Schlagwort-Archive: Regionalliga 2011/2012

Regionalliga: RB Leipzig vs. TSV Havelse 4:1

Nun, manchmal gibt es eben diese Tage, an denen andere Sachen wichtiger sind als der Fußball. Wie gestern als die RasenBallsportler dank oder trotz meiner Abwesenheit die letztjährigen Absteiger und Dann-Doch-Nicht-Absteiger aus Havelse mit 4:1 schlugen. Ein in vielerlei Hinsicht bemerkenswertes Ergebnis.

Denn zum ersten Mal seit dem siebten Spieltag der vergangenen Saison und dem damaligen 3:2-Heimsieg gegen den SV Wilhelmshaven gelang es RB Leipzig wieder einmal einen Rückstand in einen Sieg umzuwandeln. Was nicht in einem Mangel an Gelegenheit begründet liegt, denn in immerhin 10 Partien geriet RB Leipzig seitdem irgendwie in Rückstand, ohne dass es noch zu drei Punkten gereicht hätte. Genauso wie das 4:1 gegen Havelse gehörte das letztjährige Auswärtsspiel bei Holstein Kiel zum vierten Spieltag. Damals wandelte RB Leipzig zum letzten Mal einen Halbzeit-Rückstand in einen Sieg um. In einem Heimspiel ist es gar das erste Mal in der RB-Vereinsgeschichte und im fünften Versuch, dass aus 0 Punkten zur Pause 3 Punkte am Ende wurden. Bloß gut gibt es Statistiken.

Ein Vergleich der sich auch aufdrängt, ist der der Zuschauerzahlen: Während zum Saisonabschluss 2010/2011 gegen den TSV Havelse lediglich 1.305 Zuschauer in der großen Mehrzahl RB Leipzig siegen sehen wollten, waren es gestern immerhin 4.276. Worin sich auch ausdrückt, dass sich unter den RB-Anhängern sicherlich noch keine Euphorie breitgemacht hat, aber der Saisonstart eher Zufrieden- als Unzufriedenheit hervorruft. Zum letztjährigen zweiten Heimspiel gegen Hannover 96 II waren nach zwei Auftaktunentschieden gerade einmal 2.633 Zuschauer anwesend (allerdings an einem Samstag und nicht an einem Sonntag).

Wäre ich gestern im Stadion gewesen, dann hätte ich aber wohl trotzdem in der ersten Halbzeit ein Déjà-vu-Erlebnis gehabt. Ballbesitz, Spielkontrolle, wenig Durchschlagskraft, 0 Tore, 1 Konter, 1 Gegentor, 0:1. So ging es auch schon letztes Jahr desöfteren in Halbserie 1 vonstatten. Manchmal sind es dann die kleinen Unterschiede, die die großen Folgen haben. Für das Spiel im konkreten, aber auch möglicherweise für das große Ganze Saison im allgemeinen. In diesem Fall war es die zweite Konterszene der Havelser, die deren Offensivkraft Ali Moslehe in bester Euro-2008-Gomez-Manier aus zwei Metern übers Tor stolperte. Sodass es beim 0:1 zur Pause und vergleichsweise guten Ausgangsbedingungen für das Drehen des Spiels blieb. Wobei man gute Ausgangsbedingungen eben auch erst einmal ausnutzen muss.

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Regionalliga: SV Wilhelmshaven vs. RB Leipzig 1:3

So erstaunlich ruhig die letzte Woche rund um RB Leipzig nach der ersten Saisonniederlage gegen den HSV II verlief, so schmerz- und humorlos fuhren die RasenBallsportler nach Wilhelmshaven, nahmen dort die drei Punkte in Empfang und fuhren als neuer Tabellenvierter wieder zurück nach Leipzig. Das ist der Platz, auf den man schon in der letzten Saison ein Abonnement hatte. Wobei das nicht nur wegen der erst drei gespielten Spieltage wenig aussagekräftig ist, sondern auch deshalb, weil die Regionalliga es bereits zu diesem frühen Zeitpunkt in der Saison auf insgesamt vier abgesagte bzw. verlegte Spiele gebracht hat und die Tabelle aus diesem Grund nur ein Zerrbild dessen ist, was sie im Normal- oder Idealfall wäre.

In Wilhelmshaven versuchte es RB Leipzig diesmal und erstmalig in Pflichtspielen von Beginn an mit einem 4-4-2 (als 4-2-2-2). Heißt, dass Sebastian Heidinger bei Coach Pacult ein wenig in sportliche Ungnade gefallen sein muss, denn dieser wurde letztlich für den zweiten Stürmer Stefan Kutschke geopfert. Rockenbach rutschte dafür auf die Heidinger-Linksaußen-Position, auf der er – für mich überraschend – schon letzte Woche besser aussah, als auf der Position in der kreativen Zentrale.

Letztlich sind die Fragen 4-2-2-2 oder 4-2-3-1 und damit verbunden die Frage Heidinger oder Kutschke derzeit die einzigen Fragen, die sich spieltaktisch-individuell stellen, wenn denn alle Spieler zur Verfügung stehen. Womit man erstaunlich weit ist in der Kernelf-Findung. Inwieweit Tim Sebastian beispielsweise seine Chance auch dauerhaft nutzen kann, die ihm durch den Ersatz des gesperrten Henrik Ernst erwächst, wird man sehen müssen. Inwieweit mögliche Neuzugänge noch einmal kurzfristig Bewegung in die Stammelf bringen auch.

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Regionalliga: RB Leipzig vs. Hamburger SV II 1:2

Ich hatte mich ja drüben bei Facebook vor dem Spiel trotz starken HSV-Kaders ganz optimistisch gezeigt, was den Ausgang des ersten Regionalliga-Heimspiels von RB Leipzig in der neuen Saison angeht. Da das ordentlich in die Hose ging, werde ich mich zukünftig vor Spielen in eine pessimistische Grundstimmung manövrieren müssen. Zum Erfolg muss halt jeder sein Scherflein beitragen..

Ich bin – der eine oder andere hat das sicher schon mitbekommen – ein starker Verfechter von ergebnisunabhängigen Spielbewertungen. Im Guten genauso wie im Schlechten. Die Leistung, die RB Leipzig in der gestrigen Heimpartie bot, war jedenfalls eine, auf der man aufbauen kann, eine die so gar nicht dem depremierenden, euphoriebremsenden Endergebnis entsprach. Trotzdem rennt RB Leipzig der Musik nun schon wieder hinterher. Aber der Reihe nach.

Es begann, wie man es erwarten durfte mit dem bereits bekannten 4-2-3-1, in dem Tom Geißler die Rolle des verletzten Timo Rost im defensiven Mittelfeld neben Pekka Lagerblom übernahm. Doch in den ersten 15 Minuten waren es nicht die RasenBallsportler, die die Initiative übernahmen und wie noch im Wolfsburg-DFB-Pokal-Spiel den Gegner bestürmten. Vielmehr fühlte man sich an viele Spiele der letztjährigen Hinrunde erinnert. Man begann das Spiel in aller Ruhe, versuchte die Bindung zu finden, ließ den Gegner ein wenig kombinieren, vergaß dabei das konsequente Arbeiten gegen den Ball, sodass der HSV schon früh spielerisches Selbstvertrauen gewann und schwupps stand es nach einem Konter frühzeitig 0:1. Nimmt man die ersten 15 Minuten als Maßstab, dann auch völlig verdient.

Nach 15 Minuten begann sich RB Leipzig in die Partie zu kämpfen. Ab der 25. Minute sah es auch nach sehr gutem Fußball aus. Insbesondere über den 45 Minuten lang bärenstarken Timo Röttger lief eine Angriffswelle nach der anderen Richtung HSV-Tor. Von Zeit zu Zeit sogar mittels schnellem, direktem Spiel. Nur der Ausgleich wollte aus Gründen mangelnden Glücks und vielleicht auch Könnens nicht fallen. Trotzdem hatte man den im Vergleich zur letzten Saison absolut neuen Eindruck, die RasenBallsportler wüssten ganz genau, mit welchen Mitteln sie die gegnerische Abwehrreihe bezwingen können. Nicht zu Unrecht bemerkte der ehemalige RasenBallsportler Ingo Hertzsch in der Pause, dass es nur eine Frage der Zeit sein würde, bis der Ausgleich fiele.

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Regionalliga: SV Meppen vs. RB Leipzig 0:1

Tja, so ist es eben im Fußball. Da steht es bei Bayern gegen Gladbach lange 0:0 und dann kommt Manuel Neuer, sorgt für einen Klopps und schwupps steht es 0:1 und es wird ein Bayern-Fehlstart. Bayern ist in der Tabelle schon wieder der Verfolger und Neuer steht vorerst unter besonderer Beobachtung.

In Meppen stand es gegen RB Leipzig auch lange 0:0. Pascal Borel bewahrte in der einen oder anderen 1:1-Situation mit beeindruckender Ruhe sein Team vor dem Rückstand. Irgendwann ließ er dann aber einen recht harmlosen Fernschuss vor die Füße des Gegners abprallen. Der den Ball aber nicht im Tor unterbrachte. Und so schoss dann RB in der Schlussminute das 1:0. Der Saisonstart war urplötzlich ein gelungener und der Torwart nicht der Depp, sondern der Matchwinner.

So nah beieinander liegen sie eben die fußballerischen Realitäten. Bis kurz vor dem Schluss hießen die wohl schon geschriebenen, potenziellen medialen Schlagzeilen „RB Leipzig bleibt in Auftaktspielen weiter sieglos“ oder „RB Leipzig mit Fehlstart in die Saison“ oder ähnliches. Nach dem Spiel bleibt es bei Dusel, Glück, Freude, Abgezocktheit oder beim BILDesken Besiegen des Fluchs, zum Saisonauftakt nicht gewinnen zu können. Erstaunlich, wie eine Minute das Storytelling und die Interpretation eines Spiels verändern kann.

Man könnte natürlich nach der Partie darauf verfallen, festzustellen, dass das eben eine Spitzenmannschaft auszeichne, so kurz vor dem Ende noch das Tor und den Sieg perfekt zu machen. Dass hier die Cleverness gesiegt hat und auch die bessere Kondition und Konzentration. Man kann aber auch mit Peter Pacult und Timo Röttger feststellen, dass RB einfach ein mieses Spiel gemacht hat, dass die Fehlerquote in der Offensive viel zu hoch war, um erfolgreich Fußball zu spielen. Dass der 1:0-Sieg nicht Ausdruck einer Spitzenmannschaft, sondern schlicht und einfach Glück war. Dass man nicht von Cleverness sprechen kann, wenn der Gegner bei einem Standard in der 90. Minute gleich drei Gegenspieler nicht deckt und diese Auszählen können, wer den Ball nun schließlich und endlich versenken darf. Es ist wohl von allem ein bisschen und ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit für alle, die nach dem Wolfsburg-Spiel schon wieder dachten, man könne die Gegner allesamt mit zwei, drei Toren Differenz und locker besiegen.

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