Bundesliga: RB Leipzig vs. Eintracht Frankfurt 0:0

21. Spieltag. RB Leipzig empfängt Eintracht Frankfurt im direkten Duell um einen Platz in der Champions League. Nach einem sehr unterhaltsamen und intensiven Spiel trennen sich die Teams torlos, was angesichts einer sehr guten zweiten RB-Hälfte aus Gastgebersicht eher unglücklich war.

Ralf Rangnick stellte für die Partie nicht unerwartet auf eine Dreierkette um. Bzw. eine Fünferkette je nach Spielsituation. Nordi Mukiele und Stefan Ilsanker rückten in die Defensivkette. Konaté fehlte gesperrt, Tyler Adams musste seinen Platz im Mittelfeld für die Dreierkette räumen. Und im Sturm stand nach Erkrankung wieder Timo Werner und ersetzte dort Matheus Cunha. Organisiert das ganze dann einem 5-3-2 oder 3-3-2-2, je nachdem wie man das notieren will. Demme jedenfalls der tiefe Sechser und Laimer und Sabitzer davor als offensivere, zentrale Mittelfeldspieler mit Verbindung zu Werner und Poulsen im Sturm.

Die Eintracht mit der gewohnten 3-4-1-2-Formation. Adi Hütter schickte seine Mannschaft nach einer Woche ohne Spiel unverändert in die Begegnung. Somit stand auch Neuzugang Hinteregger erneut im Team und stürmte das Trio Rebic, Haller und Jovic.

Die erste Halbzeit zwischen Leipzig und Frankfurt war ein sehr ausgeglichenes Ringen um die Hoheit in diesem Spiel. Im Groben die Teams mit einem sehr ähnlichen Ansatz, nämlich mit Aggressivität gegen den Ball und dem Versuch, nach Möglichkeit schnell nach vorn zu spielen. Im Detail unterschied es sich dann doch ein wenig. Während Frankfurt auch mal den Ball hinten herumpasste, um dann vor allem über lange Bälle oder die Außenbahnen zu spielen (um nicht in das RB-Pressing zu laufen), hielt sich RB fast gar nicht im Defensivdrittel auf und spielte den Ball schnell in das vordere Drittel, um dort dann der Kugel bei Verlust hinterherzujagen.

Balljäger Konrad Laimer voll in seinem Element. | Foto: Dirk Hofmeister

Wie erwartet wurde es aufgrund der Spielanlagen beider Mannschaften ein sehr unruhiges, aber auch ein extrem abwechslungsreiches Spiel. Dass jemand mal ohne Druck einen Ball verarbeiten und weiterspielen konnte, kam eigentlich gar nicht vor. Entsprechend gab es sehr viele Ballbesitzwechsel und über das gesamte Spiel viele Flipper-Situationen und erbitterte Kämpfe um die Kugel. In der ersten Halbzeit nahmen sich die Teams dabei praktisch nichts. Die Angriffsbemühungen scheiterten aber auf beiden Seiten jeweils an sehr guten Defensiven und Dreierketten (großartiges Stellungsspiel von Hasebe auf Frankfurter Seite by the way).

5:5 Torschüsse bis zur Pause. Ausgeglichener Ballbesitz. Schwache Passquoten aufgrund der beidseitigen Spielanlage. Kostic mit einem sehr guten Freistoß, den Gulacsi sehr gut hielt und ein paar sehr gute Angriffe mit schlechten letzten Pässen auf Frankfurt-Seite. Ein Ilsanker-Kopfball nach Ecke und ein Sabitzer-Abschluss aus der zweiten Reihe auf Leipzig-Seite. Das waren die gefährlichsten Aktionen in einer ersten Halbzeit, die in der Offensive beidseitig nur wenig klare Aktionen sah, in der es aber permanent auf und ab ging und sich eigentlich nie Langeweile einstellte.

Das Bild der Ausgeglichenheit änderte sich in der zweiten Halbzeit komplett. In der war bis zur 85. Minute RB Leipzig das absolut dominante Team. Wie schon in den letzten Spielen gegen Wolfsburg, Hannover und Düsseldorf erstickte man sämtliche Bemühungen der Gäste durch ein herausragendes Spiel gegen den Ball. Und die vielen langen, oft aber auch ungenauen Bälle der Eintracht klärten Mukiele, Ilsanker und Orban in beeindruckender Souveränität.

RB nun auch verstärkt mit dem Mittel des langen Balls, um dann über Poulsen und den Kampf um den zweiten Ball in hoher Feldposition in Ballbesitz zu kommen. Das gelang aufgrund der Aggressivität der zweiten Reihe und der Außenverteidiger auch teilweise sehr gut, sodass sich große Teile der zweiten Halbzeit in der Eintracht-Hälfte abspielten. Die Frankfurter Defensive nur noch damit beschäftigt, mit der sehr guten letzten Reihe die Brände zu löschen, die in den Mannschaftsteilen zuvor gelegt wurden.

Wie schon gegen Wolfsburg war das einzige Manko der RB-Partie, dass aus dem erdrückenden Spiel gegen den Ball zwar sehr gute Offensivaktionen, aber keine Tore entstanden. Halstenberg konnte bei einem Trapp-Fehler den Ball bei einem Kopfball nicht mehr genug drücken, um ihn ins leere Tor statt knapp drüber zu köpfen. Orban scheitert mit einem Versuch mit der Hacke nach Ecke an Fernandes auf der Linie. Werner mit einem Kopfball knapp am Tor vorbei. Sabitzer mit einem Schuss an den Pfosten. Dazu diverse Abschlüsse, in die sich noch ein Eintracht-Spieler warf und einige Hereingaben von außen aus Umschaltsituationen heraus, die in der Mitte keinen Abnehmer fanden oder von der dichtbeinigen Abwehr geklärt wurden.

Timo Werner verzweifelt wie die anderen RB-Spieler am Torabschluss. | Foto: Dirk Hofmeister

Es war nicht so slapstickhaft wie gegen Wolfsburg, was RB Leipzig in diesem Spiel liegenließ. Gegen in der letzten Reihe gut verteidigende Gäste war es auch viel Pech, was man vor dem Tor von Kevin Trapp hatte. Und weswegen die RasenBallsportler ohne ein eigenes Tor aus der Partie gingen.

10:1 Torschüsse hatte RB Leipzig in der zweiten Hälfte (bei nun auch 55% Ballbesitz), was die Dominanz ganz gut beschreibt. Der einzige Torschuss der Frankfurter hätte die Partie dann kurz vor dem Ende, als Gacinovic mal schön von Haller freigespielt wurde, aber den Ball am kurzen Pfosten vorbei ans Außennetz schoss, fast auf den Kopf gestellt. Essenziell dabei aber auch eine Grätsche von Orban, der mit seinem Einsatz dem Eintracht-Spieler die Option nimmt, den Ball ins lange Eck zu schieben. Ein Tor für die Gäste wäre ein absurdes Ende der zweiten Hälfte gewesen, auch wenn Frankfurt in den letzten fünf Minuten noch mal Oberwasser bekam und die Aktionen der Gastgeber nicht mehr die Durchschlagskraft hatten wie in den 40 Minuten der zweiten Halbzeit zuvor.

Fazit: Es war das erwartet unruhige Spiel mit wenig langen Ballbesitzphasen, sondern viel Zug zum Tor und vielen Ballverlusten. In diesem erbitterten Kampf um die Hoheit über das Spiel war RB Leipzig nach ausgeglichener erster Hälfte in der zweiten Halbzeit das deutlich bessere Team. Mit viel Aufwand und hervorragendem Spiel gegen den Ball ließ man der Eintracht gar keine Luft und erarbeitete sich eine ganze Reihe sehr guter Offensivaktionen. Nur die Belohnung in Form eines Tores verpassten die RasenBallsportler in diesem Spiel, in dem sie sich einen Sieg eigentlich absolut verdient hatten.
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Randbemerkung 1: Nach 21 Spielen RB Leipzig mit drei Punkten mehr als in der Vorsaison zum selben Zeitpunkt. Gegen dieselben Gegner wie im Vorjahr holte man bisher sechs Punkte mehr (wenn man den HSV durch Düsseldorf und Köln durch Nürnberg ersetzt) (verglichen werden jeweils die Heimspiele der Vorsaison mit den Heimspielen in dieser Saison gegen die jeweiligen Gegner und analog die Auswärtsspiele). Gegenüber der Hinrunde (Ziel ist es ja in der Rückrunde noch mal 31 Punkte zu holen) hat Leipzig nach vier Spielen seit der Winterpause zwei Punkte mehr auf dem Konto. Die Situation in der Tabelle der Bundesliga ist weiterhin gut. Mit einem Sieg gegen Frankfurt hätte sie aber mal sehr gut ausgesehen, weil man zu Mönchengladbach hätte aufschließen und Frankfurt fast schon final abschütteln können. Fünf sehr gute RB-Pflichtspiele seit der Winterpause. Aber auch drei Punkte, die man insgesamt gegen Dortmund und Frankfurt liegenließ. Sehr im Auge behalten muss man Leverkusen, die unter Bosz aktuell in einen ähnlichen Lauf zu kommen scheinen wie der BVB einst in der Anfangsphase unter selbem Trainer. Sind nur noch fünf Punkte Rückstand für Bayer auf RB.

Randbemerkung 2: Fünf Pflichtspiele in 2019. Bisher erst ein Gegentor, in den letzten vier Spielen gar keins mehr. Überhaupt nur acht Schüsse des Gegners gingen auf das Tor von Gulacsi (bzw. eine Halbzeit lang in Hannover von Mvogo). 1,6 Schüsse pro Spiel in denen der RB-Keeper überhaupt nur eingreifen musste (in der Hinrunde waren es in der Bundesliga im Schnitt 4,1). Ich bin kein ganz großer Freund des Entwicklungsschritts hin zu einer Fokussierung auf das Spiel gegen den Ball, weil die Nagelsmannsche Variabilität nach der Hasenhüttl-Saison die logischere Entwicklungsvariante gewesen wäre. Aber was RB seit der Winterpause im Spiel gegen den Ball abbrennt, ist irre gut (ja, ich wiederhole mich da). Da gibt es ab der Mittellinie für die Gegner überhaupt keine Ruhe. Da wird auch in der letzten Linie bei langen Bällen und im Kampf um den zweiten Ball gut gearbeitet. Das Team funktioniert mit seinen Bausteinchen extrem gut.

Randbemerkung 3: Ein Bausteinchen dabei ist Konrad Laimer, der aufgrund der Ausfälle nach der Winterpause auf die linke Zehn gerückt ist und dort sehr viel Dynamik reinbringt und den Gegner immer und permanent mit krassen Sprints stresst. Das ist offensiv auch oft ein bisschen wild, aber es ist unter der Voraussetzung der Rangnickschen Spielidee trotzdem ein fast schon ideales Gesamtpaket. Gegen Frankfurt musste Laimer bereits nach 67 Minuten vom Platz. Trotz sehr guter Leistung und enormer Dominanz auf seiner Seite. Ralf Rangnick begründete das nach der Partie damit, dass man halt ein offensives Zeichen setzen und deswegen Forsberg bringen wollte. Dafür musste halt jemand runter und es traf mit Laimer denjenigen, der gelbbelastet war. Grundsätzlich eine nachvollziehbare Idee (quasi als Konter für Hütters Gacinovic-für-Rode-Offensivwechsel), in der Praxis verlor RB damit auf der linken Seite sehr viel Geschwindigkeit und Aggressivität, ohne dass Emil Forsberg seinen besten Tag erwischt hatte und den Verlust an Aggressivität durch spielerische Glanzlichter hätte auffangen können.

Randbemerkung 4:Als TV-Zuschauer würde mich so eine Partie zweier Zappel-Teams vermutlich wahnsinnig machen. Live im Stadion ist das eine Art Fußball, die in Sachen Emotionen und Mitfiebern durchaus sehr angenehm ist. Entsprechend war dieses Spiel wieder mal so eins, in dem man (bildlich gesprochen) permanent auf seinen Fingernägeln kauend mitfiebert und so ein bisschen den Blick für Taktik oder das Gehör für Stadiongesänge verliert, weil man so in das Spiel eingesaugt wird (je mehr das passiert, umso mehr bleiben die Augen am Ball und nicht beim ganzen Feld). Eigentlich war es von der Warte her so ein klassisches Spiel, in dem ein Tor kurz vor Schluss die gesamte Anspannung zum Explodieren bringen kann. Passierte nur leider nicht. Schade drum..

Randbemerkung 5: Den Ausfall von Upamecano und Konaté und damit den Verlust von viel Qualität in der Absicherung in der letzten Reihe versuchte RB mit der Umstellung auf Dreierkette zu kompensieren (wofür man Adams opfern musste). Das funktionierte sehr gut, weil die Dreierkette einen fast perfekten Job machte. Mukiele ist rechts in einer Dreierkette extrem gut aufgehoben (kennt er aus Frankreich sehr gut die Position) und glänzte dort in Konaté-Upamecano-Manier mit Zweikampfstärke, Schnelligkeit und guten Offensivaktionen (war generell im Offensivspiel etwas höher postiert als bspw. Orban auf der anderen Seite). Abgesehen von kleineren Wacklern im Stellungsspiel (die Mukiele dann mit Geschwindigkeit ausbügelte) ein hervorragender Auftritt. Dass Ilsanker in der Mitte einer Dreierkette sehr gut besetzt ist, wusste man ja bereits. Auch diesmal spielte er das wieder gut und zweikampfstark. Und Orban war dieselbe Bank wie schon in den letzten Spielen, weil er gegen viele lange Bälle sein Kopfballspiel einbringen konnte und ein gutes Stellungsspiel hat. Nun, haben wir also auch gelernt, dass Leipzig sogar den Ausfall der beiden besten Innenverteidiger verkraften kann. Und das gegen das beste Offensivtrio der Liga.

Randbemerkung 6: Martin Hinteregger mal wieder in Leipzig. Eher als man noch vor kurzem gedacht hätte. Auch im Frankfurter Trikot ist er in Leipzig nicht sonderlich beliebt. Skurril, dass die Pfiffe gegen ihn dann besonders stark losgingen, nachdem er von Laimers hohem Bein doch recht intensiv getroffen wurde. Dass man sich auch im Jahr 2019 immer noch an Hinteregger abarbeiten kann, finde ich extrem seltsam. Der Österreicher beantwortete die Pfiffe so wie früher auch schon im Augsburger Trikot, nämlich mit einer bärenstarken Vorstellung. Was er da gegen Werner und Poulsen ablief und an potenziell gefährlichen Aktionen verhinderte, war sehr gut.

Randbemerkung 7: Auch eine Wahrheit des Spiels bei aller Stärke im Spiel gegen den Ball und vielen Torchancen. Kevin Trapp musste in dieser Partie in Leipzig keinen einzigen Ball halten und ging trotzdem mit der Null vom Platz. Klar, da war auch mal Glück dabei. Aber wie schon gegen Wolfsburg gilt eben auch, dass man auch auf das Tor (und nicht neben das Tor) schießen muss, um auch ins Tor zu treffen.

Randbemerkung 8: Timo Werner wieder von Beginn an auf dem Platz. Man merkte ihm ein wenig an, dass er zuletzt krank war und nicht ganz bei 100% ist. War ein engagierter, aber fußballerisch auch oft unsauberer Auftritt. Gleich fünf Torschüsse gab er gegen Frankfurt ab, bei einem Kopfball war es ganz knapp. In der Bundesliga steht Werner diese Saison nun bei 71 Torschüssen, aus denen elf Tore resultierten (15% Erfolgsquote). Poulsen machte aus 46 Schüssen zehn Tore (22%). Augustin brauchte für drei Tore nur 13 Schüsse (23%). Cunha brauchte für ein Tor 19 Schüsse (5%). In Eins-gegen-Eins-Situationen steht Werner bei 20 gewonnenen Dribblings in 62 Versuchen (32% Erfolgsquote). Poulsen steht bei 15 von 43 (35%), Augustin bei sieben von 17 (41%) und Cunha bei acht von 15 (53%).

Randbemerkung 9: Aktueller Stand bei RB Leipzig in Sachen Standards nach 21 Bundesligaspielen: 79:61 Torabschlüsse nach ruhenden Bällen. Statistikoffiziell sind daraus 6:2 Tore gefallen. Defensiv ist man eines der besten Teams der Liga, offensiv ein Durchschnittsteam. Gegen Frankfurt hätte ein verwandelter Standard dem Ergebnis gut getan..

"Capo weg, Timm weg!Ist es das, was Ihr wollt", "Wer viel verspricht, vergisst auch viel." "Danke Timm". | Foto: Dirk Hofmeister

Randbemerkung 10: Thema rund um die Partie die Proteste von Fans gegen das was der Verein in Sachen Fanbetreuung und entsprechend im Kontakt mit Fans macht. Auslöser zuletzt der Abgang vom Chef-Fanbeauftragten Timm Merten nach nur fünf Monaten. Da lief ein Fass über, das ja schon länger gut gefüllt ist. Geplant war, dass das Stadion komplett von Fanklub-Bannern befreit ist. Nun, das klappte nicht, weil diverse Fanklubs sich diesem Ansinnen nicht anschlossen. Was auch zeigte, dass es zwischen verschiedenen Fangruppen (bzw. Gruppen mit unterschiedlichen Interessen als Fans) in Bezug auf Protest und Co unterschiedliche Vorstellungen gibt. Bemerkenswert aber durchaus, dass im Sektor B komplett auf Schwenkfahnen und Fanklub-Banner verzichtet wurde (während der Support wie sonst auch lief). Diese Einigkeit gab es ja selbst im Fanblock in der Vergangenheit eher selten. Auf Protestbannern wurde der Dialog eingefordert und Timm Merten gedankt bzw. dessen und der (vorübergehende) Abgang von Capo Sebastian thematisiert und auch die kurze Leitung des Vereins zu lokalen Medien aufgegriffen, wenn es darum geht, bei auftretenden Problemen mal schnell die eigene Kommunikation in kurzfristigen Interviews durchzudrücken (‚alles gut, kein großes Probleme, werden reden‘). Kurz vor dem Spiel dann vereinsseits die konkrete Ankündigung eines Treffens mit den Fanklubs, um Probleme zu besprechen, als weiterer Baustein, in dem Konflikt so etwas wie öffentliche Kommunikationshoheit zu behalten. Nach dem Spiel dann ein gut gefüllter zumindest Block 28, wo als weitere Aktion eine Art Sitzstreik durchgeführt wurde. Auf Aufforderungen, dort die Kommunikation zu suchen, ging der Verein nicht ein. Nach einem halbherzigen Versuch einiger Fans dann eben den Weg zum Verein über Sektor A zu nehmen, verließ auch der ganze Rest das Stadion nach etwa einer Stunde freiwillig. Kommende Woche dann in großer Runde mit allen Fanklubs das nächste Kapitel in diesem Konflikt. Sagen wir so: den Erfahrungen der Vergangenheit nach werden die Probleme nicht in solchen, professionell aufgezogenen Veranstaltungen mit Vorlesungscharakter aus der Welt geräumt. Dafür braucht es nachhaltige Kommunikation und Arbeit auf kleiner Ebene, eine Fanbetreuung, die im besten Fall unterhalb der drei von der DFL vorgeschriebenen Stellen (in denen auch sozialpädagogische Kompetenz zu finden sein sollte) auch noch einen funktionierenden Unterbau hat und über die es tatsächlich kurze Drähte zu den Fans und auch in den Verein hinein gibt und vor allem ein Konzept, was man mit der Fanbetreuung eigentlich will und eine dementsprechend folgende Besetzung des Bereichs. Öffentlich eine Großveranstaltung anzukündigen und diese durchzuführen, ist letztlich der kleinste und unwichtigste Baustein (außer es geht darum, wie man in der Öffentlichkeit dasteht). Sowas gab es früher ja auch schon, aber wenn daraus nichts nachhaltiges folgt und die Fanbetreuung von Jahr zu Jahr noch patchworkiger wird, als sie es schon immer war, dann wird sich an der Sachlage selbst nichts ändern und man steht dann einfach in ein paar Monaten beim nächsten Auslöser vor derselben Situation wie aktuell oder früher ja auch schon immer mal.

Versuch eines Blockstürmchens von RB-Fans Richtung Sektor A deutlich nach der Partie. | Foto: Dirk Hofmeister

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Lichtblicke:

  • Willi Orban: In der Dreierkette wieder unheimlich sicher und mit gutem Stellungspiel und vor allem in der Luft erneut extrem souverän. Hielt hinten viel zusammen und war auch in seinem Passspiel sehr sicher und immer wieder auch mit guten Pässen ins linke Mittelfeld. Sehr souveräner Auftritt.
  • Lukas Klostermann: Machte rechts sehr viel Betrieb und nutzte die Freiheiten, die ihm die Dreierkette gaben auch offensiv immer wieder mal für gute Läufe. Traut sich schon seit längerem wieder wesentlich mehr zu als noch letzte Saison. Beide Großchancen, die RB hatte, wurden von Klostermann aufgelegt. Defensiv hatte er Kostic sehr gut im Griff und ließ auf seiner Seite praktisch nichts zu.
  • Marcel Sabitzer/ Konrad Laimer: Erneut. Wie schon gegen Wolfsburg. Es geht nicht, den einen ohne den anderen zu nennen. Was die beiden vor allem in Sachen Aggressivität gegen den Ball liefern und permanent an Ballgewinnen beteiligt sind, ist derzeit ganz stark. Beide auch offensiv mit guten Aktionen. Sabitzer dabei mit dem Pfostenschuss am nächsten an einem Treffer dran. Beide mit extrem viel Aufwand und für die Stabilität des RB-Spiels derzeit sehr wichtig.

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Tore: keine

Aufstellung RB Leipzig: Gulacsi – Mukiele, Ilsanker, Orban – Klostermann, Demme, Halstenberg – Sabitzer (90. +1 Adams), Laimer (67. Forsberg) – Poulsen, Werner (85. Cunha); Bank: Mvogo, Saracchi, Bruma, Augustin; Nicht im Kader: Konaté (gesperrt), Kampl, Haidara, Smith Rowe, Upamecano (alle verletzt), Müller, Nukan

Aufstellung Eintracht Frankfurt: Trapp – Hinteregger, Hasebe, N’Dicka – da Costa, Fernandes, Rode (59. Gacinovic), Kostic – Jovic – Rebic (77. Willems), Haller

Schiedsrichter: Guido Winkmann (Immer mal ein paar Entscheidungen dabei, die aus Stadionsicht seltsam waren. In Sachen Zweikampf, gerade was das Schieben im Positionskampf anging, eine sehr lange Leine. Was aber für den Spielfluss eher angenehm war. Die Ecke zum Ende der ersten Halbzeit nicht mehr ausführen zu lassen, war natürlich möglich, aber ungewöhnlich. Insgesamt ein paar Abzüge im Detail, aber mit einer 90 Minuten lang in sich konsistenten und für die Spieler nachvollziehbaren Linie (mal abgesehen davon, einen hohen Fuß gegen Demme nicht zu pfeifen, um dann jeweils für Orban und Laimer gelb für dieses Vergehen zu zeigen) eine sehr intensive Partie stets unter Kontrolle behalten.)

Gab ab und zu mal Diskussionsbedarf mit Schiedsrichter Guido Winkmann. | Foto: Dirk Hofmeister

Gelbe Karten: Sabitzer (6.), Laimer (5.), Orban (4.), Ilsanker (4.) | Fernandes, Willems

Zuschauer: 38.330  (davon 4.000 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, SGE-Bericht, Kicker-Bericht

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  • Torschüsse: 15 : 6
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 13 : 3
  • Schüsse auf das Tor: 1 : 2
  • gewonnene Zweikämpfe: 52,9% : 47,1%
  • Ballbesitz: 53,5% : 46,5%
  • Passquote: 75,1% : 69,9%
  • Laufstrecke: 114,7 km : 113,8 km
  • Sprints: 251 : 241
  • Intensive Läufe: 667 : 675
  • Fouls: 9 : 10
  • Ecken: 7 : 4
  • Abseits: 1 : 5
  • Meiste Torschüsse: Werner: 5 – sechs Spieler mit je 1
  • Meiste Torschussvorlagen: Halstenberg: 4 – Haller: 2
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Mukiele: 66,7% – Hinteregger: 61,3%
  • Meiste Ballkontakte: Halstenberg: 85 – Hasebe: 83
  • Beste Passquote (mindestens 20 Pässe): Mukiele – 85,7% – Rode: 87,5%
  • Größte Laufstrecke: Demme: 12,2 km – Fernandes: 11,9 km
  • Meiste Sprints: Poulsen: 37 – Rebic: 32

Statistiken von bundesliga.de, whoscored.com, sport.de

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Saisontorschützen: Werner – 11; Poulsen – 10; Augustin, Orban – je 3; Sabitzer, Klostermann – je 2; Forsberg, Kampl, Cunha, Bruma, Laimer, Konaté, Halstenberg – je 1

Saisonvorlagengeber: Werner, Kampl, Halstenberg – je 5; Forsberg, Sabitzer, Poulsen – je 4; Demme – 3; Laimer, Klostermann – je 2; Orban, Bruma, Cunha – je 1

Saisontorbeteiligungen (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Sabitzer – 9; Halstenberg – 8; Kampl – 7; Upamecano – je 6; Demme, Poulsen, Konaté, Orban – je 5; Forsberg, Klostermann – je 4; Saracchi, Mukiele, Adams – je 3; Werner, Ilsanker, Gulacsi – je 2; Laimer, Cunha, Bruma – je 1

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Bilder: © Dirk Hofmeister

7 Gedanken zu „Bundesliga: RB Leipzig vs. Eintracht Frankfurt 0:0“

  1. Nach langer Zeit mal wieder im Stadion gewesen: schöne Sache insgesamt. Was mich aber erstaunt hat, war die geringe Stimmung. RBB schreibt, Support wie immer, RR sagt, fantastische Unterstützung… na ja. Dagegen der Gästeblock… herrlich zuzuhören und -schauen. Und Chapeau!

  2. Zu RB 4:
    Ja, es kam wie es wohl kommen muss. Am TV ist das Ganze eine einzige große Grütze die man noch nicht mal als Sport bewerten kann. Das Flippern im Mittelfeld und noch schlimmer die langen hohen Ballstaffetten machen das zu einer Dschungelcampartigen Veranstaltung. Es wird viel gelaufen aber das meiste ist zum Brechen. Dieser Fußball ist und bleibt, und da nehme ich jetzt mal ein anderes Wort als sonst, hochgradig unattraktiv. Und es ist und bleibt ebenfalls nunmal ein schlechtes Zeichen für die BuLi wenn 15 von 18 Mannschaften MIT dem Ball wenig bis nichts zustande bringen. Es bleibt, ist man an der sportlichen Leistung UND dem Spiel interessiert, fast nur noch der Blick weg von Mitteleuropa in die Premier League. Das kann nicht die Entwicklung sein die der Kontinent Europa speziell der DFB wirklich haben will.

    1. Wenn man bei einem Teamsport auf den Punkt starrt, wo der Ball ist wie das Kaninchen auf die Schlange, wäre man vielleicht bei einem Individualsport besser aufgehoben. Wie man eine derart koordinierte Bewegung gegen den Ball als „Flipperspiel“ und „unattraktiv“ bezeichnen kann, ist mir schleierhaft.

      RB Live heute: „Nagelsmann selbst kommt dem Sportbild-Bericht zufolge auch wegen der Zusammenarbeit mit Rangnick, der vom Sportdirektor in Bezug auf dessen schnellen Spielstil mit Pressing lernen will.“

      Na, da wird ja für einige die Welt zusammenbrechen.

    2. Ganz im Gegenteil erhoffe ich mir von JN eine signifikante Erhöhung des Levels im Spiel mit dem Ball, ob das erfüllt wird sei dahin gestellt. Welten brechen für mich dabei keineswegs zusammen da ich Fußball als das betrachte was es ist, Unterhaltung. Die sollte allerdings auch so gut sein dass sie mich fesselt, ansonsten wende ich mich anderen Bereichen zu.

  3. Fanbetreuer -wozu ? Finden die “ Ultras“ nicht ins Stadion ? Oder muss denen jemand den Bierstand zeigen ?
    ….so ein Kindergarten….

    1. Ich wage dazu keinerlei Aussage weil die angeblich betroffenen bisher nicht äußern was denn das oder die Probleme überhaupt sind,von daher ziemlich schwierig momentan zu diskutieren wenn eine Seite nicht sagt was es denn störendes gibt. Wie immer scheint die Clique sehr, ähm, elitär und freimaurerisch veranlagt.

    2. Man hat ja nun einbe Stellungnahme veröffentlicht Quelle: https://www.dierotenbullen.com/de/aktuelles/neuigkeiten/Saison_2018_19/Fan-Dialog.html

      1 Das Team der Fanbeauftragten wird von drei auf vier hauptamtliche Mitarbeiter aufgestockt. Die beiden aktuell vakanten Stellen werden in 2019 so schnell wie möglich aufgabengerecht neu besetzt.

      2 Die RBL-Fanbetreuung ist der erste Ansprechpartner für alle Anliegen der Fans.

      3 Es wird weiterhin keine Parteipolitik im Stadion geben. Der Verein wird aber weiterhin deutlich seine klare Haltung zu gesellschaftsrelevanten und sozialpolitischen Themen zeigen.

      4 Bis April wird ein neuer Kommunikationskanal eingerichtet, um einen permanenten und direkten Austausch der Fanbetreuung mit den Fans zu schaffen.

      5 RB Leipzig steht für eine Null-Toleranz-Haltung gegenüber Pyrotechnik und Gewalt – innerhalb und außerhalb des Stadions.

      6 Für die Saison 2019/20 ist eine einfachere und vor allem günstigere Preisstruktur geplant.

      7 Folgende Vorhaben des Stadionumbaus werden in den nächsten zwei bis drei Jahren wie bereits angekündigt umgesetzt:

      – Stehplätze im Heimbereich

      – Durchbruch durch den Stadionwall am Glockenturm, um Zugänglichkeit zum Stadion für die Fans deutlich zu verbessern

      – neue Kioske und Toiletten in Sektor B, die auch für die Besucher der Sektoren A und C nutzbar sein werden

      – neue Einlässe auf der Festwiese

      – deutliche Verbesserung der technischen Infrastruktur (Flutlicht, Lautsprecheranlage, Sicherheitszentrale, LTE-Anbindung)

      Fazit: Damit ist alles wie gehabt, voll auf der offiziellen Vereinslinie und immer noch nicht klar was jetzt eigentlich gewollt wurde. Eine der Gruppen (Rasenballisten) hat sich scheinbar gar nicht während der Veranstaltung geäußert. Was soll dann diese Kindergartenveranstaltung im Stadion mit dem Ruf nach Mintzlaff? Was sollte und wollt man denn mit ihm besprechen wenn man das noch nichtmal unter „4 Augen“ schafft. Sorry aber das Ganze ist nicht nachvollziehbar und in meinen Augen ganz großer Humbug. Einzig nachvollziehbarer Punkt ist die Fanbetreuier Geschichte und das scheinbar problembehaftete Zusammenarbeiten im Hintergrund zwischen Posten und Club. Da muss sich Red Bull deutlich professioneller aufstellen und scheint das auch umsetzen zu wollen.

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