Pressekonferenz: RB Leipzig vs. VfL Wolfsburg

[Nach dem Bundesligaspiel zwischen RB Leipzig und dem VfL Wolfsburg hier die Einschätzungen der beiden Trainer Bruno Labbadia und Ralph Hasenhüttl von der Pressekonferenz.]

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17.38

Das war erstaunlich einfach. Der Beginn war zäh. Ab dem 1:0 wurde es dann einfacher, weil Wolfsburg zeitweise dann auch arg auseinanderfiel. Nach dem 2:1 nach der Pause witterten die Gäste noch mal kurz Morgenluft, aber ein zweiter Abwehrbock (wie schon beim 2:0) sorgte dann relativ schnell für die Entscheidung. Wenn RB das etwas konsequenter zu Ende spielt, kassiert der VfL hier noch einige weitere Treffer. So blieb es beim 4:1.

17.42

Tabellarisch hilft der Sieg gegen Wolfsburg noch nicht so richtig weiter. Die rechnerische Möglichkeit auf die Champions League ist immer noch da, aber eben auch sehr rechnerisch. Dafür müssten Hoffenheim und Leverkusen nächste Woche beide verlieren und RB gewinnen. Um zumindest Platz 6 zu sichern oder noch auf Platz 5 zu springen, wird RB wohl auch einen Sieg bei Hertha BSC brauchen. Geschenkt wird es den aber nicht geben. Im Extremfall kann RB bei einer Niederlage bei Hertha auch immer noch auf Platz 9 rutschen. Das spannendste Saisonfinale, das RB je erlebte. Bisher waren die letzten Spieltage ja immer völlig irrelevant.

17.50

Höhepunkt des Spiels vielleicht die Kaiser-Auswechslung. Wie fast die ganze Mannschaft noch mal zum Mann mit der Binde kam, um ihn zu verabschieden, war ganz großes Kino. Stehende Ovationen natürlich inklusive. Und Pipi in den Augen. Großer Moment am Ende seiner sechs Jahre in Leipzig in seinem letzten Heimspiel.

17.52

Warum Kaiser nicht fünf Minuten vorher ging und für ihn statt eines abgeschriebenen Schmitz mit Stierlin ein Mann für die Zukunft ein paar Minuten kriegt, blieb ein bisschen unverständlich. Wann wenn nicht bei einem 4:1 in einem Heimspiel will man denn einem Nachwuchsspieler mal die Chance geben, wenn er denn schon auf der Bank sitzt..

18.07

Bruno Labbadia: „Glückwunsch an Leipzig. Schwer heute. Sind top rausgekommen. Haben am Anfang zu wenig Kapital aus den Ballgewinnen geschlagen. Nicht konsequent genug im Strafraum. Leipzig macht dann mit einer Mögichkeit das 1:0. 2:0 symptomatisch für uns. Hängende Köpfe in der Kabine. Zweite Spitze reingebracht, um noch mal alles zu versuchen. Müssen das 2:2 machen und kriegen im Gegenzug das 1:3. Niederlage, die nicht nötig war. Muss dem Gegner gratulieren, weil sie dann ihre Qualität ausgespielt haben.“

18.10

Ralph Hasenhüttl: „Bruno hat es treffend umrissen. Wir haben sehr unsicher gewirkt am Anfang. Wollten nicht so viel Risiko gehen. Viel neues Personal auf dem Platz gehabt. Auf die Umschaltmomente gewartet. Effektivität vor dem Tor war heute der Unterschied im Vergleich mit den letzten Spielen. Mit vier Toren belohnt. Nach der Pause kann das Spiel auch kippen. Da waren wir schläfrig. Einen Standard mit Glück verteidigt. Gefallen hat mir, dass wir kompakt agiert und viele Bälle gewonnen haben. Arbeit gegen den Ball gut. Viel weniger zugelassen als zuletzt. Wichtiger Schritt nach vorn. Ein Spiel noch. Dann wissen wir, was für diese Saison kriegen.“

18.12

Hasenhüttl: „Zwischen Platz 4 und 9 ist alles möglich. Brauchen noch Punkte. Haben letztes Jahr in Berlin schöne Momente erlebt. Jetzt fahren wir mit unseren Fans wieder hin. Am schlimmsten wäre es, wenn wir es selber verbocken. Müssen auf Sieg spielen.“

18.13

Labbadia: „Wenn man das Ergebnis sieht, hat das Trainingslager nichts geholfen. Aber trotzdem war es gut. Drei wichtige Tage. Wenn die Ergebnisse nicht stimmen, fehlen die Argumente. Konnten aber konzentriert arbeiten. Müssen die Spieler wieder aufrichten.“ Freut sich, dass die Mannschaft nach dem Spiel Uduokai wieder aufgebaut hat. „Glauben nicht viele an uns. Wir müssen den Glauben aber in die Mannschaft bringen. Haben es selbst in der Hand, zumindest die Relegation. Wird ein Nervenspiel.“ Sich für Knoche bei Auswechslung und Umstellung auf Viererkette entschieden, weil die Stürmer von RB so schnell sind. „Müssen beim Standard das 2:2 machen, dann wäre viel möglich gewesen.“

18.14

Hasenhüttl zur Kaiser-Auswechslung: „War nicht klar, dass er zu diesem Zeitpunkt rausgeht. Freue mich für ihn. War heute ein belebender Faktor, vor allem was die Mentalität angeht. Tat uns heute gut. Habe ihn nicht umsonst zum Kapitän gemacht. Zeichen des Respekts. Mit guter Leistung zurückgezahlt. Ziehe jeden Hut vor ihm.“

Zu Kampl und dass er in der Nacht Papa wurde: „Habe nachts halb eins eine SMS gekriegt, dass er ins Krankenhaus fährt. Hat gesagt, er  will in jedem Fall spielen. Hab dann gesagt, dass er den Moment genießen soll und ihm gewünscht, dass es schnell geht. Gut, dass er es rechtzeitig zum Spiel geschafft hat. Eine schlaflose Nacht vor dem Spiel scheint nicht so schlecht zu sein als Spielvorbereitung.“

18.17

Labbadia: „Köln hat sich nie aufgegeben. Werden sich bei uns nicht kampflos ergeben. Wir werden gefordert sein, klaren Kopf zu bewahren. Brauchen eine gute Stimmung. Wird auch ein Geduldsspiel. Die letzten Wochen immer wieder dran gewesen und nicht belohnt.“

18.19

Hasenhüttl: „Kaiser noch zum Kapitän gemacht, als die Aufstellung schon raus war. Gegner hat dem zugestimmt.“

Labbadia: „Als Trainer muss man in solch einer Phase vorangehen. Ein, zwei Tage traurig sein und dann geht es für die Mannschaft weiter. An vielen Kleinigkeiten gearbeitet. Auf dem Platz und außerhalb. Werden auch kommende Woche wieder arbeiten.“

Hasenhüttl: „Jeder Sieg ist wichtig. Gibt uns ein wenig Rückenwind. War nicht so einfach unter der Woche zuletzt. Mannschaft blieb aber konzentriert und irgendwann wird man für konzentrierte Arbeit belohnt. Eine schwere Aufgabe noch vor uns. Können wieder auf mehr Spieler zurückgreifen. Freue mich, dass auch Laimer wieder eine Option ist. Tut gut, ein paar mehr Alternativen zu haben.“

18.22

Hasenhüttl: „Lookman war die ganze Rückrunde sehr professionell, auch wenn er nicht gespielt hat. Hat sich voll mit dem identifiziert, was hier passiert. Hat einige wichtige Tore gemacht. Wie er sich heute ins Spiel eingebracht hat, fand ich sehr gut. Liegt nicht in unserer Hand, dass er hier bleibt.“

18.23

Labbadia zu Gesängen gegen ihn: „Man wünscht sich immer Unterstützung, aber wenn die Ergebnisse nicht stimmen, muss man sich damit auseinandersetzen. Hilft keinem. Brauchen nächste Woche Unterstützung. Müssen alle an einem Strang ziehen. Können aber nichts einfordern, weil die Ergebnisse nicht stimmen.“

18.24

Das war es von hier. Labbadia als Krisenmanager gefragt. Hasenhüttl freut sich über den Sieg und freut sich auf ein Endspiel in Berlin. Heute lief von der Geschichte des Spiels her alles perfekt für RB, auch wenn man gerade in der Anfangsphase bei weitem kein perfektes Spiel machte. Wolfsburg in der aktuellen Verfassung, vor allem aufgrund der individuellen Aussetzer ein absoluter Kandidat für den Abstieg. Man hat aber auch in diesem Spiel wieder gesehen, dass da grundsätzlich  sehr viel Qualität auf dem Platz steht, aber die aus irgendeinem Grund nicht zusammenpassen will. Nun ja, soll uns aus RB-Sicht heute ganz recht sein. Ein Spiel ist es noch. Ein echtes Endspiel. In diesem Sinne, viel Spaß mit dem Samstagabend und mit der letzten Woche der Saison.

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French Connection mit hohem Zufriedenheitslevel. | GEPA Pictures - Sven Sonntag
GEPA Pictures – Sven Sonntag

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