Bundesliga: RB Leipzig vs. TSG 1899 Hoffenheim 2:5

31. Spieltag der Bundesliga. Für RB Leipzig das erste und wichtigste Endspiel im Kampf um einen Platz in Europa. Richtung Champions League sowieso, aber auch Richtung Gruppenphase der Europa League. Es wurde (mal wieder) eine herbe Klatsche, weil RB Leipzig naiv verteidigte und ein Spiel, in dem man 30 Minuten lang gut auftrat, wegen defensiver Aussetzer mit 2:5 verlor.

Ralph Hasenhüttl veränderte seine Mannschaft gegenüber dem Bremen-Spiel auf drei Positionen. Der in Bremen nach Einwechslung starke Lookman wurde zurecht mit einem Platz in der Startelf belohnt. Auch Klostermann und Bruma rückten ins Team. Kampl, Kaiser und Poulsen saßen nur auf der Bank. Organisiert war die Mannschaft überraschend in einem ungewohnten 4-2-3-1.

Julian Nagelsmann änderte seine Mannschaft auf der anderen Seite auf zwei Positionen. Akpoguma rückte für Nodtveit in die Dreierkette. Uth spielte für Szalai in vorderster Linie. Organisiert war Hoffenheim irgendwo zwischen 5-3-2 und 3-3-2-2. Lange meist mit einem defensiven 5-3-2-Fokus. Aber in Hoffenheim wird da sowieso meist situativ und flexibel gut verschoben.

Die ersten zehn Minuten passierte nicht allzu viel jenseits von gegenseitigem Abtasten. Der Respekt vor den jeweiligen Umschaltbewegungen des Gegners war deutlich spürbar und sorgte erstmal für wenig Risiko. Gefährlich wird es erstmals nach zwölf Minuten, als Forsberg mit perfektem Pass Klostermann schickt, der allerdings mit seinem Querpass aus bester Position an einem Verteidigerbein hängen bleibt.

Als man sich gerade so ein wenig in das Spiel gefunden hatte, kam der erste Nackenschlag für RB. Bruma lässt sich im Mittelfeld den Ball von Gnabry klauen. Eigentlich noch keine ganz gefährlich Position, aber trotzdem entsteht das Tor. Weil Gnabry nur halbherzig von Bruma bedrängt zum RB-Sechzehner ziehen darf. Dort kümmern sich mit Bruma, Klostermann und Konaté gleich drei Spieler um den TSG-Angreifer, ohne ihn tatsächlich zu attackieren oder auf den einlaufenden Schulz zu achten, den Gnabry dann bedienen darf. Schuss von Schulz, weil auch Orban zu spät kommt. Gulacsi sieht nicht gut aus, weil er den Ball weder festhalten, noch zur Seite wegfausten kann, sondern ihn quasi auf die Torlinie legt. Uth ist gedankenschneller als Bernardo. Der RB-Verteidiger blockt im Bemühen, seinen Rückstand gegen Uth aufzuholen, auch noch den Abwehrversuch von Gulacsi aus. Und so schiebt Uth den Ball einfach locker über die Linie. Vom Zugriff auf Gnabry über die Abwehr von Gulacsi bis hin zum Verhalten von Bernardo ist das einfach schlecht verteidigt.

Die neuen Leiden des jungen G. Peter Gulacsi kann dem Ball nur hinterherschauen, der gleich zum 0:1 einschlagen wird. | Foto: Dirk Hofmeister

Es braucht ein paar Minuten, bis sich RB Leipzig vom Rückstand erholt. Vor allem über links schafft man es immer wieder mal, sich durch Überladungen Platz zu verschaffen. Demme, der gut in den Strafraum einläuft und abschließt. Bruma mit eher ungefährlichem Schuss. Lookman nach überragendem Konaté-Pass mit großer Chance, die Baumann mit phantastischem Reflex vereitelt. Forsberg mit einem Schuss, der wieder eher ungefährlich ist. Bis kurz nach der 30. Minute spielt RB Leipzig das trotz Rückstand gut und auch mit guter Torgefahr, kann aber das Tor nicht machen.

Dann gibt es den nächsten Nackenschlag. Gulacsi spielt den Ball raus auf Ilsanker, der aber angelaufen wird und entsprechend den Ball auf Orban spielt. Aber auch der Innenverteidiger wird (von Uth) angelaufen und entscheidet sich statt des Wegschlagens des Balles für das Annehmen (für einen Pass zurück zu Gulacsi steht er falsch zum Ball). Und verliert den Ball an Uth. Ilsanker versucht mit einem Tackling gegen Amiri die Dinge noch zu retten, aber der Ball springt zu Gnabry, der eiskalt das 2:0 macht.

Dieses Tor zog den RasenBallsportlern deutlich spürbar den Zahn. Offensiv klappte kaum noch was und defensiv blieb man kurz vor der Pause erneut überfordert. Schulz darf links relativ unbedrängt in die RB-Hälfte marschieren. Uth darf sich links am Strafraum komplett unbedrängt, aber unter Beobachtung von Konaté, den Ball für die Flanke hinlegen. Und in der Mitte darf Kaderabek den kompletten Weg von rechts außen diagonal zum kurzen RB-Pfosten machen, ohne dabei gestört zu werden. Bernardo guckt mal eben als Kaderabek kommt, nimmt seine Geschwindigkeit auf, nimmt dann aus irgendeinem Grund für eine Zehntelsekunde aber wieder das Tempo raus. Kaderabek sagt danke für diesen entscheidenden Vorsprung, den ihm Bernardo gibt, und haut die Vorlage von Uth aus kurzer Distanz ins Tor. Kein Zugriff in der Angriffsentstehung, keine Wachheit im Strafraum. 0:3.

Es war natürlich auch ein seltsamer Spielstand für eine Partie, die sich 30 Minuten lang gewiss nicht wie ein 0:3, sondern eher wie ein 1:1 mit Tendenz zum 2:1 anfühlte. Aber jenseits der naiven Defensivaktionen war auch die Formation und ihre Besetzung durchaus seltsam. Ilsanker nach starker Partie als Rechtsverteidiger in Bremen auf die Sechs zu stellen, zahlte sich gar nicht aus. Hasenhüttl erklärte nach der Partie, man habe mehr auf Balleroberungen und Umschalten setzen wollen. Faktisch hatte man aber in der ersten Halbzeit über 60% Ballbesitz und das Duo Demme/ Ilsanker führte zusammen mit der neuen 4-2-3-1-Formation eher dazu, dass man für diesen Ballbesitz in der Spielfeldzentrale nicht spielstark genug besetzt war. Auch wenn vieles in den ersten 30 Minuten durchaus gut war, wurde auch da schon sichtbar, dass die Mittelfeldbesetzung für dieses Spiel eher wenig zielführend war. Das hatte direkt nichts mit den Gegentoren zu tun (oder wenn dann nur mit dem zweiten), aber es führte doch zu Abläufen, die sichtbar etwas ungewohnt waren.

Statt Ilsanker wieder zum Außenverteidiger zu machen und beispielsweise Bernardo aus der Partie zu nehmen, ging Ilsanker zur zweiten Halbzeit zusammen mit Bruma komplett aus der Partie. Keita und Augustin kamen dafür. Volle spielerische Kraft voraus, um das 0:3 vielleicht noch mal zu drehen und an den ersten 30 Minuten anzuknüpfen. Doch der Plan war eigentlich direkt nach der Pause mit dem nächsten Nackenschlag schon wieder zunichte gemacht. Forsberg hatte sich eine harte, aber regeltechnisch absolut vertretbare rote Karte für eine Tätlichkeit eingehandelt.

Zu zehnt einem 0:3-Rückstand gegen ein ballsicheres Umschaltteam hinterherlaufen. Im 45. Pflichtspiel der Saison. Machbar geht sicherlich anders. Aber RB versucht es auch nach dem Platzverweis. Weitgehend ohne Abschlüsse. Bis Keita nach einer knappen Stunde zum Tänzchen bittet, sich an der TSG-Strafraumgrenze mit einem Dribbling Platz für einen Torabschluss verschafft. Pfosten. Baumanns Füße. Tor.

Einmal Leipzig, immer Leipzig. Oder so. | Foto: Dirk Hofmeister

Die Hoffnung keimte aber nur sehr kurz auf. Stadionsprecher Tim Thoelke hatte noch nicht mal die Torstandards abgearbeitet, da gab es den nächsten und entscheidenden Nackenschlag. Quasi aus dem Anstoß heraus spielt Demirbay den langen Ball in den Lauf von Kramaric. RB Leipzig verteidigt im 3 gegen 3. Orban greift gegen Kramaric eher halbherzig an und kann die Flanke nicht verhindern. Klostermann hat am langen Pfosten eigentlich Uth schon gestellt, um dann doch zu verpassen, dass sich der Stürmer wieder nach hinten absetzt (was aber im Eins gegen Eins im Strafraum auch extrem schwierig zu verteidigen ist) und so nickt Uth die präzise Kramaric-Flanke locker ein. 1:4. Wieder naiv verteidigt, weil die Rückwärtsbewegung der ganzen Mannschaft schlecht und langsam ist. Am Ende sind die drei Defensivspieler im Strafraum (Orban, Konaté, Klostermann) diejenigen, die schlecht aussehen, aber in so einer Situation bei Unterzahl und gerade erzieltem 1:3 so schlecht defensiv umzuschalten, dass man hinten ein 3 gegen 3 spielen muss, geht auch überhaupt nicht.

Das Spiel war nun entschieden. Hoffenheim dominierte die Partie meist mit Ballsicherheit und ließ RB ein bisschen hin- und herlaufen. Das hatte dann ein wenig was von Trainingsspielchen. Das 1:5 fiel dann entsprechend komplett ohne Gegenwehr. Amiri darf von rechts unbedrängt mit Schnitt zum Tor flanken. Konaté bleibt im Duell mit Rupp zurück. Gulacsi denkt gar nicht daran, beim in den Fünfmeterraum segelnden Ball von der Grundlinie zu gehen. Rupp nimmt dankend an und schiebt den Ball akrobatisch gegen die Laufrichtung von Gulacsi über die Linie.

Das Stadion leert sich nun partiell recht schnell. Verpasst hätten die abwandernden Zuschauer dabei fast das 1:6, aber Uth köpft diesmal knapp über das Tor. Wieder durfte Hoffenheim von der Grundlinie relativ unbedrängt flanken. Wieder war in der Mitte niemand in der Lage, den Kopfball zu verhindern.

Hoffenheim nimmt nun deutlich den Fuß vom Gas und begnügt sich (meist erfolgreich) damit, den RB-Ballbesitz in Überzahl und damit auch in deutlicherer Überzahl in Ballnähe zuzustellen und in eigenem Ballbesitz wenig Fehler zu machen und die Kugel von einer Seite auf die andere zu spielen.

Timo Werner darf in der Schlussphase aus guter Position noch mal auf das TSG-Tor schießen, scheitert aber mit seinem nicht sehr platzierten Schuss an Baumann. Upamecano ist es dann, der kurz vor dem Schlusspfiff noch Ergebniskosmetik betreibt. Nach einem kurz ausgeführten Eckball (Achtung Standardtor!^^) verteidigt Amiri gegen Lookman so, wie man es ihm auf der anderen Seite vorgemacht hatte. Der beste RB-Spieler nahm das Angebot, die Grundlinie entlangzugehen dankend an und spielt dann perfekt quer auf den langen Pfosten, wo Upamecano den Ball nur noch über die Linie schieben muss.

2:5. Schlusspfiff. Die nächste Klatsche, bei der man manchmal das Gefühl hatte, das man aus Spielen von U23-Mannschaften früher im Regionalliga- oder Drittligabetrieb kennt. Da ist ein Team, das ganz gut kickt, aber in den entscheidenden Momenten und Zweikämpfen nicht zupackt und entsprechend gegen das cleverere und effizientere Team auch mal eine Packung kriegt. Überraschend, dass RB Leipzig derzeit vor allem im Defensivverhalten derart überfordert wirkt. Aber mit der Mischung aus nicht aufeinander abgestimmten Mannschaftsteilen, schlechtem Stellungsspiel, falschen Zweikampfentscheidungen, individuellen Aussetzern und fehlender Gedankenschnelligkeit kriegt man dann eben selbst dann eine Klatsche, wenn man lange eigentlich gar nicht schlecht aussieht (auch wenn Nagelsmann Aussaage nach dem Spiel, RB habe ein sehr gutes Spiel gemacht, etwas arg drüber ist).

Fazit: Üble und bittere Klatsche, die aufgrund des desaströsen Defensivverhaltens auch in der Höhe völlig verdient war. 30 Minuten lang machte RB Leipzig abgesehen vom 0:1 ein gutes Spiel, dem vielleicht einfach der Knotenlöser in Form eines Tores fehlte. Danach holzte man sich die Beine mit der eigenen Defensive selbst weg, wobei die Effizienz der Gäste, die ohne zu überragen mit einem 3:0 in die Pause gingen, durchaus auch beeindrucken durfte. Ein völlig gebrauchter Tag für die RasenBallsportler, der sein I-Tüpfelchen noch mit der roten Karte von Forsberg bekam. Ein Spiel, das zur (defensiven) Mannschaftsorganisation einige Fragen aufwirft. Man darf gespannt sein, welche Antworten Ralph Hasenhüttl bis zum Spiel in Mainz findet.

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Randbemerkung 1: Im Vergleich zur Vorsaison RB Leipzig nach 31 Spielen mit 16 Punkten weniger. Gegen dieselben Gegner wie 2016/2017 holte man in dieser Saison bisher 15 Punkte weniger als im Vorjahr (wenn man die Aufsteiger Stuttgart und Hannover gegen die Absteiger Ingolstadt und Darmstadt tauscht). Macht dann aktuell Platz 6. Die Champions League kann RB dann jetzt auch praktisch abhaken. Dass man in den verbleibenden drei Spielen noch sowohl Leverkusen als auch Hoffenheim überholt, ist fern jeder realistischen Chance. Bleibt noch die Qualifikation für die Europa League. Bei der man davon abhängig sein könnte, ob Frankfurt den Pokal gegen die Bayern gewinnt oder nicht. Wenn sie ihn gewinnen, dann läuft es stark darauf hinaus, dass RB in die EL-Quali muss. Ab Ende Juli. Mit bis zu 32 Pflichtspielen bis zur Winterpause. Kann eigentlich keiner wollen. Möglich auch, dass von hinten noch Teams wie Mönchengladbach kommen. Oder dass das Spiel bei Hertha am letzten Spieltag ein Endspiel zweier direkter Konkurrenten um die EL wird. Bleibt noch viel Stoff für die letzten Spiele, aber halt mit hoher Wahrscheinlichkeit kein CL-Stoff mehr.

Randbemerkung 2: Manche fühlten sich beim Stand von 1:5 an die einstige Klatsche in selber Höhe gegen Kiel erinnert. Ich persönlich fühlte mich eher wie in der zweiten Liga gegen Sandhausen. Als in den Wochen vorher auch immer gerechnet wurde, dass man noch eine Aufstiegschance haben könnte, wenn man denn dies und das gewinne und das und jenes passiere. Es aber auf dem grünen Rasen wenig Anlass gab für den Glauben gab, dass die positiven Rechnereien von einer Siegesserie tatsächlich eintreten könnten. 0:4 verlor man dann gegen Sandhausen, damals allerdings schon am 32. Spieltag der Saison 2014/2015. Das 2:5 gegen Hoffenheim nun am 31. Spieltag hatte eine ähnliche Dimension, weil es mit einem Schlag sämtliche Champions-League-Rechnereien komplett zerschmetterte.

Randbemerkung 3: 15 Gegentore in den letzten vier Pflichtspielen. Schon 47 Gegentore in der Bundesliga, wobei man einen Schnitt von einem Tor pro Spiel annimmt, wenn man ein Topteam sein will. Was in den letzten Wochen zerbrochen ist, dass das Defensivspiel so in sich zusammenfällt, bleibt unklar. Metaphorisch umschrieb man es bei RB immer in die Richtung, dass man nicht mehr als Team arbeitet. Aber ist ja nicht nur mangelnde Arbeit in der Rückwärtsbewegung, sondern es sind auch Stellungsfehler und individuelle Aussetzer, die zur Gegentorflut beitragen. Das ganze erstaunt umso mehr, weil man sich nach der Winterpause bis zur ersten Länderspielpause eigentlich sehr stabil und im Vergleich mit der Hinrunde deutlich verbessert gezeigt hatte. 15 Gegentore in 14 Pflichtspielen in Bundesliga und Europa League kassierte man da nur. Seitdem stehen 17 Gegentore in nur sechs Spielen. Fast drei pro Spiel. Drei(!) pro(!!) Spiel(!!!).

Randbemerkung 4: Gerade mal zwölf Torschüsse brauchte Hoffenheim für die fünf Tore. Fast jeder zweite Schuss ein Treffer. Kriegt man auch nicht so oft. Wie schlecht RB verteidigte, zeigte sich auch darin, dass der Expected-Goals-Wert (also der statistische Wert, wie viele Tore man angesichts der Torabschlüsse von Hoffenheim und ihrer Position erwarten würde) bei fast 4 liegt. Das ist ein enorm hoher Wert, der sonst selbst bei 20 Schüssen selten weit über 2 liegt. Sprich, die gar nicht mal vielen Chancen, die die TSG hatte, waren dann aber auch gleich so große Chancen, dass daraus zwangsläufig Tore entstehen müssen. Fünf von zwölf Torabschlüssen kamen von innerhalb des Fünfmeterraums. Krasse Quote.

Randbemerkung 5: Dass dann ein Gulacsi nur zwei von sieben Bällen hält, die auf sein Tor kommen, verwundert angesichts der Nähe der Abschlüsse zum Tor dann auch nicht mehr wirklich. Wobei der ungarische Keeper diesmal tatsächlich einen gebrauchten Tag erwischte. Beim ersten Gegentor legt er den Ball dem Torschützen erst zum Schuss von innerhalb des Fünfmeterraums auf. Beim fünften Gegentor kann man sich zumindest fragen, ob eine Flanke, die so nah am Tor einschlägt, nicht das Business des Keepers gewesen wäre. Auf der anderen Seite sieht man bei einem Baumann auch, dass er mit einem Riesenreflex gegen Lookman dazu beiträgt, dass er gute sechs von acht Schüssen hält, aber abgesehen davon auch viele Schüsse genau auf den Mann aus teilweise ungefährlichen Positionen gekriegt hat, die seine Quote gehaltener Bälle künstlich in die Höhe trieb.

Randbemerkung 6: Hasenhüttl zeigte sich auf der PK nach der Partie auch etwas konsterniert wegen der Defensivprobleme und meinte, dass er sich auch nicht erinnern kann, sowas schon mal erlebt zu haben und dass man daran arbeiten und die Probleme lösen werde. Interessant daran, dass er in dem Zusammenhang auf die Frage, ob das auch für die Vereinsführung bei den Vertragsverhandlungen mit ihm eine Rolle spielen wird, ein lockeres (sinngemäß) ‚Klar, muss es ja auch‘ in den Raum warf. Blieb da bedeutungsschwanger und in vielerlei Richtungen interpretierbar hängen. Fakt ist, dass man als Trainer auch wird Antworten geben müssen, wenn sich die eigene Mannschaft in ihrer Defensivarbeit so desolat präsentiert, wie es RB in den letzten Wochen immer wieder mindestens phasenweise tat.

Randbemerkung 7: Alle Wechsel nach einer reichlichen Stunde abgehakt. Erlebt man auch nicht so richtig oft. Sprach aber auch dafür, dass die Partie früh entschieden war.

Randbemerkung 8: Vor dem Bremen-Spiel hatte ich noch meine Hoffnung vertwittert, dass Emil Forsberg für den Rest der Saison das Team offensiv tragen könnte. Er hatte in der Rückrunde nach ausgestandener Verletzung einige gute Ansätze und Spiele, in denen er seine Stärken bei der Ballverarbeitung ausspielen konnte. Nicht immer mit der finalen Effizienz, aber er deutete immer wieder an, wie wichtig er für das Team sein kann. Die kommenden Wochen ohne Doppelbelastung schienen wie gemacht für einen Forsberg, dessen Knoten platzt und der seine Mitspieler gut einsetzt. Gegen Hoffenheim spielte er (wie schon in Bremen in der zweiten Hälfte) im Mittelfeld eine sehr ballsichere, gute Rolle, auch wenn bei einer etwas rustikaleren Sechser-Besetzung viel auf seinen Schultern lag und er entsprechend von Hoffenheim mit besonderer Aufmerksamkeit bedacht wurde. Dass er wegen einer Tätlichkeit vom Platz musste, war das I-Tüpfelchen auf dem Tag. Das bedeutet zusätzlich mindestens zwei Spiele Sperre, wenn die Sportsgerichtbarkeit nicht eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters sieht (was sie nicht war). Da er in Sachen Rot Wiederholungstäter ist, könnten es auch drei werden, was bei dem Vergehen aber etwas arg hart wäre. Fakt ist, dass der Schwede in dieser Saison kaum noch zum sportlichen Erfolg von RB beitragen wird. Was angesichts des auch schon ausfallenden Sabitzers keine guten Nachrichten sind.

Randbemerkung 9: Ich bin nicht schnell dabei, Spieler ab- oder runterzuschreiben. Das ist auch bei Bernardo so, der durchaus seine Stärken hat, wenn er in die Zweikämpfe kommt, also nah am Mann postiert ist. Was er in direkten Duellen macht, ist durchaus gut, das zeigen auch seine Statistiken in diesem Bereich. Aber in Sachen Stellungsspiel und vor allem Handlungsschnelligkeit war das gegen Hoffenheim schlicht nicht bundesligareif. Und das war leider nicht das erste Mal in den letzten Monaten so. Aber vielleicht ist es nach so einem Spiel auch unfair, einen einzelnen Spieler anzukacken.

Randbemerkung 10: Auch ein Timo Werner ging gestern mit dem Rest des Teams unter. Und zeigte dabei wieder Reaktionsweisen, die auch nicht so richtig gut sind. Bei Rückstand teilweise plötzlich auf die Sechserposition zurückzufallen, weil er der Meinung ist, er müsse da jetzt mal eingreifen, macht wenig Sinn. Nicht nur weil das die taktische Ordnung ad absurdum führt, sondern auch weil er für das Agieren auf dieser Position ein viel zu unsauberes Passspiel hat. Und dann eben als Anspielstation in der Tiefe fehlt. Da braucht der Stürmer ein bisschen mehr an rollenbezogener Disziplin, weil viel nicht immer viel hilft..

So schlimm, dass es schon wieder lustig ist. RB Leipzig verliert gegen Hoffenheim mit 2:5. | Foto: GEPA Pictures - Roger Petzsche

Randbemerkung 11: Ein bisschen interessiert war man ja, ob die Auseinandersetzungen im Fanblock im Spiel gegen Leverkusen ein paar Folgewirkungen für das Spiel gegen Hoffenheim haben würde. Aus der Ferne betrachtet war das nicht der Fall. Vielmehr zog man in gewohnter Form am selben Strang bei unterschiedlichen Präferenzen, was Liedauswahl und Mitmachen angeht. Zumal dann später angesichts des hohen Rückstands. Heißt natürlich nicht, dass die Animositäten zwischen verschiedenen Spektren der fußballinteressierten Menschen auf einmal verschwunden sind. Wird in den kommenden Monaten (und Jahren) noch interessant, wie man das moderiert kriegt.

Randbemerkung 12: Interessant auch das Banner vor der Partie, mit dem man sich bei den Rasenballsportlern für die Reise durch Europa und nach London (Emirates Cup), Porto, Monaco, Neapel und Marseille bedankte. Warum Istanbul und St. Petersburg auf dem Banner keinen Platz fanden, blieb ein ungelöstes Rätsel. Durfte das Banner nicht länger werden? War es subtile Selbstkritik, weil nur wenige bis gar keine nach Istanbul und St. Petersburg fuhren? Will man damit sagen, dass Russland und die Türkei ja nicht so richtig zu Europa gehören? Man weiß es nicht.

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Lichtblicke:

  • Ademola Lookman: Wie schon nach seiner Einwechslung in Bremen nun auch von Beginn an gegen Hoffenheim der auffälligste Akteur. Seine Bewegungen und Körpertäuschungen mit dem Ball sind Klasse. Seine Ballbehandlung auch im Passspiel ist sehr gut (nur ein Fehlpass gegen Hoffenheim). Ihm zuzugucken, war die letzten 135 Minuten eine ziemlich große Freude. Gegen Hoffenheim bereitete er beide Tore vor (wobei die erste Vorbereitung vornehmlich in einer guten Ballverarbeitung im Mittelfeld bestand). Mit der guten Leistung sind aber dann auch gleich die schlechten Nachrichten verbunden. Mit jedem Auftritt dieser Art wird Lookman im Sommer teurer (dass ihn RB gern halten würde, hatten Rangnick und Hasenhüttl ja schon erklärt). Mit jedem Auftritt dieser Art könnte der Willen des FC Everton, Lookman abzugeben, geringer werden.
  • Diego Demme: Tat in der üblichen Rolle als Dauerläufer und meistgenutzte Passstation sein bestmögliches, um dem Spiel Struktur zu geben. Hatte in der ersten Halbzeit sogar mal eine der seltenen Szenen, in denen er in den Strafraum einläuft (und dort sogar den Ball bekommt, aber an Baumann scheiterte). War der RB-Spieler mit den meisten(!) Torschüssen. Kriegt er ein Fleißbienchen für.
  • Naby Keita: Seine Abschiedstournee hielt nach Verletzungsproblemen unter der Woche nur einen 45minütigen Einsatz bereit. Und aus dem war nach zwei Minuten und dem Forsberg-Rot eigentlich und nach dem 1:4 endgültig schon wieder die Luft raus. Aber Keita mühte sich mit seinen spielerischen Qualitäten und auch im Spiel gegen den Ball noch mal nach besten Möglichkeiten. Wahnsinnsaktion zum 1:3 (aber auch einigermaßen naiv verteidigt). Noch drei Spiele. Mal sehen, wie viel man von Keita noch sieht, bis er dann nach Liverpool geht.

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Tore: 0:1 Uth (14.), 0:2 Gnabry (35.), 0:3 Kaderabek (45.), 1:3 Keita (58.), 1:4 Uth (59.), 1:5 Rupp (64.), 2:5 Upamecano (88.)

Rote Karte: Forsberg (47./ Tätlichkeit)

Aufstellung RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Konaté, Orban (62. Upamecano), Bernardo – Ilsanker (46. Keita), Demme – Lookman, Forsberg, Bruma (46. Augustin) – Werner; Bank: Mvogo, Kaiser, Kampl, Poulsen; Nicht im Kader: Halstenberg, Sabitzer, Laimer, Köhn (alle verletzt), Schmitz, Coltorti

Aufstellung TSG 1899 Hoffenheim: Baumann – Akpoguma, Vogt, Hübner (46. Nordtveit) – Kaderabek, Grillitsch (56. Demirbay), Schulz – Amiri, Kramaric – Uth, Gnabry (54. Rupp)

Schiedsrichter: Tobias Welz (Insgesamt eine durchwachsene Partie für den Spielleiter. Ließ in der ersten Halbzeit viel durchgehen und Amiri und Ilsanker jeweils davonkommen, obwohl sie sich gelb redlich vedient hatten. Auch ansonsten eher mit der ‚Keine-Karte-zeigen‘-Linie unterwegs und gegenüber allerlei an Halten und kleineren Nickligkeiten eher großzügig eingestellt. Welz‘ erste richtig konsequente Aktion war die rote Karte gegen Forsberg. Die kann man aufgrund der Schlagbewegung absolut geben, aber aufgrund der vorherigen Linie war die Karte sehr hart. In der Situation sofort einen Platzverweis auszusprechen, passte einfach überhaupt nicht zur sonstigen Schiedsrichter-Linie. Dass Forsberg und Hasenhüttl der Meinung waren, dass Welz durch frühzeitigeres Abpfeifen des Ziehens an Forsberg den Schlag hätte verhindern können, ist aber auch Quatsch. Erstens befindet sich Forsberg in einer Situation, in der er, wenn er sich losreißen kann, den Platz vor sich hatte. Entsprechend wartet Welz richtigerweise, ob eine Vorteilssituation entsteht, bevor er den Freistoß für RB pfeift. Und zweitens schlägt man seinen Gegner auch dann nicht, wenn man statt zehn meinetwegen sogar 50 Meter lang festgehalten wird. Punkt. (Wie Grillitsch sich da nach dem Wischer an der Schulter das Gesicht hält und am Boden wälzt, ist aber auch ordentlich absurd.) Vor dem 0:2 kann man diskutieren, ob Uth bei der Balleroberung Orban foult. Zumindest arbeitet er mit den Armen, was bei der Körperposition von Orban durchaus dazu führen kann, dass der Innenverteidiger das Gleichgewicht verliert. Spricht einiges dafür, dass man das laufen lässt, weniger dafür, dass man es abpfeift. In der Mehrzahl der Fälle würden Schiedsrichter eine solche Geschichte wohl aus Gewohnheit als Foul zurückpfeifen. Welz tat es nicht, was ganz sicher keine Fehlentscheidung war. Grauzone halt.)

Gelbe Karten: – | Grillitsch, Schulz

Zuschauer: 41.780 (davon 1.500 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, TSG-Bericht, Kicker-Bericht, Pressekonferenz-Liveticker

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  • Torschüsse: 12 : 10
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 7 : 8
  • Schüsse auf das Tor: 8 : 7
  • gewonnene Zweikämpfe: 55,2% : 44,8%
  • Ballbesitz: 53,9% : 46,1%
  • Passquote: 89,3% : 85,9%
  • Laufstrecke: 105,8 km : 114,3 km
  • Sprints: 220 : 223
  • Intensive Läufe: 608 : 615
  • Fouls: 7 : 20
  • Ecken: 8 : 4
  • Abseits: 3 : 2
  • Meiste Torschüsse: Demme: 3 – Uth: 4
  • Meiste Torschussvorlagen: Lookman: 4 – Amiri – 3
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Demme, Keita: je 66,7% – Hübner: 70,0%
  • Meiste Ballkontakte: Demme: 109 – Vogt: 79
  • Beste Passquote (mindestens 20 Pässe): Lookman: 97,4% – Nordtveit: 100,0%
  • Größte Laufstrecke: Demme: 11,9 km – Kramaric: 11,3 km
  • Meiste Sprints: Bernardo: 29 – Uth: 31

Statistiken von bundesliga.de, whoscored.com

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Saisontorschützen: Werner – 11; Augustin, Keita – je 6; Poulsen – 4; Sabitzer, Orban, Bruma – je 3; Halstenberg, Forsberg, Lookman, Upamecano – je 2; Klostermann, Bernardo; Kampl – je 1

Saisonvorlagengeber: Werner – 8; Sabitzer – 7; Keita – 5; Augustin – 4; Kampl, Forsberg, Demme, Poulsen, Lookman – je 3; Halstenberg, Bruma, Laimer – je 2; Bernardo, Ilsanker – je 1

Saisontorbeteiligungen (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Kampl, Demme – je 10; Keita – 8; Sabitzer, Upamecano – je 7; Forsberg, Laimer – je 6; Ilsanker, Bruma, Bernardo – je 5; Halstenberg, Klostermann – je 4; Werner, Poulsen, Gulasci, Augustin – je 2; Orban – 1

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Bild: © GEPA pictures/ Roger Petzsche

17 Gedanken zu „Bundesliga: RB Leipzig vs. TSG 1899 Hoffenheim 2:5“

  1. So erstmal noch Tickets für Mainz und Berlin gesichert ,solch ein Absturz von Mannschaft und Trainer in die Bedeutungslosigkeit muss man live erleben .Der Lacher der BL ,hat fast schon was vom HSV.
    Können gleich die U 19 aufstellen schlechter kann es ja kaum werden.
    Vorallem bei den Interviews danach ,“die nächsten Spiele müssen wir alles abrufen“.ahhhhh ja.

  2. Eine Saison die irgendwie geprägt von einer Fragestellungsstruktur zu sein scheint. „Man darf gespannt sein, wie Problem X bis zum Zeitpunkt Y in den Griff zu bekommen ist“. Un während man sich lange die Frage stellte: Wie konnten wir eigentlich gegen Köln, Mainz, Hamburg und Co. Punkte lassen, drängt sich mehr und mehr die Frage auf: Wie konnten wir eigentlich gegen Neapel, Schalke und Bayern in der Rückrunde gewinnen. Wobei Bayern und Neapel bei ihren Niederlagfen nicht mit allergrößter Ernsthaftigkeit antraten und Schalke das einzige Spiel mit optimaler Vorbereitung gewesen sein dürfte.

    1. „… drängt sich mehr und mehr die Frage auf: Wie konnten wir eigentlich gegen Neapel, Schalke und Bayern in der Rückrunde gewinnen.“

      Das ist so wie beim BVB in der letzten Klopp-Saison. Da sah es auch in Europa und gegen prestigeträchtige Gegner zum Teil noch gut aus. Motivations- und Konzentrationssache.

  3. Zu Randbemerkung 3: Natürlich ist es nicht nur die mangelnde Abwehrarbeit „als Team“, aber wenn über den ganzen Platz so verteidigt werden würde wie man das schon streckenweise in der Vergangenheit geschafft hatte, würde das viele Stellungsfehler und individuelle Aussetzer ausgleichen bzw. gar nicht erst passieren lassen.

    Zu den Lichtblicken: Hier hätte ich auch gern Emil Forsberg gesehen (trotz der roten Karte). In den ersten 30 Minuten hat er die genialen Pässe in die Tiefe gespielt, die eigentlich zur Toren führen müssen. Bei der größten Torchance hat leider Klostermann seine fehlende Entschlossenheit / fehlendes Selbstvertrauen in der Offensive unter Beweis gestellt, als er sich zu spät und falsch für Pass/Torschuss entschied.

    Zum Schiri: Nach der Tätlichkeit von Forsberg rennt er sofort zum Schweden und zeigt Rot. Das hatte ein bisschen was von „Ich weiß was…“ und bringt nochmal zusätzliche Wut und Becherwürfe auf den Rängen. Eine kurze Kunstpause, Gelb für den Hoffenheimer und dann erst Rot (nach Reihenfolge der Vergehen) hätte das Ganze etwas „entspannter“ eskalieren lassen. ;)

    Wie immer: Augustin hat die -3 Tore natürlich nicht auf dem Platz miterlebt. ^^

  4. Für mich hat Schiedsrichter Welz gestern gefühlt, in den entscheidenden Momenten im Zweifel immer gegen uns gepfiffen bzw. eben nicht gepfiffen. Hier hat mich besonders das Führungstor der Hoffenheimer sehr verärgert, das den weiteren Spielverlauf ja dann schon sehr geprägt hat. Aus meiner Sicht hätte man nämlich den Einsatz von Gnabry gegen Bruma, auch wenn dieser niemals in diesen defensiven Zweikampf geraten darf, abpfeifen müssen. Stattdessen geht Gnabry dann steil und leitet das Führungstor ein. Mag sein, dass dieser Zweikampf für viele als „normale Bundesligahärte“ durchgeht. Ich finde aber, er räumt erst gezielt Bruma ab, was naturgemäß nicht schwierig war, und nimmt sich dann erst den Ball. Ich dachte bisher immer, dass bei Zweikämpfen gezielt auf den Ball, gern auch mit Körpereinsatz, gegangen werden muss und nicht erst auf den Mann und dann mal gucken, ob man eventuell auch an den Ball kommt. So wie es eben aus meiner Sicht in dieser Szene auch war und immer häufiger in letzter Zeit zu beobachten ist. Ich kann mit dieser Art von Zweikampfführung nichts anfangen.

    1. Sehe ich genau so! Welz hat uns schon mal in der
      2. Bundesliga verpfiffen. ( bei Union Berlin).
      Erst gibt er gar keine Karten, dann nutzt er die erste Chance
      sofort Rot zu geben. Hat schon was.
      Trotzdem, das Spiel hat RB selber verloren,
      unser Abwehrverhalten hat momentan nicht mal
      Zweitliganiveau.
      Ansonsten wieder ein sehr guter Titelbericht!

  5. Trotz aller Mängel im RB-Spiel, die zu dieser hohen Niederlage geführt haben, muss ich auf die Unausgeglichenheit des Schiris hinweisen. Hoffenheim hat sehr robust gespielt. Man könnte sagen, fast jeder Zweikampf der Hoffenheimer war ein Foul. Halten, Zerren, Drücken, Schubsen, Schieben, Treten. Immer auf den Mann. Dass es dafür nicht mehr Freistoss-Pfiffe für RB gab und die eine oder andere gelbe Karte mehr für einen Hoffenheimer, ist nicht nachvollziehbar. Dafür sah Forsberg Rot in einer Situation, über die ein Ribery müde gelächelt hätte.

  6. Wie immer, gut beobachtet und geschrieben. Nur eine Zusatzbemerkung. Bei aller berechtigter Kritik an Bernado, für mich ist Lukas Klostermann die größere Enttäuschung. Bernado versucht wenigstens in den Zweikampf zu kommen, Klostermann läuft prinzipiell immer nur neben den Angreifer her, ohne diesen zu attackieren oder wenigstens die Flanke zu verhindern. Das hat mit Erstligafussball meiner Meinung nach nichts zu tun.

  7. Pete seien seine „Fehler“ in diesem Spiel verziehen.
    Der hat uns so oft den Arsch gerettet diese Saison.
    Willi hat seine Leistungsgrenze erreicht und wird gefühlt immer schlechter.
    Hervorheben mus man Naby! Aus Sicht von D, er wollte das Tor unbedingt machen!!
    Das war absoluter Wille (natürlich auch dann bissel Glück).
    Timo ist völlig von der Rolle.
    Chancen die er letzte Saison im Schlaf gemacht hat bekommt er seit Wochen nicht mehr am Keeper vorbei.
    Warum auch immer.

    Ist schon manchmal blöd wie so ein Spiel läuft.
    Machen wir das 1:0, was durchaus 2- 3x möglich war, läuft das völlig anders.

    Dank BVB ist CL mit etwas Glück noch drin.
    Wenn wir 9 Punkte holen …….

  8. Ich gehe mit Deiner Analyse sehr konform.

    Nur was die Einschätzung zu Forsberg und der Roten Karte angeht nicht.
    Ich habe jetzt gerade nach der Urteilsverkündung die Szene 5x gesehen.
    Was ist daran Tätlichkeit?
    Ich dachte seit Samstag, da war ein Ellenbogen bzw. absichtlicher Schlag im Spiel.
    Aber das war überhaupt nicht der Fall. Emil hat sich einfach aus der Klammer befreit und touchiert mit der rechten Hand das Gesicht von Grillitisch.
    Du hast doch auch gestern Juve gegen Neapel gesehen und die exakt gleiche Situation war dort auch als Insigne an Costa vorbei ging.
    Kein Pfiff.
    Beide Aktionen wären mMn nur mit gelb zu geben.
    So eine Szene sieht man so häufig in den Spielen, ein Ribery hat quasi diese Art Von Befreien vom Gegenspielern „erfunden“ und noch nie dafür rot bekommen.
    Wie gesagt, ein absichtlicher Schlag oder Ellenbogen, kein Ding, aber nicht für so etwas.
    Man erinnere nur an das Mainz-Hinspiel als Werner den Ellenbogen des Gegners in das Gesicht bekam und nix passierte. (CollinasErben sagten damals auch Rot + Elfer)

    Das nun nach der roten Karte aka Tatsachenentscheidung Forsberg 3 Spiele Sperre bekommt, ahnte ich schon im Stadion.
    Und nun haben wir den Salat.

    1. Naja, bei Forsberg gibt es schon eine klare Ausholbewegung des Arms und entsprechend eine Schlagbewegung. Bei Costa schiebt sich Insigne eher mit dem Arm voran zwischen Costa und Ball, ohne dabei auszuholen. Das ist dann der entscheidende Unterschied. Habe mir die Szene von Forsberg auch noch mal angesehen. Für mich blieb es danach bei der Stadionsicht, dass man rot geben kann (ergo keine VAR-relevante Fehlentscheidung und auch keine Fehlentscheidung, die das Sportgericht kassieren würde), weil es eben eine Ausholbewegung gibt und es ein zielgerichteteres Schlagen war, mir das aber angesichts der sonstigen Schiedsrichter-Linie und des ganzen Ablaufs der Szene mit Ziehen und nur leichtem Treffen des Gegners too much war, rot zu zeigen.

    1. Beide haben geographisch zumindest europäische Anteile und gehören fußballtechnisch zu Europa. ;-)

  9. https://twitter.com/schnattertasch/status/988438677318721538

    ok, diesmal kommen wir auf keinen gemeinsamen Nenner.
    Muss ja auch mal sein, nach so langen kommentieren im Blog. ;-)

    Aber Du sagst es doch. „Rot geben kann.“ Da sieht in Echtzeit auch so aus.
    Und genau da muss doch der VAR erkennen, das es keine Tätlichkeit war. Für mich eher ein unsportliches Verhalten oder wie das offiziell heist und eben gelb.

    Das dann auf dem Spielberichtsbogen Tätlichkeit steht und dann 3 Spiele Sperre – geschenkt, weil es zu erwarten war. Aber es darf eben mMn nicht zu der roten Karte kommen.

    1. Es bleibt halt eine klare und ausholende Schlagbewegung Richtung Gegenspieler (ob er ihn am Kopf oder Hals oder der Schulter trifft, ist dabei irrelevant), das sollte man halt nicht wegdiskutieren. Und das ist bei konsequenter Regelauslegung eben rot. Bleibt halt das Problem, dass Welz zuvor in vielen Szenen nicht so konsequent war und dass solche Szenen (gerade nach vorherigen Fouls des Gegenspieles) in der Bundesliga nicht immer mit der selben Konsequenz geahndet werden. Ein Fall für den VAR ist es halt nicht, weil es die Schlagbewegung und den Treffer nur mal gibt und entsprechend keine klare Fehlentscheidung (sondern nur eine harte, überkonsequente Entscheidung) vorliegt.

  10. Du magst ja in der Sache Recht haben.
    Aber Stichwort Verhältnissmäßigkeit.
    Ich sehe da keine Absicht eines direkten Schlages.
    Da gibt es genug andere Beispiele und Szenen, wo auch nix passiere.
    Wenn Forsberg sich umgedreht und ausgeholt hätte, dann ja.

    Dazu musste ich auch an letztes Jahr beim Confed Cup im HF dran denken, als der chilenische Spieler den Ellenbogen in das Gesicht von Werner schlägt. Er sieht ihn auch nicht. Und trotz VAR, FIFA und WM Schiri gab es nur gelb.

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