Bundesliga: RB Leipzig vs. VfB Stuttgart 2:0

Fünfter Spieltag der Bundesliga. Für RB Leipzig ein wichtiges Spiel, weil man nach unruhigen Tagen wieder zurück in die Erfolgsspur und ein paar Punkte auf das Haben-Konto schieben wollte. Nach anfänglichen Problemen gelang gegen schwache Gäste aus Stuttgart ein überzeugender und verdienter 2:0-Erfolg.

Ralf Rangnick hatte in seiner Startformation zwei Wechsel vorgenommen. Der angeschlagene Saracchi blieb genauso draußen wie Laimer. Halstenberg feierte deswegen sein Startelf-Comeback nach Kreuzbandriss. Und rechts hinten lief ein wenig überraschend bereits wieder der gerade noch für ein Spiel suspendierte Mukiele auf. Organisiert war die Mannschaft in einem 4-2-2-2, nachdem man eigentlich eher mit einem 4-3-3 wie in der zweiten Halbzeit in Frankfurt gerechnet hatte.

VfB-Coach Korkut nahm gleich vier Wechsel vor und ließ seine Mannschaft auch mit neuen Außenverteidigern auflaufen. Maffeo, Sosa, Aogo und Thommy rein. Beck, Insua, Castro und Gonzalez raus. Organisiert das Ganze gegen den Ball in einer Art Raute mit Thommy hinter Akolo und Gomez und Ascacibar und Gentner vor dem Sechser Aogo.

Die ersten 20 Minuten waren ein eher mühseliges Fußballspiel zweier Mannschaften, die im Bemühen um einen Erfolg nichts falsch machen wollten und dabei aber auch wenig richtig machten. Viele Fehlpässe, viele schnelle Ballbesitzwechsel, viel gearbeiteter Fußball, wenig klare Ideen und vor allem wenig Durchschlagskraft nach vorn.

RB mit dem 4-2-2-2 eher in einer abwartenden Rolle, wie man sie aus der Hasenhüttl-Zeit kannte. Den Gegner spielen lassen und dann rund um die Mittellinie zupacken. Bzw. wenn der Ball auf die Außenbahnen ging, dann auch energisch anlaufen und in die Balleroberung gehen. Mit dieser Spielweise ließ man nach ein paar Wacklern in den ersten Minuten defensiv nichts zu, blieb offensiv aber ungefährlich. Auch weil Emil Forsberg in der Ballverarbeitung ein paar Fehler unterliefen, wenn der Raum eigentlich mal kurz offen gewesen wäre.

Mit der Zeit kämpfte man sich aber gegen einen völlig ungefährlichen VfB in die Partie. Vor allem die Außenbahnen mit Mukiele und Sabitzer bzw. Halstenberg und Werner suchten und fanden sich immer wieder, sodass man die Stuttgarter bei Ballbesitz immer wieder ganz gut an den eigenen Strafraum drängen konnte. Kevin Kampl rückte dazu in eine immer zentraler Rolle als Ankurbler des Spiels, sodass im Laufe der ersten Halbzeit dann auch der Ball immer mal zu laufen begann und ein paar gute Angriffe herausgespielt wurden.

Dayot Upamecano hatte schon sehr früh in der Partie eine sehr gute Kopfball-Chance nach Standard. Ab der 20. Minute wurde dann die Abschlussrate dichter. Timo Werner mit der Riesenchance nach 23 Minuten allein vor Zieler. Ein abgefälschter Kampl-Schuss nach einer reichlichen halben Stunde. Dazu einige abgeblockte Schussversuche. 10:3 Abschlüsse standen zwischen der 20. Minute und der Halbzeit auf dem Konto von RB. Lediglich einmal war der VfB bei einem Abschluss von Gomez gefährlich. Aber Halstenberg konnte noch entscheidend stören.

Entsprechend kam die Führung für RB Leipzig kurz vor der Pause auch nicht überraschend, weil die Gastgeber mehr und mehr die Kontrolle über das Spiel übernommen hatten (Kontrolle nicht im Sinne von mehr Ballbesitz, sondern im Sinne von einer stabilen Defensive und einigen gelungenen Offensivaktionen) und sich die Führung ein wenig angebahnt hatte. Trotzdem benötigte RB für den Treffer zum 1:0 unmittelbar vor dem Pausenpfiff die Unterstützung von Ron-Robert Zieler, der einen flachen Schuss aus der Distanz von Kevin Kampl, der wohl am Tor vorbeigegangen wäre, nach vorn klärte, wo der für eine Ecke nach vorn geeilte Orban das Geschenk annahm und den Ball über die Linie drückte.

Jean-Kevin Augustin wieder mitten im Jubelgeschehen als voll anerkannter Teil der Mannschaft. | GEPA Pictures - Roger Petzsche

Es war der durchaus verdiente Lohn für eine erste Halbzeit, in der RB Leipzig nach ersten 20 Minuten, in denen man Fußball fast ausschließlich arbeitete, mehr für die Offensive tat als der Gast und sich so ein Chancenübergewicht erarbeitete. Fast schien es, als wolle die Mannschaft Ralf Rangnick bestätigen, der vor der Partie erklärte, dass eine gute Defensive die Vorbedingung sei für eine gute Offensive. Entsprechend verteidigte man gut, half sich gegenseitig in vielen Situationen aus und gewann so auch viele Bälle schon bevor sie am eigenen Strafraum ankamen. Und wenn da mal was ankam, stand die Abwehrkette von RB zur Abwechslung sicher und machte keine Fehler.

Durch die frühen Balleroberungen kam RB Leipzig nicht nur in Umschaltsituationen, sondern auch in die Gelegenheit, das Spiel nicht von ganz hinten aufbauen zu müssen, sondern vom Mittelfeld aus auch mal aus dem Ballbesitz agieren zu können. Was dann dazu führte, dass Upamecano und Orban so wenig Ballkontakte hatten wie fast kein anderer RB-Spieler auf dem Feld und weniger beispielsweise als ein Poulsen.

Auch nach der Pause war RB Leipzig das offensiv wesentlich zielstrebigere Team. Es blieb dabei, dass man dem VfB die Kugel in der Abwehrreihe überließ, um dann eher Richtung Mittellinie oder wenn der Ball nach Außen kam umso energischer anzulaufen und den Versuch zu starten, den Ball zu erobern. So stoppte man viele Stuttgarter Angriffsversuche, denen ein Muster und eine Idee abzugehen schien, sehr früh. Und wenn auf den Flügeln doch mal was durchging, griff die letzte Reihe sicher zu.

Auf der anderen Seite spielte RB Leipzig nach der Pause einige gute Angriffe aus. Sowohl aus dem Umschalten heraus als auch aus dem Ballbesitz. Kampl und Poulsen scheiterten zuerst noch an Zieler, bevor dann Werner eine Art Vorentscheidung zu schießen schien. Doch sein Treffer nach 58 Minuten wurde nach Eingriff durch den Videoassistenten wegen einer knappen Abseitsstellung wieder zurückgenommen.

Nach dem erlösenden Jubel über das vermeintliche 2:0 und der Rücknahme des Treffers schien RB erstmal ein paar Minuten zu brauchen, um wieder in den 1:0-Modus zu schalten. Doch der VfB konnte diese kurze Phase, in der RB etwas unsortiert wirkte und teilweise sehr tief an den Strafraum fiel, nicht für nennenswerte Offensivaktionen (von denen es in der zweiten Hälfte sowieso keine gab) nutzen.

Doch es war nur eine kurze Phase, in der man das Gefühl hatte, die Partie könnte noch mal kippen. Denn danach stand RB wieder sicher und verteidigte in den entscheidenden Zonen mit viel Aggressivität und Zweikampfstärke. Und dann kam die Jean-Kevin-Augustin-Show. Der wurde eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt. Mit seiner quasi ersten Aktion hätte er einen super herausgespielten Angriff veredeln können. Mit herausragender Technik streichelte er eine Sabitzer-Hereingabe mit rechts Richtung langes Eck, scheiterte dort aber am Innenpfosten (gut möglich aber, dass auch das vom Videoassistenten zurückgenommen worden wäre, wenn der Ball im Tor gelandet wäre).

Nur ein paar Minuten später dann aber doch das Augustin-Tor. Diesmal war es eine Halstenberg-Hereingabe, die Augustin mit einer unglaublichen Leichtigkeit mit der Brust mitnimmt und den Ball dann aus der Bewegung heraus flach unten rechts versenkt. Für Gentner geht das viel zu schnell. Und auch der Rest der Defensive kann dieser unglaublichen Bewegung nur staunend zuschauen. Zwei Augustin-Aktionen binnen kürzester Zeit, die mal wieder zeigten, über was für Fähigkeiten der Franzose verfügt.

2:0. So wie das Spiel bis dahin lief, konnte es nur die Vorentscheidung sein. Und war es schließlich auch. Von Stuttgart kam offensiv nichts entscheidendes mehr. Auf der anderen Seite beeindruckte Laimer nach seiner Einwechslung noch mit ein paar guten Balleroberungen und viel Druck auf den Gegner, ohne dass noch größere Chancen daraus entstanden wären.

Und so endet das Spiel schließlich mit einem recht souveränen Sieg, auch weil es RB in der zweiten Halbzeit immer mal verstanden hatte, eine ganz gute Mischung aus verwaltendem Ballbesitz und Spiel in die Tiefe zu finden. Rund 70 Prozent Ballbesitz hatte RB in den letzten 10 Minuten nach dem 2:0 beispielsweise und ließ den Ball recht sicher durch Mittelfeld und Abwehr Richtung Angriff laufen. Nur 40 Prozent Ballbesitz waren es in den 80 Minuten davor, in denen der Fokus meist auf dem kompakten und in definierten Zonen sehr aggressiven 4-2-2-2 lag, mit dem man einst in der ersten Saison durch die Bundesliga marschierte.

Fazit: Nach einer Anfangsphase, in der man RB Leipzig die Unsicherheit durchaus anmerkte, kämpften sich die RasenBallsportler nach und nach immer mehr in die Partie und fanden mit zunehmender Spielzeit auch immer mehr spielerische Mittel, um die VfB-Defensive unter Druck zu setzen. Gerade in der zweiten Halbzeit waren einige gelungene Spielzüge dabei, die nicht ausschließlich aus Balleroberungen und Umschaltsituationen resultierten. Das aufmerksam gegen den Ball arbeitende 4-2-2-2 war so nicht nur ein reines Defensivsystem, sondern wurde im Laufe des Spiels auch Ausgangspunkt für diverse gelungene Aktionen, bei denen man das Gefühl hatte, dass das Vertrauen in die eigene Qualität von Minute zu Minute wächst. Der Lohn war ein mehr als verdientes 2:0 gegen Gäste, die in der Offensive fast gar keine Ideen mitbrachten, wie sie zu einem Tor kommen wollen und nun in fünf von sechs Pflichtspielen in dieser Saison ohne Torerfolg sind. Man sollte sich vom Erfolg gegen tapfer (Baumgartl!), aber auch nicht immer fehlerfrei verteidigende Gäste nicht blenden lassen. Aber in Sachen Balance, fußballerischer Qualität und defensiver Aufmerksamkeit über 90 Minuten war das ganz sicher ein weiterer Schritt nach vorn und ein gutes Spiel.

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Randbemerkung 1: Nach fünf Spielen RB Leipzig mit einem Punkt mehr als in der Vorsaison. Gegen dieselben Gegner wie im Vorjahr holte man bisher zwei Punkte weniger (wenn man den HSV durch Düsseldorf ersetzt). Es fehlen halt die zwei Punkte aus dem Düsseldorf-Heimspiel zur sehr guten Bilanz von zwei Punkten pro Spiel. In den letzten vier Spielen RB aber ungeschlagen und mit eben jenen zwei Punkten im Schnitt. So schnell geht es manchmal im Fußball, dass man Statistiken auch wieder positiv interpretieren kann..

Randbemerkung 2: Nur reichlich 32.000 Zuschauer und damit knapp am Negativ-Bundesliga-Rekord aus der letzten Saison gegen Köln vorbei. Wenn man die No-Show-Rate dazunimmt, dann war es sehr leer im Stadion. Selbst in Sektor B einige Lücken, die man dort nicht allzu oft sieht. Die Tendenz im Zuschauerrückgang manifestiert sich, zumal die Partie letzte Saison noch ausverkauft war (wenn auch zu einem deutlich besseren Termin). Bleibt dabei, dass es dafür verschiedenste Gründe gibt, aber im Zusammenspiel auch der Fakt bleibt, dass  Leipzig aktuell nicht wirklich eines Stadions für über 50.000 Zuschauer bräuchte.

Randbemerkung 3: Stell dir vor, du hast rechts hinten die Wahl zwischen Balleroberungs-Laimer, Maschine Mukiele und ‚Ich bin doch eigentlich auch wieder so gut in Form gewesen‘-Klostermann. Und stell dir vor, du hast links die Wahl zwischen Balljagd-Saracchi und Stabilitätsallrounder Halstenberg. Wenn die fünf relativ verletzungsfrei bleiben (bzw. Klostermann schnell wieder fit wird), dann hat man auf den defensiven Außenpositionen ein echtes Luxusproblem. Auf den defensiven Außenpositionen! Ein Luxusproblem! Wir erinnern uns noch, wie Hasenhüttl da von Kaiser bis Ilsanker diverse Notlösungen implementieren musste. Und jetzt hat man fünf (potenziell) sehr gute Spieler für zwei Positionen. Wobei Laimer und Mukiele ja auch auf anderen Positionen spielen können (und Mukiele ja eigentlich als Innenverteidiger verkauft wurde, um dann jetzt doch immer wieder Außenverteidiger zu spielen).

Randbemerkung 4: Mukiele und Augustin nach ihrer internen Sperre für ein Spiel gleich wieder im Kader und auf dem Spielfeld. Mukiele mit einem sehr starken Spiel in der Startelf. Augustin mit einem sehr starken Spiel von der Bank. Was dann dafür sprechen würde, dass die Sache mit der Strafe intern dann doch ganz gut funktioniert und die Spieler weder ins Abseits gestellt hat, noch dass ein Riss zurückbleibt. „Wir haben sie reglementiert, nun werden wir sie wieder integrieren“, hatte Rangnick einen Tag vor dem Spiel gesagt. Dem ersten Anschein nach hat das funktioniert. Was für die Teamfähigkeit der Mannschaft spricht, die die Strafe offenbar mitgetragen hat, aber die beiden Spieler dann auch wieder in ihre Mitte holen kann. Mal schauen, ob da noch was nachkommt, aber soweit sieht es so aus, als wäre die seltsam öffentlich ausgetragene Geschichte gut ausgegangen, weil die internen Moderations- und Integrationsfähigkeiten funktioniert haben. Vielleicht besonders deutliches Anzeichen dafür, dass praktisch die komplette Mannschaft nach Augustins Tor dem Torschützen in einer großen Jubeltraube huldigte. Mit (von außen so wirkender) sehr ehrlich gemeinter Anerkennung und so einer Art ’siehste, geht doch‘. (Wobei man einen kurzen Kontakt zuvor zwischen Sabitzer und Augustin auch anders interpretieren könnte, aber auch die beiden lagen sich Momente später in den Armen.)

Randbemerkung 5: Keinen einzigen Torschuss hat Peter Gulacsi gehalten. Schwächster RB-Akteur auf dem Feld. Eine Ablösung durch Yvon Mvogo ist nur noch eine Frage der Zeit. Just kidding..

Randbemerkung 6: Timo Werner war so ein bisschen der Unglücksrabe der Partie. Ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub. Er hatte einige gute Wege in die Tiefe und wenn sein schönes Tor gezählt und nicht wegen Abseits zurückgepfiffen worden wäre, wäre der Tag wohl absolut ok gewesen für ihn. So blieb es ein weiteres Spiel mit fünf Torschüssen ohne Tor, fünf erfolglosen Dribblings, ein paar schlechten Passentscheidungen und wenigen gewonnen Zweikämpfen. Letztlich ist es bei Werner im Gegensatz zu einem Poulsen dann doch so, dass er sich und man ihn über Tore definiert. Und in dem Bereich ist er in dieser Saison einfach noch nicht so effizient wie in der Vergangenheit. Das fällt dann gerade im Vergleich mit einem Augustin auf, der derzeit im Torabschluss eine andere Qualität und als Stürmertyp eine andere Vielseitigkeit mitbringt (aber auch eine andere Rolle im Sturm spielt, die automatisch zentraler und tornäher ist).

Randbemerkung 7: Kleine Schrecksekunde zu Beginn der Partie, als sich Kevin Kampl nach einer Grätsche an der Seitenlinie an den Oberschenkel griff. Sofort hatte man sämtliche Schreckenszenarien einer langwierigen Muskelverletzung im Kopf. Wenn jemand derzeit bei RB Leipzig unverzichtbar ist, dann ist es aufgrund seiner Spielposition und aufgrund der Qualität, mit der er diese ausfüllt, Kevin Kampl. Weil es nach dem Keita-Abgang einfach keine Konkurrenz mehr auf der offensiven Position im zentralen Mittelfeld gibt. Glücklicherweise war es bei Kampl offenbar nicht ernstes und er lief die Probleme einfach heraus. Aber irgendeine Idee, wie man auch ohne ihn spielen kann, braucht man sowieso, denn alle Pflichtspiele wird der Slowene bis zur Winterpause nicht absolvieren können (zumal ja auch noch die Nationalelf wartet).

Randbemerkung 8: Auch im dritten Duell zwischen Leipzig und Stuttgart bleibt der VfB ohne eigenes Tor (wenn man die Duelle zwischen RB und VfB-U23 ausklammert). Das ist doch mal eine Serie, die aus Leipziger Sicht auch noch ruhig eine Weile halten darf.

Randbemerkung 9: Passquote auf Seiten von RB Leipzig diesmal wieder bei über 80%. Nach dem unruhigen Gegenpressing-Fest in Frankfurt mit vielen Bällen in die Tiefe, die vor allem in der ersten Halbzeit meist gebolzt wurden, diesmal vor allem in der zweiten Halbzeit mehr Kontrolle im Passspiel und Versuche, nicht jeden Ball direkt tief zu spielen, sondern einen Angriff auch mal zu entwickeln. Am Ende dann auch Ballbesitz in seiner spielverwaltenden Form. Auffällig auch, dass Gulacsi oft den Weg einer flachen und somit auch präzisen Spieleröffnung suchte (und nicht nur den langen Ball auf Poulsen) und da gelegentlich das Spiel auch gut schnell machen konnte.

Randbemerkung 10: Aktueller Stand in Sachen Standards nach fünf Bundesligaspielen. 11:16 Torabschlüsse nach ruhenden Bällen. 1:1 Tore (oder 1:2 wenn man den von Sabitzer ins eigene Tor abgefälschten Freistoß in Dortmund mitzählen will). Gegen Stuttgart waren es 5:2 Torabschlüsse für RB und 1:0 Tore. Man holt also langsam auf in Sachen Standards, was ja vor der Saison als Fokus der Trainingsarbeit ausgerufen wurde.

Randbemerkung 11: Wieder mal ein Live-VAR-Erlebnis. Während ich letztens bei einem Poulsen-Tor gar nicht richtig mitjubelte, weil ich mir sicher war, der Treffer würde gleich wegen Abseits zurückgenommen werden (was er nicht wurde), war es diesmal andersrum. Beim Werner-Tor war ich mir absolut sicher, dass der beim Anspiel nicht im Abseits gestanden hatte, weil in der Mitte jemand das Abseits aufhob. Entsprechend ausgelassen konnte ich jubeln. Um dann diesmal doch vom VAR eingeholt zu werden, der dann doch ein knappes Abseits vermessen hatte. Pff. Wie man es macht…

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Lichtblicke:

  • Marcel Halstenberg: Was ein Comeback. Erstmals nach seinem Kreuzbandriss wieder in der Startelf. Und dann gleich wieder dort angeschlossen, wo er vor der Verletzung aufgehört hatte. Sehr stabil, sehr spielaktiv, im Zweikampf und im Positionsspiel sicher. Meiste Ballkontakte aller RB-Spieler. An vielen Offensivaktionen beteiligt. Ein paar gute Flanken und Standards. Schön, dass Halstenberg so schnell so stark zurückkommt.
  • Nordi Mukiele: Nach seinem Handy-Gate und der Auszeit in Frankfurt gleich wieder in der Startelf. Beackerte seine rechte Seite in beeindruckender Form. Zwei, drei Mal vielleicht nicht optimal im Stellungsspiel. Macht das aber mit Körper, Schnelligkeit und Zweikampfverhalten wieder wett. Dazu technisch (für einen Defensivspieler) sehr stark und immer wieder in die Offensive eingebunden.
  • Dayot Upamecano/ Marcel Sabitzer: Zwei Sorgenkinder der letzten Wochen, die den Leistungen der Vorsaison hinterherhinkten. Gegen Stuttgart starke Vorstellungen. Upamecano räumte in altbekannter Manier ab, was sich ihm in den Weg stellte und agierte praktisch fehlerlos. Sabitzer rannte spätestens in der zweiten Halbzeit wie ein Irrwisch über den Platz und war gegen den Ball auf der rechten Seite extrem wichtig, aber auch im Offensivspiel immer wieder auffällig und mit guten Entscheidungen. Kann für das RB-Spiel nur gut sein, wenn sich wichtige Stützen wieder ihrer besten Form annähern.

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Tore: 1:0 Orban (45.+1), 2:0 Augustin (80.)

Aufstellung RB Leipzig: Gulacsi – Mukiele (77. Laimer), Orban, Upamecano, Halstenberg – Demme, Kampl – Sabitzer, Forsberg (89. Ilsanker) – Poulsen, Werner (74. Augustin); Bank: Müller, Konaté, Bruma, Cunha; Nicht im Kader: Saracchi, Klostermann (beide verletzt), Mvogo

Aufstellung VfB Stuttgart: Zieler – Maffeo (54. Badstuber), Baumgartl, Pavard, Sosa – Aogo – Ascacibar, Gentner – Thommy (78. Donis) – Akolo (54. Gonzalez), Gomez

Schiedsrichter: Robert Schröder (Bundesliga-Debüt für den 33-Jährigen. Machte seine Sache insgesamt gut. Über ein, zwei Zweikampfentscheidungen auf beiden Seiten kann man diskutieren, aber Schröder hatte eine recht klare und gleichmäßige Linie und hatte die Partie auch trotz Aufregung und Rudelbildungen jederzeit im Griff. Ist doch schön wenn man bei seinem Debüt ohne grobe Fehler und ohne größere Probleme durchkommt. Die Partien, bei denen man negativ in den öffentlichen Fokus gerät, kommen noch früh genug..)

Gelbe Karten: Mukiele (2.), Orban (1.) | Baumgart, Gonzalez, Gomez

Zuschauer: 32.187 (davon 1.700 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, VfB-Bericht, Kicker-Bericht

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  • Torschüsse: 18 : 9
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 12 : 6
  • Schüsse auf das Tor: 8 : 0
  • gewonnene Zweikämpfe: 50,3% : 49,7%
  • Ballbesitz: 46,3% : 53,7%
  • Passquote: 81,4% : 84,0%
  • Laufstrecke: 120,2 km : 116,8 km
  • Sprints: 251 : 200
  • Intensive Läufe: 712 : 645
  • Fouls: 11 : 8
  • Ecken: 4 : 2
  • Abseits: 1 : 4
  • Meiste Torschüsse: Werner: 5 – Thommy: 3
  • Meiste Torschussvorlagen: Halstenberg: 3 – Sosa, Aogo – je 2
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Upamecano: 69,2% – Baumgartl: 85,7%
  • Meiste Ballkontakte: Halstenberg: 88 – Sosa: 95
  • Beste Passquote (mindestens 20 Pässe): Kampl: 95,1% – Aogo: 93,7%
  • Größte Laufstrecke: Demme: 13,5 km – Ascacibar: 12,6 km
  • Meiste Sprints: Mukiele: 34 – Thommy: 25

Statistiken von bundesliga.de, whoscored.com

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Saisontorschützen: Augustin – 3; Werner – 2; Forsberg, Poulsen, Orban – je 1

Saisonvorlagengeber: Forsberg – 2; Poulsen, Sabitzer, Demme, Laimer, Kampl, Halstenberg – je 1

Saisontorbeteiligungen (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Kampl, Forsberg – je 3; Saracchi, Mukiele, Ilsanker, Gulacsi, Poulsen – je 2; Demme, Werner, Upamecano, Sabitzer, Halstenberg – je 1

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Bild: © GEPA pictures/ Roger Petzsche

6 Gedanken zu „Bundesliga: RB Leipzig vs. VfB Stuttgart 2:0“

  1. Lag es nun an der Schwäche von Stuttgart oder an der Stärke von RB? Vermutlich beides…
    Entscheidend für mich aber die weitgehende Abwesenheit persönlicher Fehler in der Leipziger Defensive. Insgesamt jedenfalls ein sehr überzeugender Sieg.

    Was macht man mit dem Überhang von guten Außenverteidigern? Mein Vorschlag: Laimer und Mukiele auch mal im defensivem Mittelfeld einsetzen und damit Alternativen für Demme und evt. auch Kampl entwickeln die womöglich auch mal eine Pause brauchen (s. Randbemerkung 7). Mukiele könnte auch in der Innenverteidigung einspringen wenn dort die Fehlerquote wieder unangenehm hoch werden sollte.

  2. Zur Randbemerkung 11 gehört auf jeden Fall noch die Erwähnung, das in dem Moment, als der VAR das Tor von Werner revidierte, die Gästefans ein Protestbanner mit der Aufschrift „Videobeweis abschaffen!“ hochhielten. So konnte ich in dieser Situation wenigstens etwas lächeln.

  3. da ja alles richtig analysiert ist, gehe ich mal die Randbemerkungen durch.

    RB 3
    Ja, wenn sie gesund und fit sind, dann ist das ein Luxusproblem und der Trainer die Qual der Wahl hat. Aber wir Stadionexperten hatten letzte Saison Konny Laimer auf rechts gesehen als Alternative und Hasenhüttl hat es erfolgreich umgesetzt. Und nun das Ganze wieder zurück ins ZMF. Sehe es auch wie PeterM, da Demme und Kampl Pausen brauchen, kann dort Laimer mal eingesetzt werden, schliesslich ist er dafür geholt worden.

    RB 4
    Wenn das das Ergebniss ist, das Mukiele so einen Auftritt hinlegt und Jika Keitaeske Dinge macht, dann her mit diesen pädagogischen Maßnahmen.
    Nur am Ende hätte er früher runter gemusst, denn nach dem Tackling und Rudelbildung sah ich schon die 2. Gelbe Karte.

    RB 10
    auch interessant, das die Ecken von der rechten Seite alle Halstenberg geschlagen hat, meistens lang auf Poulsen

    RB 11
    Tja, das ist schon ein seltsames Gefühl im Stadion, Jubeln und nicht Jubeln. Und dann so knapp. Letztes Jahr so viel Pech damit gehabt (Reus+Kostic) und nun dies. Aber gut, ich will auch Gerechtigkeit und wenn es Abseits war, dann ist es so.
    Lustig war nur, das die Anzeigtafel gaaanz lange das 2:0 behielt. Auch habe ich nur aus dem Augenwinkel mitbekommen, das dort kurz der VAR-Check zu sehen war. Nun gut, so richtig transparenz ist es immer noch nicht.

    RB 12
    Kiss Cam mit Werner und Kampl fehlt doch noch ;-)
    Vielleicht könnt ihr das drüben bei RB-Live finden.

    Sonst:
    Wir hatten ja auf Twitter schon geschrieben, wie stark es war, wie man am Ende nach dem 2:0 den Ball zirkulierte, war ja schon fast #SarriBall
    Die Ballbesitzstatistik muss ja von da an gependelt haben.
    Sie können es ja, es muss nicht immer diese Hektik sein.

    1. Da man nicht mehr editieren kann, ich meine bei meiner RB 4 natürlich Mukiele und nicht Jika, der eher runter musste

    2. Bei der KissCam bin ich im Ignore-Modus. ;-) (Aber zugegeben, das war durchaus lustig.)

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