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Timo Rost guckt vor und zurück

Die ersten Schritte in die Saisonvorbereitung haben RB Leipzig und so auch Timo Rost schon hinter sich gebracht. Leistungsdiagnostik hieß das dreitägige Zauberwort. Im österreichischen Thalgau. Da, wo sich Sportler, die zu weiten Teilen vom Gelde Red Bulls leben eben leistungsdiagnostizieren lassen. Nach dem ersten Trainings-Aufgalopp gibt es dann morgen bereits den ersten spielerischen Test. Und zwar beim SV Braunsbedra. Der feiert sein 100jähriges, unter anderem eben mit einem Freundschaftsspiel gegen den zweijährigen RB Leipzig [broken Link]. Vermutlich für den einen oder anderen eine gute Gelegenheit den neuen Kader von RB Leipzig, der hier im Blog in nächster Zeit sicherlich noch mal etwas ausführlicher Thema sein wird, mal aus der Nähe zu betrachten.

Die Zukunft einer neuen Saison hat also bereits begonnen. Und einer, dessen jüngere Vergangenheit mit nur vier Rückrundeneinsätzen, davon gerade mal zwei von Beginn an eher desaströs war, freut sich im heutigen BILD-Interview drauf. Timo Rost, früher so etwas wie der aggressive leader bei Energie Cottbus, bei RB Leipzig aber in seinen nun bereits anderthalb Jahren nur sehr selten ein entscheidender Faktor und somit von seinen Plänen mit RB noch mal in die Bundesliga aufzusteigen mehr als weit entfernt (betrachtet man die bald 33 Jahre, die ein Timo Rost bald zählt). Fit sehe er sich und schmerzfrei, was bedeute, dass er auch auf den Platz gehöre in Zukunft.

Womit wir wiederum bei der Vergangenheit wären, in der das mit dem Platz und dem drauf spielen ja eben nicht so war. Und so sind wir auch beim ehemaligen Trainer Tomas Oral mit dem Timo Rost offenbar nicht gerade eine Männerfreundschaft verbindet: Timo Rost guckt vor und zurück weiterlesen

Tomas Oral: Als richtiger Trainer zur falschen Zeit gescheitert

Ganz klar gesagt: die Verpflichtung Orals ist unter den gegebenen Bedingungen und Wünschen, also aus heutiger Sicht – gerade wenn man ihn mit allen anderen gehandelten Namen vergleicht – die optimale Entscheidung. Wenn man in absehbarer Zeit zu einer anderen Einschätzung kommen sollte, dann ändert das nichts an dieser Tatsache. (Schon wieder ein richtiger Trainer zur richtigen Zeit)

Ach lieber Tomas Oral: Gestern war ja Trainingsauftakt bei RB Leipzig. Vermutlich, so es Ihnen denn noch als Datum im Gedächtnis geblieben ist, noch einmal ein schmerzhafter Tag für Sie als ehemaligen Trainer, der dies sicherlich gern geblieben wäre. Vermutlich wissen Sie auch schon, dass mit Dieter Gudel gestern einer der letzten gegangen ist, mit denen Sie noch zusammengearbeitet haben. Neben Beiersdorfer, Linke und Gudel befinden Sie sich in einer sehr illustren Runde von Ex-Angestellten beziehungsweise Funktionsträgern bei RB Leipzig. Von daher sollte Sie Ihr eigener Abgang nicht über die Maßen schmerzen.

Obwohl ich zugeben muss, dass mir Ihre Vertragsnichtverlängerung im Gegensatz zu den anderen drei Personalien als einzige plausibel und sinnvoll erschien. Als Trainer eines Aufstiegsfavoriten, der 18 Punkte hinter dem Spitzenreiter ins Ziel kommt, muss irgendetwas nicht richtig gelaufen sein. Als sportlich Verantwortlicher müssen Sie auch die sportliche Verantwortung tragen. Ein verlängerter Vertrag wäre dem nicht mal im Ansatz gerecht geworden.

Nur damit wir uns nicht falsch verstehen, lieber Tomas Oral, ich mochte es, mit welchem Herzblut Sie Ihre Aufgabe bei RB Leipzig angefangen und durchgehalten haben. Von der ersten bis zur letzten Minute Ihrer Leipziger Aktivitäten hatte man das Gefühl, dass Sie mit 100% bei der Sache sind. Gerade im letzten Drittel der Saison, als die sportlichen Ziele nicht mehr zu erreichen waren und Sie es als Person in verschiedensten, medialen Situationen und nicht zuletzt durch die Pacult-Gerüchte und später -Verpflichtung nicht übermäßig einfach hatten, blieben Sie mit Ihrem Fokus (fast) immer bei der Mannschaft und dem letzten, verbliebenen Ziel, dem Gewinn des Sachsen-Pokals. Ein Ziel, das Sie glücklicherweise erreichten und so wenigstens ein kleines, positives Ausrufezeichen unter die verkorkste Saison setzten. Tomas Oral: Als richtiger Trainer zur falschen Zeit gescheitert weiterlesen

RB Leipzig und die vielen Tiefen und wenigen Höhen

Nach den Zahlen und Fakten und folgt nun ein qualitativer Rückblick auf die Saison bei RB Leipzig (die Zeit der Rückblicke ist noch lang nicht vorbei, ist ja schließlich Sommerpause), die schon eine gefühlte Ewigkeit her zu sein scheint. Immerhin fand das Sachsenpokal-Finale ja auch schon vor drei Wochen statt..

Es war – man kann das nicht anders sagen – für RB auf vielen Ebenen eine denkwürdige, abwechslungsreiche Saison. Im administrativen Bereich fast noch mehr als im sportlichen. Vor der Saison hatten wohl viele – mich eingeschlossen – das Gefühl, das Regionalliga-Jahr könne gar nichts anderes als ein Selbstläufer werden. Als Lars Müller vor der Saison jedenfalls anmerkte, dass das Ziel von RB Leipzig sei, eine gute Saison zu spielen, er die Meisterschaft aber nicht als Pflicht ansehe, war ich ein wenig irritiert, weil ich alles andere als den Aufstieg für den Verein als eine Enttäuschung ansah.

Der Start in die Saison war dann weder gut, noch aufstiegsreif. Die drei Unentschieden zum Auftakt gegen die späteren Absteiger Türkiyemspor und Braunschweig II und gegen Hannovers Reserve waren der sofortige Bruch mit den großen sportlichen Ambitionen. Im Nachhinein sind es genau diese drei Spiele, die in den allermeisten Saisonanalyse immer wieder angeführt werden. Die Story geht dann so: Wir hatten eine gute Vorbereitung mit Topp-Auftritten gegen Schalke (knapp verloren) und Hertha (gewonnen) und dachten vielleicht, dass es zu einfach ginge und deshalb ging der Saisonstart in die Hose.

Ich persönlich halte das nicht für unplausibel, wenn auch eher eine aus der Not heraus geborene Erzählung. Ich persönlich glaube auch, dass der mit dem Fehlstart verbundene öffentliche Druck (Fans und Medien) und die allgemeine Häme durchaus ihren Teil dazu beitrugen, dass man bei RB Leipzig nie wieder so richtig unbelastet durch die Saison gehen konnte. Sofort hinterherlaufen zu müssen, vom Chemnitzer FC immer nur die Rücklichter zu sehen und immer unter dem Druck zu stehen, dass jeder Fehltritt den Rückstand und den öffentlichen Gegenwind größer werden lässt, weil man als großer Saison-Favorit nur etwas zu verlieren und wenig zu gewinnen hatte, das waren sicherlich wenig optimale Bedingungen, in denen sich das damalige Fehlen eines Sportdirektors am schmerzlichsten bemerkbar machte. Dass sich die Spieler dabei auch noch mit Randbedingungen, wie einem beschädigten Bus (in Braunschweig) herumschlagen musste, tat für den einen oder anderen Neuzugang sicherlich ein Übriges. RB Leipzig und die vielen Tiefen und wenigen Höhen weiterlesen

Wünsch dir was bei RB Leipzig

Ich wünsche dem Team jetzt im DFB-Pokal einen Bundesligisten oder Zweitligisten. (Tomas Oral nach dem Sachsenpokal-Sieg gegen den Chemnitzer FC, zitiert nach mdr.de [broken Link])

Das ist ein Wunsch, der leicht zu erfüllen ist und bereits aus den Regularien des DFB [broken Link] für seinen Pokalwettbewerb erwächst. Die besagen nämlich, dass alle Bundesligisten und die 14 bestplatzierten Zweitligisten (die Profis) in einen Topf kommen und alle anderen (die’Amateure‘, also die restlichen vier Zweitligisten, die vier bestplatzierten Drittligisten und die Landespokalsieger, zu denen RB Leipzig gehört) in den anderen Topf kommen. Man müsste schlussendlich bei 64 Mannschaften landen, die nun auf 32 Partien verteilt werden und zwar nach dem Losmotto ein Amateur- trifft auf ein Profiteam. Woraus resultiert, dass außer einem Erst- oder Zweitbundesligisten für RB Leipzig in Runde 1 eh niemand in Frage kommt.

Macht also 32 potenzielle Gegner: Wünsch dir was bei RB Leipzig weiterlesen

Keine Ruhe vor dem Sachsenpokal-Final-Sturm

Man sollte annehmen, dass sich derzeit alles nur noch um das morgige Sachsenpokal-Finale dreht. Aber wir wären hier ja nicht bei RB Leipzig, wenn dem so wäre. Und so darf Tomas Oral in einem sehr lesenswerten Interview mit LVZ-Online lang und breit und inklusive einiger typischer Oralscher Thesen (Rang 4 ist kein Misserfolg) Abschied nehmen vom Verein, bei dem er nur ein Jahr beschäftigt war. Das Sachsenpokal-Finale als Thema? Fehlanzeige. Hat die LVZ ja vielleicht auch nur rausgenommmen, um es demnächst noch mal extra zu bringen.

Währenddessen redet sich Sven Neuhaus öffentlich um Kopf und Kragen, wenn ihm denn nach seiner unehrenvollen Entlassung Vertragsnichtverlängerung überhaupt noch Kopf und Kragen geblieben wäre:

RB war der größte Fehler meines Lebens.

Soll Neuhaus laut BILD vom 30.05. gesagt haben. Ziehen wir Faktor X ab, den man bei der BILD immer abziehen muss, bleibt trotzdem ein unzufriedener Torwart, der vor zwei Jahren mit der Perspektive nach Leipzig gekommen ist, mit RB wieder zurück in den Profifußball aufzusteigen. Je nach Sichtweise auch mit der Perspektive, über das sportliche Karriereende im Verein zu bleiben. Auf jeden Fall nicht mit der Perspektive bereits in der Regionalliga geopfert zu werden und nun mit 32 Jahren Schwierigkeiten zu haben, noch einmal höherklassig unterzukommen. Ersetzt durch einen Torwart, der noch nicht öffentlich bekannt ist. Peter Pacult wird schon wissen. Hoffentlich. Die Unzufriedenheit von Sven Neuhaus ist trotzdem sehr gut nachvollziehbar. Keine Ruhe vor dem Sachsenpokal-Final-Sturm weiterlesen

RasenBallsport Leipzig vs. TSV Havelse 2:0

Das letzte Spiel von RasenBallsport Leipzig in der aktuellen Regionalliga-Saison wurde zu dem, was man vor dem Spiel schon erwarten durfte, zum meistenteils freundschaftlichen Sommerkick. Daran änderte auch die kampfeslustige Aufforderung der Gästeanhänger zum Spielbeginn (‚Nur noch neun‘ – 9 Tore und drei Punkte trennten sie vom Nichtabstiegsplatz) nichts. Passender Rahmen des Spiels, das dank Sachsenpokal-Finale nächsten Mittwoch für alle Beteiligten (Spieler und Zuschauer) zur Nebensache wurde, war die Freundschaftsspielkulisse von 1305 Zuschauern bei Beteiligung von 1o Gästefans, 4 davon im aktiven Support. Naja.

Auf dem Platz legten die RasenBallsportler los als hätte man nur 20 Minuten Zeit, um den Sieg sicher zu stellen. Angesichts der sportlichen Konstellation vor dem Spiel ließ man den Ball laufen und hatte in manchen Situationen sogar die Lockerheit hübsche Kombinationen anzubieten. Dass es nicht schon zur Halbzeit 2:0 oder 3:0 stand, lag an einer Mischung aus Inkonsequenz und Pech (zweimal Aluminium in Hälfte 1) beim Abschluss, war aber alles in allem mehr als verkraftbar. Mit ablaufender Spielzeit investierten die RasenBallsportler immer weniger in die Partie und hatten Glück, dass die zumindest sportlich abgestiegenen Gäste (mal sehen, ob die Finanzen anderer Klubs nicht Havelse doch wieder in die nächstjährige Regionalliga bringen) zeigten, warum sie da unten stehen stehen und diverse Großchancen frei vor dem gegnerischen Tor verdaddelten oder am gut aufgelegten Sven Neuhaus scheiterten.

Bemerkensmert am Spiel noch, dass Timo Rost mal wieder eine reichliche halbe Stunde mitspielen durfte. Durchaus gefällig, wie ich fand. Zusammen mit Benjamin Baier sorgte er dafür, dass die Doppelsechs Laas/ Geißler neu besetzt wurde. Man kann dies als Kennzeichen einer tiefen Bank interpretieren, die ohne Substanzverlust einen kompletten Mannschaftsteil ersetzen kann. Man kann dies aber auch als weiterhin nicht vorhandene Stammformation auf dieser Position intepretieren. Für letzteres spräche, dass mit Laas, Geißler, Rost, Baier, Sebastian, Rosin und Kläsener bereits sieben (!) Spieler den Sechser geben durften (falls ich keinen vergessen habe), ohne dass sich daraus über die Saison gesehen irgendetwas wie Konstanz ergeben hätte. Auf einer für den Spielfluss wesentlichen Position sicherlich suboptimal und recht bezeichnend für das sportlich insgesamt enttäuschende Regionalligajahr. RasenBallsport Leipzig vs. TSV Havelse 2:0 weiterlesen

Chemnitzer FC vs. RasenBallsport Leipzig 1:0

Viel Lärm um nichts. So könnte man den letzten Regionalliga-Auswärtsauftritt von RasenBallsport Leipzig beim Chemnitzer FC umschreiben. Deftiger formuliert würde es „große Klappe, nichts dahinter“ heißen. Aber hier soll nicht deftig formuliert werden, zumal dieses Aufeinandertreffen nur für eines der beteiligten Teams das Spiel des Jahres war. Das Spiel des Jahres der RasenBallsportler folgt erst noch im Sachsenpokal-Finale. Wieder gegen den Chemnitzer FC.

Im Vorfeld des Aufeinandertreffens von RasenBallsport Leipzig und dem Chemnitzer FC wurde viel gesprochen. Als Höhepunkt der Kampfansagen formulierte RasenBallsport-Coach Tomas Oral sinngemäß, dass der Chemnitzer FC, wenn er denn nach diesem Spiel den Aufstieg feiern wolle, auf Schützenhilfe des Halleschen FC hoffen müsse, da sein  Team auf keinen Fall verlieren werde. Doch daraus wurde wieder mal nichts.

Ich persönlich habe nichts gegen Kampfansagen. Solange man den sportlichen Respekt vor dem Gegner im Blick behält, gehört ein bisschen Verbalscharmützel zum Fußball dazu und peppt das Drumherum um die Spiele angenehm auf. Das macht definitiv mehr Spaß als das Dortmunder Prinzip, erst dann von der Meisterschaft zu reden, wenn man vier Spiele vor Schluss 10 Punkte Vorsprung hat. Ein wenig Demonstration des eigenen Selbstvertrauens beziehungsweise die Idee mit einem öffentlichen ‚wir wollen und werden die weghauen‘ in ein Spiel zu gehen statt mit einem ‚wir werden unser bestes geben und dann sehen was dabei raus kommt‘, kann ich eigentlich gut leiden. Demut vor der Spielklasse, in der man spielt und Respekt vor dem Gegner: ja. Übermäßige Zurückhaltung und bloß niemanden verbal verletzen wollen: nein. Selbsbewusstsein gehört zum sportlichen Teil des Fußballs tatsächlich dazu.

Problematisch wird das ganze nur, wenn das Selbstbewusstsein nicht so recht mit den eigenen Leistungen korrespondieren will. Auch gegen Chemnitz war dies bei den RasenBallsportlern wieder zu beobachten. Solides, kompaktes Spiel. Ansehnlich vielleicht noch bis zum Strafraum. Aber ohne Durchschlagskraft nach ganz vorn. Das funktioniert eventuell sogar noch, wenn man nicht gleich nach der Pause nach grobem Schnitzer in der Abwehr das 0:1 kassiert. Steht es lange 0:0 wird Chemnitz eventuell unruhig, weil sie wissen, dass sie gewinnen müssen. Eventuell ergibt sich dann sogar noch mal der Platz für einen lucky Punch. Durch die Führung retten die Chemnitzer das Spiel gegen ungefährliche RasenBallsportler eben über die Zeit und starten ihre größte Party der vergangenen Jahre. Chemnitzer FC vs. RasenBallsport Leipzig 1:0 weiterlesen

Timo Rost bei RB Leipzig im Schatten der Bank

Sieben Spielern bietet die Auswechselbank gewöhnlicherweise Platz. Am vergangenen Sonntag beim Spiel RB Leipzig gegen Hallescher FC fanden sich auf Leipziger Seite aber lediglich fünf Spieler auf der Bank ein. Aufgrund von Sperren und Verletzungen hatte sich der RB-Kader in Tagen zuvor erheblich dezimiert. Aus den Tiefen des einsatzfähigen Kaders fehlten am Samstag auf dem Feld oder auf der Bank lediglich Matthias Buszkowiak und Timo Rost.

Ersterer ist als 19jähriger in dieser Saison hauptsächlich für Nachwuchsmannschaften von RB Leipzig im Einsatz. Da er an diesem Wochenende als Spieler aber weder bei der U23, noch bei der U19 auftauchte, bleibt die Frage, warum er sich die sonntägliche Red Bull Arena nicht von innen angucken durfte.

Noch präsenter wird die Frage für Timo Rost. Der fühlt sich nach eigener, von der Wochenends-LVZ kolportierter Aussage nach auskurierter Verletzung fit und will spielen, schafft es aber noch nicht einmal auf die Bank. Nur zur Erinnerung: Timo Rost wurde im Winter 2009/2010 als Leader verpflichtet, gehört in Leipzig zu den Topverdienern und steht bei RB noch bis 2013 unter Vertrag. In der Hinrunde bestritt Timo Rost alle Spiele bis auf jene zwei nach einer Rot-Sperre. In der Rückrunde ging es für Timo Rost genauso weiter, wie in der Hinrunde. Allerdings nur bis zum zweiten Spiel, denn dann kam Holstein Kiel und die 1-5-Demontage. Und damit verbunden die Demontage des in diesem Spiel als Kapitän aufgelaufenen Rost, der nach 73 Minuten ausgewechselt wurde. Seinen Platz nahm dann im defensiven Mittelfeld Daniel Rosin ein. Das war ein deutliches Zeichen von Trainer Oral und Timo Rost damals entsprechend deutlich stinkig. Timo Rost bei RB Leipzig im Schatten der Bank weiterlesen

RasenBallsport Leipzig vs. Hallescher FC 2:0

Es ist in dieser Saison nie vorgekommen, dass ich ein Spiel von RasenBallsport Leipzig so unkonzentriert und mit halbem Auge verfolgt habe wie das gestrige. Was nicht nur am Spiel lag, aber auch. Meine Augen und mein Interesse widmeten sich mit erstaunlich hoher Häufigkeit dem Treiben oder Nichttreiben in den beiden Fansektoren. In Hälfte 1 kam ich mir vor wie beim Tennis. Von rechts nach links und wieder zurück und wieder hin wanderte mein Kopf. Wie ein Zuschauer in Boris Beckers besten Zeiten.

Während Fraktion rechts (von mir von der Haupttribüne aus gesehen), also Gast sich mit ihren vielleicht 700 Anhängern dem Erwarteten widmete, also dem was man in manchen Fankulturen so als Kritik empfindet, also der in unterschiedlicher Qualität der Rhetorik ausgedrückten Wut über Red Bull, Dietrich Mateschitz, den DFB, RB-Fans, kaputtgehenden Sport, Zensur und was auch immer ich noch verpasst haben mag, kam es mir auf Seiten von Fraktion links, also Heim gerade im Bereich des aktiven Supports erstaunlich leer und vergleichsweise verhalten vor. Halbzeit 2 bestärkte mich in meiner Wahrnehmung von Fraktion Heim derart, dass ich permanent verwundert Richtung links schielte (und deswegen rechts ein paar Anti-…-Transparente  verpasste) und mich fragte, ob sich die verschiedenen Fanfraktionen eventuell verstritten hätten und heute nicht zusammen supporten wollten. Fraktion Gast schloss sich mit zunehmender Spieldauer dem Schweigen weitestegehend an und so war es gegen Ende des Spiels, mal abgesehen vom 2:0, als noch einmal Fußballatmosphäre aufkam, erstaunlich ruhig im weiten Rund. Fraktion Haupttribüne verhielt sich währenddessen angepasst unauffällig.

Das alles passte als weitestgehend emotionsloses Ambiente insgesamt natürlich wunderbar zum weitestgehend emotionslosen Spiel. Ein Gast, der auch aufgrund seiner B-Mannschaft (die A-Mannschaft wurde fürs Landespokalfinale morgen geschont) nicht konnte. Also wirklich nicht konnte, wie sich anhand der dürftigen Ausbeute von zwei Halbchancen (eine knapp verpasste Flanke und ein abgefälschter Schuss) gegen die bekanntermaßen nicht übermäßig stabile RasenBallsport-Verteidigung deutlich zeigte. Und ein Heimteam, das offensichtlich nicht übermäßig wollte, es aber immerhin minimal besser machte als der Hallesche FC. Insbesondere Thiago Rockenbach zeigte in zwei, drei Szenen seine überragende Klasse am Ball. Freilich ohne dass dies von Erfolg gekrönt worden wäre. RasenBallsport Leipzig vs. Hallescher FC 2:0 weiterlesen

Siegen fürs Image

Siege sind unser größter Imagegewinn. (Dieter Gudel, Geschäftsführer bei RB Leipzig in  der Mitteldeutschen Zeitung vom 06.05.0211)

Das ist natürlich grundsätzlich richtig. Sportlicher Erfolg ist fürs Image, für das Verhältnis zu den Fans und für das Wachstum des Vereins die absolut zentrale Komponente. Wer keinen Erfolg hat, steht in der Öffentlichkeit in der Kritik und kriegt auf den Deckel – und damit meine ich noch nicht einmal die Attacken jenseits der Schmerzgrenze, wie man sie in letzter Zeit in Köln oder Frankfurt beobachten konnte. Trotzdem gibt es bei Fußballvereinen Komponenten jenseits des aktuellen Erfolgs, die man als Vereinsverantwortlicher nicht ignorieren sollte. Weswegen ich hoffe, dass man nach den Ereignissen der letzten Wochen mit dem Gipfelpunkt des Linke-Abgangs intern auch noch mehr zu besprechen hat, als die Forderung nach sportlichem Erfolg.

Nimmt man mal an, dass Profifußballvereine Wirtschaftsunternehmen plus x sind, dann ist im Sinne des Wirtschaftsunternehmens das, was derzeit in Bezug auf das Personal bei RB Leipzig und bei Red Bull passiert nachvollziehbar. Sportlicher Misserfolg ist gleichbedeutend mit Veränderungen in den Abläufen. Prozessoptimierung nennt man das Ganze wohl. Der Abgang von RB-Trainer Tomas Orals ist vor diesem Hintergrund zu verstehen. Da er einen Vertrag hatte, der sich nur bei Aufstieg verlängert hätte, war die Erfolgskontrolle bereits in seine Arbeitspapiere eingeschrieben. Sein Abgang ist also ein völlig normaler Vorgang, selbst wenn man den Faktor ‚plus x‘ mit einrechnet. Denn im Vereinsumfeld gab es nur wenige, die übermäßig viel Herzblut für Tomas Oral geopfert hätten.

Mit dem Abgang von Sportdirektor Thomas Linke sieht das Ganze schon anders aus. In Bezug auf seine Effizienz für den Proficlub RB Leipzig ließ sich nach nur 10 Wochen Arbeitszeit noch keinerlei Zeugnis ausstellen. Weswegen seine Demission, nachdem er alle Steine des Vereins angeschaut hatte und daran gehen wollte, die nicht so hübschen auszutauschen, schon für das Wirtschaftsunternehmen RB nicht so recht sinnig erscheint. Fatal wird das Ganze allerdings für das ‚plus x‘. Thomas Linke galt als so etwas wie die neue Hoffnung am RB-Fußballhimmel. Eine Mischung aus bekanntem Namen, sympathischen Auftreten und (so die Hoffnung) sportlicher Kompetenz. Jemand, der dem Verein auf längere Zeit ein Gesicht geben sollte, ein Gesicht mit leicht regionalem Hauch. Thomas Linke zu entlassen (Entschuldigung, zurücktreten zu lassen natürlich), bedeutet nach wie vor, das ‚plus x‘ zu vernachlässigen, während völlig unklar ist, ob sein Abgang positive Auswirkungen auf das Wirtschaftsunternehmen hat. Unter Aspekten der Prozessoptimierung also suboptimal. Siegen fürs Image weiterlesen