Schlagwort-Archive: Ralf Rangnick

„Da müssten wir geisteskrank sein“

Nach den zweieinhalb Jahren aktuell über einen anderen Trainer nachzudenken,da müssten wir geisteskrank sein. (Ralf Rangnick vor dem Spiel gegen Aue vor fünf Tagen bei Sky)

So richtige News-Bomben gab es in der kurzen Geschichte von RB Leipzig immer wieder mal. Die Entlassung von Tino Vogel (anschließend Coach im Nachwuchs) als RB-Cheftrainer direkt im Anschluss an den Aufstieg zur Regionalliga 2010 war eine. Das Durchdrücken von Peter Pacult als RB-Cheftrainer durch Mateschitz 2011 inklusive der folgenden Beiersdorfer-Demission die nächste. Und auch die Inthronisierung von Rangnick mit Pacult-Entlassung 2012 geht als solche durch.

Nun dann also die nächste echte Bombe. RB Leipzig und Alexander Zorniger gehen ab sofort getrennte Wege. Und das nachdem Ralf Rangnick noch vor ein paar Tagen vor dem Spiel gegen Aue zum wiederholten Male erlärte hatte, dass es doch vollkommen verrückt wäre, sich von einem erfolgreichen Trainer wie Zorniger zu trennen.

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Frommer Wunsch

Mit rein erfolgsorientiertem Ergebnisfußball erreichen wir die Menschen nicht, aber mit unserem Bienenschwarm-Fußball. Die Fans sollen bei uns auch nach Niederlagen heimgehen mit dem Gefühl: war ein geiles Spiel. (Ralf Rangnick, Kicker vom 02.02.2015)

Also wenn letzteres der Anspruch ist, dann kann man für die aktuelle Saison wohl schon mal vermelden, dass dieser Plan schief ging. Nach keiner der fünf Niederlagen ist man mit dem Gefühl nach Hause gegangen bzw. (weil es vier Auswärtsniederlagen waren) gefahren, dass es ein geiles Spiel war. Vielleicht trifft es mit Einschränkungen noch auf das Ingolstadt-Spiel zu, das durch die Fokussierung auf den zum Buhmann auserkorenen Schiedsrichter zumindest eine Emotionalisierung und einen Zusammenhalt mit dem eigenen Team erfuhr, dass wohl die Mehrheit des Publikums nicht unzufrieden nach Hause ging.

In dem obigen Zitat steckt aber ein ganz anderes Missverständnis drin. Nämlich, dass der „Bienenschwarm-Fußball“ etwas wäre, das über „Ergebnisfußball“ hinausgeht. Irgendwas, was also ein ästhetisches Empfinden und auch eine Identifikation mit der Art des Spiels ermöglicht, die im gewöhnlichen, sagen wir Ballbesitz-Fußball nicht drinsteckt. An anderer Interviewstelle an anderem Zeitungsorte ist für den Sportdirektor diese Spielweise ja auch schon mal verantwortlich für den Anstieg der Leipziger Zuschauerzahlen gewesen.

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Drittes Spiel, drittes Gesicht

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig beim FC Erzgebirge Aue (06.02.2015, 18.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger, Ralf Rangnick und Fabio Coltorti.]

46 Tage nach dem letzten Pflichtspielauftritt von RB Leipzig startet man nach Lage der Dinge und falls der Winter dem nicht doch noch einen Strich durch die Rechnung macht wieder in die zweite Liga. Weihnachtszeit, Wintervorbereitung, vier Zugänge und vier Abgänge. Passiert ist einiges beim aktuellen Tabellensiebten RB Leipzig. Inwiefern dies deutlich verbesserte Spuren im Team hinterlässt, wird die Zukunft zeigen.

Am ersten Spieltag nach der Winterpause, insgesamt schon Spieltag Nummer 20 geht es jedenfalls zum Tabellenletzten Erzgebirge Aue. Klingt nach einer Aufgabe, die man zu lösen hat, wenn man wie RB Leipzig deutlich mehr als heimlich Richtung Aufstiegsplätze schielt. Erst Recht, wenn man zum drittschlechtesten Heimteam der Liga fährt, das in den letzten vier Heimspielen vor der Winterpause gerade mal einen Zähler verbuchen konnte. Wobei da auch einiges an Pech dabei war und FCN-Coach René Weiler noch heute die Spielstärke Aues bei deren 0:1 Heimniederlage gegen Nürnberg lobt.

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To Qatar or not to Qatar, eine Frage der Prioritäten

Heute geht es für RB Leipzig dann also zum Trainingslager nach Doha im Wüstenstaat Katar. Bis zum 29.01.2015 wird man dort verweilen, sich auf die Rückrunde der zweiten Bundesliga vorbereiten und versuchen, die bisher circa 9 Millionen Euro teuren Neuzugänge so zu integrieren, dass man in den verbleibenden 15 Spielen mit verstärkter offensiver Durchschlagskraft vielleicht doch noch den direkten Durchmarsch in die Bundesliga schafft.

Es gibt gute Gründe, sein Trainingslager in Katar auszurichten, so versichern die Verantwortlichen bei RB Leipzig. Sportliche sowieso, denn die Aspire Academy for Sports Excellence gilt als einer der modernsten Sportkomplexe der Welt und klimatisch ist es in diesen Tagen vor Ort sicherlich angenehmer als an vielen anderen Orten der Welt. 20 bis 25 Grad erwartet man und während der 1.FC Heidenheim in der Türkei wegen schlechten Wetters auch mal die Hoteltreppen hoch und runter sprintete, wird man bei RB Leipzig unter freiem Himmel über den Rasen laufen. Wenn denn nicht doch ein Sandsturm die Freude trüben sollte. Aber selbst dann wird man wohl unterm Hallendach perfekte Bedingungen haben.

Freude bereitet den Verantwortlichen um Ralf Rangnick zudem, dass das Trainingslager auch wirtschaftlich ein Volltreffer ist. Mit Markus Egger, der in der Aspire Sports Academy strategisch arbeitet, verbindet Red Bull eine gemeinsame Geschichte, war doch Egger Red-Bull-Fußballchef zu Zeiten als RB Leipzig entstand und später im Vorstand des neuen Vereins, bevor er Anfang 2010 vom frischen Wind eines Dietmar Beiersdorfers aus dem Amt gepustet wurde, ohne im Unfrieden zu scheiden. Diese weiterhin freundschaftlichen Kontakte führen dazu, dass RB Leipzig wie schon Bayern München, Schalke 04, Red Bull Salzburg und andere Clubs zu strategischen Partnern der Akademie werden sollen und so auch mit besonders günstigen Konditionen in die Wüste gelockt werden.

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Finaler Jahresendakt

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen den TSV 1860 München (22.12.2014, 20.15 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger, Ralf Rangnick und Matthias Morys. Ab 09.30 Uhr.]

Kaum ein Verein in der zweiten Liga läuft den eigenen Erwartungen von vor der Saison so hinterher wie der TSV 1860 München. Nicht mal mehr 14.000 Zuschauer wollten sich nach dem Fall in die Abstiegszone unter der Woche das Spiel gegen Kaiserslautern noch angucken. Bei gerade mal 20% Auslastung in einer 70.000er-Arena wird die Tristesse auch auf den Zuschauerrängen spürbar.

Kaum ein Verein in der zweiten Liga hat seit Saisonbeginn eine so extreme Wandlung vollzogen wie der TSV 1860 München, der vom Ballbesitzteam unter Ricarco Moniz zum versuchten Konterteam unter Markus von Ahlen wurde und damit eine Philosophiekehrtwende ohne Kaderveränderungen versuchte. Bzw. die Kaderveränderung nur die Trennung von Moniz-Musterschüler Leonardo war, dessen Vertrag vor etwa einem Monat aufgelöst wurde. Der Individualist auf dem Platz versucht sich seitdem darin, öffentlich gegen die Verantwortlichen bei 1860 in der Nach-Moniz-Zeit zu schießen.

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Drei Punkte für eine enge Tabellenspitze

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen den FC Ingolstadt (07.12.2014, 13.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger, Ralf Rangnick und Daniel Frahn.]

Ein Tor trennte die Partie zwischen RB Leipzig und dem FC Ingolstadt von der größtmöglichen Toppaarung am 16.Spieltag. Nämlich ein Tor, das RB Leipzig in Sandhausen fehlte, um zu einem Sieg zu kommen und dadurch auf Platz 2 zu gelangen und als direkter Verfolger dann den aktuellen Spitzenreiter Ingolstadt herauszufordern.

Dass es jetzt ’nur‘ das Duell Siebter gegen Erster ist, macht ja aber fast nichts, denn auch so ist es ein Spitzenspiel, das sportlich enorm interessant ist. Einerseits weil RB Leipzig mit einem Sieg die zweite Liga plötzlich wieder ganz eng machen könnte, da der aktuell auf vier Punkte vor Platz 2 enteilte Tabellenführer dann wieder in den nur zwei Punkte auseinanderliegenden Sumpf der sieben Verfolger heruntergezogen würde.

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Abschluss der englischen Flutlichtheimspielwoche

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen den 1.FC Kaiserslautern (03.11.2014, 20.15 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger, Ralf Rangnick und Terrence Boyd.]

Der zwölfte Spieltag steht bereits vor der Tür. Ein Drittel der Saison ist also schon rum. Und auch wenn in der Zweitligatabelle insgesamt alles dicht bei dicht liegt und Platz 2 und 12 gerade mal sieben Punkte trennen, eine Partie zwischen dem punktgleichen Dritten und Fünften geht zu diesem Zeitpunkt der Saison dann doch als Spitzenspiel durch.

Zumal man vor allem beim 1.FC Kaiserslautern davon ausgehen kann, dass sie im bisherigen Saisonverlauf eher Punkte haben liegenlassen, denn mehr auf dem Konto als ihnen aufgrund ihres sportlichen Auftretens zustehen würde. Das verdeutlicht sich auch darin, dass Kaiserslautern in neun von elf Spielen in Führung lag, dann aber auch nur fünf dieser Spiele gewann. Womit man eine der schlechtesten Quoten nach Führung der ganzen Liga hat und deutlich hinter dem Rest der Spitzengruppe abfällt (zum Vergleich: RB lag nur in sechs Spielen in Führung und gewann auch fünf dieser Spiele).

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Echte sportliche Herausforderung

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen den Karlsruher SC (24.09.2014, 17.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz ein Tag vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger, Ralf Rangnick und Marvin Compper.]

Und weiter geht es im Stoff. Der in der englischen Woche dann eben doch Fußball, Fußball und noch mal Fußball heißt. Auch und gerade gegen den Karlsruher SC, der im Vergleich zur Fahrt zum 1. FC Union Berlin am vergangenen Sonntag sogar noch der anspruchsvollere sportliche Gegner für RB Leipzig sein dürfte.

Der KSC ist eines der gefestigsten und eingespieltesten Zweitligateams. Eine Mannschaft, von der man relativ genau weiß, was einen erwartet, was es aber nicht wirklich einfacher macht, gegen sie zu spielen. Insgesamt acht Spieler durften bisher in allen sechs Ligaspielen von Beginn an auflaufen. Weitere zwei Spieler wären vermutlich dazugekommen, wenn sie sich denn nicht verletzt hätten. Bleibt mit Hiroki Yamada lediglich ein Spieler übrig, der in einem der sechs Spiele aus spieltaktischen Erwägungen in der Startformation ersetzt wurde. Sprich, in sechs Spielen gab es beim KSC erst einen Wechsel in der Startformation, der nicht durch äußere Umstände erzwungen wurde. Das nennt man dann wohl Stammelf.

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Mit ohne Rangnick in eine Veränderung mit unklaren Folgen

Manchmal sind es einfache Twitterfragen, die für spektakuläre Antworten sorgen. Das demonstrierte Ralf Rangick am Sonntag in der Sendung Talk und Tore bei Sky, als er die Frage, ob er noch eine Zukunft als Sportdirektor bei Red Bull Salzburg habe, wenn Leipzig irgendwann mal in die Bundesliga aufsteigen sollte, mit einem spontanen „Nein“ beantwortete. Eine Antwort, die den Moderator, der schon zur nächsten Frage übergehen zu wollen schien, hörbar überraschte.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=izTUW39aGyM[/youtube]

Dürfte den meisten der Zuseher so gegangen sein, aber letztlich ist die Antwort grundsätzlich nachvollziebar. Einerseits, da die Begründung mit einem zu großen Arbeitsaufwand schlüssig ist. Und andererseits weil der Hinweis auf mögliche Konflikte mit UEFA-Regularien auf ein schlichtes Problemlösungsszenario verweist. Die Verquickung der Sportdirektorenposten bei RB Leipzig und Red Bull Salzburg ließ schon früher Raum für Spekulationen, ob die UEFA, die im Normalfall prüft, ob über zwei Vereine in ihren Wettbewerben dieselbe Hand Einfluss hat, sich an dieser Konstellation nicht final aufhängen könnte bzw. diese zum Anlass nehmen könnte, bei möglichen Einzügen beider Vereine in einen europäischen Wettbewerb, gegenüber einem der beiden Clubs den Daumen zu senken.

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Thees Uhlmann, der schlechte Nachahmer von Marcus Wiebusch

Länderspielpause. Zeit mal wieder für eine großartige Podcast-Ausgabe. Mit viel Psychologie. Bezogen auf den Fußball, aber auch auf das eigentlich nicht sonderlich damit in Verbindung stehende Boxen. Aber der Blick über den Tellerrand soll ja nicht schaden..

Dafür dass der Blick über den Tellerrand nicht getrübt ist, sorgt Dirk, den man schon fast als Stammgast des Podcasts bezeichenen kann. Er sorgt fast im Alleingang dafür, dass die Abwesenheit vom sonstigen Co-Gastgeber André Herrmann und die Absagen von diversen anderen spannenden Gästen aus nah und fern fast nicht auffallen. Man könnte auch die These formulieren, dass die verpodcastete Zeit indirekt proportional zur Anzahl der podcastenden Teilnehmer ist. Weswegen wir auch zu zweit locker die Grenzen der ursprünglich avisierten Zeit gerissen haben. Aber dabei natürlich immer hochgradig spannend und unterhaltsam blieben.

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