Schlagwort-Archive: Dominik Stroh-Engel

Ein bisschen mehr Darmstadt wagen

Sinngemäß hatte Ralf Rangnick in der Pressekonferenz vor dem Spiel bei 1860 München von seinen Spielern gefordert, dass man bei Fouls nicht versuchen solle, auf den Beinen zu bleiben, sondern fallen müsse, um auch den entsprechenden Pfiff zu kriegen. Was irgendwie nach einer unfairen Anweisung klingt, ist eher das konsequente Eingehen auf so etwas wie die moderne Fußballlogik und Schiedsrichterlinie.

Man nehme prototypisch eine Szene aus dem Freiburg-Spiel, als Davie Selke im Strafraum bei einer Flanke (es möge auch ein Standard gewesen sein) von hinten von seinem Gegenspieler mit einem Arm deutlich umklammert und festgehalten wird. An den Ball, der durchaus in Selkes Richtung unterwegs war, konnte der Angreifer deshalb nicht entscheidend herankommen.

Einen (Elfmeter-)Pfiff gab es in dieser Situation nicht. Natürlich nicht möchte man hinzufügen, auch wenn die Aktion irgendwo im Mittelfeld wohl durchaus in einigen Fällen gepfiffen worden wäre. Denn für ein Foul fehlte ja das Hinfallen. Angesicht des sichtbar und eher fest denn locker um den Gegner geschlungenen Arms wäre ein Elfmeterpfiff schon sehr viel wahrscheinlicher gewesen, wenn Selke dem Druck des Arms folgend nach hinten umgefallen wäre.

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33.Spieltag – 2.Bundesliga 2014/2015

Wenn 32 von 34 Spieltagen absolviert sind und der 33. vor der Tür steht, dann hat man nicht nur bezüglich der Tabelle ein recht aussagekräftiges Bild. Auch die Statistiken der Offensivspieler geben jetzt recht fundiert darüber Auskunft, was dem Einzelnen im Saisonverlauf vielleicht gelungen oder nicht ganz so gelungen ist.

Wirft man einen Blick auf die Torjägerliste und nimmt nur Spieler auf, die in mindestens 10 Einsätzen mindestens 5 Tore geschossen haben und öfter als alle 300 Minuten aus dem Spiel heraus ins Tor trafen, dann bleibt bereits eine hübsche Liste an prägenden Zweitligafiguren übrig. Es fehlen aber auch ein paar Spieler, die man darin erwarten würde. Wie beispielsweise ein Dominik Stroh-Engel, der allerdings nur sechsmal aus dem Spiel heraus einnetzte.

Am beeindruckendsten sicherlich die Bilanz von  Rouwen Hennings, der zu Saisonbeginn eine ganze Zeit verletzungsbedingt fehlte, dann aber zum Garanten wurde, der den Karlsruher SC überhaupt erst in Richtung Aufstiegschance schoss. Alle 138 Minuten ein Tor aus dem Spiel heraus wird nur vom Braunschweiger Emil Berggreen übertroffen, der als klassischer Joker allerdings erst noch nachweisen muss, dass er dieses Niveau auch über 90 Minuten halten kann.

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Was von Spieltag 31 bleibt

Nur noch drei Spieltage sind in der zweiten Liga zu absolvieren. Das Tabellenbild ist relativ klar, auch wenn es mit Union und der schlechtesten Mannschaft des Jahres 2015 Düsseldorf erst zwei Teams gibt, für die es auch rechnerisch (abgesehen von Fernsehgeldern) in der Endtabelle um nichts mehr geht.

Der vielleicht größte Verlierer des 31.Spieltags ist der 1.FC Kaiserslautern, der angesichts der Ergebnisse der Konkurrenz den Aufstieg mit einem Sieg in Darmstadt praktisch schon hätte perfekt  machen können. Nach dem 3:1 für die Lilien ist davon nicht mehr die Rede, sondern wieder ein hübscher Vierkampf unter Beteiligung von Kaiserslautern, Darmstadt, Karlsruhe und Braunschweig um die Plätze 2 und 3 entbrannt.

Nervend am Spiel von Darmstadt gegen Kaiserslautern, dass wie schon so oft in dieser Saison auf verschiedensten Plätzen der Schiedsrichter für seinen Pfiff zum Darmstädter Elfmeter zum 1:1, mit dem die Wende im Spiel eingeleitet wurde, zum Sündenbock gemacht wurde. Coach Kosta Runjaic nannte ihn sogar den „13.Mann“ der Gastgeber.

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Was von Spieltag 26 bleibt

Stünde Vincenzo Grifo aktuell nicht nur bei der TSG Hoffenheim unter Vertrag, sondern auch auf dem Feld und wäre nicht ’nur‘ in die zweite Liga zum FSV Frankfurt ausgeliehen, die ganze Republik würde wohl in dieser Woche über ihn sprechen. Was hätte man dafür gegeben mitzuerleben, wie sich die bundesweite Presse in Superlativen und moralischer Empörung gegenseitig übertrifft. So muss es ein eher profanes „die frechste Unsportlichkeit dieser Fußballsaison“ tun (Focus). Ein Jammer.

Dass Vincenzo Grifo mit seiner elfmeterschindenden Flugeinlage, die eher eine spektakuläre Sprungeinlage war, wie man sie sicher nicht gelehrt bekommen würde, wenn Schwalben auf dem Wochentrainingsplan stünden, überhaupt durchkam, war fast noch spektakulärer als das dreiste Erschummeln eines Elfmeters. Schiedsrichter Markus Wingenbach wird die Szene sicherlich noch eine ganze Weile verfolgen.

Dass die Szene auch Vincenzo Grifo verfolgt, dafür dürfte der hiesige Boulevard schon sorgen. Vereinsseits zieht man sich bei der BILD auf diese alberne „Schlitzohr“-Interpretation, also so etwas wie die verbale Schutzschwalbe zurück. Dachte man eigentlich auch, dass diese Rhetorik-Zeiten lange hinter einem liegen würden.

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13.Spieltag – 2.Bundesliga 2014/2015

282 Tore schossen die 18 Zweitligateams bisher in der Saison 2014/2015. Macht pro Spiel 2,61 Tore. Am häufigsten einigte man sich zwischen den Teams dabei auf ein 1:1 (gefolgt vom 1:0, mit etwas Abstand folgen ziemlich gleichauf und 2:0, 3:0 und 2:1) . Insgesamt 22mal war das der Fall. Jedes fünfte Spiel war also eine 1:1-Punkteteilung. Insgesamt gingen 36 Partien, also genau ein Drittel der Spiele Unentschieden aus.

Das 0:0 war dabei insgesamt nur sechsmal vertreten. RB Leipzig war allein an drei dieser torlosen Begegnungen beteiligt. Wenn das mal nicht schon deutliche Krisensymptome des Eventfußballs sind.^^

Deutlich eventiger ging es da beim 5:2 des FSV Frankfurt bei Greuther Fürth zu. Die Partie war die bisher torreichste der Saison. Im Vorjahr wurde dies auch unter Beteiligung von Greuther Fürth nur einmal getoppt, als die Franken damals ihr Auswärtsspiel in Aue mit 6:2 gewannen.

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Könige der Drittligastrafräume

Mit Dominik Stroh-Engel und Daniel Frahn treffen am Samstag im Spiel zwischen RB Leizig und dem SV Darmstadt 98 die beiden Top-Stürmer der dritten Liga aufeinander. Wenn Stroh-Engel nicht wäre, der die Saison seines Lebens spielt (bisher erst einmal oberhalb der Oberliga mit zweistelliger Saisonbilanz – 13 Tore in 36 Spielen in Babelsberg), dann hätte Frahn wohl zum dritten Mal in Folge und zum vierten Mal in seiner Karriere Torschützenkönig werden können. Das nur mal nebenbei zur gelegentlich aufblitzenden Kritik am Torjäger und Kapitän von RB Leipzig.

26 Treffer hat Dominik Stroh-Engel 2013/2014 in 31 Einsätzen erzielt. Bei Daniel Frahn sind es 16 Tore in 30 Partien. Zieht man die Elfmeter als spezielle Situationen mal ab, dann bleiben immer noch 19 bzw. 14 Treffer. Von den Toptorschützen der Liga können lediglich Marvin Ducksch (ein Tor alle 176 Minuten) und Adriano Grimaldi (ein Tor alle 177 Minuten) in Sachen Tore pro Minute aus dem Spiel heraus auf Augenhöhe mit Daniel Frahn (ein Tor alle 183 Minuten) und ein Stück hinter Stroh-Engel (ein Tor alle 140 Minuten) agieren.

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Die bunte Welt des Toreschießens in der dritten Liga

Im Rahmen der gestrigen Betrachtungen in Sachen Transferaktivitäten tauchten mit Stefan Kutschke und Federico Palacios-Martinez auch zwei Stürmer in der Liste der (möglichen) Neuzugänge auf. Was zuerst einmal den Verdacht nahe legen könnte, dass RB Leipzig ein Torproblem hat und diesbezüglich nachbessern will. Was bei 34 erzielten Treffern erst einmal ein wenig erstaunlich klingt. Deshalb an dieser Stelle ein kleiner Blick ins Zahlenwerk rund um das Toreschießen in der dritten Liga.

Die erste Tabelle zeigt für alle Drittligateams die Anzahl der Tore, die Anzahl der Torschützen und die Anzahl der Tore im Schnitt pro Torschützen. Da es an dieser Stelle um die individuelle Torgefährlichkeit der Teams gehen soll, wurden Eigentore aus der Rechnung genommen, sprich von den 34 RB-Toren bspw. wurde das Eigentor des Kieler Herrmanns abgezogen, sodass 33 übrigbleiben. Die bunte Welt des Toreschießens in der dritten Liga weiterlesen

Scorerkarrieren

Dominik Stroh-Engel war jüngst wegen seines wie auch immer zu nennenden Viererpacks (sein eigener Versuch lautete Quattrick) gegen Hansa Rostock in aller Munde. Dadurch schraubte er sein Torkonto auf erstaunliche 10 Treffer in nur neun Partien. Nimmt man auch noch die nicht zu verachtenden 5 Vorlagen dazu, ist er aktuell der absolut überragende Scorer der dritten Liga. 15 Torbeteiligungen sind in nur neun Spielen eine überragende Bilanz für den 27jährigen, für den es im vergangenen Jahr in Wehen Wiesbaden nicht wirklich funktionieren wollte (6 Torbeteiligungen in 34 Spielen). Zuletzt in Saarbrücken fehlte er verletzungsbedingt. Ob es morgen zum Nachholer in Dortmund für ihn reichen wird, ist aktuell fraglich.

Ob es für Dominik Stroh-Engel in Zukunft noch einmal für eine höherklassige Karriere reichen wird, ist ebenso fraglich, wenn man einen Blick auf die Drittliga-Topscorer der letzten Jahre wirft. Für die meisten Spieler gilt, dass sie zwar sehr gute Drittligaspieler waren und oft auch blieben, aber schon in der zweiten Liga meist nur Durchschnitt mit nicht immer hohen Einsatzzeiten wurden und nur selten den Sprung in die höchste Spielklasse schafften.

Zwei auffällige Ausnahmen gibt es von der Regel. Zum einen ist da Thomas Müller zu nennen, der bevor er bei den Bayern durchstartete, erst einmal ein Jahr lang mit der U23 die dritte Liga aufmischte und letztlich in bisher fünf Jahren eingleisiger dritter Liga der einzige Offensivspieler war, der später auch auf allerhöchstem Niveau funktionierte. Was eher ein Gegenindiz für die These ist, dass die dritte Liga wichtig für die Ausbildung von Top-Nachwuchstalenten wäre.

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