Bundesliga: FC Schalke 04 vs. RB Leipzig 0:1

26. Spieltag der Bundesliga bereits. Auch diese Saison geht langsam schon wieder ihrem Ende entgegen. Eine Saison, die noch einige Highlights bereithalten könnte. Zu den Highlights gehörte das 1:0 von RB Leipzig bei Schalke 04 nicht, wenn man mal von den drei wichtigen Punkten absieht.

Ralf Rangnick hatte zweimal gewechselt gegenüber dem Augsburg-Spiel. Poulsen kehrte nach Wadenproblemen ins Team zurück und verdrängte Cunha auf die Bank. Dazu stand überraschend Emil Forsberg statt Konrad Laimer in der Startelf. Idee dahinter sicherlich, mehr Kreativität in die Partie zu bekommen. Ausgerechnet auf Schalke auf die Intensität eines Laimer zu verzichten, überraschte trotzdem ein wenig.

Organisiert war RB am Anfang in einem 4-3-3 mit Forsberg in seiner Idealposition als zentraler Anläufer zwischen Poulsen und Werner in der Spitze und einem Dreiermittelfeld Sabitzer, Adams, Kampl. Diese Formation hielt aber nicht lange und wurde sehr schnell auf ein bekanntes 4-2-2-2 umgestellt.

Huub Stevens hatte auf der andere Seite die Frage nach der Nummer 1 zugunsten von Alexander Nübel entschieden, was ihm dieser mit einer guten, abgeklärten Partie zurückzahlte. Rudy durfte mal wieder von Beginn an ran. Auch der zuletzt unter Tedesco in Ungnade gefallene Uth durfte in der Startelf stehen. Burgstaller musste dafür auf die Bank. Bentaleb fiel kurzfristig verletzt aus. Organisiert war Schalke in einem 5-3-2 oder 3-3-2-2, je nachdem wie man das notieren will und je nach Spielsituation.

Schalke kam sehr gut in die Partie und kaufte den Gästen in den ersten knapp 15 Minuten den Schneid ab, weil sie wesentlich griffiger in den Zweikämpfen waren und davon profitierten, dass RB mit einer ‚gucken wir erst mal ein bisschen, wie das hier läuft‘-Attitüde startete und unheimlich viele Fehler beim Spiel nach vorn produzierte. Entsprechend gewann Schalke im Mittelfeld viele Duelle und Bälle und wirkte durch die hohen Ballgewinne sehr gefährlich. Nach zwei Minuten jubelte man auch schon zum ersten Mal, als Mark Uth zur Führung einschoss. Zur vermeintlichen Führung, weil das Tor wegen Abseits nicht gegeben wurde.

(Eine dieser Situationen, in denen der Linienrichter erst die Fahne hebt, als der Ball im Tor liegt, weil er dem Videoassistenten die Möglichkeit zur Überprüfung geben will. Ein wenig anstrengend diese neue Form des Abseitswinkens, weil dadurch das sofortige Treffen von Entscheidungen aufgehoben wird und erstmal Aufregung in Kauf genommen wird, um dann die Entscheidung verspätet nachzuholen. Mir klar, warum man das so macht, aber so richtig fetzig ist das im Stadion nicht.)

Mit dem nicht gegebenen Tor war aber der Ton für diese ersten Minuten erstmal gesetzt und Schalke war das deutlich aktivere und gefährlichere Team, während RB Mühe hatte, Struktur in die Partie zu bekommen. Entsprechend auch die nachvollziehbare, schnelle Umstellung auf Doppelsechs, weil man in der Spielfeldzentrale zuvor viel zu dünn besetzt war und viel hinterherlief.

Viel Kampf, viel Krampf, wenig Spielkultur zwischen RB Leipzig und Schalke 04. | GEPA Pictures - Sven Sonntag

Dass Schalke das Schalke der letzten Wochen noch nicht abgeschüttelt hat, zeigte sich dann nach knapp 14 Minuten, als sich RB auf der rechten Seite gefühlt eine Minute lang den Ball hin- und herschieben darf, ohne dabei von den Gastgebern entscheidend gestört zu werden. Irgendwann spielt man sich dann aus dieser Situation heraus frei in den Strafraum und bedient Poulsen. Der mit einem Schuss aufs kurze Eck, den Nübel herausragend hält und an die Latte lenkt. Dann kriegt Schalke den Ball aber nicht aus dem Strafraum, sodass Werner danke sagt und den Ball einfach ins Tor schießt. Ein bisschen ein Slapstick-Tor, bei dem vor allem das Verteidigungsverhalten auf der Schalker Außenbahn nicht gut war.

Das Tor war zu diesem Zeitpunkt eher eines der Marke ‚aus dem Nichts‘. Mit dem Treffer hatte man aber die Gastgeber erstmal ganz kalt abgeduscht. In der Folge blieb das Gefühl, dass Schalke ein taumelnder Boxer ist. Aber RB schaffte es bis zur Pause nicht, daraus Kapital zu schlagen. Ein paar gute Angriffsituationen und Kombinationen hat man. Sabitzer, der aus sehr guter Position das Tor nicht trifft. Poulsen, der knapp neben das Tor schlenzt. Forsberg, der aus guter Position nur eine Art Kullerball loswird. Dazu ein paar Standards. Leipzig dominierte diese Partie in der ersten Halbzeit nicht nach Belieben, aber nach dem Tor hatte man die Dinge bis auf einen Uth-Schuss im Griff und spielte in einigen Situationen auch gut Fußball.

In der zweiten Halbzeit ging die Partie erstmal zehn, 15 Minuten so weiter. Aber Schalke nach der Pause immer stärker im Modus der ersten Viertelstunde und von Minute zu Minute drückender. Viele lange Bälle prägten das Spiel der Gastgeber. Kriegte RB das in der letzten Linie meist noch gut gelöst, war man im Kampf um die zweiten Bälle oft nicht ganz so glücklich. Gerade in der Luft war das Mittelfeld den Schalker Kollegen deutlich unterlegen.

Erschwerend hinzu kam, dass von den Spielstrukturen her bei RB irgendwann gar nichts mehr funktionierte. Die langen Bälle konnte Poulsen gegen einen starken Sané praktisch nie festmachen. Im Umschaltspiel machte Leipzig dazu viel zu viele Fehler. Entsprechend waren die Bälle meist schnell wieder weg. Weil man nur noch mit zwei Akteuren gegen die Dreierkette anlief, konnte man deren lange Bälle auch nicht entscheidend stören, sodass ein Ball nach dem anderen Richtung RB-Strafraum segelte und das Spiel so deutlich in die RB-Hälfte verlagert wurde. Teilweise standen die RasenBallsportler mit ihrem vordersten Akteur 20 Meter in der eigenen Hälfte, was für das Team eigentlich eher ungewöhnlich ist.

Auch aufgrund der tiefen Feldposition kam es kaum noch zu gelungenen RB-Offensivaktionen. Werner traute sich in ein, zwei Szenen zu wenig. Ein paar Hereingaben in vielversprechenden Situationen waren zu ungenau. Ein paar gute Feldpositionen, wenn der Ball mal gut an den Sechsern vorbei in den freien Raum vor der Schalke-Abwehrkette gespielt wurde (da waren zwei, drei extrem hübsche Pässe in der Spieleröffnung dabei), vergab RB zu leichtfertig. Es war nicht wirklich schön anzusehen, was RB da Richtung Nübel-Tor anstellte und eigentlich hatte man spätestens ab der 70. Minute aufgegeben, darauf zu setzen, dass ein RB-Konter das Spiel final entscheiden würde. Sabitzer und Poulsen hatten in der zweiten Hälfte noch die besten Abschlusssituationen.

Es war also relativ früh klar, dass es an diesem Nachmittag mal wieder die Abwehr würde richten müssen, die in der letzten Kettte viel Arbeit hatte, aber in der letzten Kette dann auch meist ganz gut funktionierte und sich den vielen langen Bällen entgegenwarf. Verhindern konnte man es bei dieser Art Spiel aber nicht, dass Chancen für die Gastgeber entstanden. Drei, vier gute Chancen verzeichnete das Stevens-Team, das sich in der zweiten Hälfte den Ausgleich durchaus verdient gehabt hätte. Uth, Serdar und vor allem kurz vor Schluss Burgstaller hatten die besten Gelegenheiten, trafen aber jeweils noch nicht mal das Tor.

RB Leipzig versuchte mit der Einwechslung von Laimer für Forsberg das Spiel noch mal mit mehr Intensität nach vorn zu schieben, was überhaupt nicht gelang. Auch die Haidara-Einwechslung für Kampl verpuffte größtenteils, weil dann mit Kampl ein ballsicherer Akteur mit Blick für die Räume fehlte. Mukiele kam am Ende nur noch, um den Sieg mit einer Fünferkette über die Zeit zu retten.

Es war klar, dass Schalke nach dem Trainerwechsel noch mal mit neuer Energie in die Partie gehen würde. Das merkte man vor allem bei ihrem Zweikampfverhalten und ihren Balleroberungen. Eine Übermannschaft war Schalke aber auch gegen RB nicht. Was man teilweise bei Spielverlagerungen für Fehlpässe spielte, war bemerkenswert. Auch fehlender Mut in entscheidenden Situationen kam dazu. Da wurde ein Einwurf in der gegnerischen Hälfte zur eigenen Defensive gespielt, obwohl bei RB Innenverteidiger und Außenverteidiger nicht in Position waren (eine Situation, in der die Schalke-Bank mal eben kurz durchdrehte). Stambouli mit einer ähnlichen Aktion, in der er im Halbfeld 10, 20 Meter Platz vor sich hat, aber nicht etwa den Ball nach vorn treibt, sondern abdreht und den Ball zu den Innenverteidigern spielt. Da steckte schon noch viel von den fehlenden Spielstrukturen  der letzten Wochen in der Mannschaft. Aber auch irgendwie nachvollziehbar, da der Trainerwechsel ja erst am Donnerstagabend erfolgte. In Bezug auf Wucht und den Fight um die zweiten Bälle konnte man dem Schalke-Team aber keinen Vorwurf machen.

Fazit: Ein glücklicher Sieg für RB Leipzig in einem Spiel, das eher ein 1:1-Spiel war. Schon zu Spielbeginn war das von den Gästen teilweise zu pomadig. Nach der Führung verpasste man es dann bis zur 55. Minute die Partie mit einem zweiten Treffer komplett in die eigene Richtung zu lenken. In den letzten 35 Minuten lief man dann fast nur noch hinterher, stand teilweise tief in der eigenen Hälfte und hatte Glück, dass Schalke bei den Torabschlüssen zu unpräzise blieb und die eine oder andere Angriffssituation auch zu ungenau ausspielte. Dreckiger Sieg, wichtiger Sieg.
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Randbemerkung 1: Nach 26 Spielen RB Leipzig mit neun Punkten mehr als in der Vorsaison zum selben Zeitpunkt. Gegen dieselben Gegner wie im Vorjahr holte man bisher zehn Punkte mehr (wenn man den HSV durch Düsseldorf und Köln durch Nürnberg ersetzt) (verglichen werden jeweils die Heimspiele der Vorsaison mit den Heimspielen in dieser Saison gegen die jeweiligen Gegner und analog die Auswärtsspiele). Gegenüber der Hinrunde (Ziel ist es ja in der Rückrunde noch mal 31 Punkte zu holen) hat Leipzig nach neun Spielen seit der Winterpause zwei Punkte mehr auf dem Konto. Bedeutet weiter Platz 3 in der Tabelle, zwei Punkte vor Mönchengladbach. Ob man den Abstand auf die Plätze 5 und 6 vergrößern konnte, werden die Spiele am heutigen Sonntag in Leverkusen und Frankfurt zeigen. Alles unterhalb von Wolfsburg auf Platz 7 kann man wohl aus dem Kampf um die Champions League inzwischen ausschließen.

Randbemerkung 2: Rund 1.800 RB-Fans mit in Gelsenkirchen am Samstagnachmittag. Rund 1.000 Fans weniger als letzte Saison , als die Partie auf Schalke der Saisonauftakt war. 1.800 für RB-Verhältnisse und die Entfernung durchaus recht viel. Insgesamt fuhren in dieser Saison damit bisher rund 21.200 Fans mit zu den 13 Auswärtsspielen, rund 12.100 weniger als noch in der Vorsaison zu den selben Auswärtsspielen. 5.000 fehlten dabei allein bei der Auswärtsfahrt nach Berlin, 4.000 in München.

Randbemerkung 3: Fünf Auswärtssiege am Stück. So viel wie noch nie in der Bundesliga. Nur ein Gegentor dabei und das war ein zweifelhafter Elfmeter. Vier Siege davon allerdings gegen Teams aus dem engeren Abstiegskampf, also eher Siege, bei denen es nicht primär um heim und auswärts, sondern um Qualität ging. Aber auch diese Spiele musst du erstmal in der Verlässlichkeit ziehen, auch wenn das zuletzt in Nürnberg und nun auf Schalke nicht schön war.

Randbemerkung 4: Erinnert ein wenig an die Zweitligasaison unter Rangnick, als es auswärts damals ja auch einige nicht schöne, aber wichtige und teilweise auch sehr emotionale Auswärtssiege gab. Rangnick schon damals mit RB mit fünf Auswärtssiegen am Stück. Bochum, Sandhausen, Bielelfeld, Karlsruhe, Fürth. Ergebnisse: 1:0, 2:1, 1:0, 1:0, 2:1. Deja Vu und so. Naja, diesmal war es mit 4:0, 3:0, 3:1, 1:0, 1:0 etwas spektakulärer.

Randbemerkung 5: Ein bisschen ist es in dieser Rückrunde tatsächlich die Schalkeisierung des RB-Spiels. Einige dreckige Siege nun, auswärts zweimal 1:0 am Stück. In den letzten vier Bundesligaspielen fielen bei RB gerade mal 3:1 Tore. Ist nicht gerade der große Event-Fußball, aber halt erfolgreicher Rangnickscher Spiel-gegen-den-Ball-Fußball.

Randbemerkung 6: Die Tyler-Adams-Serie hält. Fünf Spiele über 90 Minuten, fünf RB-Siege. Dann weiß man ja auch, warum es letzte Woche gegen Augsburg 0:0 endete, wenn da der Trainer Adams nach 73 Minuten vom Platz holt. Einfache Rechnung, klarer Coaching-Fehler.^^

Randbemerkung 7: 16 Torschüsse hat Schalke abgegeben, elf von innerhalb des Strafraums. Bisheriger RB-Saisonschnitt waren knapp neun Torschüsse für den Gegner und sechs von innerhalb des Strafraums pro Spiel. War diese Saison zuvor meist weniger los vor dem Gulacsi-Tor als diesmal auf Schalke.

Randbemerkung 8: Ja, die Laufleistung der Schalke war in den letzten Wochen ein Problem, was auf konditionelle Defizite hinweisen könnte. Für das Spiel gegen RB wurden nun nur reichlich 106 km Laufstrecke für Schalke ausgewiesen, sieben weniger als für RB. Selbst die knapp 114 km von Leipzig waren schon unterdurchschnittlich, aber dass die Gastgeber sieben Kilometer weniger gelaufen sein sollen, ist eher überraschend. Könnte auch auf einen Tracking-Fehler hinweisen. Wenn die Daten aber verlässlich sind, dann dürfte auf Schalke in der nächsten Woche erst mal intensives Konditionstraining angesagt sein..

Randbemerkung 9: Ich war zugegeben kein großer Freund von Salif Sané, weil er mir als Innenverteidiger der Marke Turm in der Schlacht immer zu eindimensional war und nicht zu den Ambitionen Schalkes zu passen schien (wobei, im Vergleich zur Verpflichtung eines Jeffrey Bruma von der Wolfsburger Tribüne ist Sané sowieso ein absoluter Killer-Transfer). Gegen RB machte Sané aber ein großartiges Spiel und strafte meine aus der Ferne getroffenen Annahmen als Unsinn ab. Wie er einmal nach dem anderen Poulsen abkochte, der davon früh genervt war, war durchaus beeindruckend. Vor dem Gegentor sah aber auch Sané nicht wirklich gut aus.

Randbemerkung 10: Vor dem Spiel durften zwei Schalke-Fans am Stadionmikro wegen eines entsprechenden Werbepartners auf drei Spiele wetten (war das letzte Mal glaube auch schon so). Hertha-BVB, Schalke-RBL und Frankfurt-Nürnberg waren im Angebot. Einer der Fans setzte dann zielsicher auf BVB, RBL und Frankfurt also immer auf die Seite, auf die man als Schalke-Fan nicht setzt (Nürnberg hat mit Schalke eine Fanfreundschaft, der Rest ergibt sich von selbst). Das brachte den Stadionsprecher sichtbar aus der Fassung, dass man als Schalke-Fan so tippen kann. „Scheiß Tipps“, so der Kommentar. Nun, sie waren aber soweit erstmal richtig und wenn Frankfurt auch noch gewinnt, bringt es dem Fan Geld ein. Kommerz statt Herz halt im Stadion der Kumpel und Malocher.

Randbemerkung 11: Ach, ich mag es trotzdem ein bisschen auf Schalke (selbst wenn dieses ganze Steiger-Zeug bei mir gar keinen Nerv trifft, kann ich zumindest nachvollziehen, wo es herkommt). Ist auch immer hübsch pöbelig nach den Partien in den Straßenbahnen. Naja, vielleicht schönt da diesmal auch der RB-Sieg meine Wahrnehmung.

Randbemerkung 12: Amadou Haidara erstmals bei RB Leipzig im Kader und später auch auf dem Platz. Dafür musste Bruma ganz weichen. Falls Bruma nicht verletzt oder krank war (was zumindest nicht kommuniziert wurde), dann ist das auch mal ein deutliches Zeichen, einen gerade aus der Verletzung zurückkommenden Spieler einem Bruma vorzuziehen. Das kann dem Portugiesen natürlich nicht gefallen. Ende der Hinrunde gab es noch die ‚er hat es endlich verstanden und seinen Durchbruch geschafft‘-Geschichten. Drei Monate später ist davon gar nichts mehr übrig und wird es wohl darauf hinauslaufen, dass Bruma im Sommer auf einen Abschied drängt. Quatsch geschrieben. Bruma war verletzt. Im Training umgeknickt.

Randbemerkung 13: Timo Werner in einem Spiel mit wenig Struktur eher untergetaucht. Manchmal wirkte es auch so, als würde er nicht so in den Strafraum ziehen, wie es möglich gewesen wäre. Drei Torschüsse und ein Tor sind ok. Kein einziges Dribbling ist für Vieldribbler Werner erstaunlich. Nur sechs geführte Zweikämpfe in fast 90 Minuten zeigen auch, dass Werner den direkten Duellen ein wenig aus dem Weg ging (Poulsen: 38 Zweikämpfe; wobei Poulsens Rolle mit Werner nicht so richtig vergleichbar ist). In der Bundesliga steht Werner diese Saison nun bei 78 Torschüssen, aus denen zwölf Tore resultierten (15% Erfolgsquote). Poulsen machte aus 51 Schüssen auch zwölf Tore (24%). Augustin brauchte für drei Tore nur 13 Schüsse (23%). Cunha brauchte für ein Tor 24 Schüsse (4%). In Eins-gegen-Eins-Situationen steht Werner bei 20 gewonnenen Dribblings in 69 Versuchen (29% Erfolgsquote). Poulsen steht bei 20 von 56 (36%), Augustin bei acht von 19 (42%) und Cunha bei elf von 22 (50%).

Randbemerkung 14: Aktueller Stand bei RB Leipzig in Sachen Standards nach 26 Bundesligaspielen: 100:75 Torabschlüsse nach ruhenden Bällen. Statistikoffiziell sind daraus 8:2 Tore gefallen (Elfmeter zählen statistisch nicht als Standard, direkte Freistöße schon). Defensiv ist RB das beste Team der Liga(!), offensiv seit der Winterpause sehr gut. Auch die Effizienz passt, wenn man die Anzahl der Torabschlüsse mit der Anzahl der Tore vergleicht. Auf Schalke waren die Offensiv-Standards aber überschaubar gut. Da hätte gerade nach den vielen Ecken durchaus mehr passieren können.

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Lichtblicke:

  • Willi Orban: Immer und immer wieder in dieser Rückrunde. Auch auf Schalke war Orban wieder der Kopf der Abwehr, der an diesem Langball-Spiel der Gastgeber seine Freude hatte, weil das seinen Stärken entgegenkommt. Selbst gegen einen physisch starken Embolo meist Sieger. Extrem viele klärende Aktionen, sehr viele gewonnene Luftduelle. Den Ausfall von Upamecano hat Orban aber in den letzten Wochen mal richtig zur Eigenwerbung genutzt, nachdem er bis dahin in den wichtigen Spielen gegen die guten Teams der Liga praktisch immer draußen gesessen hatte.
  • Amadou Haidara: Einfach nur, weil er nach Kreuzbandriss zum ersten Mal für Leipzig auf dem Platz stand. Zu kurz in der Partie, um das wirklich ernsthaft zu bewerten. Zu wild auch generell die Spielstrukturen, um nun Haidara dafür verantwortlich zu machen. Ein, zwei gute Pässe, bei denen Haidara andeutete, was man von ihm erwarten kann. Zwei, drei Aktionen, bei denen ihm aber auch Spielbindung und gute Entscheidungsfindung fehlten.
  • Mir fällt niemand drittes mehr ein. Sabitzer mit sehr gutem Einsatz und herrlichem Ausraster nach einer pomadigen Abwehraktion von Laimer und Halstenberg, aber auch mit Torabschlüssen, die in den Wahnsinn trieben. Klostermann mit einer typischen, stabilen Partie, aber auch nicht viel mehr. Gulacsi hatte faktisch nichts zu tun (bei seiner größten Tat wäre auf Abseits entschieden worden, wenn der Ball reingegangen wäre). Kevin Kampl hatte ein paar gute Aktionen und war vor dem 1:0 gedankenschneller als Nastasic. Aber viel mehr war auch nicht.

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Tor: 0:1 Werner (14.)

Aufstellung RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Konaté, Orban, Halstenberg – Sabitzer, Adams, Kampl (77. Haidara) – Poulsen, Forsberg (67. Laimer), Werner (89. Mukiele); Bank: Mvogo, Saracchi, Augustin, Cunha; Nicht im Kader: Smith Rowe, Upamecano, Nukan (alle verletzt), Demme (Grippe), Bruma, Isanker, Müller

Aufstellung FC Schalke 04: Nübel – Bruma, Sané, Nastasic – McKennie, Stambouli, Oczipka – Serdar (86. Skrzybski), Rudy (60. Kutucu) – Uth (73. Burgstaller), Embolo

Schiedsrichter: Guido Winkmann (Insgesamt eine souveräne Partie mit kleineren Entscheidungen, die man diskutieren kann, aber einer Linie, die in sich stimmig war und zum Spiel passte. Bei den gelben Karten konnte er dann gar nicht mehr anders (großartiger Eishockey-Ganzkörper-Check von Halstenberg btw). Konate fing er noch geradeso ein, bevor der sich eine gelbe Karte abholen konnte. Wirkt immer ein wenig unscheinbar, der Herr Winkmann (im Gegensatz zu großen, von ihrem ganzen Auftreten her mit einer ganz anderen natürlichen Autorität daherkommenden Typen wie Gräfe oder Aytekin), aber löst seine Aufgaben mit Ruhe und ganz viel Erfahrung, die er als einer der älteren Schiedsrichter der Bundesliga hat. Zwei Jahre dürfte er noch haben, bis er aus Altersgründen nicht mehr pfeifen darf. Wird eher ein Verlust für die Liga sein.)

Gelbe Karten: Oczipka | Halstenberg (2.)

Zuschauer: 59.913 (davon 1.800 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, S04-Bericht, Kicker-Bericht

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  • Torschüsse: 16 : 16
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 11 : 10
  • Schüsse auf das Tor: 3 : 4
  • gewonnene Zweikämpfe: 50,0% : 50,0%
  • Ballbesitz: 50,6% : 49,4%
  • Passquote: 80,8% : 79,7%
  • Laufstrecke: 106,4 km : 113,6 km
  • Sprints: 174 : 204
  • Intensive Läufe: 527 : 620
  • Fouls: 12 : 16
  • Ecken: 0 : 6
  • Abseits: 1 : 0
  • Meiste Torschüsse: Uth: 4 – Sabitzer: 4
  • Meiste Torschussvorlagen: Rudy: 3 – Halstenberg: 4
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Sané: 84,2% – Halstenberg: 75,0%
  • Meiste Ballkontakte: Sané: 101 – Adams: 84
  • Beste Passquote (mindestens 20 Pässe): Sané: 90,6% – Adams: 90,7%
  • Größte Laufstrecke: McKennie: 10,7 km – Sabitzer: 12,1 km
  • Meiste Sprints: Embolo: 27 – Sabitzer: 25

Statistiken von bundesliga.de, whoscored.com, sport.de

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Saisontorschützen: Poulsen, Werner – je 12; Orban – 4; Sabitzer, Augustin, Klostermann – je 3; Forsberg, Kampl, Cunha, Bruma, Laimer, Konaté, Halstenberg – je 1

Saisonvorlagengeber: Halstenberg, Werner, Poulsen – je 6; Kampl – 5; Forsberg, Sabitzer – je 4; Demme – 3; Laimer, Klostermann – je 2; Orban, Bruma, Cunha, Adams, Konaté – je 1

Saisontorbeteiligungen (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Halstenberg, Sabitzer – je 12;  Kampl – 9; Upamecano, Konaté, Orban, Klostermann – je 6; Forsberg, Demme, Poulsen – je 5; Adams – 4; Saracchi, Mukiele – je 3; Werner, Ilsanker, Gulacsi, Bruma – je 2; Laimer, Cunha – je 1

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Bild: © GEPA pictures/ Sven Sonntag

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