Hannovereske Züge

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig beim FC Schalke 04 (16.03.2019, 15.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick.]

[Anmerkung: 24 Stunden nach dem Schreiben des Vorberichts wurde dann Domenico Tedesco doch noch entlassen und durch Huub Stevens ersetzt. Offensiver wird es unter dem Neu-Coach auch nicht werden, so viel ist sicher. Fraglich halt, ob er dem taktisch immer defensiv ausgerichteten Team bis zum RB-Spiel die Fehler im Ballbesitz und im Verteidigen austreiben kann. Aufstellungstechnisch wird das nun auch eher eine Wundertüte, von daher ist die unten genannte S04-Formation auch nur eine ungefähre Richtgröße. Der Vorbericht in der vorliegenden Form ist nach dem Trainerwechsel eher als Zustandsbeschreibung des Teams zu sehen.]

26. Spieltag in der Bundesliga. Auf RB Leipzig wartet die Fahrt nach Gelsenkirchen. Es ist bereits das letzte Spiel dieses Jahr für RB gegen eines der Teams aus dem engeren Kreis an Abstiegsanwärtern. Das ist ein überraschend früher Zeitpunkt in der Saison (und zeigt, dass es der Restspielplan durchaus in sich hat), deutlich überraschender ist aber das Ziel der Reise und dass Schalke der Gegner ist.

Der Vizemeister der letzten Saison spielt eine erstaunlich miese Saison und hat sich in den letzten Wochen ein noch tieferes Loch gegraben als jenes, das man schon zur Winterpause für sehr tief hielt. Erstaunlich dabei vor allem, dass Domenico Tedesco zuletzt überhaupt noch auf der Schalke-Bank sitzen durfte. Lediglich zwei Punkte aus den letzten sieben Bundesligaspielen mit 5:18 Tore. Dazu das Ausscheiden in der Champions League gegen Manchester City mit 2:10 Toren. Lediglich im DFB-Pokal wurde eine positive Geschichte geschrieben und beim 4:1 gegen Düsseldorf das Viertelfinale erreicht. Ansonsten waren es Pleiten, Pech und Defensivpannen, bei denen schon eine 2:4-Niederlage in Bremen als Mutmacher durchging, weil Schalke dort 50 Minuten ordentlich mitgespielt hatte.

Glück für Tedesco war wahrscheinlich bisher, dass es mit Manager Heidel erstmal jemanden aus der höheren Vereinshierarchie getroffen hat (bzw. dieser seinen Hut nahm) und Neu-Sportvorstand Jochen Schneider nicht gleich als erste Amtshandlung eine Entlassung von Tedesco durchsetzen wollte. Gerade das 0:4 im Heimspiel gegen Düsseldorf bot aber eigentlich wenig Argumente gegen einen Trainerwechsel, so indisponiert und in sich zusammenfallend wie sich das Team in diesem Spiel präsentiert hatte.

Dabei erstaunt an den letzten Partien vor allem, mit was für Fehlern eine Mannschaft eines Trainers, der eigentlich für taktisch sehr gutes Arbeiten und genaue Matchpläne steht, Spiele bestreitet. Das geht beim Anlaufen los, das oft den Eindruck vermittelt, dass es nicht als Gruppe durchgeführt wird und Spieler erst anlaufen, wenn der Ball schon beim Gegenspieler ist, sie entsprechend zu spät kommen und hinter sich dann Räume öffnen. Für spielstarke Teams wie Bremen oder Manchester City (ok, das ist vielleicht nicht der passende Bundesliga-Maßstab) ein gefundenes Fressen.

Aber auch in normaler, eher tiefer Defensivformation wurde es zuletzt oft wild in einer Mannschaft, die letzte Saison noch nichts besser beherrschte, als Teams in normalen Spielsituationen mit kompaktem Verteidigen zu entnerven. In Manchester kassierte Schalke mit einer Fünferkette ein Tor, weil zwischen Rechtsverteidiger und rechtem Innenverteidiger gefühlt 20 Meter Raum waren (wohlgemerkt in normaler Verteidigungsposition) und man dort ganz gemütlich jeden Pass hätte durchspielen können, den man durchspielen will. Wenn der Abnehmer dann noch Leroy Sané heißt, dann wird das doppelt bitter.

Es wirkt ja immer ein bisschen seltsam, wenn der Vorwurf der Über-Theoretisierung kommt. Aber bei Schalke hatte man tatsächlich zuletzt das Gefühl, dass die Mannschaft in dem Versuch, möglichst verschiedene Systeme gut zu beherrschen, am Ende gar nichts mehr konnte und sich in dem Korsett, wer wann wo zu stehen hat, komplett verhedderte (zumindest vermittelte das häufige Winken und Nach-Justieren auf dem Spielfeld das Gefühl). Sprich, es bleibt das Gefühl, dass das System nicht dazu dient, Spieler so einzubinden, dass sie darin ihre Stärken ausspielen können (ihr Spiel also erleichtert wird), sondern das System eher zu einer Einbindung führt, bei der Spieler ihre Stärken verlieren.

Das ist natürlich eine sehr grobe Sicht der Dinge, auch weil aus der Ferne beobachtet. Aber seltsam bleibt es halt, wenn man sich Schalke-Spiele der jüngeren Vergangenheit anschaut. Wie dort immer wieder aus der letzten Reihe heraus unbedrängt Pässe dem Gegner in die Füße gespielt wurden, um dann Kontern hinterherzulaufen, das wirkte schon arg so, als wüsste am Ende niemand mehr, wie man eigentlich die Gegner bespielen soll. Fehlabspiele ins Zentrum. Das ist nicht unbedingt das, was es braucht, wenn die Saison eh schon schlecht läuft.

In der Folge dessen ist Schalke in dieser Saison anfällig für Dinge, für die man letzte Saison überhaupt nicht anfällig war. Unter anderem für Konter. Musste man sich letzte Saison gegen S04 noch jede Chance hart erarbeiten und ließ das Tedesco-Team fast keine Kontertore zu (auch weil man in der Zentrale des Spielfelds so gut verteidigte), ist man diese Saison in der Konterverteidigung eines der schlechtesten Teams der Liga.

Dasselbe gilt für die Standards, die letzte Saison im positiven Sinne den Unterschied machten. 14 Tore schoss Schalke 2017/2018 nach ruhenden Bällen. Gerade mal drei sind es diese Saison. Von einem Plus von sechs Toren nach Standards (also Schalke schoss letzte Saison sechs Standardtore mehr als der Gegner) ist man zu einem Minus von vier Toren gekommen. Das ist in der Differenz ein Unterschied von zehn Toren von einer Saison zur nächsten. Nimmt man dann noch die Verschlechterung bei Kontern dazu (von +3 zu -4), dann hat man allein in diesen beiden Bereichen eine Verschlechterung in der Tordifferenz von 17(!) Toren von einer Spielzeit zur nächsten. Mit demelben Trainer. Wow.

Mit einer sehr unangenehmen Spielweise mit gutem Verteidigen in der Zentrale, gutem Umschalten und guten Standards spielte Schalke letzte Saison deutlich über den Möglichkeiten und machte mehr aus den Spielen als in normalen Spielzeiten. Elf Punkte mehr sammelte man ein, als es den Chancen nach normal gewesen wäre. In dieser Saison nun mit einer wackligen Zentrale und dem Fehlen des Funktionierens der einfachen Dinge stehen bisher zehn Punkte weniger zu Buche als es den Chancen nach sein müssten. Wenn man es sich so hinrechnet und die erwarteten Punkte als Maßstab nimmt, dann wäre Schalke auf Kurs, nur sieben Punkte hinter der letzten Saison einzukommen. Man müsste eigentlich auf Kurs 45 Punkte in dieser Saison sein, nachdem es letzte Saison nur 52 statt 63 hätten sein dürfen.

Nun, das ist alles arg viel Theorie, zeigt aber auch, dass diese Saison an miesem all das passiert, was letzte Saison über die Maßen gut lief (man also genaugenommen die zweite Freak-Saison in Folge spielt, nur halt diesmal negativ statt positiv). Aber es lässt sich halt auch nicht alles nur mit Pech erklären, wenn man als Team so eklatante Probleme im defensiven Umschalten hat und man aus den Schüssen, die man nach Kontern und Standards immer noch überdurchschnittlich viel hat, so wenig Tore macht.

Immer mal in Führung gehen, würde der Mannschaft halt weiter gut tun. Bis zum 18. Spieltag hatte Schalke alle Spiele gewonnen, in denen man auch in Führung lag. Trotz Versuchen im Sommer, mehr auf Ballbesitz und eigene Spielstrukturen zu setzen, hat sich das Tedesco-Team in diesem Bereich gar nicht verbessert (was auch dazu führt, dass man nach 16(!) Rückständen nur zweimal noch Unentschieden spielte – zweitschlechteste Bilanz der Liga), sodass man immer noch sehr davon abhängig ist, dass man gut gegen den Ball arbeitet und umschaltet. In Bremen klappte das 50 Minuten lang ganz gut. Einfache Gegentore brachten Schalke dann aber doch wieder aus der Bahn, sodass man bei Werder zum ersten Mal ein Spiel nach eigener Führung noch verlor. Zuvor hatte man schon in Berlin erstmals eine Führung aus der Hand gegeben und nur Unentschieden gespielt.

Was bedeutet, dass selbst die einzige echte Stärke, Führungen über die Zeit bringen zu können, sich in der Rückrunde auflöste. Weil man es nicht mehr schafft, dem Gegner große Möglichkeiten zu nehmen. Nur zwei Mannschaften lassen mehr Großchancen (also Chancen, bei denen ein Spieler allein vorm Torwart steht) zu als Schalke, nur fünf Mannschaften erarbeiten sich weniger Großchancen, nur eine(!) Mannschaft (Hannover) hat eine schlechtere Differenz zwischen erarbeiteten und zugelassenen Großchancen. In nur drei(!) Spielen hatte Schalke mindestens zwei Großchancen mehr als der Gegner, in zwölf Spielen hatte man mindestens zwei Großchancen weniger. Und da reden wir vom deutschen Vizemeister, der letzte Saison für eine unheimliche Stabilität stand.

Wenn eine Mannschaft von einem Jahr auf das nächste so komplett abrutscht, dann taugen monokausale Erklärungen wohl nie. Pech, spieltaktische Fragen, mieser Flow. Da kommt dann viel zusammen. Aber man kann auch Kaderentscheidungen mit in das Bündel an Gründen hineinnehmen. Nichts gegen Spieler wie Skrzybski oder Salif Sané, aber für zehn Millionen Euro hat man da auch nicht gerade Akteure bekommen, die noch mal große Entwicklungssprünge machen werden. Spieler wie Stambouli, Konoplianka oder Rudy waren sehr teuer, spielen aber nicht die tragenden oder fehlerfreien Rollen, die man dafür vielleicht erwarten würde.

Dazu bleibt der Eindruck, dass bei den Verpflichtungen nicht immer ganz klar war, wohin man mit Schalke eigentlich will. Ein Rudy macht nur in einem auch auf klaren Ballbesitzstrukturen ausgelegten Spiel Sinn. Für die interne Hierarchie wichtige Spieler wie Höwedes, Fährmann oder Naldo abzugeben, erwies sich als schwierig, weil daraus keine neuen Strukturen erwuchsen. Wenn statt eines Naldo nun in der Rückrunde ein (solider, aber auch sehr fehlerbehafteter) Jeffrey Bruma von der Wolfsburger Tribüne kommend direkt auf Schalke verteidigen darf, dann bleiben von außen ganz viele Fragezeichen in Bezug auf die Strategie des Vereins.

Dass nun die Gerüchte gestreut werden, dass Schalke die Hälfte seines Kaders gern wieder loswerden will, dürfte auch nicht gerade dazu beitragen, dass die Spieler alle mit Begeisterung zum Training und zum Spiel erscheinen. Zuletzt verschoss dann Tedesco auch noch die ‚Wir setzen jetzt auf Mentalität und Charakter‘-Patrone, die aber eben auch bedeutet, dass die deswegen ausgebooteten Spieler kurzfristig nicht die allerbesten Trainerfreunde sein werden.

Mal jenseits von Tabellenplätzen und Fehlern ist beim FC Schalke natürlich nicht alles schlecht. Wenn man an Nübel, McKennie, Matondo und einen zuletzt extrem starken Embolo (eine großartige Mischung aus Poulsen und Werner, bei der man eine Idee bekommt, warum RB ihn 2016 auch holen wollte) denkt, dann hat Schalke schon mal viel Zukunft im Team. Dazu kommen immer wieder Talente aus dem eigenen Nachwuchs wie zuletzt (ein noch etwas ungeschliffener) Kutucu. Dazu bleiben sehr gute Rollenspieler wie ein Schöpf oder ein Caligiuri oder je nach Vorstellungen und System auch Rudy, Mascarell oder Nastasic. Die Dynamik eines Bentaleb wäre gut eingebunden auch immer noch Gold wert (aktuell leistet er sich aber zu viele Ballverluste an der falschen Stelle). Es braucht halt für die Mannschaft wieder ein klares (taktisches und menschliches) Gerüst, das die vorhandenen Puzzleteile zusammenfügt und jene aussortiert, die nicht ins Bild passen.

Selbst wenn Heidel ein Stück auch dafür stand, zu viele zu sehr nur solide Spieler für zu viel Geld in den Kader einzubauen, dann bleibt halt trotzdem ein Kader mit sehr viel Potenzial (weil diverse junge Spieler) und mit sehr vielen Bausteinen für einen sehr breit und sehr ausgeglichen besetzten Kader, der auf jeden Fall Top6-Bundesliganiveau hat (und ja auch so viel Geld kostet). Man braucht halt Entscheidungen, was man von welchen Spielern eigentlich will. Bei allem Respekt, Dauerarbeiter Guido Burstaller wird nicht der Nummer1-Mittelstürmer der Zukunft bei Schalke sein (wie er es in den letzten Spielen war) und ihn allein in vorderster Linie herumlaufen zu lassen, wie in einem 5-4-1 in Manchester tut dem Österreicher und seinen Fähigkeiten nicht so richtig gut.

Die Frage wird halt sein, wer die ganzen Puzzlestücke bei Schalke 04 wieder zusammenfügt und wie schnell diese Aufgabe bewältigt werden kann. In den letzten Spielen hat man nicht viel gesehen, was glauben lässt, dass es ausgerechnet gegen RB Leipzig besser wird (ausgerechnet, weil Schalke Fehler machte, die der Spielidee von RB ganz besonders in die Karten spielen würden). Um in diesem Spiel Punkte mitzunehmen, braucht der Gastgeber auf jeden Fall eine Partie, in der man die Fehler in der Spielfeldmitte vermeidet, die man zuletzt viel zu häufig machte. Wenn man es schafft, ein fehlerminimiertes Spiel aufzuziehen und gleichzeitig gut und kompakt anläuft und verteidigt, dann hat Schalke natürlich die Qualität Leipzig wehzutun. Wenn man in der Arbeit als Team immer wieder Lücken reißen lässt und falls der Abfall in den Laufleistungen tatsächlich auf ein konditionelles und nicht nur auf ein motivationales Problem zurückzuführen ist, dann wird Schalke gegen RB wohl die nächste Niederlage kassieren.

Viele Wechsel wird es auf Leipziger Seite für das Spiel auf Schalke vermutlich nicht geben. Poulsen sollte in die Mannschaft zurückkehren, so er wieder fit ist. Demme dürfte weiter die Bank drücken, weil er jetzt etwas arg lange krank war und mit Kampl und Adams zwei Spieler für die Doppel-Sechs zur Verfügung stehen, denen Rangnick vertrauen kann. Bei Konaté bleibt die Frage, ob seine Wackler zuletzt für ein kleines Leistungsloch sprechen. Dass Ralf Rangnick plötzlich Mukiele in die Innenverteidigung stellt, ist aber eher unwahrscheinlich (so er nicht mit Fünferkette spielt, was gegen Schalke aber vermutlich keine sonderlich gut passende Taktik wäre). Generell dürfte es eher bei einer Formation bleiben, die auf das Spiel gegen den Ball setzt (auch wenn sich Sabitzer nach dem Augsburg-Spiel mehr kreative Lösungen wünschte). Weil Schalke zuletzt immer in das Umschaltspiel des Gegners hineinspielte und RB entsprechend beim direkten Aufeinandertreffen genau darauf setzen könnte, dass S04 das auch diesmal wieder tut.

Mögliche Aufstellungen:

  • RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Konaté, Orban, Halstenberg – Adams, Kampl – Sabitzer, Laimer – Poulsen, Werner
  • Schalke 04: Nübel – Stambouli, Sané, Nastasic – McKennie, Bentaleb, Oczipka – Skrzybski, Harit (Serdar) – Embolo, Burgstaller

Fazit: Es ist eine verrückte Saison, die Schalke da spielt und die in manchen Spielphasen hannovereske Züge angenommen hat. Trotzdem bleibt die Mannschaft eine, die über viel Qualität verfügt und in guten Phasen immer noch viel Power im Spiel gegen den Ball auf den Platz bringt. Kommt da Fehlerminimierung als Baustein hinzu und schafft man es Umschaltsituationen gut auszuspielen (wie beim Führungstreffer in Bremen), dann hat S04 natürlich auch gegen RB Leipzig eine gute Siegchance. Spielt man mit denselben Fehlern wie zuletzt und bricht bei einem Gegentreffer ein, dann wird man die nächste Niederlage einfahren und RB wird mit dem fünften Auswärtssieg in Folge die Heimreise antreten.

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[Wer das Spiel von RB Leipzig beim FC Schalke 04 nicht vor Ort verfolgen kann und am 16.03.2019, ab 15.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. FC Schalke 04

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Ralf Rangnick | GEPA Pictures - Roger Petzsche
GEPA Pictures – Roger Petzsche

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig beim FC Schalke 04. Mit Ralf Rangnick.

13.07

Nun denn, es geht bereits in das letzte Viertel der Saison. Nur noch neun Spiele in der Bundesliga. Dazu der DFB-Pokal, der noch maximal drei Spiele mit sich bringt. Was sowohl für RB als auch für Schalke gilt, die ihre missratene Saison ja im Pokal auch noch aufpeppen können.

13.11

Auf Schalke geht es derzeit ganz schön rund. Neu-Sportvorstand Jochen Schneider hat dort in ein ganzes Arsenal an Problemen eingeheiratet. Eine Entscheidung über Tedesco hat er aber wohl erstmal auf die Zeit nach dem Spiel gegen RB verschoben. Auch ein bisschen seltsam, einen Trainer, der wohl in der Länderspielpause entlassen wird, noch mal die Partie gegen Leipzig als Betreuer angehen zu lassen. Vielleicht kann Schneider ja in der Kabine mit einem ‚Wenn ihr wollt, dass der Trainer bleibt, müsst ihr Leipzig schlagen‘ für neue Energie sorgen. Das bräuchte dann aber auch elf Spieler auf dem Platz, die mit Tedesco weitermachen wollen.. Inwieweit das der Fall ist, lässt sich aus der Ferne nicht wirklich beurteilen. Auf jeden Fall wirkt die Mannschaft nicht gerade sehr einig.

13.13

Das können für RB aber auch nur Nebengeräusche eines Spiels sein, das man unbedingt gewinnen will. Die Unbekannte dabei ist, inwieweit Schalke weiter so fehleranfällig spielt wie zuletzt und beim geringsten Widerstand in sich zusammenfällt. So wie die Situation auf Schalke gerade ist, könnte ein frühes RB-Tor dem Gastgeber ganz gut den Stecker ziehen. Zumal dann Fans und Team sehr früh auseinanderbrechen dürften.

13.16

Ironie der Geschichte. Das Heimspiel gegen RB Leipzig war Tedescos erstes Schalke-Spiel, ein Heimspiel gegen RB könnte nun auch sein letztes sein. Falls denn Jochen Schneider nicht doch noch kurzfristig eine Entscheidung gegen Tedesco fällt. Und falls denn Schalkes Knoten nicht plötzlich komplett platzt und man RB souverän aus dem Stadion schießt. So freiburgesk statt hannoveresk.

13.18

Auf Leipziger Seite scheint man mit einer Vertragsverlängerung für Yussuf Poulsen für Wohlfühlstimmung sorgen zu wollen. Kicker und LVZ gleichlautend in diese Richtung. Noch mal zwei, drei Jährchen drauf auf den sowieso schon bis 2021 laufenden Vertrag. So konkret wie die Meldungen klingen, könnte es sein, dass das Rangnick schon heute bei der Pressekonferenz auch offiziell macht, weil so konkrete Meldungen eigentlich immer ihre Quelle direkt im Verein haben.

13.26

Der Verein bestätigt gerade, dass Yussuf Poulsen mit auf dem Podium sitzt bei der Pressekonferenz. Sicher nur, um seine Einschätzungen zum Schalke-Spiel loszuwerden..

13.32

Noch passiert nichts. Yussuf Poulsen erklärt vermutlich Timo Werner noch in einem der Hinterzimmer, wie man das mit einer Vertragsunterschrift so macht. Kann also noch dauern. ;-)

13.39

Ralf Rangnick: „Haben uns mit Yussuf und seinem Berater geeinigt, den Vertrag bis 2022 zu verlängern.“

Poulsen: „Freue mich sehr, dass wir uns geeinigt haben. Bin mit Leipzig zusammen gewachsen. Freue mich, dass wir uns weiter zusammen entwickeln können.“

Warum nur ein Jahr mehr auf den alten Vertrag? Poulsen: „Vertrag läuft ab Sommer drei Jahre. Heißt nicht, dass es nicht auch länger als 2022 gehen kann. Haben uns aber erstmal so geeinigt.“

Keine Ausstiegsklausel.

Rangnick: „Verlängerung nur um ein Jahr auf Wunsch von Poulsen. Muss nicht das Ende der Fahnenstange sein.“

13.43

Poulsen: Wann er sich den Traum von der Premier League mal erfüllt, will er nicht sagen.

Rangnick: „Nagelsmann hat bei den konkreten Verhandlungen keine Rolle gespielt.“ Im Winter aber Kader durchgegangen zusammen mit Nagelsmann und er habe auch am eigenen Leib erlebt, wie wertvoll Poulsen sein kann. Lässt durchklingen, dass Nagelsmann die Verlängerung abgenickt hat.

Poulsen: „Freue mich auf die Zusammenarbeit mit Nagelsmann. Auch ein junger Trainer, der sich weiterentwickeln muss. Können wir uns zusammen weiterentwickeln.“

Rangnick: „Das erste Mal in Portugal in einem Cafe mit Poulsen getroffen. Kann mich auch an das Spiel dort gut erinnern. Nach einer roten Karte musste viel Defensivarbeit geleistet werden. Poulsen damals sehr mannschaftsdienlich. Habe ihm dann versucht zu erklären, wie die Entwicklung sein könnte. Allzu viele Abweichungen gab es davon nicht, außer vielleicht ein Jahr mehr in der zweiten Liga zu brauchen. Poulsen ein Musterbeispiel, was passiert, wenn Talent und Mentalität und Berufsauffassung und Charakter zusammenkommen.“ Freut sich, dass Poulsen inzwischen auch torgefährlich ist.

13.47

Poulsen: „Hoffentlich bereit für Schalke. Gestern zum ersten Mal auf dem Platz. Nicht voll mittrainiert. Hoffentlich morgen wieder.“ Ist also für Schalke noch fraglich.

Poulsen: „Große Chancen muss man gegen Augsburg reinmachen. Man kriegt gegen ein so defensives Team nicht mehr Chancen, als wir dort rausgespielt haben. Wenn wir eine gemacht hätten, hätte jeder gesagt, dass man es so spielen muss gegen so einen Gegner.“ Gegen Schalke besser machen.

Rangnick: Betont noch mal, dass es grundsätzlich mit Nagelsmann abgesprochen war, die Mannschaft zusammenzuhalten und Poulsen zu halten. Der Frage, ob Nagelsmann das direkt abgenickt hat, weicht er ein bisschen aus. Implizit würde ich es als ‚Ja‘ interpretieren.

13.50

Rangnick: Zum ersten Mal seit der letzten Schalke-Amtszeit nun als Trainer wieder dort. „Nach Platz 2 hat man nicht gerechnet, dass es so in der Bundesliga laufen könnte.“ War in seiner zweiten Amtszeit ähnlich, als er von Felix Magath übernommen hatte. Abstiegsgefahr, Champions League und DFB-Pokal. „Sowas kann passieren. Bundesliga ist in der Dichte so stark, dass sie keine gravierenden Fehler verzeiht. Ist dort in Sachen Transfers nicht alles so gelaufen, wie man es sich gewünscht hat. Nicht einfach für den Verein. Tedesco ist ein herausragender junger Trainer. Hoffe, dass man mit ihm so umgeht, wie er es verdient hat. Egal was man letztlich entscheidet.“

13.53

Poulsen: „Es gibt keine schwachen Mannschaften in der Bundesliga.“

Rangnick: „Logisch, dass nach einem 0:7 eine Reaktion erwartet wird. Egal wer spielt und Trainer ist erwarte ich, dass Schalke deutlich mehr Gegenwehr leisten wird, als in Manchester ab der 30. Minute oder gegen Düsseldorf. Für uns nicht relevant, was drumherum passiert.“ Wichtiger seien die eigene Formation und die eigene Aufstellung.

Rangnick: Poulsen fraglich. Upamecano und Smith Rowe fallen aus. Haidara auf keinen Fall von Anfang an. Möglicherweise ein Fall für den Kader. „Entscheidung treffen wir erst morgen. Ursprünglich sollte er erst in der Länderspielpause herangeführt werden.“

Diego Demme für Samstag kein Thema. Trainiert aber wieder mit der Mannschaft nach Grippe.

13.56

Rangnick verkündet im Nebensatz ein Testspiel gegen Pogon Szczecin in der Länderspielpause.

Haidara im Training mit zu krassem Foul gegen Halstenberg. Hat sich dafür entschuldigt. Verein hat ihm erklärt, dass das nicht geht. „Entscheidend ist, dass er daraus lernt.“ Gesundheit der Kollegen achten.

Rangnick erwartet Schalke nicht so defensiv wie Augsburg, aber durchaus eine defensive Formation.

Eigene Stärken einbringen und dann guter Hoffnung, dass man auch mental gegenüber Schalke im Vorteil ist.

14.00

Rangnick gestern in München gewesen beim Spiel gegen Liverpool. „Bayern mit einem richtig schlechten Tag. War nicht das Bayern der letzten Wochen. Schalke war gegen ManCity eine klare Sache. BVB hat mich in der Klarheit gegen Tottenham überrascht. Dortmund in London in der zweiten Halbzeit nicht gut verteidigt. Weiß nicht, ob man eine Grundsatzdiskussion führen muss.“ In England inzwischen mehr als nur Geld vorhanden, sondern auch ganz viel sportliche Kompetenz. „Gute Scouting-Abteilungen. Qualifizierter Staff.“ Besseres Training. „Wenn Kapital, Konzept und Kompetenz zusammenkommen“, dann passiert sowas wie jetzt in England mit sportlichem Erfolg nun mal. „In Deutschland kein Notstand ausgebrochen.“ Außer Dortmund und München können keine Bundesliga-Vereine finanziell international mithalten. Deswegen müssen die anderen bei ihren Konzepten und Ideen bleiben.

14.02

Rangnick zum U19-Halbfinale im DFB-Pokal: „Schon geflachst, dass es schön wäre, wenn es zwei Pokalfinalisten gäbe mit uns und der U19. Dafür müssen wir aber noch zwei Hürden überspringen.“ Würde sich für die U19 freuen, wenn die ins Finale käme.

14.04

Das war es von hier. Etwas durcheinander geraten die PK mit der Poulsen-Verlängerung. Nur ein Jahr oben drauf für Poulsen auf dessen Wunsch hin. Das interpretieren wir mal als Misstrauensvotum gegenüber dem Verein (;-)). Dürfte mit einer guten Gehaltserhöhung verbunden sein. Ausstiegsklausel gibt es im Gegenzug nicht.

Kurzfristig wichtiger das Spiel auf Schalke. Bei Rangnick klingt da schon durch, dass man hofft, den aktuellen Zustand des Gegners ausnützen zu können und deren nervlichen Zustand zu einem Faktor in diesem Spiel zu machen. Mal schauen, was Schalke am Samstag so aus dem Hut zaubert. In diesem Sinne viel Spaß damit.

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