Anspielen gegen einen Abwehrblock

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig beim 1. FC Nürnberg (02.03.2019, 15.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz einen Tag vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick.]

Nächster Spieltag in der Bundesliga. Dank Montagsspiel gegen Hoffenheim eine kurze Woche. Und glücklicherweise ein Auswärtsspiel. Denn 2019 hat RB bisher in der Bundesliga Heimspielen zwei Punkte aus drei Spielen geholt und in Auswärtsspielen neun Punkte aus drei Spielen.

Ok, die Statistik ist natürlich einigermaßen verzerrt, denn während RB zu Hause gegen Teams kickte, die um Europapokalplätze oder gar die Meisterschaft spielen, traf man auswärts bisher auf Teams aus der unteren Tabellenhälfte bzw. mit Stuttgart und Hannover auf Teams, die ganz unten im Abstiegskampf stecken. Mit Nürnberg hat Leipzig nun das dritte Spiel hintereinander gegen einen Topabstiegskandidaten.

Dass Nürnberg mit gerade mal 13 Punkten aus 23 Spielen überhaupt in der Verlosung ist, sogar noch einen direkten Nichtabstiegsplatz zu belegen, liegt vor allem an der Konkurrenz, die ähnlich schwach ist. Mit nur zwei Siegen wäre man wieder mittendrin in der Verlosung für Platz 15.

Vielleicht war es auch diese Tabellensituation, die die Nürnberger Verantwortlichen zum Mittel des Trainerwechsels greifen ließ. Ein von außen etwas überraschendes Mittel (das intern offenbar einen Vorlauf hatte). Denn eigentlich war man davon ausgegangen, dass Trainer Michael Köllner nach dem überraschenden Aufstieg mit einem guten Zweitligakader jede Menge Kredit besitzt. So viel Kredit zumindest, dass ihn das völlig unabhängig vom sportlichen Endresultat über die Saison trägt.

War nicht so. Nürnberg befand sich zuletzt auf direktem Weg zu einigen Negativrekorden. Die längste Serie ohne Sieg in der Vereinshistorie droht dem Club bei einem sieglosen Spiel gegen RB genauso wie die schlechteste Bundesligabilanz nach 24 Spielen seit Einführung der Dreipunktregel. Diese Marke hält bisher Freiburg.

Von der Warte einer historisch schlechten Saison her nachvollziehbar, dass man in Nürnberg noch mal einen neuen Reiz setzen wollte. Von der Warte eines Kaders, der von vornherein nur mit Glück konkurrenzfähig war, wird das schon schwieriger nachzuvollziehen. Da sind einige Akteure dabei, die lange Jahre in der zweiten Liga aktiv waren oder bei Bundesligaklubs den Durchbruch nicht schafften. Die Blutauffrischung zur Bundesliga-Saison war den wirtschaftlichen Bedingungen entsprechend gering. Im Winter kam mit Ivo Ilicevic ein 32-jähriger Außenbahnspieler ablösefrei aus Kasachstan (auslaufender Vertrag) dazu, weil die anderen Optionen, die man im Blick hatte, finanziell nicht machbar waren.

Zumindest aus Sicht der sportlichen Führung um Andreas Bornemann nicht machbar waren. Möglich, dass es da unterschiedliche Ansichten gab, wie viel Risiko man für den Klassenerhalt nehmen sollte. In der Vergangenheit war Nürnberg mit Risiko bei der Spielerverpflichtung nicht so richtig gut gefahren. Auch aus diesen Erfahrungen heraus waren Bornemann und Köllner wohl eher Akteure, die sehr vorsichtig vorgingen und eher auf die Entwicklung von Spielern und den nachhaltigen Abbau von Schulden setzten. Dass Nürnberg unter Köllner das drittjüngste Team der Liga war, dürfte entsprechend kein Zufall gewesen sein. Zehn Spieler mit maximal 23 Jahren hat der Club bisher schon eingesetzt.

Wenn man auf die Daten schaut, dann klemmte es beim 1. FC Nürnberg bisher in dieser Saison vor allem in der Offensive. Nur 18 Tore sind der schlechteste Wert der Bundesliga. Die Toptorjäger heißen Hanno Behrens und Mikael Ishak und haben jeweils gerade mal drei Treffer erzielt. Neu-Coach Boris Schommers versuchte es zuletzt zweimal mit der Kante Adam Zrelak im Sturm, der vorher unter Köllner nur achtmal in 21 Spielen in der Startelf stand. Da sich Zrelak unter der Woche das Kreuzband riss, ist diese Option schon wieder raus.

Das dürfte der Verbesserung der Offensivprobleme  nicht sonderlich helfen. Wobei es nicht nur ein Problem mit dem Verwerten von Chancen gibt, sondern auch mit dem Erspielen. Mit Abstand hat Nürnberg aus dem normalen Spiel heraus die wenigsten Abschlüsse. Zudem hat man sich die zweitwenigsten Großchancen aller Mannschaften erarbeitet. Vergleichsweise gut ist man über die Saison gesehen bei Offensivstandards, wo man durchschnittlich viele Abschlüsse hat und Tore erzielt. Vor allem für ein Team mit sehr wenig Ballbesitz (wenigster der Liga) und entsprechend wenigen Standards, die aus dem Verlagern des Spiels an den gegnerischen Sechszehner resultieren, ist dieser Durchschnitt schon sehr ordentlich und spricht für einen hohen Grad an Effizienz.

Während die Offensive bisher schwach war, lief es defensiv abgesehen von den radikalen Einbrüchen und falschen Entscheidungen in einigen Partien nach Rückständen eigentlich gar nicht so schlecht. Immerhin zehn Mannschaften haben im Saisonverlauf mehr Großchancen zugelassen als der Club. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass nur zwei Mannschaften mehr Schüsse auf das Tor zugelassen haben. Sprich, Nürnberg ließ die Gegner oft schießen (und machte es dabei dem Kontrahenten in wichtigen Spielen auch manchmal zu einfach), aber hatte oft auch viele Spieler hinter dem Ball, sodass es gern mal Schüsse ohne die ganz große direkte Gefahr waren.

Interessanterweise hat sich Nürnberg nach dem Köllner-Abgang unter Schommers erstmal der Stärkung der Defensive gewidmet. Gegen Dortmund verschob man in einem sehr tiefen 4-1-4-1 lustig hin und her, bis 90 Minuten vorbei waren und es immer noch 0:0 stand. In Düsseldorf verteidigte man anfangs etwas höher. Dieses „anfangs“ dauerte allerdings nur zwei Minuten. Dann holte sich der schon gegen Dortmund mit einigen Dummheiten auffallende Matheus Pereira eine rote Karte wegen einer dämlichen Tätlichkeit ab. Nürnberg verteidigte anschließend wieder tief und gut, leitete die Fortuna-Angriffe auf die Außenbahnen und stand dann im Zentrum mit Ewerton und Mühl sicher und verlor nur unglücklich mit 1:2. In Richtung welchem Konzept man spielen will, wenn es nicht gegen ein absolutes Topteam der Liga geht, ließ sich aus dem Spiel wegen des Platzverweises allerdings nicht ablesen.

Fakt ist, dass das sehr defensive 4-1-4-1 auch eine Offensividee hatte. Nämlich im Sturm einen physisch starken Brecher zu haben. Und in der Mittelfeldkette mit Pereira und Kubo zwei offensivstarke, schnelle Akteure auf die Außenbahnen zus tellen, die nach Ballgewinnen im Umschaltspiel Gefahr kreieren können, aber defensiv auch mal so weit zurückfallen, dass hinten eine Fünfer- bis Sechserkette entsteht. Das Prinzip mit den Außenbahnspielern, die je nach Spielsituation vom Außenverteidiger bis zum Außenstürmer alles spielen, erinnert ein wenig an Mönchengladbach (bzw. an das was ich von denen in der Hinrunde gesehen habe), nur halt etwas destruktiver und defensiver umgesetzt.

Pech halt, dass sich ausgerechnet Pereira um die kommenden drei Spiele gebracht hat. Gegen Dortmund deutete er in den Situationen, in denen er es nicht mit Schwalben oder Schauspiel versuchte, seine beachtlichen und locker bundesligatauglichen Qualitäten in der Ballverarbeitung und im Spiel nach vorn an. Mit Misidjan oder Kerk oder Palacios oder bei entsprechender Fitness Ilicevic hat Schommers aber auch noch Optionen in der Hinterhand, die Pereira ersetzen können.

Wobei der Trainer auch mit einer Systemumstellung liebäugelt und vor dem Spiel gegen RB davon sprach, dass man am Positionsspiel arbeitet. Bisher hatte Nürnberg unter Schommers jeweils unter 30(!)% Ballbesitz und übte sich im kompakten Verschieben. Das machte man mit viel, freiburgeskem Laufaufwand auch gut. Am Positionsspiel zu arbeiten, weist jedoch darauf hin, dass es dabei aber nicht bleiben soll (schon unter Köllner stand der FCN ja auch immer für ein ganz gutes Passspiel und hatte eine bessere Passquote als RB bspw.). Die Versuche nach vorn zu spielen, erschöpften sich bisher dann doch allzu oft in langen Bällen. Sieben Torschüsse von innerhalb des Strafraums in zwei Spielen sind als Folge dessen selbst für Nürnberger Verhältnisse sehr wenig.

Nicht unwichtig gegen Leipzig wird auch sein, wie der FCN durch die erste halbe Stunde kommt. Nürnberg ist in dieser Zeit defensiv das schwächste Team der Liga. RB Leipzig ist offensiv in der ersten Viertelstunde das stärkste Team der Liga. Wenn der Club auch gegen RBL wie schon gegen Dortmund auf die Underdog-Defensivtaktik setzt, wird es wohl darauf ankommen, nicht früh in Rückstand zu geraten. Auch wenn der Verein unter Köllner in 21 Spielen bei 19 Rückständen immerhin noch fünf Unentschieden holte.

In Führung lag der Club in dieser Saison überhaupt erst fünfmal. Und dreimal verspielte man die Führung auch noch. Nur 1,4 Punkte pro Spiel nach Führung sind der niedrigste Wert der Liga. Noch kein einziges Spiel hat man mit einem Tor Differenz gewonnen. In engen Spielen, die mit maximal einem Tor Unterschied enden, ist Nürnberg mit sieben Punkten aus elf Spielen ebenfalls das schlechteste der Liga.

Die ganz große Publikumsunterstützung bleibt auf Nürnberger Seite auch gegen Leipzig aus. 35.000 Zuschauer werden erwartet. 2.000 davon aus Leipzig. Der Minusrekord liegt bei knapp unter 30.000 Fans im Spiel gegen Wolfsburg. Erstaunlich für einen Aufsteiger, wenn das Stadion zu nicht mal 60% ausgelastet ist. Wer auf die Welt der Vergleiche steht: Zum Zweitligaspitzenspiel zwischen Nürnberg und Leipzig im März 2016 (3:1; Tore unter anderem durch Burgstaller und Füllkrug) kamen über 40.000 Zuschauer und knapp 3.000 RB-Anhänger..

Zu Zweitligazeiten waren die Spiele zwischen Club und RB Leipzig immer enge Partien. Das erste Duell in der Bundesliga war eine klare Sache, bei der RB beim 6:0 nach einer Stunde den Fuß vom Gas nahm. Geblieben ist bis heute die Tatsache, dass in den Duellen gegeneinander immer die Heimmannschaft gewann. Diese Serie sollte aus RB-Sicht wohl nun ein Ende haben.

Nach der Rückkehr von Kevin Kampl ins Mannschaftstraining und einem sicher wieder zur Verfügung stehenden Emil Forsberg hat Ralf Rangnick vor allem für das Mittelfeld die Qual der Wahl. Dass der Coach erneut auf Tyler Adams verzichtet, ist nicht anzunehmen. Gegen einen tief verteidigenden Gegner könnte spielerisch Emil Forsberg statt Konrad Laimer die bessere Wahl sein (körperlich spricht aber vieles für Laimer). Falls ein Adams auf der Sechs spielt, könnte sogar ein Demme daneben wackeln und durch Kevin Kampl ersetzt werden. Und bei Konaté ist die Frage, inwieweit sein wackliger Auftritt gegen Hoffenheim eher Tagesform oder grundlegende Problematik war. Ein Mukiele scharrt hier vielleicht ja auch mit den Hufen.

[Update: Timo Werner ist nach Grippe weiter fraglich.]

Mögliche Aufstellungen:

  • RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Konaté, Orban, Halstenberg – Demme (Kampl), Adams – Sabitzer, Laimer (Kampl, Forsberg) – Poulsen, Werner (Cunha)
  • 1. FC Nürnberg: Mathenia – Valentini, Mühl, Ewerton, Leibold – Petrak – Kubo, Löwen, Behrens, Misidjan – Ishak

Fazit: Von der Tabellensituation her ein Spiel, das RB Leipzig gewinnen muss. Von der Ausgangssituation Abstiegskandidat gegen Champions-League-Kandidat her ein Spiel, von deren Sorte RB im Jahr 2019 schon zwei gewonnen hat. Interessant wird, wie Nürnberg die Defensivkonzepte der letzten zwei Spiele weiterführt oder neue Elemente hineinbringt. Einstellen kann sich Leipzig schon mal auf 90 Minuten Anspielen gegen einen Abwehrblock und gegen eine Mannschaft, die auf Umschalten eingestellt ist. Wird bestimmt kein Zuckerschlecken, aber das ist sicherlich ein Spiel, aus dem RB drei Punkte mitnehmen und die weiße 2019er-Auswärtsweste behalten sollte.

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[Wer das Spiel von RB Leipzig beim 1. FC Nürnberg nicht vor Ort verfolgen kann und am 02.03.2019, ab 15.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. 1.FC Nürnberg

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Ralf Rangnick | GEPA Picutres - Roger Petzsche
GEPA Picutres – Roger Petzsche

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Pressekonferenz einen Tag vor dem Spiel von RB Leipzig beim 1. FC Nürnberg. Mit Ralf Rangnick.

11.18

Na dann, auf in den 24. Spieltag der Bundesliga. Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg. Drittes Auswärtsspiel bei einem der Abstiegskandidaten im engeren Sinne. Tabellenletzter. 17mal in Folge nicht gewonnen. Klingt nach einer Aufgabe, bei der du nur verlieren kannst, weil jeder einen Sieg erwartet. Aber das dachte man in Hannover und Stuttgart auch schon mal.

11.24

Nach dem Trainerwechsel weiß man noch nicht so richtig, wofür Nürnberg künftig steht. Gegen Dortmund spielte man extrem defensiv. In Düsseldorf spielte man notgedrungen zu zehnt sehr defensiv. Ob man sich zu einem Klassenerhalt mauern kann, wäre die Frage. Vermutlich hat Schommers schon auch ein paar mehr Ideen, als neun bis zehn Spieler am eigenen Strafraum zu verschanzen und dann zu hoffen, dass vorn mal einer reinfällt. Vielleicht sieht man ja schon gegen RB, wohin man will. Keeper Mathenia hat ja interessanterweise die RB-Abwehr als Schwachstelle ausgemacht.

11.29

Bisschen viel Werner diese Woche. Mal sehen, ob er in Nürnberg spielen kann. Mal sehen, ob der ganze Gerüchtekram hier heute auch Thema ist. Muss ja am Rollen gehalten werden die Geschichte..

11.35

Hmm, man lässt sich hier noch Zeit. Die Tinte unter dem Werner-Vertrag muss noch trocknen.^^

11.37

Rangnick: „Abschlusstraining erst halb zwei.“ Upamecano, Haidara und Smith Rowe fehlen weiter. Nukan ist krank. Bei Werner noch fraglich, ob es nach Grippe Sinn macht.

Glaubt, dass Nürnberg gegen RB spielt, so wie man es gegen Dortmund gemacht hat. „Ähnlich kompakt.“

11.40

Rangnick zu Bruma: Fehlen gegen Hoffenheim war nicht nur vorheriger Erkrankung geschuldet, sondern auch dem Konkurrenzkampf (weil man Kampl auf der Bank haben wollte). Für Nürnberg eine Option. Wenn Smith Rowe und Haidara dazukommen, sogar noch mehr Alternativen.

„Noch nicht entschieden, wie wir morgen spielen.“ Adams vielleicht. Kampl für die Startelf eine Option, aber klingt eher unwahrscheinlich. Irgendwas mit „Qual der Wahl“. Weicht der Frage aus, ob Demme vielleicht sogar auf die Bank rücken könnte.

11.43

Rangnick zu Upamecano: Hat mit leichtem Lauftraining begonnen. Erst nach der Länderspielpause eventuell eine Option. „Kein Risiko eingehen bei der Verletzung. Muss dann auch erstmal in die Verfassung kommen von vor der Verletzung.“

Zu Haidara: „Bisher alles gut verkraftet. Aber noch nicht in die Infights geschickt. Langsam heranführen. Würde es als Integrationstraning bezeichnen, was er macht. Schauen, dass das Knie stabil bleibt. Gestern ein Tor vorbereitet und diebisch gefreut darüber. Bin froh über die Entwicklung und hoffe, dass die so weitergeht.“

11.47

Rangnick: Glaubt, dass er schon mal in Nürnberg gewonnen hat mit einer Mannschaft. (Mit RB hat er dort verloren.) „Wissen, dass wir dort in der zweiten Liga zweimal verloren haben.“ Beim zweiten Mal grippegeschwächt, diesmal mit voller Kapelle. Wird nicht leicht, „trauen uns aber zu Lösungen zu finden, dort zu gewinnen.“

Zu Timo Werner: „Wir haben mit seinem Berater intensiv gesprochen in den letzten Tagen. Klare Sprachregelung und Zeitplan festgelegt. Einig, dass wir den einhalten können.“ Einigung mit Bayern für 2019 kann es nicht geben, weil an RB noch niemand herangetreten ist. „Option, 2020 ablösefrei zu wechseln, existiert nicht. Das weiß Timo Werner.“

Will den Zeitplan nicht im Detail verraten und meint, dass man mal bei großen Klubs gucken könne, was die für Handhaben hätten, wenn ein Spieler einen Vertrag aussitzen und ablösefrei wechseln will. (Tribüne?) Aber auch in Bezug auf mögliche Handhaben geht er nicht ins Detail.

11.49

Rangnick: „Bin mit unserer defensiven Stabilität zufrieden.“ (Angesprochen auf Mathenias Aussagen, dass RB defensiv Probleme hat.) Meint, dass Dortmund in Nürnberg nicht die richtigen Mittel gewählt hat offensiv. „Sie waren mit einem Unentschieden vermutlich nicht zufrieden. Wir wären es auch nicht. Wir wollen gewinnen.“ Richtige Lösung finden.

„Wenn Werner sich entscheidet, den Verein zu verlassen, dann ist es in Ordnung. Dann sollen sich Vereine melden und wir versuchen eine einvernehmliche Lösung zu finden.“

11.52

Zu Jochen Schneider: „Hat uns unerwartet getroffen. Sonntagabend erstmals was davon mitbekommen. Konkret dann Dienstagfrüh. Wollte das unbedingt machen. Hat es als große Chance gesehen. Als Junge glühender Schalke-Fan. Kann ich nachvollziehen, wenn man so eine Chance kriegt. Anspruchsvolle Aufgabe. Wenn man so eine Chance kriegt, kann man es ihm nicht verwehren. Schweren Herzens“ einem Wechsel zugestimmt. Scheinbar inzwischen üblich, dass man mit einen paar Jahren bei RB interessant wird für andere Vereine. Zweieinhalb Monate mit dem vorhandenen Personal bestreiten (vertragliche Dinge regeln aber andere/ Mintzlaff, Sebastian, Grotus). „Für die neue Saison suchen wir eine gute, nachhaltige Lösung.“

11.56

Weiter zu Schneider: „Kennen uns seit Ende der 90er. Wunderbarer Mensch. Charakterlich einwandfrei. Zuverlässig. Kennt das Fußballgeschäft grandios. Großes Fachwissen. Bei ‚Wer wird Millionär‘ wäre er mein Telefonjoker für den Bereich Sport. Hervorragend vernetzt im europäischen Fußball. Schalke kann sich auf einen absoluten Fachmann freuen. Steht erstmals in vorderster Front, aber das wird er managen. Wünsche ihm alles, alles Gute, aber nicht in den Spielen gegen uns.“

Zu Xaver Schlager: „Gibt keine Einigung zwischen uns und Schlager. Dass wir den Markt beobachten und auch Salzburg ist selbstverständlich. Wir haben uns auf ein Niveau entwickelt, dass sich die Zahl der Wechsel schon aufgrunddessen reduzieren wird. Schlager kenne ich natürlich. Ich war dort verantwortlich, als er im Nachwuchs angefangen hat. Glaube fest daran, dass er eine internationale Karriere machen wird. Aber für den Sommer gibt es keine Gespräche und keinen Plan von unserer Seite.“

12.02

Rangnick zum Thema Hand: „Hapert an einer einheitlichen Regelauslegung. Bleibt aber eine subjektive Entscheidung.“ Richtig absichtliches Handspiel gibt es eigentlich gar nicht mehr (Hand ausstrecken, um ein Tor zu verhindern zum Beispiel). „Vergrößerung der Körperfläche kommt dann immer.“ Teilt Nagelsmann-Aussage, dass Arme immer die Körperfläche vergrößern. „Man sollte ein paar Dinge festlegen. Geht auch darum, ob durch das Handspiel ein Vorteil entsteht.“ Orban-Handspiel war keine Absicht sondern Unglück. „Hätte in dieser Szene kein Elfmeter gegeben.“ Viele Handsituationen schauen und dann gemeinsame Linie finden, was strafbar ist. Klare Regeln werden wohl nicht helfen, eben weil subjektiv. Zusammengefasst findet Rangnic, dass bei der Beurteilung von Handspielen auch eine Rolle spielen sollte, ob daraus dem Gegner ein Nachteil entsteht.

Motivationsfragen: Witzelt über alte Motivationsmethoden, die er angewandt hat (Böller in der Kabine zum Beispiel). Man nutzt aber weiter Elemente in verschiedensten Präsentationsformen. Ziel Champions League und Pokalfinale sei aber die Kernmotivation. Gehe weniger um Motivation als um Inspiration und Fokussierung. Dahingehend versucht man die Mannschaft immer einzustellen.

12.06

Das war es von hier. Rangnick in Sachen Werner betont konsequent, aber auch betont detailarm. Das Szenario eines Aussitzens des Vertrags ist „ausgeschlossen“ ist offenbar die akutelle Sprachregelung. Nun ja. Letztlich alles nicht neu, dass alle Beteiligten wissen, was die Option ist. Neu vielleicht, dass Rangnick recht offensiv auffordert, dass interessierte Vereine halt Angebote abgeben sollen. Schauen wir mal. Bleibt halt nervig, so lange das Thema nicht endgültig entschieden ist, weil es bis dahin köchelt und jeder was dazu zu meinen hat. Richtung Schlager bleibt es beim ‚keine Pläne für den Sommer‘. Bei Jochen Schneider wird es eine Eloge auf den Menschen und den Fachmann. Und Richtung Nürnberg sind erstaunlicherweise drei Punkte das Ziel. Na dann. Habt Spaß mit dem Spiel.

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