DFB-Pokal: Hamburger SV vs. RB Leipzig 1:3

Halbfinale im DFB-Pokal. Auswärtsspiel beim Hamburger SV. Eine Partie, in der du als Bundesligist beim Zweitligisten, der vor der Partie die Underdog-Karte ganz stark ausspielte, eigentlich nur verlieren kannst. RB Leipzig löste diese Aufgabe mit Abzügen in der B-Note letztlich recht souverän und gewann verdient mit 3:1.

Ralf Rangnick schickte mit Willi Orban und Yussuf Poulsen zwei neue Akteure in die Partie. Mukiele und Cunha mussten dafür auf die Bank. Organisiert war die Mannschaft zu Beginn des Spiels in einem 4-2-2-2, das klassische RB-System, das zuletzt gar nicht mehr so häufig gespielt wurde.

Der HSV auf der anderen Seite setzte nicht unerwartet auf eine Dreierkette. Überraschend fehlte Sakai in der Startaufstellung. Auch Wintzheimer saß nur auf der Bank. Insgesamt war es aber eine spannende und recht offensiv aufgestellte Formation. Mit Vagnoman und Jatta zwei schnelle Spieler für die Außenbahnen. Mit Mangala und dem ins Mittelfeld gezogenen Santos zwei spielstarke Akteure für die Zentrale. Nach vorne dann mit Jung, Narey und Lasogga viel Phsyis, aber auch spielerische Qualität (Narey). Spannende und auf vielen Positionen sehr junge Mannschaft.

Mit sehr lauter Unterstützung des Publikums stürzten sich die Gastgeber auch mit viel Engagement in die Partie. RB brauchte erstmal fünf Minuten, um sich auf die Gegebenheiten einzustellen. Doch dann beginnt man die eigenen Qualitäten und die Geschwindigkeit auszuspielen. Halstenberg hat früh die Chance ähnlich wie in Mönchengladbach aus spitzem Winkel die Führung zu erzielen. Ansonsten gibt es immer wieder den Versuch, steil zu spielen.

Eine Möglichkeit vor dem Spiel schien auch darin zu bestehen, dass RB Leipzig den eigenen Ballbesitz (von dem man in der ersten Halbzeit viel hatte) durch ruhende Bälle zu veredeln. Diesbezüglich der HSV das schlechteste Team der zweiten Liga. Und schon nach zwölf Minuten bestätigte sich das, als Yussuf Poulsen nach einer Halstenberg-Ecke zum 1:0 einnickte.

Das Spiel nun eigentlich wie gemalt für RB Leipzig, die auf dem Weg waren, die frühe Entscheidung herauszuschießen. Irre Szene in der 17. Minute, als Werner wieder schön in der Tiefe freigespielt wurde und den Ball für Poulsen auflegt. Der mit dem Schuss an den rechten Innenpfosten. Der Ball trudelt die Torlinie entlang Richtung Eckball. Werner schnappt ihn sich aber vorher noch mal, scheitert mit seinem Schuss aber an Pollersbeck. Wieder trudelt der Ball die Torlinie entlang zum völlig freien Sabitzer, der den Ball aus spitzem Winkel über die Linie drücken will, aber auch am Pfosten scheitert. Wahnsinn.

Nachdem nochmal Werner aus aussichtsreicher Position scheitert, kommt aus dem Nichts der Ausgleich. Kampl mit einem Fehler wie man ihn in dieser Saison von RB-Spielern nur selten oder gar nicht gesehen hat, als er auf der rechten Seite beim Rückpass-Versuch den Ball gegen Jatta. vertändelt. Der 20-Jährige ist eine absolute Maschine mit viel Physis und Geschwindigkeit, dem in der Liga bisher noch ein wenig die Effizienz fehlte. Nicht so in dieser Szene, als er direkt nach der Balleroberung den Ball aus 25 Metern in Richtung rechtem Winkel hebt. Gulacsi, der bereit für die Kampl-Rückgabe ein Stück vor seinem Kasten stand (und dort auch stehen musste) berührt den Ball noch, kann ihn aber nicht um den Pfosten lenken.

Mit diesem Tor ändert sich das eigentlich klar an RB gehende Spiel komplett. Das Publikum ist wieder da und der HSV fightet um jeden Ball. Gelegentlich und gerade gegen Jatta ist Leipzig davon ein wenig überrascht. Schlimmer allerdings in den letzten 20 Minuten bis zur Pause, dass man im Willen, den Vorsprung wieder herzustellen, zu wild und teilweise nicht sehr synchron anläuft. Entsprechend entstehen hinter den anlaufenden Spieler häufig zu viele Räume, in die der HSV mit den spielstarken Janjicic, Mangala und Santos immer wieder hineinspielen kann. Gerade Santos zeigt in dieser Partie mal wieder, dass er eigentlich für die zweite Liga deutlich zu gut ist.

Immer wenn es dem HSV gelingt, das RB-Pressing zu überspielen (was viel zu oft gelingt), wird es vor dem RB-Tor kribbelig. Die größte Chance hat kurz vor der Pause Narey (der einige Minuten zuvor schon einen guten Abschluss hatte), als er (natürlich) von Santos geschickt wird, aber den Fuß nicht mehr stark genug geknickt kriegt, um den Ball statt rechts neben den Pfosten ins Tor zu setzen. Zuvor hatte in einem nun völlig offenen Spiel Timo Werner auf der anderen Seite zwei gute Abschlusssituationen gehabt, in denen er aber jeweils das Tor nicht trifft.

Es war ein wilder Ritt in dieser ersten Halbzeit, in der RB Leipzig bis zu 20. Minute eigentlich deutlicher hätte führen müssen als nur mit 1:0, um dann mit dem Ausgleich aus dem Nichts gegen die physische Spielweise der Gastegeber und durch ein zu wildes, fast schon übermotiviertes und nicht synchrones Pressing ins Schwimmen zu geraten.

In den ersten fünf Minuten nach der Pause geht es mit dem Schwimmen so weiter wie vor der Pause. Ralf Rangnick hatte auf ein 4-3-3 umgestellt, durch das man mehr Zugriff auf die Zentrale des HSV hätte kriegen können. Direkt nach der Pause setzte sich aber erstmal fort, dass man dem HSV und vor allem Jatta hinterherlief. Hinten muss man einige Male in höchster Not klären. Narey hat nach 50 Minuten links allen Platz der Welt, bringt aber die Hereingabe nicht an den Mann.

Nicht ganz so aus dem Nichts wie das HSV-Tor vor der Pause, aber schon doch auch ein wenig aus dem Nichts dann die erneute RB-Führung. Kampl hatte den Ball perfekt tief in den Strafraum gespielt. Poulsen hatte den dazu passenden, perfekten Laufweg und spielt den Ball in die Mitte. Wo Janjicic der Unglücksrabe ist, von dem aus der Ball ins Tor springt.

Das Spiel wurde jetzt zu einem Fight im Mittelfeld. RB mit der Dreierreihe Forsberg, Kampl, Sabitzer dort nun mit wesentlich besserem Zugriff, aber auch nicht immer gelungenem Anlaufen (teilweise auch einfach individuell nicht gut ausgeführtem Zustellen des Gegners nach dem Anlaufen).

Der HSV bringt mit Salzburg-Leihgabe Hwang noch mehr Offensive ins Spiel. Die Chance hat aber auf der anderen Seite Forsberg, der den Ball von Klostermann kriegt, der sich auf der rechten Seite mit perfektem Flügellauf durchgesetzt hatte. Doch der Schuss des Schweden landet an der Latte.

Emil Forsberg schießt den entscheidenden dritten Treffer gegen den Hamburger SV. | GEPA Pictures - Sven Sonntag

Vier Minuten später, in der 72. Minute macht es Forsberg dann besser. Diesmal kriegt er den Ball von der anderen Seite von Laimer. An der Strafraumkante kriegt er zu viel Platz, weil die HSV-Abwehr sich zur Verteidigung der Angreifer tief fallen lässt. Und diesmal nutzt Forsberg die Chance, steht kein Aluminium im Weg, sondern ist der Schuss ins linke untere Eck der Schuss ins absolute Glück.

Mit dem 3:1 war die Partie praktisch entschieden. Forsberg durfte direkt nach dem Treffer vom Platz. Mukiele kam dafür und RB spielte fortan mit einer Fünferkette und einem 5-3-2. Ein System das eher tief verteidigend interpretiert wurde. Das ließ dem HSV die Möglichkeit immer wieder mt eher viel Ballbesitz von links nach rechts zu spielen, aber nur wenige Möglichkeiten auch mal in die Tiefe und hinter die RB-Abwehr zu kommen. Außer ein, zwei semi-gefährlichen Abschlüssen passierte vor dem RB-Tor entsprechend nichts mehr. Die letzte Viertelstunde war guter Anschauungsunterricht, dass sich der HSV schwer tut, wenn er gegen tief stehende Defensiven anspielen muss.

Es war sicherlich nicht das beste Spiel, das RB Leipzig im Jahr 2019 machte. Vor allem von der Physis und vor allem von Jatta schien man einigermaßen überrascht zu sein. Auch der Schachzug mit Santos im Mittelfeld neben Mangala ging zumindest bis zum 2:1 gut auf und sorgte einige Male für Durcheinander in der RB-Defensive. Letztlich machte es sich RB durch den Fehler vor dem 1:1 und durch das danach wilde Anlaufen mit viel zu vielen Räumen in der Zentrale selbst viel zu schwer. Letztlich löste man die Aufgabe über 90 Minuten gesehen dann aber trotzdem recht souverän.

Fazit: Ein hartes Stück Arbeit in einem Spiel, das vor allem in den 50 Minuten zwischen 1:1 und 3:1 ein enormer Fight war, in dem die Gastgeber mit sehr lautem Publikum im Rücken alles in die Waagschale warfen, was sie hatten. RB kämpfte sich nach dem unnötigen 1:1 in der zweiten Halbzeit allerdings wieder in die Partie zurück, machte die Tore jeweils zu guten Zeitpunkten und zog dem HSV spätestens mit dem 3:1 den entscheidenden Zahn. 3:1 am Ende. Das gibt das Spiel angesichts von 12:4 Torabschlüssen von innerhalb des Strafraums durchaus auf vernünftige Art und Weise wieder.

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Randbemerkung 1: Berlin. DFB-Pokalfinale. Mir ja fast schon eine Nummer zu groß, um es so richtig zu verstehen. Ich meine, das letzte Finale war Sachsenpokal im Jahr 2013. Das war hübsch damals. Wer den Franke-Gedächtnis-Jubellauf bestenfalls machen sollte, überlege ich mir noch, wenn diese Sache mit dem DFB-Pokalfinale ein wenig gesackt ist.

Randbemerkung 2: Der Gegner wird heute Abend zwischen Werder und Bayern ermittelt. Mir persönlich wurscht, gegen wen es im Finale geht. Hat beides so seine Vor- und Nachteile. Ich war 1990 mal bei einem DFB-Pokalfinale. Damals zwischen Bremen und Kaiserslautern. Von daher hätte Werder für mich was Traditionelles. Aber pff, wen interessiert denn bei so einem Spiel so wirklich, wer auf der anderen Seite steht? (Aus TV-Sicht dürfte natürlich FCB-RBL das präferierte Spiel sein. Zumindest wenn man so die Einschaltquoten bei diesem Spiel in den letzten zweieinhalb Jahren im Hinterkopf hat.)

Randbemerkung 3: Wettbewerbsübergreifend neunter Auswärtssieg in Folge. Unheimlich Serie. Erinnert sich noch jemand an das frustrierende Gereise im letzten Herbst nach Salzburg, Freiburg, Wolfsburg und München? Fast schon wieder vergessen, mit welch schlechter Laune man jedes Mal wieder in Leipzig aufgeschlagen ist..

Randbemerkung 4: Neunter Auswärtssieg in Folge ist Einstellung des Vereinsrekordes. Den hielt bisher Peter Pacult, der acht Liga- und ein Sachsenpokalspiel am Stück gewann. Ralf Rangnick nun endlich auf Augenhöhe mit Legende Pacult und auf dem Weg, die letzten Spuren der Prä-2012-Ära auszulöschen. Oder so ähnlich.

Randbemerkung 5: Keiner gesperrt für das DFB-Pokalfinale. Um die 18 Kaderplätze wird es ein Hauen und Stechen geben. Eigentlich ein ganz guter Abschluss einer Ära für die Spieler der RB-Zweitligageneration. Vom Gefühl her endet im Sommer ja so ein bisschen die Trainer-Ära Rangnick, die mit dem Jahr unter ihm in der zweiten Liga begann, wo er jenen Mannschafts-Stamm formte, der auch diese Saison noch das Gerüst stellt (vor allem im ersten Bundesligajahr hat ja Hasenhüttl das Rangnick-Erbe auch relativ Eins zu Eins weitergeführt). Wäre natürlich auch eine Anerkennung für diese Generation, wenn sie in ‚ihrem‘ Finale (also das Spiel, das quasi das Resultat der letzten vier Jahre ist) eher viel Spielzeit kriegen würde. In Hamburg standen gleich sieben Spieler in der Startelf, die schon in der zweiten Liga unter Rangnick eine prägende Rolle spielten. Ein Demme war allerdings nicht dabei. Eigentlich kann man sich ein Finale ohne Demme, also ohne eines der zentralen Gesichter der letzten Jahre, schwer vorstellen. Angsichts seiner geringen Spielzeit in den letzten Wochen ist es aber gar kein unwahrscheinliches Szenario. Und letztlich wird Ralf Rangnick allein aus Anerkennung für die letzten vier (oder mehr) Jahre keinen Spieler in Berlin in die Startformation stellen. Sportlich nachvollziehbarerweise nicht.

Randbemerkung 6: Tickets gibt es ab dem 06.05.2019. Vorverkaufsphasen sind soweit ich sehen kann dieselben wie bei Ligaspielen. Sonderaktionen zum Beispiel für Fans, die alle Pokal(heim)spiele zuvor gesehen haben, scheint es nicht zu geben. 20.000 Tickets wird es wohl geben. Wie viele pro Person verkauft werden, ist noch unklar. Werden schon ungefähr alle reinkommen, die auch reinkommen wollen.

Randbemerkung 7: Ein bisschen auch eine seltsame Pokalsaison. Weil gerade die beiden Heimspiele gegen Hoffenheim und Wolfsburg mit ihren sehr wenigen Zuschauern nicht gerade als ganz große Fußballfeste und Pokalspektakel in Erinnerung blieben. In Erinnerung bleiben wird in jedem Fall dieser Halstenberg-Treffer in Augsburg in der 120. Minute. Mal sehen, was das Finale dann eventuell noch so an Drama zu bieten hat..

Randbemerkung 8: Drittes Auswärtsspiel in Hamburg, dritter RB-Sieg, erster Gegentreffer. Hamburg ist immer eine Reise wert. Das Volksparkstadion diesmal auch richtig am Kochen im Gegensatz zu den Bundesligaduellen bisher. Gerade in der ersten Halbzeit war das teilweise schon richtig laut und merkte man dem Heimpublikum an, dass es auf diese Partie richtig Bock hatte.

Randbemerkung 9: Im Gästeblock hörte man den Capo derweil schon im oberen Teil des Stehplatzblockes nicht mehr. Da trug sich teilweise auch nicht der Gesang von unten nach oben. Kann mich an ein Spiel mal bei Union erinnern, wo es so laut war, dass man nicht mehr hören konnte, was zwei, drei Reihen vor einem so passierte. Kommt aber generell in deutschen Stadien nicht allzu häufig vor.

Randbemerkung 10: Bruma und Saracchi nicht mit im Kader. Bei Saracchi ist es ja schon ein gewohntes Bild. Bei Bruma ist es nicht ganz so gewohnt. Vorausgesetzt er saß nicht wegen einer Verletzung ganz draußen, dann ist es auch ein deutliches Zeichen, für wen im Sommer eventuell eine Veränderung anstehen sollte.

Randbemerkung 11: 4-2-2-2, 4-3-3 und 5-3-2. Drei Systeme in 90 Minuten. Am Anfang jenes System, das Rangnick in der zweiten Liga implementiert hatte. In der zweiten Halbzeit dann jenes 4-3-3, das von Marco Rose aus Salzburg kam (bzw. dort gespielt wurde, bevor es auch Leipzig für sich entdeckte). Später dann das auf Defensive und auch tiefes Verteidigen ausgerichtete 5-3-2. Schon eine kleine Nagelsmann-Anleihe, bei dem ich es in den letzten zwei Jahren immer mal sah, wenn es darum ging, eine Führung über die Runden zu kriegen (und bei dem ich es selten überzeugend fand, weil man dem Gegner dabei zu viel Raum in der eigenen Hälfte gibt und beginnt, zu reaktiv zu spielen). Schon auch interessant, Rangnicks Entwicklungen in dieser Saison in taktischer Hinsicht. Das ist alles wesentlich flexibler angelegt als noch einst in der zweiten Liga.

Randbemerkung 12: Vom HSV habe ich zugegebenermaßen in dieser Saison nicht viel gesehen. Nach der Auslosung habe ich mir die Ligaspiele des Klubs gegen Magdeburg, Köln und Aue mit angeschaut. Gegen Magdeburg war es nicht gut, aber ansonsten war es gar nicht so schlecht, wie es gemacht wurde und wie die Ergebnissse aussagten. Der HSV ist eine auf vielen Positionen interessant und erstligareif zusammengestellte Mannschaft. Als jüngste der Liga hat sie zudem noch viel Entwicklungspotenzial. In der Phase, als der HSV nicht das Spiel machen musste, konnte man sehen, dass sie über eine Physis und Geschwindigkeit verfügen, die durchaus beachtlich sind und angesichts derer man sich fragt, warum es in der zweiten Liga im Aufstiegsrennen so knapp zugeht. Auch taktisch hat Hannes Wolf durchaus ein paar Variationen zu bieten. Es fehlen halt die ganz großen Lösungen im Spiel mit dem Ball gegen tief verteidigende Gegner. Das allerdings dürfte in der zweiten Liga die Hauptaufgabe sein. Sprich, so wie die Mannschaft aktuell aufgestellt ist, könnte sie in der ersten Liga durchaus besser aufgehoben sein und aussehen als in der zweiten. Muss man halt aber aufsteigen, damit man das beweisen kann..

Randbemerkung 13: Die Stadionmusik. Belassen wir es dabei.

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Lichtblicke:

  • Emil Forsberg: Wie immer sehr ball- und passsicher, was auf seiner linken Seite sehr wichtig war. Nahm dadurch Halstenberg oder Werner auch immer wieder gut mit. Nicht allzuviele ganz herausragende Aktionen, aber ein sehr solides, abgeklärtes Spiel mit dem Knalleffekt des Treffers zum 3:1, nachdem zuvor noch die Latte im Weg war.
  • Yussuf Poulsen: Hatte auch einige unglückliche Aktionen und war nicht immer perfekt in das Spiel eingebunden. Aber von Poulsen kriegt man halt immer Einsatz und Physis. Auch diesmal wieder. Ein Tor erzielt, an einem zweiten nur Zentimeter vorbeigeschrammt und dafür das 2:1 quasi erzwungen. War an einem nicht perfekten Tag derjenige, der den entscheidenden Unterschied machte.
  • Willi Orban: Kam wieder in die Partie, nachdem er zuletzt nur auf der Bank saß. Angesichts der Kopfballstärke von Lasogga auch nachvollziehbar einen starken Kopfballspieler in die Innenverteidigung zu stellen. Orban überzeugte wieder als Kopf der Abwehr und rettete da einige Male in höchster Not. In der Luft überzeugend. Am Ball mit der nötigen Ruhe.

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Tore: 0:1 Poulsen (12.), 1:1 Jatta (24.), 1:2 Janjicic (53.), 1:3 Forsberg (72.)

Aufstellung RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Konaté, Orban, Halstenberg – Laimer, Kampl (90. +3 Demme) – Sabitzer (90. Haidara), Forsberg (73. Mukiele) – Poulsen, Werner; Bank: Müller, Ilsanker, Augustin, Cunha; Nicht im Kader: Adams, Upamecano, Nukan, Mvogo (alle verletzt), Smith Rowe, Saracchi, Bruma

Aufstellung Hamburger SV: Pollersbeck – Lacroix, Janjicic (73. Hunt), van Drongelen – Jatta, Mangala (79. Holtby), Santos, Vagnoman (68. Hwang) – Jung, Narey – Lasogga

Schiedsrichter: Felix Brych (Pfiff konsistent, aber bei manchen Entscheidungen auch streitbar. Vor allem die Gastgeber waren mit der Auslegung mancher Zweikämpfe eher unzufrieden. Zwei-, dreimal auch nicht ganz zu Unrecht. Einzige echte Marotte von Brych, dass er offenbar partout ohne Gelb auskommen wollte. Da waren schon ein paar taktische Geschichten auf beiden Seiten dabei, bei denen man eigentlich mit einer gelben Karte gerechnet hätte (Klostermann zum Beispiel, aber auch auf HSV-Seite). Bei Orban kam Brych dann nicht mehr um die Karte herum. Hatte letztlich auch keinen negativen Einfluss auf das Spiel, dass Brych in Sachen Karten sehr zurückhaltend agierte.)

Gelbe Karten: – | Orban (1.)

Zuschauer: 52.365 (davon 4.300 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, HSV-Bericht, Kicker-Bericht

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  • Torschüsse: 8 : 15
  • Schüsse auf das Tor: 2 : 6
  • Schüsse innerhalb des Strafraums: 4:12
  • Ballbesitz: 47% : 53%
  • Zweikampfquote: 48% : 52 %
  • Passquote: 78% : 81%
  • Fouls: 13 :15
  • Ecken: 1 : 5
  • Abseits: 3 : 2

Statistiken von kicker.de, sofascore.com

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Saisontorschützen DFB-Pokal: Werner – 3; Forsberg, Poulsen – je 2; Augustin, Cunha, Halstenberg – je 1; Eigentor: Janjicic (HSV)

Saisonvorlagengeber DFB-Pokal: Poulsen – 3; Klostermann, Haidara, Halstenberg – je 2; Kampl, Laimer – je 1

Saisontorbeteiligungen DFB-Pokal (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Upamecano, Kampl – je 3; Demme, Konaté, Sabitzer – je 2; Forsberg, Bruma, Mukiele, Poulsen, Orban, Werner, Laimer, Halstenberg – je 1

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Bild: © GEPA pictures/ Sven Sonntag

5 Gedanken zu „DFB-Pokal: Hamburger SV vs. RB Leipzig 1:3“

  1. Schade, dass nicht die bevorzugt werden, die alle Pokalspiele diese Saison besucht haben.

    Ich denke nicht, dass die 20000 Karten reichen. Will doch jetzt jeder Leipziger dabei sein.

    Hamburg meine Perle, hat dir nicht gefallen?

  2. Sehr schöne Analyse, wie eigentlich immer. Besonders zustimmen möchte ich der Aussage, dass ich dem „Defensivwechsel“, um eine Führung über die Zeit zu bringen, ebenso wenig abgewinnen kann, weil man den Gegner damit meist erst stark macht (siehe zuletzt Augsburg). Mindestens ein gepflegtes Mittelfeldpressing sollte immer drin sein. Forsberg auszuwechseln, fand ich eher suboptimal, ich hätte eher Poulsen weichen lassen für Haidara.

    Timo Werner für mich trotz der Torbeteiligungen von Poulsen gestern der stärkere Stürmer, teilweise mit sehr guten Vorlagen, etwas Pech, durchaus bemüht (was zuletzt nicht zu Unrecht kritisiert wurde) und mit Emotion beim Feiern dabei („dicke Titten, Kartoffelsalat“)

    Orban m.E. okay, aber deutlich im Schatten von Konaté – der derzeit beste Innenverteidiger der gesamten Bundesliga – und Klostermann – mein „Most Improved Player“-Kandidat. Klostermann hat sich nicht nur offensiv weiterentwickelt, sondern ist auch viel robuster geworden, sieht man exemplarisch an der Szene, als er sich im Duell mit Jatta trotz extremem körperlichen Druck behauptet und die Szene sehr gut abschließt.

    Und da wir unsere Tradition so sehr lieben, schließe ich mit einem obligatorischen #TeamMintzlaff

  3. Zugegeben, wenn man, wie dieses Mal, als Zuschauer vom heimatlichen Sessel aus, ebenfalls dieses Halbfinalspiel durchweg zeitgleich begleiten konnte, beinhalten die hier stehenden Zeilen des tüchtigen „RBB“ keine sonstigen zu erwartenden Informativen rund um das Geschehen, sondern haben eher nur noch einen zu kontrollierenden Charakter!

    Natürlich war die Stimmung vorher entsprechend angeheizt, hatten doch die beiden beteiligten Mannschaften an diesem Abend die seltene Gelegenheit, ihre unterschiedlich großartige Chronik erheblich aufzubessern! Das Fußballherz will doch in erster Linie erfrischende Szenen sehen, mit dem man den vermeintlichen Favoriten in Schwierigkeiten bringen kann. Dabei spielt das wechselhafte Ändern der Systemvarianten weniger die wichtigste Rolle, sondern mit welchen einfachen aber möglichst überraschenden Angriffszügen der jeweilige Gegner situationsbedingt letztendlich geschlagen werden kann. Und hierbei lieferten die Leipziger über die meiste Zeit eindeutig die inhaltlich besten Ideen, die auch zum völlig verdienten Sieg führten.
    Um die Spannung hoch zu halten, hätte man besonders nach dem 1:3 – Zwischenstand von den Hamburger Spielern erwarten können, den Ball sich nicht nur in den eigenen Reihen nur hin- und her zu schieben oder sogar den eigenen Torhüter mit einzubinden, sondern im Blick auf die Uhr diesen bei jeder sich bietenden Gelegenheit in die gegnerische Strafraumzone zu befördern, weil nur so evtl. Tore erzielt werden können!

    Die Kehrseite der Medaille, ist und in der Randbemerkung 10 etwas schon dargelegt, dass ausgerechnet fast gleichzeitig von einer bevorstehenden Trennung solcher Spieler, wie Bruma (Vertrag bis 2022!), Augustin oder Ilsanker u.a., lt. verschiedener Medien oder „Verleihungen“ von Mvogo und Saracchi, die Rede ist! Vergessen die Leipziger Verantwortlichen, dass für diese vermeintlichen Stars bei ihrem Einkauf teilweise noch jeweils zweistellige (!) Millionen-Summen zu zahlen waren? Bei (fast) jedem anderen Verein wäre solch ein „großzügiges“ Haushalten kaum vorstellbar!

    1. Man wird die Spieler wohl kaum umsonst abgeben. Bis die Ablösen bekannt sind, würde ich mal den Ball flachhalten, was das „großzügige Wirtschaften“ angeht.

  4. So 24h später darf man wohl auch hier:
    JAAAAAAAAA, Finale!

    Es war zar nur der HSV aus der 2. Liga, aber Pokal und Gesetze und so.
    Und Rangnick hat Recht, wenn wir nach 20 Minuten nicht 3:0 führen, dann wäre eh der Sack zu. Aber das Team ist gut zu Recht gekommen und gewinnt das 9. Auswärtsspiel in Folge.
    Unfassbar.
    Was mir gefallen hat, waren die taktischen Anpassungen im Spiel, was zeigt wie gut das junge Team die Reaktion von der Linie umgesetzt hat.
    Hat auch Nagelsmann registriert.

    Ein Glück haben wir nicht so einen zweifelhaten Elferpfiff gebraucht wie die Bayern heute und Zwayer wird das Finale nicht leiten.

    Lichtblicke und Schiri alles konform.

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