Schlagwort-Archive: 2.Bundesliga

Festes Band

Letztens bin ich in meinem Kopf irgendwie darüber gestolpert, dass ich es merkwürdig finde, dass in dieser Saison gleich beide Bundesligaaufsteiger keine wirklich relevanten Abgänge zu verzeichnen haben. Bis auf Immanuel Höhn (wechselte nach Darmstadt), der in Freiburg verzichtbar war und schon in der zweiten Liga seinen Stammplatz verloren hatte, blieben alle Spieler an Bord, die mit wesentlicher Spielzeit zum Aufstieg beitrugen.

In meiner Vorstellung gab es dagegen eine Fußballwelt, in der Aufsteiger immer damit leben müssen, dass die großen Clubs kommen und sich die besten Spieler der Aufsteiger holen, weil die sich mit ihren Leistungen in die Scoutingblöcke der Republik gespielt hatten. Wie das aber immer so ist mit Vorstellungen, sie müssen nicht wirklich stimmen. Weswegen ich mir zumindest für die letzten acht Spielzeiten seit Wiedereinführung der Relegation für die Aufsteiger angeschaut habe, welche der elf in der Liga meisteingesetzten Spieler auch im Jahr nach dem Aufstieg noch im Club waren.

Interessanterweise verloren zwölf von achtzehn Aufsteigern seit 2010 maximal einen ihrer Zweitligastammspieler. Gleich sieben Clubs verloren keinen ihrer Stammspieler. Im Schnitt sind es pro Aufsteiger 1,22 Stammspieler, die nach dem Aufstieg den Verein verlassen. Düsseldorf hatte einst das Maximum von fünf Spielern, die man ziehen ließ. Was eventuell auch mit den Wirren nach der Relegation gegen Hertha und dem sich lange ziehenden Sportgerichtsnachspiel zu tun gehabt haben mag.

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„Team Marktwert“

Das Thema TV-Gelder wurde schon in den letzten Monaten immer wieder mal diskutiert und wird in den kommenden Monaten immer wieder diskutiert werden. Der bevorstehende Abschluss eines neuen TV-Vertrags macht es möglich, dass sich verschiedenste Seiten hinsichtlich der Verteilung der Summen ins Zeug legen werden mit Vorschlägen.

Nach St. Paulis Vorschlag aus dem letzten Jahr, einfach Vereine, die nicht die 50+1-Regel erfüllen, künftig vom TV-Geld auszuschließen (ein Vorschlag mit merkwürdigem Timing, unabsehbaren Implikationen und falschen Freunden) sind nun Teile der Erstligisten am Drücker der Geldverteilungspistole.

Als „Team Marktwert“ konstituierte sich ein Bündnis aus Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, Hertha BSC, 1.FC Köln, HSV und VfB Stuttgart, wie man gestern lesen durfte. Die beste Selbstbezeichnung mindestens seit Erfindung von „Die Mannschaft“. Großartig, wenn Akteure die Witze, die über sie gemacht werden könnten, gleich selbst vorwegnehmen.

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17jährige Debütanten

Idrissa Touré war am vergangenen Wochenende der zweite Spieler, der in dieser Spielzeit als 17jähriger in der zweiten Liga debütierte. Damit folgte er dem Karlsruher Marvin Mehlem, dem dies schon in der Hinrunde gelang.

2001 wurden die Bundesligisten dazu verpflichtet, Nachwuchsleistungszentren einzurichten, um im Bereich der Talentförderung den Rückstand im internationalen Vergleich aufzuholen. Ein Jahr später galten die Bestimmungen in ähnlicher Form auch für die zweite Liga.

Seit 2001 debütierten in der zweiten Liga insgesamt 32 Spieler, die noch nicht 18 waren. Passend zu den neuen Bestimmungen der Nachwuchsförderung, die erst mit Verzögerung Ergebnisse abwarfen, war es zwischen 2001 und 2005 insgesamt noch gerade mal ein Spieler, während seitdem in zehn Spielzeiten im Schnitt drei 17jährige ihr Debüt feierten.

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23.Spieltag – 2.Bundesliga 2015/2016

In Abwandlung einer alten Weisheit, die in der Berichterstattung über den (vor allem amerikanischen) Sport nach Lust und Laune hin- und hergereicht wird, könnte man von der zweiten Bundesliga behaupten, dass man zu Hause Spiele gewinnt, aber auswärts Meisterschaften. Zumindest legen das die Daten der letzten 20 Spielzeiten nahe.

In 12 der letzten 20 Spielzeiten seit Einführung der Dreipunktregel wurde die beste Auswärtsmannschaft am Ende auch Zweitligameister, während dies nur achtmal dem besten Heimteam der Saison gelang. Wobei in fünf Fällen das beste Auswärtsteam auch gleichzeitig das beste Heimteam war. Heißt, dass der Meister nur dreimal gleichzeitig bestes Heimteam und nicht bestes Auswärtsteam war und andersherum der Meister siebenmal bestes Auswärtsteam, aber nicht bestes Heimteam.

Mehr noch, nur zweimal stieg das beste Auswärtsteam der Saison am Ende der Zweitligaspielzeit nicht auf, während das beste Heimteam der Saison in sieben von 20 Fällen den Aufstieg verpasste. Aus Sicht von RB Leipzig beruhigende Zahlen, wenn man ihren Sechspunktevorsprung in der Auswärtstabelle bedenkt.

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18.Spieltag – 2.Bundesliga 2015/2016

Die Hälfte der Saison ist vorbei. Gemeinheim meint man, dass noch so viele Spiele zu spielen sind, dass der aktuelle Tabellenstand nicht so viel Aussagekraft hat und noch ganz viel passieren kann. Wenn man allerdings einen Blick auf die letzten 20 Spielzeiten seit Einführung der Dreipunktregel wirft, dann stellt man fest, dass sich am Tabellenbild zwischen Herbstmeisterschaft und Saisonfinale meist gar nicht mehr so viel ändert.

Denn in dieser Zeit landeten 45 der 60 Teams, die zur Halbzeit einen der ersten drei Plätze belegten, auch am Ende unter dem Toptrio. In den letzten zehn Jahren waren es sogar 24 von 30. Dabei belegt der Herbstmeister final im Schnitt Platz 2,1. Schlechter als Sechster wurde er nie (Aachen 2003/2004). 17 von 20mal stand am Ende der Aufstieg (einmal via Relegationssieg). In den letzten zehn Jahren verspielte nur Aue als Herbstmeister noch den Aufstieg (2010/2011) und das erstaunt vielleicht nicht ganz so, wenn man bedenkt, dass sie nach 17 Spielen sehr überraschend ganz oben standen und auch nur drei Punkte Vorsprung auf Platz 4 hatten.

Der Zweitplatzierte nach 17 Spielen landete in den vergangenen 20 Spielzeiten im Schnitt auf Platz 2,65. Zehnmal reichte es für Platz 1 oder 2. Weiter runter als bis auf Platz 7 ging es nie mehr (Kaiserslautern 2008/2009). Und auch für den Dritten nach 17 Spielen ging es im Laufe der Restsaison nicht mehr so richtig bergab, sodass am Ende im Schnitt Platz 3,55 stand. Immerhin achtmal gelang noch der Sprung auf Platz 1 oder 2. Schlechter als Neunter wurde es in der Abschlusstabelle nie und das ist auch schon einige Monde her (Hannover 2000/2001, VfB Leipzig 1995/1996).

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14.Spieltag – 2.Bundesliga 2015/2016

Große Feierlichkeiten am letzten Spieltag, als der TSV 1860 München in der Nachspielzeit gegen den MSV Duisburg den ersten Saisonsieg klarmachte. Und nicht nur Gino Lettieri um den Job als MSV-Coach brachte, sondern es auch vermied einen neuen Rekord in Sachen Spiele ohne Sieg zum Saisonstart aufzustellen. Denn seit Einführung der Dreipunkteregel im Jahr 1995/1996 gab es erst zwei Teams, die später zum ersten Saisonsieg kamen als die Löwen aus München in dieser Saison. Ahlen 2009/2010 und Paderborn 2007/2008 schafften erst ein Spiel später als 1860, also am 14. Spieltag ihren persönlichen Befreiungsschlag.

Im Schnitt gelang in den letzten 21 Spielzeiten den jeweils am schwächsten gestarteten Teams zwischen Spieltag 9 und 10 der erste Sieg. Gleich viermal war es Ahlen, die am längsten brauchten, um auch mal über drei Punkte jubeln zu können. Düsseldorf, Duisburg und Aachen waren in jeweils zwei Spielzeiten das zum Saisonstart am längsten erfolgloseste Team.

Ein derart erfolgloser Start bedeutete in der Vergangenheit, das wird man in München gern hören, nicht unbedingt, dass man am Ende der Saison auch absteigt. Immerhin 43% der Mannschaften, die als letztes Zweitligateam der jeweiligen Saison einen Sieg einfahren konnten, feierten am Ende auch noch den Klassenerhalt (bzw. feierte Duisburg 2012/2013 nur sportlich, weil man später formal an der Erteilung der Lizenz scheiterte). Wobei die Quote in den letzten 10 Spielzeiten nur noch bei 30 Prozent lag. Was dafür sprechen könnte, dass die Ausgeglichenheit der Liga auch dazu führt, dass der Weg aus dem Keller immer schwieriger wird, wenn man denn erstmal drin steckt.

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3.Spieltag – 2.Bundesliga 2015/2016

Eine Spitzenmannschaft sollte weniger als ein Tor pro Spiel kassieren. (Fabio Coltorti, 30.10.2013)

Drei Gegentore hat RB Leipzig in den ersten drei Pflichtspielen (naja, knapp drei Pflichtspielen) kassiert. Und ist dabei ziemlich gut weggekommen, wenn man sieht, dass die Kontrahenten und insbesondere Fürth doch einige Chancen liegengelassen haben. Wenn man Fabio Coltortis obige Klassifizierung heranzieht (die zugegebenermaßen noch aus der dritten Liga stammt), ist man also von einer Spitzenmannschaft noch ein Stück entfernt.

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2.Spieltag – 2.Bundesliga 2015/2016

Der zweite Spieltag der zweiten Bundesliga ist in vollem Gange. Und man kann natürlich schon anfangen tiefgreifend zu begründen, warum welches Team welche Chancen auf welchen Tabellenplatz hat. Was schon deswegen schwierg ist, weil sich die Lage in der Woche auf vielen Ebenen noch wöchentlich ändert. Nicht nur in Bezug auf die Resultate auf dem Platz, sondern auch aufgrund der Entscheidungen abseits des Platzes.

Nürnberg zum Beispiel sieht mit dem Rechtsverteidiger Miso Brecko nominell schon viel stabiler aus als zuvor, muss aber gleichzeitig mit der Unruhe nach dem Abgang von Sportdirektor Martin Bader umgehen. 1860 präsentiert sich weiter als Unterhaltungsclub, bei dem nun sogar der Sportdirektor Gerhard Poschner selbst fristlos gekündigt hat. Und an vielen anderen Orten hofft man noch, Richtung Transferende Ende August den Kader mit leistungsstarken Schnäppchen aufpeppen zu können.

Schaut man in die Zweitligahistorie, dann kann man aus den Resultaten der ersten zwei Spieltage nur wenig ablesen. Nachvollziehbar, dass Teams die an den ersten beiden Spieltagen hoch gepunktet haben, im Schnitt am Ende der Saison besser dastehen als jene Teams, die schlecht in die Saison starten. Aber die Unterschiede in Bezug auf die Endplatzierung zwischen Teams, die beispielsweise am ersten Spieltag dreifach oder nur einfach gepunktet haben oder zwischen Teams, die nach zwei Spielen sechs oder vier Punkte haben, sind eher marginal.

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23.Spieltag – 2.Bundesliga 2014/2015

Acht Punkte Rückstand auf den Aufstiegsrelegationsplatz. 10 Punkte Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz. RB Leipzig ist im Mittelfeld der Zweitligatabelle versackt. Vor nicht mal einer Woche rechnete Ralf Rangnick Medienvertretern vor, dass das Schielen auf den Aufstieg eher unrealistisch ist, weil man dafür in den damals verbleibenden 13 Spielen im Schnitt noch hätte 2,5 Punkte holen müssen. Ein Spiel später ist die Situation nach dem 1:1 gegen Braunschweig nicht besser geworden. Rechnen wird der eine oder die andere hierzulande trotzdem noch so lange, bis auch die theoretische Chance dahin ist.

RB Leipzig hat aktuell 30 Punkte auf dem Konto. Die Plätze 2 bis 4 (Karlsruhe, Darmstadt, Kaiserslautern), die sich vom Verfolgerfeld etwas abgesetzt haben und dem (noch) unangefochtenen Spitzenreiter Ingolstadt folgen, haben 38 Punkte auf dem Konto. RB Leipzig müsste also in den verbleibenden Spielen pro Partie auf jedes der drei Teams 0,67 Punkte aufholen. Von den Mannschaften, die noch dazwischen stehen (Braunschweig, Düsseldorf, Nürnberg) mal ganz abgesehen.

In 19 Spielzeiten Dreipunktregel seit 1995 war 32 die geringste Punktzahl, die ein späterer Aufsteiger nach 22 Spielen hatte. Arminia Bielefeld schaffte es 2003/2004 trotzdem mit 24 Punkten aus den letzten zwölf Spielen (also 2,0 im Schnitt) noch aus der zweiten Bundesliga in die höchste Spielklasse.

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12.Spieltag – 2.Bundesliga 2014/2015

Vier Zweitligateams sind unter der Woche ins Achtelfinale des DFB-Pokal vorgedrungen und dürfen sich nun über einen sportlichen Erfolg und insgesamt für die ersten drei Pokalrunden fast 1.000.000 Euro allein an DFB-Prämien freuen. Wird man sich in Aalen, Kaiserslautern, Braunschweig, aber auch in Leipzig (wo man zwar mehr Geld hat, aber trotzdem nicht komplett jenseits wirtschaftlicher Vorgaben arbeitet) sehr darüber freuen.

In der nächsten Runde wird es für Kaiserslautern und Braunschweig mit Auswärtsspielen in Leverkusen und München ziemlich schwer. Leipzig und Aalen haben immerhin Heimspiele erwischt, aber müssen mit Wolfsburg und Hoffenheim trotzdem ambitionierte Erstligisten bespielen.

Wenn man wählen könnte zwischen einer hohen Wahrscheinlichkeit, im Achtelfinale auszuscheiden und dem Ausscheiden in der zweiten Runde, hätten jene Zweitligisten, die unter der Woche im Pokal ausschieden, wohl trotzdem begeistert für ersteres votiert. Aue und Fürth scheiterten in zweitligainternen Duellen. Karlsruhe und Bochum schieden bei unterklassigen Teams aus (Offenbach und Dresden) aus.

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Defense wins zumindest Statistiken

Kein einziges Gegentor kassierte RB Leipzig in den ersten drei Zweitligaspielen. Am nächsten dran war noch der VfR Aalen, die den Ball immerhin an den Pfosten setzten. Ansonsten war direkte Torgefahr eher die Ausnahme.

Kein Gegentor nach drei Spieltagen ist in der zweiten Liga kein ganz seltenes Ereignis. Acht Mannschaften schafften dies seit Einführung der Dreipunkteregel 1995/1996. Diese acht Mannschaften zeigen aber auch, dass eine solche Serie nicht unbedingt bedeutet, dass man es mit einem Abwehrbollwerk zu tun hat. Denn immerhin fünf der acht Teams kassierten am Ende mindestens einen Treffer pro Spiel, jener Grenze, die man als Grenze zwischen Topverteidigungen und dem normalen Rest ansieht.

Im Schnitt kassierten die acht Teams knapp 37 Treffer in den entsprechenden Spielzeiten. Da man ja die ersten drei Spiele ohne Gegentor blieb, bleiben also 37 Tore in nur noch 31 Spielen übrig. Macht also 1,2 Treffer pro Spiel. Eine mehr als menschliche Bilanz.

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Ausgeglichenheit reloaded

Lediglich zwei Spieltage hat es gedauert, bis es in der zweiten Bundesliga kein Team mehr mit weißer Weste gibt. Was der frühest mögliche Zeitpunkt ist. Das passiert im Allgemeinen in den Fußballligen eher selten, ist aber mit Beteiligung von RB Leipzig nun schon zum zweiten Mal in drei Jahren zu beobachten. Bereits vor zwei Jahren in der Regionalliga gab es einen entsprechend ausgeglichenen Start ohne ein Team mit mindestens zwei Startsiegen.

Abgesehen davon gab es seit 1994 und der Einführung der Regionalligen bzw. der eingleisigen zweiten Liga mit 18 Mannschaften von der Bundesliga bis runter in die Regionalliga in 110 Versuchen lediglich siebenmal diesen Fall einer in der Anfangsphase sehr ausgeglichenen Liga. In der ersten Bundesliga kam es seit 1994 noch nie vor. Ganz im Gegenteil gibt es hier immer wieder mal Teams (vor allem die Bayern), die lange ohne Punktverlust bleiben.

Zweite und (einlgeisige) dritte Liga nehmen sich insgesamt nicht viel. Im Schnitt ist in beiden Ligen nach knapp vier Spieltagen der Punkt erreicht, dass keine Mannschaft nur noch Siege auf dem Konto hat. In der Bundesliga ist dasselbe im Schnitt erst am fünften Spieltag der Fall. Was wieder einmal dafür spricht, dass die Kluft in der Bundesliga zwischen den Teams eben größer ist als in den unteren Ligen und entsprechend die Wahrscheinlichkeit steigt, dass ein Team mal mit vielen Siegen startet.

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Zweitliga-Aufsteigerbilanzen

Mit Heidenheim und RB Leipzig steigen diese Saison zwei komplett neue Mannschaften in die zweite Liga auf. Dazu kommt Darmstadt, die zuletzt 1992/1993 zweitklassig waren, also in den letzten 20 Spielzeiten, in denen die zweite Liga gesamtdeutsch und mit 18 Mannschaften spielte, auch nicht vertreten war.

Insgesamt gab es seit 1994 (die aktuellen Aufsteiger nicht mitgezählt) 49 verschiedene Vereine, die insgesamt 72 Aufstiege in die zweite Liga feiern durften. Sechs dieser Vereine spielten in diesen 20 Jahren jeweils nur ein Jahr zweitklassig. Essen gelang das Kunststück, direkt wieder abzusteigen, gleich dreimal. Bei Babelsberg, Schweinfurt, Erfurt, Oldenburg und Siegen blieb es bei einjährigen Geschichten.

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In fast trockenen Tüchern?

Zehn Spieltage sind es noch bis zum Saisonende. Was bedeutet, dass nur noch etwa ein Viertel der Saison übrig bleibt, um am Tabellenbild etwas entscheidendes zu verändern. Sodass die Spekulationen und Prognosen, wer wohl am Ende auf welchem Platz landen wird, immer mehr Raum einnehmen. Weil natürlich bei den verschiedenen beteiligten Vereinen auch der Traum vom Aufstieg wächst.

Wenn man die aktuelle Tabelle als Maßstab nimmt, dann sind wohl nur noch fünf Teams in der Verlosung für die ersten drei Plätze. Wobei Heidenheim praktisch schon nicht mehr aus den Top 3 herausfallen und realistischerweise auch nicht mehr von einem direkten Aufstiegsplatz rutschen kann. Bei RB Leipzig ist das Rutschen aus der Top 3 bei 12 Punkten Vorsprung auch eher unrealistisch, wenn auch immer noch theoretisch möglich. Das Heimspiel gegen den Vierten Osnabrück am Sonntag könnte hier schon die weitere Richtung weisen.

Darmstadt schielt sicherlich noch auf Platz 2 und RB Leipzig, muss allerdings auch noch ein wenig nach hinten schauen, wo Osnabrück und Rostock bei sieben Punkten Rückstand auf ihre Chance lauern. Hansa zudem mit der Chance, am Wochenende mit einem Sieg im direkten Duell gegen die Hessen den Rückstand auf den Relegationsplatz wieder auf vier Punkte zu verringern. In fast trockenen Tüchern? weiterlesen

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Das Drittligatalent, dein zukünftiger Bundesligaspieler?

Eines der großen Talente im Kader von RB Leipzig ist Joshua Kimmich, der in der Hinrunde noch 18jährig sein Debüt im Männerfußball feierte und seitdem auf 13 Einsätze, davon 12 von Beginn an kam. Und sich zu – trotz jugendtypischer Fehler wie dem vor dem 0:1 in Duisburg – einer festen Größe im Mittelfeld entwickelt hat. Einer, von dem Coach Alexander Zorniger nach der Niederlage gegen Burghausen noch sagte, dass mit ihm (Kimmich war verletzt) auch die Siegmentalität gefehlt habe.

Betrachtet man die Drittligageschichte, dann ist es erstaunlicherweise eher eine Ausnahme, dass ein Nicht-U23-Team einen 18jährigen Spieler debütieren und anschließend auch noch mehr oder minder regelmäßig spielen lässt. In sechs Jahren dritter Liga spielten knapp zwei Drittel (63,6%) aller Spieler, die bei ihrem ersten Saisoneinsatz 18 Jahre alt waren und anschließend in derselben Saison noch auf mindestens 10 Einsätze kamen, bei einem U23-Team. Also um genau zu sein bei Bayern II, Werder II, VfB Stuttgart II oder BVB II, die in den letzten Jahren jene Bundesliganachwuchsteams waren, die zwischen dreimal und sechsmal drittklassig agierten.

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Nervöse Vereinsfinger

Etwas überraschend wurde gestern beim SV Wehen Wiesbaden Cheftrainer Peter Vollmann beurlaubt. Überraschend weil der Verein aktuell mit nur einem Punkt Rückstand auf Platz 7 gar nicht allzu schlecht da steht und immer noch gute Perspektiven hat, um den Aufstieg mitzuspielen.

Andererseits kam die Beurlaubung nicht ganz so überraschend, denn schon seit ein paar Wochen schien zwischen Coach und Verein ein Streit über den mangelnden Einbau des Nachwuchses zu schwelen. Prototypisch für den Streit könnte Julian Wießmeier stehen, ein 20jähriges Mittelfeldtalent, das mit viel Hoffnung für zwei Jahre vom 1.FC Nürnberg ausgeliehen wurde, bisher aber (verletzungsfrei wohlgemerkt) von 1170 möglichen Minuten nur 155 bestritt.

Zu Saisonbeginn hatte Vollmann durch gute Resultate (bei damals schon überschaubaren Leistungen) die Argumente auf seiner Seite. Durch nur zwei Punkte aus den letzten fünf Spielen verlor der aus der Ferne sympathisch wirkende Trainer aber die guten Argumente und ergo auch seinen Job.

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Ausgeglichenheit

Die Tabellensituation in der Regionalliga Nordost wirkt auf den ersten Blick doch einigermaßen skurril. Denn an eine Situation, dass bereits am zweiten Spieltag keine Mannschaft mehr eine weiße Weste hat, können sich wohl nur die wenigsten erinnern. Ich kann es auch nicht. Es gibt – sieht man von der Variante ab, dass am ersten Spieltag alle Spiele unentschieden enden – logischerweise keinen früheren Zeitpunkt in der Meisterschaft, zu dem alle Vereine ihre makellose Siegesbilanz verloren haben können.

Schaut man in die Geschichte der Regionalliga seit ihrer Neuinstallation 1994/1995 gab es in 19 Versuchen (weil inklusive 2012/2013 19 Jahren) in den Staffeln, in denen die NOFV-Teams jeweils eingegliedert waren (Nord oder Nordost), noch nie eine solche Situation. Nimmt man alle Regionalliga-Staffeln der vergangenen 19 Jahre, dann war es in 55 Meisterschaften nur zwei Mal der Fall, dass nach zwei Spielen kein Team zwei Siege auf dem Konto zu stehen hatte. Beide Male war es die Regionalliga West (2009/2010 und 2010/2011).

Wirft man einen Blick in die höheren Spielklassen für denselben Zeitraum (also seit 1994/1995), dann hatte die Bundesliga in 18 Versuchen (in diesem Jahr sind sie ja erst bei Spieltag Nummer 1) noch nie einen solchen Fall, während es in der zweiten Liga in 19 Versuchen immerhin dreimal vorkam (1995/1996, 1996/1997 und 2008/2009). Und auch in der dritten Liga gab es in fünf Meisterschaftsjahren einmal die Situation, dass kein Team ohne Verluste aus den ersten zwei Spielen kam.

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Sportliche Abstürze

Die These, die gestern hier im Blog aufgestellt wurde, lautete, dass die fußballerische Vereinigung DDR-BRD vor 20 Jahren eine „wirtschaftliche Ausschlussveranstaltung auf Kosten der ostdeutschen Spitzenclubs“ war. In den vergangenen 20 Jahren sind die hoffnungsfroh gestarteten Ost-Vereine sukzessive sportlich nach unten gerutscht. Und dies vor allem im Vergleich mit ihren historisch-wirtschaftlich bevorteilten Konkurrenten aus dem Westen.

Nun ist das mit Thesen ja so eine Sache, denn manchmal stellt man welche auf und dann guckt man auf die Fakten und stellt fest, dass es ganz so einfach dann doch nicht zuging. Weswegen ich mir dachte, dass ich zur gestrigen Behauptung noch den passenden Vergleich liefere. Und zwar in Form einer Tabelle, die für die Erst- und Zweitligisten von vor 20 Jahren auflistet, wo die Vereine heute gelandet sind.

Auffällig vorneweg, dass 11 Erstligisten von 1991 auch heute noch Erstligisten sind. Dazu kommen 4 Teams, die 1991 noch als Zweitligisten aktiv waren und inzwischen in der höchsten Spielklasse angekommen sind. 15 von 18 heutigen Bundesligaclubs gehörten demnach bereits 1991 zu den obersten zwei Spielklassen. Lediglich Hoffenheim, Wolfsburg und Augsburg, also Vereine, die auf die eine oder andere Art und Weise von erhöhten Geldspritzen profitieren durften, konnten von weiter unten in den Kreis ganz oben eindringen. Was gleichzeitig die gestrige These unterstreicht, dass ohne den Einsatz überdurchschnittlicher Finanzmittel für unterklassige Vereine die Lücke nach oben nicht zu schließen ist.

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Saisonrückblick

Auch wenn die Saison noch nicht in allen Ligen beendet ist, wird es langsam Zeit einmal einen kurzen Blick auf die Gewinner und Verlierer der Saison zu werfen, zumal die Entscheidungen auch in Regional- und Oberliga (zumindest was die Vereine in Ostdeutschland angeht) bereits gefallen sind.

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