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Regionalliga: Sportfreunde Lotte vs. RB Leipzig 2:2 n.V.

Leider geil. Damit könnte man das Kapitel des gestrigen Spiels auch eigentlich schließen. Denn das emotionale Erlebnis Aufstieg in all seinen Hoch- und Tiefdimensionen überlagerte das analytische Erlebnis des Spiels von RB Leipzig bei den Sportfreunden Lotte, des wichtigsten Spiels in der kurzen Vereinsgeschichte um Längen. Aber versuchen wir es trotzdem mal.

Man konnte vor dem Spiel erwarten, dass es nicht das eher abwartende, chancenarme Spiel wie in Leipzig wird. Und letztlich bekam man über reichlich 90 Minuten, bis dann irgendwann die Entscheidung fiel, einen Kampf mit offenem Visier und reichlich guten Chancen.. Fast schon unglaublich dabei, dass die Partie noch intensiver geführt wurde als das Hinspiel. Von der ersten Minute an war ein unglaubliches Feuer auf dem Feld.

Insbesondere die Lotter Bank war früh on fire und bei jedem Foul und jeder Schiedsrichterentscheidung auf 180 und an der Seitenlinie. Das gipfelte dann auch darin, dass die Wechselspieler bei ihren Auwärmübungen hinterm eigenen Tor bei Ecken den Schützen nicht nur bequatschten, sondern dazu noch in Form des Ersatzkeepers in 5 Metern Entfernung mit Hampeln aus der Ruhe bringen wolllte. Unglaublich, wie sich Lotte in dieses Spiel förmlich hineinputschte.

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The Final Countdown

Einen kurzen Moment setzte am Mittwoch-Abend wohlige Entspannung ein. Das 2:0, das RB Leipzig im Relegationsheimspiel gegen die Sportfreunde Lotte erzielte, war das optimale Resultat nach einem chancenarmen Spiel und entsprach wohl ziemlich genau dem, was man sich vorher als Idealfall gewünscht hatte. Dazu flog Amir Shapourzadeh und damit der mit Abstand beste Scorer bei den Sportfreunden in der Nachspielzeit noch – umstritten hin oder her – mit glatt rot vom Platz. Sodass die Unsicherheit von vor dem Spiel, was man sich denn wohl für eine Ausgangssituation für das Rückspiel sichern könne, dem beruhigenden Wissen wich, dass die Ausgangssituation ziemlich gut ist.

Je näher das Rückspiel kommt, desto unberuhigender wird die Ausgangssituation aber wieder. So viel kann ja schließlich passieren. Im Fußball sowieso. Eine falsche Elfmeterentscheidung, ein abgefäschter Schuss und schon kippt das Spiel vielleicht in die falsche Richtung. Weswegen das 2:0 zwar ein gutes, aber eben auch kein sicheres Polster ist. Und weswegen bei den Sportfreunden nach kurz hängenden Köpfen auch der Blick nach vorn und auf das unter Umständen machbare gerichtet wurde.

Allerdings haben sich im Gegensatz zum Hinspiel deutlich die Voraussetzungen verschoben. Konnte man im Hinspiel noch erwarten, dass sich die Mannschaften mit ihrem hohen Angreifen und Pressing ein Stückweit neutralisieren, auch weil beide Mannschaften in einem solchen Spiel nicht das letzte Risiko suchen würden, könnte genau dies beim Rückspiel in Lotte nicht mehr der Fall sein. Denn Lotte muss in 90 Minuten mindestens zwei Tore machen und wird entsprechend versuchen, den gegnerischen Kasten mit mehr Vehemenz zu belagern.

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Regionalliga: RB Leipzig vs. Sportfreunde Lotte 2:0

Selten hat man wohl ein Spiel erlebt, bei dem die Erwartungen an seinen Verlauf sich so erfüllten, wie beim Relegationshinspiel zur dritten Liga zwischen RB Leipzig und den Sportfreunden Lotte. Man konnte ein robust-nüchternes Spiel zweier hoch angreifenden und verteidigenden Mannschaften mit wenigen Torchancen erwarten und hat genau das gekriegt. Dass RB Leipzig mit einem 2:0 zum Rückspiel fährt, war letztlich das Optimum, was aus RB-Sicht aus dem Spiel herauszuholen war.

Alexander Zorniger sprach nach dem Spiel von einem „Abnutzungskampf“. Und genau der war es vor allem in der ersten Halbzeit, als sich die Teams keinen Zentimeter des grünen Rasens schenkten und zwischen den Strafräumen nach Herzenslust um den Ball gekämpft wurde. Das war insgesamt nicht die ganz große Fußballkunst, aber zumindest hochgradig intensiv und aufgrund der Relegationssituation sowieso spannend. Das besondere dieses Relegationshinspiels, in dem niemand den ersten Fehler machen wollte, war jederzeit zu spüren und äußerte sich auch in zumindest so zu interpretierender Nervosität. Denn gerade die leichten Ballverluste und Stockfehler bei RB gab es in dieser Häufigkeit schon lange nicht mehr zu sehen. Geordnete Bälle in die Spitze waren dagegen wenige zu vermelden.

Zu sehen waren vor allem Standards der Sportfreunde Lotte, die in der ersten Halbzeit insgesamt den leicht geordnetern Eindruck machten und im Mittelfeld ein optisches Übergewicht erzielten. Gefährlich wurde es aber trotzdem nur nach Ecken und Freistößen. Von letzteren verhängte die kleinlich, aber auch nicht konsequent und auch nicht immer richtig pfeifende Schiedsrichtern so einige rund um den RB-Strafraum. Vor dem Spiel war klar, dass man ruhende Bälle in Tornähe vermeiden sollte. Im Spiel wurde dann auch klar, warum, denn nach Ecken und Freistößen musste die RB-Defensive einige Male zittern. Es war zwar letztlich kein extrem gefährlicher Ball dabei, aber man hatte auch nicht das Gefühl, dass das Vermeiden eines Gegentors gegen die kopfballstarken Gäste ewig gut gehen könne, wenn denn die Bälle weiter so durch den Strafraum segeln.

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Liveblog zur Relegation: RB Leipzig vs. Sportfreunde Lotte

Auf dem erhofften Weg in die dritte Liga dann heute noch mal eine Premiere. Denn da es noch keine Liveberichte auf den Newschannels der Welt im Vorfeld der Partie gibt, keine Hubschrauber die Mannschaftsbusse verfolgen, keine Experten die relevanten Matchups wieder und wieder bis zum Erbrechen durchexerzieren, sprich man nichts so richtig hat, auf das man nebenbei draufgucken kann, soll es hier und heute gegen meine Aufregung und auch gegen die ja sicherlich bei den geneigten LeserInnen vorhandene Aufregung eine Art tickernden Blog geben, der im Tagesverlauf noch mal über möglicherweise entscheidende Duelle, prägnante Aussagen vor der Partie und ähnliches drüberguckt. Gerne nehme ich auch Anmerkungen aus den Kommentaren thematisch mit auf, wenn denn jemand Anmerkungen machen will. Abschluss des Liveblogs wird am Ende des Tages wie gewohnt der Liveticker von der Pressekonferenz nach dem Spiel sein. (Der Liveticker aktualisiert sich regelmäßig von selbst. Es ist also nicht nötig, die Seite ständig neu zu laden.)

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Relegationsgipfeltreffen

Wenn die Minuten im Schneckentempo und die Tage viel zu langsam vergehen, steht – zumindest wenn man in Fußballdimensionen denkt – ein wichtiges, ein entscheidendes Spiel an. Im Falle von RB Leipzig ist es das erste von zwei Relegationsspielen gegen die Sportfreunde Lotte, in denen es um den Aufstieg in die dritte Liga geht. Hin- und Rückspiel, Europacupmodus. 180 Minuten plus mögliche Zugabe und dann wird eines der beiden besten Regionalligateams jubeln und das andere wegen der irrsinnigen Aufstiegsregel Tränen vergießen.

Wohl kaum ein Duell könnte die Unsinnigkeit der Regionalligareform, mit der die vierte Liga endgültig von der dritten Liga, also der Amateurfußball vom Profifußball, abgekoppelt wurde, mehr verdeutlichen als das Duell zwischen RB Leipzig und den Sportfreunden Lotte. 2,4 Punkte im Schnitt in 30 Spielen und ungeschlagen vs. 2,5 Punkte im Schnitt in den letzten 27 Spielen. Auf der einen Seite ein Team, das in jedem Spiel die Widerstände brechen musste, die ihnen Red Bull als Finanzier, das viele Geld und die sportliche Klasse gemeinhin beim Gegner einbringen. Auf der anderen Seite das Team, das sich in beeindruckender Art und Weise in einer in der sportlichen Breite hochklassigen Liga nach schwachem Saisonstart und gegen alle sportlichen Widerstände und Konkurrenten durchgesetzt hat.

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Alles auf Null

Auf geht es in die aus RB-Sicht wichtigste und wohl auch aufregendste Woche der Vereinsgeschichte (mit einer Pressekonferenz). Eine Woche, in der sowohl RB Leipzig als auch die Sportfreunde Lotte wieder bei Null starten und sich den sportlichen Erfolg, den sie ja mit der Regionalligameisterschaft eigentlich schon errungen hatten, neu erarbeiten müssen. Egal wie es am Ende auch ausgehen mag, die Woche wird mit einem Knall enden. Verbleibt RB Leipzig in Liga 4, würde dies sicherlich nicht komplett die sehr gute Saison in Frage stellen. Aber die Enttäuschung wäre hierzulande riesig, weil es einfach ein Unding wäre, trotz der Überlegenheit in der Liga am Ende nicht aufzusteigen.

Doch was für RB Leipzig gilt, gilt auch für die Sportfreunde Lotte, die in der wohl ausgeglichensten und in der Breite am stärksten besetzten Regionalliga eine überragende Saison gespielt haben und in 38 Spielen 86 Punkte bzw. in den letzten 27 Spielen sogar 68 Punkte holten. Mit reichlich 2,5 Punkten pro Spiel haben die Sportfreunde in den letzten 27 Spielen auch mehr Punkte gesammelt als RB Leipzig, die in 30 Saisonspielen in einer insgesamt sportlich nicht ganz so herausfordernden Liga auf 2,4 Punkte im Schnitt kamen. Teile der RB-Rückrunde verliefen aufgrund der Tabellensitutation aber auch nicht gerade im Hochmotivationsmodus.

Hauptthema beim Biegen auf die Zielgerade der Saison scheint allerdings Daniel Frahn zu sein. Spielt er oder spielt er nicht? Insgesamt kann man auch festhalten, dass die Beantwortung dieser Frage weniger wichtig ist, als sie zunächst scheint, denn vom Erscheinen des Kapitäns hängt das sportliche Wohl und Wehe in den Relegationspartien nicht oder nur zu einem kleinen Anteil ab. Letztlich ist RB Leipzig im Sturm gut aufgestellt und man muss sich über die Besetzung der freien Positionen keine Sorgen machen.

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Unter Strom

Lotte muss jede Woche unter Strom stehen, während RB schon seit Monaten gefühlt nicht mehr am Spielbetrieb teilnimmt. Daher glaube ich, dass die Chancen bei 50 zu 50 liegen. (Waldemar Wrobel, Coach von Rot-Weiss Essen nach der Niederlage bei den Sportfreunden Lotte zu den Relegationschancen – via derwesten.de)

Die These ist interessant und könnte unter anderen Umständen sogar stimmen. Sie hat nur den Haken, dass es um RB Leipzig geht. Und damit um einen Verein, der Woche für Woche Widerstände besonderer Art zu brechen hat. Also genaugenommen jede Woche unter Strom stehen muss, um nicht als Verlierer vom Feld zu gehen. Insbesondere die letzten Wochen vor der Relegation mein(t)en es mit vielen aufgeladenen und/ oder sportlich wertvollen Duellen (Magdeburg, Lok, Zwickau, Chemnitz, Jena, BAK) in Sachen Fokussierung auf den Sport doch recht gut mit den RasenBallsportlern. Weswegen auch nicht zu erwarten ist, dass RB Leipzig in der Relegation wegen des vorigen Spannungsabfalls nicht wach genug sein wird.

Vielleicht hätte Wrobels These gestimmt, wenn es um Jena gegangen wäre und die tatsächlich entspannt durch die Regionalliga getingelt wären. Oder wenn RB Leipzig die aufregenderen Spiele bereits in der ersten Hälfte der Rückrunde gehabt hätte. Hatten sie aber nicht, weswegen man sich nach der Winterpause auch eher durchmogeln konnte, um ab Ende April die Spannung Richtung Relegation auch durch entsprechende Liga- und Pokalgegner aufzubauen. Wenn man an das Duell mit den Sportfreunden Lotte denkt, darf man vor vielem Respekt haben, schließlich geht es gegen das Team mit der (nach RB Leipzig) zweitbesten Punktebilanz aller Regionalligen. Errungen im Westen, der wohl die in der Breite stärkste aller Regionalligen stellt. Die Sportfreunde Lotte werden also eine höchst unangenehme Aufgabe, aber wenn man vor etwas keine Angst haben muss, dann dass RB Leipzig eventuell aus fußballerischer Freizeitstimmung heraus in die Relegation gehen könnte.

Lasset das Losen beginnen

Geht ja Schlag auf Schlag dieser Tage. Ein Spiel jagt das nächste und zwischendurch losen wir mal eben noch die zwei wichtigsten Spiele der RB-Vereinsgeschichte aus. Die unseligen und erstmals durchgeführten Relegationsspiele zur dritten Liga. Es geht ganz schön gehetzt zu auf dem Markt der Fußballöffentlichkeit und vermutlich lässt das erst nach dem Spiel in Jena in einer Woche mal kurz nach, wenn man bis zum letzten Regionalligaspieltag bei RB Leipzig noch ein letztes Mal durchatmen kann, bevor es in die letzten drei Spiele in neun Tagen geht.

Wie dem auch sei. Vor den Erfolg hat der DFB die Auslosung gesetzt. Und hat sie aus welchem Grund auch immer – wahrscheinlich weil der MDR gern übertragen wollte – nach Leipzig vergeben. Und dann hat man beim MDR entschieden, dass eine Auslosung in der Halbzeitpause des Spiels von RB Leipzig gegen den FSV Zwickau eine gute Idee wäre. Was zwar das Spiel drumherum in den Schatten stellt (Was der MDR freimütig vor sich her trägt, wenn er seinen Livestream von der Partie  und somit auch von der Auslosung wie folgt ankündigt [broken Link]: „Viel spannender als diese Partie dürfte aber die Relegations-Auslosung in der Halbzeitpause sein.“ Ein bisschen weniger arrogant gegenüber dem Spiel 1 gegen 2 in der Regionalliga Nordost hätte es schon sein dürfen..), aber wo gehobelt wird, fallen wohl auch Späne.

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Die Regionalliga aus Sicht des Trends

Das Spiel gegen die zweite Mannschaft von Hertha BSC am vergangenen Sonntag war für RB Leipzig das fünfte und vorletzte Spiel gegen eine der drei U23-Mannschaften von Zweitligisten. In diesen fünf Spielen kam RB Leipzig auf vier Siege und ein Unentschieden (das Auftaktunentschieden gegen Union II als man noch am richtigen System herumschraubte). In fünf Spielen gegen die Nachwuchsteams gelangen den RasenBallsportlern also 13 Punkte (2,6 pro Spiel) und 9:3 Tore (1,8:0,6 pro Spiel), während aus den restlichen 18 Partien ’nur‘ 44 Punkte (2,44 im Schnitt) bei 37:13 Toren (2,1:0,7 pro Spiel) heraussprangen.

Interessanter vielleicht, dass RB Leipzig in 10 Spielen gegen Teams aus der (aktuell) oberen Tabellenhälfte nur zwei Unentschieden (Jena zu Hause und Meuselwitz auswärts) bei acht Siegen kassierte, während es gegen die (aktuell) untere Tabellenhälfte immerhin vier Unentschieden (Union II, zweimal Plauen, Halberstadt) bei neun Siegen zu vermelden gab. Was man insgesamt gut so interpretieren könnte, dass gegen vermeintlich kleinere Teams dann doch manchmal die Konzentration nicht hoch genug ist, um drei Punkte zu erringen. Was hinsichtlich der hoffentlich wartenden großen Spiele eher ein gutes Signal ist, denn daraus folgt ja auch, dass hohe Motivation und Konzentration auch gegen die besseren Teams fast immer zum Erfolg führt.

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Relegationswatch Teil 2: Regionalliga West

So steigt RB nicht auf. Zumindest nicht, wenn die gegen den Spitzenreiter aus dem Westen in der Relegation ran müssen!

So hatte es der Coach des SC Verl, Raimund Bertels gestern via BILD verkündet und damit sein Resümee des Testspielkicks vom Sonntag gegen RB Leipzig gezogen. Nimmt man vor allem die ersten 45 Minuten der Partie, dann hat der Übungsleiter sicherlich recht. Ob das sonderlich viel über die Stärke der Tabellenspitze in der Regionalliga West aussagt, bleibt erst mal unklar.

Deswegen und nachdem es in Teil 1 des Blicks auf mögliche Relegationsgegner in den Norden und damit auf halbwegs bekanntes Terrain ging, weil es sich um Teams drehte, die man noch aus den gemeinsamen letzten zwei Jahren in der Regionalliga Nordost kannte, rutscht der Blick heute weiter in den Süden und somit himmelsrichtungstechnisch nicht naheliegend in die Regionalliga West. Eine Liga, die man hierzulande nicht sonderlich genau kennt, weil es in den letzten Jahren keine Überschneidungen im Spielbetrieb gab.

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