Schlagwort-Archive: Dietmar Beiersdorfer

Felix Magath, Schalke 04, RB Leipzig: viel Medien und Unsinn

Die Bundesliga spielt derzeit verrückt. Was sich nicht nur im Tabellenstand, sondern auch auf dem Trainerkarussell bemerkbar macht. Zuerst wird beim FC Bayern van Gaal entlassen, darf aber noch bis zum Saisonende weitermachen. Ähm ja. Dann verkündet Armin Veh öffentlich seinen Abschied vom HSV, ohne vorher seinen Chefs Bescheid zu sagen und begründet das mit dem großartigen Satz

Ich bin ja auch nie über etwas informiert worden. (Armin Veh am 08.03. bei sportschau.de (broken Link))

Und zum krönenden Abschluss der Woche scheint es gesichert, dass Schalke-Aufsichtsratschef Tönnies Felix Magath loswerden will. Besser sofort als gleich, so kolportiert man. Ein Wahnsinn sondersgleichen das. Was hat man den Felix Magath letztes Jahr über den grünen Klee gelobt, als er mit komplett destruktivem Anti-Fußball seine Schalker ins Pokal-Halbfinale und zur Vizemeisterschaft geführt hat. Kann sich noch jemand dran erinnern? Ich meine, wir reden über den Trainer des Pokalfinalisten und eines Champions-League-Viertelfinalisten, ein Titel, den man bei Real Madrid in den letzten Jahren vergeblich anstrebte.

Seit dem Sommer und dem öffentlichen Gezerre um das Investitionsvolumen für Transfers wurde Felix Magath mehr und mehr demontiert. Zurecht oder nicht zurecht wurde er für seinen unzulänglichen Umgang mit den Fans kritisiert. Die (Art und Weise der) Entbindung Rolf Rojeks von seinem Posten als Fanbeauftragter hat man ihm nie verziehen und aufbauend darauf versuchte man in jeder Richtung sein Mütchen an ihm zu kühlen.

Die Zeit machte sich bereits im letzten Herbst die Mühe und schrieb ein ganzes Dossier, dessen bahnbrechende Erkenntnis darin bestand, dass Magath ein ganz seelenloser Knochen sein muss, weil er seinen Gesprächspartnern nicht in die Augen guckt und irgendwas unverarbeitetes mit seinem Vater hat (der wegging als er ein Jahr war). Voll Psycho der Typ. Keiner, dem man einen Verein voller Seele wie Schalke 04 anvertrauen möchte. Aha. Felix Magath, Schalke 04, RB Leipzig: viel Medien und Unsinn weiterlesen

Thomas Linke: das passende Puzzlestück im RB-Universum

Manchmal geht das echt schnell mit dem Erfüllen von Wünschen. Gestern erst schoss mir angesichts des abzuhakenden Aufstiegs dies hier durch den Kopf:

Man hat nun bei RB Leipzig viel Zeit, die neue Saison anzugehen und Entscheidungen zu treffen, die sowieso schon seit langem anstehen. Die Wahl eines Sportdirektors oder die Inthronisation eines in Leipzig agierenden Präsidenten, also einer zentralen Figur im sportlichen Bereich wäre aus logischer Sicht zuerst dran. (RB Leipzig und der Versuch von Normalität)

Und ein paar Stunden später schon, also noch am selben Tag wird Thomas Linke bei RB Leipzig als Sportdirektor präsentiert. Halt präsentiert noch nicht, das wird erst im Laufe der Woche geschehen, aber schon mal bekannt gegeben. Was zumindest einem meiner freitäglichen Erlebnisse eine neue Komponente beimischt. Beim Blick ins Programmheft befiel mich nämlich wieder einmal ein leichtes Kopfschütteln als mir auf Seite 11 gleich nach der Fotostrecke der Salzburger Vize-Sportdirektor Linke entgegen lächelte und ein paar aufdiktierte Worte zu ‘unseren’ Spielern bei RB Leipzig verlor. Dass 3 Tage später so richtig seine Spieler draus werden würden, konnte ich ja nicht ahnen. Wenn ich zu dem Zeitpunkt gewusst hätte, dass da der neue Sportdirektor spricht, hätte ich jedenfalls nicht so despektierlich die Nase gerümpft. Ob die Redakteure des ‘Heimspiels’ (so heißt das Stadionheft) schon was ahnten?

Thomas Linke wird also Sportdirektor bei RB Leipzig. Thomas Linke, von dem es heißt bzw. der von sich sagt, dass er bisher bei Red Bull Salzburg stellvertretender Sportdirektor war. Wenn ich die Personalbesetzung in der Gesamtorganisation Red Bull richtig verstehe, dann war er aber tatsächlich Stellvertreter von Dietmar Beiersdorfer und nicht stellvertretender Sportdirektor bei Red Bull Salzburg, die witzigerweise gar keinen Sportdirektor haben(?). Thomas Linke also, der sich in der sportlichen Kurzaufzählung so anhört: Weltpokalsieg, Champions-League-Sieg, UEFA-Cup-Sieg, Vizeweltmeister, 5 mal Deutscher Meister, 3 mal DFB-Pokalsieger, 1 mal Österreichischer Meister, 340 Bundesligaspiele mit Schalke und Bayern, 43 Länderspiele. Beeindruckende Vita eines immer eher stillen Stars. Thomas Linke: das passende Puzzlestück im RB-Universum weiterlesen

RB Leipzig und der Versuch von Normalität

Leipzig war bei Standards gefährlich. (Thorsten Gutzeit, Trainer bei Holstein Kiel nach der Partie (broken Link) bei RB Leipzig)

Wie deprimierend ist das denn. Da fährt RB Leipzig 2 Wochen lang ins Wintertrainingslager, holt mit Thiago Rockenbach eine kreative Schlüsselfigur und startet mit viel Hoffnung auf auch spielerische Entwicklungen in die Rückrunde. Und wofür wird man gelobt? Für Standards! Also das, was unisono in der Hinserie bei den Konkurrenten die Antwort war, wenn man sie nach den Stärken von RB Leipzig befragte. Standards! Ts.

Mit ein wenig Abstand wird das Spiel von RB Leipzig gegen Holstein Kiel nicht besser, aber man kann es gelassener betrachten. Es war wohl einer jener Tage, an denen Fußballspiele eine Eigendynamik kriegen, die man nur schwerlich stoppen kann. Das gibt es im positiven oder wie am Freitagabend bei RB eben auch im negativen. Da startet das Team 20 Minuten lang mit funktionierender Taktik, macht hinten die Räume eng und hält so den Gegner vom Strafraum weg, lässt den Ball laufen, kreiert sogar die eine oder andere gefährliche Situation und schießt ein Tor. Und dann kommt eine Standardsituation, in der die Innenverteidigung schlecht aussieht und den Torschuss nicht mit letzter Konsequenz verhindert und das Spiel bricht in sich zusammen. RB Leipzig und der Versuch von Normalität weiterlesen

Einkommensfragen Teil II

Während Dietmar Beiersdorfer, Head of Global Soccer Red Bull vor kurzem noch dementierte, dass man bei RB Leipzig gutes Geld verdienen kann, schlägt nun Jakob Sachs vom Leipziger Ligakonkurrenten Holstein Kiel aus gesicherter Entfernung in ähnlich übermütiger Art und Weise, aber in der entgegengesetzten Richtung aus:

Manche sagen, Profi bist du, wenn du nur mit Fußball dein Geld verdienst, andere sagen, ab der Dritten Liga aufwärts. Wenn man dabei RB Leipzig in unserer Spielklasse sieht, das sind alles Profis, die verdienen 30.000 Euro im Monat. (Jakob Sachs bei Blog trifft Ball* am 08.02.2011)

30.000 Euro x 12 Monate = 360.000 Euro. 360.000 Euro x 20 Spieler = 7.200.000 Euro. Nimmt man jetzt noch die ganzen Trainer, Geschäftsführer, Pressechefs, sonstige Angestellte, Nachwuchsspieler und die bezahlten Fans dazu, kommt man auf summa summarum irgendwas zwischen 10.000.000 und 20.000.000? Nicht schlecht, aber wohl auch extrem daneben..

Ansonsten ist das verlinkte Interview von der Ligakonkurrenz sehr schick und ein zweiter Teil dessen erscheint auch noch. Jakob Sachs spielte übrigens vor seiner Zeit in Kiel beim VfB Lübeck. Das ist ungefähr so wie vom FC Sachsen zu Lok zu wechseln. Also so wie es früher war, vom FC Sachsen zu Lok zu wechseln. Inzwischen spielen da ja gleich mehrere Ex-Grün-Weiße. Und, das auch noch am Rande: Der Verein von Jakob Sachs, Holstein Kiel ist am 18.02. in der Red Bull Arena unter Flutlicht und auf neuem Rasen der erste Heimspielgegner in der Rückrunde für RB Leipzig.

*Achtung, die verlinkte Website ist mit Videos versehen, die beim Betreten des Blogs automatisch starten. Ich erschrecke mich jedenfalls immer, wenn mein Computer plötzlich Töne von sich gibt/ redet/ Musik spielt. Vielleicht geht es ja anderen genauso, die sich nun über diesen Hinweis freuen (ich sage nur Bibliothek!).

Einkommensfragen

Dietmar Beiersdorfer, Head of Global Soccer Red Bull gibt mal wieder ein Interview, inzwischen ein durchaus nicht seltenes Phänomen:

Timo Rost sagte: “Keiner, der aus dem Profibereich kommt, muss hier Einbußen hinnehmen.” (…)
Ich glaube Timo wollte damit sagen, dass wir schon von Beginn an versucht haben, unseren Club professionell aufzustellen und ihn mit dem Ziel zu entwickeln, in den Profifußball zu gelangen. (Dietmar Beiersdorfer bei sportal.de (broken Link) am 01.02.2011) Einkommensfragen weiterlesen

Sportdirektoren-Roulette

Guido Schäfer bettelt gerade um die Besetzung des RasenBallsport-Sportdirektor-Postens mit Dietmar Beiersdorfer (LVZ vom 22.01.2011), woraufhin ihn der Trainer von RB Leipzig Tomas Oral freundlich, aber bestimmt und vor allem in der Sache völlig richtig zurecht weist:

Didi kann sich ja nicht verteilen, er koordiniert alle Fußball-Aktivitäten von Red Bull. (LVZ vom 24.01.2011)

Und wie ich finde, ist er in dieser Position die perfekte Besetzung. Der Mann fürs Große und Ganze, für die strategische Planung der Clubs, die unter den Fittichen von Red Bull stehen, für das Generieren von Synergieeffekten und nicht zuletzt für des Entsprechen seines in Hamburger Zeiten erworbenen Rufs, ein (wirtschaftlich) glückliches Händchen bei Transfers zu haben. Auf dem Leipziger Sportdirektoren-Stuhl braucht es keinen Beiersdorfer und ein nach Leipzig ziehender Beiersdorfer würde auch nichts ändern, denn ob der Head of Global Soccer Red Bull nun von Salzburg oder von Leipzig aus durch die Welt jettet, macht keinen großen Unterschied. Sportdirektoren-Roulette weiterlesen

Top 11

Und weiter geht es mit gut gemeinten Winterpausenstatistiken. Heute ist der Ausgangspunkt eine Analyse Dietmar Beiersdorfers:

Wir haben 10 Spieler behalten und 14 Spieler dazu bekommen. Das ist natürlich schwer, da eine Mannschaft zu finden. Im Gegensatz zu unserem größten Konkurrenten Chemnitz. Die haben eine eingespielte Mannschaft seit ein, zwei Jahren und relativ wenige Veränderungen. (Dietmar Beiersdorfer, Head of Global Soccer Red Bull bei MDR Info am 07.01.2011) Top 11 weiterlesen

Mehr Schatten als Licht

Da das Weihnachtsfest unerbittlich nährer rückt, wird es nun wohl endgültig Zeit für eine kleine Halbserienbilanz. Dass ich mir das lange Warten auch hätte sparen und gleich nach dem Chemnitz-Spiel meine da noch frischen Gedanken aufs virtuelle Papier bringen können, konnte vor drei Wochen ja noch keiner so recht ahnen. Und zugegebenermaßen fällt es schwerer eine Bilanz zu ziehen, die vornehmlich aus Baustellen besteht, als eine sportlich erfolgreiche Hinserie blumig zu beschreiben. Vielleicht sollte ich für einen Tag Chemnitzblogger werden? Ach nein, so dann auch nicht. Mehr Schatten als Licht weiterlesen

Big Points

So, die Hinrunde ist mit der letztwöchigen Absage des Havelse-Spiels vorbei. Da der Winter wohl den Spielplan mit seinen vielen Nachholern bis Mitte Mai ein Chaos sein lässt und dementsprechend die spielplantechnische Vollendung der Hinrunde noch ein paar Monate auf sich warten lässt, kann man eigentlich schon mal mit ersten statistischen Auswertungsspielereien beginnen. Den Anfang macht die Überprüfung einer These Dietmar Beiersdorfers:

Wir haben zugegebenermaßen meistens gegen die kleineren Mannschaften nicht so gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben (…) und sehr, sehr viele Punkte liegen lassen. (Dietmar Beiersdorfer im Red Bull Audioplayer [broken Link] vom 28.11.2010) Big Points weiterlesen

Vergleiche

Wir haben im Vergleich zu Chemnitz aber nicht überproportional in die Mannschaft investiert. (Dietmar Beiersdorfer, 01.12.2010 zur Situation vor der Regionalligasaison bei derstandard.at [broken Link])

Diese Aussage wirkt natürlich etwas schräg, wenn man an die Transfers von Carsten Kammlott und Daniel Frahn denkt, für die insgesamt, nimmt man die kursierenden Summen, bis zu 1.000.000 Euro an Ablöse fällig werden könnten. Vergleiche weiterlesen