Schlagwort-Archive: BSG Chemie Leipzig

Leipziger Fußball 2011/2012

Eine neue Saison steht unmittelbar bevor. Eine neue Saison, die für die verschiedenen Leipziger Fußballlager wieder einmal viele Fragen aufwirft, viele Fragen, die vermutlich derzeit noch nicht mal gestellt wurden. Erinnert man sich daran, wie es im Leipziger Fußball vor einem Jahr aussah, dann gab es dort RB Leipzig mit Tomas Oral, Lok Leipzig mit Achim Steffens, den FC Sachsen Leipzig mit Dirk Heyne und die BSG Chemie Leipzig mit Radisa Radojicic. Dass mal eben keiner der Vereine (aus den unterschiedlichsten Gründen) mehr mit demselben Trainer in das neue Spieljahr geht, wirkt schon fast unheimlich. Dass einer der Vereine nicht mal mehr existiert, ist dagegen für Leipziger Verhältnisse nicht ungewöhnlich. Neues Jahr also, neues Glück. Und viele Baustellen und verschiedenste Ziele für die Vereine in den verschiedenen Spielklassen.

RB Leipzig: Schon wieder zählt nur der Aufstieg

Die umfassensten Personalveränderungen hat in den vergangenen Monaten sicherlich der ranghöchste Leipziger Verein hinter sich gebracht. Man kann guten Gewissens sagen, dass da kein Stein auf dem anderen geblieben ist. Was sowohl für den Bereich der sportliche Verantwortlichen gilt (wer das nachvollziehen möchte, nutze die Google-Suchfunktion oben rechts in der Sidebar und die Namen Pacult, Oral, Beiersdorfer, Linke, Loos, Bach, Shoukry), als auch für den Kader von RB Leipzig. In der Stammformation der Leipziger stehen gleich sieben Neuzugänge, die zumindest für den DFB-Pokal keine große Eingewöhnung brauchten.

Ich hatte den Kader der neuen Saison ja bereits ausführlich unter die Lupe genommen und bleibe bei dem formulierten Ergebnis, dass die Mannschaft bis auf kleiner Ausnahmen (vor allem die Innen- und Linksverteidigung) zumindest doppelt hochwertig besetzt ist. Neu-Trainer Peter Pacult hat den Kader nach seinen Vorstellungen noch einmal verändert und vor allem Spieler in den Mitzwanzigern verpflichtet, die dem Team auch in der Breite Stabilität verleihen sollen. Zudem hat Pacult sehr viel wert auf Spielertypen für die Außenbahn gelegt, die seiner Spielphilosophie, die man als schnell, robust, zielstrebig bezeichnen könnte, entgegenkommen. Die beiden Duos Kocin/ Heidinger und vor allem Müller/ Röttger verkörpern jedenfalls mindestens Drittliga-Niveau, dürften aber aufgrund ihrer Robustheit auch in der Regionalliga prima zur Geltung kommen und die Differenz zum letztjährigen Kader ausmachen.

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Grün-weiße Alternativen: SG Leipzig Leutzsch vs. BSG Chemie

Ich hatte vor kurzem bereits meine damalige Sicht auf die Entwicklungen bei grün-weiß in der Nachfolge des FC Sachsen dargelegt oder besser gesagt dargeätzt. Seitdem ist schon wieder einiges passiert, was nur wenig Anlass gibt, darauf zu hoffen, dass die Zukunft im Alfred Kunze Sportpark besser werden wird als die jüngere Vergangenheit. Denn auch wenn man bei Lok Leipzig mit den Rücktritten von Aufsichtsratschef Gunter Weißgerber und Vorstandsangehöriger Katrin Pahlhorn (nach Morddrohung) offenbar etwas von der öffentlichen Aufmerksamkeit abhaben wollte, schlägt man das alles bei grün-weiß derzeit locker.

Es geht bei grün-weiß wie meist seit der Neugründung der BSG Chemie um den legitimen Vertreter grün-weißen Fußballs und damit derzeit auch um die Nachfolge des FC Sachsen Leipzig. Mit der Gründung der SG Leipzig Leutzsch, die nun von den Verbänden die Spielrechte der Nachwuchsteams von der U23 abwärts zugeschlagen bekam, stehen wieder die zwei grün-weißen Vereine auf der Matte, die es schon vor der Bekanntgabe des Endes des FC Sachsen gab.

Ehrlich gesagt ist es etwas schwierig zu erfassen, wofür die SG Leipzig Leutzsch steht und wer dahinter steht. Bis auf Jamal Engel tritt öffentlich niemand so recht für den Verein auf. Wodurch es auch schwierig ist einzuschätzen, worauf der Verein eigentlich fußt. Im Raum stehen Sponsoren, die nach dem Ende des FC Sachsen weiterhin grün-weißen Fußball unterstützen, aber nicht zur BSG Chemie wollen. Im Raum standen bei der SG Leipzig Leutzsch in den letzten zwei Wochen auch zwei grundverschiedene Konzepte. Auf der einen Seite das Konzept kompromisslose, erfolgreiche Nachwuchsarbeit ohne sonderliche Rücksicht auf Fans, Farben und Männermannschaft. Auf der anderen Seite das Konzept grün-weißer Fußball in der Nachfolge des FC Sachsen Leipzig, also ein Konkurrenzprodukt zur BSG Chemie, das sich an die Anhänger richtet, die mit der BSG nicht können oder wollen. Grün-weiße Alternativen: SG Leipzig Leutzsch vs. BSG Chemie weiterlesen

Der Trauer folgt das Leipziger Allerlei

Der Leipziger Fußball übertrifft sich in dieser Saison mal wieder selbst. Die Kubald-Demontage bei Lok, nachdem der gern mit RB kooperiert hätte, die Nichtkommunikation von RB Leipzig in Bezug auf ihr Trainingszentrum Ende letzten Jahres, die Personalquerelen und -abgänge bei RB (Felder, Linke, Beiersdorfer), die vor allem bei Lok und RB unbefriedigende sportliche Entwicklung und auch die schöne Geschichte um den Fußballweltreisenden Heiner Backhaus, der kam, um sich bei Lok sehr wohl fühlen zu wollen und spielen und ein bisschen Marketing betreiben zu können und nach gerade einmal fünf Spielen den Verein wieder verließ. Das alles und noch viel mehr hätte für einen Jahresbericht Leipziger Fußball 2010/2011 locker gereicht. Aber den wenig witzigen Höhepunkt des Storytellings lieferte dann doch der FC Sachsen Leipzig mit dem nun feststehenden negativen Abschluss des Insolvenzverfahrens mit der Liquidition und dem darauf folgenden Hauen und Stechen um die Vereinsreste.

Es ist wie so oft in Leipzig. Es muss wieder mal alles ganz schnell gehen. Letzten Dienstag gab Sachsen-Insolvenzverwalter Heiko Kratz bekannt, dass er den Verein zum Jahresende aus dem Spielbetrieb nehmen und versuchen werde, die Mannschaften des FC Sachsen Leipzig bei anderen Vereinen unterzubringen. Das ganze muss bis Ende Mai oder Anfang Juni über die Bühne gegangen sein, da bis dahin die Meldungen für die neue Saison vorliegen müssen. Nach ersten Plänen sollte alles ab der U23 abwärts an die BSG Chemie Leipzig als zweitem grün-weißen Verein in Leipzig gehen, für das Spielrecht der ersten Männermannschaft in der Oberliga interessiert sich nach allgemeinem Kenntnisstand RB Leipzig für das eigene U23-Team. So weit, so gut und im Rahmen der Ereignisse nachvollziehbar. Doch dann kam die SG Leipzig-Leutzsch und damit eine Tradition, die in Leipzig kaum jemand kannte. Der Chemieblogger machte sich bei sich drüben auf die Suche nach der Vergangenheit des Vereinsnamens:

Der Name ist nicht ohne Geschichte. Als die sowjetische Besatzungsmacht nach 1945 den Fußball in der Ostzone reorganisierte, trugen zunächst Stadtteilmannschaften die Wettkämpfe aus. Eine davon war die SG Leipzig-Leutzsch, worauf sich die Neugründung von Bauchspieß, Engel & Co. scheinbar beziehen soll. Wie aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs einst der Arbeiter- und Bauernstaat geschaffen wurde, soll nun also der Leutzscher Fußball begleitet von dem Soundtrack „Auferstanden aus Ruinen“ ein furioses Comeback feiern.

Bernd Bauchspieß und Jamal Engel sind also die Gesichter, die mit Unterstützung einer ominösen Investorengruppe dem neu gegründeten Verein grün-weiße Seele einhauchen und die Nachfolge vom FC Sachsen Leipzig antreten wollen. Ersterer gilt in Leutzsch als ehemalige Legende mit recht zweifelhaften, aktuellen Ansichten und als Gegner der BSG Chemie Leipzig. Zweiterer wurde in den letzten Wochen von den Fans immer mal wieder in verantwortlicher Position (Trainer) beim FC Sachsen erhofft, wozu es nicht mehr kam. Der Trauer folgt das Leipziger Allerlei weiterlesen

Leipziger Fußball 2010/2011

Neue Saison, neues Glück oder Unglück, das weiß man vorher dummerweise nicht so genau. Am Wochenende steigen die drei wichtigsten bzw. größten Leipziger Vereine wieder in den Spielbetrieb ein. Zeit für einen Blick auf die Potenziale des neuen Fußballjahrs.

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Grün-weiße (Nicht-)Fusionen

Man steckt ja nicht drin, von daher sollte man sich auch mit Bewertungen zurück halten, aber die derzeitige Situation zwischen den beiden grün-weißen Vereinen BSG und FC Sachsen ist zumindest skurril. Da bietet die eine Seite – die BSG – an, bedingungslos beizutreten, wenn die andere Seite – der FC Sachsen – sich dazu entschließt, den Namen der BSG anzunehmen. Darauf reagiert die Mitgliederversammlung der anderen Seite mit dem Angebot in ergebnisoffene Verhandlungen zu treten. Ähm, um es mit Jens Fuge zu sagen: „Mir fällt nichts ein, über was man (…) noch verhandeln soll.“ [broken Link]

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Aktivitäten gegen den modernen Fußball

Der moderne kommerzorientierte Fußball und die finanziell-sportlich dahinsiechenden Traditionsvereine, das sind für viele Fans zwei Seiten derselben Medaille. Aktivitäten gegen den modernen Fußball beschränken sich dabei oft auf Beschimpfungen und Drohungen (wie bspw. das ‚Wir kriegen euch alle‘ der Lok Leipzig-Kurve beim Spiel gegen RasenBallsport Leipzig). Doch es gibt auch ganz praktische Handlungsanweisungen. Zwei seien hier in aller Kürze vorgestellt.

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Rückrundenausblick

So, es ist nun bereits Mitte März. Zeit, dass die Fußballsaison auch in den unteren Spielklassen mal wirklich und nicht nur tröpfchenweise startet. Und auch wenn es derzeit nicht gesichert ist, dass die Saison tatsächlich durchstartet, scheint die Zeit reif, einen kurzen Blick auf die Chancen und Potenziale der bestplatzierten Leipziger Vereine zu werfen.

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Fußball in Leipzig: von der Peripherie zum Nabel der Welt?

Arm an Geschichten war sie nie, die Leipziger Fußballwelt. Der VfB Leipzig (später Lok und dann wieder VfB und nun wieder Lok) wurde 1903 erster Deutscher Meister, der ‚Rest von Leipzig’ alias der BSG Chemie Leipzig (später der FC Sachsen Leipzig) wurde mythenreich und sensationell DDR-Meister 1964 und 1987 schaffte es der 1.FC Lokomotive Leipzig in einer historischen Europacupsaison zum Endspiel nach Athen – um nur die herausragendsten Ereignisse zu nennen.

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