Auf ein Neues in 2014

Keine drei Wochen sind es mehr, bevor es in der dritten Liga mit dem 22.Spieltag weitergeht. Und in den letzten 17 Ligaspielen am oberen Ende der Tabelle geklärt wird, welche zwei Teams sicher aufsteigen und wer zusätzlich noch in die Relegation darf bzw. je nach Sichtweise auch muss.

Drei Wochen, darin drückt sich auch einer der vielen schönen Seiten der dritten Liga aus. Nämlich dass es nach der Winterpause nicht so ein zähes Gewarte wie noch in der Regionalliga gibt, sondern man relativ zügig weitermacht. Wobei dies auch abhängig sein wird von den Wetterverhältnissen, denn der Logik der Wahrscheinlichkeit folgend, kommt der bisher ausgebliebene Winter noch und dürfte dann wohl auch einige Drittligaspiele kippen, da man davon ausgehen kann, dass auch in diesem Jahr die Rasenheizungen an der einen oder anderen Stelle aus Kostengründen gar nicht erst benutzt werden (so es denn eine gibt).

Der Auftakt am 25.01.2013 gegen Burghausen dürfte davon aber nicht betroffen sein. Denn dieser findet in der heimischen Red Bull Arena statt. Wobei man in Bezug auf die Winterfestigkeit des Bauwerks seit der Absage des Spiels gegen Lok vor einem knappen Jahr vorsichtig sein muss..

Bis zum ersten Saisonspiel ist jedenfalls erstmal harte Arbeit angesagt. Das erste Vorbereitungs’highlight‘ in Form eines Lauftrainingslagers werden die RasenBallsportler heute bereits beenden. Und drei Tage mit wenig spaßigem Lauf- und Krafttraining mit einem Testspiel gegen den Sechstligisten 1.FC Bitterfeld-Wolfen krönen (Anpfiff am Cottaweg 16 Uhr).

Am Donnerstag geht es dann in die zweite Vorbereitungsrunde und in ein zehntägiges Trainingslager in die Türkei, wo man drei weitere Testspiele gegen zwei Schweizer Teams und gegen die U23 von Fortuna Düsseldorf bestreiten wird, bevor man in die finale Vorbereitungswoche vor dem Wiederbeginn der Saison geht.

Wie viele Neuzugänge mit im Flieger in die Türkei sitzen werden, ist nach heutigem Stand noch schwer abzuschätzen. Offiziell dabei ist mit Mikko Sumusalo, dem finnischen Außenverteidiger, der noch leicht verletzt ist, bisher lediglich ein Spieler. Doch die Gerüchteküche wird praktisch täglich befeuert. Ganz heißer Kandidat seit gestern das 18jährige Sturmtalent Federico Palacios-Martinez vom VfL Wolfsburg, der nach Aussagen von Klaus Allofs spätestens im Sommer nach Leipzig kommen wird. Aktuell wird spekuliert, ob der junge Mann, der bei einigen Topvereinen auf dem Zettel stand, bereits in der Winterpause wechseln könnte. Dürfte dann allerdings ein paar Euro kosten..

Was mit einem Stefan Kutschke wird, den sich die LVZ als Lieblingswinterlochgerücht ausgeguckt hat, das man fast täglich mit mehr oder minder Neuem befeuert, ist unklar. Vor allem, wenn Palacios-Martinez schon im Winter kommen sollte. Alle anderen Namen, wie sie rechts in der Seitenleiste zu finden sind, bleiben wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher in der Verlosung. Die Neuigkeiten dazu gibt es in den Presseupdates. Später am Tag geht es auch dort wieder los.

Fakt ist wohl, dass man neben einer Offensivkraft noch einen zentralen Sechser als Konkurrenz zu Henrik Ernst suchen dürfte. Inwieweit auch ein Zehner auf dem Wunschzettel und ob Thiago Rockenbach tatsächlich schon kurz vor der Vertragsauflösung steht, wird die Zukunft zeigen. Beides kann, muss aber nicht.

Auch erst die Zukunft wird zeigen, inwiefern die Winterneuzugänge, die die individuelle Qualität im Team von RB Leipzig auf jeden Fall heben werden, tatsächlich auch zu einer Leistungssteigerung der Mannschaft führen. Umstellungen im Kader sind meist nicht ohne Reibungsverluste sportlicher oder menschlicher Natur zu kriegen. Die neuen Spieler sind zu integrieren, die alten Spieler auch in der Hierarchie zu ersetzen (was insbesondere bei Schulz nicht ganz einfach ist). Inwiefern das sofort funktioniert, kann niemand seriös prognostizieren, ganz egal wie gut die Neuzugänge sportlich dann letztlich sein mögen.

Abzuschätzen ist, dass RB Leipzig viel stärker als noch zu Saisonbeginn in einer Favoritenrolle stecken wird. Platz 2 mit fünf Punkten Vorsprung, dazu bis zum 25.01. einige Neuzugänge auf (potenziellem) Zweitliganiveau. Man würde sich ziemlich lächerlich machen, wenn man nicht davon ausgeht, dass das Ziel angesichts der Voraussetzungen nur im Erreichen eines Aufstiegsplatzes bestehen kann. Ob man das dann auch erreicht, ist eine andere Frage, die sich auch in vielen kleinen Details entscheidet, aber von den Möglichkeiten und Fähigkeiten her wird RB Leipzig für die letzten 17 Spielen hinter Heidenheim wohl Topfavorit in der dritten Liga sein.

Für ein erfolgreiches Arbeiten ist nicht nur die schnelle Integration der Neuzugänge, sondern auch ein guter Start nach der Winterpause essenziell. Nach dem Heimspiel gegen Burghausen warten da mit Duisburg und Erfurt (wenn das Wetter mitspielt) zwei ganz harte Auswärtsaufgaben bei mehr oder minder direkten Konkurrenten im Aufstiegskampf. Kein langsames Hineinrutschen in die letzte Saisonphase, sondern 100% von Anfang an. Mal sehen, wie das unter den Bedingungen eines leicht veränderten Mannschaftsgesichts funktionieren wird.

Hier im Blog werden die knapp drei Wochen bis zum Startschuss gut gefüllt sein mit Nachträgen zur Hinrunde, Kader- und Transferanalysen, Saisonvorbetrachtungen, Freundschaftsspielen und sicher auch ein, zwei Themen aus dem jeweiligen Tagesgeschäft. Also sonderlich lang sollte die Zeit bis zum Burghausen-Spiel nicht werden.

Das Jahr 2014 wird als Jahr, in dem RB Leipzig Kontakt mit der DFL aufnahm, in die Geschichte eingehen. Zumindest einen Lizenzantrag für die zweite Liga wird man erstmals stellen. Und somit auch eine Antwort erhalten, ob man denn mit der aktuellen Vereinskonstitution in Bezug auf Satzung und Co im Kreis des Profifußballs aufgenommen wird. Keine ganz uninteressante Frage, die man – wenn man der Tradition im deutschen Fußball treu bleibt – aber irgendwo im Hinterzimmer in irgendeiner Art von Vergleich klären wird. Weder DFL, noch RB Leipzig werden größeres Interesse an juristischen Auseinandersetzungen haben. Interessant wird lediglich, inwiefern und an welcher Stelle RB einen Schritt auf die DFL zugeht.

Mehr als ein Schritt ist es noch bis in die zweite Liga. Aber der Weg ist auch nicht mehr so unvorstellbar weit wie noch zu Saisonbeginn. Abgesehen davon besteht der Unterschied auch darin, dass die RasenBallsportler in den verbleibenden 17 Spielen mit Platz 2 etwas zu verlieren haben, das sie noch vor ein paar Wochen nur gewinnen konnten. Eine interessante psychologische Verschiebung, die auch zusätzlichen Druck bedeutet.

Wenn man sich davon frei macht und sich zusammen mit dem Umfeld vielleicht so etwas wie Aufstiegseuphorie entwickelt, dann haben die RasenBallsportler sehr gute Chancen, sich auf direktem Wege Zweitligafußball und mindestens ein DFB-Pokal-Spiel zu sichern. Wenn das Ziel Aufstieg zur Last wird, weil der Nichtaufstieg als Angst vor Niederlage und Scheitern in den Hinterköpfen herumwabert, dann wird es eine schwere, lange Restsaison.

In jedem Fall warten 17 Ligaspiele und mindestens ein Sachsenpokalspiel, auf die man sich in den verbleibenden 18 Wochen bis zum Saisonfinale bei den Stuttgarter Kickers (wenn nicht danach noch zwei Relegationsspiele anstehen) freuen darf. In diesem Sinne viel Spaß und ein erfolgreiches und gesundes neues Jahr allerseits.

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6 Gedanken zu „Auf ein Neues in 2014“

  1. Ich mag Kutschke. Der Mann ist ein Energiepaket und keiner wird vergessen wie oft er mit seinem Feuer die Mannschaft (und die Fans) nochmal angepeitscht hat – nicht zuletzt beim Relegationsspiel in Lotte. Dafür gebührt ihm in der Geschichte des RBL und des Leipziger Fussballs ein kleines Ehrenplätzchen. Und gerade deshalb fällt es mir so schwer mir vorzustellen wie seine Rückkehr aussehen könnte. Denn einen Turm im zentralen Sturm, der im Strafraum Kopfbälle verteilt braucht RBL nicht wirklich oder zumindest nicht in der Funktion eines Stammspielers. Das ganze ginge eigentlich nur auf wenn Kutschke – und AZ – einen Weg finden ihn spielerisch deutlich weiter zu entwickeln in eine neue Richtung. Wenn – und nur wenn – das gelänge wäre ich der Erste, der jubelnd im Stadion steht wenn „das Tier“ wieder auf den Platz marschieren sollte.

    Das Thema DFL finde ich besonders interessant. Denn genau hier hätte der Verband eine Chance sich klar und deutlich von dem Geschwallere abzugrenzen das immer zu den „Kommerzvereinen“ abgesondert wird. Leider sind nahezu alle Fussballverbände (und andere Verbände) undurchsichtige Organisationen, die fernab von Fans und Realitäten ihre abstrusen Entscheidungen treffen.
    Ich bin jedenfalls gespannt wie die offizielle Linie aussehen wird sobald der Antrag von RB eingegangen ist und beantwortet werden muss.

  2. Allen Bloglesern wünsche ich ein gesundes Jahr 2014.
    Ohne Prophet zu sein, der Aufstiegsdrops ist noch nicht gelutscht.
    Ich erwarte Spannung bis zum letzten Spiel.
    Verstärkung hin oder her. Der Ball muss ins Tor. Daher, es werden wieder einige „dreckige“ Spiele zu sehen sein. Egal, Hauptsache die Fangemeinschaft wächst, und die Integration von RB in der Stadt und im Umland setzt sich fort.
    Alles andere wird schon, ob in dieser Saison oder in der nächsten Saison. Drei Jahre Regionalliga waren nicht immer schön, doch für das RBL Fundament sehr wichtig.
    So sehe ich es auch in der 3.Liga. Ich freue mich auf jedes Spiel, ob als Zuschauer oder am Fan-Radio. Bei Siegen gewinnt man Freunde, bei Niederlagen erkennt man, ob es „echte“ Freunde sind…

  3. Das Thema DFL / Lizenzierung hatte ich bislang gar nicht auf dem Schirm. Sehr gut also, dass es „hier“ wieder los geht… Freu mich drauf!

  4. „Hier im Blog werden die knapp drei Wochen bis zum Startschuss gut gefüllt sein mit Nachträgen zur Hinrunde, Kader- und Transferanalysen, Saisonvorbetrachtungen, Freundschaftsspielen und sicher auch ein, zwei Themen aus dem jeweiligen Tagesgeschäft. Also sonderlich lang sollte die Zeit bis zum Burghausen-Spiel nicht werden.“

    Meine Tage sind gerettet!

  5. Auch von mir gesundes Neues. Viel Spaß bei der Arbeit und natürlich voraus eilend einen Dank wie immer an unseren Blogger.
    Ick freu mir. Liebe grüße aus Hamburg.

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