Bundesliga: RB Leipzig vs. VfL Wolfsburg 4:1

Vorletzter Spieltag in der Bundesliga. Das 47. Pflichtspiel in dieser Saison. Eine lange Reise, die zuletzt ordentlich an Fahrt verloren hatte. Gegen Wolfsburg kam RB Leipzig auch dank tatkräftiger Unterstützung der Gäste wieder zurück in die Spur und gewann verdient mit 4:1, nachdem man sich in den ersten 20 Minuten noch ziemlich schwer getan hatte.

Ralph Hasenhüttl änderte seine Formation gleich auf vier Positionen. Orban und Keita saßen gesperrt nur auf der Tribüne. Poulsen und etwas überraschend auch Ilsanker gingen auf die Bank. Bernardo, Konaté, Augustin und Kaiser rückten dafür in die Startformation. Organisiert war das RB-Spiel wieder mal im bewährten 4-2-2-2 mit viel Fokus auf Kompaktheit, Arbeit gegen den Ball und Balleroberungen.

Bruno Labbadia versuchte es auf Wolfsburger Seite nach dreitägigem Trainingslager in Thüringen mit drei Wechseln. Verhaeg war gesperrt, Tisserand verletzt und Blaszczykowski nur auf der Bank. Didavi, Brekalo und Bruma kamen dafür in die Mannschaft. Organisiert war man in einem 3-3-2-2 und mit Steffen und William als Unterstützung auf den Außenbahnen auch sehr offenisv aufgestellt. Im Gegensatz zu letzte Woche, als man gegen den HSV doch sehr passiv und einigermaßen defensiv angetreten war.

Die ersten 20 Minuten gestalteten sich zwischen Leipzig und Wolfsburg sehr ausgeglichen. Den RasenBallsportlern schien man die Angst vor einem erneuten Rückstand durchaus anzumerken. Wolfsburg versuchte bestmöglich offensiv zu agieren. Origi mit einer frühen Schusschance aus recht spitzem Winkel ans Außennetz nach nicht so konsequentem Defensivverhalten von Bernardo (der ansonsten eine gute Partie machte) ließ ein bisschen das ‚geht das defensiv schon wieder so weiter?‘-Gefühl aufkommen. Brekalo und wieder Origi hatten in der Auftaktviertelstunde weitere Schusschancen, ohne dass es so richtig gefährlich wurde.

Auf der anderen Seite wurde Lookman einmal in guter Position geblockt, blieb aber sonst manches Stückwert. Besonders bemerkenswert, wie oft Werner in gute Räume einsprintete, aber der lange Ball nicht gespielt wurde. Und wenn er dann mal gespielt wurde, kam er zum falschen Zeitpunkt oder war zu ungenau.

Die Führung nach 23 Minuten kam dann ein wenig aus dem Nichts. Und fiel auf sehr einfache Art und Weise. Demme raus auf den Flügel zu Bernardo. Der spielt ungestört links in die Tiefe, wo Augustin noch ungestörter den Ball mitnehmen darf und viel Zeit hat, sich zu überlegen, wo er den Ball hinspielt. Entsprechend genau kommt die flache Hereingabe um Zentimeter vorbei an Knoche zu Lookman, der den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drücken kann. Wie schon in Bremen galt auch hier, dass Hereingaben von außen sehr wohl ein gutes Mittel sind, wenn in der Mitte nicht statisch agiert wird, sondern Spieler einlaufen. Wie schon in Bremen war es wieder Lookman, der einlief und das Tor machte.

Diese Führung gab RB Leipzig extrem viel Sicherheit. Bis zur Pause kam auch kein perfektes Spiel heraus, aber man spielte Wolfsburg vor sich her, ließ defensiv gar nichts mehr zu und erspielte sich vorn gute Chancen. Augustin erzielte nach einer halben Stunde auf Werner-Zuspiel bereits auf hervorragende Art und Weise das 2:0, wurde da aber noch vom (korrekten) Abseitspfiff gestört. Nur drei Minuten später war es dann aber tatsächlich so weit. Knoche mit einem von vielen Abspielfehlern aus der Innenverteidigung heraus. Kampl freut sich im Mittelfeld und schickt den Ball postwendend zurück. Werner in den Lauf von Augustin. Der zurück in die Strafraummitte. Uduokhai mit dem nächsten Bock, weil er es verpasst den Ball einfach wegzuschlagen. Werner steht dahinter und sagt danke, indem er überlegt in die lange Ecke einschiebt und die Qualitäten der Vorsaison bzw. der Hinrunde wieder aufblitzen lässt.

Mit dem 2:0 geht man auch in die Pause. RB Leipzig mit einem zittrigen Start in die Partie, aber mit dem 1:0 komplett Herr im Hause. Man spielt es etwas zurückhaltender und nicht mit übermäßigem Ballbesitz. Aber das ist gegen Wolfsburger, die beim Spiel hinten heraus immer wieder haarsträubende Fehler machen, die zielführende Taktik, sodass man immer wieder zu guten Ballgewinnen kommt. Dass der VfL bei den Toren und vor allem beim zweiten mit dicken Patzern noch mal ordentlich mithilft, kommt RB Leipzig in diesem Spiel, vor dem man nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzte, entgegen.

Der alte und der neue Go-to-Guy. Timo Werner und Ademola Lookman scheinen noch in der Phase des gegenseitigen Beschnupperns zu sein. | Foto: Dirk Hofmeister

In der Pause stellt Labbadia um und bringt mit Dimata eine zweite Spitze. Alles auf Offensive, so das verzweifelte Motto im Abstiegskampf. RB Leipzig versucht es weiter mit Kompaktheit, wird dabei aber direkt nach der Pause etwas zu passiv. Auch die Abstände zwischen Stürmern und Rest des Teams passen zeitweise nicht mehr, sodass sich Wolfsburg den Ball sogar zwischen RB-Stürmern und RB-Sechsern recht ungestört zupassen kann.

Auch beim Anschlusstreffer der Wölfe gibt es zu wenig Druck auf den Ball. Entsprechend gelangt die Kugel in einer ungestörten Seitenverlagerung links bei Steffen, der sehr viel Platz hat und den wiederum für einen Pass in den Strafraum nutzt. Dort hat Didavi ganz viel Platz zum Einlaufen. Demme versucht den Offensivmann noch aufzunehmen, kommt aber zu spät, sodass Didavi den Ball einschießen kann. Ein Tor, das von der Grundstruktur dem 1:0 von RB Leipzig sehr ähnlich war.

Das Spiel nun kurzzeitig kurz davor komplett zu kippen. Nach 50 Minuten hat der eingewechselte Dimata die ganz große Chance, den Ausgleich zu erzielen. Nach Eckball kommt er fünf Meter vor Gulacsi in sehr guter Position zum Kopfball, verfehlt das Tor aber knapp. Vom Verlauf der Eckball-Flanke her durchaus auch ein Ball, den ein Torwart am Rande des Fünfmeterraums auch mal wegpflücken kann. So zumindest die Stadionsicht.

Das Matchglück ist an diesem Tag aber auf Seiten von RB Leipzig. Und statt 2:2 steht es fast direkt nach dem Eckball plötzlich 3:1. Erneut Uduokhai mit dem Patzer, als er ohne große Bedrängnis einen viel zu kurzen Rückpass spielt, in den Werner spritzt. Uduokhai versucht im Zweikampf mit Werner noch seinen Fehler auszubügeln, aber der RB-Stürmer kann sich durchsetzen und den links mitlaufenden Lookman bedienen (dem auch kein VfL-Spieler folgte). Der Engländer lässt sich die Chance nicht nehmen und vollendet im langen Eck.

So ganz traut man der Sache noch nicht. Zu oft verspielte RB Leipzig in dieser Saison schon Vorsprünge. Aber RB in dieser Phase aus lauernder Formation heraus das überlegene Team. Kampl hat bereits das 4:1 auf dem Fuß, trifft aber den Ball nicht richtig. Das erledigt nach einer reichlichen Stunde dann Augustin. Nachdem RB Leipzig sich hervorragend an den VfL-Strafraum kombinierte. Auch der trockene Abschluss des Franzosen von der Strafraumkante flach ins linke Ecke absolut sehenswert und Ausdruck der großen Qualitäten, die Augustin prinzipiell hat.

Der Rest des Spiels ist überwiegend Auslaufen. Der VfL Wolfsburg weiß, dass es in diesem Spiel nichts mehr zu holen gibt. RB spielt Richtung VfL-Strafraum auch nicht mehr mit der allerletzten Konsequenz, bleibt aber ansonsten zu jeder Zeit konzentriert. Origi hat zehn Minuten vor dem Ende noch mal eine gute Chance. Upamecano scheitert auf der anderen Seite nach Lookman-Ecke noch mal mit dem Kopf an Casteels. Der Rest des Spiels ist Sonne, Feiern, Kaiser-Jubel und Abpfiff.

Insgesamt ein Spiel, in dem RB Leipzig so ein bisschen back to the roots wollte und das auch schaffte. Mit einem klassisch gewohnten 4-2-2-2 nach vielen Experimenten in den letzten Wochen legte man den Fokus wieder auf eine kompakte Spielweise und agierte meist im Mittelfeldpressing, aus dem man aber auch immer wieder nach vorne heraus anlief. Gegen den teilweise etwas naiven Spielaufbau der Wolfsburger erwies sich das als absolut richtiges Mittel, mit dem man sich Bälle eroberte und Chancen herausspielte, die man sogar ziemlich effizient nutzte.

Fazit: Ein verdienter Sieg für RB Leipzig, weil man über 90 Minuten das deutlich gefährlichere Team war und meist gut gegen den Ball arbeitete. Trotzdem halfen die Gäste ordentlich mit, indem sie gleich zwei Treffer quasi selbst auflegten. Der VfL spielte gerade in der Anfangsphase und gerade im Vergleich mit den letzten Wochen recht mutig, aber die allerletzte Überzeugung in den Aktionen fehlte. Zudem waren die individuellen Fehler bei den Gegentoren und die generellen Abspielfehler beim Spiel von hinten heraus einfach zu viel, um an diesem Tag in Leipzig etwas mitzunehmen. Im Gegenteil machte man damit die RB-Offensive stark. Und wenn man Werner, Augustin und Lookman, die insgesamt sieben Scorer-Punkte einsammelten, erstmal ins Laufen bekommt, dann wird es für jede Mannschaft der Liga gegen RB schwer. Von daher war der VfL Wolfsburg ein dankbarer Gegner zu diesem Zeitpunkt der Saison, der sich ein besseres Ergebnis zu großen Teilen auch selbst verbaute. Dass RB die sich bietenden Chancen zu vier schönen Toren nutzte, war aber angesichts der letzten Wochen auch nicht selbstverständlich.

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Randbemerkung 1: Im Vergleich zur Vorsaison RB Leipzig nach 33 Spielen mit 16 Punkten weniger. Macht dann aktuell weiter Platz 6. Rechnerisch ist nun alles von Platz 4 bis Platz 9 möglich und nicht mehr von Platz 4 bis 11 wie vor dem Spiel. Das gibt dann nächste Woche ein echtes Endspiel in Berlin, wo es für Hertha um nichts mehr geht außer einen guten Saisonabschluss. Gab es für RB Leipzig bisher auch noch nicht, dass es im letzten Ligaspiel der Saison noch um was ging. Dass von Champions League bis hin zu einem enttäuschenden Platz 9 noch alles möglich ist, ist auch irre. Für die Champions League müssen Hoffenheim (gegen Dortmund) und Leverkusen (gegen Hannover) verlieren und RB gleichzeitig gewinnen. Eher unwahrscheinlich, vor allem dass Leverkusen komplett ohne Punkte bleibt. Aber wenn man nur einen von den beiden (Leverkusen oder Hoffenheim) überholt, würde man schon auf Platz 5 einlaufen und damit sicher in die Gruppenphase der Europa League kommen. Das lohnt sich ja auch schon. Schon bei einem Unentschieden in Berlin könnte RB allerdings noch bis auf Platz 8 abrutschen (wenn Frankfurt auf Schalke und Stuttgart mit vier Toren Vorsprung in München gewinnen). Bei einer Niederlage kann es gar bis auf Platz 9 runtergehen (wenn Frankfurt mindestens einen Punkt holt, Stuttgart gewinnt und Gladbach in Hamburg gewinnt und vier Tore aufholt). Wahrscheinlich ist als Abschlussszenario irgendwas zwischen Platz 5 und Platz 8. Aber rechnen braucht man eigentlich sowieso nicht mehr viel. Ein Sieg muss her und dann kann man schauen, was man dafür in der Tabelle kriegt.

Randbemerkung 2: Das letzte Mal, dass ich im Stadion Pipi in den Augen hatte, dürfte beim letzten Spiel von Daniel Frahn einst in der ersten Zweitligasaison gewesen sein. Die Auswechslung von Dominik Kaiser in seinem letzten Heimspiel für RB nach sechs Jahren im Verein hatte einen ähnlich emotionalen Charakter. In seinem vielleicht letzten Spiel in der Startelf durfte er sogar noch mal als Kapitän auf den Rasen, was auch ein passendes Zeichen in Bezug auf sein Standing in Mannschaft und im Verein generell war. Eineinhalb Jahre hat er sich relativ klaglos auf die Bank gesetzt und sich damit noch mal zusätzlichen Respekt verschafft. In allen Ligen von der vierten bis zur ersten schoss er ein Tor. Gegen Wolfsburg machte er ein gutes Spiel, auch wenn man in den entscheidenden Zonen schon merkte, dass ihm da der Mut und die Spielpraxis fehlten, um auch mal eine gefährliche Situation zu kreieren, wenn er vor der Viererkette des Gegners in guter Position den Ball hat. Dass er kurz vor Schluss ausgewechselt wurde, war ein absolutes Highlight des Spiels. Weil das Stadion den Kapitän mit Standing Ovations feierte und weil fast die komplette Mannschaft zu Kaiser eilte und ihm vor seinem Abgang noch mal herzte. Selbst Hasenhüttl hatte da ein Tränchen im Auge. Großartige Bilder. Auch wenn Kaiser noch mal ein Abschiedsspiel kriegt und das auch sehr emotional werden wird, toppt nichts diese Situation der absoluten Wertschätzung von allen Beteiligten bei dieser Auswechslung im letzten Pflichtheimspiel.

Dominik Kaiser in den Fängen der French Connection. | Foto: Dirk Hofmeister

Randbemerkung 3: Für Dominik Kaiser kam Benno Schmitz in die Partie. Auch das sicherlich ein Zeichen der Wertschätzung für einen, der diese Saison bis dahin nur einmal spielte, nie öffentlich klagte und sich sehr professionell verhielt. Von daher geht die Einwechslung schon auch in Ordnung. Auf der anderen Seite blieb dadurch ein Niclas Stierlin als auf der Bank sitzender Nachwuchsakteur außen vor. Gerade in einem solchen Spiel, das nach einer reichlichen Stunde entschieden war, nicht auch mal die Option zu ziehen (wie Hasenhüttl es vor dem Spiel erwogen hatte), einem Mann für die Zukunft eine Chance zu geben, dem man es offenbar zutraut, sich in der Bundesliga durchzusetzen, war seltsam. Es wird eine weitere Saison sein, in dem kein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs bei RB Leipzig auch nur eine Minute Einsatzzeit bekam (dass das in Berlin der Fall sein wird, ist angesichts der zurück in den Kader kommenden Spieler unwahrscheinlich). Das bleibt der depremierende Fakt. Der letzte war Idrissa Touré (aktuell Bremen II) noch unter Rangnick (wenn man mal Palacios, der ja einst ein Zugang für die Profis war, außer acht lässt). Es ist wie es ist mit der Durchlässigkeit für den eigenen Nachwuchs (bei externen jungen Spielern wie Konaté klappt es ja ganz gut), aber wenn man noch nicht mal in der Garbage Time eines Spiels gegen Wolfsburg jemanden zehn Minuten in die Partie wirft, wann dann?

Randbemerkung 4: Kevin Kampl mit einer ganz besonderen Nummer zu diesem Spiel. Nachts ging es nach Solingen, weil er Papa wurde und im Krankenhaus dabei sein wollte. Nach der Geburt ging es dann am Samstagmittag ohne Schlaf per von RB organisiertem Flieger wieder zurück nach Leipzig, weil er unbedingt beim Spiel auflaufen wollte. Wolfsburg mit Schlafentzug besiegen quasi. Schlafentzug ist ja auch eine Therapieform, die bspw. bei Depressionen zur Stimmungsaufhellung genutzt wird. Wenn dann noch die Geburt des ersten Kindes dazukommt, ist dann euphorie- und adrenalintechnisch Karneval angesagt. Lässt sich als Anregungsspielchen vor Bundesligaspielen leider nicht so richtig gut permanent wiederholen..

Randbemerkung 5: 51% Ballbesitz für den VfL Wolfburg in Leipzig. Zwei Mannschaften mit unter 80% Passquote, was bei RB vor allem für den Umschaltfokus spricht. Zurück zu den Ursprüngen wieder mal bei RB. Kompakt verteidigen und dann auf Balleroberungen und Umschalten setzen. Hinsichtlich der Entwicklung der spieltaktischen Variabilität bleibt die Saison eine mit Fragezeichen. Gut war es immer dann, wenn man auf Balleroberungen lauern konnte, gerade gegen nicht sehr ballsichere Teams wie es Wolfsburg in Leipzig war. Es bleibt halt Richtung kommende Saison (vor allem wenn man wieder europäisch spielt und die dauerhafte Doppelbelastung hat) die Aufgabe, sich spieltaktisch breiter aufzustellen und Spiele auch mal aus dem Ballbesitz zumindest phasenweise (was es diese Saison vor allem in der Hinrunde ja auch schon gab) runterspielen zu können.

Randbemerkung 6: Vor dem Spiel ein Fanmarsch unter dem Titel „Arsch hoch für Europa“.  Ganz sicher nicht mein Tanzbereich, aber wenn es hilft, in Stimmung zu kommen, dann nur zu. Auf den Einsatz pyrotechnischer Erzeugnisse wurde diesmal offenbar verzichtet. Denkt denn keiner an die schönen Bilder?^^

Fanmarsch vor dem Spiel zwischen RB Leipzig und dem VfL Wolfsburg. | Foto: Dirk Hofmeister

Randbemerkung 7: Im Wolfsburg-Block wurde es irgendwann im Verlauf des Spiels ziemlich ruhig angesichts der Gesamtsituation. Ein paar Gesänge gegen Labbadia und gegen den eigenen Verein gab es wohl auch, habe ich aber nicht verstanden. Ein bisschen lustig, dass eine Gruppe von Fans nach der Verkündung der RB-Zuschauerzahl ein „Ihr seid so lächerlich“ anstimmte. Vielleicht war es aber auch gar nicht lustig gemeint.^^

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Lichtblicke:

  • Ademola Lookman: Dreht in der Schlussphase der Saison noch mal so richtig auf. Zwei Tore geschossen. Wieder viele Dribblings genommen. Sich gut in die Partie geworfen. Da ist noch einiges an Luft nach oben in Sachen Entscheidungsfindung und Positionsspiel, aber die Grundanlagen des jungen Engländers und auch seine Wege in die Tiefe sind hervorragend. Ich schrieb es letztens schon mal hier, dass das Problem seiner guten Schlussphase in dieser Saison ist, dass er dadurch extrem teuer bzw. unbezahlbar werden dürfte. Vielleicht kriegt man ja noch mal eine Leihe vielleicht sogar mit Kaufoption hin.
  • Jean-Kevin Augustin: Sieht immer ein wenig lax und unbeteiligt aus, wenn er über den Platz stiefelt. Ist aber erstaunlicherweise immer einer der Spieler mit den meisten Sprints und mit hohem Laufaufwand. Und ist in der Offensive noch dazu sehr gut. Zwei Torvorbereitungen und ein super Tor gegen Wolfsburg beweisen das. Sollte etwas konsequenter auf den Beinen bleiben, anstatt den Bodenkontakt zu suchen, dann ist das schon nah an perfekt. Es bleibt dabei, dass Augustin vom Potenzial her mit Abstand mindestens die Nummer 2 im RB-Sturm ist. Könnte nächste Saison bei entsprechender Entwicklung sehr viel Freude machen.
  • Dayot Upamecano: Hatte zwischenzeitlich in der Rückrunde ein kleines Tief und war gegen Wolfsburg wieder voll da. Mit robustem Körper sehr gut im Zweikampf. Und immer wieder auch mit der Übersicht, wenn er angelaufen wird, den Gegner mit einer Körpertäuschung aussteigen zu lassen und die Spieleröffnung dadurch anzukurbeln. Auch zwei, drei gute Ausflüge in die gegnerische Hälfte. Schade, dass sein Kopfball kurz vor Schluss noch von Casteels von der Linie gekratzt wurde, das wäre das I-Tüpfelchen gewesen.

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Tore: 1:0 Lookman (24.), 2:0 Werner (34.), 2:1 Didavi (47.), 3:1 Lookman (52.), 4:1 Augustin (63.)

Aufstellung RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Konaté, Upamecano, Bernardo (68. Laimer) – Kampl, Demme – Kaiser (89. Schmitz), Lookman – Augustin (67. Poulsen), Werner

Aufstellung VfL Wolfsburg: Casteels – Bruma, Knoche (46. Dimata), Uduokhai – William, Guilavogui, Steffen – Didavi (69. Rexhbecaj), Arnold – Origi, Brekalo (78. Malli)

Schiedsrichter: Marco Fritz (Insgesamt durchaus souverän in einem Spiel, das erstaunlich fair blieb, wenn man von einer üblen Didavi-Frustgrätsche an der Seitenauslinie gegen Bernardo absieht. Bei Körpereinsatz in der zweiten Halbzeit aber mit einer teilweise arg undurchsichtigen Linie. Einen Schubser von hinten gegen Werner an der Strafraumgrenze gar nicht zu ahnden, war aus Stadionsicht komplett falsch. Einen ähnlichen Einsatz gegen den Mann bei Augustin im Strafraum auch nicht zu ahnden, sah ähnlich grenzwertig aus, war aber noch vertretbar. Dass dann ein sehr rabiater Check gegen Klostermann am RB-Strafraum gar nicht geahndet wurde, passte trotzdem gut ins Bild. Insgesamt aber waren das kleine Probleme im Detail. Das in Leipzig schnell mal „Schieber“ gerufen wird, gehört inzwischen zur Folklore, selbst wenn es dafür wenig Anlass gibt. In sechs RB-Spielen, alle in Leipzig, hat Fritz jetzt eine Bilanz von fünf RB-Siegen und einem Unentschieden. Darf gern wiederkommen.^^)

Gelbe Karten: – | Didavi (4.)

Zuschauer: 41.487 (davon 3.000 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, Wob-Bericht, Kicker-Bericht, Pressekonferenz-Ticker

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  • Torschüsse: 13 : 9
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 7 : 7
  • Schüsse auf das Tor: 7 : 5
  • gewonnene Zweikämpfe: 54,5% : 45,5%
  • Ballbesitz: 49,0% : 51,0%
  • Passquote: 77,2% : 77,6%
  • Laufstrecke: 109,1 km : 107,0 km
  • Sprints: 204 : 205
  • Intensive Läufe: 593 : 601
  • Fouls: 11 : 10
  • Ecken: 2 : 5
  • Abseits: 2 : 0
  • Meiste Torschüsse: Lookman: 4 – Origi: 5
  • Meiste Torschussvorlagen: Augustin: 4 – Brekalo – 3
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Klostermann: 86,7% – Guilavogui: 70,0%
  • Meiste Ballkontakte: Brosinski: 55 – Demme: 95
  • Beste Passquote (mindestens 20 Pässe): Kampl: 95,3% – Guilavogui: 89,6%
  • Größte Laufstrecke: Demme: 12,0 km – Arnold: 10,8 km
  • Meiste Sprints: Augustin, Werner: je 29 – William: 26

Statistiken von bundesliga.de, whoscored.com

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Saisontorschützen: Werner – 12; Augustin – 7; Keita – 6; Poulsen, Lookman – je 4; Sabitzer, Orban, Bruma – je 3; Halstenberg, Forsberg, Upamecano – je 2; Klostermann, Bernardo; Kampl – je 1

Saisonvorlagengeber: Werner – 9; Sabitzer – 7; Augustin – 6; Keita – 5; Demme – 4; Kampl, Forsberg, Poulsen, Lookman – je 3; Halstenberg, Bruma, Laimer – je 2; Bernardo, Ilsanker – je 1

Saisontorbeteiligungen (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Kampl – 12; Demme – 11; Keita – 8; Sabitzer, Upamecano – je 7; Forsberg, Laimer, Bernardo, Klostermann – je 6; Ilsanker, Bruma – je 5; Halstenberg – 4; Werner, Augustin – je 3; Poulsen, Gulasci – je 2; Orban, Konaté, Lookman – je 1

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Bilder: © Dirk Hofmeister

7 Gedanken zu „Bundesliga: RB Leipzig vs. VfL Wolfsburg 4:1“

  1. Aus meiner Sicht war RB in der Offensive überzeugend, in der Defensive weiterhin wacklig. Werner und Demme hätte man auch als Lichtblick sehen können. Bernardo vom Einsatz her eine glatte 1 wenn auch nicht fehlerfrei.
    Habe mich kurzfristig entschlossen nächsten Samstag mit nach Berlin zu fahren und freue mich auf mein erstes Auswärtsspiel im Stadion!

  2. „Besonders bemerkenswert, wie oft Werner in gute Räume einsprintete, aber der lange Ball nicht gespielt wurde. “

    Das ist mir im Stadion auch aufgefallen. Da gab es in der Tat in der 1. Hz 2-3 Situationen, wo man RB-DNA mäßig steil hätte spielen können, aber dann wurde der Weg nach hinten gesucht. Das war mMn Absicht und „befohlen“, um einfach Ruhe und Selbstvertrauen am Ball sich zu holen.

    Zu Randbemerkung 3:
    Man kann ein Spielverlauf nicht planen, aber ich denke man hatte eine Einwechslung von Stierlin auf dem Schirm. Aber dann kam die Verletzung von Bernado und RH musste abwägen, wer für Kaiser kommen soll.

    Zu Randbemerkung 4:
    Fand es echt witzig, wie RH im ASS erklärte, das KK nur spielte, weil er ja der Einzigste im Team war/ist, der mit einer positiven Einstellung in das Spiel kam.

    Lichtblicke sind allesamt korrekt. Lookman will einfach nur spielen und hat im Gegensatz zu Bruma mehr den Blick für den eigenen Mann. Das Jika Potential hat, hat er immer wieder unter Beweis gestellt. War gestern eine sehr gute Vorstellung. Nur frage ich mich, warum er immer ausgewechselt wird. Hat er jemals 90 Minuten gespielt?

    Fritz fand ich auch in Ordnung, aus Stadionsicht trotzdem immer wieder mal mit seltsamen (Nicht) Pfiffen. Das Frustfoul an Bernado war mMn mehr als dunkelgelb.

    „Torschüsse innerhalb des Strafraums: 7 : 7″
    Laufstrecke: 109,1 km : 107,0 km“

    Das sind wieder Daten, die dem Staff nicht gefallen kann und passt zu Deinem Blog letzte Woche.

  3. „Vom Verlauf der Eckball-Flanke her durchaus auch ein Ball, den ein Torwart am Rande des Fünfmeterraums auch mal wegpflücken kann. So zumindest die Stadionsicht.“

    …. kann er nicht, macht er nicht…,
    viel zu viele Gegentore auf diese Art bekommen,
    von daher werden wir über kurz oder mittel einen anderen Keeper bekommen…

  4. Ich stimme lakrue da zu, Pete ist auf der Linie sehr gut bringt aber keinerlei Strafraumbeherrschung mit. Von seinen jämmerlichen Schrotflintenabschlägen ganz zu schweigen. Mittelfristig eine Baustelle! Ebenso die Fankurve wo erst mal ersichtlich werden muss wohin der Verein dort will.

  5. Gulasci sollte auf jeden Fall im Wechsel mit Mvogo spielen ,sein auf der Linie kleben nervt nur noch ,Strafraum Beherrschung Null. Hoffentlich kommt im Sommer ein Angebot aus England .?
    Glaube schon das er mehr Tore durch Unterlassung des Herauslaufens gefangen hat ,als er durch Reflexe verhindert hat.

  6. Aus meiner Sicht hat Bernardo nach etwas schwachem Start sein bisher bestes Spiel für RB gespielt. Grandios. In vielen seiner Spiele habe ich ihn bisher als Schwachpunkt erlebt.

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