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Blogstöckchen: Länderspielpause

Das FCSBlog 2.0 hat geworfen, ein Blogstöckchen nämlich. Der Libero fing bereits und ich auch ich will nun die Chance ergreifen und den letzten Arbeitstag der Woche zum fangen und weiterwerfen nutzen. Auch wenn ich angesichts eines nicht unbedeutenden Pflichtspiels von RB Leipzig gar nicht unbedingt zur bemitleidenswerten Zielgruppe gehöre, die in der Länderspielpause von ihrem Verein getrennt werden. Nun denn..

Bislang bestes Spiel 2013/2014?

1.FC Heidenheim vs. RB Leipzig 0:2

Es deutete sich zwei Spiele zuvor in Osnabrück schon an, dass RB Leipzig einen Schritt nach vorn im erfolgreichen Ankommen in der dritten Liga gemacht hatte. In Heidenheim zog man dies auch dank der Mithilfe des erst 18jährigen Talents Joshua Kimmich 90 Minuten lang durch und ließ dem überlegenen Spitzenreiter (fast) keine Chance. Ein Sieg, an dem neben der notwendig sehr guten Einstellung vor allem die fußballerischen Komponenten beeindruckten. Ein Sieg, der auch dank des 90minütigen Einsatzes von etwa 400 mitgereisten Fans unheimlich viel Spaß machte. An dem Tag passte einfach von Glück über Stimmung bis hin zu Können alles zusammen.

Absolutes Langweilerspiel 2013/2014?

SV Elversberg vs. RB Leipzg 1:0

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Bekenntnisse

War nicht gestern irgendwas mit Nationalmannschaft? Ja? Dann passt es ja eventuell noch, hier und heute meine persönliche Lieblingsstelle im ganzen Lahm-Diskurs bekannt zu geben. Lahm himself wollte während einer der Pressekonferenzen vor dem letztwöchigen Österreich-Spiel nämlich folgendes erklärt wissen:

Ich werde nicht mehr über Trainer urteilen. Wenn der Bundestrainer das so will, werde ich mich daran halten.

Nun denn, bleibt von der ganzen Sache die eigentlich nicht ganz neue Erkenntnis, dass Lahm die Klaviatur der öffentlichen Kommunikation umfassend beherrscht. Was ihn manchem sympathisch, mir eher nicht macht. Durch die gezielt vorveröffentlichten Buchpassagen gilt Lahm jetzt als jemand, der seine Meinung sagt, wenn er es für richtig hält. Und dem Bundestrainer gibt er weiterhin das Gefühl, dass dieser der unumstrittene Chef vom Ganzen ist. Für Lahm sicherlich kein schlechtes Ergebnis der letzten reichlich zwei Diskurswochen.

Was auch noch zu einem anderen Thema führt, nämlich dem, dass es Philipp Lahm offenbar neben seiner Kritik an ehemaligen Trainer wichtig war, im Rahmen der BILD-Vorveröffentlichung zu klären, dass er ganz sicher NICHT schwul ist. Das ganze klingt zwar in seinen eigenen Worten nicht so extrem wie in der BILD-Titelschlagzeile vom 29.08.2011, die den eingängigen Titel „Schwulen-Gerüchte: Lahm wehrt sich!“ trug. Trotzdem wollte er mal klar stellen, dass die Gerüchte zu seinen sexuellen Präferenzen falsch seien und er seine Frau nicht nur zum Schein geehelicht habe. Eigentlich sei es ja egal und sowieso sei man schrecklich tolerant, aber trotzdem, dass bei der Google-Suche, gibt man in das Fenster Lahm und ein Leerzeichen ein, als erster Vorschlag schwul kommt, stört dann doch irgendwie.

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Auch flache Hierarchien haben ein Gesicht

Gestern war ja wieder mal Fußballfreundschaftsnationalmannschaftsabend. Und auch wenn ich in einer Analyse des Spiels eher der Einschätzung bei spielverlagerung.de folgen und mit ihnen behaupten würde, dass „Brasilien taktisch nicht auf der Höhe“ und das ganze deshalb ein „Pflichtergebnis für das deutsche Team“ war, darf man auch feststellen, dass es schlimmere Abendbeschäftigungen gibt, als Mario Götze beim Fußball spielen zuzugucken.

Doch das eigentlich nur nebenbei. Gestern bin ich nämlich auch noch über ein Interview mit Philipp Lahm in der letztwöchigen Sport BILD (04.08.2011)  gestolpert. Gefragt wurde er dort unter anderem auch, welche der beiden Versionen zum Ballack-Abgang denn der Wahrheit entspreche, die vom Bundestrainer oder die vom Ex-Kapitän. Geantwortet hat er auch:

Zu diesem Thema können sich nur die Beteiligten äußern. Dass ich aber dem Bundestrainer glaube und vertraue, ist selbstverständlich. Ich kann nur sagen, dass mir Herr Löw im Mai das Gleiche gesagt hat, wie er es nun in der Öffentlichkeit getan hat.

Ah ja. Heißt übersetzt, dass man erwarten würde, dass Lahm besser schweigt, dass er aber seinem Bundestrainer trotzdem noch mal seine Loyalität beweisen will und dafür auch im Subtext Michael Ballack eins reiwürgen darf.

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Wochen(end)splitter VII

Die Woche begann wie die alte endete, mit einer via Presse verbreiteten Ballackschen Breitseite gegen uns Jogi Löw. Der lüge, so übersetzte der versammelte Boulevard Michael Ballacks Aussagen in der Quintessenz durchaus richtig. Man darf vermittelnd feststellen, dass die Wahrheit wohl wie immer irgendwo in der Mitte liegt und die Löwsche Rhetorik durchaus dazu angetan sein kann, dass man in ihr die Hauptaussage verpasst. In dieser Wahrnehmung hätte Löw Ballack so schonend wie möglich sein Nationalmannschafts-Ende verkündet, immer mit Worten garniert, die seiner Kämpfernatur schmeicheln sollten. Ballack hörte auf die Kämpfernatur, Löw meinte Abschied. Guter Nährstoff für eine Topstory.

Ich bleibe dabei, dass ich das öffentliche Eintreten Ballacks für die eigene Wahrnehmung durchaus als wohltuend empfinde. Das Prinzip deutscher (Nationalmannschafts-)Profi-Fußball und Deutscher Fußballbund ist dermaßen als Familie mit dem väterlichen Theo Zwanziger vorneweg konzipiert, in der nur alles möglichst harmonisch verlaufen soll und Dissonanzen unter den Teppich gekehrt werden, dass eine eigene Meinung, die einen Fleck auf das weiße Hemd zaubert, inakzeptabel sein muss. Dass der verlorene Sohn nun via mittwochlicher Sport BILD von Theo Zwanziger aufgefordert wurde Buße zu tun, damit die Familie ihm verzeihe und ihm einen würdigen Abschied erlaube, mag man als tolle Geste interpretieren. Ich sehe es als typisch väterlichen Hochmut, der nicht verstehen will, dass eines der Kinder ein ganz grundsätzliches Problem im Verhalten der Familie ihm gegenüber empfindet. Der DFB und das Prinzip Löw haben Ballack verloren. Das ist für Ballack und seine Karriere letztlich tragischer als für die erstgenannten. Es spricht aber für Ballack, dass ihm das für den Moment offenbar völlig egal ist und er sich im aufrechten, emanzipierten Gang übt. Möge das letzte Wort in der Geschichte trotzdem gesprochen sein.

Das letzte Wort gesprochen wurde am Montag bei RB Leipzig [broken Link] auch zu den Gerüchten um eine Verpflichtung des Innenverteidigers Marcus Hoffmann vom SV Babelsberg 03. 150.000 plus Zuschlag bei RB-Aufstieg waren die handfesten Argumente, die die fastinsolventen Babelsberger überzeugten, einen ihrer besseren Spieler ziehen zu lassen. BILD sah sich deswegen am Mittwoch genötigt mit folgender Schlagzeile (den lokalen Sportteil) zu eröffnen: Wochen(end)splitter VII weiterlesen

Wochen(end)splitter VI

Es ist ja nun endgültig Sommerpause und ein wenig wird die fußballerische Lethargie dieser Zeit auch fühlbar. Nichtsdestotrotz war die Woche durchaus ereignisreich. Das fing bereits bei den Diskussionen an, ob nun der VfL Wolfsburg  für RB leipzig ein gutes DFB-Pokal-Los sei oder nicht. Während die LVZ in ihrer Online-Version am 11.06.2011 folgendermaßen titelte:

Ganz großes Los verpasst – RB Leipzig trifft im DFB-Pokal auf Wolfsburg

sah man das ganze bei der Mitteldeutschen Zeitung zwei Tage später so:

Traumlose für Dynamo und RB Leipzig

Nun ja, ich hatte es ja schon erwähnt, dass jeder das Los finden darf, wie er will. Und sicherlich bleibt es auch mit einwöchigem Abstand kein hochemotionales, aufgeputschtes Duell (wie es das Sachsenpokal-Finale gegen den Chemnitzer FC war). Trotzdem darf man ja mal auf dem Teppich bleiben und feststellen, dass ein Viertligist (!) einen Bundesligisten mit dessen schillerndem, ehemaligem Meistertrainer gezogen hat. Mir reicht das völlig aus, um das ganze sehr schick zu finden und alles andere wird sich dann Ende Juli zeigen. Auch, ob viertklassige Flügel mit erstklassigen Breitreifen mithalten können.

Weiter ging es zeitnah mit medialen Schlagzeilen. Am 15.06. titelte die Financial Times Deutschland [broken Link] so: Wochen(end)splitter VI weiterlesen