Salzburg-Leipziger Thesenhäppchen

Es wurde schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem. Ein paar Thesen noch zu Salzburg und Leipzig entlanghangelnd an der aktuellen Debattenlage. Vieles davon gab es hier ím Blog schon immer mal wieder verstreut in diversen Texten.

  • Dass Red Bull Salzburg sich auf die Ausbildung junger Spieler spezialisieren will, ist nicht neu.

Wer es im Jahr 2016, so wie es Salzburgs Trainer Oscar Garcia getan hat, überraschend und neu findet, dass Red Bull Salzburg ein Ausbildungsverein ist, hat so einiges verpasst. Schon weit vor dem Eintritt von Ralf Rangnick hat Dietrich Mateschitz im Jahr 2010 erklärt, dass Salzburg zu einer Art Nachwuchsteam werden soll, das um Meisterschaft und internationale Plätze mitspielt, während in Leipzig in einer großen Liga ein stärkeres Team spielen soll. Ob man das nun doof oder gut findet, man sollte nicht so tun, als wäre das eine neue Vereinsphilosophie.

  • Red Bull Salzburg kann kein europäisches Topteam sein.

Fanwünsche in allen Ehren, aber ein Team aus der österreichischen Liga kann (im Gegensatz vielleicht zu den 90ern) 2016 kein (halbwegs) Topteam in Europa mehr sein. Dafür müsste man Spieler wie Mané, Kampl, Ramalho und Co halten können. So viel Schmerzensgeld kann man denen gar nicht zahlen, um sie in der österreichischen Bundesliga im jetzigen Zehner-Format langristig halten zu können. Vorbild für ein Team wie Salzburg kann maximal der FC Basel sein. Also ein regelmäßiger Meister, der zumindest an der Gruppenphase der Champions League teilnimmt und immer wieder Einnahmen durch den Verkauf der vielversprechendsten Spieler generiert. Mal abgesehen vom für den Klub leidigen Thema Champions League also ungefähr das, was Salzburg auch schon ist.

  • Spieler verlassen Salzburg sowieso.

Dass die österreichische Bundesliga ein Sprungbrett ist, sollte man als Fakt setzen. Wer in einem halbwegs vernünftigen Fußballalter ist und eine gute Saison in Österreich spielt, wird (von wenigen Ausnahmen abgesehen) die Ambition haben, Österreich zu verlassen und in eine europäische Topliga zu wechseln. Wenn es Leipzig nicht gäbe, würden die besten Spieler von Salzburg trotzdem regelmäßig wechseln. Weil sie den nächsten sportlichen Schritt machen wollen. Mané, Kampl und Ramalho wurden schon angesprochen. Ilsanker oder auch Gulacsi sind die nächsten Beispiele, nur dass sie eben nach Leipzig gingen. Und künftig wird es noch viele Spieler geben, die Salzburg verlassen wollen, weil sie sich für gut genug halten, in einer Topliga mitzuhalten. Wenn man Nachwuchstalente entwickelt, ist man davon noch viel mehr betroffen, als wenn man einen großen Kern Endzwanziger im Team sammelt, die international nicht ganz so auf dem Radar sind.

  • Der von Ralf Rangnick eingeschlagene Weg in Salzburg war ein erfolgreicher.

Ralf Rangnicks Radikalkur ab 2012, im Sinne der vorgegebenen Vereinsstrategie auf junge Spieler zu setzen, war absolut erfolgreich. Sportlich hat man in den letzten Jahren in Österreich alles gewonnen, was man gewinnen konnte und war damit noch mal erfolgreicher als in der Vor-Rangnick-Zeit. Und wirtschaftlich hat man erstmals unter Red Bull erhebliche Transferüberschüsse erzielt. Nach den Versuchen, sich den Erfolg durch fertige und teure Spieler einzukaufen, ein absoluter Fortschritt für alle Beteiligten, der den Verein Red Bull Salzburg inzwischen wirtschaftlich sehr viel gesünder dastehen lässt, als noch vor vier, fünf Jahren bzw. ihm eine zusätzliche Einnahmeseite verschafft.

  • Spieler werden nicht zwischen Salzburg und Leipzig verschoben.

Es ist immer wieder ein seltsames und gegenüber den jeweiligen Spielern respektloses Argument, wenn man behauptet, dass Spieler einfach von A nach B verschoben werden. RB-Neuzugang Bernardo hat das diese Woche noch mal klar mitgeteilt, dass er sich entsprechende Bewertungen verbitte, weil in letzter Konsequenz nur er als Spieler entscheide, ob er irgendwo hinwechseln will oder nicht. Letztlich (und darin ist Rangnick tatsächlich ein sehr guter) geht es darum, jungen Spielern Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Wofür es sehr vorteilhaft ist, in Leipzig und Salzburg Teams auf unterschiedlichsten Leistungsleveln im Profi- und Nachwuchsbereich zu haben, die man Spielern bei Interesse schmackhaft machen kann. Schon einige Spieler in der jüngeren Vergangenheit, die es als absoluten Vorteil sahen, erstmal über den FC Liefering in den Männerbereich hineinzukommen und als Kooperationsspieler (eine spezielle österreichische Konstruktion) in Salzburg auf höherem Niveau hineinzuschnuppern und sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Und ja, für viele Spieler war es bisher attraktiv von Salzburg, mit einer möglichen Perspektive auch mal für Leipzig interessant zu werden, verpflichtet zu werden. Es ist absolut ein Vorteil (der Kicker meinte dazu, dasss man darauf in der Bundesliga viele „hinter vorgehaltener Hand“ neidisch sei), eine Konstellation zu haben, in der man verschiedene Vereine und Entwicklungsstufen anbieten und mitdenken kann. Aber kein Spieler kann per se verschoben werden, wenn er einen Vertrag in Salzburg hat und kein Spieler hat einen Doppel-Leipzig-Salzburg-Vertrag.

  • Die Verknüpfung zwischen Salzburg und Leipzig ist offenbar nicht mehr so eng, wie sie es für Synergien optimalerweise sein würde.

Als Ralf Rangnick noch Sportdirektor in Salzburg und Leipzig war, waren beide Klubs (und Liefering) auf engste Art und Weise in Sachen Spiel- und Transferphilosophie miteinander verbunden und zwischen U19 in Leipzig, Liefering, Salzburg und Profis in Leipzig ging es munter hin und her. Seitdem Rangnick nur noch Leipzig verantwortet, scheint das Band wieder loser geworden zu sein. Was sich deutlich schon in der Verpflichtung von Oscar Garcia als Trainer gezeigt hat. Denn Garcia ist entgegen der Rangnick-Präferenzen ein Coach, der auch gern mal aus dem Ballbesitz kommt und tiefer verteidigen lässt. Was ein Martin Hinteregger vor nicht allzu langer Zeit gelobt hatte, weil es das Verteidigen leichter mache. Letztlich eine Frage der Spielphilosophie, aber eben auch eine Frage, die sich gar nicht stellen würde, wenn Rangnick noch die Verantwortung in Salzburg tragen würde. Der einstige Vorteil, junge Spieler im in den USA „RalfBall“ getauften System durchgängig auszubilden und so nach möglichen Wechseln nach Leizig keine oder kaum Übergangsprobleme zu haben, wird damit tendenziell und perspektivisch eher hinfällig. Auch Salzburger Verpflichtungen wie die von Munas Dabbur und Marc Rzatkowski in diesem Sommer könnten darauf hinweisen, dass Neuzugänge nicht (mehr) prinzipiell auch eine Leipziger Perspektive haben müssen.

  • Finale Entscheidungen über Transfers werden nicht in Salzburg getroffen.

In Salzburg mag man in der jüngeren Vergangenheit unabhängig von Ralf Rangnick Entscheidungen getroffen haben. Der Eindruck verfestigte sich allerdings in diesem Sommer, dass in Transferfragen, die letzte Entscheidung nicht unbedingt in Salzburg liegt. Sprich, wenn ein Spieler nach Leipzig will und Leipzig den Spieler will, dann kann man in Salzburg am Ende nur noch die Ablöse festlegen, die verbucht werden soll (und im Fall Bernardo bspw. relativ hoch war). Dafür spricht nicht nur, dass Ralf Rangnick noch nach der Bekanntgabe der Bernardo-Verpflichtung am Sky-Mikro nicht wusste, wie viel Ablöse man am Ende bezahlen werde, weil das noch nicht verhandelt war. Und dafür spricht auch, dass Salzburg-Sportchef Christoph Freund betont vielsagend von einem „Es ist so entschieden worden“ sprach, als er auf den Bernardo-Transfer angesprochen wurde. Was dann eben auch bedeutet, dass man als sportliche Leitung in Salzburg ein bisschen vor der unbefriedigenden Situation steht, in Transferfragen nicht immer die allerletzte Entscheidungs- (oder Verweigerungs-) instanz zu sein. Man sollte dabei aber auch immer im Hinterkopf behalten, dass Transfers der besseren Spieler des Teams meist sowieso nicht verhinderbar sind, weil sie ab einem bestimmten Punkt in eine Topliga wollen, egal ob das dann Leipzig ist oder nicht. Der Fall Sadio Mané, der sich unter Rangnick noch quasi nach England streikte, zeigte das allzu deutlich auf. Ändert nichts daran, dass die sportliche Leitung in Salzburg nicht jede Strippe ziehen darf, an der man vielleicht gern ziehen würde wollen.

  • Einen wie Martin Hinteregger zu verlieren, sollte einem auch was sagen.

Man kann von Martin Hinteregger halten, was man will. Ganz logisch geht es nicht zu, wenn er die fehlende Identifikation bei vielen Spielern, die von Salzburg nach Leipzig wechselten, beklagt, um im gleichen Atemzug Salzburg zu verlassen und nach Augsburg zu gehen (und zu betonen, dass er auch bei einer Salzburger Qualifikation für die Champions League gegangen wäre). Letztlich zeigt aber gerade das Beispiel Hinteregger, dass sich in Salzburg in den letzten Jahren Dinge verändert haben, die selbst den größten Verteidigern von Red Bull Bauchschmerzen bereiten. Und ein großer Verteidiger nicht nur von Salzburg sondern vom Red-Bull-Fußball generell war Martin Hinteregger vor noch nicht allzulanger Zeit. Er hat sich vor die Marke und vor deren Aktivitäten gestellt und Leipzig als Alternative zu England immer als ein quasi natürliches Ziel seiner internen Red-Bull-Karriereplanung begriffen. Dass einer wie Hinteregger nun nach Augsburg geht und Leipzig und Red Bull hinterhergiftet, sollte den Beteiligten zumindest zu denken geben. Denn an irgendeiner Stelle muss man ihn (und er steht ja auch stellvertretend für ein gewisses Klima rund um Red Bull Salzburg) ja verloren haben. Vielleicht ist es den Beteiligten egal, vielleicht ist der Stimmungswechsel von Hinteregger auch nicht allein durch Veränderungen in Salzburg und Leipzig, sondern ebenso durch Hinteregger, der ja schon letzte Saison in Salzburg verhaltensauffällig geworden war, selbst erklärbar. Fakt ist, dass man eine Art Salzburger Ur-Red-Bullianer verloren hat. Und das sollte man zumindest nicht schulterzuckend zur Kenntnis nehmen.

  • In Salzburg sind auch nicht alles Deppen

Ein bisschen hat man das Gefühl, als würde man den emotionalen Ausbruch Salzburger Fans nach dem Bernardo-Transfer in Leipzig für hinterwäldlerisches Dorfdeppentum halten. Damit würde man es sich ein bisschen arg einfach machen. Wie bei Hinteregger handelt es sich auch hier um Personenkreise, für die sich offenbar etwas verändert hat, das sie meinten in einer Art Brandbrief formulieren zu müssen. Selbst wenn man inhaltlich nicht alles teilt, sollte es wie bei Hinteregger zu denken geben, dass relativ treue Personenkreise sich abzuwenden beginnen. Wobei der Bernardo-Transfer ja nur der Tropfen im sowieso schon vollen Fass war. Denn die ersten wahrnehmbaren Zeichen gab es ja schon vor einem Jahr, als bei Spekulationen über einen Ilsanker-Wechsel nach Leipzig im Fanblock Schmähgesänge gegen den sächsischen Bruder aufkamen. Man mag Fanemotionen unpassend finden, weil sie nicht angemessen mit der Realtität umgehen (in der für Ilsanker der nächste Schritt eben dran war), aber man sollte gerade bei denen, die am engsten mit einem Verein verbandelt sind, immer auch zuerst fragen, warum sie unzufrieden sind und sich nicht darauf zurückziehen, dass sie eh keinen Plan haben.

  • Salzburg fehlt eine Identität, die Fanbindung ermöglicht.

Salzburg als Ausbildungsverein ist als pragmatische Antwort auf die Frage, was in Österreich möglich ist, schön und gut. Nur beantwortet das noch nicht die Frage, was der Verein seinen Anhängern bedeuten soll (was natürlich zuerst einmal die Frage danach ist, wie die Anhänger das sehen, aber das sei an dieser Stelle mal außen vor gelassen). Es ist nur ein kleiner Teil der Fußballfans, also jene mit leichtem Nerdstatus, die es extrem sexy finden, Anhänger eines Klubs zu sein, der sich darüber definiert, dass er 20jährige Talente ausbildet, die dann mit 22 für gutes Geld in eine bessere Liga gehen. Fan zu sein, hat in der Breite auch was mit Identifikationsfiguren zu tun, die länger da sind und gegenüber den Anhängern eine Kontinuität aufzeigen, die vielleicht real auch eher Schein als Sein ist, aber eben trotzdem Möglichkeiten des Andockens bietet. Der Weg Rangnicks ab 2012 mag wirtschaftlich-sportlich erfolgreich gewesen sein, aber auf diesem Weg hat man es offenbar nicht verstanden, das Umfeld mitzunehmen. Ganz egal, ob das nun ein kommunikatives oder ein sachliches Problem ist, es besteht offenbar ein Problem darin, dass die Selbstsicht (oder die Außendarstellung) des Klubs und die Sicht der treueren unter den sowieso schon nicht extrem vielen Anhänger auseinandergehen, weil die Identifikationsmöglichkeiten für den Anhang nicht so ausgeprägt oder einfach nicht so sichtbar sind, wie sie das sein sollten.

  • Fazitthesenhaufen.

In der aufgeregten Debatte um Leipzig und Salzburg argumentiert man sich gegenseitig auf ganz schön seltsamen Wegen zu Boden. Zu widersprechen, wenn jemand behauptet, zwischen Salzburg und Leipzig werden Spieler verschoben, bedeutet eben nicht, dass deswegen alles prima ist. Das wäre ein klassischer logischer Fehlschluss in einer komplexeren Gemengelage. Wenn man es zusammenfassen will, dann bleibt, dass Salzburg schon seit langer Zeit (sportlich und wirtschaftlich inzwischen erfolgreich) als Klub konzipiert ist, in dem junge Spieler ausgebildet werden sollen, damit sie später vielleicht mal Geld einbringen und im Idealfall Bock haben, nach Leipzig zu wechseln. Fakt ist auch, dass Spieler nicht hin- und hergeschoben werden können, sondern den eigenen Interessen und Perspektiven folgend zusammen mit ihren Beratern selbstständige Entscheidungen treffen. Allerdings legt die abgelaufene Transferperiode nahe, dass Salzburg bei Entscheidungen, wer wann nach Leipzig wechselt, nicht die letzten Fäden in der Hand hat, sondern dies vor allem eine Sache von Spieler und Leipzig und der Festlegung einer ordentlichen Ablösesumme ist. Nicht nur aus diesem scheinbaren Kontrollverlust, sondern auch aus der Rolle als Nachwuchsausbilder resultiert ein offenbar eher ernsthaftes Identifikationsproblem seitens der Salzburger Fans. Ob man das nun für auflösbar hält oder nicht, ist vermutlich Ansichtssache. Dass es als Durchlauferhitzer für Talente, ohne dass wenigstens in der Vereinsführung Konstanz herrschen würde, nicht einfach ist, in einer Stadt wie Salzburg auf breiter Basis jenseits von Highlights in der Europa League interessant zu sein, sollte aber auch klar sein.

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Eine deutlicher hin zu den Vorteilen des Franchise-Systems bei Red Bull formulierte Meinung gibt es drüben beim neuen RB Blog.

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Salzburg-Fans im Gute-Laune-Modus. Photo by Samuel Kubani/EuroFootball/Getty Images
Photo by Samuel Kubani/EuroFootball/Getty Images

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2 Gedanken zu „Salzburg-Leipziger Thesenhäppchen“

  1. Sehr schöne Zusammenfassung, die ich so unterschreiben würde. Wenn ich mich in die Salzburger Perspektive denke, dann ist mein Hauptproblem nicht die Abwanderung von Spielern, die ohnehin stattfindet (passende Beispiele hast Du geliefert), sondern in der Identität.

    Ich sehe hier aber im Wesentlichen ein Kommunikationsproblem anstelle eines praktischen Problems. Die potenziellen Identifikationsfiguren, die eher keine Leipzig-Perspektive haben, allen voran Soriano, gibt es durchaus. Aus der Ferne betrachtet fehlt mir der Wille vom Verein, das in den Vordergrund zu stellen und die Identifikation aktiv zu fördern.

    Die Posse um den Stern gehört mit dazu. Nun kann mir aber niemand (auch kein Blumenschein) erzählen, dass Rangnick das verhindert haben soll. Letztlich täte es Salzburg gut, 3-4 „Franchisespieler“ aufzubauen, um die man das restliche Team mit hoch veranlagten Talenten baut und aktiv den Bezug zur Stadt Salzburg und deren (fußballerischen und gesellschaftlichen) Geschichte zu suchen.

    Ich sehe in Leipzig gerade ein leichtes Umdenken, dass der Verein merkt, dass in der Marketingstrategie der Standort Leipzig und dessen Einbettung wichtiger wird, um Bindungskraft zu entfalten. Ich hoffe, dass Mintzlaff und Co. dafür sensibel bleiben/werden, da ein Entfremdungspotenzial auch in Leipzig liegt, wenn die Bindung zum Standort nicht mehr erkennbar ist.

    P.S.: Bindung zum Standort haben auch „Traditionsvereine“ nur sehr eingeschränkt. Der Eishockeytraditionsverein Schwenninger Wild Wings besteht auch nur aus externen Managern, habe vor einiger Zeit ein interessantes Interview gelesen mit dem Tenor „theoretisch könnte man organisatorisch alles von heute auf morgen verschieben“ (was ja auch in einigen Fällen schon passiert ist: Landshut nach München, München weiter nach Hamburg, wird im Fußball nicht groß anders sein, egal wo!)

  2. Dazu kommt denke ich, dass in Salzburg immer noch der große Bruch Austria / Red Bull zu verkraften ist. Auch wenn es vorher mit Wüstenrot und Casino schon eine extreme Ausdünnung der Identität Austria gab…war dies 2005 besonders einschneidend. Ein Großteil der Szene definierte sich neu (AS neu) und der Rest blieb bei RBS – ich denke mit der Hoffnung auf erfolgreichen Spitzenfußball. Es wirkt zumindest oftmals in den sozialen Medien so, dass der erfolgreiche Spitzenfußball – versprochen von RedBull- das (einzige) kaufentscheidende Kriterium ist. Das eher fantypische bzw. Ultraaffine Verhalten bzw. die strake Bindung sieht man eher bei ASneu (unabhängig vom sportlichen Erfolg) und ggf. seltener bei RBS (wobei es dies zweifelsohne auch gibt). Wenn jetzt natürlich (aus Sicht der RBS-Fans) der ganz große versprochene Erfolg wegbleibt und mit der Rolle „Ausbildungsverein“ noch eher zementiert wird…zerfällt natürlich der Hauptgrund zu RBS zu gehen…auch werden die möglichen sportlichen Ziele damit eingeschnitten. Dieser Aspekt scheint derzeit so wichtig zu sein, dass man auch vergisst, seine Szene gegenüber den Kontrahenten Rapid, Austria und AS zu profilieren und sich abzugrenzen. Auch die Sterndiskussion ist ein wichtiger Aspekt. Da muss man als RBS-Fan sagen, „okay noch 3 Titel unter diesem Geschichtsabschnitt“..hier ist man sich aber mit der eigenen AS-Geschichte nicht im reinen.
    In Leipzig ist dagegen vieles einfacher, da man mit der Neugründung einen völlig neuen Verein aufbauen konnte und auch so ein fantypisches Publikum reizte. Auch hört man oftmals von RB-Verantwortlichen, dass man in Bezug Fanarbeit bewusst einen anderen Weg einschlägt – als in Salzburg.

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