Bundesliga: RB Leipzig vs. Borussia Mönchengladbach 1:1

Vierter Bundesligaspieltag. Zum zweiten Mal war ein Champíons-League-Teilnehmer in Leipzig zu Gast. Nach der Borussia aus Dortmund nun die Borussia aus Mönchengladbach. Nach einem insgesamt ausgeglichenen Spiel, in dem RB Leipzig die besseren und die größere Anzahl von Chancen hatte, trennte man sich am Ende 1:1.

Ins Spiel gegangen war RB Leipzig wieder mit Timo Werner und Dominik Kaiser in der Startformation. Etwas überraschend musste neben Keita dafür der noch in Hamburg überragende Emil Forsberg auf die Bank. An der 4-2-2-2-Grundformation änderte das nichts.

Mönchengladbach auf der anderen Seite musste den verletzten Raffael ersetzen und tat sies mit der Doppelspitze Hahn und Hazard. Dazu kehrten Strobl und Wendt ins Team zurück und verdrängten dort Jantschke und Korb. Gladbach spielte wie schon gegen Bremen anfangs irgendwas zwischen Dreier- und Viererkette, später eine klarere Dreierkette. Je nach Spielsituation und Erfordernis. Sodass zusammen mit Kramer ein Verbund hinten entstand, der für den Spielaufbau verantwortlich sein sollte, dem aber vor allem in der ersten Halbzeit die Verbindung zu den Offensivkräften fehlte.

Für RB Leipzig ging das Spiel in Bezug auf die eigene Taktik und Spielidee mit dem frühen Führungstreffer fast schon perfekt los. Schon in der sechsten Minute zappelte der Ball im Netz. Orban hatte den Ball am eigenen Sechzehner abgewehrt. Über Sabitzer war er bei Poulsen gelandet. Der sich von nichts und niemandem aufhalten ließ, einmal 50 Meter quer über den ganzen Platz stürmte mit dem Ball am Fuß und ihn dann in die Mitte servierte. Wo Werner der Ball bei der Annahme leicht verspringt, er den Ball aber unter Mithilfe von Vestergaard und Christensen wieder zurückkriegt und dann die Kugel trocken aus sieben Meter, umringt von drei Gladbachern, im Tor versenkt. Drittes Tor im vierten Spiel. Für Werner geht der perfekte Saisonstart weiter.

Das Tor spielt RB Leipzig also perfekt in die Karten, weil man das Spiel, kompakt zu verteidigen und den Gegner immer wieder situativ mit Pressingattacken zu überziehen und auf den Ballgewinn und die Umschaltsituation zu lauern, nun noch deutlicher durchziehen kann. Gladbach hat dadurch einigen Ballbesitz, aber kaum Ideen, sodass man den Ball oft auch herschenkt und dann ähnliches macht wie RB, nämlich kompakt stehen und immer mal den RB-Spielaufbau zu attackieren. Oder ihn zumindest zuzustellen.

Klingt nicht nach Spektakelfußball, war es auch nicht. Sondern eher Belauern auf hohem, recht ausgeglichenen Niveau. Wobei RB Leipzig über die gesamte erste Hälfte mehr und bessere Abschlussmöglichkeiten hatte. Gladbach hat über 45 Minuten genau zwei Schussversuche. Von denen einer gefährlich ist und das gleich richtig. Johnson hämmert den Ball aus Nahdistanz nach irgendwas zwischen artistischer und zufälliger Hahn-Vorarbeit an die Latte. Halstenberg und Sabitzer hatten auf der anderen Seite die aussichtsreichsten Einschussmöglichkeiten.

In der ersten Halbzeit gelang es RB Leipzig bei allem Fokus auf das Spiel in die Tiefe, immer wieder gut, auch mal den Weg über die Ballsicherung zu gehen, wenn der tiefe Ball wenig vielversprechend war. Immer wieder spielte man dann noch mal hinten rum über Innenverteidiger und Torwart und bekam auch mal Ruhe in das Spiel. Sodass die Vorstellung insgesamt und angesichts der Führung recht abgeklärt und reif aussah und man immer das Gefühl hatte, aus einem schnellen Umschaltmoment könnte prinzipiell auch noch ein zweites Tor entstehen.

Verletzte immer bei uns. Ein Torjubel gewidmet dem frisch operierten Lukas Klostermann | GEPA Pictures - Roger Petzsche

Die Sache mit der Ruhe am Ball änderte sich in der zweiten Halbzeit ziemlich fundamental, denn das Spiel von RB Leipzig wurde nun phasenweise etwas arg wild. Eine Ballsicherung fand kaum noch statt. Auch weil Gladbach es zunehmend besser verstand, die Passwege von RB hintenrum zu schließen. Bernardo beispielsweise konnte in der 1.Halbzeit immer noch mal mit dem Ball am Fuß im Vorwärtsgang abdrehen und fand immer locker einen Mitspieler. In der zweiten Halbzeit war das deutlich schwerer, weil die Passwege von ihm weg Richtung defensiven Mitspielern meist verstellt waren.

Und so lief vieles an Ballgewinnen oder Abwehraktionen in der RB-Defensive darauf hinaus, dass der Ball sofort schnell und weit in des Gegners Hälfte gespielt wurde. Einige Kopfball-Pingpong-Aktionen entstanden daraus. Und vor allem kam Gladbach immer wieder schnell in Ballbesitz. Wie schon beim HSV in der ersten Halbzeit, als das Spiel optisch dadurch immer mehr zu den Hamburgern kippte, ohne dass die faktisch viel damit anfangen konnten.

Das ging auch Gladbach so. Zwar hatte man hier und dort mal einen Ball drin, der in einer vielversprechenden Zone landete. Zumal man nun auch etwas stärker versuchte, schnell in die Tiefe zu spielen. Aber der RB-Deckungsverbund arbeitete spätestens am eigenen Strafraum zuverlässig. Aber man arbeitete auch mit sehr, sehr hohem Aufwand und bekämpfte sich mit den Gäste in vielen Zweikämpfen.

Fakt ist, dass aus dem unruhigen Spiel zwar das Gefühl entstand, dass das nicht für immer gut gehen kann, dass man den Ball in der Vorwärtsbewegung in kürzester Zeit immer wieder herschenkt (was auch durch die frühe Einwechslung des eher unglücklichen Forsberg nicht besser wurde), weil irgendwann doch mal ein Ball durchrutscht. Aber direkte Torgefahr enstand dabei lange überhaupt nicht.

Problem bei der RB-Ballsicherung in der Offensive war auch, dass Poulsen als Prellbock im Laufe der zweiten Halbzeit müder wurde. Und Werner ist prima im Anlaufen und für Bälle in die Tiefe. Gegen eine Abwehr wie die von Mönchengladbach permanent lange Bälle sichern zu müssen, ist dann aber doch nicht sein ganz perfektes Betätigungsfeld.

Es kam dann kurz vor Schluss, wie es sich angesichts der Spieloptik abzeichnete, aber sich anhand von Torchancen überhaupt nicht abzeichnete. Langer Ball von Wendt. Papadopoulos verliert gegen Hazard seinen einzigen Zweikampf an diesem Abend. Und weil er diesen sehr weit vor der Kette verliert, ist plötzlich hinter ihm Platz. Den Halstenberg zu schließen versucht und etwas nach innen rückt, dabei aber den direkten Kontakt zu Johnson verliert. Der von Stindl eingesetzt wird, noch einen Haken am herbeieilenden Halstenberg vorbei schlägt und dann mit links perfekt ins lange Eck schlenzt. Der erste und einzige VfL-Torschuss in der gesamten zweiten Halbzeit. Der einzige Schuss aufs Tor von Gulacsi im ganzen Spiel. Und überhaupt nur der dritte Torabschluss, den Mönchengladbach in 90 Minuten probierte. Nennt man wohl hochgradig effektiv.

Die restlichen knapp zehn Minuten inklusive Nachspielzeit waren dann die einzigen des Spiels, die man ein wenig mit offenem Visier spielte, was dazu führte, dass es im ganzen Stadion praktisch niemand mehr auf seinem Sitz hielt. Bei RB Leipzig spielte man nun noch mal auf Sieg, kroch aber schon auf dem Zahnfleisch und stand entsprechend gelegentlich ein bisschen offen und nicht mehr ganz so kompakt und bereit fürs Gegenpressing wie nötig. Gladbach spürte ein wenig, dass man da jetzt vielleicht noch mal zuschlagen könnte, schaffte es aber trotz mancher Ansätze auch nicht mehr.

Eigentlich hat RB Leipzig in diesem Spiel extrem viel richtig gemacht. Man hat bis auf zwei Schüsse keinerlei konkrete Gefahr für Peter Gulacsi im Tor zugelassen (einer war drin, einer ging an die Latte). Man hat es geschafft, dass ein Hazard komplett ohne Torschuss blieb. Und man hat einen der schnellen Angriffe zu einem Tor gemacht, das zum Sieg hätte reichen können.

Nicht so richtig gut funktioniert hat im zweiten Durchgang die Ruhe am Ball. Die vielen schnellen Ballverluste haben sehr viel Arbeit im Spiel gegen den Ball und sehr viel Kraft gekostet und dem Gegner auch ohne Torschüsse immer vermittelt, dass er gut im Spiel ist (erstaunlich ja durchaus, dass praktisch alle Gladbach in der zweiten Halbzeit als das bessere Team gesehen haben, ohne dass sie 40 Minuten lang eine reale Gulacsi-Gefahr waren). Und man hat es nicht mehr geschafft, ein paar schöne Ballgewinne und Umschaltmomente gut auszuspielen und vielleicht mit einem entscheidenden zweiten Tor zu veredeln. Werner einmal aus spitzem Winkel. Burke kurz nach dem 1:1. So richtig viel sprang da nicht mehr heraus. Auch wenn es in Summe selbst in der zweiten Halbzeit noch mehr konkrete Torabschlüsse waren als sie Gladbach hatte.

Fazit: Insgesamt über 90 Minuten sicherlich ein gerechtes Unentschieden in einem intensiven Spiel, in dem RB Leipzig in der ersten Halbzeit etwas reifer und gefährlicher spielte und Gladbach in der zweiten Halbzeit dominanter war. Auf der anderen Seite bleibt es aus RB-Sicht sicherlich auch ärgerlich, dass man durch einen einzigen Defensivpatzer in der zweiten Halbzeit, der perfekt ausgenutzt wurde, um die drei Punkte gebracht wurde, die man sich zumindest durch die Mehrzahl an Torraumaktionen und durch viel, viel Defensivqualität, Einsatz und Laufbereitschaft verdient gehabt hätte. Glas halbvoll, Glas halbleer? Finde jeder seine eigene Antwort auf die Frage.

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Randbemerkung 1: 19 Minuten schweigen und dann ganz laut singen. So der Gladbach-Fan-Plan. Nicht das erste Mal bei RB-Heimspielen, dass sich Gästefans so etwas ausdenken. Bei unterschiedlichen Minutenzahlen. So richtig startete die Sache dann nicht durch, weil der Gästeblock justament nach 19 Minuten, versammelt hinter einem „Tradtionsverein seit 1900“-Banner (vielleicht sind sie aber auch erst 1902 Traditionsverein geworden, man weiß es nicht) vom Stadion mal eben überstimmt wurde. Man ist inzwischen in einer Situation in Leipzig, wo vermutlich schon Hansa zu Besuch kommen müsste (oder vielleicht Dresden, aber da fehlt hierzulande noch der Erfahrungswert), damit das Schweige-Sing-Spielchen imposant daherkommt. Man erinnert sich nur allzugut, wie die Hansafans damals zu Tausenden die Red Bull Arena nach sieben Spielminuten enterten und mit einer unglaublichen Lautstärke Stadion und Gegner fast schon paralysierten. Aber die Zeiten ändern sich eben und inzwischen schafft es halt auch nicht mehr jeder volle Gästeblock in Leipzig Eindruck zu hinterlassen. Auch diesbezüglich ist der RasenBallsport ganz gut in der Bundesliga angekommen. Wobei Dortmund und Gladbach natürlich auch Festtage im Underdog-Gewand waren. Der Alltag wartet ja erst noch.

Randbemerkung 2: Stell dir vor du spielst als (meinetwegen nicht ganz normaler) Neuling gegen einen Champions-League-Teilnehmer und der freut sich ein Loch in den Hintern, dass er kurz vor Schluss noch einen Punkt holt. Nicht unbedingt das, was man vor der Saison zur RasenBallsport-Spielzeit prognostiziert hätte. Wobei die desaströse Gladbach-Auswärtsbilanz von nun 13 Spielen am Stück mit nur einem Sieg am letzten Spieltag der Vorsaison in Darmstadt, die den Klassenerhalt schon sicher und gefeiert hatten, die Freude auch wiederum passender erscheinen lässt.

Randbemerkung 3: Während Gladbach vor dem Spiel auf dem Gelände von Lok Leipzig trainierte und anschließend überschwängliche Dankes-Tweets veröffentlichte, hatte es den Fans der grün-weiße Konkurrent angetan. Per Banner wurde kundgetan, dass man in Leipzig keine Energy brauche, weil man doch schon Chemie habe. Man kennt sich aber auch gar nicht mehr aus, dass jetzt Lok und Chemie schon im selben Topf stecken. Neue Freunde fürs Leben. Oder vielleicht verderben die Gladbach-Köche auch einfach nur den Brei.

Randbemerkung 4: Interessant vielleicht, dass André Schubert nach dem Spiel meinte, er habe sein Team am Ende einbremsen müssen, weil das noch auf das 2:1 gehen wollte, aber er zumindest den einen Punkt in einem Auswärtsspiel gut fand und den lieber sichern wollte. Auch irgendwie seltsam in einer Situation, in der man das Gefühl hatte, dass RB Leipzig stehend KO ist und im ungünstigsten Fall noch mal in einen Gladbacher Angriff läuft.

Randbemerkung 5: Überschwängliche Begeisterung auch bei Gladbachs Trainer über Leipzigs Laufbereitschaft. Inklusive der Behauptung, das seien in allen Belangen Bundesliga-Bestwerte für die Saison gewesen. Das stimmt tatsächlich für die zurückgelegte Gesamtstrecke von 120 km, aber es stimmt eben (teilweise bei weitem) nicht für andere gemessene Werte, wo andere Teams diese Saison schon bessere Werte hingelegt haben. Im Vergleich mit den bisherigen RB-Spielen fällt auf, dass man zwar insgesamt mehr gelaufen ist als zuvor und bei intensiven und schnellen Läufen (so die Kategorisierung der Statistik-Anbieter) ungefähr ein ähnliches Niveau erreichte, man aber deutlich weniger sprintete. Ein Zusammenhang, der letzte Saison schon auffiel, dass hoher Laufaufwand zulasten der Werte der Läufe mit höheren Geschwindigkeiten ging. Sprich, man war in der zweiten Liga das Team mit dem Ligatopwert bei der zurückgelegten Gesamtstrecke aber nur im oberen Mittelfeld bei allen anderen Werten. Interessantes Phänomen, weil man sich ja gerade mit den schnellen Laufwegen Vorteile verschafft und die vielen abgespulten Kilometer eher nachteilig wirken für die Geschwindigkeit in einzelnen Momenten. Gegen Mönchengladbach könnte man die Gesamtstrecke auch auf die vielen herausgeschlagenen und postwendend wieder zurückkomenden Bälle zurückführen. Ball rausschlagen, alles rückt raus. Ball kommt zurück, alle wieder zurück. Und am Ende ist man dabei so viel hin- und hergerannt, dass dies zulasten des Verhaltens in relevanten Umschaltmomenten und der Sprintfähigkeit in diesen Situationen und der Genauigkeit geht.

Randbemerkung 6: Interessant trotzdem, dass Mönchengladbach in allen Laufkategorien deutlich hinter RB lag. Was natürlich ein Stückweit aus dem ballbesitzorientierten Spiel resultiert, das andere Anforderungen stellt und eher den Gegner als einen selbst laufen lässt (was durchaus als Vorteil zu nutzen wäre). Aber auch generell gilt für die Bundesliga, dass gerade im Vergleich zur letztjährigen zweiten Liga Jahr die Laufwerte sehr viel geringer sind. Also in der zweiten Liga unheimlich physisch präsent gerannt und vor allem auch gesprintet wird und in der Bundesliga eher die fußballerische und nicht die sprintende Lösung gesucht wird.

Randbemerkung 7: Nach vier Spieltagen ist RB Leipzig als eines von vier Teams der Bundesliga noch ungeschlagen. Angesichts des Spielpans ein durchaus unerwarteter Fakt. In der Vergangenheit sind gut gestartete Aufsteiger am Ende trotzdem manchmal noch abgestiegen, wenn man bspw. an Paderborn denkt, aber mit dem Start kann man sehr gut leben. Rückschläge kommen noch früh genug.

Randbemerkung 8: Nach vier Spieltagen gibt es allerdings auch schon erste Kaderhärtefälle. Selke steht auf der Liste ganz oben, für den man angesichts eines Poulsen-Rammbocks gerade nicht so recht eine Rolle wüsste. Khedira spielte bisher auch noch keine Rolle. Schmitz muss sich hinter Bernardo anstellen, der vor der Saison als Rechtsverteidiger gar nicht eingeplant war. Zsolt Kalmár wäre auch zu nennen, auch wenn man es bei ihm am ehesten erwarten durfte, dass er es schwer hat, an Spielzeiten zu kommen. Wird noch eine spannende Frage, wie man diese Härtefälle im Saisonverlauf moderiert.

Randbemerkung 9: Die Initiative 60plus am Rande des Spiels gegen Mönchengladbach mit einer Aktion, in der man seine Erinnerungen an die und Verbindungen zur Red Bull Arena formerly known as Zentralstadion bildlich festhalten lassen konnte. Das Ergebnis wird dann demnächst wohl irgendwo und auf verschiedenen Kanälen sichtbar werden. Die Initiative versucht auf unterschiedlichen Wegen ihrem Wunsch nach einem Verbleib im Innenstadtstadion in die Debatte einzubringen und macht dabei vor allem die emotionalen Verbindungen zum Stadion sichtbar. Oliver Mintzlaff hatte derweil seine Vereinssicht auf das Stadion in der Sportbild mit etwas ausgedrückt, das sich auf ein ‚wenn ein Stadion, das größer ist als das aktuelle, dann kein Ausbau, sondern ein Neubau an anderem Ort‘ runterbrechen lässt. Es bleibt spannend.

Lichtblicke:

  • Willi Orban: Gar nicht mal so gute Zweikampfwerte von unter 50%. Aber trotzdem wieder sehr präsent und sicher. Verteidigte unheimlich viel durch sehr gutes Stellungsspiel und war entsprechend oft schon am Ball, bevor der Gegenspieler in den Zweikampf kommen konnte. Viele Ballgewinne und -eroberungen. Sehr verlässlicher Rückhalt.
  • Yussuf Poulsen: Bestritt mit Abstand die meisten Zweikämpfe aller RB-Spieler. War wieder mal der Rammbock in der Sturmmitte und schmiss sich da mit vollem Engagement in die Duelle und gewann dabei fast 50%. Bereitete das 1:0 auf unnachahmliche Art vor, auch wenn es nach offizieller Statistik nicht als Torvorlage gilt, weil noch Gladbacher am Ball waren vor dem Torschuss. Unheimlich wichtig, weil er mit seinen Zweikämpfen die Abwehr bindet und so immer wieder die Lücken reißt für die Mitspieler. Wenn seine taktische Rolle weiterhin die der ersten vier Spiele bleibt, wird er im Saisonverlauf nicht sehr viele Tore schießen. Und trotzdem extrem wichtig bleiben.
  • Lukas Klostermann: Gar nicht auf dem Platz und doch sehr präsent. Am Dienstag am Kreuzband operiert. Am Mittwoch während der Partie von Fanseite in der 16. Minuten (in Anlehnung an seine Trikotnummer) mit allerlei guten Wünschen und Aufmunterungen auf Papier in vielen Formen bedacht. Nach dem Tor präsentierten die Mannschaftskollegen zudem Klostermanns Trikot Richtung Fanblock. Eine insgesamt schöne Demonstration des RasenBallsport-Familiengefühls. Klar stand Klostermann nicht auf dem Platz, aber er gehörte in ganz prominenter Rolle zu diesem Spiel dazu.

Fanarena-Spieltagsspieler:

RB-Spieler des vierten Spieltags gegen Borussia Mönchengladbach bei fan-arena.com

(Quelle: iPhone und Android App FanArena für RB Leipzig Fans – www.fan-arena.com)

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Tore: 1:0 Werner (6.), 1:1 Johnson (84.)

Aufstellung RB Leipzig: Gulacsi – Bernardo, Orban, Compper (63. Papadopoulos), Halstenberg – Demme, Ilsanker – Kaiser, Sabitzer (57. Forsberg) – Werner (81. Burke), Poulsen; Bank: Coltorti, Schmitz, Keita, Selke; Nicht im Kader: Klostermann (verletzt), Müller, Khedira, Gipson, Kalmár

Aufstellung Borussia Mönchengladbach: Sommer – Strobl (24. Elvedi), Vestergaard, Wendt – Christensen, Kramer – Traoré (84. Schulz), Stindl (90. Jantschke), Johnson – Hazard, Hahn

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Sichere Spielleitung. Klar in der Ansprache und in den Entscheidungen. Sicher im Auftreten. Eine echte Respektsperson auf dem grünen Rasen. In ein, zwei Szenen zu gnädig mit RB-Spielern, was das Verteilen von gelben Karten angeht und auch Kramer konnte froh sein, ohne Verwarnung davonzukommen, aber das entsprach insgesamt seiner Linie, eher weniger von gelben Karten und davon mehr von natürlicher Autorität Gebrauch zu machen. Gern mehr von dieser Art Schiedsrichtern.)

Gelbe Karten: Gulacsi – Vestergaard, Stindl

Zuschauer: 42.558 (davon 4.500 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht, BMG-Bericht, Kicker-Bericht, Pressekonferenz-Liveticker

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  • Torschüsse: 9 : 3
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 7 : 3
  • Schüsse auf das Tor: 5 : 1
  • gewonnene Zweikämpfe: 49,4% : 51,6%
  • Ballbesitz: 44,1% : 55,9%
  • Passquote: 64,2% : 74,1%
  • Laufstrecke: 120,0 km : 114,0 km
  • Sprints: 195 : 155
  • Intensive Läufe: 650 : 531
  • Fouls: 15 : 16
  • Ecken: 5 : 2
  • Abseits: 2 : 4
  • Meiste Torschüsse: Sabitzer, Werner: je 2 – Johnson: 2
  • Meiste Torschussvorlagen: Poulsen: 3 – Stindl: 2
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Papadopoulos: 90,9% – Stindl: 72,0%
  • Meiste Ballkontakte: Bernardo: 69 – Vestergaard: 115
  • Beste Passquote (mindestens 20 Pässe): Werner: 85,2% – Christensen: 86,8%
  • Größte Laufstrecke: Demme: 12,31 km – Hazard: 11,82 km
  • Meiste Sprints: Werner: 28 – Hahn: 25

Statistiken von bundesliga.de, bild.de, FourFourTwo

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Saisontorschützen: Werner – 3, Kaiser, Sabitzer, Keita, Forsberg, Selke – je 1

Saisonvorlagengeber: Forsberg – 2; Demme, Schmitz, Burke, Werner, Orban, Poulsen – je 1

Saisontorbeteiligungen (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Forsberg – 3; Sabitzer, Orban – je 2; Compper, Ilsanker, Kaiser, Halstenberg, Demme – je 1

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Bilder: © GEPA pictures/ Roger Petzsche

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8 Gedanken zu „Bundesliga: RB Leipzig vs. Borussia Mönchengladbach 1:1“

  1. Wir führen nach 6. Minuten. Unglaubliches Staunen. Wir spielen ein Unentschieden. Naja, gegen Gladbach das ist schon was.

    Das Engelchen sagt, sei zufrieden, da heben die Jungs nicht ab. Das Teufelchen sagt, Mist, hoffentlich fehlen uns am Ende der Saison nicht genau die zwei Punkte.

    4 Spiele in der Bundesliga. Ungeschlagen. 8 Punkte. Für mich mehr als erwartet. Alles gut?

    Sicherlich nicht, doch die Jungs halten sich mehrheitlich an den Matchplan vom Trainer, geben nicht auf, wollen kein Ergebnis verwalten, kämpfen, beißen und treten als Team auf. Wollen den Sieg, egal gegen wen. Sehr gut! Weiter so!

    Matthias hat es schon erwähnt, auch mein Eindruck ist, die Zuschauer im Stadion gehen mehr aus sich raus, auch wenn es mal nicht so läuft. Das kann man nicht planen, einstudieren, vorgeben oder ähnliches, es ist da, dieses Gefühl oder auch nicht.
    Gestern war es wieder da, wie gegen Dortmund, Karlsruhe, Darmstadt, Saarbrücken, Chemnitz (Sachsenpokal), Wolfsburg (2011)…

    So, weiter geht es mit Köln, ein Punkt unterschreib ich sofort, dann Augsburg, bitte nicht unterschätzen!

    Noch 32 Punkte.

  2. Muss man sich eigentlich um Compper und seine Wade Sorgen machen. Letztens schon knapp vor der Auswechslung wegen eben jener und diesmal deswegen. So mitten im Spiel die Abwehr umstellen zu müssen sorgt wahrscheinlich auch nicht gerade für Sicherheit.

  3. Daumen hoch für deinen Sarkasmus beim Thema Tradition, freue mich da jedesmal mit am meisten drauf. 🙂
    Ansonsten läufts ganz gut in dieser ersten Bundesligasaison, hoffe die Mannschaft macht so stabil weiter.

  4. Ein Ergebnis mit dem man leben kann. An den Standardsituationen kann man noch üben, da wäre bei besserer Ausbeute bei der Vielzahl gerade in der ersten Halbzeit ein weiteres Tor fast schon ein Muss gewesen.

  5. Ich scrolle so die Randbemerkungen durch und dachte, nanu, kein Kommentar zu Lukas Klostermann und dann ist er bei den Lichtblicken!
    Gaaaaanz stark von Dir!!!!

    Das Glas ist definitiv halb voll! Gegen Beide Borussen bzw CL-Teilnehmer 4 Punkte und nur 5 Torschüsse zugelassen, das ist einfach irre gut. Als „Stadiontrainer“ hätte ich vielleicht anders gewechselt. Warum in der 81. Minute bei Führung Burke bringen? Da wäre ggf Keita ideal gewesen. Aber gut, RH hatte sich bestimmt etwas dabei gedacht.

    2 Anmerkungen zu Gräfe. In der 1. Hz hätte es auch 11m für BMG geben können, da hatte sich Orban austricksen lassen und es war mMn nach Foul (hatte gute Sicht) Und zum anderen die gelbe für Vestergaard ist sehr schmeichelhaft, da Werner durchgewesen wäre. Werde natürlich nochmals die Wiederholung schauen.

    1. Die Orban-Szene hab ich auch vor Augen. Wäre aber außerhalb gewesen. Der Gladbacher fällt dann zwar in den Strafraum, aber gefoult wurde er vor dem Strafraum. Und bei Vestergaard lag mehr als gelb nicht drin. Da war noch einer nebendran, der viel besser postiert war, weswegen das Foul selbst schon völlig unnötig war.

  6. Beim Sportschau-Interview hatte RH gemeint, man hat verpasst das 2:0 zu machen und gegen Gladbach ohne Gegentor zu bleiben ist verdammt schwer (wie man sieht auch dann, wenn man nur eine gute Chance pro Halbzeit zulässt).
    Ich denke deshalb hat er offensiv gewechselt um mit einem 2:0 den Sack zuzumachen.
    Hat ja auch fast geklappt, es waren einige Konterchancen dabei, die aber m.E. nicht zwingend genug zu Ende gespielt wurden. Kann mich da z.B. an eine sehr aussichtsreiche Situation erinnern, in der Forsberg den Ball ins Toraus verstolpert.

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