Bundesliga: VfL Wolfsburg vs. RB Leipzig 1:0

Der letzte Block vor der Winterpause ging für RB Leipzig mit dem Spiel beim VfL Wolfsburg los. Aufgrund von Verletzungsausfällen reiste RB mit wenig Kreativität im Mittelfeld an. Und verlor aufgrund der eigenen Harmlosigkeit nicht unverdient mit 0:1.

Neben Forsberg musste Ralf Rangnick auch auf Marcel Sabitzer, Kevin Kampl und Dayot Upamecano verzichten. Vor allem die ersten beiden zusätzlichen Ausfälle taten richtig weh. Entsprechend dünn wurde es in der kreativen Zentrale, wo mit Ilsanker, Laimer und Demme eher die Arbeiter gegen den Ball dominierten. Gespielt wurde in der oft genutzten 4-3-3-Formation, die mit einem Bruma auf der Zehn und einem Ilsanker auf der Sechs eher Richtung Raute geht.

Auf Wolfsburger Seite konnte Ginczek entgegen der Erwartungen doch mitwirken. Knoche ersetzte erwartungsgemäß den verletzten Tisserand. Mehmedi kam für Malli ins Spiel. Letztlich spielte es Wolfsburg ähnlich wie Leipzig in einer Art 4-3-3 mit einem Mehmedi auf der Zehn und einem Arnold auf der Sechs, also einer Art Raute.

Es war über 90 Minuten ein eher mühseliges Spiel. Wolfsburg setzte auf ein stabiles System, wie sie es auch schon in den letzten Wochen hatten, leistete sich aber im Gegensatz zu den letzten Spielen keine entscheidenden Patzer. Fokus der Bemühungen war, vor allem beim Spiel von hinten heraus keine Fehler zu machen. Was dann dazu führte, dass sich Innenverteidiger und Sechser den Ball hin- und herpassten, bis man einen Weg fand, die Kugel auf den Außenbahnen, wo beim VfL in dieser Saison der Fokus liegt, nach vorn zu befördern. So ein bisschen das Hertha-Prinzip der letzten beiden Jahre.

Von der Grundanlage her hatte der VfL viel Breite im Spiel. Immer wieder hatte man Situationen, in denen man es schaffte, den Ball Richtung Roussillon und William quer über das Spielfeld zu verlagern und RB so laufen zu lassen. Das sah in der Grundanlage gar nicht schlecht aus, war aber auch nicht wirklich effektiv, weil die RasenBallsportler genug Zeit hatten, in diesen Situation ihren Verbund einfach auf die andere Seite zu verschieben und dort wieder kompakt zu stehen, bevor Wolfsburg den Raum entscheidend bespielen konnte.

Der Fokus der Wolfsburger bestand aber sowieso darin, bei diesen Spielchen keine Ballverluste in der Spielfeldzentrale zu riskieren, weswegen die Idee durchaus aufging. Auf der anderen Seite versuchte man selbst, Ballverluste zu provozieren und auszunutzen. Wofür das nicht sonderlich pressingresistente Mittelfeld von RB durchaus anfällig war, sodass die Innenverteidigung einige Male Bälle in die Tiefe verteidigen musste. Wobei da Konaté und Orban diesmal erstaunlich wacklig aussahen. Ginczek hatte deswegen nach einer halben Stunde eine riesige Chance, die er aber links am Tor vorbeischoss.

Es war eine von zwei sehr guten Wolfsburger Möglichkeiten. An der ersten war auch Ginczek beteiligt, als er bei einem Abpraller aus Nahdistanz an Gulacsi scheiterte, nachdem Brooks vorher schon vom RB-Keeper gestoppt wurde. Zuvor hatten die Gäste einen Freistoß der Wolfsburger nicht aufmerksam verteidigt.

RB mühte sich auf der anderen Seite fast erfolglos um Torgefahr. Poulsen köpfte einer der wenigen guten Flanken früh im Spiel, als man noch dachte, dass das ein interessanter Nachmittag werden könnte, knapp am Tor vorbei. Später kam er nach einem Standard am langen Pfosten zum Abschluss, legte den Ball aber erneut am Tor vorbei.

Ein Tag zum Vergessen, nicht nur für Marcel Halstenberg. | GEPA Pictures - Sven Sonntag

Das 0:0 ging von der Spielanlage beider Mannschaften her zur Pause völlig ok, auch wenn Wolfsburg die etwas klareren Chancen hatte. Viel Fußball war das von beiden Seiten nicht. Rangnick reagierte in der Pause auf die Anfälligkeit für das VfL-Spiel in die Tiefe und stellte auf ein 5-3-2 um, in dem Orban in der Mitte der Innenverteidigung spielte und Ilsanker links und Konaté rechts daneben aufliefen.

Es brachte kurzfristig nicht viel, weil die Abstimmung zwischen Ilsanker und Orban bei einem weiteren langen Ball nicht gut war und Mehmedi den Ball deswegen aus sehr spitzem Winkel an den Außenpfosten knallte. Wobei Gulacsi die Kugel wohl gehabt hätte, wenn sie so gekommen wäre, dass sie ins Tor hätte gehen können.

Die ersten fünf Minuten nach der Pause waren letztlich die spielentscheidenden. Denn auf den Pfostentreffer von Mehmedi folgte eine guter Fernschuss von Demme, den Casteels an den Pfosten lenkte. Und kurz darauf dann schon die Führung der Gastgeber. Nach einer eigenen(!) Ecke vertändelte RB an der Außenlinie den Ball und von da ging es schnell in die Tiefe. Weghorst(?) konnte von Demme noch so abgedrängt werden, dass der aus spitzem Winkel an Gulacsi scheiterte. Aber den Abpraller schob Roussillon am langen Pfosten über die Linie, weil er schneller umgeschalten hatte als Lukas Klostermann, der einen Meter zu spät kam.

Es war in diesem Spiel gegen kämpferisch starke, aber fußballerisch limitierte Gastgeber der Worst Case, in Rückstand zu geraten. Zumal mit der RB-Mittelfeldbesetzung, die nicht nur nominell wenig Spielfreude ausstrahlte. Denn nun mussten die Gäste gegen die sehr lauf- und einsatzfreudigen Gastgeber anrennen und Lücken finden. Und dafür fand RB überhaupt keine Mittel. Gerade mal drei(!) Torschüsse gab man in den verbleibenden 40 Minuten überhaupt noch ab. Keiner davon war gefährlich. Bezeichnend für die RB-Bemühungen war der letzte Torschuss von Cunha ein paar Minuten vor dem Abpfiff  einer aus 35 Metern, der nur eine Chance auf ein Tor gehabt hätte, wenn man Casteels vorher die Augen verbunden und aus dem Tor geschoben hätte.

Der VfL Wolfsburg hatte seinerseits nach dem 1:0 keinen einzigen(!) Torabschluss mehr. Man verteidigte mit viel Engagment und ging den RasenBallsportlern dabei extrem auf den Sack. Aber viele gute Umschalt- und Kontermöglichkeiten ließ man ungenutzt, weil man zu ungenau spielte. Weghorst machte in vorderster Linie einen hervorragenden Job und lief den RB-Spielaufbau immer und immer wieder an (48! Sprints am Ende) und sicherte immer und immer wieder lange Bälle. Allein was dann von den Gastgebern daraus gemacht wurde, war ähnlich bemitleidenswert wie die Offensivversuche der RasenBallsportler.

Die mühten und mühten sich immer und immer wieder. Rangnick stellte ab der 70. Minute wieder auf Viererkette um und hatte am Ende vier Stürmer auf dem Platz. Saracchi für Halstenberg zu bringen, war nachvollziehbar, weil zuvor über die linke Seite die bestehenden Räume nicht konsequent genug bespielt wurden und man hoffen konnte, dass Saracchi da mit seiner Aggressivität noch mal was reißen könnte. Aber letztlich blieb es bei der Hoffnung, weil der Uruguayer sich in Sachen Präzision im negativen Sinne gut in die Mannschaft einpasste.

Es war letztlich ein wenig wie beim letzten Spiel in Wolfsburg, als RB extrem viele gute Spielsituationen und Räume auf den Außenbahnen hatte, aber daraus (bis auf ein Tor) null Torgefahr entwickelten. Ganz so krass war das in Bezug auf die Quantität der Situationen diesmal nicht, aber es lief in eine ähnliche Richtung, weil viele gute Situationen auf den Außenbahnen an Anspielen in die Mitte scheiterten. Und zwar nicht erst in der Mitte, sondern meist schon davor, weil irgendjemand seinen Körper in den Passversuch bekam. Was komplett fehlte, war eine Idee, wie man im Ballbesitz und ohne Umschalten aus guten Feldpositionen auch zu guten Abschlüssen (oder überhaupt Abschlüssen) kommt. Entsprechend verteidigte Wolfsburg in letzter Linie mit viel Physis (Brooks!) die Dinge über 90 Minuten humorlos runter.

Und so trudelte das Spiel so seinem Ende entgegen. RB fehlten Kreativität und Passgenauigkeit in der Spielfeldzentrale, um noch mal gefährlich zu werden (oder die Qualität, mal einen der vielen Standards reinzumachen). Entsprechend hingen die Stürmer auch in der Luft oder verzettelten sich in Ungenauigkeiten (weswegen man spätestens ab der 60. Minute das Gefühl hatte, dass doch irgendjemand mal den Timo Werner mit einer Auswechslung erlösen muss). Wolfsburg hatte auf der anderen Seite auch nicht viel Fußball zu bieten, überzeugte aber mit Aufwand und Kampf vollumfänglich und hatte dazu die Führung im Rücken.

Fazit: Beileibe kein schönes Fußballspiel. Die eine Mannschaft spielte auf Fehlervermeidung, Kampf, Defensive und Umschaltspiel. Die andere hätte auch gern auf Umschalten gespielt, kam aber gar nicht erst in entsprechende Situationen und verhedderte sich im Spiel mit dem Ball, für das die Formation einfach nicht genug Kreativität und Passsicherheit mitbrachte. Wolfsburg gewann die Partie am Ende verdient, weil man mehr in die Partie investiert hatte und im Spiel gegen den Ball aggressiver auftrat und weil RB einen Fehler zu viel machte, der eigentlich (aber was zählt im Sport schon eigentlich) nicht passieren darf. Eine Niederlage, die natürlich immer drin liegt, aber umso mehr weh tat, weil der Gegner fußballerisch auch keinen guten Tag hatte und weil die Offensivbemühungen der RasenBallsportler qualitativ doch etwas arg überschaubar waren.
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Randbemerkung 1: Nach zwölf Spielen RB Leipzig mit einem Punkt weniger als in der Vorsaison zum selben Zeitpunkt. Gegen dieselben Gegner wie im Vorjahr holte man bisher fünf Punkte mehr (wenn man den HSV durch Düsseldorf und Köln durch Nürnberg ersetzt).  Ein Sieg in Wolfsburg wäre gut gewesen für die Tabelle. Hätte man gegenüber Hoffenheim und Bayern noch mal einen guten Sprung machen können. Ist natürlich trotzdem nicht viel passiert, aber ein guter Start in die letzte Phase dieses Jahres sieht sicherlich anders aus.

Randbemerkung 2: Rund 1.900 RB-Fans mit in Wolfsburg. Rund 500 mehr als in der Vorsaison (damals zum ungünstigen Spieltermin unter der Woche um 18.30 Uhr). Insgesamt fuhren in dieser Saison bisher rund 10.200 Fans mit zu den sechs Auswärtsspielen, rund 5.700 weniger als noch in der Vorsaison zu den selben Auswärtsspielen. 5.000 fehlen dabei allein bei der Auswärtsfahrt nach Berlin.

Randbemerkung 3: Da sind die Serien dann gerissen. Sowohl jene der Spiele ohne Gegentor in der Bundesliga, als auch jene der Spiele ohne Niederlage. Fünfmal war RB am Stück ohne Gegentor geblieben. Ein Spiel fehlte um den Vereinsrekord von sechs Ligaspielen einzustellen. Zudem hätte Ralf Rangnick seinen Rekord von elf Spielen am Stück ohne Niederlage (aus seiner ersten Schalke-Zeit) einstellen können. Auch das ist durch, nachdem RB nach zehn Spielen in der Bundesliga mal wieder verlor. Nun ja, ist ja auch immer ganz gut, wenn so Serien reißen, dann muss man nicht immer wieder drauf starren oder drüber reden..

Randbemerkung 3: Interessant die Laufwerte in diesem Spiel, weil RB hier deutlich von Wolfsburg beherrscht wurde. Das hängt natürlich auch immer ein wenig an Spielanlagen und sagt nicht zwangsläufig etwas über Einstellung oder Fitness aus. Die deutliche Unterlegenheit im Sprintbereich darf trotzdem überraschen, weil diesbezüglich RB bisher eines der Topteams der Liga und immer konkurrenzfähig war. Muss man ein wenig im Auge behalten. Letzte Saison war in der Endphase vor Weihnachten auffällig, dass RB körperlich ganz schön einbrach. Mal sehen, wie das diese Saison so sein wird. Das Spiel in Wolfsburg lässt da noch keine endgültige Bewertung zu, auch wenn den RasenBallsportlern ein wenig die letzte Spritzigkeit und auch die Geschwindigkeit zu fehlen schien.

Randbemerkung 4: Über 50% Ballbesitz und vor allem in der zweiten Halbzeit gezwungen, das Spiel aus dem Ballbesitz heraus zu organisieren. Immer ein schlechtes Zeichen, wenn dann die Passquote auf unter 80% rutscht. Wenn du auf Umschalten setzt, dann ist es ok, weil dann das Spiel zwangsläufig ungenauer wird. Wenn du etwas aus dem Ballbesitz kreieren musst, dann ist es ungünstig, weil das dann bedeutet, dass du nicht genug Genauigkeit hast, um den Gegner auch mal zu zerspielen. Sah halt auf dem Platz entsprechend fahrig aus, was RB so versuchte..

Randbemerkung 5: Was natürlich auch damit zu tun hatte, dass mit Kampl, Forsberg und Sabitzer gleich eine ganze Latte an kreativen Kräften im Mittelfeld fehlte. Das ist halt bei RB Leipzig nicht wirklich aufzufangen (wie man schon in Glasgow gesehen hat). Laimer ist einfach kein Spieler für Ballbesitz, hat dafür aber andere Qualitäten. Bruma tauchte wieder viel zu oft ab und hatte einige schlechte Pässe im vordersten Drittel. Und Demme ist ohne Kreativkräfte um sich herum auch schnell am Ende seines immer willigen Lateins. So lange RB mit der Formation wie in Wolfsburg aus dem Spiel gegen den Ball heraus agieren kann, mag das ok sein. Wenn man aber selbst kreativ werden muss, dann fehlt es dann halt deutlich. Bleibt dann aus RB-Sicht nur zu hoffen, dass vor allem Kampl, aber auch Sabitzer schnell zurückkommen.

Randbemerkung 6: Gerade mal sieben Dribblingversuche, von denen nur drei glückten, werfen die Statistiken für RB Leipzig aus. Auch das ein Grund, warum man die Situation mit einem kompromisslos und mit viel Aufwand verteidigenden Gegner nicht knacken konnte. Kein Passspiel und keine Hilfe durch Einzelaktionen sind halt eine schlechte Mischung in Sachen Offensivgefahr.

Randbemerkung 7: 5:9 Torschüsse in 90 Minuten (wobei die fünf Wolfsburger Torschüsse zusammen gefährlicher waren als die Leipziger neun..). Das sind zusammen 14. Das sind ungefähr so viele wie im Schnitt ein Team pro Bundesligaspiel hat. Auch das beschreibt das Spiel in Wolfsburg in Sachen beiderseitiger fußballerischer Qualität und Offensivpower sehr gut.

Randbemerkung 8: Timo Werner mit einer unglücklichen Partie und wenig Gefahr beim Spiel in die Tiefe. Immer wieder in Räume auf der linken Seite gegangen, aber von da wenig Effizienz. Zwei Schüsse sammelte er diesmal. Insgesamt steht Werner diese Saison schon bei 49 Torschüssen, aus denen sechs Tore resultierten. Poulsen machte aus 26 Schüssen ebenfalls sechs Tore. Augustin brauchte für drei Tore auch nur 13 Schüsse. Cunha brauchte für ein Tor elf Schüsse (bei nur einem Tor ist die Statistik aber noch nicht so recht aussagekräftig). In Eins-gegen-Eins-Situationen steht Werner bei sechs gewonnenen Dribblings in 33(!) Versuchen. Poulsen steht bei sieben von 18, Augustin bei sechs von 16 und Cunha bei vier von acht.

Randbemerkung 9: Aktueller Stand bei RB Leipzig in Sachen Standards nach zwölf Bundesligaspielen: 41:30 Torabschlüsse nach ruhenden Bällen. Statistikoffiziell sind daraus 3:1 Tore gefallen. Defensiv steht RB seit dem Hannover-Spiel sehr sicher. Nach 3:13 Torschüssen nach Standard in den ersten drei Spielen stehen seitdem 38:17 Torschüsse in der Bundesliga nach ruhenden Bällen für RB. Gegen Wolfsburg machte man aus vielen ruhenden Bällen viel zu wenig. Gerade die 9:2 Ecken verpufften teilweise ohne Gefahr (insgesamt nur 2:1 Torabschlüsse nach Standard), weil sie kurz und ohne wirklichen Plan gespielt wurden. Zu allem Überfluss oder passend zur Ineffizienz des Standardspiels fiel dann auch noch das Gegentor nach einer eigenen Ecke..

Randbemerkung 10: Der Wolfsburger Gästeblock. Auf Augenhöhe mit Freiburg einer der unschönsten der (Bundesliga-)Republik. Vor allem im Stehplatzbereich. Wenn man dann noch auf die Idee kommt, Banner oben an die Zäune zu hängen und damit die ersten vier Reihen unnutzbar zu machen, wird es richtig eng und unangnehm. Der Reiseprofi baut in Wolfsburg vor und bucht sich einen Sitzplatz, um das Problem zu umgehen. Man darf halt nicht so doof sein, wie hier nicht genannt werdende Personen und beim Buchen nicht darauf achten, ob man sich ein Sitzplatz-Ticket für den Unter- oder für den passablen Oberrang holt (was aber letztlich der ungenannt bleibenden Person trotzdem einen vernünftigen Platz einbrachte)..

Randbemerkung 11: Berichte auch über sagen wir Unfrieden zwischen RB-Anhängern. Hab ich aber nichts zu beizutragen (weil nichts mitgekriegt), außer dass man auch in einem Fußballstadion nicht seine Kinderstube vergessen sollte.. Abgesehen davon ist sowas natürlich im Fall der Fälle und je nach Sache etwas, wo es eine Mischung aus Eigeninitiative und Vereinssupport als Reaktionen geben muss.

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Lichtblicke:

  • Peter Gulacsi: Hatte nicht viel zu tun, aber hielt, was zu halten war und bewahrte RB schon in der ersten Halbzeit auf hervorragende Art und Weise vor dem Rückstand. Beim Gegentreffer war er dann chancenlos.
  • Diego Demme: Kriegt ein Fleißbienchen, weil er wie immer hier und da unterwegs war und einiges versuchte. Aber man sah auch deutlich die Limitierungen in seinem Spiel, wenn er ohne die Unterstützung von Kampl oder Sabitzer agieren muss und neben sich Laimer und Ilsanker hat, die auch nicht gerade die kreativen Köpfe sind. Demme ist halt eher der Libero hinter kreativen Mittelfeldspielern, der da gut das Spiel steuert. Wenn er wie in Wolfsburg gezwungen ist, selbst den Ball als Achter zu schleppen und in die Räume zu gehen, in denen sonst Kampl ist, dann wird es schnell schwer für Demme, der trotzdem einen Treffer auf dem Fuß hatte. Aber Tore und Demme, das wird wohl keine Erfolgsgeschichte mehr.
  • Yussuf Poulsen: Mal wieder die Zweikampfmaschine von RB Leipzig. 44(!) direkte Duelle, wovon er 33(!) gewann. Aber er kämpfte sich da in vorderster Linie tot, ohne dass das irgendeinen größeren Effekt gehabt hätte, weil um ihn rum die Räume nicht gut genutzt wurden. Hatte in der ersten Halbzeit Pech bei zwei Torabschlüssen. Viel Aufwand, wenig Ertrag am Ende.

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Tor: 1:0 Roussillon (50.)

Aufstellung RB Leipzig: Gualcsi – Klostermann, Konaté, Orban (70. Augustin), Halstenberg (70. Saracchi) – Laimer (80. Cunha), Ilsanker, Demme – Poulsen, Bruma, Werner; Bank: Müller, Mukiele, Majetschak, Stierlin; Forsberg, Sabitzer, Kampl, Upamecano (alle verletzt oder angeschlagen), Mvogo

Aufstellung VfL Wolfsburg: Casteels – William, Knoche, Brooks, Roussillon – Gerhardt, Arnold, Rexhbecaj (87. Uduokhai) – Ginczek (72. Brekalo), Mehmedi (72. Steffen), Weghorst

Schiedsrichter: Tobias Stieler (Insgesamt kaum Fehler. Ein, zwei Zweikampfbewertungen aus Stadionsicht diskutabel, aber nichts was absurd gewesen wäre und in sich durchaus konsistent. Seltsam, dass er die zwei langen Behandlungspausen auf dem Platz zuließ (Weghorst und Knoche). Das war eher ungewöhnlich, wie lange die Mannschaften da auf dem Platz rumstehen mussten, ohne dass Stieler darauf gedrängt hätte, die Behandlung außerhalb des Spielfeldes fortzuführen. Ist ein Schiedsrichter, der mit seiner Art sicher etwas polarisiert. Aber er versucht, nah an den Spielern dran zu sein und diese immer wieder mit Worten und Gesten einzufangen, was mir persönlich gut gefällt (aber auch ein wenig die Tendenz hat too much zu sein). Hat lange mit gelben Karten für Foulspiele gewartet. Vielleicht eine Spur zu lang. Aber auch das ist eher Meckern im Detail.)

Gelbe Karten: Rexhbecaj | Orban (2.), Konaté (3.)

Zuschauer: 22.832 (davon 1.900 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, WOB-Bericht, Kicker-Bericht

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  • Torschüsse: 5 : 9
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 5 : 5
  • Schüsse auf das Tor: 3 : 4
  • gewonnene Zweikämpfe: 45,7% : 54,3%
  • Ballbesitz: 48,3% : 51,7%
  • Passquote: 73,4% : 75,5%
  • Laufstrecke: 116,6 km : 115,1 km
  • Sprints: 260 : 220
  • Intensive Läufe: 751 : 679
  • Fouls: 10 : 13
  • Ecken: 2 : 9
  • Abseits: 2 : 0
  • Meiste Torschüsse: Ginczek: 3 – Bruma: 3
  • Meiste Torschussvorlagen: Knoche, Arnold, Mehmedi: je 1 – Demme: 3
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Brooks, Rexhbecaj: je 66,7% – Poulsen: 75,0%
  • Meiste Ballkontakte: William: 87 – Demme: 89
  • Beste Passquote (mindestens 20 Pässe): Knoche: 86,7% – Konaté: 92,9%
  • Größte Laufstrecke: Gerhardt: 12,1 km – Demme: 11,9 km
  • Meiste Sprints: Weghorst: 48 – Klostermann: 29

Statistiken von bundesliga.de, whoscored.com

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Saisontorschützen: Werner, Poulsen – je 6; Augustin – 3; Sabitzer – 2; Forsberg, Orban, Kampl, Cunha, Klostermann – je 1

Saisonvorlagengeber: Werner – 4; Kampl, Forsberg – je 3; Sabitzer, Poulsen, Halstenberg, Demme – je 2; Laimer, Orban, Klostermann – je 1

Saisontorbeteiligungen (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Sabitzer – 6; Forsberg – 5; Kampl, Halstenberg – je 4; Saracchi, Mukiele, Upamecano, Konaté, Poulsen – je 3; Ilsanker, Gulacsi – je 2; Demme, Werner, Laimer, Klostermann, Cunha – je 1

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Bild: © GEPA pictures/ Sven Sonntag

3 Gedanken zu „Bundesliga: VfL Wolfsburg vs. RB Leipzig 1:0“

  1. Ein mäßiges Spiel zweier mittelmäßiger Teams wobei das eine halt nicht nach oben gehört und das andere nicht nach unten. Red Bull hat mal wieder gezeigt dass es mit Ballbesitz fast nichts anfangen kann.

  2. Bruma ist mir leider wieder negativ aufgefallen.
    Er erobert in einer Umschaltsituation z.b. den Ball relativ tief und braucht dann einfach zu lang um einen Pass zu spielen. Das wirkt ein bisschen so als ob ihm da der Mut fehlt. Andere Spieler sieht man da eher entweder gleich einen (nicht immer erfolgreichen) Pass spielen oder zumindest schnell auf einen Spieler zu spielen der vllt. eine gute Position hat um den tiefen Pass zu bringen. Bei Bruma sitzt man immer da und 2-3 Sekunden später ist die Situation vorbei und er spielt einen Sicherheitspass.
    Das erzeugt bei mir nachwievor einen vllt. zu negativen Gesamteindruck weil es immer so ein wenig heraussticht. Dabei ist seine Gesamtleistung vor allem durch seine Defensivarbeit vermutlich etwas besser geworden

  3. Gästeblock:
    Die 500 Steher sind schnell alle.
    Deswegen drängen sich dann unsere Supersupporter die „nur“ noch Sitzplatz buchen konnten auch in den Stehplatzbereich hinein.
    Was dann zu Gedrängel, Pöbeleleien u.s.w. führt.
    Wird halt nicht kontrolliert wer Zugang haben dürfte.
    Ein Lob an den Wolfsburger Ordnungsdienst der sehr zeitig reagierte und alle die wollten nach oben geschickt hat. Dort gab es vereinzelte Nörgler die dann Ihren Sitzpatz haben wollten, obwohl eh alle standen.
    Aber wer oben war hat definitiv mehr und besser gesehen als die unten Verbliebenen.
    Wo es dann aus Sicht vom Oberrangg sehr luftig war.
    Auch gut zu sehen unser „Schwarzer Block“.

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