Champions League: RB Leipzig vs. FC Porto 3:2

Dritter Spieltag in der Champions League. RB Leipzig empfing den FC Porto und wollte den ersten Dreier einfahren, um in der Gruppe G nicht zu sehr ins Hintertreffen zu geraten. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigte man eine überragende Leistung und verdiente sich einen 3:2-Sieg.

RB Leipzig hatte nach dem 3:2 in Dortmund dreimal gewechselt. Yussuf Poulsen und Bernardo nahmen auf der Bank Platz. Stefan Ilsanker stand mit seiner angebrochenen Zehe gar nicht im Kader. Lukas Klostermann, Willi Orban und Emil Forsberg kamen dafür in die Mannschaft. Forsberg und Bruma besetzten im 4-2-2-2 die offensiven Außenpositionen, wobei Forsberg zentraler als Bruma agierte. Marcel Sabitzer bildete zusammen mit Jean-Kevin Augustin die Doppelspitze.

Auf Seiten des FC Porto blieb überraschend Torwart Iker Casillas auf der Bank. Dafür stand Jose Sa im Kasten.  Ansonsten spielte das Team im 4-4-2 weitgehend so, wie man es erwarten konnte.

Erwartbar war auch, dass Porto den Fokus vor allem erstmal auf die Defensive legen und dann versuchen würde, über Marega, Brahimi und Aboubakar offensive Aktionen zu starten. Nicht ganz zu erwarten war, dass sich RB Leipig davon gar nicht beeindrucken ließ und die Gäste von der ersten Minute an mit viel Druck bespielte.

Champions League in Leipzig | Foto: Dirk Hofmeister

Dabei machte man in fast jeder Beziehung alles richtig. Man spielte ein solides Ballbesitzspiel über die Innenverteidiger, die immer wieder Wege fanden, den Ball über die Außen oder über die Mitte und Kampl und Keita in die gegnerische Hälfte zu tragen. Das ganze wurde mit viel Ruhe und Sicherheit gespielt, um dann in der gegnerischen Hälfte immer wieder Geschwindigkeit aufzunehmen und schnell in die Tiefe und in gute Abschlusssituationen zu kommen.

Passstafetten oder Dribblings. Es gab das volle Programm beim Erspielen von Chancen, ohne das von Porto irgendwas zu sehen war. Und vor allem waren Ballverluste im Gegenpressing (insbesondere durch Kampl und Keita) immer wieder sehr gut abgesichert, sodass man sich die Bälle sehr schnell zurückeroberte und die Gäste so auch nicht ihre Konter starten konnten.

Sehr hilfreich war natürlich auch das frühe 1:0 durch Willi Orban, der nach einem Fehler des Gästekeepers den Ball ins Tor schob. In diesem Spiel schon nach acht Minuten in Führung zu liegen, beruhigte zumindest die Nerven. In der ersten Viertelstunde spielte man eine nahezu perfekte Partie. 7:0 Torschüsse, 80 Prozent Ballbesitz, 85 Prozent angekommene Pässe. 4:0 Ecken. Es war die pure Dominanz, garniert noch mit einem phantastischen Trick des starken, aber manchmal auch etwas eigensinnigen Augustin, der an manchen Stellen das Anspiel auf den Mitspieler verpasste.

Völlig aus dem Nichts dann das 1:1. Ein langer Einwurf von der linken Seite. Zwei verlorene Kofpballduelle (Halstenberg, Orban) im Strafraum. Am langen Pfosten schiebt Aboubakar Klostermann ein bisschen weg und verschafft sich dadurch den einen Meter Platz, um sich zu drehen und den Ball aus fünf Metern zu versenken. Pech hat auch Gulacsi, dem der Ball knapp am Standbein vorbeirauscht, während er versucht nach unten zu kommen. Ein Reflex mit dem Bein wäre hier die erfolgsversprechendere Aktion gewesen.

An der RB-Dominanz änderte sich nichts. Weiter spielte man mit kontrollierter Offensive sicher nach vorn und erarbeitete sich Torschuss um Torschuss und Ecke um Ecke. Bereits kurz nach dem 1:1 hatte Sabitzer die Riesenchance zum 2:1. Mit dem wahrscheinlich schönsten Spielzug der Partie holte man sich nach 38 Minuten dann die völlig verdiente Führung. Von hinten wird der Ball über Upamecano, Keita und Halstenberg auf Forsberg gespielt. Der legt per Hacke auf Sabitzer und läuft in den Strafraum. Sabitzer täuscht einen Schuss aus 20 Metern an, um den Ball dann doch in den Lauf des Schweden zurückzulegen. Und Forsberg schiebt das Leder in die rechte Ecke. Viel perfekter lässt sich das nicht spielen.

Und kurz darauf steht es sogar 3:1. Klostermann hatte in der Mitte einen Querschläger nach vorn geköpft. Mit ein bisschen Glück springt der Ball dann in den Lauf von Augustin, der die Kugel auf ähnliche Weise wie Forsberg versenkt. 14:2 Torschüsse. 71 Prozent Ballbesitz. 83 Prozent angekommene Pässe. 7:0 Ecken. Das 3:1 spiegelte die Partie doch einigermaßen vernünfig wieder.

Peter Gulacsi ist nach dem 3:1 für RB Leipig in völliger Ekstase. | Foto: Dirk Hofmeister

Doch kurz vor der Pause kam die erneute kalte Dusche. Wieder per Standard. Ecke von rechts an den langen Pfosten. Dort steht Herrera völlig frei und köpft den Ball ins Gewühl in die Mitte. Innenverteidiger Marcano stochert den Ball dann mit dem langen Bein über die Linie.

3:2 schon zur Pause. Nach einer fast perfekten Halbzeit von RB Leipzig, in der man den Gegner, der meist gar nicht schlecht und mit viel Physis verteidigte, durch Ruhe im Aufbau, Geschwindigkeit in den Aktionen im vorderen Drittel, gute Pässe und sehr gutes Gegenpressing komplett zerspielte und das Spiel eigentlich schon hätte vorentscheiden müssen. Dass es ein enges Spiel blieb, lag daran, dass man zweimal bei Standardsituationen unaufmerksam war. Bitter angesichts des sonst überragenden Auftritts.

In der zweiten Hälfte wurde die Partie in jeder Hinsicht ausgeglichener. Beide Mannschaften begegneten sich jetzt ungefähr auf Augenhöhe. Porto musste sich angesichts des Rückstands auch ein wenig um die eigene Offensive bemühen und hatte wesentlich mehr Ballbesitz als noch vor der Pause. Brahimi tat sich dabei auf der linken Seite immer wieder mit guten Aktionen hervor und beschäftigte Lukas Klostermann sehr erheblich, wurde allerdings etwas überraschend auch bereits eine knappe Viertelstunde vor Ende der Partie ausgewechselt.

Bei RB Leipzig liefen die Dinge nun nicht mehr so flüssig. Manchmal fehlte es der Offensivreihe an Bewegung, um aus dem Ballbesitz heraus anspielbar zu sein. Immer mal wieder taten sich zwischen Offensivreihe und Rest des Teams ein paar zu große Lücken auf, sodass auch der Eindruck eines etwas wilden Spiels mit Phasen eines offenen Schlagabtauschs entstand.

Effekt des Spiels, dass nun RB Leipzig immer wieder auch gute Ballgewinne im Mittelfeld gegen aufrückende Portugiesen hatte und sich dadurch einige Male ganz gute Räume auftaten, die man im Umkehrspiel bespielen konnte. Aber im Gegensatz zur ersten Halbzeit blieb das Offensivspiel nun zu ungenau, sodass man selten in sehr gute Torabschlusssituationen kam. Bruma hatte nach einer reichlichen Stunde eine sehr gute Chance, aber sein Schuss nach überragender Keita-Vorarbeit wurde noch von der Linie gekratzt. Augustin hatte auch noch ein paar Abschlüsse mit unterschiedlicher Gefährlichkeit. Der eingewechselte Werner versuchte sich auch noch mal in ein bisschen zu viel Eigensinnigkeit. Aber insgesamt blieb das Offensivspiel eher fahrig und ineffektiv.

Porto auf der anderen Seite hatte zwar verstärkt den Ball und mühte sich um das Spiel, hatte aber gegen gut verteidigende RasenBallsportler kaum ein sinnvolles Mittel, um sich entscheidend vor das Gulacsi-Tor zu kombinieren. Ein paar Situationen waren im Ansatz gefährlich, weil man sich mal über die Außenbahn durchkombinierte und dadurch in der Mitte für Unordnung sorgte. Aber zu einem richtigen Torabschluss kam es nur sehr selten. Gerade mal fünf Torabschlussversuche bekam Porto in der zweiten Hälfte hin. Der gefährlichste war noch ein Kopfball von Marega kurz vor Schluss, der allerdings auch relativ deutlich vorbeiging.

Nach dem Spiel darf man einmal kurz durchpusten. | Foto: Dirk Hofmeister

Fazit: Insgesamt war es natürlich ein völlig verdienter Erfolg für RB Leipzig mit einer taktisch und fußballerisch überragenden ersten Halbzeit, die nur die zwei Schönheitsfehler der Standardgegentore hatte. In der zweiten Halbzeit ging es nicht mehr ganz so sicher und gut geordnet zu, aber es war bei allen Problemen im Offensivspiel und im Ausspielen von Konterchancen eine defensiv meist sehr geordnete und gut abgesicherte Hälfte. Entsprechend wurde zwar bis zum Ende gezittert, aber rein faktisch gab es gar nicht mehr so viele Chancen für die Gäste, die das Zittern erfordert hätten.

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Randbemerkung 1: Durch den Sieg ist RB Leipzig in der Champions League wieder voll im Geschäft und liegt vorerst in der Gruppe G auf Platz 2. Der würde für den Einzug in das Achtelfinale reichen. Wenn man den Beteiligten bei RB Leipzig zuhört, dann weiß man, dass das Überwintern in der Champions League ein klares Ziel ist. Dass Istanbul mit drei Siegen vorne weg ist, macht die Dinge diesbezüglich nicht einfacher. Denn das bedeutet nach aktuellem Stand, dass man Porto und Monaco hinter sich lassen muss, wenn man Zweiter werden will. Entsprechend wäre mindestens ein Punkt in zwei Wochen in Porto bzw. vier Punkte aus den Spielen in Porto und Monaco wichtig, um die direkten Duell mit den beiden Konkurrenten zu gewinnen. Wird keine einfache Aufgabe.

Randbemerkung 2: Vor dem Spiel eine Schweigeminute wegen vieler Toter bei Waldbränden in Portugal. Rund 40 Menschen kamen dabei nach letzten Meldungen ums Leben. Auch immer wieder ein bisschen beeindruckend, wenn in einem Stadion mit 40.000 Menschen für ein paar Momente absolute Stille einzieht und jeder kurz in sich geht.

Randbemerkung 3: Willi Orban holte sich gegen Porto die zweite gelbe Karte ab. Falls sich jemand so wie ich fragt, wann man denn in der Champions League gesperrt wird, dann können diejenigen erstmal beruhigt sein. Erst nach der dritten gelben Karte muss man aussetzen. Nach dem Viertelfinale werden die gelben Karten gelöscht.

Randbemerkung 4: Interessante Besetzung in der Offensive. Bruma und Forsberg erstmals zusammen auf dem Platz. Eine sehr offensive Besetzung der Zehnerpositionen. Jene Besetzung, die bisher für die wenigste Arbeit gegen den Ball stand (was man auf Brumas Seite manchmal auch merkte). Da Sabitzer derzeit wohl der Offensivspieler ist, auf den Hasenhüttl am wenigsten gern verzichtet, spielte der Sturm und saßen mal eben Werner und Poulsen auf der Bank. Kampl hat sich derweil ein bisschen überraschend zum zweiten Mal in Folge auf der Sechs breitgemacht, auf der ihn Hasenhüttl vor der Saison gar nicht gesehen hatte. Der Zehner Kampl, der kreative Keita, dazu Forsberg und Bruma. Mit viel mehr Offensivgeist und Klasse in Eins-gegen-Eins-Situationen kann man das RB-Mittelfeld aktuell wohl auch nicht besetzen.

Randbemerkung 5: Porto und Leipzig sind mit rund elf erfolgreichen Dribblings pro Spiel die Mannschaften, die in ihren Ligen diese Statistik dominieren. Im Spiel gegeneinander lag entsprechend auch (vor allem in der etwas wilderen zweiten Hälfte) ein größerer Fokus auf diesem Element des Spiels. Jeweils 16 erfolgreiche Dribblings verbuchten beide Teams. Keita und Forsberg waren die erfolgreichsten Spieler bei RB (je 6). Brahimi (8) war nicht unerwartet der Ballkünstler auf Seite der Portugiesen.

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Lichtblicke:

  • Marcel Sabitzer: Diesmal als zweite Spitze aufgestellt. Wieder extrem viel unterwegs und permanent anspielbereit. Acht Torschussvorbereitungen, darunter die großartige zum 2:1, als Sabitzer statt wild aus der Entfernung zu schießen auf Forsberg durchsteckt. Er ist nicht der spektakulärste Offensivspieler bei RB Leipzig, aber vielleicht der kompletteste, was das Spiel mit dem Ball und gegen den Ball und sowieso seine Mentalität angeht.
  • Emil Forsberg: Durfte sich gegen Dortmund erholen und war gegen Porto wieder die wichtige Offensivstütze. Viele Dribblings und vor allem viele erfolgreiche Dribblings. Durch diese Ballsicherheit konnte er immer wieder Räume öffnen. Schön zum 2:1 vollendet. In der zweiten Halbzeit nicht mehr ganz so auffällig, aber immer noch mit einer aktiven und ordentlichen Partie.
  • Naby Keita: Bei ihm erwartet man immer die spektakulären Offensivaktionen und vergisst dabei ein wenig, dass seine besondere Wichtigkeit vor allem auch aus seiner Rolle als ballsicherer Mann in der Mitte und als Balleroberer resultiert. Auch gegen Porto wieder mit vielen wichtigen Balleroberungen im Mittelfeld unterwegs. Niemand auf dem Spielfeld war darin besser als er und vor allem unterließ er dabei diesmal auch unnötige Foulspiele. Am Ball extrem sicher und mit guten Dribblings, ohne dabei in eine allzu gewagte Spielweise und bei ihm manchmal auch zu sehende Laxheit zu verfallen.

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Tore: 1:0 Orban (8.), 1:1 Aboubakar (18.), 2:1 Forsberg (38.), 3:1 Augustin (41.), 3:2 Marcano (44.)

Aufstellung RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Orban, Upamecano, Halstenberg – Keita, Kampl – Bruma (75. Werner), Forsberg (90. Bernardo) – Sabitzer, Augustin (76. Poulsen); Bank: Mvogo, Demme, Konate, Laimer; Nicht im Kader: Ilsanker (verletzt), Kaiser, Schmitz, Compper, Abouchabaka, Kühn (beide U17-WM)

Aufstellung FC Porto: Sa – Layun, Felipe, Marcano, Telles – Marega, D. Pereira, Oliveira (58. Oliver), Brahimi (76. Corona) – Herrera (81. Hernani), Aboubakar

Schiedsrichter: Paolo Tagliavento (Ließ gerade bei Kontakten und Schubsern mit Körper und Händen viel laufen. So auch vor dem 1:1 für Porto, als Aboubakar gegen Klostermann leicht schob. Die Linie hielt der Italiener über die gesamte Spielzeit aber sehr konsequent, von daher blieb er darin zumindest nachvollziehbar und konsistent. Insgesamt ein sicherer Spielleiter, der noch ein-, zweimal mehr zu einer gelben Karte hätte greifen können. Unter anderem gegen Herrera, den Tagliavento wegen seines nervigen Stellens vor den Ball bei Freistoßentscheidungen früh ermahnte, um es ihm dann doch zwei, drei weitere Male durchgehen zu lassen. Vor dem 1:0 stellte sich die Frage nach Abseits, weil Orban bei Brumas Schuss im Abseits stand. Allerdings galt das zweite Spielen des Balls durch Portos Keeper als gezieltes Spielen des Balls, wodurch das Abseits wieder aufgehoben wurde. Von daher richtig, auf Tor zu entscheiden. Wenn Tagliavento dies auf die Schnelle so gesehen und nicht nur zufällig entschieden hat, dann Respekt. Wenn Tagliavento auch direkt gesehen hat, dass Augustin in der Szene, dem gegnerischen Keeper den Ball nicht aus der Hand geschlagen hat, dann noch mehr Respekt.)

Gelbe Karten: Orban (2.) – Brahimi, Oliveira

Zuschauer: 41.496 (davon 1.300 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht, FCP-Bericht, Kicker-Bericht

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  • Torschüsse: 22 : 9
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 13 : 5
  • Schüsse auf das Tor: 8 : 4
  • gewonnene Zweikämpfe: 51,0% : 49,0%
  • Ballbesitz: 60,6% : 39,4%
  • Passquote: 80,0% : 69,0%
  • Laufstrecke: 109,3 km : 105,3 km
  • Fouls: 8 : 14
  • Ecken: 7 : 2
  • Abseits: 0 : 2
  • Meiste Torschüsse: Augustin: 7 – Pereira, Oliveira, Marega, Aboubakar: je 2
  • Meiste Torschussvorlagen: Sabitzer: 8 – mehrere mit je 1
  • Meiste Ballkontakte: Keita: 110 – Telles: 64

Statistiken von kicker.de, whoscored.com, sofascore.com, uefa.com

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Saisontorschützen: Forsberg – 2; Augustin, Orban – je 1

Saisonvorlagengeber: Poulsen, Bruma, Sabitzer, Forsberg – je 1

Saisontorbeteiligungen (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Halstenberg – 2; Demme, Forsberg, Sabitzer, Gulacsi, Upamecano, Keita, Klostermann – je 1

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Bilder: Dirk Hofmeister

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15 Gedanken zu „Champions League: RB Leipzig vs. FC Porto 3:2“

  1. Bei den Lichtblicken könnte man noch ein paar hinzufügen:

    Augustin: Der Mann steht als Stürmer, genau da wo er auch stehen soll. Beim 1:0 und auch beim 3:1 hat er jeweils mit Fehlern von Torwart bzw. Abwehrspielern gerechnet und war zur Stelle. War leider in anderen Situationen zu eigensinnig, sonst wären noch mindestens 2 weitere RB-Tore gefallen.

    Kampl: Sensationell was der so in Zweikämpfen und auch im Spielaufbau leistete. Hat eine Unzahl von kniffligen Situationen gelöst bevor sie richtig gefährlich werden konnten. Ich verstehe nun, warum die Ralf(ph)s den unbedingt haben wollten.

    Werner: Zwar nur kurz im Einsatz, aber wie er von ganz vorne bis fast zum eigenen Strafraum zurückpreschte und den Ball eroberte war schon extrem stark. Und offensiv war er auch schon wieder fast der Alte. Ich freue mich extrem aufs Stuttgart-Spiel mit hoffentlich Werner in der Anfangs-Aufstellung.

    PS: Die Qual der Wahl in der RB-Offensive ist zur Zeit ganz gewaltig. Alle Kandidaten sind zur Zeit absolut überzeugend.

  2. Mich störten gestern 2 Sachen. Wobei .. eigentlich stören mich beide schon länger:

    1. Augustin:
    Soviel Eigensinnigkeit und Egoismus in Person mag ich einfach nicht. Da mag er noch soviel Tore schießen. Gestern reichte es für 1 Tor für Ihn bei min. 1 verhindertem Tor. Wahrscheinlich hätten 2-3 mehr Tore fallen können wenn .. ja wenn er mal abgeben würde.
    Mag ich nicht sowas. Sollte mal tief in sich gehen oder von den Verantwortlichen dahin gebracht werden.

    2. Gulasci:

    Abseits von theoretischen Durchschnittsnoten und anderen Zahlenspielereien… subjektiv[!] ist er mir zuviel Mittelmaß.

    Topteams sind Topteams weil auch der Torwart eben Top hält. Das tut er nicht.

    Ehrlicherweise kann ich mich an kein Spiel mit ihm erinnern, wo er quasi der beste Mann auf dem Platz war. So Spiele wo der Torwart eben 5 -6 oder mehr richtige gute Schüsse hält.

    Dagegen kann ich mich lebhaft an diverse Spiele erinnern wo der gegnerische Torwart sowas machte.

    Ist für mich ein Keeper wie zu meiner Schulzeit viele Mitschüler. Durchschnittsnote 3. Man lümmelt sich so durchs Leben ohne große Ausreißer nach unten oder oben. Mittelmaß halt.

    In Arbeitszeugnissen steht dann sowas wie „Er wurde den Anforderungen stets gerecht und erfüllte sie zur Zufriedenheit“. nicht weniger aber auch eben nicht mehr.

    ich finde .. als Torwart darf man ruhig auch mal 100%ige halten.

    Da sollte man dringen mehr Fokus drauf legen und hoffentlich bald mal mehr als Mittelmaß holen.

    1. Ich kann die Kritik am Torwart nicht verstehen. Er spielt völlig unaufgeregt und bringt damit die Ruhe in unser zuweilen sehr hektische Spielanlage. Gute Beobachter haben dagegen auch schon genügend Spiele gesehen, in denen er uns den Sieg sicherte( z.B. Leverkusen). Eine Niederlage die ihm anzulasten wäre, habe ich nicht beobachtet. Auch ich zittere in manch Situation, aber das Zittern geht immer auf ungeordnetes Verteidigen zurück. Ein Torwart kann nicht alle Abwehrfehler ausbügeln.Gulasci versucht es und sehr oft gelingt es ihm auch.

    2. Zu Gulasci

      Ist genau meine Meinung, kann man nicht besser beschreiben.

      Habe diesbezüglich schon länger Vorurteile, welche leider bei diesem Spiel bestätigt wurden.

      Warum der immer wieder verteidigt wird und von manchen Medien neuerdings sogar gehyped ist, will sich mir nicht erschließen. Man braucht doch nur mal einige andere Torhüter anschauen, die eben nicht so statisch auftreten und immer wieder mal was halten ohne „angeschossen“ zu werden …

  3. Kampl fand ich gestern stark. Subjektiv verdammt viel gelaufen. Kann mir jemand mal eine Webseite empfehlen, wo man diese Statistiken abrufen kann?

    Ansonsten: Ergebnis Top. Publikum und Stimmung sind zur CL irgendwie „anders“ kann das nicht so recht beschreiben – irgendwie verkrampfter/angespannter. Auch die Mitmachquote im B fand ich wieder nicht ganz so prickelnd. Provokant: Hängt’s am Ende doch mit dem Alk, bzw. nicht-Alk zusammen? Oder ist der Begriff „Champions League“ emotional so hoch aufgeladen, dass es am Ende „enttäuschend“ ist, dass sich auch da nur 11 gegen 11 mit ’nem Bal auf einem reichlichen halben Hektar Wiese treffen?

    LG Markus

    1. Für die Champions League kenne ich keine Seite, die individuelle Laufstatistiken auflisten würde. Für die Bundesliga findet man das bei bundesliga.de bei den jeweiligen Spielen in der Statistikabteilung. whoscored.com hat auch einiges an Statistiken zu den Spielen, aber eben keine Laufwerte.

    2. @ Markus
      Da muss ich dir beipflichten. Ich hatte das gesamte Spiel über den Eindruck, dass die Portugiesen durchweg gesungen und getrommelt haben, unser Sector B aber deutlich ruhiger und passiver war als zu BuLi Spielen. Reichlich Support-Pausen insgesamt. Wie gesagt, mein subjektiver Eindruck aber anscheinend bin ich nicht der einzige. Ob es an der veränderten Zusammensetzung der Sectoren zu den CL Spielen liegt?

    3. Danke – also bin ich doch nicht zu doof, Google zu bedienen. Obwohl ich mich diese einmal durchaus „gefreut“ hätte, wenn dem so gewesen wäre. 😉

      LG Markus

    4. Wenn Bundesliga sowas wie ein Besäufnis mit Kumpels ist, dann ist Champion’s League wahrscheinlich (noch) sowas wie das erste Date 😉

      Da ist man angespannter… mir gehts jedenfalls so. Wobei ich eher die Mitmachbereitschaft in den anderen Sektoren mitunter etwas „unausgeprägt“ finde. Bin selber öfter abseits von B im Stadion.

  4. Noch ein Aspekt, der mir in allen Kommentaren (auch außerhalb dieses Blogs) fehlte:
    Porto hatte zunächst einen recht guten Matchplan. Man schob die Abwehrkette enorm weit vor und sobald RB zurückspielen musste wurde nachgelegt. Bisweilen (vom A-Block aus perfekt zu sehen) war das ganze Spiel in einem Band von 15-20 Metern um die Mittellinie herum gestaucht.
    Hätte man sich nicht den Torwartschnitzer und Tor durch Abstauber eingefangen – ich glaube Porto wäre mit guter Disziplin deutlich länger ein Nerven kostender Gegner geworden. RB fand am gestrigen Abend genug Mittel um dennoch zu gewinnen, aber es wäre sicherlich weniger offen geworden.
    Durch das 1:0 schien Porto dann der Glaube an den Matchplan schnell verloren gegangen zu sein.

  5. Als erstes möchte ich mich dem Lob für Kampl anschließen. Als er verpflichtet wurde war ich zugegebenermaßen nicht besonders begeistert, aber mir fällt er immer mehr als äußerst agiler und präsenter Typ im Spiel von RB auf. Ganz stark was er hinten so alles wegsaugt und nach vorn wieder präzise ausspuckt.

    Und auch Augustin gefällt mir sehr gut mit seiner Wucht nach vorn. Und auch wenn ich jetzt ´nen 5er ins Phrasenschwein hauen muss: Ein Stürmer muss auch eigensinnig sein.
    Ich kann mich an Zeiten erinnern, an denen ich gebetet hab das mal einer auf´s Tor haut und nicht noch 3 mal „mannschaftsdienlich“ quer spielt.

    Die Kritik an Gulasci kann ich, auch wenn beim darüber nachdenken die Argumente fast populistisch erscheinen, nicht nachvollziehen. Der Typ wird sicher kein Kahn oder Neuer mehr werden, dennoch kann ich mich an so gut wie keine negative Situation mit ihm erinnern.

    Zur Stimmung im Stadion hab ich so meine eigenen Theorien, wobei ich mich im Ultra-Spektrum auch nicht wirklich auskenne. Auf mich wirkt das Ganze (ob BuLi oder CL) immer sehr verkrampft und das nervt mich bisweilen auch tierisch.
    Minutenlang werden durch die Capos irgendwelche Choreografien skandiert, welche träge durch den Block umgesetzt werden, was wahrscheinlich daran liegt, dass so Typen wie ich eben nicht die Hände in die Luft recken nur weil mir das einer mit Megaphon ins Ohr brüllt sondern weil es dazu einer gewissen Emotion bedarf, welche wiederum nicht aufkommt, wenn Stadiongesänge soviel Text haben dass nicht mal Helene Fischer sich alles merken könnte.
    Viele Gesänge ebben in ein verschämtes Murmeln ab, weil kein Mensch den ganzen Text kennt.
    Vielleicht sollten die Capos der Meute einfach mal etwas freien Lauf lassen und die Stimmung anheizen anstatt künstlich eine erschaffen zu wollen. Dazu bedarf es aus meiner Sicht einer gewissen Einfachheit. Ich vermisse minutenlanges „Alle Bullen sind Schweine …“
    Wie auch immer, vielleicht sollte das den Jungs mal jemand sagen. Vielleicht mach ich das auch irgendwann.

  6. Mein Lichtblick: Die offensiven Wechsel haben die unsichere Abwehr entlastet, ganz im Gegensatz zum Spiel beim BVB. Somit habe ich mal gar nichts zu meckern und bin heute in einer Woche mehr als gespannt auf den Mega-Pokal-Kracher, Stuttgart wird aber auch kein Spaziergang!

  7. Kann mich @Holle nur anschliessen, wenn es darum geht, daß Jika/Werner in bestimmten Situationen vor dem Tor nicht nochmal querlegen und selber den Abschluß suchen. Ja, es gäbe die Möglichkeit dazu, aber das sind Mittelstürmer, die müssen abschliessen! Das sie es können zeigen die Assistpunkte.

    Nun zum Blog und Spiel:
    In den Lichtblicken konnte nur Sabitzer als erstes auftauchen!
    Bis jetzt MotM/Hinrunde.
    Im Grunde der nächste Kandititat für die VVL.
    Die Form von Forsberg zeigt auch steil nach oben und bei Keita habe ich nicht eine Rot-Szene im Kopf.

    Nach dem 2:0 gestern Abend der Bayern habe ich mir die Wiederholung von Porto angeschaut. Im Stadion verpasst man ja einige Dinge, die man erst im TV erkennt, wie z.B. das Solo von Bruma in der 2. Hz als er gehalten wird und eben nicht fällt! Der Kontakt ist da und es gibt reichlich Spieler auf den Planeten, die da gefallen wären.
    Bester Spruch von WF: „Hier kann man nicht mal die Wiederholung schauen, weil man etwas verpasst!“ 😉

    Die Schiedrichterleistung war auch diesmal wieder Top!

    Ach ja, nur 5 Randbemerkungen???
    Ich hätte noch eine Kleine: Erstmals mussten wir nach der 1. Schleuse an den Kartenlesern anstehen! (Sektor A Süd) Da muss irgendwas schief gelaufen sein. (20:00 gekommen und 20:30 dann drin!) Der Security-Chef rief ständig: „Einlaßstopp!“
    Wenn ich daran denke, das gegen Besiktas auch noch nach Ausweis kontrolliert wird, dann gute Nacht.

    Weil es hier in den Kommentaren auftaucht bzw bei Twitter auch ein Thema war:
    Man merkt deutlich, wenn der Chef-Capo nicht da ist.
    Wenn ich sehe, daß das Team nach Fehlpässen von Pete, Upa und Klostermann verunsichert ist, dann braucht das Team Unterstützung von den 40k und nicht so ein Ego-Sing-Sang oder “ … nicht Lok, nicht BSG …“

  8. Ich kann die Kritik an Gulasci verstehen. Für mich kein Guter bisher. Beim 1. Gegentor wäre ein Coltori spätestens beim 2. Kopfball raus und hätte irgend einen Gegenspieler umgeholzt und den Ball geholt. Dass es garnicht zu dem Schuss von Abouchaka-whatever kommt.

    Beim 2. Gegentor eher machtlos, da hier für mich der IV pennt.

    Lichtblicke wurden hier schon alle genannt, für mich das totale Gegenteil ist Klostermann. Ich sitze Block 11 und hab genauen Blick drauf, wenn in Halbzeit 2 Porto auf unsere Seite anrennt. Was der sich hat (auch schon gegen Monaco) abkochen lassen auf der Seite geht gar nicht. Dämliches nebenher Gelaufe (wie Toljan gegen Bruma in Dortmund ungefähr) ohne mal irgendwas zu versuchen. Anstatt den Ball einfach rauszutreten, da wird versucht, dazwischen zuspitzeln und zack war der Gegenspieler durch. Ich dachte eigentlich dass Hasenhüttl am Ende noch Bernardo für Klostermann bringt und auch fast alle um mich herum waren enttäuscht als Forsberg gehen musste.

    Wenn man sich mal vorstellt wie ein Kimmich bei Bayern auf dieser Position spielt, bin ich arg enttäuscht.

    1. Ich finde es ja sehr fair, dass Lukas Klostermann nach seiner schweren Verletzung wieder Spielzeit bekommt. Aber muss das in so einem wichtigen Spiel sein? Oft kommt er zu spät, es fehlt an Spritzigkeit und Zug nach vorne. Warum Ilsanker mit gebrochenem Zeh oder Klostermann, der immer noch seiner alten Form hinterherläuft, gegenüber Bernado den Vorzug erhalten ist mir nicht schlüssig.

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