Pressekonferenz: RB Leipzig vs. Bayer Leverkusen

[Nach dem Bundesligaspiel zwischen RB Leipzig und Bayer Leverkusen hier die Einschätzungen der beiden Trainer Heiko Herrlich und Ralph Hasenhüttl von der Pressekonferenz.]

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22.37

Das war dann wohl nichts. Schon in der ersten Halbzeit war das sehr wild. Da hatte RB aber noch Glück, dass Leverkusen vor dem Tor schludrig mit den eigenen Chancen umgeht. Wenn RB da noch ein mögliches zweites Tor nachlegt und nicht noch in der letzten Minute der ersten Halbzeit den Ausgleich kassiert, geht in dem Spiel noch was. Aber insgesamt war das taktisch zu naiv, es war zu wenig Ball- und Spielkontrolle, sodass Leverkusen über die kompletten 90 Minuten immer wieder zu großen Chancen kam und völlig verdient gewonnen hat.

22.41

Drumherum auch viel unerfreuliches. Aber da habe ich grad kein Bock zu, was zu schreiben. Vielleicht ja im Nachbericht.

22.42

Letztlich passiert so was auch mal, wenn du gegen Leverkusen Run and Gun spielst. Das ist dann halt ein bisschen arg viel Gambling angesichts der offensiven Qualitäten und der Geschwindigkeit des Leverkusener Spiels. Köln und Augsburg haben die Leverkusener Geschwindikeit kontrolliert gekriegt, RB hat das (gewollt oder ungewollt) nicht. Macht dann halt 1:4. Wenn man es hart sagen will, dann war das taktisch verzockt.

22.58

Heiko Herrlich: „Bin glücklich, dass wir gewonnen haben. Gut ins Spiel gekommen. Erste Großchance. Dann aber zehn Minuten geschwommen. Folgerichtig im Rückstand. Haben weiter Fußball gespielt. Ausgleich vor der Pause war verdient. In der zweiten Halbzeit wie entfesselt aufgespielt. Einziger Kritikpunkt, dass wir zu viele Bälle einfach verloren haben. Glück gehabt, dass Leipzig das nicht bestraft hat. Wünsche RB einen Erfolg in Marseille.“

23.02

Ralph Hasenhüttl: „Glückwunsch Heiko zum sehr guten Spiel. Ohne rumreden zu müssen, wir haben verdient verloren. Wir haben zwar zwischenzeitlich gut ins Spiel gefunden und das 1:0 gemacht, aber auch in der Phase waren wir unter Druck gegen einen sehr beweglichen Gegner. Haben dann System umgestellt. Taktisch und technisch schweres Spiel für uns. Als wir stabiler wurden das 1:1 gekriegt. In der Halbzeit war Frage, ob defensiv wechseln oder auf das zweite gehen. Ob wir den richtigen Weg gegangen sind, ist schwer zu sagen. Gegentore haben mit Grundformation nicht so viel zu tun. Auch in der Höhe den Unterschied ausgedrückt. Hätte auch 8:5 ausgehen können. Montagabende abhaken und auf Donnerstagabende konzentrieren.“

23.03

Hasenhüttl: „Vor dem Spiel kritisch mit den Jungs umgegangen, weil wir gegen Marseille zu viele Chancen zugelassen. Waren trotzdem heute nicht in der Lage, einen sehr guten Gegner zu stoppen. Schon über 40 Spiele. Waren heute nicht ebenbürtig aufgrund der Geschwindigkeit. Haben nicht lange Pause. Schwerer Gegner am Donnerstag. Können anders verteidigen als heute. Wird Donnerstag ähnlich druckvoll und dynamisch auf unser Tor gehen. Nächsten zwei Tage noch mal thematisieren und an der Grundformation feilen.“ Hoffen, dass es am Donnerstag besser passt.

23.04

Hasenhüttl: 4-3-3 umgestellt, um die Halbräume besser zuzukriegen. „Gegner hat viel richtig gemacht. Auch effektiv vor dem Tor gewesen. Kopf hoch. Weiter geht es für uns. Eine Nacht drüber schlafen und morgen vor die Jungs treten und ihnen helfen. Zuversicht zusprechen. Können besser spielen als heute in der zweiten Halbzeit. Trainieren können wir nicht mehr viel vor Marseille, da ist nur Regeneration.“

23.06

Hasenhüttl: „Gegen sehr, sehr guten Gegner verloren. Das muss man auch mal anerkennen. Bayer ist viel gelungen, uns in der zweiten Halbzeit nicht mehr. Heimspiele gegen direkten Konkurrenten zu verlieren, tut weh. Rennen noch nicht beendet, wir haben noch fünf Spiele. Wir geben noch nicht auf.“

23.08

Hasenhüttl: Lob dafür, dass sein Team auch nach 89 Minuten noch von den Fans gefeiert wurde. „Habe ich in Deutschland noch nicht oft erlebt.“ „Unterstützung war top.“

23.09

Hasenhüttl: Keita wahrscheinlich nur mit geprellter Hüfte. Im besten Fall keine Gefahr für Donnerstag.

23.10

Das war es von hier. Hasenhüttl sucht noch ein bisschen nach Fassung und danach, wie er die Jungs morgen wieder aufrichtet. Nun, wir suchen wohl in den nächsten Stunden und Tagen auch alle noch ein bisschen nach unserer Fassung. Wird ja nach dem Spiel auch viel über den Teil abseits des grünen Rasens gehen. Viel Spaß damit, hahaha. In diesem Sinne.

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Da half auch beten nicht im Spiel gegen Leverkusen. | GEPA Pictures - Sven Sonntag
GEPA Pictures – Sven Sonntag

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7 Gedanken zu „Pressekonferenz: RB Leipzig vs. Bayer Leverkusen“

  1. Ganz schön blamabel was da heute ablief. Mit dem Spiel muss man leben, sowas passiert halt mal beim Fußball. Aber was im Sektor B heute abging war unter aller Sau! Den Stimmungsboykott in der ersten Hälfte finde ich auch in dieser wichtigen Phase der Saison sehr unglücklich , aber dann in der zweiten Hälfte die eigenen Fans, die immer versuchen alles aus den Massen an Krach rauszukitzeln und immer treu auswärts die Mannschaft unterstützen, auszupfeifen und sich rumzuprügeln ist dermaßen ekelhaft dass mir dafür einfach die gesitteten Worte fehlen. Ich schäme mich heute!

    Hoffentlich spaltet dieser Mist unseren Block nicht auf ewig.

    In diesem Sinne Vorwärts Rasenball!

    1. Das Thema was du ansprichst find ich auch sehr schade, denn ich war dabei. Leider wurden hier wieder einige „Fans“ sehr überheblich. Wir wurden beleidigt für unseren Support in der ersten Halbzeit und auch in der zweiten Halbzeit wurde es seitens der „Sonnenbrillenträger“ nicht besser. Wir haben auch versucht eine sachliche Diskussion zu führen, jedoch sind Aushängeschilder wie „ich war in St. Petersburg“ wichtiger als der der Support in den ersten 45 min. Meine Meinung sieht folgendermaßen aus: Wer die Zeit hat an einem Montag im Stadion zu stehen, sollte sich eher fragen ob seine Kritik an Montagspielen gerechtfertigt ist.
      Schluss, Aus, Ende.

  2. Heute das hat richtig wehgetan, das Spiel und das Verhalten einiger sogenannter „Fans“. Dabei hätte es ein schöner Fußballabend werden können.

  3. @tsubasa und Herr Müller: eine einseitige „Beschuldigung“ in eine Richtung, egal welche es nun ist, trägt meiner Ansicht nach genau zu solchen Eskalationen bei! Da steckt ja schon die Vorverurteilung ganzer Gruppen drin.

    Meinungen darf halt auch jeder haben und somit wirds da immer unterschiedliche Gewichtungen geben. Der Umgang mit dem Anderen ist das Wesentliche.

    Sport frei!

    1. Man wird ja leider inzwischen auch bestätigt. Diese Entwicklung war allerdings abzusehen und ist noch lange nicht abgeschlossen. Bei Red Bull Leipzig ist zuviel Dissonanz innerhalb der Fanszenen vorhanden. Zum einen das absolute Verleugnen des Eigentümers der hier den ganzen Spaß bezahlt, bezeichnenderweise Rasenballismus genannt. Bis zum realistisch und unkritisch betrachteten Begleiten des Angebots auf dem Rasen als Konsument. Dazwischen gibt es viele Facetten und leider kommt vom Club wenig Ansage in welche Richtung es denn gehen soll, dann könnte ein Teil der Fanszene sich ja durchaus eine passendere Alternative (die in Leipzig ja vorhanden ist) suchen.

  4. Klar hätte ich mir auch ein anderes Ergebnis für RB Leipzig gewünscht, doch das ist nun mal so. Hinterher braucht man klare Köpfe. Alles Glück ? dieser Welt wünsche ich RB Leipzig am Donnerstag in Marseille. Andere Mannschaften verlieren auch, aber im großen war es ein spannendes Spiel. Ich war in Sektor C. Hab das in B nicht mitbekommen. Aber wenn ich das hier so lese, so sollten sich einfach alle zusammenreißen. Fertig.

  5. @grinch: unser Verein heißt Rasenball also ist Rasenballismus die genau richtige Bezeichnung. Völlige Verleugnung des Red Bull Konzern ist doch Unsinn und macht auch niemand. Kritischer Umgang und auch eine teilweise Mitgestaltung sollte das gesunde Mittelmaß ohne Ansage des Clubs geben können. Aber deine Vorverurteilung ist ja auch schon fertig und Rausschmiss die Lösung.

    Sportliche Grüße!

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