Schlagwort-Archive: Pekka Lagerblom

Die etwas andere Traumelf

Drüben auf der offiziellen Vereinshomepage wird ja über die Sommerpause die Traumelf der ersten sieben Vereinsjahre gewählt. Kann man nach so kurzer Zeit etwas schräg finden, aber es ist durchaus auch interessant, welche Namen da auftauchen bw. wegen der vereinsseitigen Beschränkung auf vier Kandidaten pro Position eben nicht auftauchen.

Weswegen hier der Spieß ein wenig umgedreht werden soll und elf Traumelfler aufgestellt werden, die längst in Vergessenheit geraten sind oder eher eine tragische Geschichte hatten oder beim Fanumfeld nicht so richtig gut gelitten waren. Also eine Traumelf der etwas anderen Art, die auf die eine oder andere Art auch vereinsprägend war.

Da fällt einem auf der Torhüterposition sofort Pascal Borel ein, der sich in seiner Karriere in Bremen nicht gerade den besten Ruf eingehandelt und in Leipzig bereits einen schweren Start hatte, weil er den eher beliebten Sven Neuhaus ersetzen sollte. Als Neuhaus gegangen wurde, rechnete man damit, dass sich RB Leipzig auf der Position des Torhüters deutlich verbessern würde. Als dann Borel kam, hatte man das Gefühl, dass man einen beliebten, aber auch unbequemen Keeper geopfert hatte, um jemanden zu holen, der weder jünger noch besser war.

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Ehemaligenversammlung

Gestern war es soweit und der ehemalige Coach von RB Leipzig Peter Pacult unterschrieb seinen nächsten Arbeitsvertrag. Ausgerechnet und – für mich zumindest – extrem unerwartet bei Dynamo Dresden. Denn erstens hinterließ er mit seinem überstürzten Abschied bei seinem ersten Versuch bei Dynamo, als er 2006 kurz nach Saisonbeginn überraschend um Vertragsauflösung bat, um zum Herzensclub Rapid Wien zu wechseln, nicht nur Freunde, zweitens war seine letzte Station, die er mit Überzeugung(!) ausfüllte, jene bei RB Leipzig, was mit dem durchschnittlichen Dresdner Anhänger nicht zu 100% kompatibel scheint und drittens war Pacults sportliche Expertise im RB-Jahr gerade bezüglich der taktischen Entwicklung des Teams nicht sonderlich beeindruckend.

Wobei letzteres auch wenig Aussagekraft haben könnte, denn mit Dynamo Dresden wird Pacult in den kommenden Monaten kaum in die Situation kommen, gegen tief verteidigende Gegner anrennen zu müssen. Sprich, bei Dynamo wird es nicht unbedingt auf das Spiel mit dem Ball ankommen, wie es das bei RB Leipzig zumeist tat, sondern auf schnelles Umkehrspiel. Und wie das aussehen kann, hat auch Pacults RB Leipzig in Perfektion gegen den VfL Wolfsburg gezeigt. Peter Pacults Umschaltspiel mag aufgrund des fehlenden Pressings nicht sehr modern wirken, aber vermutlich wird das in den kommenden sechs Monaten, in denen es für Dynamo um den Klassenerhalt geht, gar nicht so entscheidend werden.

Mit dem Namen Pacult sind auch aus RB-Perspektive interessante andere, potenzielle Personalien verbunden. Zuerst einmal ist der Wechsel Pacults dahingehend pikant, dass bei Dynamo Ex-RB-und-zuvor-schon-mal-Dynamo-Pressesprecher Enrico Bach als Kommunikationschef arbeitet, der in Leipzig praktisch von Pacult entlassen wurde, indem der seinen eigenen Pressechef mitbrachte, nämlich Sharif Shoukry. Wobei die besondere Pikanterie der Story auch darin bestand, dass Bach bis zuletzt und als schon alle Pressewelt davon schrieb, nichts von seiner Demission wusste und an der Seite Pacults seinen Job machte. Dass die beiden große Freunde werden könnten, liegt zumindest nicht nahe. Dass Shoukry und Bach die Plätze tauschen allerdings auch nicht.

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Kaderumbau bei RB Leipzig

Zuerst verbreitete die LVZ gestern Nachmittag die Neuigkeiten, kurze Zeit später folgte die Bestätigung des Vereins via Twitter. Gleich fünf Spielern wurde mitgeteilt, dass der Verein und Trainer Alexander Zorniger nicht mehr mit ihnen plane. Als da wären: Pascal Borel, Timo Rost, Tomasz Wisio, Adrian Mrowiec und Pekka Lagerblom.

Bis auf Pekka Lagerblom, den ich eher wieder auf dem aufstrebendem Ast sah, kann ich die Entscheidungen sachlich nachvollziehen. Wisio und Borel setzten in den Testspielen nahtlos da an, wo sie in der vergangenen Rückrunde aufhörten. Was insgesamt zu wenig war, um sich in den Kernkader zu spielen. Und Timo Rost und Adrian Mrwoiec dürften von ihrer ganzen Spielanlage her das komplette Gegenteil von dem sein, was sich Alexander Zorniger vorstellt. Oder um es mit Rangnicks Worten zu Pacult zu sagen. Es ist nicht die Qualität der Arbeit, sondern es sind völlig unterschiedliche Vorstellungen vom Spiel, die zur Trennung geführt haben dürften.

Klar, dass gerade die Trennung von Adrian Mrowiec deutschlandweit für einige Erheiterung sorgt. Einem Spieler nicht mal zwei Wochen nachdem er seinen Zweijahres-Vertrag antrat mitzuteilen, dass man nicht mehr mit ihm plant, ist schon eine schräge Nummer. Die herauskommt, wenn man die Führungsspitze erst austauscht, nachdem die Kaderplanung schon durch ist. Die Entscheidung für Rangnick und Zorniger war gut, hätte aber auch gern drei bis vier Wochen früher getroffen werden können.

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Kaderrückblick RB Leipzig: Regionalliga 2011/2012

Zum rückblickenden Glück fehlt natürlich noch der ultimative, ganz subjektive Rückblick auf die individuellen Leistungen der Spieler von RB Leipzig in der Saison 2011/2012 und speziell in der Rückserie dieser Saison. Im Gegensatz zur Hinserie fehlt Shaban Ismaili, der im Winter zur SG Sonnenhof Großaspach in die Regionalliga Süd wechselte und dort sein Glück gefunden zu haben scheint. Neu hinzugekommen ist dagegen in der Winterpause das Trio Roman Wallner, Niklas Hoheneder und Tomasz Wisio.

(Anmerkung: Die Daten in Klammern beziehen sich nur auf die Regionalligaspiele. Die Trennung in Hin- und Rückserie erfolgt auf der Basis der Winterpause. Vor der Winterpause fanden 18, danach noch 16 Saisonspiele statt.)

Tor

Pascal Borel (Hin: 17 Spiele, 1530 Minuten; Rück: 16 Spiele, 1440 Minuten): War Borel in der Hinserie noch ein sicherer Rückhalt, der auch den einen oder anderen Punkt mit entscheidenden Paraden festhielt, steht er symbolisch für eine wenig gelungene Rückrunde. Das fing bereits in Zwickau im Sachsenpokal mit einem haltbar scheinenden Gegentor an und endete nach den Zwischenstationen Cottbus II und Halberstadt beim bitteren Ausgleich gegen Wolfsburg II, der das Ende der Aufstiegsträume bedeutete. RB Leipzig ist sicher nicht wegen Borel nicht aufgestiegen und ihn sich zum Sündenbock zu wählen, würde die Sache ungerechtfertigt vereinfachen. Aber man darf durchaus festhalten, dass Borel in der Rückrunde im Gegensatz zur Hinrunde kein positiver Faktor mehr war. Was auf einer solch wichtigen Position eine ziemlich bedenkliche Feststellung ist. Was den Leistungsabfall bei Borel erklären könnte, weiß ich nicht. Aber die in den letzten Wochen wieder auftauchenden Gerüchte um ein RB-Interesse an Keeper Raphael Wolf (inzwischen zu Werder Bremen gewechselt) scheinen zu zeigen, dass RB eine ernste Alternative zu Borel sucht. Pacult wurde in der Hinserie mal (nach einer Superparade Borels) mit den Worten zitiert, dass das eben die Aufgabe des Keepers sei. In diesem Sinne hat Borel in der Rückrunde seine Aufgabe nicht (so gut wie in der Hinrunde) erfüllt.

Benjamin Bellot (Hin: 1 Spiel, 90 Minuten; Rück: 0 Spiele, 0 Minuten): Eine Alternative zu Borel wäre natürlich die Nummer 2 Benjamin Bellot. Hat in der Rückrunde keinen Einsatz mehr gehabt. Von daher schwer zu beurteilen. In der Vorbereitung fiel er als sehr kompletter Keeper auf. Angesichts des scheinbaren Interesses an einer neuen Nummer 1 vertraut man aber im Verein offenbar nicht auf Bellot.

Andreas Kerner (Hin: 0 Spiele, 0 Minuten; Rück: 0 Spiele, 0 Minuten): Keine Spielminuten, keine Einschätzung möglich. Hat offenbar wie das gesamte Torwarttrio noch ein Jahr Vertrag. Mal gucken, was sich da in der Sommerpause tut. Kaderrückblick RB Leipzig: Regionalliga 2011/2012 weiterlesen

Geschichten vom Druck

Es wird ein enger Kampf um die Meisterschaft, aber wir müssen und werden das schaffen. Wenn es auf die Zielgerade geht, spüren Kiel und Halle den Druck, den wir die ganze Saison haben. (Pekka Lagerblom, LVZ vom 24.01.2012)

Und jährlich grüßt aus unterschiedlichen Mündern die Räuberpistole vom Druck, den ausgerechnet die underdogbeseelten Gegner von RB spüren sollen. Nehmen wir mal an, der Druck muss für die Konkurrenz ab dem 25. Spieltag ziemlich groß geworden sein, denn da führte RB Leipzig die Tabelle noch an (glaubt man heute gar nicht mehr) und es ging langsam in die entscheidende Saisonphase oder in Pekka Lagerbloms Worten „auf die Zielgerade“:

  • RB Leipzig: 25 Spiele, 58 Pkt., +38 Tore
  • Hallescher FC: 25 Spiele, 57 Pkt., +22 Tore
  • Holstein Kiel: 25 Spiele, 53 Pkt., +30 Tore

Fünf Punkte Vorsprung auf Kiel, immerhin einer auf Halle. Perfekte Ausgangssituation so kurz vor der Crunchtime, wenn dann auch die anderen anfangen zu zittern. Taten sie aber nicht. Ganz im Gegenteil, die einzigen die abfielen, waren die RasenBallsportler selbst. Drei Unentschieden und zwei Niederlagen in den letzten neun Spielen. Nur vier Siege. Kiel im selben Zeitraum sieben Mal und Halle sechs Mal mit dreifachem Punktgewinn. Druck war offensichtlich kein Faktor, der sich gegen die Konkurrenz richtete..

  • Holstein Kiel: 9 Spiele, 22 Pkt., +12 Tore
  • Hallescher FC: 9 Spiele, 20 Pkt., +16 Tore
  • VfL Wolfsburg II: 9 Spiele, 20 Pkt., +9 Tore
  • RB Leipzig: 9 Spiele, 15 Pkt., +3 Tore

Möge man es bis nächstes Jahr nicht wieder vergessen, dass die Konkurrenz nie vor Ehrfurcht erstarren, sondern an der Aufgabe RB immer wachsen wird. Es gibt für die RasenBallsportler nichts geschenkt, auch nicht in der Endphase der Saison. Von niemandem. Das macht es zwar fußballerisch schwieriger, aber bei Erfolg auch ein Stückchen süßer. Kann man ja nächstes Jahr vielleicht mal von kosten.

Mittelfeldgedränge

Ich gebe es zu, dass ich laut gelacht habe, als die LVZ vor zwei, drei Wochen in ihrer Online-Version in irgendeinem Artikel (den ich nicht mehr finde) davon sprach, dass Niklas Hoheneder sein Debüt bei RB Leipzig im defensiven Mittelfeld feiern könnte. Nicht nur mir kam das offenbar absurd vor, denn auch die LVZ-Redaktion änderte die Passage kurz danach in die Aussage um, dass er möglicherweise in der Viererkette der Abwehr Einsatzzeit bekomme.

Was mir dann wieder Sinn zu machen schien, denn alles andere als eine Verpflichtung von Hoheneder für die Innenverteidigung kam beim überaus üppig besetzten zentralen Mittelfeld doch eigentlich gar nicht in Frage. Lagerblom, Rost, Geißler, Schulz und Ernst balgten sich doch da schon um die Plätze. Daniel Rosin und Thiago Rockenbach spielten im Saisonverlauf auch schon dort. Und Tim Sebastian darf man die Rolle im Notfall auch noch zutrauen.

Doch da hatte man die Rechnung ohne Peter Pacult gemacht, der zeigte, dass die Online-LVZ mit ihrer ursprünglichen Behauptung absolut Recht hatte und Hoheneder im defensiven Mittelfeld einsetzte. Gegen den VfB Lübeck durfte ich mich vom scheinbar undenkbaren höchstpersönlich überzeugen.

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Kaderschmiede RB Leipzig 2012

Für RB Leipzig steht ja offiziellerweise diesen Sonntag der Rückrundenstart auf dem Programm. Ich würde aber weiterhin für ziemlich zweifelhaft halten, dass man die Spielstätte in Norderstedt bis dahin spielbereit herrichtet. Es wird die ganze Woche hindurch frosten und vielleicht noch nen bisschen schneien. Winter halt. Der große Gegner des Fußballs in den Niederungen unterhalb der Bundesliga.

Sei es wie es sei, tun wir der Einfachheit halber so, als stünde also der Rückrundenstart für RB Leipzig unmittelbar bevor. Ob dem tatsächlich so sein wird, ist für die Betrachtung des aktuellen Kaders auch eher irrelevant. Der Kader für die zweite Saisonhälfte steht nach dem Ende der Transferperiode und den hochwertigen Neuzugängen Roman Wallner, Niklas Hoheneder und Tomasz Wisio fest, sodass es sich lohnt, noch mal über die einzelnen Positionen im Team zu gucken.

Hier nicht mit verzeichnet sind im Gegensatz zur Hinrunden-Kaderanalyse Alexander Laas und Matthias Buszkowiak, die beide in der ersten Männermannschaft keine Rolle (mehr) spielen und Shaban Ismaili, der zu Sonnenhof Großaspach wechselte (Viel Glück dort!). Mit dabei sind hingegen die Neuzugänge Wallner, Wisio und Hoheneder. Womit RB Leipzig über insgesamt 26 Spielern verfügt, von denen reichlich 20 auch realistische Einsatzchancen besitzen. Steven Lewerenz, Paul Schinke, Daniel Rosin, Andreas Kerner und eventuell auch Maximilian Watzka dürften es hingegen schwer haben, sich in die Mannschaft zu spielen.

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Testspiel: RB Leipzig vs. Luxemburg 3:0

Testspiel Nummer 5 der Winterpause brachte RB Leipzig gestern am Tag 6 des Trainingslagers in Belek die Nationalmannschaft Luxemburgs als Gegner. Nationalmannschaft klingt erst mal ziemlich beeindruckend. Bedenkt man, dass Luxemburgs beste Fußballlegionäre maximal in zweiten europäischen Ligen spielen (der französischen z.B.) und gar nicht dabei waren, weil sie mit ihren Clubs selbst in der Rückrundenvorbereitung (oder gar im Spielbetrieb) stecken, bleibt ein kleines Land mit der Einwohnerzahl Leipzigs, dessen Nationalmannschaft wohl fußballerisch wohlwollend gutes Regionalligaformat besitzt. Also alles in allem nicht mehr so spektakulär.

Spektakulärer war da bei RB Leipzig schon der Testspieler auf der linken Verteidigerseite Tomasz Wisio, der nach dem Spiel bereits kein Testspieler mehr war, sondern nun bis Ende der nächsten Saison einen Vertrag erhalten wird. Insgesamt eine schöne Sache, denn der 30jährige Pole Wisio, der seinen alten Club, einen griechischen Erstligisten wegen unregelmäßiger Gehaltszahlungen verließ, scheint eine ordentliche Portion Klasse mitzubringen (mehr dazu sicherlich noch nächste Woche nach Abschluss der Transferperiode). Wovon der derzeit verletzte Rivale Umut Kocin eventuell nicht zu 100% begeistert ist. Verständlicherweise..

Auch nicht unspektakulär die sehr frühe Auswechslung von Pekka Lagerblom, der sich in der Vorbereitung bisher zu einer zentralen Figur im zentral-defensiven Mittelfeld aufgeschwungen hatte und laut heutiger LVZ gegen Luxemburg nach einem überflüssigen Gelb-Foul im Mittelfeld von Pacult vom Platz gehotl wurde. Das wäre dann wohl die Höchststrafe. Mal gucken, wie nachhaltig des Trainers Ärger ist. Als nachtragend war er bisher zumindest nicht bekannt. Wäre auch schade, denn einen Lagerblom in Topform kann selbst RB Leipzig nicht einfach so ersetzen.

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Druck

Es wird ein enger Kampf um die Meisterschaft, aber wir müssen und werden das schaffen. Wenn es auf die Zielgerade geht, spüren Kiel und Halle den Druck, den wir die ganze Saison haben. (Pekka Lagerblom via LVZ vom 24.01.2012)

Fühlt sich da noch jemand in die vergangene Saison zurückversetzt? Als man lange, lange behauptete, dass der Chemnitzer FC auch noch Druck verspüren und einbrechen werde, weil er irgendwann der Gejagten-Favoriten-Rolle erliegen würde. Passierte dummerweise nie. Gerade als es dann etwas enger wurde, war der Chemnitzer FC voll da und entschied das Duell mit dem Wolfsburger Nachwuchs klar für sich.

Viel anders wird es diese Saison auch nicht laufen. Der Aufstiegskampf wird letztlich nicht dadurch entschieden, dass andere Mannschaften nachlassen, sondern nur dadurch, dass man selbst schlicht und einfach die stärkere, sportliche Leistung abliefert. Wer ernsthaft glaubt, dass Holstein Kiel und der Hallesche FC irgendwann Druck spüren und daraus Punktverluste resultieren, kann schneller auf Platz zwei oder drei landen, als ihm oder ihr lieb ist.

Oder hobbypsychologisch ausgedrückt: Halle und Kiel haben nichts zu verlieren. Der Druck, den sie spüren, ist ein positiver, von innen heraus motivierender, weil es für sie nur darum geht, den Konkurrenten (quasi den aus ihrer Sicht Geld-Goliath) mit der davidschen Schleuder zu erlegen. Das wird am letzten Spieltag nicht anders sein, wie am 17. Spieltag als Halle in Leipzig bereits jede Menge Druck hatte und diesen offenbar positiv zu wenden verstand.

Die RasenBallsportler werden vermutlich beständig das Scheitern als Drohkulisse im Hinterkopf tragen, die Konkurrenz nur die süßen Früchte, die sie als Spielverderber ernten würden. Es gilt für RB, sich von diesem psychologischen Hintergrund ein Stückchen frei zu machen und vor allem nicht zu glauben, dass die Druck-Situation für Holstein Kiel und Halleschen FC irgendwann die selbe sein könnte.

Individuelle Zahlenrundumleuchte

Zurück zum Sportlichen bei RB Leipzig. Auch wenn das aktuelle Thema des Tages Carsten Kammlott und sein via Interview geäußerter Wechselwunsch ist, soll es hier und heute – auch weil sich an meiner früheren Einschätzung zur Personalie Kammlott nichts geändert hat – noch einmal um einen zahlengespickten Rückblick auf die bisherigen 18 Regionalliga-Spiele gehen. Und zwar vor allem in Bezug auf die individuellen Leistungen. Quasi als Ergänzung der Einzelkritik des Kaders von RB Leipzig von vor Weihnachten.

Insgesamt 20 Spieler können auf Einsatzzeiten bei RB Leipzig zurückblicken. Lediglich 14 von ihnen durften bei mindestens der Hälfte der Spiele in irgendeiner Form den Rasen betreten. Auffällig die beiden Kurzarbeiter Kammlott und vor allem Heidinger. Letzterer spielte in 17 Spielen insgesamt weniger Minuten als Tim Sebastian in acht Spielen. Gar nicht eingesetzt wurden Alexander Laas, Andreas Kerner, Steven Lewerenz, Shaban Ismaili, Matthias Buszkowiak und der langzeitverletzte Maximilian Watzka. Von diesen Sechs schafften es Ismaili und Buszkowiak auch nicht ein einziges Mal bei einem Spiel auf die Bank. Folgerichtig, dass sie den Verein verlassen dürften und derzeit nur bei der zweiten Mannschaft gegen den Ball treten.

Die Dauerbrenner im Kader von RB Leipzig sind hingegen Umut Kocin und Fabian Franke. Alle Spiele, alle Spielminuten. Christian Müller und Pascal Borel standen in den 17 Spiele, in denen sie auflaufen konnten, auch jeweils die komplette Zeit auf dem Platz. Neben Kocin und Franke waren zudem noch Daniel Frahn und Timo Röttger in jedem der 18 Spiele dabei: Individuelle Zahlenrundumleuchte weiterlesen