Bilanzen vom Rande des Spielfelds aus der Bundesliga 2016/2017

Wagen wir uns auch noch mal an einen Überblick über die Zuschauerzahlen der letzten Saison. Meist als eine Art Schwanzvergleich benutzt, soll es hier eher um einen nüchternen Blick auf den Stand der Dinge, auf Interesse und Desinteresse gehen.

Bei RB Leipzig waren zum siebten Mal in Folge steigende Zuschauerzahlen zu beobachten. Das konnte nicht wirklich überraschen nach dem Bundesligaaufstieg. Es könnte allerdings vor dem Ausbau des Stadions auch das letzte Mal gewesen sein, dass man einen Anstieg im Zuschauerinteresse verzeichnen kann.

Wobei die Entwicklung in der kommenden Saison interessant bleibt. Der sportliche Erfolg diese Saison war überwältigend und dürfte in der Form nicht zu wiederholen sein. Entsprechend stellt sich die Frage, ob sich der Zuschauerschnitt trotzdem auf hohem Niveau konsolidiert, wie er das bisher stets bei Verbleib in einer Liga getan hatte, oder ob man da Verluste hinnehmen muss. Diesbezüglich auch nicht uninteressant, ob manch ein Besucher nicht auch mal ein Bundesliga-Heimspiel auslässt, wenn es unter der Woche ein Champions-League-Heimspiel gibt.

  • 2009/2010: 2.150 (Oberliga)
  • 2010/2011: 4.206 (Regionalliga)
  • 2011/2012: 7.396 (Regionalliga)
  • 2012/2013: 7.557 (Regionalliga) (ohne Relegation)
  • 2013/2014: 16.735 (3. Liga)
  • 2014/2015: 25.026 (2.Liga)
  • 2015/2016: 29.440 (2.Liga)
  • 2016/2017: 41454 (Bundesliga)

Die absoluten Zuschauerkönige sind Bayern und Dortmund, die ihre großen Stadien immer oder fast immer voll kriegen. Bei Dortmund wären es sogar noch 25.000 Zuschauer mehr, wenn es den Zuschauerteilausschluss gegen Wolfsburg nicht gegeben hätte. Trotzdem hat man dank größerem Stadion als die Bayern auch die größere Besucherzahl.

Am unteren Ende der Tabelle liegen naturgemäß die Teams mit den kleinen Stadien aus Freiburg, Darmstadt und Ingolstadt. In Freiburg wird man demnächst ein größeres Stadion errichten. Ingolstadt und Darmstadt sind in der zweiten Liga mit der Stadiongröße künftig ganz gut dabei. Wobei Darmstadt ja zwangsweise was am Stadion machen wird und Ingolstadt bei weiteren Bundesliga-Ausflügen über einen Ausbau nachdenken würde.

Die Auslastung in den Bundesligastadien ist überwiegend sehr hoch (wobei die Zahlen schwer miteinander vergleichbar sind, weil es unterschiedliche Möglichkeiten gibt, den Gästebereich mit Heimfans aufzufüllen, wenn der Gastverein nicht genug Zuschauer mitbringt). Die Bayern gehen mit 100% voran. Auch Freiburg hatte diese Saison fast keine freien Plätze mehr zu verzeichnen. 16 von 18 Teams haben eine Stadionauslastung von über 90% verzeichnet. Was ziemlich ideal ist.

Vor allem Hertha fällt da ab. 50.000 Zuschauer im Schnitt sind sehr viel. Aber nur 67% Auslastung verweist darauf, dass es im Olympiastadion auch immer mal wieder recht leer sein kann. Daraus resultiert ja auch die Idee, sich ein kleineres, dem Zuschauerschnitt angemessenes Stadion zuzulegen.

Auch Mainz fällt mit 86% Auslastung ein Stück ab. Dort gibt es schon die ganze Saison Diskussionen über fallende Zuschauerzahlen. Abstiegskampf und dazu viele Spiele dank Europa League könnten ein Erklärungsmuster sein. Knapp 2.000 Zuschauer hat man pro Spiel im Vergleich zur erfolgreichen Vorsaison verloren. Das ist auch finanziell nicht unerheblich.

Dortmunds Verluste kann man gleich wieder vergessen, weil sie fast komplett aus dem Zuschauerteilausschluss im Spiel gegen Wolfsburg resultieren. Bei den restlichen Teams im Minus erklärt es sich gut über die schlechtere sportliche Situation.

Im Plus ist vor allem Leipzig wegen des Aufstiegs. Dahinter folgt dann gleich Frankfurt, wo das Publikum durch eine vor allem in der ersten Hälfte erfolgreichen Saison euphorisiert wurde und deutlich zahlreicher ins Stadion strömte als im Vorjahr.

Nur eine Spielerei derweil die Statistik der Besucher im Stadion pro 100.000 Einwohner. Hoffenheim kommt hier als Kleinstadtverein sehr gut weg. Großstadtvereine wie Hertha, HSV, Köln oder Bayern kommen vergleichsweise schlecht weg. Ist natürlich so eigentlich schwer zu rechnen, da ein Ruhrgebietsverein beispielsweise von einem dicht besiedelten Einzugsgebiet lebt und damit schwer mit einem Team wie Augsburg vergleichbar ist. Recht hoch die Zahl in Wolfsburg, was auch noch mal zeigt, dass für die Größe der Stadt und die Begrenztheit des Einzugsgebiets die dortigen Zuschauerzahlen durchaus respektabel sind.

Im Vergleich zum Vorjahr sank der Schnitt um rund 1.700 Zuschauer. Was praktisch komplett darauf zurückzuführen ist, dass Leipzig und Freiburg (Gesamtkapazität der Stadien: rund 66.000) Stuttgart und Hannover (Gesamtkapazität der Stadien: rund 110.000) ersetzten. Vergleich man nur die Teams, die schon letzte Saison in der Bundesliga spielten, dann sank der Schnitt pro Team aber immer noch um rund 250 Zuschauer. Ob man daraus schon eine Tendenz machen will, muss jeder selbst entscheiden. Angesichts der hohen Auslastung in fast allen Stadien muss man es nicht zwingend als Warnsignal interpretieren.

[Heim = Zuschauerschnitt bei den Heimspielen; +/- = Veränderung beim Zuschauerschnitt bei den Heimspielen im Vergleich zur Vorsaison 2015/2016; Heim/100.000 = Anzahl der Zuschauer pro 100.000 Einwohner der jeweiligen Stadt; Ausl = Auslastung des Stadions in Prozent]

Team Heim+/-Heim/100000Ausl
Bayern17500005169100
Leipzig24145412013738997
Dortmund379653-15731357098
Hoffenheim4281826088052193
Köln549500502466599
Hertha650267563142867
Freiburg72395964110744100
Bremen840875-60732597
Gladbach9515163891981495
Schalke1060703-6742325897
Frankfurt11491762423670995
Leverkusen1228428-6421733494
Augsburg1328075-883978292
HSV1452341-1359292792
Mainz1529096-19531385586
Wolfsburg1627586-13002206992
Ingolstadt1714601-2351097896
Darmstadt18167531061073996

Die bestbesuchten Spiele fanden naturgemäß in München und Dortmund mit 75.000 Zuschauern aufwärts statt. Aber auch die Partien der Hertha gegen Bayern und Dortmund überschritten die 70.000er-Marke. Am anderen Ende der Skala war Ingolstadt gegen Wolfsburg mit rund 13.500 Zuschauern die schlechtbesuchteste Partie der Saison. Eher eine Zweitligakulisse.

Aufschlussreich meist auch, wenn man sich die Differenz zwischen bestbesuchtem und schlechtestbesuchtem Spiel anschaut. Wobei das angesichts der hohen Auslastung auch keine allzu großen Differenzen ergibt. Hertha liegt hier mit dem schlechtbesuchtesten Spiel auf Platz 10, aber in der Gesamtbesucherzahl auf Platz 6. Gerade mal 43% der Plätze, die in den Spielen gegen Dortmund und Bayern belegt waren, konnten auch gegen Darmstadt verkauft werden. Das ist sehr wenig.

Auch Mainz fällt hier sehr auf. Gerade mal zwei Drittel des Stadions waren voll, als Augsburg zu Besuch kam. Auch Hoffenheim, Wolfsburg und der HSV schafften keine 80% Auslastung in ihren schlechtestbesuchten Spielen. Alles unter 80% darf man durchaus als Zeichen für deutliche Schwankungen im Zuschaueraufkommen und kleines Alarmzeichen für den jeweiligen Klub oder als Indiz für vorhandene Probleme nehmen.

In Leipzig ist die Differenz zwischen Maximal- und Minimalbesuch deutlich zusammengeschrumpft. Im letzten Jahr lag die Auslastung im am schwächsten besuchten Spiel noch bei 45%, in dieser Saison liegt man da bei 84 %, was Bundesligamittelfeld bedeutet. Weniger als 36.000 Zuschauer fast direkt nach dem Aufstieg in einer Euphoriephase waren damals gegen Augsburg aber durchaus auch eine kleine Enttäuschung und der Hinweis darauf, dass bei schlechterem sportlichen Abschneiden im Saisonverlauf auch immer mal ein paar Spiele mit deutlich unter 40.000 Zuschauern drin liegen. Auch hier spannend, wie sich das entwickeln wird. Zumal vor dem Hintergrund, dass man sich bald ein größeres Stadion bauen will.

[Best = Anzahl der Zuschauer beim bestbbesuchten Heimspiel; Schlecht = Anzahl der Zuschauer beim schlechtestbesuchten Heimspiel; Range = Wieviel Prozent des bestbesuchten Spiels besuchten auch das schlechtestbesuchte Spiel?; Ausverkauft = Anzahl der ausverkauften Heimspiele]

TeamPlatzBestSchlechtRangeAusv
Bayern1750007500010017
Leipzig242558357218411
Dortmund381360801009814
Hoffenheim43015023082775
Köln550000472009410
Hertha67466731912432
Freiburg724000235009815
Bremen84210037108887
Gladbach95401444347826
Schalke106227158004934
Frankfurt115150043000836
Leverkusen123021024097806
Augsburg133066024515804
HSV145700044445784
Mainz153400023371694
Wolfsburg163000023148775
Ingolstadt171520013521898
Darmstadt1817400150008611

Wenn man sich den Gesamtschnitt anschaut, dann liegt hier wiederum Dortmund aufgrund der hohen Zahlen in den Heimspielen vorn. Bayern ist der einzige Verein, bei dem alle Spiele, egal ob zu Hause oder auswärts, ausverkauf waren. Bei Dortmund waren alle Auswärtsspiele und fast alle Heimspiele ausverkauft.

Beide Vereine sind deswegen auch im Auswärtsschnitt ganz vorn (zumindest im bereinigten, aber nicht im realen; denn im realen Schnitt haben Dortmund und Bayern den Nachteil, dass die 17 Arenen, in die sie fahren, im Schnitt kleiner sind als beispielsweise jene von Ingolstadt; weil für Ingolstadt die Fahrt in die eigene 15.000er-Arena wegfällt, während man in die großen Stadien nach Dortmund und München fahren darf). Dortmund und Bayern, das funktioniert immer und überall, das sind die Zugpferde der Liga, die auch bei minus 10 Grad am Freitag Abend das Stadion füllen. Oder die Zuschauer vor den Sky-Bildschirm locken.

Auch sehr zugkräftig bei Auswärtsspielen sind Köln und der HSV. Dahinter folgt ein dichtes Mittelfeld, bestehend aus Mönchengladbach, Bremen, Leipzig, Schalke und Frankfurt. Die größeren, alteingesessenen Vereine der Liga plus Leipzig also. RB hat sich nach dem Aufstieg aufmerksamkeitstechnisch direkt in die Mitte der Bundesliga gesetzt. Aber da funktionierte letzte Saison auch viel über Polarisierung und über sportlichen Erfolg. Wie nachhaltig diese Aufmerksamkeit für den Klub ist, wird sich auch erst in den kommenden Jahren zeigen. Klar ist, dass man (Stichwort Team Marktwert) in Sachen Aufmerksamkeit kein normaler Aufsteiger ala Darmstadt oder Ingolstadt oder Freiburg war. Ob künftig eher der Hoffenheim-Effekt einsetzt oder man interessant bleibt, ist daraus nur schwer abzulesen.

Schwer hatten es bei den Auswärtsspielen vor allem Ingolstadt und Wolfsburg. Zwei Mannschaften, die bedeutend weniger Interesse hervorriefen als der Rest der Liga. Aber auch bei Teams wie Augsburg, Mainz, Hoffenheim, Freiburg, Hertha, Leverkusen oder Darmstadt gingen in den Auswärtsstadien nicht unbedingt die Herzen der Begeisterung auf.

Mit Vorsicht zu genießen sind die Sky-Zuschauerzahlen. Denn darin sind Effekte von Sky-Verbreitung in den jeweiligen Gebieten genauso enthalten wie Spielplan-Effekte. Sprich, die Teams, die häufig zu exklusiven Zeiten antreten durften, hatten per se höhere Einschaltquoten und Aufmerksamkeit bei bei Sky. Schalke beispielsweise spielte wegen der Europa League häufig am Sonntag, was positiven Einfluss auf die Sky-Quote gehabt haben dürfte. Frankfurt, Leverkusen, Leipzig, Bremen, Mainz, Hertha und Mönchengladbach waren diesbezüglich auch bevorteilt. Nicht bevorteilt waren Bayern und Dortmund, was ihre Zahlen zu recht klar belegtem, echtem Interesse macht.

[Schnitt = Gesamtzuschauerschnitt über 34 Spiele; Ausw = Zuschauerschnitt bei 17 realen Auswärtsspielen; Ausw II = Zuschauerschnitt bei 18 Auswärtsspielen (jedes Team bekommt hier ein fiktives, zusätzliches Auswärtsspiel im eigenen Stadion mit ihrem Durchschnittsheimbesuch hinzugerechnet (Bayern hat also ein 18. Auswärtsspiel mit 75.000 Zuschauern, so wie alle anderen Vereine, die nach München fahren), um Effekte unterschiedlicher Stadiengrößen bei den Auswärtsfahrten auszugleichen.); Sky = Zuschauer bei Sky in Millionen, die im Schnitt Partien des Teams wählten (0,79 = 790.000 Zuschauer pro Spiel bei Sky), Quelle ist meedia.de]

Team SchnittAuswAusw IISky
Bayern15882642652444490,79
Leipzig24182242190421490,38
Dortmund36102542396444660,58
Hoffenheim43458940995402830,27
Köln54613542770431440,43
Hertha64509739927405010,38
Freiburg73266041362403950,26
Bremen84165442432423460,38
Gladbach94682342130426520,38
Schalke105081740931420300,51
Frankfurt114517041163416080,35
Leverkusen123490741387406670,31
Augsburg133435040625399280,23
HSV144743742527430720,41
Mainz153496740838401850,29
Wolfsburg163374939912392270,24
Ingolstadt172756540529390890,20
Darmstadt182957542397409730,18

Aufschlussreich für das allgemeine Interesse an Teams, wie oft sie für Top- oder Minuskulissen sorgten. Hier gehen Dortmund und Bayern wieder vorneweg, wenn es darum geht für Topkulissen zu sorgen. Beide Teams sorgen wie erwähnt immer für volle Häuser. Beide Teams funktionieren überall als Event.

Dahinter folgt dann wieder das schon oben genannte Feld aus HSV, Mönchengladbach, Köln, Schalke, Bremen und Frankfurt, die auch häufig die gegnerischen Stadien füllen können. Leipzig reiht sich in dieser Statistik eher bei den uninteressanteren Teams der Liga ein. Gut gefüllt sind die Stadien meistens, wenn RB Leipzig anreist, ganz voll aber selten. Liegt wohl auch daran, dass man selbst es nur selten schafft, den Gästeblock bei den Gegner komplett zu füllen.

Im Schnitt wollten zwar rund 2.800 RB-Fans pro Auswärtsspiel bei ihrer Mannschaft sein (letzte Saison reichlich 1.000). Allerdings wird diese Zahl durch die Fahrten nach Dortmund, München und Berlin sehr geschönt. Zieht man diese ab, dann bleiben für die anderen 14 Spiele nur noch im Schnitt rund 1.400 übrig. Was für normale Auswärtsfahrten ein realistischer Schnitt ist, denn bei 11 von 17 Auswärtsspielen waren zwischen 1.000 und 2.000 RB-Fans mit vor Ort.

Topkulissen der 18 Bundesligisten gegen (Mehrfachnennungen, weil bei allen Vereinen mehr als einmal die gleiche Topkulisse zusammenkam):

  • Dortmund – je 17mal
  • Bayern – 16mal
  • HSV, Mönchengladbach – je 12mal
  • Köln, Schalke – je 10mal
  • Bremen – 9mal
  • Frankfurt – 8mal
  • Mainz, Augsburg – je 6mal
  • Darmstadt, Leipzig – je 5mal
  • Hertha, Leverkusen  – je 4mal
  • Hoffenheim, Ingolstadt, Wolfsburg – je 3mal
  • Freiburg – 2mal

Neun Teams der Bundesliga waren auf ihren Auswärtsfahrten nie an der Saisonminuskulisse der jeweiligen Gastgeber beteiligt. Leipzig gehört hier wieder zu den acht großen Klubs. Auch das ein Hinweis darauf, dass das Interesse bei den Gegnern meist groß war.

Ingolstadt und Augsburg sorgten jeweils gleich dreimal für Minuskulissen bei Gegner. Bei Augsburg war das in Mainz, in Leverkusen und in Leipzig der Fall. Ingolstadt sorgte in Hoffenheim, auf Schalke und in Darmstadt für wenig Interesse. Generell spiegelt sich in der Liste das oben schon verzeichnete allgemeine Interesse bei Auswärtsspielen wieder.

Minuskulissen von 17 Bundesligisten gegen (ohne Heimspiele der Bayern, weil 17mal die gleiche Minuskulisse, weil immer ausverkauft):

  • Ingolstadt, Augsburg – je 3mal
  • Leverkusen, Hoffenheim, Hertha, Wolfsburg – je 2mal
  • Darmstadt, Freiburg, Mainz – je 1mal

Wenn man einmal quer drüber geht über die Zahlen, dann stechen Dortmund und Bayern als Zugpferde des Events Bundesliga aus allem und in jeder Beziehung heraus. Dahinter hat sich ein Feld von sieben Mannschaften positioniert, aus dem noch der HSV und Köln etwas nach oben herausfällt. In dieses Feld hat sich auch Leipzig in der ersten Saison integriert. Dahinter folgen dann neun Teams, bei denen das Interesse jenseits ihrer eigenen Umfelder im Vergleich zum Rest eher gering ausgeprägt ist. Vor allem Ingolstadt und Wolfsburg fallen da nach unten recht deutlich ab. Wie es mit Mainz diesbezüglich weitergeht, wird auch interessant zu beobachten.

In der kommenden Saison kommt vor allem mit dem VfB Stuttgart ein Verein dazu, der in dieser Aufmerksamkeitstabelle sofort sehr weit oben einsteigen dürfte. Auch Hannover wird wohl eher im oberen Mittelfeld als auf Augenhöhe mit Augsburg oder Mainz zu erwarten sein. Von daher dürfte die Bundesliga in der kommenden Saison noch mal eine gesteigerte Aufmerksamkeit produzieren, da mit Ingolstadt und Darmstadt auch Teams ersetzt werden, deren Anziehungskraft im allgemeinen (den Zahlen nach) nicht sonderlich hoch war (wobei sich gerade Darmstadt im zweiten Bundesligajahr sein bundesweites Publikum und ein gewisses Standing erkämpfte).

Mit steigenden Zuschauerzahlen ist in jedem Fall zu rechnen. Zwei Stadien mit insgesamt 33.000 Plätzen werden ersetzt durch zwei Stadien mit 110.000 Plätzen. Kann man dann in einem Jahr Rekordschlagzeilen produzieren. Ob sich dann hinter den Schlagzeilen tatsächlich Wachstum in der Breite versteckt oder gar das Gegenteil, werden wir uns dann in Ruhe angucken.

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Anmerkung

Zahlen beruhen auf eigenen Daten. Entsprechend sind Fehler allein mir zuzuschreiben. Hinweise darauf sind willkommen. Dass die Durchschnittswerte hier und an anderen Stellen im Netz differieren, ist klar, aber nicht wild. In der Tendenz stimmen die Werte. Problematisch generell bei diesen Zahlen, dass damit nur die offiziellen Zahlen erfasst werden. Auf Schalke und in Leipzig gibt es bspw. immer wieder Debatten darüber, dass die Zahl der Leute im Stadion und die Zuschauerzahl sich teils deutlich unterscheiden. Das kann natürlich von einer Statistik wie der obigen nur bedingt erfasst werden. Auch ein völlig unterschiedlicher Umgang mit Pufferbereichen, der zu unterschiedlich ausgelasteten Stadien vom einen Spiel zum nächsten führt, kann hier nicht wirklich berücksichtigt werden.

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RB Leipzig ist vom einem auf den anderen Tag zuschauertechnisch mitten in der Bundesliga angekommen. | GEPA Pictures - Sven Sonntag
GEPA Pictures – Sven Sonntag

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6 Gedanken zu „Bilanzen vom Rande des Spielfelds aus der Bundesliga 2016/2017“

  1. Was mich mal interessieren würde ist, wie diese teilweise doch großen Unterschiede zwischen der offiziellen Zuschauerzahl und den Menschen die tatsächlich in der Red Bull Arena sind zustande kommt. Man sieht selbst bei „ausverkauften“ Spielen immer so viele leere Plätze, ich kann mir nicht vorstellen dass so viele ein Ticket kaufen aber dann nicht zum Spiel kommen, in anderen Stadien ist es ja auch nicht so..

    1. So richtig klar ist das nicht, woran das liegt. Eine Teilerklärung liegt darin, dass vergleichsweise viele Menschen im Umlauf zwischen Unter- und Oberrang stehen statt zu sitzen. Dazu kommen natürlich nicht eingelöste Dauerkarten bei vielen Spielen (gegen Bayern war das Problem mit freien Plätzen geringer ausgeprägt). Die Tickettauschbörse, durch die man die Dauerkarte bei Nichtnutzung weitergeben kann, gibt es erst seit kurzem und könnte manches verändern. Möglich sind auch Sonderkontingente für Firmen und Co, die nicht komplett eingelöst werden. Das dürfte aber nur für sehr ausgewählte Bereiche im Stadion gelten. So ungefähr.

  2. „Wenn man einmal quer drüber geht über die Zahlen, dann stechen Dortmund und Bayern als Zugpferde des Events Bundesliga aus allem und in jeder Beziehung heraus. Dahinter hat sich ein Feld von acht Mannschaften positioniert, aus dem noch der HSV und Köln etwas nach oben herausfällt. In dieses Feld hat sich auch Leipzig in der ersten Saison integriert. Dahinter folgen dann neun Teams, bei denen das Interesse jenseits ihrer eigenen Umfelder im Vergleich zum Rest eher gering ausgeprägt ist.“

    1 + 1 + 8 +9 = 19
    Sind etwas viele Mannschaften für die Liga…

    Wieder eine sehr interessante Übersicht. Der Zuschauerrekord (laut Kicker.de) lag 2011/12 bei 44.293 im Schnitt. Ob der tatsächlich fallen könnte nächste Saison (2016/17: 41515)?

    1. Wenn man die chinesische U20 noch dazu nimmt, sind es 20. Dann ist es wieder rund. 😉

  3. Da Du ja alle Stadien gesehen hast, hätte mich mal interessiert:
    Wieviele km waren es denn?
    Unterschiede von Stadionpreise, Anreise (Innenstadtstadion), Sicherheit oder Support?
    Wäre fast ein Blog wert? 😉

    Ich habe als Auswärtsfahrer nur BVB, Berlin und Köln miterlebt.

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