Frohe Weihnachten

Schon das achte Weihnachtsfest steht an, seitdem es diesen Blog gibt. Das zweite in der Bundesliga. In der tabellarisch und sportlich für RB Leipzig so ein bisschen ein Ansatz von Normalität eingesetzt hat. Wobei das bei Platz 5 und Überwintern in Europa auch irgendwie komisch klingt. Aber die Besucherzahlen bei den letzten RB-Spielen verwiesen ja auch in die Richtung, dass man langsam in der Normalität ankommt und der erste Hype erstmal durch ist.

Es war ein aufregendes RB-Jahr mit der Vizemeisterschaft und der erstmaligen Teilnahme an der Champions League. Es war aber vor allem in den letzten vier Monaten auch ein extrem anstrengendes Jahr. Auch für mich als Blogger. Die permanenten englischen Wochen (wie kriegen das eigentlich Bayern-Fans Jahr für Jahr für Jahr hin?) gingen durchaus an den Rand dessen, was zeitlich überhaupt noch machbar ist.

Vor allem die Reisen unter der Woche sind dabei zu nennen. Nicht nur, aber besonders in der Champions League, wo der Reiseaufwand noch mal deutlich zunimmt. Nach Porto oder Monaco zu reisen, in der Nacht am Flughafen dann den Spielbericht und die Spielanalyse abreißen, um dann am Morgen um Sechs in den Flieger zurückzusteigen und nach der Ankunft gleich wieder mit dem Vorbericht auf das nächste Spiel und RBlive und nicht zu vergessen den Familiengeschichten weiterzumachen, das war durchaus ein ordentliches Pensum, bei dem man manchmal nicht mehr wusste, welcher Wochentag denn nun eigentlich auf dem Programm steht.

Mein persönliches Hauptproblem mit den vielen Spielen in Bezug auf den Blog war aber gar nicht so sehr die Belastung, sondern vor allem, dass in dem engen Rhythmus einiges an Themen unterging, die normalerweise in den letzten Jahren in den luftigen Wochen immer gingen. Statistische Auswertungen, vielleicht auch mal eine Auseinandersetzung mit Vereinsphilosophien oder Aussagen aus dem bundesdeutschen Fußballdiskurs.

Da blieb viel zu wenig Raum für und musste entsprechend in Ansätzen in den Presseupdates passieren, wo dann aber auch oft nicht genug Zeit und Raum war, sich mit manchen Dingen mehr im Detail auseinanderzusetzen. Mal ganz davon abgesehen, dass durch die permanenten Spiele auch ein wenig die Zeit fehlt, mal drei, vier Stunden damit zu verbringen, sich einfach zu einem Thema zu belesen. Viel findet dann halt unter dem Druck statt, dass akut was passiert, was meist auch kein guter Begleiter ist, um sich fundiert und möglichst kenntnisreich zu einem Thema zu äußern.

Mal sehen, wie das dann in der Zukunft weitergeht. Bis Mitte Februar gibt es ja erstmal keine Spiele unter der Woche. Je nach Abschneiden in der Europa League wird dann der Rest der Saison auch wieder sehr stressig oder etwas entspannter. Beides hat so seine Vor- und Nachteile (sportliche Abenteuer vs. mehr Zeit für Aufarbeitung).

Mit dem Blog geht es auf jeden Fall bis zum Sommer weiter. Dann steht wie jedes Jahr die familienintern zu klärende Frage an, welche Pläne es gibt und ob die Perspektiven, sich tagesaktuell um den RasenBallsport zu drehen, auch weiterhin positiv sind. Kann dann auch irgendwann mal soweit sein, dass ich vielleicht nicht mehr jedes Auswärtsspiel und jede Flugreise mitmache. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Zukunftsmusik ist auch die Frage an mich selbst, wie lange ich das mal jenseits der Wünsche der Familie noch betreiben möchte. Im Kern des Bloggens ist es immer noch das, was mir extrem viel Spaß macht. Aber das Rauschen der Bundesliga und ihres Umfelds, das ich ja drüben bei rblive.de auch aktiv mitkriege und mitgestalte, ist im Großen (Medien) wie im Kleinen (Online-Köpfe) auch nicht unbedingt was, was auf Dauer allzu gesund für die eigenen Nerven ist. Durch die Masse an Schlagzeileninformationsflut ist auch die Nische, die dieser Blog besetzt, wieder mal etwas kleiner geworden. Generell scheint eine angenehme und lesenswerte Blogosphäre in der Bundesliga eher auszusterben. Ein paar Podcast-Formate bleiben noch, aber dahinter wird es auch schon sehr dünn.

Auch bezüglich der eigenen Nische und der Positionierung darin bleibt immer die Frage, wo man vielleicht noch mal ein anderes Schlaglicht oder einen anderen Fokus setzt. Ist halt letztlich die Frage, wo man in einer auf Facebook-Formate spezialisierten Welt mit etwas (hihi) längeren Analyseformaten noch seinen Platz findet. Wo man also mit einem Nischenthema (RB Leipzig) in Nischenaufmachung (Blog mit längeren Beiträgen) auf Dauer überleben kann.

Apropos Überleben. Wer es wichtig findet, dass dieser Blog als Form der Ergänzung der klassischen, newsorientierten Print- und Onlineberichterstattung dauerhaft besteht, ist eingeladen, diesen Blog, in dem in knapp acht Jahren bereits mehr als 2.500 Artikel erschienen, finanziell zu unterstützen. Egal ob als rotebrauseblocker, als Amazon-Besteller, Spender, Flattrer oder oder. Wie das alles geht und warum man das machen sollte, steht im „Support your local rotebrauseblogger„-Artikel.

Wer über die Weihnachtszeit Schmökerstoff sucht, dem empfehle ich den Suchbutton oben rechts auf dieser Seite. Nachhören kann man sicherlich auch die letzten Folgen der Podcastreihe „Champagner statt Bier„. Drüben bei Youtube findet man die „Bis Dose leer„-Reihe, für die ich aber zuletzt von treuen Lesern Schimpfe bekommen habe (pff) und die viel zu unregelmäßig bestückt wird.

Lesenswert fanden die geneigten Blogleserinnen und Blogleser neben vielen anderen Dingen in diesem Jahr die Spielberichte zu den Partien in Dortmund im Februar und im DFB-Pokal gegen Bayern im Oktober (nur Krisentouristen unterwegs hier, ey). Die Kaderplanung fand im Juni auch viel Anklang. Und die Auseinandersetzungen um Emil Forsberg und das eher dörflich erscheinende Verhalten in Leipzig führten zu erheblichen Debatten, die sonst hier unter Blogbeiträgen nicht so wirklich üblich sind.

Vielen Dank an dieser Stelle an die auch dieses Jahr treue Leserschar, an viele Anmerkungen auf persönlichem oder digitalem Wege, für Schulterklopfen im Stadion oder nur verbales Schulterklopfen auf den Toiletten der Fußballarenen dieser Bundesligawelt. Sorry, wenn ich aus Zeitgründen (die durch RBLive noch mal wesentlich massiver geworden sind) nicht auf jeden Kommentar hier im Blog eingehe. Vielen Dank vor allem an die, die auf die eine oder andere Weise helfen, die wirtschaftliche Basis für diesen Blog zu gewährleisten. Ich schätze jeden einzelnen Euro, der in die Arbeit hier gesteckt wird, jede Spende, jede Amazon-Bestellung, die ihr sowieso tätigen wolltet und über das Blogbanner hier rechts (auf Desktop-Rechnern) tätigt. Ihr, die ihr an die wirtschaftlichen Grundlagen meines Tuns denkt, seid großartig.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein frohes Weihnachtsfest im Kreise der Lieben und einen guten Rutsch ins neue Jahr. In dem wir uns hoffentlich in alter Frische wiederlesen und hören und im Fall der Fälle auch sehen. Weiter geht es hier im Blog um den 04.01.2018 herum. Ein paar Analysen zur Vorrunde stehen noch aus. Das erste Testspiel findet bereits am 06.01.2018 wieder statt. Und am 13.01.2018 geht es ja auch mit der Bundesliga schon wieder weiter. Topspiel gegen Schalke. Durchaus ein wichtiges Spiel. Bis zum neuen Jahr bin ich aber erstmal raus. Lasst es euch gut gehen. Wir lesen uns 2018 wieder.

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Foto: Dirk Hofmeister
Foto: Dirk Hofmeister

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6 Gedanken zu „Frohe Weihnachten“

  1. Vielen Dank für diesen qualitätvollen Blog von dem ich keine Zeile verpasse! Ich hoffe wirklich, dass er uns noch lange begleiten wird und freue mich schon auf das nächste Jahr.

    Amazon-Bestellungen laufen weiterhin über das kleine Fenster hier rechts oben.

    Dir und Deiner Familie ein schönes Fest und einen guten Rutsch!

  2. Da war ich wohl gestern zu früh dran 😉

    Ja, so eine Dreifachbelastung geht auch an den Besten Blogger nicht spurlos vorbei.
    Danke für Alles!
    In dem Sinne, Alles Gute Euch, man liest sich 2018.

  3. DANKE , das ist das Beste, was man zu lesen bekommt! Geh uns bloß nicht verloren, es wäre eine zu große Lücke! FROHE WEIHNACHTEN und ein glückliches NEUES JAHR 2018

  4. Nun bin ich für frohe Weihnachten zu spät dran, aber ein gesundes neues Jahr wünsche ich vor allem dir RBB und deiner Familie, aber auch allen anderen Lesern.

    Hoffentlich bleibst du uns noch lange erhalten und fütterst uns mit allem, was man sonst nicht über und um RB Leipzig hört und dem, was man nur zwischen den Zeilen lesen kann.

    Auch ich werde dich im Rahmen meiner Möglichkeiten weiter unterstützen. Das ist mittlerweile eine Herzensangelegenheit geworden.

    Alles Gute für Euch im neuen Jahr! 🙂

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