Crunchtime im Aufstiegskampf

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig beim 1.FC Nürnberg (20.03.2016, 13.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick und Lukas Klostermann.]

Nürnberg gegen Leipzig. Für RB das vorletzte Spiel der Saison gegen ein Team aus dem (nach aktuellem Stand) vorderen Tabellendrittel. Und nach dem Ausflug nach Freiburg wieder ein absolutes Spitzenspiel. Das beste Team der Rückrunde empfängt das zweitbeste Team der Rückrunde. Das punktgleich mit Freiburg und Leipzig beste Heimteam empfängt das beste Auswärtsteam. Die zweitbeste Offensive empfängt die beste Defensive.

Die Saison des 1.FC Nürnberg wird natürlich und berechtigterweise von vielen Seiten euphorisch beschrieben. 16 Spiele in Folge ist der Club nun schon ungeschlagen. Holt man auch gegen Leipzig mindestens einen Punkt, hat man gegen alle Ligagegner hintereinander nicht verloren. Das ist durchaus beeindruckend. Wobei man auch anmerken muss, dass Nürnberg, wie auch Rene Weiler richtigerweise einwendete, in dieser 16 Spiele andauernden Erfolgsserie trotzdem drei Punkte weniger geholt hat als RB Leipzig.

Im Hinspiel trafen sich beiden noch als punktgleiche 6. und 7. in einem Duell, in dem es darum ging, den Anschluss an die Topplätze nicht zu verlieren. Seitdem holten beide Teams in 16 Spielen 39 bzw. 36 Punkte, während selbst Freiburg mit 32 Punkten nur hinterherschauen konnte.

Während Freiburg gegen Leipzig vor kurzem noch das Duell der spielerisch besten Teams der Liga war und mithin auch ein Duell zwischen Mannschaften mit recht ähnlichen Spielideen, dann passt Nürnberg da gar nicht so richtig rein. Oder um es plakativ zu sagen: der Club ist eher Zorniger- gemischt mit Darmstadt-Fußball und nicht so sehr Rangnick-Fußball.

Sprich, Spiele gegen Nürnberg tun zuerst einmal weh. Weil die Franken ein sehr physisches Team sind, das sehr aggressiv zu Werke geht. Man begeht knapp hinter Karlsruhe und knapp vor Leipzig die meisten Fouls der Liga und kassierte schon 60 gelbe Karten und drei Platzverweise, während RB Leipzig auch schon bei 58 gelben Karten steht, aber neben St. Pauli und Fürth das einzige Team bleibt, das bisher immer komplett zu Ende spielen durfte.

Dass das so bleibt, wäre gegen Nürnberg ziemlich hilfreich, denn der Club schießt vor allem Richtung Ende der Partie seine Tore. Schon 15 von 51 Toren schoss man in der Schlussviertelstunde. Was zumindest dazu führte, dass man hinter Leipzig prozentual nach Rückständen die wenigsten Spiele verlor. Vier von zehn Partien gingen nach Rückstand auch verloren, während man in sechs Fällen noch die Niederlage verhindern konnte. Gewonnen hat man allerdings auch gerade mal noch ein Spiel, nachdem man hinten lag. Und das war ausgerechnet kürzlich das Derby gegen Fürth.

Klagte man in Nürnberg im Saisonverlauf immer mal wieder über Pech, vor allem mit Schiedsrichtern, was man nachvollziehbar oder weniger nachvollziehbar finden kann, hatte man in den letzten Spielen eher Glück. Das 2:1 gegen Fürth kam zu diesem Zeitpunkt kurz vor Ende überraschend. In Sandhausen reichte anschließend eine fußballerisch sehr limitierte, aber effektive und routinierte Leistung zum 2:0. Gegen Kaiserslautern machte man es wie gegen Fürth und gewann kurz vor Schluss mit einer Energieleistung, auch wenn man angesichts des Spielverlaufs kaum damit rechnen konnte. Und das 4:0 in Bielefeld vor einer Woche war eher ein Freakspiel, bei dem Bielefeld vor dem Tor nichts und Nürnberg ab der 60. Minute alles gelang.

Man würde es sich allerdings zu einfach machen, wenn man das Punkteaufkommen des Clubs mit Glück erklären wollte. Denn die späten Tore und die vielen Punkte aus Spielen, in denen man dem Gegner nicht unbedingt überlegen war, sind auch Folge der aggressiven Spielweise, die den Gegner immer unter Druck setzt und ihn dann immer wieder auch in entscheidenden Situationen überrollt.

Das eher reaktive Spiel bedeutet auch, dass man sich schwer tut, wenn man selbst das Spiel machen muss. Da fehlt es dann teilweise an guten Lösungswegen und verpuffen die Wege über lange Bälle oder über die Außenbahnen. Man funktioniert aber sehr gut, wenn der Gegner den Ball hat und man selbst eher aus Ballgewinnen agiert. So entstand bspw. auch das Führungstor in Bielefeld aus einer Ballgewinnsituation im Mittelfeld und dem ganz schnellen Spiel in die Spitze.

In eine Spitze, wo man unheimlich viel Qualität hat. Hinter Freiburg braucht Nürnberg die wenigsten Torschussversuche pro Tor. Die Gegner schießen sogar pro Spiel im Schitt häufiger Richtung Nürnberger Tor als der Club auf das gegnerische. Aber Nürnberg kommt nicht nur verhältnismäßig oft im Strafraum zum Abschluss, sondern verwandelt auch jeden vierten Torschuss von innerhalb des Strafraums zu einem Tor (bei RB Leipzig ist es nur ungefähr jeder sechste Schuss).

Sprich, der Club hat vor dem Tor eine unheimliche, aus der Physis und den Qualitäten von Außenbahnspielern wie Kerk, Blum oder Stieber resultierende Wucht, die es ihm ermöglicht trotz eher durchschnittlicher Balance zwischen Offensive und Defensive doch mehr zu erreichen als der jeweilige Gegner. Nicht zu vergessen, dass man von der Bank das gefährlichste Team der Liga ist und Einwechselspieler schon an 14 Treffern beteiligt waren.

Hilfreich beim Erzielen von Toren auch, dass man unheimlich viele Tore nach Standards erzielt. Wobei die Hochzeit dessen nicht in der jüngeren Vergangenheit liegt. Trotzdem haben sie in Sachen Körpergröße einige Waffen, die sie beim ruhenden Ball sehr gefährlich machen. Hat ja nicht zuletzt RB Leipzig in der Hinrunde sehr direkt erleben dürfen, als man in Überzahl fast noch ein 3:0 verspielt hätte. Einzig und allein wegen der Nürnberger Standardstärke.

Redet man über Nürnberg, dann redet man also nicht unbedingt über eine überragend besetzte Mannschaft, die ihre Gegner an die Wand spielt, sondern eher über ein Team, das nüchtern-robusten, gut organisierten Fußball spielt und so die Gegner zermürbt und sie irgendwann mit Wucht überrollt. Inbegriff des derzeitigen Nürnberger Weges vielleicht Guido Burgstaller, der mit seiner Mischung aus Physis, Einsatzbereitschaft, fußballerischen Qualitäten und Zug zum Tor eine hervorragende Saison spielt und das Team immer wieder mitreist.

Auch bei Niclas Füllkrug ist inzwischen der Knoten komplett geplatzt. 20 Tore und 14 Vorlagen zeugen von den Qualitäten des mit Burgstaller gebildeten Sturmduos. Wobei beide nicht nur im Strafraum auf ihre Chance lauern, sondern immer wieder auch auf die Außenbahnen ausweichen und so in der Mitte Platz machen für die Schussqualitäten der Außenbahnspieler oder für in die Tiefe durchstartende zentrale Mittelfeldspieler.

Selbst den Abgang von Offensivwaffe Alessandro Schöpf in der Winterpause gen Schalke hat der Club komplett ohne Bruch verarbeitet. Was wieder nur zeigt, wie sehr die Mannschaftsorganisation in Nürnberg über den Qualitäten des Einzelnen steht. Geholt hat man sich dafür im Winter leihweise Zoltan Stieber als offensiven Außenbahnspieler. Den ganz großen Einfluss hatte der Ungar noch nicht. Gegen Kaiserslautern erzielte er allerdings den Siegtreffer und ist nach seiner blöden gelb-roten Karte wegen Trikotausziehen nun wieder zumindest im Kader dabei.

Nicht dabei ist dagegen Jungstar Patrick Erras, den Weiler im Saisonverlauf ins Team integriert hat. Ein torgefährlicher, zentraler Mittelfeldspieler, der seinen ersten Einsatz im Spiel nach der Niederlage in Leipzig hatte und damit das Gesicht der Ungeschlagen-Serie wurde. Dass sich Erras, der schon bei einigen Bundesligisten im Gespräch war, das Kreuzband gerissen hat, schmerzt richtig. Den 1.FC Nürnberg sowieso, aber auch für den 21jährigen ist das ein ganz bitterer Moment in seiner frühen Karriere.

Entsprechend muss Rene Weiler seine Mittelfeldzentrale neu aufstellen. Was eine anspruchsvolle Aufgabe ist. Tim Leibold könnte von links nach innen rutschen, wo er in der Hinrunde schon einige Male gespielt hat. Routinier Jan Polak stünde genauso bereit wie Ondrej Petrak, während die Partie für Jürgen Mössmer nach Verletzung wohl noch etwas früh kommt. Dass das Erfolgsduo Behrens/ Erras in der Mittelfeldzentrale ausgerechnet vor dem Topspiel gegen Leipzig zerrissen wird, ist jedenfalls eher unschön für die Gastgeber.

Fehlen wird zudem der gelbgesperrte Dave Bulthuis, den sicherlich Even Hovland (bis zum 11. Spieltag noch Stammspieler) im Idealfall mit wenig Substanzverlust ersetzen wird. Zudem fällt auch Keeper Raphael Schäfer weiter verletzt aus. Vertreter Patrick Rakovsky, der in der vergangenen Saison noch mit gelegentlichen Unsicherheiten glänzte und deswegen aus dem Tor genommen wurde, vertritt Schäfer bisher aber sehr stark und scheint sich in seinem Torwartspiel enorm gefestigt zu haben. Inwieweit er darin konstant ist, muss er aber erst noch zeigen.

Ausfälle wird es auch auf der anderen Seite bei RB Leipzig geben. Die Grippewelle hat die Mannschaft weiterhin ein Stückweit in Griff und macht Aussagen, wer in Nürnberg auflaufen wird, vergleichsweise schwierig. Klar ist, dass Diego Demme wegen seiner fünften gelben Karte ausfallen wird. Ein ziemlich herber Verlust, da damit der zentrale Verbindungsspieler im Mittelfeld wegfällt.

Ein Duo Ilsanker/ Khedira könnte dies vergleichsweise schwerlich auffangen, da dieser Kombination ein wenig die spielerischen Qualitäten fehlen. Möglich wäre es stattdessen mit Dominik Kaiser (der aber nach längerem Grippeausfall auch eher ausfällt, statt spielen zu können) neben Ilsanker oder Khedira zu beginnen. Aber auch der Verzicht auf eine Doppelsechs und ein Umschwenken auf ein 4-1-4-1 wäre zumindest denkbar (allerdings wohl nur, wenn Kaiser noch fit wird).

Im Sturm stellt sich zudem die Frage nach Poulsen oder Selke oder nach Poulsen und Selke, während im Tor Fabio Coltorti die Torwartfrage dank Erkrankung von Gulacsi wahrscheinlich für diese Woche für sich entscheiden kann und in den Kasten zurückkehrt. Letztlich bleibt es allerdings auf vielen Positionen noch ein krankheitsbedingtes Puzzlespiel, bei dem wohl noch bis Sonntag die Teile hin und her geschoben werden.

Mögliche Aufstellungen:

  • 1.FC Nürnberg: Rakovsky – Brecko, Margreitter, Hovland, Sepsi – Kerk, Behrens, Leibold (Polak), Blum (Leibold, Stieber) – Füllkrug, Burgstaller
  • RB Leipzig: Coltorti – Klostermann, Orban, Compper, Halstenberg – Ilsanker, Khedira (Kaiser) – Bruno (Kaiser), Sabitzer, Forsberg – Poulsen (Selke)

Nürnberg gegen Leipzig ist das Topspiel zweier sehr unterschiedlicher Teams. Physis und Wucht treffen auf spielerische Versuche mit dem Ball und hohes Gegenpressing. Gewöhnlicherweise eine Konstellation, in der RB Leipzig oft so seine Schwierigkeiten hatte. Fraglich halt, wie Leipzig die nicht immer sattelfeste Club-Defensive vor allem am Boden bespielen kann, ohne in das Nürnberger Umkehrspiel zu laufen. Und fraglich auch, wie man mit der Physis der Gastgeber in allen Teilen des Spielfelds umgeht.

In Richtung Aufstiegskampf könnte die Partie einen vorentscheidenden Charakter haben. Zumindest wenn RB Leipzig gewinnt. Bei dann neun Punkten Vorsprung auf Platz 3 wäre man fast schon durch Richtung Bundesliga. Bei einer Niederlage und eventuellem Abrutschen auf Platz 2 und nur noch drei Punkten auf den Club, der die bessere Tordifferenz hat, wäre der Kampf an der Spitze wieder völlig offen. Vom Spannungsgehalt her eine perfekte Ausgangslage für das Spiel. Und für RB Leipzig eine große Chance, mit einem Sieg und der Übernahme der Führung in der Rückrundentabelle einen entscheidenden Schritt in dieser Saison zu machen.

Wenig Mut machen dabei die bisherigen RB-Auswärtsauftritte im Jahr 2016, bestes Auswärtsteam hin oder her. Von drei Spielen verlor man zwei und gewann eins sehr glücklich. Wobei die eine Niederlage beim FC St. Pauli sehr unglücklich war und die Niederlage in Freiburg wegen des Schnees schwierig zu bewerten ist. Wird trotzdem spannend, wie RB Leipzig im dritten Auswärtsspiel des Jahres bei einem Topverein der zweiten Liga auftritt und am Ende abschneidet. Eine Niederlage wäre in jedem Fall auch ein gewisser Trend mit Aussagekraft.

Fazit: Es ist Crunchtime im Aufstiegskampf. Nürnberg kämpft nach großartigen 16 Spielen am Stück als Rückrundentabellenführer darum, die Situation an der Spitze ganz eng zu machen. RB Leipzig kann den fast schon vorentscheidenden Big Point setzen, wird dafür aber große Widerstände durchbrechen müssen. Ein Spiel, in dem Fußballhelden geboren werden können, über die man noch lange spricht.

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[Wer das Spiel von RB Leipzig beim 1.FC Nürnberg nicht vor Ort verfolgen kann und am 20.03.2016, ab 13.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. 1.FC Nürnberg

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig beim 1.FC Nürnberg. Mit Ralf Rangnick und Lukas Klostermann.

10.47

Spitzenspiel. Schon wieder. Und schon wieder wie in Freiburg unter speziellen Voraussetzungen. Während im Breisgau der Schnee die Situation komplett veränderte, sind es nun Ausfälle bei beiden Mannschaften, die die Voraussetzungen ein wenig verschieben. Wenn bei RB Leipzig tatsächlich im Mittelfeld gleichzeitig Demme und Kaiser ausfallen, wird die Besetzung der Zentrale schon ein interessantes Spielchen, bei dem einiges an Spielstärke hintenrunterfallen könnte.

10.49

Der Rahmen für das Spiel wird auf jeden Fall stimmen. Sicherlich über 40.000 Zuschauer und bis zu 3.000 RB-Fans werden die Partie begleiten. Auf Gästeseite natürlich mit der Hoffnung das große Ausrufezeichen im Aufstiegskampf setzen zu können.

10.56

Die bisherigen Duelle zwischen Leipzig und Nürnberg waren immer Heimsiege. Auch diese Saison gehört Nürnberg mit ihrer unangenehmen Physis wieder zu den heimstarken Teams und wird ganz schwer zu schlagen sein.

10.58

Mal sehen, was Ralf Rangnick gleich verkündet, wer am Sonntag definitiv ausfallen wird. Das ist wohl momentan die spannendste Frage.

11.04

Lukas Klostermann: „Freut man sich besonders auf so ein Topspiel. Vor allem wenn so viel Fans mitreisen. Die Fans haben uns ja auch unter der Woche beim Training besucht. Keine einfache Aufgabe. Nürnberg 16 Spiele nicht verloren. Wollen den Verfolger auf Distanz halten oder den Vorsprung sogar ausbauen.“

„Schon gegen 1860 auf paar Spieler verzichtet. Aber die Spieler, die auf dem Platz standen, haben alles gegeben. Kann nichts sagen, wie sich einzelne Spieler gerade gesundheitlich fühlen. Aber ich bin zuversichtlich, viele von ihnen am Sonntag schon wieder zu sehen.“

11.08

Klostermann: „Nicht einfach das Spiel zu prognostizieren. Nürnberg wird sich sicherlich nicht hintenreinstellen. Nürnberg vor allem am Ende stark. Müssen bis zum Schluss alles geben.“

„Kann man nicht sagen, wer in der Favoritenrolle ist. Voraussetzungen sind relativ gleich. Macht das Spiel für neutrale Zuschauer auch extrem spannend.“

„Musste fürs Premierentor keinen ausgeben.“ Nicht wichtig, wie viele Tore für ihn noch folgen. Punkte sind wichtiger.

Zum Hinspiel: „War wichtig, dass wir die drei Punkte behalten haben, weil es am Ende noch mal knapp und unnötig spannend wurde. Nürnberg kann hinten raus noch mal richtig Druck machen. Werden bis zum Ende wachsam sein.“

„Verteidigen bei Freistoßen in einer Reihe. Ein bisschen im Raum, ein bisschen mannorientiert.“ Hat meistens einen direkt zugeteilten Gegenspieler.

11.10

Klostermann: Stellt keinen großen Unterschied zwischen Heim- und Auswärtsspielen fest.

„Niederlagen in St. Pauli und Freiburg motivieren besonders.“ Man gehe nicht mit Angst ins Spiel. „Können negative Gedanken nicht gebrauchen.“

„Mit einem Punkt wäre Nürnberg nicht näher an uns herangerückt. Wäre wichtig für die Tabelle, den Dritten auf Distanz zu halten.“ Vor dem Spiel aber schwer zu sagen, dass man mit einem Punkt zufrieden ist. Alles geben und gucken, was rauskommt.

Noch nicht mit Rangnick über eine mögliche Olympiateilnahme gesprochen. Ist noch zu weit weg. Andere Dinge gerade wichtiger.

11.13

Klostermann zu Anfragen aus dem Ausland: „Konzentriere mich ganz auf die Aufgaben hier.“ Liest die Gerüchte und das wars. „Interessiert mich eher weniger.“

„Wichtig, mal wieder zu null zu spielen. Wenige Chancen zugelassen, aber manchmal nicht konsequent und wach genug gewesen. Tun im Mannschaftsverbund alles, dass die Null wieder steht, weil dann vorne auch wieder ein Tor für drei Punkte reicht.“

Zum Ausfall von Diego Demme: „Hat sich diese Saison noch mal extrem entwickelt und ist sehr wichtig. Sind aber in der Lage, jeden Ausfall zu kompensieren. Nicht immer einfach, aber müssen es als Mannschaft auffangen.“

11.14

Klostermann: „Letzter 30m-Sprint schon ein paar Wochen her.“ Kann man nicht auf 100m hochrechnen. Geschwindigkeit ist „im Spiel Vorteil für mich“. Genaue Zahlen will er nicht sagen. Ein bisschen schneller als Georg Teigl.

11.15

Kleine Pause hier. Wie schnell es mit Ralf Rangnick weitergeht, ist noch offen. Kann ein paar Minuten dauern.

11.21

Ralf Rangnick: Gestern noch Orban, Khedira, Selke und Poulsen nur individuell trainiert. Heute hoffentlich alle wieder dabei. Fehlen werden heute und wohl auch am Sonntag Kaiser und Gulacsi. Beim Keeper noch Hoffnung, wenn die Werte besser sind. Bei Kaiser ist an Training und Spiel nicht zu denken. Beim Rest muss man gucken, wie sie die Trainingsbelastung vertragen. Morgen nach dem Training könne man erst entscheiden, bei wem es Sinn macht ihn mitzunehmen. Ilsanker, Sabitzer und Halstenberg hatten auch Grippeweh.

11.24

Rangnick: Spielanlage werde nicht aufgrund der Ausfälle angepasst. Man habe noch genug gesunde Spieler. Möglich aber, dass Spieler nur Teilzeiteinsätze kriegen.

Glaubt daran, dass man auch mit dezimiertem Kader in Nürnberg eine Chance hat. „Mache mir keine Sorgen, aber Gedanken. Gedanken darüber, wer von den wieder eingestiegenen helfen kann.“

„Coltorti trainiert seit zwei Wochen mit. Müssen sehen, ob es bei Gulacsi reicht. Werden wir morgen wissen. Wenn Gulacsi dann nicht trainiert, wird auf jeden Fall Coltorti spielen.“

11.27

Rangnick: „Allzu viele Torchancen zuletzt nicht zugelassen. Klar wäre es hilfreich, zu null zu spielen. Aber selbst wenn nicht, dann können wir auch immer zwei Tore schießen. Balance muss stimmen.“

„Gulacsi ist die Nummer 1, weil er die letzten sechs Spiele gespielt hat.“

11.30

Rangnick: Irgendwas mit Ausfälle sind zum Ersetzen da.

Irgendwas mit fünf Trainern und Unmengen an Spielern, die schon verpflichtet wurden. Soll lustig gemeint sein. Witz auf Kosten der manchmal etwas absurden Medienberichterstattung.

„Nürnberg vor allem im offensiven Mittelfeld überdurchschnittlich besetzt. MIt Füllkrug und Burgstaller sehr gute Stürmer.“ Man dürfe nicht viele Räume zulassen und müsse selber Torchancen kreieren.

Poulsen und Selke? Nicht zu beantworten, weil beide nicht trainiert haben. „Wäre froh, wenn einer von beiden spielen könnte.“

„Wird ein normales Fußballspiel, weil es auf Rasen stattfindet.“ (im Gegensatz zu St. Pauli und Freiburg). Auf Rasen habe man diese Saison immer gezeigt, dass man sein Spiel durchbringen kann.

11.34

Rangnick: Hält es für „unrealistisch“, dass drei Siege zum Aufstieg reichen. Rechnet mit 68 oder mehr Punkten, die man braucht.

„Müssen uns weiter auf die relevanten Dinge konzentrieren und nicht von Nebenschauplätzen stören lassen. In Lösungen denken, nicht in was wäre wenn.“

Keine Aussage, welche sächsischen Teams in den verschiedenen Ligen aufsteigen können werden.

Keine Aussage auch zur Doppelsechs und ihrer möglichen Besetzung.

11.38

Rangnick: „Sind hochkonzentriert.“ Spieler lassen sich von der Personalsituation nicht runterziehen.

Lobt noch mal die Leistung gegen 1860 nach dem Spiel. Mache auch für das Nürnberg-Spiel stark.

Rangnick habe unter der Woche mit seinem Trainerteam vom Bett aus telefoniert. Gab aber bis Mittwoch eh nicht viel Training. „Bin nicht bei 100%, aber gut genug für die Traineraufgaben.“

Sieht nicht, dass sein Team weniger effektiv ist als Nürnberg oder Freiburg. Man arbeite sich viele Chancen heraus und habe in den letzten 16 Spielen mehr Punkte geholt als Nürnberg. Unterschied sei, dass andere Teams klare Goalgetter hätten, während in Leipzig sich die Tore auf viele verschieden Schützen verteilen.

11.39

Rangnick: Lobt Klostermann. „Klar im Kopf. Studiert nebenbei. Der Junge macht einfach Spaß.“ Der Transfer habe alles gehalten, was man sich von ihm versprochen hat.

11.43

Das war es von hier. Rangnick etwas angefressen. Vielleicht krankheitsbedingt. Dickes Ausrufezeichen hinter der Aussage, dass Gulacsi seine Nummer 1 ist. Schon die (völlig normale) Frage danach, wen er präferiert, fand der Coach offenbar völlig absurd. Sprich, Stand jetzt ist Gulacsi Rangnicks RB-Keeper, weil er die letzten sechs Spiele gespielt hat. Vielleicht hat ja Coltorti gut zugeschaut heute. Zumindest weiß er dann, dass ihm Gulacsi selbst dann vorgezogen wird, wenn der von einem grippalen Infekt zurückkomt und vielleicht nur eine Trainingseinheit mitgemacht hat.

11.44

Lassen wir das mal so stehen und freuen uns auf Sonntag und auf den Moment der Bekanntgabe der ersten Elf und die möglicherweise fragenden Gesichter, die wir machen werden. Und natürlich auf das gefühlte Bundesligaspiel, das egal in welcher Besetzung ein prima Ereignis sein wird. In diesem Sinne stay tuned, stay number one.

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2 Gedanken zu „Crunchtime im Aufstiegskampf“

  1. Drüben auf TM hatte Rumpel ja auch als Überschrift Crunchtime. Aber es gibt für das Spiel keine bessere Überschrift. Denn genau darum geht es, Geschichte schreiben für das 6-Punkte-Spiel, egal wer spielen kann.
    Es ist echt schade, daß die derzeit Besten (Demme+Erras) beider Teams nicht dabei sind. Bin gespannt, wie diese „Teilzeiteinsätze“ aussehen. Klingt beinahe nach einem 3fachwechsel zur Halbzeit.

    1. Alles Gute RB, wenn es in diesem Jahr nicht klappt mit dem Aufstieg, dann die nächsten Jahre nicht.
      RR hat recht, dieses Jahr braucht man mindestens 68-70 Punkte für Platz 2.
      Wir warten hier in Leipzig seit fast 25 Jahren auf die Bundesliga.
      Haut rein

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