Schlagwort-Archive: Rot-Weiß Erfurt

Neue Vereine, neue Wege

RB Leipzig ist genau der Klub, den die Fußballverbände für ihre Ostpolitik verdienen; also für eine Politik, die es nie gab. (FAZ, 13.05.2014)

Red Bull ist letztlich die Konsequenz daraus, dass es im ostdeutschen und speziell im Leipziger Fußball keinen nachhaltigen Aufschwung gab. Es ist letztlich die Folge der wirtschaftlichen Überlegenheit der alteingesessenen Bundesligavereine. Und letztlich ist das Gejammer, dass nun plötzlich vielleicht Vereine verdrängt werden könnten, die vorher noch selbst die Verdränger waren, weil nun ein Fisch kommt, der wirtschaftlich eventuell Augenhöhe herstellen kann, ziemlich verlogen. Wären die ostdeutschen Clubs (neben gerade in Leipzig vielen anderen Faktoren) nach der Wende nicht von den damals dicken Fischen verdrängt worden, wir würden heut und hier nicht über Red Bull reden. That’s for sure. (rotebrauseblogger, 28.03.2012)

Es ist natürlich immer ein bisschen simpel, ein Problem zu konstatieren und dann gleich mit ausgestrecktem Finger auf jemanden zu zeigen, dem man das Problem anhängen kann. Wenn man über den Ostfußball nach der Wende spricht, ist dies auch so. Klar kann man auf die nackten Zahlen verweisen und aufzählen, wie viele alteingesessene Clubs aus dem Gebiet der alten DDR (die hier als gemeinsamer wirtschaftlich-historischer Rahmen für die Vereine gesehen wir) im Mittelmaß versunken sind und dann auf irgendeinen Verband zeigen, der daran Schuld gewesen sein soll.

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Zuschauerrekorde

Fast 40.000 Zuschauer wie am vergangenen Wochenende beim Spiel zwischen RB Leipzig und dem SV Darmstadt sind für die dritte Liga verdammt viele Menschen auf einem Haufen. Lediglich Fortuna Düsseldorf hatte in seinem Aufstiegsendspiel in der Saison 2008/2009 gegen Werder Bremen II am letzten Spieltag mit 50.000 mehr Zuseher. Für RB Leipzig war es wiederum deutlicher Vereinsrekord, weit vor den 34.000 Menschen, die 2011 das Zweitrundenspiel im DFB-Pokal gegen Augsburg sehen wollten.

Zuschauerzahlen dienen ja in den fußballbezogenen Diskussionen meist dem Schw…vergleich. ‚Wir haben mehr als ihr und sind deswegen cooler und besser.‘ Und rund um RB Leipzig werden die Zuschauerzahlen meist zur Legitimation der eigenen Existenz herangezogen. ‚Wir haben viele Zuschauer, also müssen wir Recht haben.‘

Ganz so einfach kann man es sich zwar nicht machen, aber Fakt ist zumindest, dass die Zuschauerzahlen beim RasenBallsport sämtlichen Prognosen, die man bei Vereinsgründung so hören konnte, widersprechen. RB Leipzig werde frühestens in der zweiten Liga überhaupt relevante Zuschauerzahlen haben, hieß es damals. Weil das Fußballfell in und um Leipzig verteilt sei, so die Begründung. Eine grandiose, historische Fehleinschätzung, wie man im Nachhinein feststellen durfte.

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Gegen den Trend

Mit dem SV Darmstadt stellte sich am Samstag jenes Team in Leipzig vor, das das besteingespielteste Team der Liga ist. Zumindest statistisch. Denn im Vergleich mit allen anderen Teams der Liga standen die elf meisteingesetzten Spieler der Lilien im Saisonverlauf deutlich am längsten auf dem Feld.

Während anderswo also das eine oder andere Experiment vonstatten ging, stand in Darmstadt fast für die gesamten 35 bisherigen Spieltage das gleiche Team auf dem Feld. 79 der 90 Minuten Spielzeit verbrachte das Stammteam im Schnitt pro Spiel zusammen. Das sind sieben Minuten mehr als beim zweitplatzierten Team in dieser Statistik, dem 1.FC Heidenheim.

Für beide Mannschaften gilt, dass man sich ihren Erfolg ein ganzes Stück aus klaren Kaderstrukturen und keinen größeren Verletzungen erklären kann. Was auch damit zusammenpasst, dass beide Teams im bisherigen Saisonverlauf jeweils nur 20 unterschiedliche Spieler in der Startelf stehen hatte.

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Gigant der Liga

Ich hoffe, dass wir den Giganten der Liga ein bisschen ärgern können. (Darmstadts Coach Dirk Schuster am Wochenende gegenüber dem MDR zum Spiel gegen RB Leipzig.)

Kürzlich schon hatte ich an dieser Stelle die These vertreten, dass Darmstadt im Aufstiegskampf keinen Druck verspüren wird. Einer der Gründe ist in oben zitierter Aussage zu sehen. Denn egal, was die Tabelle sagt und egal, wie die sportlichen Kräfteverhältnise tatsächlich sind, in Darmstadt ist man so felsenfest davon überzeugt, im Kampf um Platz 2 der Underdog zu sein, dass es fast schon wieder weh tut.

Ist natürlich immer eine gute Frage, wie sich Favoritenrollen vergeben. Nach Jahresetat? Nach Ablösesummen? Wenn man es sportlich sieht, dann wohl kaum. Denn am 35.Spieltag einer Saison zählen die Investitionen (und auch die müsste man sich noch differenziert anschauen) zu Saisonbeginn und in der Winterpause gar nichts mehr. Dann spielen einfach nur Teams gegeneinander, bei denen die einzige Stellschraube die Arbeit auf dem Trainingsplatz ist.

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Wartende Crunch Time

Fast schon elogisch werden die Leistungen von RB Leipzig in den letzten Wochen in der Öffentlichkeit besprochen. Was durchaus berechtigt ist, wenn man betrachtet, dass man in den letzten fünf Wochen auf jeweils sehr souveräne Art und Weise seine Favoritenrolle auf den Rasen gebracht und jeweils verdient gewonnen hat. Und sogar noch zu Null. Als Lohn steht aktuell Tabellenplatz 2 und in der Tabelle seit der Winterpause Augenhöhe mit Heidenheim und Darmstadt.

Die Tabelle seit der Winterpause verrät neben der guten Platzierung aber auch, dass RB Leipzig in den bisherigen sieben Spielen Teams mit herausragender Form fast vollständig aus dem Weg gegangen ist. Von den Teams, gegen die RB Leipzig in 2014 schon spielte, ist die SV Elversberg aktuell das formstärkste (wenn man die gesammelten Punkte als Maßstab nimmt). Was vergleichsweise viel über die Qualität der Gegner aussagt. Man spielte bisher vor allem gegen Teams aus der Breite der Liga. Noch gar nicht von der Spitze und fast noch gar nicht aus dem Formtabellenkeller. Bis auf Halle, die man schon vor Weihnachten zum Rückrundenspiel begrüßen durfte, muss RB Leipzig noch gegen alle vier anderen Teams, die dem Rest der Liga gerade ein wenig entfleucht sind, antreten. Wartende Crunch Time weiterlesen

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Alles Gute kommt von oben

Die Transferperiode ist nun schon wieder ein paar Tage her. Und damit sind auch seit ein paar Tagen die Drittligakader für den Rest der Saison komplett. Insgesamt wechselten zwischen dem 01.01. und dem 31.01. 55 Spieler zu einem oder innerhalb eines (aus dem Nachwuchs zu den Profis zum Beispiel) Drittligaverein. Weitere 11 Spieler waren schon (teils deutlich) vor der Winterpause aus der Vertragslosigkeit oder dem eigenen Nachwuchs verpflichtet worden. Von diesen 66 Spielern verantwortet Saarbrücken gleich 15. Hintenan steht Rostock, die als einziges Team der Liga, immer noch in derselben Zusammensetzung agieren wie zu Saisonbeginn.

Wie schon in der Sommerpause war RB Leipzig mit reichlich 1.000.000 Euro Transferausgaben dem Rest des Feldes in der Wintertransferperiode weit vorneweg. Laut transfermarkt.de [broken Link] zahlten lediglich Dortmund und in ganz kleinem Rahmen Darmstadt auch Ablöse. Nimmt man Sommer- und Wintertransferperiode zusammen, dann steht bei RB Leipzig ein Transferminus von ca. 2.000.000 Euro, während der Rest der Liga zusammen etwa 1.000.000 Euro Transfereinnahmen verbuchen konnte. Im Minus stehen mit kleinen Summen lediglich Chemnitz und Darmstadt und dazu die Profizweitvertretungen mit per se anderen wirtschaftlichen Voraussetzungen BVB II und VfB II. In Sachen wirtschaftlicher Potenz ist RB Leipzig tatsächlich beileibe kein Drittligist.

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Better change a winning team

Beim Auswärtsspiel in Erfurt trat RB Leipzig erst zum vierten Mal in dieser Saison mit der identischen Aufstellung wie im Spiel zuvor an. Noch nie – und aufgrund der Verletzten Ernst und Domaschke und dem rotgesperrten Willers auch diesmal nicht – konnte man dreimal hintereinander mit der gleichen Formation auflaufen.

Das klingt aufs erste Hören wenig, relativiert sich aber mit Blick auf die anderen 19 Drittligavereine. Denn im Schnitt der dritten Liga hat jedes Team in 24 Spielen erst 3,25mal das identische Team wie am Spieltag zuvor auf den Platz geschickt.

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3.Liga: FC Rot-Weiß Erfurt vs. RB Leipzig 0:2

Zwei Niederlagen hatte RB Leipzig nach der Winterpause kassiert, bevor man zum unangenehmen Duell nach Erfurt musste. Zwei Spiele, wie sie unterschiedlicher nicht sein konnten. Das erste in allen Belangen weit unterdurchschnittlich, das zweite in vielerlei Hinsicht und über weite Strecken mindestens gut und mit einigen spielerischen Akzenten. Das dritte Spiel mag fußballerisch kein Leckerbissen gewesen sein, aber es war aus RB-Sicht ein über weite Strecken abgeklärter und souveräner Auftritt, bei dem man defensiv wenig zuließ, in den richtigen Momenten die Tore machte und so verdient gewann.

Dabei war gerade die erste Halbzeit ein Fußballspiel ohne größere Höhepunkte, bei dem die Defensivreihen die Szenerie fast vollständig beherrschten. Ein gefährlicher Schuss aufs RB-Tor nach acht Minuten und das Tor durch Dominik Kaiser nach einer reichlichen halben Stunde, viel mehr an Aufregern war in den Strafräumen nicht zu verzeichnen.

Und trotzdem war RB Leipzig in der ersten Halbzeit das Team mit der optisch reiferen Spielanlage, was den Eindruck vermittelte, dass man das Spiel unter Kontrolle habe. Zu diesem Gefühl trug aber auch das Auftreten der Gastgeber bei, die relativ tief stehend an der Mittellinie den Spielaufbau der RasenBallsportler beobachteten und erst eingriffen, wenn der Ball in ihre Hälfte gelangte. Wodurch sich die Innenverteidiger ziemlich unbedrängt die Kugel hin- und herpassen und warten konnten, bis ein Türchen für einen Pass zum Mitspieler aufging. Sodass Ballverluste im Normalfall erst irgendwo in des Gastgebers Hälfte passierten und entsprechend genug Raum und Zeit blieb, Gegenangriffe zu unterbinden.

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Egotrip

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig beim FC Rot-Weiß Erfurt (08.02.2014, 14.00 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger und Daniel Frahn.]

Zwei Spiele, null Punkte. Es gibt sicherlich bessere Möglichkeiten, aus der Winterpause zu starten, als dies die RasenBallsportler taten. Mit den Abstiegskandidaten Dortmund II, Chemnitz und dem Schlusslicht Saarbrücken blieben lediglich drei weitere Teams der dritten Liga bisher nach der Winterpause punktlos.

Dass nackte Zahlen manchmal wenig aussagen, zeigt sich, wenn man die Auftritte von RB Leipzig gegen Burghausen und in Duisburg miteinander vergleicht. Gegen Burghausen von der 1. bis zur 90. Minute praktisch auf allen Positionen unter Niveau. In Duisburg in der ersten Halbzeit insgesamt ok, in der zweiten Halbzeit für mindestens 30, 35 Minuten gut bis sehr gut. Zwei komplett unterschiedliche Spiele, freilich letzlich mit demselben Ergebnis.

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Führende Verhaltensweisen

Gestern an dieser Stelle die Beantwortung der Frage, wie sich denn die Mannschaften der dritten Liga nach Rückständen verhalten haben. Heute dann quasi komplementär die Daten, was denn die Mannschaften eigentlich aus Führungen machen. Kriegen sie einen Wackelfuß oder beflügelt es sie?

Fast schon nicht mehr überraschend, dass Heidenheim auch in dieser Statistik deutlich dominiert. In 18 von 22 Spielen ging der aktuelle Spitzenreiter in Führung (Ligabestwert). Keines dieser Spiele verlor man noch. Nur dreimal spielte man am Ende noch Unentschieden. Während es bei Erfurt – wie gestern gezeigt – so ist, dass sie nach einem Rückstand nicht mehr ins Spiel kommen, ist Heidenheim nicht mehr zu schlagen, wenn sie denn erst einmal einen Vorsprung herausgeschossen haben.

[Platz = Tabellenplatz nach dem 22.Spieltag; Team = Team; Führungen = Anzahl der Spiele, in denen die Mannschaften in Führung gingen; Bilanz = Endresultate in diesen Spielen, Siege – Unentschieden – Niederlagen; Prozent = Anteil der Spiele, die man nach Führung auch gewann in Prozent; Pkt./Sp.: durchschnittliche Punktausbeute aus Spielen, in denen die Mannschaften in Führung gingen] Führende Verhaltensweisen weiterlesen

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Rückständige Verhaltensweisen

Rein gefühlsmäßig hätte ich nach der samstäglichen Niederlage gegen Burghausen behauptet, dass es RB Leipzig in diesem Jahr ziemlich schwer fällt, nach Rückständen noch mal ins Spiel zu finden. Indizien, die diese These stützen, würde man im Vergleich mit den letzten Jahren finden. Konnte man in der aktuellen Saison bisher in drei von neun Spielen, in denen man in Rückstand lag, noch punkten, gelang dies in den letzten drei Spielzeiten in sieben von sieben, in acht von 13 und in sieben von 13 Fällen.

  • 2013/2014 (Zorniger): 9 Spiele (in denen man in Rückstand geriet) – 2 Siege, 1 Unentschieden, 6 Niederlagen
  • 2012/2013 (Zorniger): 7 Spiele – 3 Siege, 4 Unentschieden, 0 Niederlagen
  • 2011/2012 (Pacult): 13 Spiele – 5 Siege, 3 Unentschieden, 5 Niederlagen
  • 2010/2011 (Oral): 13 Spiele – 2 Siege, 5 Unentschieden, 6 Niederlagen

Während man in der Regionalliga also immer mindestens 50 Prozent der Spiele zumindest noch soweit drehen konnte, dass man nicht verlor, ist dies in der aktuellen Saison nur noch in einem Drittel der Partien der Fall. Vergleichbar ist die Bilanz aus der aktuellen Saison noch am ehesten mit der Oral-Saison, zumindest, wenn man betrachtet, wie viele Punkte man im Schnitt in Spielen geholt hat, in denen man in Rückstand geriet: Rückständige Verhaltensweisen weiterlesen

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RB Leipzig vor der Rückrunde in der 3.Liga 2013/2014

Vor etwa sechs Monaten startete RB Leipzig in die erste Drittligasaison. Als Mitfavorit auf den Aufstieg, aber bei weitem nicht als Topfavorit. Mit leisen Ambitionen auf den Durchmarsch, aber ohne dies als Ziel zu formulieren. Aus allen Poren drang der Wunsch erst mal in Ruhe arbeiten und in der Liga ankommen zu können.

Mitte Januar 2014, etwas mehr als eine Woche vor dem Rückrundenstart hat sich das Bild deutlich gedreht. Das Wort Aufstieg gehört offenbar zum alltäglichen Sprachgebrauch bei Spielern und Offiziellen und der Durchmarsch ist inzwischen eigentlich bei allen Beteiligten das Ziel, das man für die Rückrunde anstrebt. Was angesichts der sehr guten Hinrunde, fünf Punkten Vorsprung auf Platz 3 bzw. 4 und vor allem bisher vier hochwertiger Zugänge in der Winterpause (Demme, Palacios-Martinez, Sumusalo, Teigl), die den guten Kader in Spitze und Breite noch mal deutlich verstärken, auch völlig normal ist.

Tatsächlich verändert sich die psychologische Situation für RB Leipzig in der Rückrunde deutlich, denn war der Durchmarsch bisher etwas, was man erreichen konnte, aber wäre ein Nichtaufstieg keine Niederlage gewesen, kann man zum jetzigen Zeitpunkt durchaus festhalten, dass man einen verpassten Aufstieg als Misserfolg empfinden würde. Immer davon abhängig, wie die Rückrunde läuft und ob es besondere Verletztensituationen oder ähnliches gibt, die einen Leistungseinbruch nachvollziehbar machen. Aber grundsätzlich gehört RB Leipzig Stand heute zu den zwei Topfavoriten auf den Aufstieg.

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The never-ending Kammlott-Story

Wie oft wurde in den letzten dreieinhalb Jahren an dieser Stelle im Blog, aber nicht nur hier über Carsten Kammlott geredet. 2010 wurde das damals 20jährige Offensivtalent von RB Leipzig aus Erfurt für einen höheren sechstelligen Betrag  als Versprechen auf die Zukunft und quasi als Gesicht des Vereins verpflichtet, was auch darin Ausdruck fand, dass Kammlott als Aushängeschild prominent auf der Website eingebunden wurde.

Anfang 2014, ein halbes Jahr vor Auslaufen des Vierjahres-Vertrages erwartet eigentlich niemand mehr, dass aus Carsten Kammlott noch der Superstar und entscheidende Spieler im System von RB Leipzig wird. Dafür halten sich hartnäckig die auch in Erfurt nicht dementierten Gerüchte, Kammlott könnte noch im Winter an die alte Wirkungsstätte zurückkehren. Und auch in Halle und seit neuestem gerüchteweise auch in Duisburg zeigt man Interesse am inzwischen 23jährigen.

Vor allem anderen muss man festhalten, dass Carsten Kammlott ein großartiger Fußballer war und immer noch ist. An guten Tagen ist seine feine Ballbehandlung, seine Dribbelstärke und seine Geschwindigkeit mit dem Ball eine absolute Waffe, die locker drittligareif ist. Warum aus diesem Potenzial nur so selten auch gute Spiele und vor allem auch konstante Leistungen entstanden sind, darf zu den großen Rätseln des Fußballs gezählt werden und kann vermutlich niemand so richtig erklären.

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Die bunte Welt des Toreschießens in der dritten Liga

Im Rahmen der gestrigen Betrachtungen in Sachen Transferaktivitäten tauchten mit Stefan Kutschke und Federico Palacios-Martinez auch zwei Stürmer in der Liste der (möglichen) Neuzugänge auf. Was zuerst einmal den Verdacht nahe legen könnte, dass RB Leipzig ein Torproblem hat und diesbezüglich nachbessern will. Was bei 34 erzielten Treffern erst einmal ein wenig erstaunlich klingt. Deshalb an dieser Stelle ein kleiner Blick ins Zahlenwerk rund um das Toreschießen in der dritten Liga.

Die erste Tabelle zeigt für alle Drittligateams die Anzahl der Tore, die Anzahl der Torschützen und die Anzahl der Tore im Schnitt pro Torschützen. Da es an dieser Stelle um die individuelle Torgefährlichkeit der Teams gehen soll, wurden Eigentore aus der Rechnung genommen, sprich von den 34 RB-Toren bspw. wurde das Eigentor des Kieler Herrmanns abgezogen, sodass 33 übrigbleiben. Die bunte Welt des Toreschießens in der dritten Liga weiterlesen

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Zwischenbilanz: RB Leipzig in der Saison 2013/2014

Letztlich steht RB Leipzig vor einer Übergangssaison, in der der Umbruch Richtung zweite Liga und Zweitligateam begonnen wurde und es darum geht, sich fußballerisch zu verbessern. Inwieweit diese Saison auf den verschiedenen Ebenen zu einem Selbstläufer wird und man sogar an mehr als dem oberen Tabellendrittel schnuppern kann, muss man abwarten. Dazu müssen zu viele (auch zufällige) Faktoren zusammenpassen, als das man das ernsthaft erwarten oder prognostizieren kann. (Leipziger Fußball 2013/2014)

Wenn man vor der Saison einen realistischen Blick auf die Verhältnisse in der dritten Liga geworfen hat, dann konnte man – so wie auch Halles Trainer Sven Köhler heute in der LVZ – davon ausgehen, dass RB Leipzig im oberen Tabellendrittel mitschwimmen wird, aber nicht unbedingt, dass man den Sprung nach ganz oben schaffen kann.

Dass RB Leipzig nach Ende der Hinrunde tatsächlich auf dem zweiten Platz lag und weiterhin liegt, begründet sich sowohl in den Leistungen der Konkurrenz, als auch in den eigenen Leistungen. In Bezug auf die Konkurrenz ist bemerkenswert, dass mit Münster und Chemnitz gleich zwei der Teams, die vor der Saison als Aufstiegsfavoriten gekennzeichnet wurden und sich selbst dieses Ziel mehr oder weniger offen vorgaben, aktuell fernab der Tabellenspitze in der unteren Tabellenhälfte herumdümpeln. Unglaubliche 13 bzw. 14 Punkte liegt RB Leipzig derzeit vor den beiden Mannschaften. Ein Abstand, den kein Experte vorausgesagt hätte.

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Höherklassiges in der Drittklassigkeit II

Die gestrigen Zahlen legten nahe, dass der Kader von RB Leipzig zwar viel höherklassige und internationale Erfahrung versammelt, diesbezüglich aber in der dritten Liga auch nicht herausragt. In Duisburg und in Rostock gibt es noch einiges mehr an Erfahrung und in Sachen Zweitligaerfahrung sind den RasenBallsportlern gleich sechs Teams voraus.

Trotzdem verfügt RB Leipzig über die meisten Spieler mit Erfahrungen oberhalb der dritten Liga oder außerhalb Deutschlands. 17 sind hier der Höchstwert, wie die Tabelle in diesem Artikel zeigt. Wehen Wiesbaden und Rostock folgen mit je 15 Spielern, während am anderen Ende der Skala die SpVgg Unterhaching und der VfB Stuttgart mit nur vier höherklassig erfahrenen Spielern stehen.

Interessanter vielleicht noch die Rangfolge, wenn man betrachtet, wieviel Prozent der Gesamteinsatzzeit einer Mannschaft von Spielern mit höherklassiger Erfahrung bestritten wurden. Hier stehen Wehen Wiesbaden und Hansa Rostock ganz oben und vielleicht auch folgerichtig in der Drittligatabelle mit den Plätzen 4 und 5 relativ weit oben. Und Münster macht aus einem erfahrenen Team, das auch viel auf dem Platz steht, mit Platz 17 sehr wenig.

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Höherklassiges in der Drittklassigkeit

Die dritte Liga ist ja in vielerlei Richtungen eine Durchlauferhitzerliga. Ständig kommen Spieler von unten oder oben und gehen je nach Karriereverlauf in dieselben Richtungen.

Ein Indiz bei der Bewertung der Qualität der einzelnen Mannschaften könnte unter anderem in der Erfahrung, die die Spieler in ihrer Karriere bereits in Ligen oberhalb der dritten Liga sammeln konnten, liegen. Sowohl nationale, als auch internationale Erfahrung.

Sammelt man einmal die entsprechenden Daten zusammen, findet man erstaunlicherweise heraus, dass im Kader von Wacker Burghausen die meiste Zweitligaerfahrung versammelt ist. Bereits mehr als 850 Einsätze haben die Spieler auf dem Buckel. Wobei sich die Einsätze nur auf wenige Spieler im Kader verteilen.

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Gegen die (schwarze) Serie

Leipzig ist für die Anhänger von Vereinen aus dem Gebiet des Nordostdeutschen Fußballverbands mit größerem Fanpotenzial eine Art Mekka geworden. Wenn RB Leipzig zu einem Heimspiel gegen jene lädt, die sich das Label ‚Traditionsverein‘ auf die Fahnen geschrieben haben, dann reisen die Fans dieser Vereine oft in solch enormer Zahl mit, wie zu kaum einer anderen Gelegenheit. Die Motivlagen reichen dabei von simpler Neugier über das Hoffen auf einen Sieg über die ‚Neureichen‘ bis hin zum Protest gegen Kommerz oder – in der elaborierteren Version – gegen die Vereinskonstruktion, die dem Geldgeber Red Bull informell die komplette Mitsprache sichert.

Auch beim Besuch von Hansa Rostock in der Messestadt wird das nicht viel anders sein. Mit mehr als 5.000 Gästefans wird aktuell gerechnet. Der normale Gästeblock ist schon jetzt zu klein, sodass die Fans aus dem Norden zusätzlich Karten im angrenzenden Sektor D erwerben können. Und man kommt mit dem üblichen Protestgestus, der sich diesmal darin äußern soll, dass man erst nach sieben Minuten den Block betritt (wobei man gespannt sein darf, wo sich tausende Fans in der Red Bull Arena so aufhalten mögen, wenn sie nicht im Block stehen..).

Mal von diesem Geplänkel abgesehen, hat das alles auch eine nicht irrelevante sportliche Relevanz. Denn aktuell steht der Fakt, dass RB Leipzig, wenn es Richtung Winterpause geht, in Heimspielen gegen NOFV-Clubs mit reisefreudigen Fans noch sieglos ist. In den letzten drei Jahren hatte man drei solcher Spiele. Zweimal stand am Ende ein Unentschieden, einmal eine Niederlage und jedesmal war man das mehr oder weniger schlechtere Team.

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Meister der Über- und Unterzahl

Irgendwo las ich zuletzt, dass die Ausbeute des Chemnitzer FC bei Spielen in Überzahl katastrophal sei. Auch über Burghausen wurde dies nach der Niederlage in Dortmund gegen lange Zeit des Spiels nur 10 Gastgeber behauptet.

Im Hinterkopf rumort bei solchen Sachen immer die alte Fußballphrase, dass es gegen 10 oft schwerer sei als gegen 11. Betrachtet man die bisherigen 16 Spieltage in der dritten Liga, dann lässt sich zumindest diese Binsenweisheit nicht bestätigen, denn in 38 (von insgesamt 160) Spielen, in denen es eine Überzahlsituation gab, gewann am Ende in 16 Fällen auch das zahlenmäßig bevorteilte Team. In 16 Fällen endete die Partie mit einer Punkteteilung, in 12 Fällen gewann die Mannschaft in Unterzahl.

Deutlicher wird es noch beim Torverhältnis, denn in 1088 Minuten Überzahlzeit holte sich das vollzählige Team insgesamt 27:12 Tore. Das bedeutet auch, dass nach Platzverweisen deutlich mehr Tore fallen als bei Gleichstand. Während in Überzahlsituationen hochgerechnet auf 90 Minuten 3,23 Tore fallen, begnügt man sich in Situationen der personellen Gleichzahl mit 2,57 Toren pro 90 Minuten. Was zumindest die Annahme widerlegen würde, dass man mit 10 Spielern genauso gut verteidigen kann wie mit 11.

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Kaderbreite als positiver Faktor

Jedenfalls hat RB Leipzig die Möglichkeit, mangelnde Frische in Kopf und Glieder aus den Tiefen des Kaders heraus auszugleichen. (Zwischen Rationalität und realistischem Traum)

So schmiss ich gestern fröhlich in den virtuellen Raum hinein. Bei einem 25er Kader, in dem so ziemlich jeder Spieler entweder bereits höherklassig Erfahrungen gesammelt und/oder entsprechendes Talent hat, zukünftig welche zu sammeln, keine ganz gewagte Behauptung.

Tatsächlich ist es so, dass RB Leipzig im Vergleich der Drittligateams die geringste Konstanz bei der Aufstellung hat. Sprich, jenes Team ist, dass von der ganzen Breite des Kaders am umfangreichsten Gebrauch macht. Lediglich sechs Spieler haben bisher mindestens zehn Startelfeinsätze auf dem Buckel, während es bei der Hälfte aller Teams der 3. Liga mindestens zehn Spieler sind, die schon zehnmal oder mehr zu Spielbeginn aufs Feld laufen durften. Nicht ganz zufällig gehört Spitzenreiter Heidenheim, die ja eigentlich auch wie RB über einen breiten Kader verfügen, zu den vier Teams, die mit 11 Spielern mit mindestens zehn Startelfeinsätzen über eine Art fest eingespielte Stammelf verfügen. Kaderbreite als positiver Faktor weiterlesen

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