Schlagwort-Archive: VfB Leipzig

Verdränger und Verdrängte

Die Spitze in der Bundesliga bestand in den letzten Jahren weitgehend aus den gleichen Teams, wie hier gestern an dieser Stelle im Blog gezeigt wurde. Bayern, Dortmund, Schalke und Leverkusen sind die Teams, die konstant über die Jahre vornehmlich die Plätze 1 bis 3 untereinander ausmachen.

Wenn man mal auf die Zusammensetzung der Bundesliga insgesamt seit 1992, also seit die Fußballvereinigung von Ost und West erstmal in einer 18er-Staffel ausgetragen wurde (1991/1992 wurde übergangsweise noch mit 20 Teams gespielt, was wegen schwieriger Vergleichbarkeit hier nicht mit betrachtet wurde), anschaut, dann gibt es natürlich auch hier Teams, die durchgängig und konstant dazugehörten. Andere hingegen verschwanden oder kamen hinzu.

Über die 24 Spielzeiten hinweg waren lediglich sieben Teams ständig dabei. Bayern, Dortmund, Leverkusen und Schalke waren schon genannt als konstanteste Teams und sind auch hier dabei. Dazu kommen Bremen und Hamburg, die taumelnden Nordklubs, die sich in jüngerer Vergangenheit alle Mühe gaben, in die zweite Liga runterzugehen. Und dazu kommt auch noch der VfB Stuttgart, die diese Saison erstmals im Betrachtungszeitraum in der Bundesliga fehlen.

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18.Spieltag – 2.Bundesliga 2015/2016

Die Hälfte der Saison ist vorbei. Gemeinheim meint man, dass noch so viele Spiele zu spielen sind, dass der aktuelle Tabellenstand nicht so viel Aussagekraft hat und noch ganz viel passieren kann. Wenn man allerdings einen Blick auf die letzten 20 Spielzeiten seit Einführung der Dreipunktregel wirft, dann stellt man fest, dass sich am Tabellenbild zwischen Herbstmeisterschaft und Saisonfinale meist gar nicht mehr so viel ändert.

Denn in dieser Zeit landeten 45 der 60 Teams, die zur Halbzeit einen der ersten drei Plätze belegten, auch am Ende unter dem Toptrio. In den letzten zehn Jahren waren es sogar 24 von 30. Dabei belegt der Herbstmeister final im Schnitt Platz 2,1. Schlechter als Sechster wurde er nie (Aachen 2003/2004). 17 von 20mal stand am Ende der Aufstieg (einmal via Relegationssieg). In den letzten zehn Jahren verspielte nur Aue als Herbstmeister noch den Aufstieg (2010/2011) und das erstaunt vielleicht nicht ganz so, wenn man bedenkt, dass sie nach 17 Spielen sehr überraschend ganz oben standen und auch nur drei Punkte Vorsprung auf Platz 4 hatten.

Der Zweitplatzierte nach 17 Spielen landete in den vergangenen 20 Spielzeiten im Schnitt auf Platz 2,65. Zehnmal reichte es für Platz 1 oder 2. Weiter runter als bis auf Platz 7 ging es nie mehr (Kaiserslautern 2008/2009). Und auch für den Dritten nach 17 Spielen ging es im Laufe der Restsaison nicht mehr so richtig bergab, sodass am Ende im Schnitt Platz 3,55 stand. Immerhin achtmal gelang noch der Sprung auf Platz 1 oder 2. Schlechter als Neunter wurde es in der Abschlusstabelle nie und das ist auch schon einige Monde her (Hannover 2000/2001, VfB Leipzig 1995/1996).

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Neue Vereine, neue Wege

RB Leipzig ist genau der Klub, den die Fußballverbände für ihre Ostpolitik verdienen; also für eine Politik, die es nie gab. (FAZ, 13.05.2014)

Red Bull ist letztlich die Konsequenz daraus, dass es im ostdeutschen und speziell im Leipziger Fußball keinen nachhaltigen Aufschwung gab. Es ist letztlich die Folge der wirtschaftlichen Überlegenheit der alteingesessenen Bundesligavereine. Und letztlich ist das Gejammer, dass nun plötzlich vielleicht Vereine verdrängt werden könnten, die vorher noch selbst die Verdränger waren, weil nun ein Fisch kommt, der wirtschaftlich eventuell Augenhöhe herstellen kann, ziemlich verlogen. Wären die ostdeutschen Clubs (neben gerade in Leipzig vielen anderen Faktoren) nach der Wende nicht von den damals dicken Fischen verdrängt worden, wir würden heut und hier nicht über Red Bull reden. That’s for sure. (rotebrauseblogger, 28.03.2012)

Es ist natürlich immer ein bisschen simpel, ein Problem zu konstatieren und dann gleich mit ausgestrecktem Finger auf jemanden zu zeigen, dem man das Problem anhängen kann. Wenn man über den Ostfußball nach der Wende spricht, ist dies auch so. Klar kann man auf die nackten Zahlen verweisen und aufzählen, wie viele alteingesessene Clubs aus dem Gebiet der alten DDR (die hier als gemeinsamer wirtschaftlich-historischer Rahmen für die Vereine gesehen wir) im Mittelmaß versunken sind und dann auf irgendeinen Verband zeigen, der daran Schuld gewesen sein soll.

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Leipziger Talfahrten

Man könnte ja auch ein wenig verzweifeln über Fußball-Leipzig. ‚Nur zwei Viertligisten – Leipzigs Fußball weiter am Boden‘ könnte die Headline für die kommende Spielzeit heißen, wenn Lok nach zwei Jahren ligentechnisch wieder zu RB Leipzig aufgeschlossen hat (auf das Ereignis hätte man beim Wettanbieter des Vertrauens 5 Euro setzen sollen..). Nimmt man es aber genau, dann ist dieser Zustand in Fußball-Leipzig so ziemlich der erfolgreichste Zustand seit fast zehn Jahren oder seit der Jahrtausendwende (je nachdem, ob man die Spielzeit 2003/2004 mit Abstieg des FC Sachsen und VfB-Insolvenz aufgrund der Nummer der Ligen als Erfolg sehen will).

Die tatsächlich letzten halbwegs erfolgreichen Tage des Fußballs in Leipzig liegen jedenfalls in den 90ern. Seitdem prägen Insolvenzen und sportliche Fehlversuche das Bild. Wenn man mal von Loks Marsch durch die unteren Ligen absieht. Die Tatsache, dass die beiden ranghöchsten Leipziger Vereine der 90er inzwischen nicht mal mehr existieren, ist jedenfalls ziemlich extrem.

Der Fußball in Leipzig ist also mit seinen zwei Viertligisten – wenn dieser Ligenformalismus als Argument gilt – leistungstechnisch über das schlimmste Tief hinweg (zumal die heutigen vierten Ligen aufgrund der Einführung der eingleisigen dritten Liga sehr viel leistungsstärker sind als die vierten Ligen zum Anfang des Jahrtausends). Was sich auch darin verdeutlicht, dass mit der BSG Chemie und der SG Leipzig Leutzsch in der sechstklassigen Landesliga auch noch zwei Vereine um das grün-weiße Erbe konkurrieren, die sicherlich (zumindest einer von ihnen) irgendwann die fünfte Liga (Oberliga) anpeilen werden wollen.

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