Bundesliga: Borussia Dortmund vs. RB Leipzig 2:3

Achter Spieltag der Bundesliga. Für RB Leipzig stand das Topspiel bei Borussia Dortmund auf dem Programm. Eine echte Herausforderung, schließlich ging es doch zum bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer. Nach spektakulären 90 Minuten wurde diese Serie aber nicht unverdient beendet.

Vor dem Spiel hatte Ralph Hasenhüttl die erstaunten Blicke mal wieder auf seiner Seite. Überraschen durfte vor allem, dass Diego Demme und Willi Orban nur auf der Bank platz- und dafür Stefan Ilsanker und Kevin Kampl die Plätze in Innenverteidigung und auf der Sechs einnahmen. Bei Orban war es die fehlende Geschwindigkeit, die laut Trainer den Ausschlag gab (auch eine überraschend deutliche Ansage), bei Kampl erhoffte er sich eine bessere Spieleröffnung in die Tiefe. Auch Forsberg blieb nach zwei schweren Länderspielen nur die Bank, sodass Bruma einen Einsatz in der Startelf bekam. Es sollten Akteure ran, die unter der Woche das Spielsystem im Training üben konnten. Das war beim Schweden nicht ausreichend der Fall.

Dortmund wechselte gegenüber dem schwachen, aber gewonnenen Spiel in Augsburg sechsmal durch. Zagadou, Toprak, Sahin, Götze, Castro und Philipp rein. Bartra, Weigl, Piszczek, Kagawa, Dahoud und Pulisic raus. Eine ordentliche Rotation, wobei das bei der Kadertiefe der Dortmunder mit nicht allzu großen Verlusten in der Qualität verbunden ist und auf manchen Positionen eh nicht klar ist, wer da jetzt gerade die 1A- oder die 1B-Lösung ist.

RB Leipzig ging im gewohnten 4-2-2-2 in die Partie. Dortmund auf der anderen Seite kam im ebenso gewohnten 4-1-2-2-1 daher.

Eine ruhige Startphase hatte die Partie nicht. Das lag vor allem daran, dass die RasenBallsportler in den ersten Minuten die Gastgeber zum Toreschießen einluden. Keita hatte direkt nach dem Anpfiff den ersten Fehlpass, nach dem Philipp in ganz guter Position noch gestört wurde.

Ilsanker machte ein paar Minuten später den nächsten Fehler und verlor den Ball an Aubameyang. Der konnte darauf hin allein auf Gulacsi zulaufen und ließ sich die Chancen nicht nehmen und schoss zum 1:0 ins lange Eck ein. Keine fünf Minuten gespielt. 0:1 hinten. Knapp 80.000 Dortmunder im Euphoriemodus. Viel schlimmer hätte die Partie aus Gästesicht gar nicht beginnen können.

Aber im Gegensatz zum Auswärtsspiel in Istanbul berappelte man sich sehr schnell von der nervösen Anfangsphase und fand direkt ins Spiel. Schon nach zehn Minuten stellte man wieder alles auf Anfang. Freistoß Kampl aus eigentlich nicht sonderlich gefährlicher Position. Kopfballablage Halstenberg. Und Kapitän Sabitzer legt die Kugel ins Netz, wobei Bürki dabei nicht gut aussieht.

RB Leipzig wirkte in dieser ersten Halbzeit über weite Strecken etwas reifer als die Dortmunder. Man hatte den Spielaufbau der Gastgeber gut im Griff und ließ es durch viel Aktivität gegen den Ball nicht zu, dass sich der BVB im Positionsspiel nach vorn schieben konnte. Keita unterstützte immer wieder die Stürmer indem er den Spielaufbau mit anlief, sodass Dortmund kaum Ruhe in die Aktionen bekam und entweder lange Bälle spielte oder sich mit Pässen in den Ketten der Leipziger verhedderte.

Entsprechend konnte RB eine Reihe guter Ballgewinne schon im Mittelfeld verbuchen und immer wieder in die freien Räume, die aus Dortmunds Positionierung auf dem Feld zwangsläufig entstehen, stoßen. Im Ansatz sah das sehr gut aus. Allerdings fehlte es auch einige Male (da machte sich das Fehlen von Werner durchaus bemerkbar) am direkten Zug zum Tor, sodass man sich zu oft auf die Außenbahnen abdrängen ließ und manche Aktionen dann doch verpufften.

Ein Abend voller positiver Emotionen, nicht nur für Ralph Hasenhüttl. | GEPA Pictures - Roger Petzsche

Schon nach acht Minuten war Augustin nach einer solchen Aktion frei vor Bürki aufgetaucht, aber noch gescheitert. Nach 25 Minuten war es dann aber Poulsen, der aus dem Spiel traf. Bruma hatte sich mit einem herausragenden Tempodribbling links gegen den etwas überforderten Toljan durchgesetzt und dann Bürki tunnelnd für den Dänen aufgelegt. Spiel binnen 20 Minuten gedreht. In Dortmund. Erstaunlich.

Bis zur 40. Minute war RB das (nicht über Ballbesitz, sondern über Arbeit gegen den Ball und Umkehrspiel) dominierende Team. Was aber nicht heißt, dass die Gastgeber chancenlos waren. Aubameyang hatte nach dem 1:1 noch mal genauso die Führung auf dem Fuß wie Sahin, der den Kasten nur knapp verfehlte.

In den letzten fünf Minuten zollte RB dann ein wenig der Arbeit der 40 Minuten zuvor Tribut und verteidigte nicht mehr ganz so aktiv. Was den BVB gleich die optische Dominanz und mal die Möglichkeit brachte, sich aus dem Ballbesitz in die gegnerische Hälfte zu spielen. Aber abgesehen von einer turbulenten Szene mit mehreren Abschlussversuchen kurz vor der Pause kam man auch nicht entscheidend durch.

Das Spiel der ersten Halbzeit war ein sehr unruhiges, das vor allem von der Intensität in den jeweiligen Umschaltsituationen lebte. Viel guten Ballbesitz hatte keines der beiden Teams. Bei Dortmund beschränkte es sich auf ein paar Pässe zwischen Bürki und den Innenverteidigern. Mehr gestatteten ihnen die RasenBallsportler nicht. Bei RB waren Ballstafetten nicht wirklich vorgesehen (was sich auch darin zeigt, dass Gulacsi kaum auf geordnete Spieleröffnung setzte und entsprechend auf nur vier Pässe zum eigenen Mitspieler kam), sondern ging es von vornherein darum, Bälle im Mittelfeld zu erobern und dann die Wege in die Tiefe zu suchen. Was bis auf den Ilsanker-Patzer vor dem 0:1 und abgesehen von einer Prise fehlendem Zug zum Tor auch ziemlich perfekt klappte.

Nach der Pause veränderte sich die Situation einige Male. Zuerst mal kam Demme für Keita, der für ein völlig überflüssiges Foul früh die gelbe Karte kassierte und wieder mal ein wenig am Platzverweis entlangschlitterte (sich aber in manchen Zweikämpfen wegen der gelben Karte auch recht clever verhielt). Dortmund brachte Weigl und Pulisic für Sahin und Toljan und stellte auf Dreierkette und noch mehr Offensivpower um.

Diese Umstellung hielt allerdings nur kurz. Denn schon zwei Minuten später foulte Sokratis ohne Chance auf den Ball Augustin im Strafraum, nachdem Bürki mit einer zu optimistischen Spieleröffnung Weigl in Bedrängnis brachte, der dann folgerichtig den Ball verlor. Logische Konsequenz des Fouls: Elfmeter und Platzverweis wegen Notbremse (weil kein Versuch den Ball zu spielen). Augustin nahm den Ball gleich selbst und versenkte ihn cool im Netz. 3:1. Ein Mann mehr. Das Spiel schien angesichts dessen, was man vor der Pause gesehen hatte, schon entschieden. Was auch ein ruhiger werdendes Publikum so zu sehen schien.

Vielleicht nicht unentscheidend für den Verlauf der weiteren Halbzeit, dass Dortmund nach dem Platzverweis nicht ins Risiko ging, sondern mit Bartra einen Defensivspieler für Philipp brachte. Auch wenn man in der Folge wieder eher mit Viererkette spielte fehlte Philipps Müllereske Unberechenbarkeit auf der linken Seite für den Rest des Spiels. Und der BVB hatte sein Wechselkontingent nun bereits erschöpft.

Der wilde Ritt ging weiter mit einem Platzverweis für Stefan Ilsanker, der sich binnen kurzer Zeit zwei gelbwürdige Fouls leistete und folgerichtig nach 56 Minuten zum Duschen ging. Etwas unglücklicher Auftritt des Österreichers. Im Gegensatz zu Bosz wählte Hasenhüttl, der scheinbar wieder Spaß an solchen Aufstellungsgeschichten gefunden hat, die No-risk-no-fun-Variante und wechselte nicht, was nahe gelegen hätte, einen Innenverteidiger ein, sondern wechselte gar nicht. Sabitzer(!) spielte nun erstmal Rechtsverteidiger und Bernardo rückte für Ilsanker in die Abwehrzentrale.

Mit dem Platzverweis waren Publikum und BVB aber wieder zurück im Spiel und drückte auf den Anschlusstreffer. Vor allem veränderte sich die Statik des Spiels durch das Zehn gegen Zehn nun komplett. RB fehlte in vorderster Linie ein Anläufer, da Poulsen nun tiefer spielte, sodass der BVB in den gewohnten, hohen Spielaufbau kam und auch die Mittelfeldakteure wie Weigl und Castro ins Spiel brachte. Was man in der ersten Hälfte fast gar nich gesehen hatte, sah man nun immer häufiger. Dass die BVB-Mittelfeldakteure mit dem Gesicht zum RB-Tor agieren konnten. In der ersten Hälfte waren sie meist damit beschäftigt, die Bälle mit dem Rücken zum RB-Tor zu verarbeiten. Wenn man etwas eigentlich lieber nicht haben will, dann dass ein Weigl mit drei, vier Metern Platz Anspielstationen suchen kann. Allerdings resultierte aus seinen Pässen meist auch kein Raumgewinn in der Tiefe, sondern vornehmlich in der Breite.

Trotzdem kam der BVB zum Anschlusstreffer, bei dem wieder mal Dayot Upamecano entscheidend mithalf, indem er im Zweikampf mit Aubameyang auf der Strafraumlinie zu ungeschickt agierte. Aytekin entschied zuerst auf Abseits, guckte sich die Szene dann aber noch mal am Monitor an und entschied auf Elfmeter. 64 Minuten gespielt. 2:3. Das Momentum schien sich wieder zu ändern.

Laimer kam nun in die Partie, für den der starke Augustin geopfert wurde. Laimer rückte auf die Position des Rechtsverteidigers, was er durchaus recht beeindruckend löste. Sabitzer ging wieder auf seine offensive Position rechts. Und Poulsen spielte nun den Alleinunterhalter in der Spitze.

Mit dieser veränderten Formation gelangen aber nun kaum noch Ballsicherungen in der gegnerischen Hälfte. Poulsen zweikämpfte wie eh und je um sein Leben, hatte dabei aber wenig Glück. Und so landeten viele Bälle fast als Befreiungsschläge wieder beim BVB, der so mit Ballbesitz die Gäste unter Dauerdruck setzte, während RB vor allem rund um den Strafraum das Verteidigen für sich entdeckte, sodass das Ganze nun eher zu einer Abwehrschlacht wurde, der die Nadelstiche in der Offensive aus der ersten Halbzeit fehlten. Was irgendwann auch einfach eine Kraftfrage war.

Interessant, dass RB in dieser Abwehrschlacht und etwas anderen Form der Verteidigung als noch in der ersten Hälfte auch wenig zuließ. Ein Kopfball von Yarmolenko schon kurz vor Schluss, eine verpasste Hereingabe, ein ungefährlicher Schuss von Castro. Es blieb lange beim Bemühen des BVB. Bis Aubameyang in der Nachspielzeit noch mal seinen Auftritt hatte und davon profitiert, dass der Ball unglücklich von Halstenberg vor seine Füße springt. Halstenberg versucht zu retten, was zu retten ist und ist nah an der Notbremse und der roten Karte, die er wohl nur vermeidet, weil Aubameyang sich trotz Haltens nicht fallen lässt. Doch dadurch stört er den BVB-Angreifer auch so, dass der nicht wirklich platziert abschließt. Gulacsi wehrt ab, allerdings Richtung Yarmolenko. Der den Ball volley im RB-Tor unterbringen will, aber die Kugel über das leere Tor jagt.

Kurz danach ist dann Schluss in diesem Fußballspiel, das in jedem Fall spektakulär und extrem nervenaufreibend war. Dem allerdings auch die letzte Klasse fehlte, weil beide Teams dazu zu viele Fehler und sich das Leben selbst schwer machten. Der Sieg von RB war insgesamt durchaus verdient, weil man vor allem in der ersten Halbzeit die Räume in der BVB-Defensive sehr gut bespielte und mit etwas mehr Zug zum Tor sogar noch mehr als die zwei Tore hätte schießen können.

Der Platzverweis von Ilsanker war dann so etwas wie der Gamechanger, der RB fast noch zwei der drei Punkte gekostet hätte. Weil die Gastgeber dann besser und ungestörter ihr Aufbauspiel über die Innenverteidiger und über Weigl aufbauen und so den Druck sukzessive erhöhen konnten. Ein Ausgleich wäre am Ende auch nicht unverdient gewesen, aber dafür fehlte es in vielen Aktionen auch etwas an Genauigkeit und vielleicht auch an einem wie Maximilian Philipp, dessen Laufwege ein Mario Götze, der dann immer wieder links in die Offensive aufrückte, nicht imitieren konnte. Entsprechend war der RB-Sieg vielleicht auch einer des risikoreicheren (Nicht-)Wechselns von Hasenhüttl nach Ilsankers Platzerweis über das risikoarme Wechseln von Bosz nach Sokratis‘ Platzverweis.

Fazit: Ein spektakuläres Spiel mit viel RB-Umschaltfußball in der ersten Halbzeit und viel BVB-Ballbesitzdominanz in der zweiten Halbzeit. Der Sieg der Gäste war nicht unverdient, weil der Matchplan 60 Minuten lang perfekt aufging und man sich danach mit viel Aufwand in eine Abwehrschlacht schmiss. Aus Dortmunder Sicht dürfte viel Unzufriedenheit über viele Ballverluste in der ersten Halbzeit und eine leichtfertig verspielte 1:0-Führung bleiben, weswegen man später erfolglos einem Rückstand hinterherrennen musste. In jedem Fall bleibt, dass dieses Spiel alles hatte, was ein Fußballspiel braucht, um Eindruck zu hinterlassen. Zumindest wenn man nicht per se klinisch sauberen Passmaschinenfußball erwartet.

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Randbemerkung 1:Im Vergleich zur Vorsaison RB Leipzig nach acht Spielen mit zwei Punkten weniger. Gegen dieselben Gegner wie 2016/2017 holte man in dieser Saison bisher drei Punkte mehr wie im Vorjahr. Mit zwei Punkten pro Spiel (und das bei fünf Auswärtsspielen und nur drei Heimspielen) liegt man nun schon wieder bei jenem ominösen Schnitt, mit dem man im Normalfall am Ende wieder in Europa landet. Mit Bayern und Dortmund liegen nur zwei Teams vor RB, die da von ihrer Kaderqualität her auch absolut hingehören. Wie schon mehrfach gesagt muss man erst mal zehn Spiele abwarten, bevor man sich ein Bild verschaffen kann, aber bisher läuft der Saisonstart (und ein Viertel der Saison ist ja schon wieder fast rum) sehr gut.

Randbemerkung 2: Etwa 3.000 RB-Fans mit beim Auswärtsspiel in Dortmund. Im Vergleich zur Vorsaison waren das vor allem wegen der Übergriffe damals rund 5.000 Leute weniger. Insgesamt waren es damit bisher rund 2.800 Fans weniger bei fünf Auswärtsspielen als gegen die selben Gegner im Vorjahr.

Randbemerkung 3: Wenn man vor der Saison auf den Kader von RB Leipzig geguckt hat, dann hat man mit Timo Werner und Naby Keita zwei Spieler mit ihrer Qualität (bzw. sie als Spielertypus) für absolut unersetzbar gehalten. Für Emil Forsberg galt das zumindest partiell, denn mit Bruma hatte man sich für die Position einen Ersatz geholt, von dem man sich zumindest eine Qualität erwarten konnte, die nur einen geringen Leistungsverlust mit sich bringt. Und dann fährt RB nach Dortmund und vom Trio Keita, Werner, Forsberg kommt nur einer für eine Halbzeit zum Einsatz und am Ende steht trotzdem ein Sieg. Schon bemerkenswert, wie gut bei RB der Kader in der Breite funktioniert, nachdem man letzte Saison noch mit einem sehr engen Kernkader und ohne Rotation durch die Spielzeit marschierte.

Randbemerkung 4: Timo Werner saß nach seinem Ausfall wegen Schwindelattacken immerhin auf der Bank, wurde aber nicht eingewechselt. Auch wenn das Spiel und die Räume in der Tiefe eigentlich wie für ihn gemacht waren. Ein bisschen blieb das Gefühl, dass man mal antesten wollte, wie Werner auf die Atmosphäre in einer großen, lauten (wenn auch nicht lange Istanbul-lauten) Arena reagiert, bevor man ihn wieder ins Spiel wirft. Mal gucken, ob er in den nächsten Heimspielen wieder auf dem Platz steht.

Randbemerkung 5: Es war ein großer Sieg. Nicht nur, weil RB erstmals in einem Auswärtsspiel ein Team schlug, das man zu Europas Topteams zählen muss. Sondern auch weil Dortmund seit zweieinhalb Jahren und über 40 Heimspielen in der Bundesliga unbesiegt geblieben war. Die Bayern waren es im April 2015, die ein knappes 1:0 in Dortmund holten. Irgendwo las ich, dass der BVB letztmals vor 20 Jahren in einem Bundesliga-Heimspiel so früh in einer Partie (also bis zur 49. Spielminute) drei Gegentreffer kassiert hatte. Schon Wahnsinn so eine Serie. Und Wahnsinn, sie zu beenden.

Randbemerkung 6: Man hatte schon vor dem Spiel das Gefühl, dass Trainer und Verein diesen großen Sieg herbeisehnten. Nach den beiden Niederlagen gegen Bayern letzte Saison oder auch in Dortmund oder auch in der Champions League in Istanbul wirkte Hasenhüttl jeweils besonders motiviert, diesen nächsten Schritt, auch gegen solche Teams und unter besonderer Atmosphäre zu bestehen, zu gehen. Nun in Dortmund sollte es soweit sein. Fast schon demonstrativ, wie auch die Vereinsführung sich mit auf dem Rasen präsentierte vor und nach dem Spiel. Auch für sie vermutlich eine besondere Genugtuung, gerade in Dortmund drei Punkte mitzunehmen..

Randbemerkung 7: Das Spiel stand im Vorfeld natürlich noch sehr unter dem Eindruck der Übergriffe auf RB-Fans beim letzten Spiel. Vor allem online schaukelten sich die Dinge vor dem Spiel auf nervige Art und Weise hoch und überlagerten die Vorfreude auf den sportlichen Schlagabtausch. Immer wieder Wahnsinn, was da so für Argumente getauscht werden und welche Banalitäten in Empörung verwandelt werden. Eine harmlose „RasenBallsport? Fußball!“ irgendwo beim BVB-Sponsor wird da gleich mal zu einer Art Gewaltaufruf. Der banale und richtige Hinweis der Polizei auf Demonstrationsrecht und Null-Toleranz-Strategie im Umgang mit Pöbeleien und Übergriffen als Reaktion auf das letzte Spiel wird auf der anderen Seite mit „Eskalalationsversuch“ gebrandmarkt. Und vieles mehr an Gedankenaustausch. Es ist seltsam, wie arg selbst schlaue Leute an dieser Spirale der Sinnlosigkeiten rund um ein solches Spiel mitdrehen.

Randbemerkung 8: Letztlich blieb es rund um das Spiel relativ ruhig. Weil die Polizei die RB-Fans vom Parkplatz zum Stadion begleitete. Weil die BVB-Fans sich bei einem Fanmarsch zentralisierten, während man beim letzten Spiel noch dezentral unterwegs war. Weil die restlichen RB-Fans sich inkognito zum Stadion bewegten. Und weil es wohl allgemein bei der beim letzten Mal noch recht aggressiven Masse (das Missverständnis besteht ja darin, die Vorkomnisse auf 200 Leute auf der Strobelallee und ein paar Banner zu reduzieren) ein größeres Bewusstsein gab, dass dieses Spiel unter besonderer Beobachtung stand.

Randbemerkung 9: Auf BVB-Fanseite im Stadion deutlich weniger Bannereinsatz als noch beim letzten Spiel. Das Zaunbanner „Die Wand der Schande grüßt die Schande der Liga“ hatte zumindest einen gewissen Witz („Wand der Schande“ wurde die Südtribüne nach den Bannern beim letzten Spiel irgendwo in der Presse getauft“). Ansonsten war es überschaubar.

Randbemerkung 10: Kritisch thematisiert wurde noch die Einladung des Dortmunder Oberbürgermeisters an RB-Fans, die beim letzten Spiel zu Schaden gekommen waren. Und ganz in der Art, wie man auf der Südtribüne teilnahmslos und unempathisch und sich selbst zum Opfer der Medien machend auf die Angriffe vor dem letzten Spiel reagiert hatte, setzte man auch diesmal die Opfer der Angriffe vor dem letzten Spiel auf einem Banner in Anführungszeichen. Ich werde es nie verstehen, dass eine Fankultur, die sich permanent Respekt und Verständnis für alles mögliche, was sie denken und tun, einfordert, nicht hinkriegt, auch mal ein klares Wort auszusprechen, wo es angebracht wäre..

Randbemerkung 11: Letztlich auch bezeichnend, dass es der Dortmunder Oberbürgermeister war, der ein Zeichen Richtung RB-Fans sendete und nicht die Dortmunder Vereinsführung, die vor dem Spiel komplett in Ruhe verharrte (und auch nicht mit der RB-Vereinsführung speisen wollte) oder die Dortmunder Fans. Aus Dortmund selbst kam in der Öffentlichkeit nur das bekannte und etwas kindische Spiel der Verweigerung gegenüber dem RB-Logo. Nun ja, setzt halt jeder seine Prioritäten selbst.

Randbemerkung 12: Schon nach dem letzten Spiel schrieb ich, dass man eine ungefähre Idee kriegt, was das Publikum für eine Wucht entfalten kann, wenn das Stadion mal komplett in Wallung kommt. Dass es aber ansonsten auch eine sehr normale Atmosphäre ist dafür, dass da 80.000 Leute drin sind. Gegen RB kam das Stadion zumindest phasenweise in Wallung. Streute zwischendurch aber auch Pfiffe der Unzufriedenheit ein. Ganz Gewagte verließen in durchaus nennenswerter Zahl das Stadion sogar deutlich vor dem Schlusspfiff, als sich andere noch die Fingernägel zerkauten. Irgendwie erstaunlich normal wie in anderen Stadien auch.

Randbemerkung 13: Acht von 14 in Dortmund eingesetzten RB-Spielern hatten eine Salzburger Vergangenheit (sieben kamen direkt; mit Kampl nahm einer den Umweg über Dortmund und Leverkusen). Sieben davon standen in der Startelf. Dass eine Salzburger Auswahl, also die, die immer die Champions League verpassten und dafür viel Häme und verbale Prügel bezogen, in der Bundesliga auf Platz 3 liegt und auswärts Borussia Dortmund schlägt, ist irgendwie auch eine seltsame Ironie der Fußballgeschichte..

Randbemerkung 14: Letzte Saison war RB Leipzig noch das absolute Frühstarter-Team, das vor allem in der ersten Viertelstunde bzw. den ersten Minuten einer Partie Tore erzielte und den Gegner überrannte. In dieser Saison ist die Viertelstunde zu Beginn noch so etwas wie ein schwarzes Loch. Das Sabitzer-Tor in Dortmund war (abgesehen vom Pokal in Dorfmerkingen) im zehnten Pflichtspiel das erste in der Startviertelstunde erzielte RB-Tor. Auch das weist darauf hin, dass man in dieser Saison oft andere Ansätze wählt bzw. wählen muss, als den Gegner einfach mit Geschwindigkeit zu überrollen.

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Lichtblicke:

  • Bruma: Ich schrieb es in den letzten Wochen schon mehrmals, dass Dribblings in dieser Saison noch mal  sehr viel stärker als in der letzten Saison zum Stilmittel des RB-Spiels gehören. Bruma steht als (zusammen mit Keita) Vorzeigedribbler sinnbildlich dafür. Auch gegen Dortmund war er wieder der Akteur mit den meisten erfolgreichen Dribblings auf dem Platz. Famos natürlich die Torvorbereitung zum 2:1. Aber auch sonst viel gearbeitet, Mitspieler gesucht, immer aktiv gewesen (auch defensiv). Sehr gute Partie, die es Hasenhüttl schwer macht, ihn künftig für Forsberg auf der Bank zu lassen. Am Ende fehlte ein wenig die Luft, aber das ging praktisch allen Spielern so.
  • Marcel Halstenberg: Sehr schwere Aufgabe gegen Yarmolenko und später auch gegen Pulisic. Löste das defensiv meist sehr gut und gewann viele Zweikämpfe oder stellte den Flügel zu. Und fand auch die Zeit, sich immer wieder in die Offensive einzuschalten und hatte dort ein paar gute Aktionen. Dazu natürlich die Torvorbereitung vor dem 1:1, als er beim Kopfball in der Luft stand wie einst Poulsen im DFB-Pokal gegen Aue.
  • Bernardo: Ähnlich gute Partie wie Halstenberg mit vor allem defensiv viel Stabilität. Wechselte nach Ilsankers Platzverweis in die Innenverteidigung und machte auch dort seinen Job gut, bevor er am Ende wieder nach rechts hinten rückte. Verlässlicher, solider Arbeiter, der damit stellvertretend für ganz viel Arbeit an diesem Tag in der Defensive stand.

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Tore: 1:0 Aubameyang (4.), 1:1 Sabitzer (10.), 1:2 Poulsen (25.), 1:3 Augustin (49./ FE), 2:3 Aubameyang (64./ FE)

Rote Karte: Sokratis (47./ Notbremse)

Gelb-Rote Karte: Ilsanker (56./ wiederholtes Foulspiel)

Aufstellung RB Leipzig: Gulacsi – Bernardo, Ilsanker, Upamecano, Halstenberg – Kampl, Keita (46. Demme) – Sabitzer (86. Orban), Bruma – Poulsen, Augustin (65. Laimer); Bank: Mvogo, Schmitz, Werner, Forsberg; Nicht im Kader: Klostermann (angeschlagen), Coltorti, Köhn, Kaiser, Compper, Palacios, Konaté, Abouchabaka, Kühn (beide U17-WM)

Aufstellung BVB: Bürki – Toljan (46. Pulisic), Sokratis, Toprak, Zagadou – Sahin (46. Weigl) – Castro, Götze – Yarmolenko, Philipp (51. Bartra) – Aubameyang

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Von seiner ganzen Körpersprache und seinem ganzen Auftreten her unheimlich souverän und ohne Scheu, die entsprechenden Entscheidungen zu treffen. Aus Stadionsicht gab es wenig zu diskutieren, außer einem Zweikampf gegen Bruma im BVB-Strafraum in der zweiten Halbzeit, bei dem sehr wenig bzw. gar kein Ball im Spiel war. Zudem hatte Bernardo ein bisschen Glück, dass er nicht auch die gelb-rote Karte sah. Absoluter Topschiedsrichter, der ein gewiss nicht unemotionales Spiel absolut unter Kontrolle hatte.)

Gelbe Karten: Bürki, Götze – Keita (3.), Bernardo (1.), Demme (1.)

Zuschauer: 80.100 (davon 3.000 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht, BVB-Bericht, Kicker-Bericht

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  • Torschüsse: 15 : 7
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 10 : 6
  • Schüsse auf das Tor: 8 : 6
  • gewonnene Zweikämpfe: 46,6% : 53,4%
  • Ballbesitz: 63,5% : 36,5%
  • Passquote: 84,2% : 70,8%
  • Laufstrecke: 113,5 km : 115,2 km
  • Sprints: 206 : 219
  • Intensive Läufe: 619 : 651
  • Fouls: 16 : 19
  • Ecken: 3 : 2
  • Abseits: 7 : 5
  • Meiste Torschüsse: Aubameyang: 5 – Augustin: 3
  • Meiste Torschussvorlagen: Castro: 5 – Kampl: 2
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Toprak: 76,5% – Bernardo: 73,7%
  • Meiste Ballkontakte: Toprak: 113 – Kampl: 55
  • Beste Passquote (mindestens 20 Pässe): Bartra: 95% – Bruma: 86%
  • Größte Laufstrecke: Castro: 12,0 km – Poulsen: 12,6 km
  • Meiste Sprints: Aubameyang, Yarmolenko: je 26 – Augustin: 29

Statistiken von bundesliga.de, whoscored.com

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Saisontorschützen: Werner – 5; Augustin – 3; Poulsen – 2; Orban, Bruma, Keita, Klostermann, Sabitzer – je 1

Saisonvorlagengeber: Augustin – 4; Sabitzer – 3; Halstenberg – 2; Forsberg, Kampl, Bernardo, Keita, Werner, Bruma – je 1

Saisontorbeteiligungen (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Demme – 4; Kampl, Sabitzer – je 3; Forsberg, Upamecano, Laimer, Halstenberg – je 2; Gulasci, Keita, Ilsanker, Klostermann, Bruma, Poulsen – je 1

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Bild: © GEPA pictures/ Roger Petzsche

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9 Gedanken zu „Bundesliga: Borussia Dortmund vs. RB Leipzig 2:3“

  1. Danke für Deine Ausführungen! 🙂 Ich gebe Dir recht: Wer das „RasenBallsport? Fußball!“-Banner beim Stadionnamenssponsor zu ernst nimmt, hat den Schuss nicht gehört. Auch im Februar war die Spitze gegen RB ganz anständig und jeder Gegner bekommt anständig sein Fett weg. Schön, dass Du das genau so siehst.
    Auch die Sache mit der Demonstrationsfreiheit: Auch wenn ich nicht sehe, was das bringen soll, den selbst gerufenen Teufel wieder los zu werden (Wer hat denn die Ligastatuten erstellt? – Zumal ja noch der BVB-Präsident selbst der DFL-Präsident und DFB-Vizepräsident ist.) Nun – Artikel 2 des GG lässt ja auch zu, sich selbst in der eigenen Lächerlichkeit zu entfalten. 😉

    Dein Beitragsfoto entstand doch unmittelbar nach Abpfiff und zeigt ja im Hintergrund ganz deutlich einen Kernteil der Süd, der schon sehr leer war. Ist ja wirklich lächerlich, dass diese Erfolgsfans was von Fankultur schwafeln wollen. Wenn dem so wäre, hätte ich mir Deine Randbemerkung 12 tatsächlich ein wenig schärfer „gewünscht“ (hoffe, Du weißt, wie ich das meine :-))

    Wenn jetzt noch für die Folgesaison – den Nichtabsteig halte och für RB nach wie vor realistisch 😉 – die Berichterstattung noch weniger über drohende Szenarien neben dem Signa-Iduna-Park berichtet, soll mir das recht sein. Und da sehe ich tatsächlich das Licht bei der Berichterstattung: Sie kam mir gestern in Summe deutlich unaufgeregter vor als ich es erwartet/befürchtet hatte.

    LG Markus

  2. Irgendwo las ich, dass der BVB letztmals vor 20 Jahren in einem Bundesliga-Heimspiel drei Gegentreffer kassiert hatte.

    1. Bundesliga 2009/2010 Borussia Dortmund – Bayern München 1:5

  3. Kein Wort zu dem Videobeweis vor dem 2. Elfer? Also ich hab mich darüber aufgeregt. Er soll doch die Sache gerechter machen. Also werden dann alle Aktionen geprüft, in denen ein Spieler im gegnerischen Strafraum fällt? Oder wie? Oder nur wenn der Ball dann ins Aus geht? Aus meiner Sicht war das Umreißen von Bruma viel mehr Elfmeter als die wirklich nur unglückliche Aktion von Upa gegen Auba.

  4. Bei den 3 Gegentreffern ging es wohl um den frühen Zeitpunkt (49. Minute).

    Ich finde es wirklich erstaunlich, dass RB das Ding gewinnen konnte trotz der Probleme mit den Innenverteidigern (2 Gegentore verursacht, 1 Gelb-Rote Karte). Und ein bisschen Glück gehörte natürlich auch dazu.

  5. „Irgendwo las ich, dass der BVB letztmals vor 20 Jahren in einem Bundesliga-Heimspiel drei Gegentreffer kassiert hatte. “

    Zum Teil richtig. OPTA sagt, daß der BVB letzmalig in der 49. Minute 3 Gegentore hatte. Das war 1997 gegen1860. 4 Gegentore bekamen sie später gegen Bremen und Stuttgart.

    Zum Spiel und Analyse.
    Du wirst Dir bestimmt auch noch die Taktikanalyse von Tobias Escher geben:
    http://spielverlagerung.de/2017/10/15/kampf-der-pressing-kulturen/
    Diese Asymetrie (Bruma/Sabitzer) habe ich selbst am TV nicht so wahr genommen und muss mir das nochmals anschauen. Und das muss man Bruma auch anrechnen, sprich das er in der kurzen Zeit defensiv bzw Konzept verinnerlicht hat. Ich habe bei solchen „Künstlern“ immer Bauchschmerzen was die Rückwärtsbewegung angeht, aber das richtig stark!

    Tja und die Aufstellung bzw die Rasenballerbank: Orban, Demme, Werner, Forsberg und Klostermann auch nicht dabei. Und dann bringen die Jungs so eine Leistung! Da hat RH viel richtig gemacht, auch wenn es ein Risiko war.

    Ich habe ja andere Lichtblicke, aber ja, die Beiden AV’s haben vieles richtig gemacht, da hat es sich gelohnt, Bernado in den Testspielen mal IV spielen zu lassen.
    Trotzdem, die 4er-Kette sah nach der gelb/roten so aus:
    Halstenberg-Upa-Bernado-Sabitzer!
    (Sabitzer hat mMn auf Schalke kurzzeitig auch mal RV gespielt)
    Und das gegen den BVB mit Auba und Co – großartige Leistung dahinten wie auch von Gulacsi, der die 3 Punkte rettete!
    Auch was Aytekin betraf. Ganz starke Vorstellung und alles richtig gemacht. Wobei man sagen muss, Keita hat wieder mal Glück gehabt, sprich, da war in der 30 Minute ein gelbwürdiges Foul dabei.

    Mein Highlight waren die Sekunden vor dem Elfmeter als Bürki den Ball zu Weigl spielte und Demme, Poulsen und Jika in das Gegenpressing kam, Ball ohne Foulspiel eroberten und schnell umschalteten! Rangnick hatte bestimmt auch ein breites Grinsen dabei. Die Szene wird man den Jungs bestimmt mehrfach zeigen.

    Und schön, daß alles soweit friedlich blieb. Ich hatte ja schon mit mehr Randbemerkungen abseits des Fusis gerechnet.

  6. Ah, danke für die Ergänzung mit den drei Gegentoren. So ergibt es Sinn. Hatte es nur im Vorbeihuschen gesehen.

    @Markus: „Dein Beitragsfoto entstand doch unmittelbar nach Abpfiff und zeigt ja im Hintergrund ganz deutlich einen Kernteil der Süd, der schon sehr leer war.“ Kann auch sein, dass das Foto entstand als Hasenhüttl ne Viertelstunde nach dem Spiel Richtung Fanblock zum Jubeln kam.

    @ausLE: „Trotzdem, die 4er-Kette sah nach der gelb/roten so aus: Halstenberg-Upa-Bernado-Sabitzer!“ Nur bis zu Laimers Einwechslung. Dann waren es Laimer, Upa, Bernardo, Halstenberg.

    @NajasVater: Vor dem zweiten Elfmeter lief es so, wie der Videobeweis laufen sollte. Es gibt ein klares Foul (ob es unglücklich war, spielt dafür ja keine Rolle) im Strafraum, dass der Schiedsrichter übersieht und nach Rücksprache mit Videoassistent und eigenem Ansehen des Bildes nimmt er die Entscheidung zurück. Auch die Bruma-Szene wurde vom Videoassistenten ganz sicher noch mal angeguckt während das Spiel weiterlief. Wenn er keinen Grund zum Eingreifen bzw. zur Mitteilung an den Schiedsrichter sieht, dann kriegt man davon halt nichts mit als Zuschauer.

  7. Deine haarscharfen Analysen gehören für mich nach jedem Spiel zum Standard, dafür beide Daumen hoch. Es ist schon beeindruckend, wie die Mannschaft aus Fehlern lernt und sich auch von vermeintlichen Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen lässt. DO war diesbezüglich ein Highlight für mich. Denke mal, das Deine sachlichen Einschätzungen auch bei den RB- Analysten nicht unter den Tisch fallen. Dafür meinen uneingeschränkten Respekt.

  8. Jetzt kommt mal wieder hier die Euphoriebremse, genannt „henne“: Die Hereinnahme von Demme, Laimer und Orban (warum auch immer aus Sicht des Trainers erforderlich) für Keita, Augustin und Sabitzer stellte für mich einen extremen Qualitätsverlust dar, RB hatte mal wieder nur eine gute Halbzeit, da war das Team sogar deutlich überlegen. Für mich war das zum zweiten Mal nach dem 13. Mai d. J. gegen Bayern das völlig falsche Signal, der Sieg war mehr als glücklich, gegen die BVB-AG nehme ich den aber mit Kusshand gerne mit, die Gründe sind bekannt.
    Keita hätte ich weiter spielen lassen, er muss sich irgendwie in den Griff bekommen. Er wird sonst weltweit der erste Spieler sein, den man nach „Gelb“ regelmäßig vom Platz nehmen muss, das wäre ein echtes Alleinstellungsmerkmal für einen Spieler auf diesem Niveau.
    Diese defensive Auswechselei des Coaches bei einer möglichen 2:1-Führung gegen Bayern am 25.10.17 eine halbe Stunde vor dem Ende gegen Don Jupp würde für mich dann wieder das sichere Aus bedeuten!
    Ich freue mich aber auf die kommenden zwei Wochen, das wird sehr spannend.

  9. Sehr gut – wie immer.

    Besondere Zustimmung erhalten von mir diesmal die Randbemerkungen 10 & 11.

    Gruß T.

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