Erschreckender Zustand

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig beim VfB Stuttgart (16.02.2019, 15.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick.]

22. Spieltag in der Bundesliga. Für RB Leipzig geht es zum Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart. Also zu einem Verein, der sich im freien Fall Richtung zweite Liga befindet. Ein Verein, der in den letzten Spielen auf erstaunliche Art und Weise konzept- und hilflos auftrat und darin schon ein wenig an das Hannover-Team der letzten Wochen erinnerte.

Nach der desaströsen 0:3-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf hatte man vermutet, dass nun Trainer Weinzierl seinen Posten nach nur 14 Spielen wieder räumen muss. Dem war dann aber doch nicht so. Vielmehr versucht der VfB durch die Trennung von Sportvorstand Michael Reschke eine Veränderung herbeizuführen. Dafür kam Thomas Hitzlsperger in den Klub. Inwieweit sich das nun auf die Leistung der Mannschaft auswirkt (frischer Wind und so), bleibt abzuwarten.

Mit der Trennung von Reschke sind auch dessen Kaderplanungsideen vorerst als gescheitert anzusehen. Oberflächlich betrachtet. Dessen Idee war es, vor allem auch junge Spieler zu holen, von deren sportlicher Entwicklung und im Idealfall irgendwann auch finanziell von deren Steigerungen zu profitieren und das mit ein paar erfahrenen Spielern als Mannschaftsgerüst abzusichern.

Wenn man auf die Tabelle schaut, dann ist die Idee gescheitert. Die entsprechenden Spieler sind aber schon auch noch im Verein und haben ihr Talent in den eineinhalb Reschke-Jahren ja nicht verloren. Ein Abstieg würde sich aber gerade in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung der Spieler und mit ihnen des Vereins nicht sonderlich positiv auswirken. Mögliche Transfereinnahmen würde man dann wohl vor allem dazu brauchen, die Einbußen bei den Einnahmen aufzufangen. Mal ganz davon abgesehen, dass verunsicherte, unauffällige Talente weniger interessant sind als junge Spieler, die in der Bundesliga in der oberen Tabellenhälfte geglänzt haben.

Zugeschlagen auf dem Transfermarkt hatte Reschke auch im Winter noch mal in typischer Mischung aus Perspektive und erfahrenen Bundesligaspielern, bei denen die Namen nicht jedem sofort positiv in den Ohren klingeln. Mit Ozan Kabak hat man einen 18-jährigen, türkischen Nachwuchsnationalspieler für vergleichsweise viel Geld geholt und sofort in die Bundesliga geschmissen. Mit Steven Zuber und vor allem Alexander Esswein hat man zudem leihweise in der Bundesliga in einem Regal zugegriffen, in dem nicht jeder zugegriffen hätte. Auch die beiden sollten sofort tragende Rollen im Abstiegskampf übernehmen.

Zusammengestellt hat der VfB sich so inzwischen einen sehr bunten, aber irgendwie auch wilden Kader, in dem einige vielversprechende Talente und einige Erfahrung drinstecken. Die Verpflichtungsrunden führten aber auch immer wieder dazu, dass plötzlich Spieler in der Versenkung verschwanden (junge wie alte gleichermaßen), die gerade noch zum Gerüst der Mannschaft gehörten oder gehören sollten. Beck, Thommy, Donis, Akolo oder Castro spielen keine oder kaum noch eine tragende Rolle. Dass ein sendungsbewusster Typ wie Badstuber erst langfristig verlängert wird, um schließlich auf der Bank zu verschwinden, mag sportlich nachvollziehbar sein, aber ist für die Kabine sicherlich auch nicht gerade eine perfekte Situation.

Entsprechend bleibt das Gefühl, dass dem Kader des VfB Stuttgart in einer sportlich schweren Phase ein wenig das Gerüst/ die Struktur fehlt. Da stehen elf Spieler zusammen auf dem Platz, die jeder für sich gute Qualität und eigentlich auch gute Perspektiven haben, aber es fehlt dem Team irgendwie auch die Achse, von der es getragen wird. Das Stuttgarter Eigengewächs Christian Gentner wäre da so eine zentrale Figur, kann diese Last aber nicht tragen und war zuletzt beim 0:3 in Düsseldorf beim ersten Gegentor entscheidend beteiligt.

Generell sind die individuellen Leistungen in dieser Saison erstaunlich schwach. Zieler, eigentlich ein guter bis sehr guter Torhüter, ist in dieser Saison meist keiner, der im positiven Sinne den Unterschied macht. Ein Gomez wirkt im Angriff nicht eingebunden. Wadenbeißer Ascacibar fällt durch Übermotiviertheit, aber auch wenig kluge Aktionen auf (wie bei seiner Grätsche ins Leere vor dem zweiten Gegentor in Düsseldorf). Ein Pavard wurde zuletzt auf die Außenverteidigerposition verschoben, wo er sicher nicht schlecht ist, aber wo er auch nicht überragend ist und so viel Einfluss hat, wie er in der Zentrale hätte. Ein Insua ist ein guter Linksverteidiger, aber in seinem Engagment auch nicht fehlerfrei. Das Talent Gonzalez, der technisch stark und im Torabschluss schwach ist, fasste den Zustand der Stuttgarter mit einer völlig überflüssigen Tätlichkeit in der dritten Minute der Nachspielzeit in Düsseldorf gut zusammen und darf nun dreimal zugucken.

Ein fußballerisch starker Didavi wirkt in dieser Mannschaft auch überfordert. Was vor allem auch auf nicht funktionierende taktische Abläufe hinweist. In Düsseldorf gab es abseits von vielen Szenen mit Anspielen, die nicht zum Laufweg des Angespielten passten, eine Situation, in der Didavi auf der rechten Seite angespielt und von zwei Düsseldorfern angelaufen wird. Statt dass sich ihm ein Mitspieler als Anspielstation anbietet, laufen alle Feldspieler von ihm weg und sorgen so dafür, dass Didavi einfach an der Seitenlinie eingeklemmt und ihm der Ball abgenommen wird.

Es war nur eine von vielen Szenen, in denen sich gut ausdrückte, dass da im Zusammenspiel der individuell ganz sicher nicht schwachen Stuttgarter (auf jeden Fall nicht schwächer als Augsburg, Düsseldorf oder Mainz) ganz vieles nicht stimmt. Im Ballbesitz ist vieles vom Zufall abhängig und passiert gegen gut verteidigende Mannschaften nicht mehr viel, weil man kaum eine Idee hat, wie man den Ball nach vorn bewegt. Ein bisschen hinten hin und her und dann irgendwie den Ball nach vorn gechippt. Das ist im Vergleich mit teils einfachen Ballverlusten im Mittelfeld fast noch das beste Mittel, das der VfB hat.

Nun, das wäre vielleicht noch verkraftbar, wenn man wenigstens eine stabile Defensive hätte, aus der man gut umschalten könnte (für das Umschalten hat man sich ja mit Esswein immerhin einen schnellen Kopf-durch-die-Wand-Außenbahnspieler für die Offensive geholt und mit Thommy oder Donis noch andere Optionen).  Aber gerade die Defensive ist nicht stabil, selbst wenn die Absicht ist, erstmal über Stabilität zu kommen (was einst eine Stärke des Weinzierl-Augsburg war).

Mit 47 Gegentoren stellt der VfB die schlechteste Defensive der ganzen Liga. Allein seit Beginn der Rückrunde sind in vier Spielen zwölf Tore dazugekommen. Gut, in München vier Tore zu kassieren, das kann passieren. Aber dass man gegen Mainz, Freiburg und in Düsseldorf auch acht Tore kassiert und nur einen Punkt mitnimmt, sollte nicht passieren. Schon gar nicht, wenn man mitten im Abstiegskampf steckt und man in Duellen gegen Mannschaften aus ähnlichen Tabellenregionen punkten sollte. Wenn man schon gegen die untere Tabellenhälfte nicht punktet, wie soll es dann erst in den Spielen gegen Mannschaften werden, die ernsthaft um einen Platz in Europa mitspielen?

Das dürfte auch die Frage sein, die man sich in Stuttgart und bei Thomas Hitzlsperger stellt und die dazu führt, dass Markus Weinzierl unter großem Erfolgsdruck steht. Nicht die allerbesten Voraussetzungen für eine Mannschaft, die ohne sichtbare Verbesserungen aus der Winterpause gekommen ist. Auch nicht die besten Voraussetzungen vor einem Spiel gegen einen Champions-League-Klub (frag nach bei Breitenreiter und seinen Ausflug nach Dortmund).

Kein Team der Liga hat seltener mit mehr als einem Tor Unterschied gewonnen als der VfB (einmal!). Kein Team der Liga hat mehr Spiele mit mehr als einem Tor Differenz verloren als der VfB, nämlich zwölf von 21 (Nürnberg: 10). Was für die These spricht, dass die Mannschaft keine Struktur und Stabilität hat und im Fall der Fälle eher auseinanderbricht. Wobei gegen die These spricht, dass der VfB so wie sieben andere Teams nach Führung noch nicht verloren hat und nach (17!) Rückständen immerhin dreimal noch zurückkam und einmal gewann und zweimal punktete. Was aber wiederum auch einfach nur dafür sprechen könnte, dass die individuelle Klasse im Team halt so hoch ist, dass sie sich im Fall der Fälle so wie zuletzt in der Schlussphase gegen Freiburg auch ohne große Konzepte in einer durchaus beachtlichen Wucht entladen kann (den ganz großen Teil der Tore schießt man in der zweiten Halbzeit). Halt viel zu selten, wenn man auch die nur 17 Tore nimmt, die der VfB bisher geschossen hat.

33 Großchancen hat sich Stuttgart in bisher 21 Spielen erarbeitet, der drittschlechteste Wert hinter Hannover und Nürnberg. 56 Großchancen hat man zugelassen, der viertschlechteste Wert hinter Schalke(!), Hannover und Bremen. In Sachen Balance zwischen Offensive und Defensive ist der VfB nach Hannover das zweitschlechteste Team der Liga. Und Hannover war mit seiner Mischung aus offensiver Harmlosigkeit und defensiven Schwächen zuletzt ein gefundenes Fressen für das RB-Team.

Es fehlt beim Blick auf den VfB Stuttgart so ein bisschen die Idee davon, was der Kader und das Team für eine sportliche Identität haben sollen. Das ist alles hübsch bunt zusammengewürfelt, aber es fehlt einer, der es zu einem Ganzen und einem Bild zusammenfügt. Also so ungefähr wie bei Wolfsburg in den letzten zwei Jahren vor Labbadia. Die (wenn auch übertrieben gut verlaufene) Rückrunde der letzten Saison hat ja gezeigt, dass der Kader Qualität hat. Und diesem Kader hat man ja diese Saison noch mehr Qualität hinzugefügt.

Man hat entsprechend eigentlich alles oder zumindest sehr viel zusammen und trotzdem passt es nicht, weil man kaum eine Idee hat, wie der Ball nach vorn und ins gegnerische Tor kommen soll und weil man in der Defensivorganisation trotz vieler guter Defensivspieler große Lücken lässt und immer wieder in Rückstand gerät. Zu allem Überfluss ist man auch noch läuferisch eines der schwächsten Teams der Liga (bzw. eines mit sehr geringem Aufwand). Das dauert beim einen oder anderen Spieler schon auch manchmal ganz schön arg lange, bis er sich in eine Umschaltsituation einschaltet oder bis er sich in die Defensivformation eingefunden hat.

Wenn man den VfB der letzten beiden Spiele gesehen hat, dann kann für RB Leipzig dort nur ein Sieg das Ziel sein. Allerdings bleibt halt die Frage in Bezug auf Stuttgart, ob und wann es für sie einen Punkt gibt, an dem die Mannschaft sich findet und die individuellen Qualitäten sich zu einem Gesamtbild zusammenfinden. Oder ob sie zwischendurch einfach mal ein Spiel erwischen, in dem sie einfach nur mit individueller Qualität und Wucht gewinnen.

Dass das ausgerechnet gegen Leipzig der Fall ist, dagegen werden die RasenBallsportler etwas haben. Verzichten muss man beim Kampf um drei Punkte weiterhin auf Upamecano, Haidara und Smith Rowe (alle verletzt). Auch der zuletzt so lauf- und einsatzstarke Laimer fehlt wegen einer Gelbsperre. Kampl dürfte nach seiner längeren Pause eher keine Option für die Startelf sein. Sabitzer war Anfang der Woche außer Gefecht, dürfte aber eher zum Typus Spielern gehören, die dann zum Wochenende hin wieder fit werden.

[Update: Kampl fällt weiter verletzt aus. Sabitzer ist fit und bereit für das Spiel in Stuttgart.]

Letztlich bleibt halt die Frage, wer die linke Zehn besetzt. Emil Forsberg wäre nach ein paar Kurzeinsätzen und nachdem er schon letzte Woche eine Option für 45 bis 60 Minuten gewesen war, die logische Wahl. Bruma wäre die Alternative. In der Formation dürfte Ralf Rangnick wieder zu einem 4-2-2-2 zurückkehren (wobei auch ein 4-3-1-2 denkbar wäre), sodass dann auch ein Tyler Adams wieder in der Mannschaft stehen würde.

Mögliche Aufstellungen

  • RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann (Mukiele), Konaté, Orban, Halstenberg – Demme, Adams – Sabitzer, Forsberg – Poulsen, Werner
  • VfB Stuttgart: Zieler – Pavard, Kabak, Kempf, Insua – Ascacibar, Gentner – Esswein, Didavi, Zuber (Donis) – Gomez

Fazit: Der VfB Stuttgart hat eigentlich ein gut besetztes Team mit Potenzial für die obere Tabellenhälfte, das allerdings in einem im Vergleich mit diesem Potenzial erschreckenden Zustand ist. Sowohl in der Kaderstruktur als auch spieltaktisch scheint da aktuell nur sehr wenig zu stimmen. Bei RB wird man darauf hoffen, dass das trotz neuem Sportvorstand  und zumindest für ein weiteres Spiel noch so bleibt und man die Serie von Auswärtssiegen auf drei ausbauen kann.

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[Wer das Spiel von RB Leipzig beim VfB Stuttgart nicht vor Ort verfolgen kann und am 16.02.2019, ab 15.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. VfB Stuttgart

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Ralf Rangnick | GEPA Pictures - Roger Petzsche
GEPA Pictures – Roger Petzsche

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Pressekonferenz einen Tag vor dem Spiel von RB Leipzig beim VfB Stuttgart mit Ralf Rangnick.

13.16

So, dann also hinein in den 22. Spieltag der Bundesliga. Schon wieder ein Spiel am Samstagnachmittag. Wetter soll eigentlich schön werden. Zumindest tagsüber. 12 Grad, Sonne. Falls sich noch jemand spontan auf den Weg machen möchte, dann spricht zumindest der Rahmen nicht dagegen.

13.19

Sportlich steht ja schon alles zum Spiel über diesem Liveticker. Ist vielleicht in der Gegnerbetrachtung etwas harscher ausgefallen als gewöhnlich. Man hat ja durchaus eine Vorstellung, dass ein 16. der Bundesliga nun vermutlich nicht herausragend spielt, aber das was ich da vom VfB in den letzten zwei Spielen gesehen habe, hat mich dann doch mehr erschrocken als erwartet. Unterschätzen sollte man die Mannschaft aber nicht. Zusammen mit den Zuschauern, die bei positivem Spielverlauf ein Faktor werden können, kann der VfB auch immer noch ganz gut Wucht entwickeln. Ist halt die Frage, ob sich die kämpferische Haltung, die Weinzierl heute auf der VfB-Pressekonferenz hatte, auch auf dem Platz zeigt.

13.24

RB Leipzig nach den letzten zwei Auswärtssiegen natürlich auch in Stuttgart Favorit. Drei Punkte täten ganz gut, nachdem man gegen Dortmund und Frankfurt trotz guter Spiele nur einen Punkt holte. Die Offensivausbeute macht aktuell halt ein wenig Sorge. In den letzten drei Spielen traf man trotz bester Chancen oder guter Spielsituationen nur einmal aus dem Spiel heraus. Vielleicht hat man sich das ja für das Spiel beim VfB aufgehoben. Vielleicht ja auch für Timo Werner eine gute Gelegenheit, gegen seinen Ex-Klub erstmals zu treffen..

13.32

Ralf Rangnick: Laimer gesperrt. Die, die zuletzt fit waren, sind auch in Stuttgart einsatzfähig.

13.35

Rangnick: Stuttgart vom Ansatz her nicht verändert. „Spielerischer Ansatz. Spiele werden auch über Ballbesitz umgesetzt. Nicht so viel Pressing, Gegenpressing. Verschärfte Tabellensituation. Mannschaft strotzt nicht vor Selbstvertrauen. Ist auch normal. Macht den Gegner nicht weniger gefährlich. Treffen im Vergleich zum Hinspiel nicht auf einen spieltaktisch komplett veränderten Gegner.“

Zum Wechsel des Sportvorstands: „Ungewöhnlich, in so einer Situation den Sportvorstand zu wechseln. Beim VfB wird man sich dabei was gedacht haben. Sind ja viele schlaue Leute dort. Weinzierl hat in Augsburg schon bewiesen, dass er Krisenmanagement beherrscht und den Klub in schwieriger Lage gerettet. Muss er aber in Stuttgart nicht unbedingt am Samstag damit beginnen. Wir wollen drei Punkte holen und unsere Serie ohne Gegentor fortsetzen.“

13.39

Rangnick: „Nach dem letzten Spiel nicht so einfach, dem einen oder anderen zu erklären, warum er nicht spielt.“ (Weil Konaté zurückkommt.) Frage noch, ob Dreier- oder Viererkette und dann wird die Besetzung entschieden.

„Zeit beim VfB ist schon sehr lange her. Halbe Ewigkeit im Fußballerleben. Immer noch die Region, in der ich aufgewachsen bin. Familie, Eltern und einige Freunde wohnen noch dort. Aber neue Heimat ist Leipzig. Kein höherer emotionaler Wert des Spiels als andere Spiele.“

„Kann durchaus sein und gehe davon aus, dass Gomez spielt. Aber wir nehmen es, wie es kommt.“ Man wisse auch nicht, wie der VfB spielen wird und ob Weinzierl wieder auf ein 4-2-3-1 setzt.

13.42

Rangnick: Erinnerungen an seine Übernahme in Stuttgart als Trainer vor fast 20 Jahren. „Schwierige Situation.“ Am letzten Spieltag gerettet.

Zu Werner: „Man hat schon beim VfB gesehen, dass er treffen kann. Schwierige Phase, in der Saison, in der Stuttgart abgestiegen ist. Auch unter den Trainerwechseln gelitten. Zum Schluss oft auf der Bank gesessen. Stetige Aufwärtsentwicklung seitdem. Hat auch viel mit unserer Spielweise zu tun und damit, wie man mit ihm bei uns umgegangen ist. Werner wird hier von allen geschätzt. Von Verein und Spielern. Hohe Akzeptanz und Sympathie. Wichtig für einen Spieler wie Werner.“

14.37

Rangnick: Irgendwas zum Verhältnis zwischen Verein und Fans und seiner Aussage, dass es hier enger sei das Verhältnis zum Team als er es anderswo kennengelernt hat. „Den RB-Leipzig-Fan gab es vor sechs Jahren noch gar nicht. Sehr junge Verbindung. Sehr rasante Entwicklung. Hohe Bindung zu Spielern wie Coltorti oder Kaiser.“ Aus der jetzigen Mannschaft Klostermann, Demme, Poulsen oder Sabitzer als Spieler, die lange da sind. „Empfinde es so, dass es sich hier um mehr als reine Fanunterstützung handelt, sondern eine persönliche Beziehung zwischen Spielern und Fans gelebt wird. Ist bei Schalke mit der langen Geschichte anders. Da ist man Fans in der vierten oder fünften Generation. Dort waren die Fans immer da und haben den Verein unterstützt. Kann mich da auch nicht an Sitzblockaden und Proteste gegen Verein und Mannschaft erinnern. In Stuttgart schon. Schalke und Dortmund, die Fans sind innerhalb der Bundesliga besonders. Aber wir als junger Verein mit großem Kern an Fans, da ist das eine besondere Beziehung, weil wir erst wenig Zeit zusammen im Profifußball verbringen.“ Verweist darauf, dass Spieler und Trainer in der Stadt immer wieder angesprochen werden und Unterstützung bekommen.

13.49

Rangnick: Kampl hat noch nicht mit der Mannschaft trainiert. Heute zusammen extra mit Upamecano, Haidara und Smith Rowe. Soll nächste Woche ins Mannschaftstraining einsteigen. Haidara könnte Anfang März einsteigen. Smith Rowe ähnlich. Auch noch nicht so weit. Kann aber schon wieder Sprints und Richtungswechsel.

Forsberg ist eine Option für die Startelf. Gibt aber auch andere Optionen. Abschlusstraining abwarten.

13.51

Rangnick: „Wir sind gut in die Rückrunde gestartet. Anfang der Saison haben wir zu leicht Gegentore kassiert, ist inzwischen nicht mehr so. Mannschaft hat Spaß daran, so zu spielen und was man damit bewirken kann. Wichtiger Entwicklungsschritt. Müssen wir jeden Tag weiter dran arbeiten, damit das so bleibt. Schade, dass man in Spielen wie gegen Frankfurt oder Dortmund keine Tore schießt. Mache mir aber keine Sorgen, weil die Chancen da sind. Haben auch in Düsseldorf vier Tore geschossen und in Hannover drei. Haben Spieler, die wissen, wie man den Ball ins Tor schießt.“

„Umgang der Spieler miteinander im Training eine gute Mischung aus Lockerheit/ Spaß und Fokussierung.“

13.55

Rangnick: Irgendwas mit Champions League und PSG. Freut sich für Zsolt Löw und Thomas Tuchel.

Teilt Ralf Rangnicks Einschätzung, dass die Champions League ins Free TV gehört. Kritisiert auch die Entwicklung zu immer mehr Plattformen und mehr Unübersichtlichkeit. „Müssen aber auch ehrlich sein und nicht populistisch.“ Aufsplittung habe auch was mit TV-Geldern zu tun. „Sich wieder zurückzuwünschen, dass es nur noch die Sportschau gibt“, ist weltfremd. Eine Vereinfachung beim TV-Angebot wäre aber trotzdem schön.

13.58

Kampl also auch weiterhin nicht dabei. Upamecano, Haidara, Smith Rowe und Laimer sowieso nicht. Forsberg wie erwartet eine Option für die Startelf. Und ansonsten ein ungefähr fünfminütiger Monolog zu Fanthemen mit diversen Aussagen, bei denen ich so ein seltsames Ziehen in meiner Gesichtsmuskulatur spürte. Meine Lieblingsaussage: „DEN RB-Leipzig-Fan gab es vor sechs Jahren noch gar nicht.“ Dass die Geschichtsschreibung in diesem Verein inzwischen in den meisten Fällen mit dem Jahr 2012 beginnt, ist schon erstaunlich. Nun ja, am Samstag ist Februar 2019 und das Spiel in Stuttgart. Macht was draus und habt Spaß.

2 Gedanken zu „Erschreckender Zustand“

  1. Ein Gomez, ein Pavard, ein Insua… warum der unbestimmte Artikel? Es gibt im Team jeweils nur einen (bestimmten!) Gomez, einen Pavard, einen Insua. Sprachliche Unart.

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