Egotrip

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig beim FC Rot-Weiß Erfurt (08.02.2014, 14.00 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger und Daniel Frahn.]

Zwei Spiele, null Punkte. Es gibt sicherlich bessere Möglichkeiten, aus der Winterpause zu starten, als dies die RasenBallsportler taten. Mit den Abstiegskandidaten Dortmund II, Chemnitz und dem Schlusslicht Saarbrücken blieben lediglich drei weitere Teams der dritten Liga bisher nach der Winterpause punktlos.

Dass nackte Zahlen manchmal wenig aussagen, zeigt sich, wenn man die Auftritte von RB Leipzig gegen Burghausen und in Duisburg miteinander vergleicht. Gegen Burghausen von der 1. bis zur 90. Minute praktisch auf allen Positionen unter Niveau. In Duisburg in der ersten Halbzeit insgesamt ok, in der zweiten Halbzeit für mindestens 30, 35 Minuten gut bis sehr gut. Zwei komplett unterschiedliche Spiele, freilich letzlich mit demselben Ergebnis.

Ergebnistechnisch suboptimal verlief der Start auch in Erfurt. Zwei Spiele, zwei Punkte kann man positiv als ungeschlagen, negativ als sieglos interpretieren. Da mit Münster und Burghausen Teams aus der unteren Tabellenhälfte die Gegner waren (auch wenn Münster kein typischer Vertreter der unteren Tabelllenhälfte ist), könnte die Tendenz eher zur negativen Interpretation gehen. (Andererseits gelang es Erfurt in Burghausen erstmals in dieser Saison nach einem Rückstand noch zu punkten.)

Letztlich passt das ganz gut zur Saison von Rot-Weiß Erfurt, die positiv (und realistisch) gesehen sehr gut verläuft, weil man seit dem ersten Spieltag noch nie schlechter war als Platz 9. Und das nachdem man in der vergangenen Saison lange gegen den Abstieg kämpfte und im Sommer einen größeren Umbruch bewältigen und sich an einen neuen Trainer gewöhnen musste. Angesichts dieser Rahmenbedingungen erscheint es etwas anmaßend, etwas negatives darin sehen zu wollen, dass es die Thüringer noch nie nach ganz oben schafften, sprich in der Tabelle nie besser als Platz 3 standen. Ein Platz, von dem sie aktuell 5 Punkte und 8 Tore entfernt sind.

Sprich, es bleibt das Gefühl, dass Erfurt ein bisschen zwischen Baum und Borke steckt. Zu gut für den Abstiegskampf, weil man sich in einem halben Jahr unter Walter Kogler als taktisch enorm diszipliniertes Team erwiesen hat (viertbeste Verteidigung, viertbester Sturm), gegen das niemand gern antritt und das an guten Tagen ein ordentlicher Brocken ist (wie ja auch RB Leipzig im Hinspiel erleben durfte). Und zu schlecht für den direkten Aufstiegskampf, weil dafür letztlich nach wie vor die Breite im Kader fehlt in dieser ersten Umbruchssaison auf dem Weg zur Mission 2016. Jenes Jahres, bis zu dem der Aufstieg in die zweite Liga realisiert werden soll.

Um dem Gefühl von Baum und Borke zu entfleuchen, wäre ein Sieg gegen RB Leipzig die perfekte Alternative. Denn mit drei Punkten im Kampf gegen den aktuellen Tabellenzweiten könnte man im besten Fall bis auf drei Punkte auf den direkten Aufstiegsplatz heranrücken und noch einmal an der großen Sensation schnuppern. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass sich diesbezüglich in den verbleibenden 15 Saisonspielen noch eine gute und nachhaltige Chance am Leben erhalten lässt, sehr gering ist.

Ähnlich wie für RB Leipzig geht es letztlich auch für Rot-Weiß Erfurt im dritten Spiel nach der Winterpause darum, den Trend zu durchbrechen. Denn in den letzten sechs Spielen gewann Erfurt nur einmal, spielte zweimal Unentschieden und kassierte drei Niederlagen. Was in der Tabelle der letzten sechs Spiele den viertletzten Platz bedeutet. Zudem konnten die Thüringer in den letzten drei Heimspielen nicht gewinnen und verloren sogar gegen die Stuttgarter Kickers (erster und einziger Auswärtssieg der Saison) und gegen Saarbrücken (einziger Sieg in den letzten sechs Spielen).

Trotzdem weist die Heimtabelle den FC Rot-Weiß Erfurt auf Platz 5 aus. Was unter anderem an überzeugenden Siegen gegen Darmstadt, Osnabrück oder Wehen Wiesbaden liegt (insgesamt 9:1 Tore in diesen drei Spielen). Man kann als Arbeitsthese vielleicht festhalten, dass es Erfurt wesentlich leichter fällt, defensiv orientiert und gegen den Ball arbeitend auf die Chance zu lauern, als im Spiel mit dem Ball gegen einen tief stehenden Gegner Chancen erarbeiten zu müssen.

Wie schwierig es ist, gegen Erfurt zu gefährlichen Aktionen zu kommen, musste RB Leipzig bereits im Hinspiel erfahren, als man zwar letztlich mit 2:0 gewann, aber dafür unheimlich viel Energie investieren musste und in 90 Minuten trotz früher Führung nach Fehler von Innenverteidiger Kleineheismann lediglich dreimal gefährlich vor dem gegnerischen Tor auftauchte. Das kompakte 4-4-2 der Erfurter machte die meisten Offensivbemühungen von RB Leipzig früh kaputt. Führte aber auch dazu, dass in der eigenen Offensive aus dem Spiel heraus nur wenig Gefahr entstand.

So ähnlich dürfte im Normalfall auch das Aufeinandertreffen am Samstag laufen, bei dem letztlich eine der entscheidenden Fragen jene ist, inwieweit die RasenBallsportler den Ball besser, heißt vor allem genauer, bewegt bekommen als im Hinspiel. Knüpfen sie direkt an die zweite Halbzeit in Duisburg an, dann wird es für jeden Gegner der dritten Liga schwer. Aber auch bei RB Leipzig hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass sie mit kompakt-defensiven Gegnern so ihre Mühe haben.

Zur defensiven Stabilität trägt in Erfurt der erst 20jährige Keeper Philipp Mickel Klewin bei, der eine gute erste Saison als Nummer 1 spielt. Vor ihm hat sich durch die langwierige Verletzung von Jens Möckel das Duo Kleineheismann/ Laurito in der Innenverteidigung durchgesetzt, das einiges an Drittligaerfahrung mitbringt. Rechts hinten dürfte nach abgesessener Gelbsperre Luka Odak zurückkehren, während links hinten Rafael Czichos verteidigt, der in der aktuellen Saison bereits zweimal rot sah.

Im zentralen Mittelfeld finden sich auf der Doppelsechs zwei Routiniers. Einerseits der Drittligarekordhalter und Kapitän Nils Pfingsten-Reddig (197 Einsätze), der in der aktuellen Saison nicht immer unumstritten war, was in der Hinrunde durchaus zu einigen Misstönen führte. Derzeit ist dies aber wegen der verletzungsbedingten Abwesenheit von Konkurrent und Nachwuchshoffnung Kevin Möhwald (20 Jahre) kein vordergründiges Thema. Mit vier Toren und sechs Torvorlagen ist Pfingsten-Reddig trotz allem der beste Scorer im Team. Neben ihm läuft der ehemalige Nationalspieler Marco Engelhardt auf, mit sieben gelben Karten der eifrigste Kartensammler, der sich zu so etwas wie dem Kopf der Mannschaft entwickelt hat. Alternativ ist noch das 20jährige Talent Maik Baumgarten zu nennen, der in der aktuellen Spielzeit allerdings erst einmal von Beginn an auflief.

Auf den Außenbahnen stehen aufgrund der verletzungsbedingten Abwesenheit von Andreas Wiegel drei Spieler für zwei Positionen zur Verfügung. Gesetzt dürfte derzeit Marius Strangl sein, während sich Patrick Göbel und der von Kaiserslautern ausgeliehene Christopher Drazan (bisher nur zwei Einwechslungen) um den zweiten Platz streiten. Kleine Außenseiterchancen hätte auch ein Mario Fillinger, der im Hinspiel 90 Minuten lang spielte (einer von zwei Startelfeinsätzen dieses Saison), aber zu Rückrundenbeginn mit Oberschenkelzerrung ausfiel und insgesamt eher im zweiten Glied steht.

Im Sturm stehen defacto nur zwei Spieler zur Verfügung. Mijo Tunjic, mit drei Toren und fünf Vorlagen bester Scorer unter den Stürmern, der zuletzt in Burghausen aber nur eingewechselt wurde. Und Jonas Nietfeld, mit fünf Treffern bester Schütze im Team der Thüringer. Was bei nur reichlich 700 Einsatzminuten ein sehr, sehr ordentlicher Wert ist.

Beide profitieren von der Verletzung von Simon Brandstetter, der im Hinspiel einer der Besten auf Seiten der Erfurter war und als robust-spielstarke Stürmervariante schmerzlich vermisst wird. Und von der leichten Posse um Carsten Kammlott, der wohl nicht spielen wird, weil man es so kurz nach seinem Wechsel von Erfurt nach Leipzig für nicht richtig hält. Eine etwas undurchsichtige Geschichte, bei der RB Leipzig sagt, dass ein Nichtauflaufen von Kammlott nicht auf ihrem Mist gewachsen, aber trotzdem gut sei. Während Erfurt seinerseits betont, dass man Kammlott auf Wunsch von RB, den man inhaltlich teile, nicht einsetzen werde.

Ganz ohne schriftliche Vereinbarung war man sich offenbar beidseitig, wenn man die verschiedenen Verlautbarungen zusammenzählt, bei den Transferverhandlungen einig, dass es sinnig sei, wenn Kammlott im direkten Duell nicht auflaufe. Das hinterlässt einen leicht faden Beigeschmack, denn es würde dazu führen, dass Erfurt in informeller ‚Absprache‘ mit RB nicht die beste Mannschaft auflaufen lässt und nicht Walter Kogler das letzte Wort über die Aufstellung hat. Unschön, ganz egal, wie es zu diesem Ergebnis kam. Letztlich hätte Carsten Kammlott der einzige sein sollen, der eine entsprechende Entscheidung trifft, wenn er sie für nötig hält. Ansonsten gilt nämlich, dass Kammlott einen neuen alten Club hat und natürlich für diesen gegen wen auch immer spielen und sogar jubeln können dürfen muss.

Eine besondere Ebene bekommt die Partie auch dadurch, dass sie auf Heimseite seit Monaten per Flyer zum „Spiel der Gegensätze“, zu „Leidenschaft gegen Berechnung“ oder „Tradition gegen Kalkulation“ hochstilisiert wird. Wenn man bei den Verantwortlichen zwischen den Zeilen las, dann galt ihr Hauptaugenmerk aber weniger dem letzten, ideologisch aufgeladenen Gefecht um den wahren Fußball, als vielmehr dem Interesse das Stadion vollzukriegen und dazu noch ein paar exklusive Trikots zu verkaufen. Sprich, im Normalfall äußert man sich in Bezug auf RB Leipzig in Erfurt auf offizieller Ebene relativ entspannt, ohne natürlich darauf zu verzichten, die eigene Vereinskonstruktion als die bessere anzusehen. Und nutzt die Partie gegen den geographischen Nachbarn über die Aktivierung der Antipathien der eigenen Anhänger gegenüber RB trotzdem zur nachvollziehbaren Aufbeserung des Inhalts der leeren Vereinskassen.

Diesbezüglich, im Befüllen der Erfurter Kassen, ist RB Leipzig sowieso ein absoluter Vorzeigeverein. Carsten Kammlott einst für eine höhere sechsstellige Summe gekauft (gängige Zahlengerüchte schätzen irgendwas zwischen 500.000 und 800.000 Euro) und nun für irgendwas bei Null wieder zurückgegeben. Der Deal hat sich mehr als gelohnt und spült(e) zusammen mit der anstehenden Partie, zu der auch etwa 1.500 Gästefans anreisen werden, handgeschätzt eine knappe Million in die Clubkassen. Ansehnliche Bilanz. Böse Zungen behaupten, dass Erfurt ohne RB schon pleite gewesen wäre. Ob das wohl schon als Synergieeffekt durchgeht?

Keine Aufbauhilfe sportlicher Art wollen derweil die RasenBallsportler leisten. Und entsprechend auch nach zwei Partien gegen die erste Mannschaft der Erfurter noch mit weißer Weste dastehen. Gegenüber dem Duisburg-Spiel sind für diese Aufgabe im Kader keine Änderungen zu erwarten. Kaiser von der Zehn auf die Acht zurückzuziehen, wäre ein Option, die aber nach seinem sehr guten Auftritt in Duisburg eher überraschend käme. Sodass wohl maximal auf der Bank Änderungen zu erwarten sind. Wo zum Beispiel Hoheneder für eine weitere Offensivkraft (Luge oder Thomalla) oder Linksverteidiger Anthony Jung weichen könnte. Wenn man davon ausgeht, dass Sebastian als Allrounder gesetzt ist.

  • FC Rot-Weiß Erfurt: Klewin – Odak, Kleineheismann, Laurito, Czichos – Strangl, Pfingsten-Reddig, Engelhardt, Göbel (Drazan) – Nietfeld, Tunjic
  • RB Leipzig: Domaschke – Teigl, Willers, Franke, Heidinger – Demme, Ernst, Kimmich – Kaiser – Poulsen, Frahn

Für RB Leipzig wird es in der Partie in Erfurt darauf ankommen, gegen das kompakte Mittelfeld der Gastgeber ballsichere Lösungen mit Geschwindigkeit zu finden. Das wird sicher nicht anspruchslos, aber angesichts der zwei Niederlagen nach der Winterpause und angesichts des arg dünnen Kaders der Erfurter (auf der Bank werden letztlich fast nur Nachwuchsspieler Platz nehmen) kann das Ziel eigentlich nur lauten, mit drei Punkten nach Hause zu fahren. Da wird ein mit mehr als 10.000 Besuchern gefülltes Stadion lautstark (zumindest der Erfurter Teil) etwas dagegenhaben (das letzte Mal, dass in Erfurt mehr als 10.000 Zuschauer bei einem Ligaspiel waren, war Anfang 2011 beim Derby gegen Jena; insgesamt kamen in fünfeinhalb Jahren dritter Liga bisher sechsmal mehr als 10.000 Zuschauer, viermal gegen Jena, je einmal gegen Dresden und Rostock), aber das kennt man inzwischen und sollte nicht die entscheidende Rolle spielen.

Fazit: Aus Leipziger Perspektive eine nicht unwichtige Partie für die Tabelle (in der Darmstadt bis auf einen Punkt an RB herangerückt ist), für den weiteren Saisonverlauf und für das eigene Ego. Die Partie in Duisburg hat zwar trotz Niederlage in Bezug auf letzteres aufgrund der eigenen Leistung gut getan. Nach drohenden drei Niederlagen am Stück sähe dies aber sicherlich wieder ein wenig anders aus..

[Wer das Spiel von RB Leipzig beim FC Rot-Weiß Erfurt nicht vor Ort verfolgen kann und am 08.02.2014, ab 14.00 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und das Fanradio oder den MDR-Livestream [broken Link] oder die Übertragung im MDR-Fernsehen.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. FC Rot-Weiß Erfurt

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig beim FC Rot-Weiß Erfurt mit Alexander Zorniger und Sebastian Heidinger.

14.02

Es wird für RB Leipzig das dritte Spiel in der Ostfremde. Das Spiel in Halle dürfte noch in guter Erinnerung sein. Das Spiel in Chemnitz eher weniger. Mal sehen, was das Spiel in Erfurt bringen wird. Bis dahin wünsche ich erst einmal eine schöne Restwoche. Gehabt euch wohl und viel Spaß mit dem Spiel in Erfurt.

14.00

So, das war es hier von der Pressekonferenz. Zorniger mit ein paar Spitzen gegen die DFL-Spitze. Dazu viel gesund klingender Fokus auf Erfurt und auch ein wenig spürbare Vorfreude beim Kapitän Frahn. Hinsichtlich des Eier-Trinkspiels war es aber enttäuschend.

13.58

Zorniger jetzt erstmal zur Personalsituation: Jung ist heute nach Wadenverletzung erstmals gelaufen. Wird wohl nicht dabei sein. Palacios Martinez hatte gestern Magenkrämpfe und wird gecheckt. André Luge falle wohl wegen Knieproblemen auch aus und wird heut ins MRT geschickt. Sumusalo hatte eine Überlastungsreaktion im Sprunggelenk und ist auch noch nicht fit.

Zu Erfurt: “Derby.” “Eine richtig gute Mannschaft. Sehr sympathischer und guter Trainer.” Viele junge, aber auch gestandene Spieler. “Erfurt gehört weiter zum Verfolgerfeld.” Atmosphäre wird gut sein. “Verlassen uns auf den Support unserer Fans.”

“Gibt wenig Grund, Änderungen vorzunehmen. In Duisburg haben die Jungs das gut gemacht. Wer das anders sieht, der argumentiert zu emotional und populistisch.” Defensiv seien einige Aktionen aber unglücklich gewesen und die Chancenverwertung schlecht. “Brauchen noch ein Tick mehr Überzeugung, solche Spiele auch gewinnen zu wollen. Da müssen wir dran arbeiten, auch die Spieler, die reinkommen.” “Jedes Spiel hat ein Knackpunkt und den musst du auf deine Seite ziehen.” „Diese Knackpunkte müssen wir wieder auf unsere Seite ziehen.“

Kimmich sei sehr selbstkritisch. Trotzdem habe Zorniger nach dem “Bock” in Duisburg vor dem 0:1 noch mal mit ihm gesprochen. Leistung in Duisburg von ihm sei abgesehen davon gut gewesen. “Junge geht in die richtige Richtung.”

Bezeichnet die kürzlichen Äußerungen von Rauball als “Schwachsinn”. (Der DFL-Boss hatte im Interview gemeint, dass RB nach zwei Niederlagen überlegen müsse, ob man auf dem richtigen Weg sei.)

Bezug auf die Erfurter Flyer-Aktion vom Spiel der Gegensätze: Sollen so viel wie möglich aktivieren, damit Stimmung in die Bude kommt. Solange es sportlich fair bleibt.. “Im Profifußball geht es überall um Geld.”

Mit den zwei Niederlagen zu Beginn fahre man eventuell etwas fokussierter nach Erfurt. Deswegen werde es durch die Ausgangssituation nicht schwerer. Spieler seien auf schwere Situationen vorbereitet. Sei auch nicht ungewöhnlich, wenn man mal zwei Spiele hintereinander verliert. Passiere auch beim Rauball-Club Dortmund. Die Situation werde nicht zu Verkrampfung führen.

Äußerungen von Rauball seien “populistisch”. Man versuche damit bei Fans Anklang zu finden und  später im Gespräch mit Rangnick kommen sie dann und meinen, dass es alles nicht so gemeint war. (Bezieht sich hier auf Äußerungen von Watzke, der zu RB Rasenschach sagte.)

13.44

Frahn: Kaiser auf der Zehn sei jemand, der nicht nur Zweikämpfe führen kann, sondern auch einen tollen Fuß habe. Auch Kimmich und Demme seien fußballerisch sehr gut. Mache es für die Stürmer einfach.

Dass Poulsen gerade Extraschichten schiebe, um den letzten Pass vor dem Tor zu verbessern, sei gut für das Team.

Frahn muss noch mal das Spielprinzip beschreiben für einen MDR-Beitrag. Irgendwas mit schnell, direkt und Pressing.. Aber weiter noch ohne Eier..

“Wenn alle mitmachen, ist das Pressing eine brutale Waffe.”

Zu Palacios Martinez: Am Ball ein sehr wendiger Stürmer, wo auch ein Frahn drauf achtet, um sich was abzugucken. Grundsätzlich seien beide aber zu unterschiedliche Stürmer, um sich direkt was abzugucken.

Zweisturmsystem vs. Dreisturmsystem: Zwei Stürmer seien für Frahn angenehmer, weil er dann mehr am Spiel teilnehme. Bei drei Stürmern sei er eher verantwortlich, durch seine Laufwege Platz für die Außenstürmer zu schaffen.

Frahn spricht zum Schluss von “Schwachstellen im System”. Na ob das dem Trainer gefällt.

13.36

Daniel Frahn zu Duisburg: “Haben sehr ordentlich gespielt. Hätten an einem besseren Tag von mir das Spiel gewinnen können oder müssen. Haben uns gute Chancen herausgespielt. Manchmal hat der letzte Pass nicht gepasst. Wenn wir so noch mal spielen, werden wir in Erfurt gewinnen.”

“Erfurt ist direkter Konkurrent von uns. Euphorisches Publikum. Müssen die Zweikämpfe annehmen. Wird ein spannendes Spiel.”

“Hab vom Kammlott-Deal aus der Zeitung erfahren. Interessiert uns nicht wirklich. Spielt er, ist es gut. Wenn nicht, dann auch.”

Die besondere Atmosphäre in Erfurt sei motivierend. “Freue mich auf solche Partien.” “Nicht geliebt zu werden” motiviere. Gehe darum, nach 90 Minuten vom Platz zu gehen und sagen zu können, dass wenn alle 18 zusammen halten, die gegnerischen Fans rufen können, was sie wollen, weil man die drei Punkte holt.

13.28

Gleich dann also der Kapitän hier am Mikro. Wer will, kann ja ein Trinkspiel machen und jedes mal, wenn das Wort “Eier” fällt, ein Getränk der Wahl zu sich nehmen.

13.24

Sonst noch so vor dem Spiel? 10.000 Zuschauer werden erwartet, 1.500 davon sollen aus Leipzig kommen. Erfurt spricht aktuell von 7.300 verkauften Tickets. Ob da die Gästetickets schon mitgezählt sind, ist offen, aber zu vermuten.

13.23

Gerüchten zufolge wird Erfurt trotzdem mit 11 Spielern auflaufen. Kogler zufolge wird man zudem nicht auf ddas gewohnte Zweisturmsystem verzichten.

13.22

Erfurt-Coach Walter Kogler sprach übrigens gerade drüben bei der Pressekonferenz in Erfurt davon, dass Carsten Kammlott nicht spielen werde, weil man die “Vereinbarung” einhalten werde. Damit ist vermutlich aber keine vertragliche, sondern die vieldiskutierte informelle Absprache gemeint.

13.17

Funfact am Rande: Noch kein Erfurter Spieler verfügt über Siegerfahrung gegen RB Leipzig. Was aber auch nicht erstaunt, ist es doch für fast alle erst das zweite Spiel gegen RB. Nur Rafael Czichos konnte schon mal ein Punkt gegen Leipzig ergattern. Den aber ausgerechnet beim 2:2 mit Wolfsburg II in Leipzig, als 2012 die Aufstiegsträume durch einen späten Gegentreffer platzten.

13.17

Zwei Tage also noch bis zum Spiel in Erfurt. Eine sportlich wichtige Partie, die wie eigentlich alle Spiele gegen die alteingesessenen NOFV-Clubs noch einmal besondere Brisanz erhält. Was sich auch im überdurchschnittlichen Zuschauerinteresse zeigt.

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4 Gedanken zu „Egotrip“

  1. Naja, Klewin, Möhwald, Nietfeld, Baumgarten und Göbel haben zumindest mit der Erfurter U19 mehrmals (2*Liga, einmal Freundschaftsspiel) gegen die RBL U19 gewonnen – starke Übernahmequote. jedenfalls.

  2. Hallo, „rotebrauseblogger“!
    Unter den Rubriken „Egotrip“ und „Kaderschmiede 2014 – Update 1“ habe ich mir aus der Ferne durch Deine detaillierte Berichterstattung als Chefstatistiker ein Bild machen können, wie es im Innern, genauer gesagt, in der Seele des Vereines aussieht, der möglichst schnell, trotz mancher unfreiwilliger Umleitung, nach oben weiterziehen möchte. Es soll Dir kein Schaum um den Mund geschmiert werden, doch solltest Du schon lange zum internen Kompetenzteam des RB-Clubs gehören, weil intensivere Einschätzungen der Leistungen aller Aktiven kaum noch möglich sind und dadurch auf Vorbereitungen und Auswertungen des Trainers zu den jeweiligen Treffen eigentlich entfallen könnten. Das ist ehrlich gemeint, weil auch darin manch nicht so ganz nachvollziehbare Entscheidungen von Dir benannt werden.
    Die finanziell und quantitativ hohen Wechselgeschichten haben, wie übrigens beim nächsten Gegner, Erfurt, auch, das bisher erfolgreiche spielerische Gleichgewicht mächtig ins Wanken gebracht, die eher als eine Investition (auf beiden Seiten) in die Zukunft zu deuten waren, statt sofort einwirken zu lassen. Erfurt braucht – im Gegensatz zum RB – die 2. Liga aus wirtschaftlichen Gründen allerdings viel wichtiger! Die dortige Leitung wiederholt alljährlich aber ihren Fehler, mit Spielerverkäufen in der Wintertransferperiode lieber ihre ständig klamme Kasse etwas aufzufüllen, statt mit aller Macht und Leidenschaft gemeinsam die sich bietende Möglichkeit endlich zu nutzen, aufzusteigen! Sie plant lieber weiter, erst mit dem Jubiläum im Jahr 2016 das erreichen zu wollen….

    Sehr sachlich hast Du den vorzeitigen „Kammlott-Wechsel“ erläutert, wobei nicht das nächste Spiel ohne ihn (egal, ob aus „vertraglichen Gründen“ oder aufgrund einer „informellen Vereinbarung“), sondern die Zukunft es zeigen wird, für welche Seite dieser Schritt sich günstiger auswirkt…..Frahns soeben gezeigtes Desinteresse bei der gerade laufenden Pressekonferenz ist natürlich unehrlich, ob sein Ex-Kumpel C.K. spielt oder nicht. Innerlich wird er schon andere Gedanken haben!
    Auch die derzeitig etwas undurchsichtige Geschichte um Eure an einer Hand abzuzählende Mitgliederschar sowie die angeblich gefährdete Lizenzierung werdet Ihr bestimmt noch ohne Abschürfungen in den Griff bekommen. Geärgert hat mich allerdings die auffällige Zurückhaltung zu diesem Thema durch die DFB- sowie DFL-Präsidenten, Niersbach und Rauball , anlässlich ihres erfolgten Besuches in der Leipziger Region.

    Zum Schluss noch eine Bemerkung, was mir nicht so sehr bei Deinen Auswertungen gefällt. Es ist das zu große „Eindringen in die entsprechenden Spielsysteme“! Jeder Zuschauer merkt doch selbst, ob auf Angriff oder eher (ergebnisbedingt) zurückhaltender gespielt werden muss. Das sollte, zumindest für die Allgemeinheit, die Du ständig informatorisch sehr gut bedienst, auch ausreichen, während der Trainer zu seinen Schützlingen natürlich intern noch mit mehr „Klartext“ zu sprechen hat. Auch das Erinnern an den folgenschweren „Aussetzer“ des jungen Kimmich sollte schnell der Vergangenheit angehören.

    Abschließend noch zwei Vermutungen meinerseits:
    Wenn der Trainer dem Luge noch etwas mehr Einsatzzeiten bescheren würde, wird dieser nicht nur der ewige Einwechselspieler, wie Röttger, bleiben……und bei der Aufzählung der Torhüternamen könnte bei der nächsten Gelegenheit bald ein neuer hinzukommen, der Klewin heißt und am kommenden Sonnabend woanders noch Tore verhindern möchte………Es wäre allerdings auch dann der 10. Keeper in der relativ kurzen RB-Geschichte!

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