Bundesliga: RB Leipzig vs. 1. FC Köln 1:2

24. Spieltag in der Bundesliga. Nach der Niederlage in Frankfurt und vor den Heimspielen gegen Dortmund und die Bayern sollten gegen Köln unbedingt drei Punkte her. 45 Minuten lang sah es auch so aus, als sollte RB Leipzig diese Zielvorgabe schaffen. Danach allerdings kippte das Spiel komplett und der Tabellenletzte drehte das Spiel zu einem nicht unverdienten Sieg.

Das erste Ausrufezeichen des Tages war die Startelf von RB Leipzig. Die war in jeder Hinsicht komplett auf Offensive eingestellt. Dass Bruma, Lookman und Forsberg gleichzeitig zu Spielbeginn auf dem Platz stehen, mit dieser Wette hätte man bis vorgestern noch viel Geld gewinnen können. Fünf Wechsel hatte Hasenhüttl in der Formation vorgenommen gegenüber dem Neapel-Spiel. Konaté, Demme, Poulsen und Werner saßen auf der Bank. Laimer bekam eine komplette Pause. Klostermann, Orban, Lookman, Forsberg und Augustin standen dafür in der Startelf.

Das ergab dann diesmal wieder ein 4-3-3, das allerdings auf der zentralen Sechs nicht mit einem Demme oder Ilsanker zurückhaltend, sondern mit einem Kampl mit klarer Vorwärtstendenz besetzt wurde. Auf den Achter-Positionen davor spielten mit Forsberg und Sabitzer zwei Zehner, die immer wieder hoch anliefen. Und auf den Außenbahnen waren offensiv als Augustin-Unterstützung Lookman und Bruma unterwegs, standen aber im Spiel gegen den Ball oft auch tiefer als Sabitzer und Forsberg. Dass man so viele RB-Offensivkräfte in eine Formation gepackt kriegt, hätte man vor diesem Spiel nicht unbedingt vermutet.

Stefan Ruthenbeck brachte auf der anderen Seite zwei neue Spieler. Winterneuzugang Vincent Koziello gab sein Startelf-Debüt und spielte vor allem in der zweiten Halbzeit eine sehr gute und extrem ballsichere Partie. Auch Jannes Horn rückte überraschend in die Startformation. Özcan und Jojic fanden sich dafür auf der Bank wieder. Organisiert war Köln in einer Art 3-4-2-1, wobei es defensiv lange eine sehr klare Fünferkette war. Interessant die Rolle von Hector, der praktisch zusammen mit Osako hinter Terodde agierte und somit weder auf der linken Seite noch auf der Sechs. Das machte er als Anläufer und ballsicherer Akteur in der gegnerischen Hälfte gar nicht schlecht und geht als gelungener Schachzug durch.

Die erste Halbzeit gehörte praktisch komplett RB Leipzig. Gegen nicht ganz so hoch attackierende Kölner war man mit der offensiven Formation sehr gut aufgestellt, weil man es immer wieder schaffte, von hinten heraus den Ball zwischen die Ketten zu spielen, wo man dann vor allem mit Forsberg und Bruma enorme Qualität hatte, um dort Bälle zu sichern und sich in Schusspositionen zu bringen.

Das war von Beginn an eine sehr dominante Vorstellung, bei der man die Kölner laufen ließ und sich immer wieder Chancen erarbeitete. Erstaunlicherweise funktionierte die Formation aber auch defensiv recht gut, weil man die Lücken mit relativ viel Aufwand zulief und so immer wieder im Ansatz gefährliche Situationen frühzeitig klärte. Vor allem Kampl und Bernardo zeichnete sich hier sehr stark aus. Ein Terodde-Kopfball früh im Spiel war lange der einzige Torabschluss der Kölner, die erst kurz vor der Pause noch mal ein bisschen Druck auf das RB-Tor machen konnten, aber nur ein Abseitstor zustande brachten.

RB Leipzig spielte auf der anderen Seite konstant auf das Kölner-Tor und wurde schon frühzeitig belohnt. Kampl sichert in der eigenen Hälfte den Ball und über Bernardo landet er bei Bruma und Augustin, die sich links durchspielen. Bruma hat ein bisschen Platz und nutzt dem zu einem Sprint und einem scharfen Pass in den Strafraum. Lookman befördert die Kugel in der Mitte unter Gegnerdruck an den langen Pfosten, von wo aus der Ball direkt vor die Füße von Augustin fällt, der freistehend nur noch einschieben muss. Angesichts von zwei, drei Großchancen, die der Franzose später ausließ, war das Tor eines der Marke ‚konnte selbst er nicht auslassen‘. Augustin machte da vorn fußballerisch sehr viel richtig und arbeitete viel, aber vor dem Tor blieb er so glücklos wie zuletzt auch in seinen drei Januar-Einsätzen in der Bundesliga.

Vincent Koziello war einer der Matchwinner für den 1. FC Köln mit einem Tor und einer Passquote von 97%. | GEPA Pictures - Sven Sonntag

Mit der Führung im Rücken spielte RB die Partie sehr souverän runter und hätte das Spiel eigentlich frühzeitig entscheiden müssen. Doch Augustin, Sabitzer, Bruma und Forsberg ließen teils beste Möglichkeiten liegen und verpassten die Tore 2 und 3, von denen sich Köln vermutlich nicht mehr erholt hätte. 8:1 Torschüsse verbuchte RB bis zur 40. Minute dank vieler guter Dribblings, guten Passspiels und guter Balleroberungen. Drei Tage nach dem offensiv schwachen Spiel gegen Neapel war das ein erstaunlich dominanter, gut strukturierter und in der Offensive auch zielführender Auftritt. Aber halt nur bis zum Torabschluss, denn von den acht Torabschlüssen gingen auch nur zwei auf den Kölner Kasten. Einer war drin, den anderen hielt Horn im Eins gegen Eins gegen Augustin.

Zufriedenheit zur Pause auf Seiten der Gastgeber, bei denen sich die sehr offensive und spielstarke Aufstellung auszuzahlen schien. Vielleicht auch zu viel Zufriedenheit, denn die zweite Halbzeit war das komplette Gegenteil der ersten Halbzeit. Gelungene Dribblings gab es nun kaum noch. Das Passspiel wurde extrem ungenau und wenig zielführend. Meist ging der Ball unter Druck der Kölner immer weiter zurück zu Gulacsi, der ihn dann irgendwo nach vorn bolzte (und dabei auch oft nicht allzu genau war und dann der Ball irgendwo landete, wo nur Bruma stand, der plötzlich ins Kopfballduell mit sagen wir Sörensen gehen sollte..).

Köln spielte die Dinge in der zweiten Halbzeit erstaunlich reif und kontrolliert. Man lief den RB-Spielaufbau nun intensiver und konsequenter an, was dann auf RB-Seiten eben zu vielen Rückpässen auf Gulacsi statt zu strukturiertem Spielaufbau in Räume hinter den Anläufern führte. Im Ballbesitz wiederum ließ sich der Gast vom RB-Anlaufen nicht mehr aus der Ruhe bringen und spielte teilweise mit sehr guter Passsicherheit um den Gegnerdruck herum. Dabei profitierte man davon, dass RB nun meist einen Schritt zu spät dran war, weil ballferne Spiele ihren Laufweg oft erst begannen, wenn der Ball schon in ihre Richtung unterwegs war und sie somit immer etwas zu spät dran waren, um den Gegenspieler schon bei der Ballannahme zu stören.

Die ganz großen Gelegenheiten ergeben sich für Köln lange nicht, aber im Ansatz war das teilweise ganz gefährlich, wenn ein Mere den Ball verpasst oder sich ein Terodde fünf Meter vor Gulacsi drehen und den Ball zum Torschuss zurechtlegen darf oder der eingewechselte Bittencourt den Ball am rechten Pfosten vorbeizirkelt.

Bis zur 70. Minute geht das Spiel mit dem Feuer gut, bis Koziello kommt und den Ausgleich erzielt. Bernardo hatte für den herausrückenden Upamecano nach innen und gegen Osako absichern müssen, weswegen die rechte Seite frei bleibt und Risse dort mit viel Platz an den Ball kommt. Doch Platz auf den Flügeln ist dann kein Problem, wenn du in der Mitte konsequenter zupackst. Doch dort wird die Risse-Flanke nur auf den Fuß von Koziello geköpft, der 18 Meter vor Gulacsi am Strafraum noch mal quer läuft und von Sabitzer nicht entscheidend gestört werden kann. Schuss aus der Distanz und ab ins linke Eck. Fast so als wolle der französische Mittelfeld-Floh den RasenBallsportlern mal zeigen, wie das mit dem Torabschluss so geht, wenn man aus zentraler Position aus 16 bis 18 Metern abziehen darf.

Mit Diego Demme kommt nun der dritte frische Spieler bei RB nach Poulsen und Werner. Aus einem gewohnten 4-2-2-2 heraus soll nun noch mal ein Schlussspurt her. Aber das Spiel der RasenBallsportler ist zu diesem Zeitpunkt meist nur noch kopflos und überhastet, während die Kölner reifer und abgeklärter wirken. Und schließlich sogar das 2:1 schießen. Das wieder über die linke RB-Seite fällt und dem Defensivverhalten von RB kein gutes Zeugnis ausstellt. Upamecano und Bernardo lassen sich auf dem Flügel von Osako und Risse vernaschen. Risse dringt in den Strafraum ein, wo keine Hilfe eines RB-Spielers kommt und spielt einen Querpass durch den Strafraum. Klostermann verschätzt sich zu allem Überfluss am langen Pfosten und kann nur noch zugucken, wie Bittencourt den Ball zum 2:1 einnetzt.

Der Rest des Spiels ist verzweifeltes Anrennen von RB bei schon beschriebener Kopflosigkeit. Doch immerhin schafft man es nun immer mal wieder, mit dem Ball am Fuß und mit Tempo auf den Kölner Strafraum zuzugehen. Doch durchrutschen will kein Ball mehr. Werner kann in aussichtsreicher Position den Ball nicht kontrollieren. Poulsen scheitert mit der Taktik ‚Kopf durch die Wand‘ an der gegnerischen Abwehrreihe und Kampl schießt aus durchaus aussichtsreicher Position recht deutlich rechts daneben. Da Köln auf der anderen Seite die entstehenden Räume nicht mehr zu entscheidenden Torabschlussaktionen nutzt, bleibt es beim 1:2 aus RB-Sicht. Wobei die Gastgeber in den (inklusive Nachspielzeit) letzten sieben Minuten gar keinen Torabschluss mehr verzeichnen.

Fazit: Wenn man die erste Halbzeit nimmt, dann war es eine völlig unnötige Niederlage, weil RB Leipzig die Kölner komplett im Griff hatte und man schon früh den Deckel hätte auf die Partie machen müssen. Aber auch wenn man nur mit einem 1:0 in die Pause geht, bleibt die zweite Halbzeit, in der fußballerisch gar nichts mehr lief, ein Rätsel. Die Kölner verdienten sich nach der Pause den Sieg mit einer reifen Leistung und mit aggressivem Anlaufen vorn, gutem Verteidigen dahinter und durchaus mutigem und sicherer werdendem Ballbesitzspiel, profitierten dabei aber auch von Gastgebern, die nun nachlässig und phasenweise kopflos wirkten. Bitterer Rückschlag für RB. Wichtiger Sieg im Abstiegskampf für den 1.FC Köln, der ansonsten schon zehn Punkte Rückstand auf Platz 16 gehabt hätte.

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Randbemerkung 1: Im Vergleich zur Vorsaison RB Leipzig nach 24 Spielen mit elf Punkten weniger. Gegen dieselben Gegner wie 2016/2017 holte man in dieser Saison bisher auch elf Punkte weniger als im Vorjahr (wenn man die Aufsteiger Stuttgart und Hannover gegen die Absteiger Darmstadt und Ingolstadt tauscht). Macht dann aktuell nur noch Platz 6. Das ist immer noch im Rahmen dessen, was die sportliche Qualität des Teams und der wirtschaftliche Rahmen vorgibt, aber es ist in diesem Schneckenrennen hinter den Bayern und den Möglichkeiten, die sich da eigentlich ergeben, auch etwas wenig. Nur zwei Punkte aus den Heimspielen gegen Köln, Mainz, HSV und Hertha, das ist für ein Team, das sich gern im vorderen Drittel der Bundesliga etablieren will, halt auch viel zu wenig. Die bisherige Rückrundenbilanz ist mit zehn Punkten (und genauso viele wie Schalke oder Leverkusen) dabei noch gar nicht mal extrem negativ. Es wäre halt nur (wie schon in den Heimspielen vor der Winterpause) sehr viel mehr drin gewesen.

Randbemerkung 2: Keine 32.000 Zuschauer und damit Saisonminusrekord. Und das trotzdem Köln mit knapp 2.000 Fans anreiste. Weniger Zuschauer als gegen Augsburg und auch weniger als der bisherige Minusrekord gegen Mainz. Ein erneuter Schlag in die Magengrube, was die großen Lösungen beim Ausbau der Red Bull Arena ab Sommer angeht. Klar kriegt man das Stadion bei großen Spielen wie gegen Bayern oder Dortmund auch weiter locker voll und würde auch ein ausgebautes Stadion in diesen Spielen vollkriegen. Aber die Diskrepanz zu den Minuskulissen wird wieder größer. Klar, gegen Köln war es noch dazu kalt und es war ein Spiel inmitten einer Vier-Spiele-Heimserie, aber es bleibt ein interessantes Phänomen, dass der Zuschauerzuspruch in der Breite der Spiele recht klar zurückgeht. Und wir reden hier noch nicht mal von einem Spiel eines Zehnten gegen einen Tabellenletzten Augsburg. Es bleibt dabei, dass das Thema Zuschauerentwicklung (ganz nüchtern betrachtet) ein sehr interessantes ist. Aktuell hat man so ein bisschen ein Hoffenheim-Phänomen, wo nach dem Bundesliga-Aufstieg das Stadion auch eine Saison lang voll war und danach ein Abwärtstrend einsetzte, der sich erst diese Saison wieder so richtig umkehrte (grob gesagt).

Randbemerkung 3: Zu dem sowieso schon sehr leeren Stadion kam dann noch die Massenflucht dazu, die mit dem 1:2-Rückstand einsetzte. Übertrieben gesagt waren zum Schlusspfiff vielleicht noch 20.000 Zuschauer da. Dass der RB-Zuschauer im Fall der Fälle lieber mal zu früh als zu spät geht, war ja schon immer so, aber eine solche Abwanderung in einem Spiel mit nur einem Tor Rückstand? Auch das durchaus erstaunlich, wenn man bedenkt, dass eh nur 30.000 Leipziger da waren und das eher die Kerngruppe der RB-Fans gewesen sein dürfte.

Randbemerkung 4: Ralph Hasenhüttl mit der dritten Niederlage am Stück. Das gab es letztmals (und war bis dahin einmalig) unter Beierlorzer, der in der verkorksten Zweitligarückrunde 2014/2015 auch mal drei Spiele am Stück verlor. Allerdings zweimal davon auswärts (St. Pauli, Ingolstadt) und nur einmal zu Hause (dort dafür richtig beim 0:4 gegen Sandhausen). Der Quervergleich der drei Niederlagen hinkt natürlich, weil es einen Unterschied macht, ob man drei Spiele in sieben Tagen oder in 15 Tagen absolviert und ob man gegen Neapel oder Sandhausen spielt, aber statistisch bleibt der Fakt, dass Hasenhüttl beim Spiel gegen Dortmund am kommenden Wochenende einen neuen Rekord aufstellen und gleichzeitig zum vierten Mal hintereinander und zum dritten Mal am Stück zu Hause verlieren kann.

Randbemerkung 5: Stefan Ruthenbeck besserte derweil mal seine Bilanz gegen RB Leipzig weiter auf. Bisher standen in vier Pflichtspielen und einem Testspiel vier Unentschieden und eine unglückliche Niederlage. Diesmal gab es den ersten Sieg. Schon immer war Ruthenbeck einer, der mit nominell schwächeren Mannschaften gegen RB gute Resultate einfuhr und schwer zu besiegen war. Mit Köln bewies er das nun mit dem dritten Team. Auch wenn das nach 45 Minuten noch nicht abzusehen war.

Randbemerkung 6: In der letzten Saison bestand eine der großen RB-Qualitäten darin, dass man eine Führung kaum noch hergab. 26mal lag man in Führung. Nur einmal verlor man (gegen die Bayern), fünfmal spielte man noch Unentschieden. In dieser Saison hat man bei 18 Führungen schon dreimal verloren (zuletzt zweimal am Stück plus Freiburg am zweiten Spieltag nach der Winterpause; bei allen drei Bundesliga-Niederlagen seit der Winterpause führte RB) und viermal Unentschieden gespielt. Die klaren Strukturen, bei Führung kompakt und dicht zu verteidigen und dann irgendwann die Entscheidung herbeizuführen, gibt es in der Form aktuell nicht mehr. Weil man gleichzeitig im Ballbesitz nicht durchgehend dominant spielen und so den Gegner beherrschen und im Spiel gegen den Ball nicht sicher genug agieren kann.

Randbemerkung 7: Dazu passt auch, dass man in der letzten Saison in engen Spielen sehr viel besser abschnitt. 20 Partien spielte man letzte Saison, die mit maximal einem Tor Differenz ausgingen. Neun gewann man, vier verlor man und holte im Schnitt 1,7 Punkte (drittbester Wert der Liga). In dieser Saison gewann man von 16 engen Spielen bisher sechs und verlor schon fünf, was 1,44 Punkte im Schnitt macht (sechstbester Wert der Liga). Man hat in dieser Saison vor allem ein wenig die Fähigkeit verloren, Führungen zu behaupten und enge Spiele auf die eigene Seite zu ziehen. Das erklärt die elf Punkte weniger im Vergleich zur Vorsaison noch nicht komplett, aber zumindest zu Teilen.

Randbemerkung 8: Man kann nach diesem Spiel natürlich über die Wechsel diskutieren. Poulsen früh für Lookman zu bringen, folgte der Idee, jemanden auf dem Platz zu haben, der etwas mit den langen Bällen, die zu diesem Zeitpunkt nur noch geschlagen wurden, anfangen kann. Werner danach zu bringen, sollte Geschwindigkeit in der Tiefe bringen gegen einen Gegner, der recht hoch angriff. Beides als Idee nachvollziehbar, aber eher hätte man sich eine frühe Demme-Einwechslung gewünscht, um vielleicht mit einer Doppel-Sechs Kampl/ Demme wieder mehr Kontrolle über den Ball zu erlangen. Bei aller Wertschätzung für Sabitzer, der nach der Umstellung auf 4-2-2-2 kurz eine offensive Sechser-Variante spielte, und bei allem Einsatz, den er auch gegen Köln läuferisch brachte, ist das einfach nicht seine Position. Er ist der Raumerkenner vor der gegnerischen Abwehrkette, der dort immer anspielbar ist und nicht unbedingt der ballsichere Spieler in der Zentrale, der von dort das Spiel strukturiert. Und genau an diesen Spielstrukturen fehlte es nach der Pause, weil Köln durch hohes Anlaufen den RB-Spielaufbau aus der Partie nahm und so die Verbindung zwischen den Mannschaftsteilen kappte. In der Zentrale wieder stärker auf Kontrolle zu setzen und mit Demme als zusätzlichen Sechser neben Kampl bessere Passabläufe herzustellen, hätte an dem Tag vielleicht mehr Sinn gemacht, als Poulsen zu bringen und damit das Mittel mit den langen Bällen quasi noch mal zu bestätigen und den Spielaufbau abzuschenken.

Randbemerkung 9: Damit einher geht natürlich auch weiter die Frage, nach sinnvollen Ballbesitzabläufen. Ralph Hasenhüttl nahm nach der Partie diesen Punkt recht deutlich ins Visier und kritisierte das komplette Verfallen in lange Bälle und dass man nicht in der Lage war, ein eigenes Passspiel aufzuziehen. Wobei das (siehe letzte Randbemerkung) auch ein wenig hausgemacht war als Problem. Interessant bleibt aber der Punkt, dass die Ballsicherheit der ersten Halbzeit in dem Moment komplett in sich zusammenfiel, in dem Köln höher anlief und so das lockere Herausspielen aus der Innenverteidigung unterband. Dass RB darauf gar keine fußballerische Antwort fand, durfte durchaus sehr und negativ erstaunen. Der vor der Saison als Ziel ausgegebene Entwicklungsschritt, das Spiel mit dem Ball und das Positionsspiel im Ballbesitz verbessern zu wollen, hat sich jedenfalls noch nicht wirklich eingestellt und wurde nach der Winterpause teilweise im Gegenteil noch aus pragmatischen Gründen mit einer Rückbesinnung auf Ballbesitz abgeben und Umschaltspiel konterkariert. Es gibt schon gute Ansätze, wie man in der ersten Hälfte gegen Köln gut gesehen hat, aber insgesamt bleibt der Punkt, dass RB unter Gegnerdruck kaum zu geordneten Passstafetten und geordnetem Ballbesitzspiel in der Lage ist. Das war schon gegen Neapel ein Problem und war es nun auch in der zweiten Halbzeit gegen Köln.

Randbemerkung 10: In Zahlen bedeutet das (die Daten variieren von Statistikanbieter zu Statistikanbieter, aber hier geht es um einen Vergleich zweier Spielzeiträume, da geht es nur um die Differenz und nicht um die absoluten Werte, die gerade bei der Passquote von einem Anbieter zum anderen auch mal um drei, vier Prozent unterschiedlich sein können; was dann aber nichts an den Differenzen zwischen den Zeiträumen ändert): 61,4% Ballbesitz und 86% Passquote von RB bis zur 40. Minute. 47,5% Ballbesitz und 73% Passquote in der restlichen Spielzeit. Von jetzt auf gleich vom dominanten Auftritt eines Spitzenteams hin zu Underdog-Umschaltfußball-Daten. Nur dass für Umschaltfußball die defensive Stabilität und das Umschalten fehlte..

Randbemerkung 11: „Wir wollen euch kämpfen sehen“, hieß es in der zweiten Halbzeit mehr oder minder lautstark aus dem RB-Block. Ralph Hasenhüttl entgegnete dem in der Pressekonferenz auf Nachfrage richtigerweise, dass er lieber mehr fußballerische Lösungen gesehen hätte und es nicht an zu wenig Aufwand oder Kampf lag. Die Laufdaten vom Spiel, die überdurchschnittlich waren, belegen die Ansicht des Trainers. Letztlich bleibt es halt, die Diskussion hatten wir in der Regionalliga unter Zorniger schon mal, der mit dem Kampfes-Gesang nichts anfangen konnte, schwierig, die Fan-Unzufriedenheit über das Spiel in reflektierten, fußballtaktischen Phrasen umzusetzen. Ein „wir wollen bessere Dreiecke im Passspiel, einen abkippenden Sechser und mehr Ruhe im Spielaufbau sehen“ singt sich halt nicht so gut und wäre eine Analyseebene, die man während des Mitfieberns mit einem Spiel (und von der Mehrzahl der Fans) vielleicht sowieso nicht erwarten kann. Da ist ein „Wir wollen euch kämpfen sehen“ eben die einfachere und sinnigere Entsprechung für ‚Irgendwas läuft da auf dem Feld gerade schief und das gefällt uns überhaupt nicht gut, also macht was!‘.

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Lichtblicke (resultieren aus der ersten Hälfte und übersehen ein bisschen die zweite):

  • Emil Forsberg: Erstes Spiel von Beginn an seit fast drei Monaten. Und man konnte gut sehen, was einem fehlt, wenn der Schwede nicht spielt. Gute Ballkontrolle, sehr hohe Passquote. Gute erste Kontakte und Bewegungen mit dem Ball. Auf der ungewohnten Achter-Position auch immer wieder gut mit gegen den Ball gearbeitet und den Gegner hoch angelaufen. Macht er aus seiner einen Schusschance ein Tor, dann ist es ein nahezu perfektes Spiel. Nach 70 Minuten war dann die Luft etwas raus und der Arbeitstag beendet, aber das war ja bereits vor dem Spiel klar, dass es noch nicht für 90 Minuten reicht.
  • Kevin Kampl: Wahnsinnig gute erste Halbzeit als dominanter Sechser, der dem Spiel Struktur gibt und gleichzeitig unheimlich fleißig in der Defensive mitarbeitet und Bälle erobert. Nicht zufällig, dass der Angriff zum 1:0 aus einer Balleroberung von Kampl tief in der eigenen Hälfte entstand.
  • Bernardo: Der Außenverteidiger musste zuletzt viel einstecken, war aber gegen Köln lange einer der wichtigsten Aktivposten. Unheimlich variables Spiel in der ersten Halbzeit mit vielen Aktionen nach vorn, aber auch guter Absicherung nach hinten, wo er manchmal gar eine Art Libero spielte. Beide Tore fielen letztlich über seine Seite, aber das ist gar nicht so sehr Bernardos Problem gewesen, sondern ein Thema der Gesamtabsicherung, denn während Bruma in den Situationen fast schon Stürmer spielte, war Bernardo zweimal ganz allein und dazu noch in Situationen, in denen er durchsichern musste. Beim 1:1 musste er für Upamecano einrücken, um Osako zu verteidigen, sodass die Außenbahn frei wurde. Beim 1:2 sichert er erst Risse ab, während der Pass in die Schnittstelle zu Osako geht und als Bernardo dann später von Risse (den Upamecano nicht halten kann) überlaufen wird, fehlt die Absicherung von der Sechs, wo Demme zu spät reagiert. Macht wenig Sinn sich nach dem Spiel auf Bernardo einzuschießen, weil er tatsächlich ein gutes, aktives Spiel mit vielen Balleroberungen machte und in beiden Gegentor-Situationen zu sehr allein gelassen wurde.

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Tore: 1:0 Augustin (5.), 1:1 Koziello (70.), 1:2 Bittencourt (77.)

Aufstellung RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Orban, Upamecano, Bernardo – Sabitzer, Kampl, Forsberg (71. Demme) – Lookman (59. Poulsen), Augustin (69. Werner), Bruma; Bank: Mvogo, Konate, Schmitz, Ilsanker; Nicht im Kader: Keita, Halstenberg (beide verletzt), Köhn, Coltorti, Kaiser, Laimer

Aufstellung 1. FC Köln: Horn – Sörensen, Mere, Heintz – Risse, Koziello (88. Lehmann), Höger, Horn (61. Bittencourt) – Osako (82. Özcan), Hector – Terodde

Schiedsrichter: Harm Osmers (Machte insgesamt eine gute Partie. Ein, zwei Zweikampfentscheidungen über die man diskutieren kann, aber insgesamt gut und immer auf Ballhöhe und mit vernünftigen Entscheidungen. Hattte aber in einer recht fairen Partie auch wenig zu tun. Poulsen hätte tief in der zweiten Halbzeit gern einen Elfmeter gehabt. Tatsächlich ging der Einsatz des Kölners in der Szene auch recht stark Richtung Poulsens Beine. Aber der Däne rennt hier auch recht offensiv in den Gegner hinein, weswegen das Stummbleiben der Pfeife absolut nachvollziehbar war und entsprechend auch der Videoassistent keine wirkliche Grundlage zum Eingreifen hatte. Obwohl es eine Entscheidung gegen Köln gewesen wäre.^^)

Gelbe Karten: Kampl (2.) | Höger

Zuschauer: 31.793 (davon 1.800 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht, Effzeh-Bericht, Kicker-Bericht, Pressekonferenz-Ticker

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  • Torschüsse: 15 : 14
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 14 : 9
  • Schüsse auf das Tor: 3 : 5
  • gewonnene Zweikämpfe: 56,9% : 43,1%
  • Ballbesitz: 54,8% : 45,2%
  • Passquote: 84,5% : 80,7%
  • Laufstrecke: 117,9 km : 119,0 km
  • Sprints: 199 : 186
  • Intensive Läufe: 665 : 683
  • Fouls: 12 : 10
  • Ecken: 3 : 7
  • Abseits: 1 : 2
  • Meiste Torschüsse: Augustin: 5 – Terodde: 3
  • Meiste Torschussvorlagen: Klostermann, Sabitzer, Kampl, Bruma: je 2 – Risse – 3
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Forsberg: 70,0% – Sörensen: 70,6%
  • Meiste Ballkontakte: Bernardo: 108 – Höger, Sörensen: je 84
  • Beste Passquote (mindestens 20 Pässe): Forsberg: 92,7% – Koziello: 97,0%
  • Größte Laufstrecke: Sabitzer: 12,3 km – Hector: 12,7 km
  • Meiste Sprints: Bruma: 34 – Hector: 23

Statistiken von bundesliga.de, whoscored.com

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Saisontorschützen: Werner – 10; Augustin – 5; Keita – 4; Poulsen, Bruma – je 3; Orban, Sabitzer, Halstenberg – 2; Klostermann, Forsberg, Bernardo; Kampl, Lookman, Upamecano – je 1

Saisonvorlagengeber: Sabitzer – 7; Werner – 5; Augustin – 4; Kampl, Forsberg, Demme – je 3; Halstenberg, Bruma, Keita, Poulsen, Laimer – je 2; Bernardo, Lookman – je 1

Saisontorbeteiligungen (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Demme, Kampl – je 9;  Sabitzer – 7; Upamecano – 6; Ilsanker, Laimer, Keita – je 5; Forsberg, Halstenberg, Klostermann, Bruma – je 4; Bernardo – 3; Poulsen, Gulasci – je 2; Werner – 1

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Bild: © GEPA pictures/ Sven Sonntag

24 Gedanken zu „Bundesliga: RB Leipzig vs. 1. FC Köln 1:2“

  1. Weiß nicht, ob man es problematisieren muss, wenn das Stadion mal nicht ausverkauft ist. Ich finde die Atmosphäre sogar angenehmer, wenn etwas weniger Leute da sind. Dass nach dem ersten euphorischen Bundesligajahr dieses Jahr die Zuschauerzahlen stagnieren, ist verständlich. Zumal diese Woche drei Spiele stattfanden. Es gibt ja noch ein Leben neben dem Fußball. Die meisten müssen auch Montag früh wieder raus. Deswegen ist es genauso verständlich, wenn man nach dem enttäuschenden Spiel schnell nach Hause geht.

    1. Das Stadion wegen dem 3. Spiel der Woche bei einem knappen Rückstand zu verlassen erschliesst sich mir nicht. Da wo wir von der Mannschaft mehr Einsatz oder spielerische Lösungen einfordern zu gehen, ist irgendwie kontraproduktiv. Gerade für einen Sonntag war es ein recht freundliches Spiel, ist doch die Mehrheit gegen 21:00 Uhr zu Hause und somit früh genug im Bett.

  2. Die Realität holt uns alle gerade wieder ein. Leipzig wirkt – schon seit es sich gerade so in die Weihnachtspause schleppte – blutleer. Die erste Reihe, mit Spielern wie Keita, Werner, Sabitzer, Forsberg, Poulsen , Demme, Orban, Klostermann spielt weit schwächer miteinander (!) als in der letzten Saison. Durch viele Verletzungen, zu viele Spiele mit zu wenigen Spielern oder das Vertragsgepokere der Stars immer wieder gedanklich , kräftemässig und spieltechnisch auseinandergerissen, gibt es dieses „Mannschaftsherz“ der letzten Saison nicht mehr. Das Mantra der Mannschaft – Tempo und Tore – musste aufgegeben werden und damit ist auch der besondere Spirit verschwunden. Hasenhüttl sprach ja früher gern von Mentalität… Das Bewusstsein der Spieler, an etwas Außergewöhnlichem teilzuhaben, ist weg. Leipzig ist inzwischen eine ganz gewöhnliche Profi-Truppe geworden: ein paar ganz gute Spieler, von denen die Besten am Liebsten zu einem größeren Verein weiterziehen wollen, ansonsten ein ganz gewöhnlichen Kader, in der Breite eher zu wenig stabile Spieler, zu wenig Erfahrung, zu wenig Qualität. – Das ist alles kein Weltuntergang. Wir werden uns daran gewöhnen müssen.

  3. Genau wie gegen Freiburg! Siehe Zahlenrundumleuchte 2 hat Augustin das beste Torverhältnis, wenn er auf dem Platz stand und baut seinen Vorsprung weiter aus. Auch gestern nahm er wieder +1 mit, während der Großteil des Teams eben mit -1 aus dem Spiel geht.

  4. Also weiß echt nicht was da gestern vorgefallen ist: gegen absolut harmlose Kölner schafft man es nicht in der ersten HZ alles klar zu machen und bekommt anschließend kein Bein mehr in das Spiel – ist wirklich seltsam und mMn nicht erst seit der Rückrunde so. Ich würde sogar sagen das es spätestens seit dem Spiel in Leverkusen steil bergab geht…also wir haben beide Gegentore und deren Entstehung live hinter dem Tor miterleben dürfen und das war in beiden Fällen falsches Stellungsspiel und keinen Biss beim verteidigen. Beide Tore fallen nicht wenn man ein bisschen bissiger verteidigt. Und dieses unsägliche und kopflose getrennte nach vorne…furchtbar!!! In der jetzigen Verfassung können wir froh sein wenn wir uns im Mittelfeld halten- nach Europa brauch da keiner mehr schielen. Einzig die Tatsache das es allen anderen Mitbewerbern genauso ergeht, lässt einen noch halbwegs vertrauensvoll in die nächsten Wochen schauen…

  5. Ja. Fand es auch seltsam. Wirklich verwunderlich. Und die Mehrfachbelastung ist definitiv kein Grund für so eine schwache Halbzeit, für den totalen Bruch im Spiel. Das sind junge Kerle, Spitzensportler, austrainiert bis in die Haarspitzen. Die regenerieren total schnell. Das muss ein mentales Problem sein. Vielleicht doch Schützenhilfe für den FC?!

  6. Die Mannschaft hat das RB-Gen verloren. Bälle werden nicht mehr nach vorn verarbeitet, stattdessen permanent unter Druck über Gulacsi lang nach vorn geschlagen. Wenn Poulsen aber nur jedes zweite Duell um diesen langen Ball gewinnen kann und davon auch nur jeder zweite Ball beim Mitspieler landet, sind 3 von 4 Bällen verloren.

    Ursache: im zentralen Mittelfeld werden Pässe nach hinten verarbeitet, statt nach vorn. Die entsprechenden Laufwege haben die Offensivspieler gestern und auch in den Spielen zuvor immer wieder angeboten, nur werden diese Pässe kaum noch gespielt. Selbst wenn dort auch 3 von 4 Bällen beim Gegner landeten, wäre der vierte immernoch eine torgefährliche Situation nah an der Abschlusszone mit wenigen Gegenspielern.

    Insgesamt laste ich das vor allem Kampl und Demme an, auch Sabitzer denkt seit Wochen eher defensiv und hat gestern haarsträubende Fehlpässe gespielt.

    Alles in allem war gestern die Aufstellung gut und mutig, aber die Taktik nicht dazu passend. Und trotzdem muss man zur Pause eigentlich 3:0 vorn sein…

  7. Zu Randbemerkung 2:
    Von unserer im Idealfall 8 Personen starken Gruppe waren gestern nur 2 im Stadion. Der Rest lag krankheitsbedingt im Bett (2) oder musste am nächsten Tag wegen Ferienende und Schule früh raus (2) oder sollte schlicht nicht den arktischen Temperaturen ausgesetzt werden (2). Kann mir gut vorstellen, dass wir nicht die Einzigen mit solchen Hinderungsgründen waren, weswegen ich jetzt nicht allzu viel in diese Zahl hineininterpretieren wöllte.

  8. Für mich gibt es nur eine Erklärung für das Desaster in der zweiten Halbzeit:
    Die Kölner haben sich was in den Pausentee getan.

  9. Unter den Kommentaren hat „Lesser“ mit einer feinen Klinge genau das wunderbar ausgedrückt, warum der bundesweit nicht übermäßig beliebte Club gerade eine Art „Künstlerpause“ einzulegen scheint und mit Ergebnissen aufwartet, die nicht nach Euphorie schreien!

    Zugegeben, wären die vergebenen Chancen gegen den Tabellenletzten in der ersten Hälfte vom Gastgeber genutzt worden, würde man allerdings mit der Kritik allgemein etwas zurückhaltender sein. Auch von einem vermutlichen Wechsel von Hasenhüttl nach München spricht jetzt kaum jemand noch, da nicht jede seiner Aufstellungs- und Spielvarianten mit denen der Experten identisch sind.

    Die immer mehr sich abzeichnenden negativen Begleiterscheinungen um den Verein passen einfach nicht zu den vergangenen tollen sportlichen Leistungen, die die raschen Aufstiege nach oben ermöglichten und sollten eine wesentliche Grundlage dafür sein, warum besonders im eigenen Stadion, das trotz der irgendwie spürbaren Unruhe trotzdem noch erweitert wird, die leeren Sitzplätze häufiger sichtbar werden, wobei allerdings ein Tabellenletzter bei einer ungewöhnlichen Anstoßzeit und ungemütlicher Witterung nicht viel Besseres erwarten ließ!

    Mir fehlt in der aus allen Richtungen zusammengewürfelten Truppe einfach das „Wir-Gefühl“, das gerade z.B. unsere Schanzenpiloten, Biathleten, Bob- und Schlittenfahrer oder Eishockeyspieler bei der Olympiade zeigten! Dazu ist die Geheimniskrämerei um die die Höhe der ständig ansteigenden utopischen Verbindlichkeiten gegenüber dem großzügigen Hauptgesellschafter „hinter den Bergen“ auch nicht gerade vorteilhaft, die bald 100 Millionen € (!) hoch sein sollen. Wenn aber daraufhin der „RaBa“-Hauptgeschäftsführer Mintzlaff trotzdem noch keine Engpässe erkennt, weil diese Verbindlichkeiten lediglich (zinslose?) Darlehen sind, die der freigiebige „Geber“ scheinbar unbefristet gewährt hat, ist er einfach zu beneiden……

    Seit Monaten erleben wir vergleichsweise in unseren östlichen Gefilden neben anderen Vereinen besonders mit dem Drittligisten, FC RWE, einen nicht zu gewinnenden Dauerkampf auf wirtschaftlichem und sportlichen Gebiet, das in wenigen Wochen vermutlich vorzeitig vom Insolvenzverwalter beendet werden muss, wobei der DFB mit ein paar zusätzlichen Strafpunkten seinen Beitrag geben wird. Hier hat man trotz des Glücks mit dem modernen Stadionumbau aber auch das Pech gehabt, dass die erkämpfte vorzeitige Ablösung des den Verein praktisch allein beherrschenden Präsidenten, Ro.Ro. viel zu spät kam und die gegenwärtigen Entscheidungen, auf breiten Schultern verteilt, kaum einen Treffer in Richtung Rettung landeten! Hinzu kommt natürlich, dass solch ein milliardenschwerer Partner, den Leipzig hat, zu keinem Zeitpunkt in Sichtweite war….. Statt auf dem Rasen zu punkten, musste in Fernsehdiskussionen oder vor anderen Gremien begründet werden, dass z.B. die vier neulich aufgenommenen Amateurspieler jeweils wirklich nicht mehr als jeweils ca. 250 € pro Monat erhalten oder warum die schon gekürzte Stadionmiete einfach nicht bezahlt und wie die ca. bereits auf knapp 8 Mill. € (!) angestiegenen Schulden abgebaut werden können!

    So unterschiedlich sind die Voraussetzungen, Geschicke und Künste, einen Verein durch die gefährlichen Klippen der drei Bundesligen problemlos zu führen!

    1. Mit wem führt RWE denn diesen ominösen nicht zu gewinnenden Dauerkampf auf wirtschaftlicher und sportlicher Basis?

  10. Hallo Leute,

    Die Mannschafthierachie ist von RH und RR kaputt gemacht worden, letztes Jahr hatten wir die Aufstiegsmannschaft punktuell verstärkt Werner und Keita, ab dem Winter Upa.
    In diesen Sommer sind viel zu viele F arbige , die RB nur als durchgangsstation sehen.Führungsspieler wie Comper und Demme sind von RH ( siehe Comper) demontiert worden.Demme ein Spieler, der Laut Daten und Statistiken ( siehe Rotenbrausenblogger) immer Spielen müsste, spielt anscheinend bei RH eine Nebenrolle, er spielt lieber Harakiri Fußball wie am WE, Für mich überschätzt sich RH, er merkt nicht das in der Mannschaft kein Teamspirit ist, hat meistens verkehrte Aufstellungen ( wieso spielen wir nicht aus eine sichere Abwehr wie gegen Schalke oder Gladbach.?Dann kann er kein Spiel lesen, bis jetzt nur gegen Hannover zum richtigen und die richtigen Leute eingewechselt.In Frankfurt wechselt er den besten Zweikämpfer Und Vorbereiter in der Halbzeit an diesen Abend aus.?Am WE hätte er spätestens in der Der Halbzeit auf der 6 Umstellen müssen, der Kampl war gegen Neapel in der 2,Hlz nicht anwesend und gegen Köln war er Alleine überfordert.Für mich ist RH mit dem Kopf ganz woanders, dem ist der Erfolg zum Kopf gestiegen, deshalb hat er kein Konzept mehr.Haut nicht auf die Spieler, die werden vom Trainerteam aufgestellt und nicht immer auf Ihre Positionen.Ein Lookman sofort in die Startelf?Bruma kann man nur dieletzten 20 Minuten bringen , er ist meistens ein Einzelspieler.

    1. Ich würde doch sehr bitten, die Hautfarbe von Spielern aus der Analyse von Stärken und Schwächen von Spielern und Mannschaft herauszulassen. Tut ja nun wirklich nichts zur Sache..

  11. Siege wurden auch überschätzt um die Schwächen zu übersehen, der Sieg in Neapel völlig überbewertet, da war Neapel überhaupt nicht interessiert weiterzukommen.
    Unsere Schwächen unsere AV , solche Fehler wie Laimer und Klostermann und Bernardo machen kann man nicht übersehen, aber das Problem ist nicht neue.
    Upa und Orban sind überspielt und werden immer unsicherer, das coachen auf dem Platz geht nicht?in welcher Sprache?

  12. Zitat:

    rotebrauseblogger
    26/02/2018 um 19:19

    Ich würde doch sehr bitten, die Hautfarbe von Spielern aus der Analyse von Stärken und Schwächen von Spielern und Mannschaft herauszulassen. Tut ja nun wirklich nichts zur Sache..
    ___________________________________________________________
    O.K. dann reden wir über Nationalitäten und Sprache und der daraus resultierenden Grüppchenbildung.
    Es hieß am Anfang der Saison das man froh ist das Marvin als vielsprachiger Spieler noch an Bord ist.
    Unser einziger Abwehrspieler mit Erfahrung!
    Ohne Not finde ich hat man ihn systematisch demontiert! Kaiser aufs Abstellgleis geschoben. (Frahn und Selke lassen grüßen)
    In der ersten BL Saison war Compper ein Garant unserer defeniven Stabilität. Klar war er nicht der schnellste, aber das hat er mit Übericht und Erfahrung kompensiert. Wie oft wurde nach dem Klostermann Ausfall auch die Viererkette umgestellt.
    Und das ging auch, mit Schmitz, Bernado, Ilsanker.
    Die viel gerühmten Verstärkungen sind bis jetzt keine.
    Bestenfalls Ersatz für Erholungspausen wegen den zusätzlichen Spielen.

    Probleme sind also m .M. nach:
    – Kein Teamgeist wegen der Grüppchen unter den Natioalitäten
    – Einige sind eher mit Ihrer Zukunft beschäftigt weil sie sehen wie schnell man in ungnade fällt
    – Ein paar spekulieren wohl darauf verletzungsfrei zur WM zu kommen um dort auf zutrumpfen damit bessere angebote reinkommen und sie sich verpissen können
    – als letztes noch weiß die Liga nun was wir können und was nicht, wobei letzteres immer mehr wird
    – Unser eigenes Pressingspiel gegn uns angewendet vertragen wir gar nicht (siehe Köln, Frankfurt)
    – Gegen defensiv aufgestellte Mannschaften geht auch nichts

    Mal sehen wie wir uns gegen den BVB schlagen.
    Kommt darauf an was die spielen werden…..

  13. Sorry, ich hätte auch Frenchconnection sagen können, wollte nicht die Hautfarbe ins Spiel bringen.
    Aber bei der Fraktion ,braucht man sich nicht wundern das es kein Teamspirit mehr ist.

    1. @Meyer, @Truckle: Bei den Sprachgruppen gehe ich mit. Wobei Trainer immer betonen, dass nicht Gruppen das Problem, sondern eher normal sind, dass es aber darauf ankommt, dass die Gruppen in der Mannschaft miteinander klarkommen und am selben Strang ziehen. Wie das bei RB ist, kann ich nicht einschätzen. Dass die französischsprachige Fraktion aufgrund ihrer gemeinsamen Sprache auch eher zusammenhängt (so richtig scheint da ja auch keiner deutsch zu können), liegt ja erstmal nahe. Aber klar, die Mannschaftszusammenstellung kann man in Sachen Hierarchien und Interaktion durchaus in Frage stellen. Dass da auch noch Compper weg ist, tut dem Ganzen auch nicht wirklich gut.

    1. ^Dann macht man dort schlicht und ergreifend was falsch. Was hat das in einem Beitrag zu Red Bull Leipzig zu suchen?

  14. Also gefühlt würde ich sagen, dass RB gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte -selbst nach einer Führung -weniger Punkte geholt hat, als gegen Mannschaften aus der oberen Hälfte (hat sich erst nach dem Start der Champions-League eingestellt). Ich kann da nicht mehr an Zufälle glauben. Ich glaube da gibt es ein Mentalitäts- bzw. Motivationsthema.

    Zum Kölnspiel: nach meinem Dafürhalten ist das Spiel bereits im letzten Drittel der 1. Halbzeit gekippt. Nach dem 1:0 profitierten wir nur von der Passivität der Kölner. Auch wenn die Ballstaffetten weitgehend funktionierten , fehlten häufig Tempo und die letzte Entschlossenheit. Zudem suchen wir zu selten den Abschluss von der Strafraumkante. (15 Torschüsse – 14 von innerhalb des Strafraums). Gefühlt hätten gestern 5-6 solcher Schüsse abgegeben werden können . Diese Bälle verloren wir auf dem Weg in den Strafraum. Wir wollen den Ball ins Tor tragen und sterben zu oft in Schönheit. Bruma ist viel zu ballverliebt. Das gilt aber auch stellenweise für andere.

    Insgesamt tut uns diese Phase durchaus gut. Das fördert die Bodenhaftung des Umfeldes.

  15. Rasenballsport sollte öfters so spielen wie in Halbzeit 2 .
    Hätte den Vorteil, beim Rotebrauseblogger würde es reichlich Kommentare geben.

    Spaß bei Seite.
    Hast es wie immer sehr gut analysiert.
    Ich müsste mir zwar auch nochmals die Wiederholung ansehen, aber so richtig habe ich keine Lust drauf.
    Die Aufstellung ist nach 5 Minuten gut gegangen, aber danach hat hat man es versäumt die nächsten Tore trotz Möglichkeiten nachzulegen.
    Gut und schön, aber wenn dies nicht machbar ist und Köln in Halbzeit 2 umstellt, dann muss sich das Trainerteam fragen, was nun?
    Die Antwort war mMn nicht nachvollziehbar.
    Demme und Ilsanker als Doppel 6 und man hätte eine Sicherheit im MF.
    Also warum Poulsen und Werner?
    Das konnte Kampl alleine nicht mehr durch ziehen.
    Sabitzer und Forsberg als 8ter konnte man ja noch gut in der 1. Hz testen, aber Beide ist ein zu großes Risiko, also warum daran festhalten?
    Na ja, wieder mal viel gelernt.

    Lichtblicke passt für Hz1 und Osmers Einschätzung auch.
    Maximal würde ich die eine Szene als falsch interpretieren, sprich als in der 1. Hz Jika im Strafraum zwar gefoult, aber dennoch weiter lief und abschloss.
    Da gibt es einige Sportskameraden in der Buli, die das Foul dankbar annehmen und fallen, ehe sie fairerweise weiterspielen.

  16. Zunächst: Wie gewohnt wieder eine sehr zutreffende Einschätzung des Spiels – danke dafür. Erfrischend auch mal so eine große Anzahl mehr oder weniger fundierter Kommentare zu lesen – bitte mehr davon. Was HUKL’s Exkurs zu RWE betrifft, ist das Thema mal wieder verfehlt (aber das kennt man ja).
    @ Truckle: Ja zumindest bei LVZ’s gs kann ich mich des Eindrucks, dass er hier anschreibt (wenn auch nicht unbedingt aus den Kommentaren), manchmal nicht erwehren.
    Und zum Thema Mannschaftsgefüge: Leider habe ich seit Saisonbeginn auch immer mehr das Gefühl, dass da etwas nicht stimmt in der Mannschaft. Marwin Comppers Abgang war da bestimmt nicht hilfreich. Bei aller Expertise und Professionalität Ralf Rangnicks habe ich das Gefühl, dass ihm für so etwas leider ein wenig das Gespür fehlt.

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