrift und Bild [broken Link/ 20.04.2011].

Das Spiel aus RB Leipzig-Sicht: der Verein [broken Link], Fans.

Das Spiel aus Budissen-Sicht: der Verein [broken Link], Fans [broken Link]

Rückrundenausblick

So, es ist nun bereits Mitte März. Zeit, dass die Fußballsaison auch in den unteren Spielklassen mal wirklich und nicht nur tröpfchenweise startet. Und auch wenn es derzeit nicht gesichert ist, dass die Saison tatsächlich durchstartet, scheint die Zeit reif, einen kurzen Blick auf die Chancen und Potenziale der bestplatzierten Leipziger Vereine zu werfen.

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Am Anfang war der Name

Ganz ehrlich: Ich bin froh, dass RB Leipzig nicht Red Bull Leipzig heißt/ heißen darf. Gar nicht mal unbedingt, weil ein Red Bull Leipzig gegen VW Wolfsburg oder SAP Hoffenheim unerträglich wäre. (Schließlich hat man sich im Basketball auch an das Spiel Telekom Baskets Bonn gegen Opel Skyliners Frankfurt gewöhnt.) Nein, weil RasenBallsport Leipzig der bestmögliche aller für den Red-Bull-Ableger in Leipzig denkbaren Namen ist. Sicher, Rote Brause Leipzig hätte mir aufgrund seiner grandiosen Selbstironie auch gut gefallen, aber das wäre für eine Firma im Red Bull-Maßstab wohl des Guten ein wenig zu viel gewesen.

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Die Causa Zwanziger

Was auch immer zwischen Amerell und Kempter oder anderen Schiedsrichtern passiert sein mag, mit einem hat Herr Amerell vermutlich recht: „Zwanziger hat in blindwütiger Weise zwei Menschen kaputtgemacht, die Ehre von zwei Menschen auf dem Altar der Öffentlichkeit geopfert. Er ging mit uns um, wie mit zwei Holzstücken, wo man draufhauen kann.“ (siehe Süddeutsche Zeitung vom 05.03.2010) Nach dem Verklagen des Sportjournalisten Weinreichs [broken Link] und dem öffentlichen Nachgetrete gegenüber Löw und seinem Team anlässlich von Vetragsverhandlungen die nächste, eigentümliche Geschichte, die in Zwanzigers Vater-der-Kompanie-Manier ganz schön daneben geht.

PS: Bei direkter-freistoß.de finden sich diverse lesenswerte Artikel zum Thema Amerell-Zwanziger-Kempter.

Update PS: Die FAZ hat in Person von Patrick Bahners einen Artikel zu Zwanzigers Auftreten im Fall Amerell vs. Kempter geschrieben. Prädikat: sehr lesenswert.

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