Wegweisendes Duell

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig beim VfB Stuttgart (11.03.2018, 15.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralph Hasenhüttl und Timo Werner.]

Mitten zwischen die beiden Achtelfinalspiele im Europapokal hat der Spielplanansetzer für RB Leipzig die Partie beim VfB Stuttgart auf den Ansetzungszettel gesetzt. Eine Partie, für die sich vor allem Timo Werner viel vorgenommen zu haben scheint. Bei der Rückkehr an die alte Wirkungsstätte will er offenbar allen beweisen, dass seine Entwicklung in den letzten eineinhalb Jahren in Leipzig überragend war. Abgesehen von dieser Geschichte und der Frage danach, wie Timo Werner in Stuttgart wohl empfangen werden wird, ist Stuttgart gegen Leipzig aber vor allem erstmal ein interessantes Fußballspiel, in dem viel Intensität zu erwarten ist.

Seit fünf Spielen ist beim VfB Tayfun Korkut im Amt. Eine Verpflichtung, die anfangs vielerorts belächelt und mit einem ‚Jetzt ist der Reschke endgültig verrückt geworden‘ kommentiert wurde. Fünf Spiele später weiß man natürlich immer noch nichts über die Halbwertzeit von Korkut in Stuttgart, aber der Spott ist nach vier Siegen und einem Unentschieden erstmal komplett verstummt.

Stuttgart ist hinter den Bayern die Mannschaft der Stunde und hat sich von einem Abstiegskandidaten zu einem Team gemausert, das um Europa mitspielen kann. Mit 33 Punkten liegt man acht Zähler vor dem Relegationsplatz 16 und nur zwei Zähler hinter Platz 7, mit dem man diese Saison nach Stand der Dinge in die Europa-League-Qualifikation einziehen würde. Bei einem Sieg gegen Leipzig hätte man nur noch drei Punkte Rückstand auf RB und auf den fixen Europa-League-Platz 6 (wenn denn der DFB-Pokalsieger unter den ersten Fünf der Tabelle einkommt). Die Partie gegen Leipzig ist also bezüglich Platz 6 schon absolut richtungsweisend, denn bei einer Niederlage wären es wieder neun Punkte Rückstand, die realistisch in dann nur noch acht Spielen nicht aufzuholen sind (natürlich ist Platz 6 nicht Stuttgarts Saisonziel, aber jetzt, wo man schon mal halb in der Nähe ist..).

Insofern ist die Partie natürlich auch für RB Leipzig absolut richtungsweisend, weil man bei einer Niederlage langsam in den Pulk der Teams hinter Platz 6 gezogen würde, anstatt im Kampf um einen Champions-League-Platz mit vier Mannschaften hinter den Bayern mitzuhalten. Gerade angesichts des anstehenden Bayern-Heimspiels und angesichts von drei Spielen in der Bundesliga ohne Sieg wäre ein Erfolgserlebnis für RB Leipzig wohl sehr wichtig. Noch nicht saisonentscheidend, aber eben richtungsweisend.

Dass dieses Spiel auch für den VfB Stuttgart ein richtungsweisendes ist und nicht nur für RB Leipzig hätte man noch in der Winterpause nicht vermutet. Denn man schickte Simon Terodde wegen Torarmut eher für einen Schnäppchenpreis nach Köln und holte dafür Mario Gomez für ähnliches Geld vom VfL Wolfsburg. Und während Terodde gleich mal in zwei Spielen drei Tore schoss, blieb Gomez in drei Spielen ohne Tor.

Dazu holte Sportvorstand Michael Reschke mit Erik Thommy einen Spieler, in dem viele maximal eine Ergänzung sahen. Doch sowohl Gomez als auch Thommy erwiesen sich inzwischen als Spieler, die sportlich sehr gut zum VfB Stuttgart passen und rechtfertigten so inzwischen auch ihre Verpflichtungen. Der in dieser Saison wegen seiner Kaderplanung oft kritisierte Reschke hat am Ende diesbezüglich viel richtig gemacht.

Denn der Kader ist weiterhin sehr talentiert und zukunftsfähig, wenn man an die Pavards, Baumgartls, Ascacibars, Akolos und Co denkt, die alle Anfang 20 sind und noch viel Freude versprechen. Wenn sie nicht vorher zu irgendeinem europäischen Topklub gelockt werden. Drumherum baut man dann erfahrene Stützen ein und scheut sich nicht, einen Badstuber mit einem Einjahresvertrag auszustatten.

Der Kader, den der VfB Stuttgart da zusammengestellt hat, ist ein interessanter. Und Tayfun Korkut ist nun der Trainer, der dem Talent Stabilität gibt. Dass er in Bezug auf die defensive Organisation eines Teams gute Qualitäten hatte er schon vorher in Leverkusen und vor allem in Kaiserslautern bewiesen (in seinem halben Jahr in Kaiserslautern endeten die Hälfte seiner Spiele zu Null). Und auch jetzt in Stuttgart ist defensive Stabilität das Zauberwort. Nur drei Gegentore in fünf Spielen unter Korkut, davon drei Spiele ohne Gegentor, zeugen davon.

Auch RB durfte da vor einem Jahr beim Spiel gegen Korkuts Leverkusen Anschauungsunterricht nehmen, als Bayer sehr kompakt und undurchdringbar, aber auch ballsicher auftrat und offensiv darauf setzte, dass die individuelle Klasse schon irgendwie ein Tor schießen wird (was aber nicht funktionierte). Beim VfB spielt man offensiv nun mit etwas mehr Aggressivität und Vehemenz, aber vom Prinzip her bleibt die Herangehensweise ähnlich.

Dabei setzt Korkut entweder auf ein 4-4-2 oder auf ein 5-2-2-1 aka 3-4-2-1. Gegen RB Leipzig wird es vermutlich die Fünferkette sein. Davor spielt man dann gegen den Ball sehr aggressiv. Gomez ist vorn vielleicht nicht der beste Anläufer der Welt, aber arbeitet auch viel. Dahinter hat man den körperlich sehr robusten Ginczek, dem aktuell noch die Gefährlichkeit vor dem gegnerischen Tor abgeht und Thommy als jenen Akteur, der mit seinen Dribblings und Standards offensiv den Unterschied machen soll (und auch immer wieder macht). Mit seinen Fähigkeiten, im Eins gegen Eins Situationen aufzulösen, steht er im Team recht allein da, seitdem Akolo und Donis vornehmlich die Bank hüten.

Dass Korkut sein Team eher defensiv besetzt, zeigt sich auch daran, dass im 4-4-2 Badstuber als Abräumer vor der Mannschaft die Sechs spielt und Gentner auf die Außenposition rückte. Bei allem Respekt vor Gentner, der unter Korkut eine gute Rolle spielt, aber er ist kein Spieler, dessen primären Qualitäten im Offensivspiel und in Eins-gegen-Eins-Situationen liegen.

Das defensive Herzstück des VfB besteht aus dem aggressiven Wadenbeißer Ascacibar im zentralen Mittelfeld (wo dann Gentner im 3-4-2-1 neben ihn rücken könnte). Und natürlich aus der Dreierkette Pavard, Badstuber, Baumgartl, die in Sachen Zweikampf und Stabilität schon eine ordentliche Wand ist und mit Zieler einen sehr guten Rückhalt hinter sich weiß. Das einzige Problem in der Abwehrorganisation könnte sein, dass das Mittelfeld im aggressiven Anlaufen nach vorn immer mal zu viele Lücken zur nicht zwangsläufig nachrückenden Innenverteidigung aufmacht und sich da Räume zum bespielen auftun.

Das ganz große Spektakel ist bei VfB-Spielen eher nicht zu erwarten. Eher viel Arbeit gegen den Ball und dann die Hoffnung, dass das Trio Thommy, Ginczek, Gomez, also Dribbling, Körper und Abschlussstärke das veredeln. Das Chancenverhältnis unter Korkut liegt bisher bei 21:21, also 4,2:4,2 Chancen pro Spiel. Im Saisonschnitt sind es in der Bundesliga insgesamt 5,3:5,3 Chancen pro Spiel. Unter Vorgänger Hannes Wolf lag das Chancenverhältnis noch bei 97:107, also im Schnitt bei 4,9 zu 5,4. Korkut hat also generell an der Schraube der Offenheit der Spiele gedreht (und vor allem auswärts für Stabilität gesorgt) und lebt mit seinem Verein davon, dass man wesentlich effizienter agiert als die jeweiligen Gegner.

Dazu kommt ein sehr hoher Laufaufwand, den das Korkut-Team abreißt. Rund 120 km stehen da im Schnitt in den letzten fünf Spielen, deutlichst mehr als unter Vorgänger Wolf. Ob das ein kurzfristiger Trainereffekt oder ein langfristiger Systemeffekt ist, wird man abwarten müssen. Aktuell heißt es aber für die Gegner, dass sie auch viel laufen müssen, wenn sie gegen Stuttgart was holen wollen.

Wohin sich der VfB Stuttgart unter Korkut entwickelt, bleibt ein bisschen unklar. Den Defensivfokus hatte ja auch Wolf eigentlich schon. Problem war halt nur, dass der VfB eines der schwächsten Teams der Liga war, wenn es um das Herausspielen von Torabschlüssen aus dem normalen Spiel heraus ging. Das Problem kann man via Gomez und Ginczek natürlich über mehr Effizienz lösen. Wenn man es grundsätzlicher lösen will, dann braucht man bessere spielerische Lösungen. Mit Korkuts Setzen auf wenig Ballbesitz und Arbeit gegen den Ball sieht es aber derzeit nicht danach aus, dass das ein kurzfristiges Ziel ist, auch wenn der VfB sehr wohl über ein Team verfügt, das gut Fußball spielen kann, wie man auch immer wieder phasenweise zeigt.

Viel Arbeit, die da auf RB Leipzig zukommt gegen einen klassischen Gegner der Marke unangenehm. Nach der Partie gegen St. Petersburg wird man sich zu einer weiteren Energieleistung aufraffen und geduldig spielen und gleichzeitig aufmerksam verteidigen müssen. In Stuttgart in Rückstand zu geraten, würde die Dinge wohl unnötig verkomplizieren.

Zu rechnen ist damit, dass Ralph Hasenhüttl ein bisschen Frische ins Spiel bringt. Konrad Laimer wird wegen Adduktorenproblemen ausfallen, sodass es auf den Außenverteidigerpositionen langsam eng wird (bzw. langsam wieder mal Ilsanker dort in den Fokus rückt). Kevin Kampl bleibt für die Partie vorerst fraglich, was die Optionen im zentralen Mittelfeld nicht gerade breiter macht (auch hier wäre Ilsanker natürlich eine Option). Dafür hat man im Angriff viele Variationsmöglichkeiten, sodass Lookman und Sabitzer ins Team rücken könnten. Forsberg wird das Spiel aber wohl auf der Bank beginnen, weil man ihn nach seiner längeren Verletzung nicht verheizen will. Wäre jemand, der im Fall der Fälle in den letzten 20 Minuten noch mal kommen könnte.

Mögliche Aufstellungen

  • VfB Stuttgart: Zieler – Baumgartl, Badstuber, Pavard – Beck, Gentner, Ascacibar, Insua (Aogo) – Thommy, Ginczek – Gomez
  • RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Orban, Upamecano (Konaté), Bernardo – Demme (Kampl, Ilsanker), Keita – Sabitzer, Lookman (Bruma) – Poulsen (Augustin), Werner

Fazit: Sehr wichtiges, richtungsweisendes Spiel für RB Leipzig, aber auch eine sehr schwere Partie bei einem VfB Stuttgart, der mit viel Intensität seine Gegner bekämpft und dann mit viel Effizienz zuschlägt, wenn sich die Chancen ergeben. Das wird für die Defensive gegen die Physis von Ginczek und Gomez und die Technik von Thommy genauso schwer wie für die Offensive, die sich gegen einen aggressiven und in letzter Linie sehr zweikampfstarken Verbund durchspielen muss.

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[Wer das Spiel von RB Leipzig beim VfB Stuttgart nicht vor Ort verfolgen kann und am 11.03.2018, ab 15.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. VfB Stuttgart

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Ralph Hasenhüttl hätte auch nach dem Spiel in Dortmund gern was zu lachen. | GEPA Pictures - Roger Petzsche
GEPA Pictures – Roger Petzsche

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig beim VfB Stuttgart mit Ralph Hasenhüttl und Timo Werner.

13.17

So, da sind wir schon wieder, müde, aber voller Vorfreude auf das nächste Bundesligaspiel. Der eine oder andere freut sich aber vielleicht auch schon auf die Länderspielpause, die nicht mehr allzu weit entfernt ist..

13.19

Ein wichtiges Spiel für RB Leipzig. Drei Spiele in der Bundesliga ohne Sieg. Im Kampf um die Champions League ein bisschen Boden verloren. Und nun bei den derzeit sehr starken und vor allem sehr gut verteidigenden Stuttgartern, die sehr viel Intensität in die Partie bringen werden. Da braucht RB auch ein bisschen geistige Frische, um da gegenzuhalten. Dürfte entsprechend wohl den einen oder anderen Wechsel im Team geben. Ein Lookman wäre beispielsweise ein Kandidat für die Startelf. Auch Kampl und Sabitzer könnten zurückkehren. Dass Werner ziemlich sicher spielen wird, hat Hasenhüttl ja gestern schon angekündigt.

13.20

Warum hier heute Timo Werner auf dem Podium sitzt, ist noch ein bisschen unklar. In jüngerer Vergangenheit ja eher nicht vorgesehen, dass ein Spieler vor einem Bundesligaspiel vor die Presse tritt. Das erste Spiel beim Heimatverein dürfte der naheliegende Grund sein.

13.21

Reichlich 52.000 Zuschauer werden nach letztem Stand in Stuttgart erwartet. RB Leipzig bringt irgendwas bei 1.200 Anhänger mit. Ein ordentlicher Rahmen, aber in einem 60.000er-Stadion auch lange nicht voll.

13.23

Nach vier Heimspielen in Folge mal wieder ein Auswärtsspiel. Ist ja auch ganz schön, mal wieder rauszukommen aus Leipzig..

13.34

Timo Werner wegen vielen Anfragen, die man nicht alle abarbeiten kann, heute auf der Pressekonferenz. Alle auf einmal abfrühstücken also.

Werner: „Gutes Spiel gestern. Viel gemacht, was der Trainer wollte. Zwei schöne Tore geschossen. Hinten kompakt gestanden. Gegentor ist blöd. Aber Zenit muss erstmal gegen uns gewinnen. Bin positiv gestimmt, dass wir weiterkommen.“

„Stuttgart wird sehr schwer. Stehen defensiv gut. Wenn wir wie gegen Dortmund spielen, haben wir gute Chancen zu gewinnen.“

„Für einen Stürmer sind Tore immer wichtig. Seit Neapel nicht mehr getroffen. Das war unglücklich. Freue mich, getroffen zu haben und dass ich der Mannschaft helfen konnte. Nie schön abends einzuschlafen, wenn man der Mannschaft nicht helfen konnte und kein Tor geschossen hat.“ Will den Champions-League-Platz noch erreichen.

13.39

Werner: „International liegt mir anscheinend. Gerade mitspielende Mannschaften sind nicht schlecht, weil da mehr Räume sind. In der Bundesliga stehen die Teams gegen uns tiefer. Habe aber auch in der Bundesliga schon gezeigt, dass ich da treffen kann.“

Keine Vertragsverlängerung zu verkünden. „Beschäftigt mich im Moment gar nicht.“ Viele wichtige Spiele und Nationalmannschaft stehen im Vordergrund. „Habe noch bis 2020 Vertrag. Lange Zeit. Leipzig war genau der richtige Schritt.“ Schön da zu sein. Alles gut mit der Mannschaft. Aber gerade kein Zeitpunkt über Vertragsverlängerung nachzudenken.

„Gutes Verhältnis zum Trainer. Reiben uns aneinander, aber das ist normal. Lachen viel miteinander. Das wichtigste ist, sich neben dem Platz zu verstehen. Was auf dem Platz passiert, räumt man schnellstmöglich aus dem Weg.“ Will nicht sagen, was Thema des kürzlichen Einzelgesprächs mit Hasenhütll war.

„Leipzig ist auch meine Heimat geworden.Aber Stuttgart bleibt in meinem Herzen, da komme ich her. Vielleicht gehe ich auch irgendwann dahin zurück. Fühle mich sehr wohl in Leipzig. Viele gute Orte gefunden. Leute im Verein sind sehr angenehm. Lange nicht mehr in Stuttgart gewesen. Mit 22 hat man nicht mehr so viel Heimweh nach der alten Dönerbude oder Schule.“

13.44

Werner: „Umfeld ist sehr wichtig. Da ist es leichter Leistung zu bringen. Bei uns im Stadion wird auch nicht so schnell gemurrt. Auch auf dem Platz sehr angenehm. Wichtig, das Vertrauen des Trainerteams zu spüren. Wichtig für die eigene Leistung.“

„Gibt für Stürmer immer Phasen, wo es nicht so läuft. Darf man nicht verzweifeln und muss weiterspielen. Das habe ich gestern glaube gut hinbekommen. Wenn man nicht aufgibt, dann kann man trotzdem sein Tor machen. Trick ist, gelassen zu bleiben, wenn man ein paar Spiele nicht getroffen hat. Fußball ist schnelllebig, gerade für Stürmer. Den einen Tag ist man Buhmann, den nächsten Tag der Held.“

Konkurrenz zu Gomez?: „Motivert mich, gegen den VfB zu spielen, nicht dass ich gegen Mario spiele. Will zeigen, was ich gelernt habe. Freut mich auch, gegen Mario zu spielen. War früher mein Vorbild. Ist immer besonders, auch mit ihm in der Nationalmannschaft. Verstehen uns in der Nationalelf alle sehr gut. Jeder will einen Platz haben, aber da kommt kein Neid auf. Da kämpfen alle mit fairen Mitteln. Gutes Verhältnis zu Gomez, freue mich ihn wiederzusehen. Ist kein Konkurrenzkampf mit ihm am Sonntag. Wenn er trifft ist es Kacke, weil er gegen uns trifft.“ Und nicht, weil es ein Tor im Konkurrenzkampf mit Werner sein könnte.

13.47

Werner und die Dreifachbelastung?: „Spiel in Stuttgart kann ich mir nicht entgehen lassen. Alle drei Tage ist neu für uns. In der Hinrunde ist uns die Luft ein bisschen ausgegangen. Aber man gewöhnt sich recht schnell dran.“ Wechsel im Team bedeutet kein Qualitätsabfall. Man könne jeden Spieler einsetzen. „Wir sind alle sehr jung und können die Belastung gut wegstecken.“

Musste viele Karten besorgen für Freunde und Familie. „Freue mich, dass so viele da sind. War kein Problem, da habe ich noch genug Freunde im Verein.“

„In der ganzen Saison fast keine Anfeindungen mehr gehabt. Erstes Spiel in Stuttgart wieder, aber ich habe da keine Bedenken. Beim Länderspiel wurde ich dort gefeiert. Wird natürlich am Sonntag nicht so.“ Hofft aber wie mit der Nationalelf auf zwei Tore in Stuttgart.

Wenn er nicht trifft, verändert er nichts an seinen Abläufen und an seinem Tun. „Man strengt sich im Training vielleicht noch mehr an, um zu zeigen, dass man willig und ehrgeizig ist. An meinem Denken habe ich nichts verändert. Ich weiß, was ich kann.“

13.50

Hasenhüttl: „Werner hat ja schon mit der Nationalmannschaft in Stuttgart gespielt und wurde mit Standing Ovations verabschiedet. Sein Abschied beim VfB war eine Win-Win-Situation.“ Weil Stuttgart Geld verdienen konnte und es für Werner der richtige sportliche Schritt war. „Sehe das entspannt am Wochenende. Sollte er spielen, spielt er sicher gut.“

Konrad Laimer am Wochenende nicht dabei. „War gestern schon zu befürchten.“ Kampl heute nicht dabei. Vielleicht morgen beim Abschlusstraining dabei. Reizung zurückgegangen. Also für Sonntag auch noch unklar.

Gulacsi und der Finger. „Sieht nicht gerader aus als gestern. Torhüter sind eine eigene Spezies und können auch mit krummen Fingern Bälle fangen. Kann spielen.“

13.54

Hasenhüttl zu Werner noch mal: „Unbestritten, dass im ersten Jahr viel auf ihn eingeprasselt ist. Viel Erfolg, aber auch vieles, was nicht so einfach zu verkraften war.“ Vorher noch kein Spieler, der so für eine Schwalbe ans Kreuz genagelt wurde. Kritisiert Werner viel, um ihm bei der Entwicklung zu helfen. „Wichtig in dem Alter, seine Schwächen zu sehen. Gibt kaum einen Stürmer in Europa, der in dem Alter schon so gut ist.“ „Wichtig, die Erfahrungen zu verarbeiten. Von dem Schatz wird er in seiner Karriere profitieren.“

„Glaube, es ist ein Vorteil, dass ich als ehemaliger Stürmer Werners Gemütslage verstehe. Deswegen ist der Austausch mit ihm vielleicht auch intensiver als mit einem Defensivspezialisten. Muss als Cheftrainer natürlich zu allen guten Kontakt haben. Werner hat in eineinhalb Jahren sehr schnell gelernt. Zeigt, was der intensive Beruf mit sich bringt. Das formt einen.“

13.58

Hasenhüttl: „Ergebnisse des VfB in den letzten Wochen sprechen für Stabilität. Das war in der Hinrunde nicht so der Fall. Gewinnen inzwischen auch auswärts. Haben eine richtige Serie gestartet und sich unten rausgekämpft. Sehr gute Defensive. Definieren sich über wenig Ballbesitz. Machen aus wenigen Chancen viel. Spielweise braucht Momentum, das haben sie. In Stuttgart was zu holen, ist sehr schwer. Haben diese Saison noch nicht viele geschafft. Werden dort eine Leistung brauchen wie in Dortmund. Brauchen einen ähnlich souveränen Vortrag wie gestern.“ Zielstrebig nach vorn und gleichzeitig große Bereitschaft, Tore zu verhindern.

„Frage ist, warum wir in der Europa League so auftreten? Ist es ein Wettbewerb, in dem wir nur gewinnen können, während wir in der Liga nur verlieren können? Sind jetzt aber Sechster und die Jäger. Kann uns vielleicht helfen und vielleicht können wir als Jäger in der Bundesliga so auftreten wie gestern. Mit weniger Gedanken über das Ergebnis.“ Viel Arbeiten und alles reinschmeißen.

14.03

Hasenhüttl: „Forsberg gestern bis zum Schluss nicht müde. Freut mich sehr. Wollten ihn behutsam aufbauen. Müssen jetzt gucken, wie wir weiter vorgehen.“ Klingt eher danach, als würde Hasenhüttl Forsberg am Sonntag erstmal auf die Bank setzen, um ihn nicht zu überlasten. Lookman als Option. Sabitzer auch, nachdem er gegen Zenit lange nur auf der Bank saß.

Zur Europa League: „Wir haben große Lust, dort noch ein paar Runden zu überstehen. Haben die meisten Punkte hinter den Bayern geholt. Auch für Deutschland. Sind uns unserer Aufgabe und Verantwortung bewusst. Fahren nach St. Petersburg und tun alles dafür, noch eine weitere Runde Europa League zu spielen.“

„Leistungen zwischen Europa League und Bundesliga unterscheiden sich nicht extrem.“ Effizienz besser. „Konnten gestern abwarten, da ist der Grundstress nicht so hoch wie in der Bundesliga.“ In der Liga in Rückstand zu geraten oder einen Ausgleich zu kassieren, sei da problematisch. „Werden in Stuttgart nicht so viele Chancen bekommen. Effizienz steht über allem.“ Dazu gut defensiv arbeiten.

14.05

Hasenhüttl: Dortmund gegen Salzburg nicht gesehen. „Freue mich, dass eine österreichische Mannschaft mal in Deutschland gewonnen hat.“ Ob man mal auf Salzburg trifft, interessiert Hasenhüttl noch nicht, weil erst die Hälfte des Achtelfinales gespielt ist.

14.07

So, das war es von hier. Viele Sätze wurden geäußert. Zufriedenheit mit dem Spiel gestern ist weiter spürbar. Und einiger Respekt vor Stuttgart. Werner hat in dem Spiel offenbar einiges vor. Wenn er ohne Tor nach Hause fährt, könnte es abends mit dem Einschlafen mal wieder schwierig werden. Das kann doch aber auch keiner wollen. In diesem Sinne schönes Wochenende allerseits. Und ein schönes Spiel am Sonntagnachmittag.

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