Weichenstellungen

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig beim FC St. Pauli (12.02.2016, 18.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick und Stefan Ilsanker. Ab 14 Uhr.]

Topspiel Nummer 2 für RB Leipzig binnen weniger Tage. Wie schon am letzten Spieltag gegen Braunschweig wartet auch diesmal wieder ein Duell mit einem Team, das hinter den ersten drei Plätzen noch mit guten Chancen ausgestattet ist, direkt in den Aufstiegskampf einzugreifen.

Vierter gegen Erster, St. Pauli gegen Leipzig. Für die einen die Chance, das Feld an der Tabellenspitze enger zusammenrücken zu lassen, für die anderen die Chance, den nächsten Konkurrenten praktisch schon endgültig zu distanzieren. Denn bei einem RB-Sieg hätte St. Pauli bei nur noch 13 Spielen schon 14 Punkte Rückstand auf Leipzig. Ein Abstand, der nach menschlichem Ermessen nicht mehr aufholbar wäre.

Erstaunlich ist es sowieso, dass man an dieser Stelle tief in der Zweitligasaison über den ernsten Aufstiegsaspiranten FC St. Pauli reden muss. Denn vor der Saison deutete nicht ganz so viel darauf hin, dass der Club zur Spitze der Liga gehören könnte. Ein Kader, mit dem man in der Vorsaison nur mit Ach und Krach und sehr guter Rückrunde und unter anderem nicht unwesentlich durch ein 1:0 gegen Leipzig im Heimspiel den Klassenerhalt geschafft hatte, wurde ausgedünnt und in der Breite, so nahm man an, deutlich verschlechtert (wofür auch spricht, dass in dieser Saison nur Düsseldorf und Bielefeld weniger Torbeteiligungen von der Bank haben).

Aber dem FC St. Pauli scheint unter Ewald Lienen seit einem Jahr fast alles zu gelingen. Selbst die Kompensation von Abgängen wie jenem von Marcel Halstenberg spät im August letzten Jahres gen Leipzig. Oder das Überspielen der Langzeitverletzung des wichtigsten Neuzugangs des letzten Sommers Ryo Miyaichi.

Wobei man schon beim Hinspiel zwischen beiden Clubs am vierten Spieltag gut sehen konnte, dass der eingeschlagene, sportliche Weg des FC St. Pauli auch konstant Früchte tragen könnte. Weil man sich als eine Mannschaft präsentierte, die gut verteidigen kann, aber auch vergleichsweise ballsicher ist und vor allem nie oder nur sehr selten die Ruhe verliert.

Letzteres drückt sich auch darin aus, dass der FC St. Pauli in der laufenden Spielzeit in Spielen, die mit nur einem Tor Differenz ausgehen, also eng sind, nach RB Leipzig die zweitmeisten Punkte aller Zweitligisten geholt hat. 1,7 Punkte holte man bisher im Schnitt in 14 solcher knappen Spiele, bei RB Leipzig sind es überragende 2,1 Punkte pro Spiel in insgesamt ebenfalls 14 Versuchen.

Kernkompetenz beim FC St. Pauli bleibt das Verteidigen. Darauf hat Ewald Lienen vor dem ersten Spiel nach der Winterpause in Fürth noch mal deutlich hingewiesen. Balance bedeutet im Kiez entsprechend, erst mal Tore zu verhindern. Was auch bedeutet, dass Ballzirkulation kein direktes Ziel der Spielidee ist, weil diesem Element eine Fehleranfälligkeit innewohnt, die nur zu defensiven Fehlern führt.

Fehlerminimierung ist das entscheidende Stichwort. In jeder Spielsituation ist Absicherung nach hinten das A und O. Entsprechend wenig Chancen gibt es entsprechend im Normalfall, die Hintermannschaft des FC St. Pauli mal ungeordnet zu erwischen.

Dabei spielt man nicht mal eine sonderlich aggressive Defensive. Aus einer 4-4-2- bzw. 4-4-1-1-Grundordnung heraus, erwartet man den Gegner oft erst sehr spät irgendwo an der Mittellinie oder gar weit in der eigenen Hälfte. Lennart Thy ist in vorderster Linie dann derjenige, der den Aufbau des Gegners in die gewünschte Richtung lenken soll. Zuletzt unterstützte ihn Enis Alushi in vorderster Linie beim Anlaufen.

Der Rest des Teams ist dann schon für die Strafraumabsicherung zuständig. Dabei versucht man in Ballnähe in Überzahl Druck auszuüben und den Ball und Gegner vor allem auf die Flügel zu schieben. Wo die offensiven Außenspieler (Sobota und zuletzt Buchtmann) immer wieder auch ganz tief mit zurückfallen und verkappte Außenverteidiger spielen, sodass die eigentlichen Außenverteidiger die Räume zu den Innenverteidigern noch enger machen können. So wird dann je nach Spielsituation aus der Viererabwehrkette des FC St. Pauli auch mal eine Fünfer- oder gar Sechserkette.

In der Mitte steht derweil zwischen den vier Außenspielern ein robuster Dreierblock aus den Innenverteidigern Sobiech, Ziereis und Sechser Nehrig, der durch den bissigen und spielerisch etwas feinklingigeren Rzatkowski ergänzt wird. Mit den acht Feldspielern versucht man den Gegner vom Strafraum fernzuhalten, sodass der keine einfachen Torschüsse bekommt. Das klappte beim Spiel in Fürth, die an diesem Riegel zeitweise verzweifelten und schließlich nur noch über überschaubar gefährliche Fernschüsse ihr Glück versuchten, ganz gut.

Dieses Defensivgesamtwerk ist natürlich nicht unbezwingbar. Was unter anderem 20 Gegentore (fünftbester Wert der zweiten Liga) belegen. Die aber zugegenbermaßen vornehmlich in Spielen fielen, in denen sich St. Pauli der Aufgabe widmete, selbst das Spiel zu machen. Was einfach nicht ihren Qualitäten entspricht und sie anfällig für Gegentore machte. Ein bisschen ist das wie bei Darmstadt letzte Saison, die nach einer Klatsche gegen Düsseldorf auch feststellten, dass das Mitspielen mit dem Gegner nicht ihr Ding ist und entsprechend wieder auf Strafraumsicherung und Umkehrspiel und Standards setzten.

Ganz so zeckig und nur mit langen Bällen spielt St. Pauli es nicht. Tiefen- und Strafraumsicherung sind trotzdem die zentralen Themen. Durchaus bespielbar, aber man muss schon sehr schnell und sehr genau kombinieren können, um die Abwehr auszuhebeln. 25 Minuten lang gelang das RB beim Hinspiel in Leipzig, ohne das sich das im Torerfolg niederschlug. Sich irgendwie über die Außen durchdribbeln funktioniert dagegen im Normalfall nicht, wie ebenfalls das Spiel in Leipzig letzten August in den restlichen 65 Minuten zeigte.

Aus der sicheren Defensive heraus versucht es St. Pauli gen Offensive meist im schnellen Umkehrspiel. Waldemar Sobota ist dafür ein ganz zentraler Spieler, der mit viel Geschwindigkeit und einem sehr guten ersten Kontakt Lücken reißen kann. Ein bisschen mehr Effizienz täte dem Polen noch gut. Neben Sobota sind Zielstürmer Thy, der nebenher auch ein guter Ballsicherer und -verteiler in der Spitze ist und Mittelfeldmann Rzatkowski, der immer wieder mit in die vorderste Reihe stoßen kann, mit zehn bzw. neun Torbeteiligungen die zentralen Offensivwaffen des FC St. Pauli. Nicht zu vergessen die Außenverteidiger und die Qualität des Teams bei Standards.

Insgesamt ist die Offensive des FC St. Pauli aber bei weitem nicht herausragend. Zumal man von der Chancenverwertung her zum unteren Drittel gehört und von der Chancenzahl vielleicht besserer Ligadurchschnitt ist. Mit Abstand die wenigsten Tore aller aktuellen Aufstiegskandidaten verbucht der FC St. Pauli entsprechend. Macht ja aber auch manchmal nichts, wenn dem Team wie in den letzten beiden Spielen gegen RB Leipzig jeweils ein Thy-Treffer, den man anschließend gut und clever verteidigt, reicht. In Rückstand gerät man gegen St. Pauli besser nicht, will man nicht in einem unschönen Abnutzungskampf bei ständiger Kontergefahr enden.

Will RB Leipzig beim Zuschauerkrösus bestehen, wird man ein anderers Auftreten brauchen als am vierten Spieltag, als man vor allem in Sachen Zweikampfführung deutlich unterlegen war. Die Entwicklung der letzten Monate spricht sicherlich dafür, dass Leipzig inzwischen anders auftreten kann. Das 2:0 gegen schwache Braunschweiger und die dort herausragenden Zweikampfwerte sollte man allerdings vor dem Spiel in Hamburg auch nicht überinterpretieren.

Personell sind im Vergleich zum Braunschweig-Spiel nicht allzu viele Veränderungen zu erwarten. Ob Marcel Halstenberg nach kleinerer Verletzung bei seinem alten Club schon wieder antreten kann, wird sich vermutlich eher kurzfristig entscheiden. Aktuell scheint ein Einsatz von Anthony Jung auf der Position wahrscheinlicher.

Peter Gulacsi wird naturgemäß die verletzte Nummer 1 bei RB Leipzig ersetzen und zeigen wollen, dass er leistungstechnisch mit Fabio Coltorti mithalten kann. Fakt ist, dass es nominell wohl kaum ein anderes Torwartduo in der zweiten Liga auf derart ausgeglichenem und hohem Niveau gibt. Weswegen Leistungsverluste auf der Torwartposition trotz Wechsel eigentlich nicht zu erwarten sind. Inwieweit man die starke, auch physische Präsenz und Ruhe eines Coltorti trotzdem vermissen wird, wird man nach dem Spiel beim FC St. Pauli wohl schon etwas genauer wissen.

Keine weiteren Verletzungen vorausgesetzt wird es wohl auf den anderen Positionen (auch) keinen Wechsel geben. Compper sollte sich mit seiner überzeugenden Partie gegen Braunschweig den zweiten Innenverteidigerposten auch für die nahe Zukunft gesichert haben. Sehr zur Unfreude von Atinc Nukan. Davie Selke wird wohl ebenso unfreudig in Hamburg wieder erstmal auf der Bank sitzen. Zu stark war Poulsen mit seiner Physis gegen Braunschweig und zu unwahrscheinlich ist eine Umstellung auf zwei Stürmer. Und auch an den restlichen Spielern gibt es wenig Grund zu rütteln.

Mögliche Aufstellungen:

  • FC St. Pauli: Himmelmann – Hornschuh, Sobiech, Ziereis, Buballa – Sobota, Rzatkowski, Nehrig, Buchtmann – Alushi – Thy
  • RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Orban, Compper, Jung (Halstenberg) – Demme, Ilsanker – Kaiser, Sabitzer, Forsberg – Poulsen

Wer meint, dass man nach den Ausfällen von Maier, Kalla und Gonther mit dem FC St. Pauli leichtes Spiel haben wird, darf gern noch mal zurückgehen und sich ein paar Spiele des Teams in den letzten Monaten anschauen. Immer wieder hatte man auch Ausfälle zu verkraften und ist trotzdem homogen aufgetreten.

Die aufopferungsvolle Strafraumabsicherung des FC St. Pauli zu bespielen, ist auch für RB Leipzig, die in Sachen Ballkontrolle, Balance und dominantem Bespielen tiefstehender Gegner in den letzten Monaten sicherlich einen großen Sprung gemacht haben, nicht einfach. Auch der sicherlich vergleichsweise spielstarke SC Freiburg musste erfahren, dass man mit 58% Ballbesitz nach 90 Minuten leicht entnervt und ohne Tore und Punkte wieder aus Hamburg abreisen kann.

Nicht einfacher wird die Aufgabe, wenn man gegen ein verteidigendes Team anspielen muss, das von 27.000 Zuschauern unterstützt wird. Vor einer solchen Kulisse ist RB Leipzig diese Saison in einem Auswärtsspiel noch nicht angetreten. Auch diesbezüglich wird es interessant, wie sich die RasenBallsportler präsentieren. Wobei man die Herren Sabitzer, Poulsen oder Forsberg und auch einige andere eher so kennengelernt hat, dass sie sich von solchen Rahmenbedingungen nicht irritieren lassen.

Fazit: Das Duell Vierter gegen Erster ist in Bezug auf den Kampf an der Tabellenspitze ein weichenstellendes und für RB Leipzig die Chance nach der Eintracht aus Braunschweig mit dem FC St. Pauli einen weiteren Verfolger praktisch endgültig abzuschütteln. Im Duell zweier völlig unterschiedlicher Spielideen stellt sich zudem die Frage, ob tiefes Verteidigen des Strafraums und Umkehrspiel oder hohes Verteidigen, Gegenpressing und Ballbesitz zum Erfolg führen. In den letzten beiden Partien war St. Pauli das erfolgreichere Team. Mal sehen, ob und was man bei RB Leipzig aus diesen Aufeinandertreffen ohne eigenen Torerfolg gelernt hat.

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[Wer das Spiel von RB Leipzig beim FC St. Pauli nicht vor Ort verfolgen kann und am 12.02.2016, ab 18.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. FC St. Pauli

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig gegen den FC St. Pauli. Mit Ralf Rangnick und Stefan Ilsanker. Ab 14 Uhr.

13.43

Wenig Pause diese Woche. Nach dem Sonntagsspiel gegen Braunschweig folgt das Freitagsspiel beim FC St. Pauli. Flutlichtspiel. Vierter gegen Erster. Gibt schlimmere Beschäftigungen..

13.44

Irgendwas über 29.000 Zuschauer werden zum Spiel erwartet. Mindestens 2.200 werden aus Leipzig dabei sein. 400 Sitzplatztickets soll es nach Vereinsangaben vor Ort noch geben.

13.45

Für RB Leipzig ist das Spiel die große Chance, den nächsten Kontrahenten im Aufstiegskampf fast schon final zu distanzieren und 14 Punkte zwischen sich und den FC St. Pauli zu legen.

13.46

Dass das nicht einfach wird, sieht man schon allein an der Tatsache, dass RB Leipzig die letzten beiden Duelle mit St. Pauli jeweils 0:1 verloren hat. Dabei auch die bittere Niederlage im Frühjahr, nach der man die Aufstiegsträume ad acta legen musste und St. Pauli einen wichtigen Schritt im Abstiegskampf machte.

13.50

Zu erwarten ist, dass RB Leipzig beim FC St. Pauli das Spiel machen und aufpassen muss, nicht ausgekontert zu werden. Die Stärke der Hamburger besteht in jedem Fall in der Strafraumabsicherung. Torschüsse aus guten Positionen zu kriegen, ist gegen den FC St. Pauli im Normalfall schwierig. Weswegen das Thema Effizienz vor dem gegnerischen Tor noch mal wichtiger wird als sonst schon. Gegen Braunschweig gelang RB kein Tor aus dem Spiel heraus. Vielleicht hat man sich dies ja für das Spiel in Hamburg aufgehoben.

13.55

Die medial aufgegriffenen Personalien vor der Partie sind natürlich Marcel Halstenberg und seine Fahrt zum Ex-Club (wobei noch unklar ist, ob er nur auf der Bank sitzt, mitspielt oder gar zu Hause bleibt) und Lennart Thy, der die beiden 1:0-Siege des FC St. Pauli gegen Leipzig zuletzt mit Toren jeweils kurz vor der Pause sicherte.

14.04

Stefan Ilsanker: „Sieg gegen Braunschweig war sehr wichtig. Man weiß nie so richtig, wo man nach der Winterpause steht. Haben gut gearbeitet. Testspiel gewonnen. Man will im ersten Spiel gleich zeigen, was man drauf hat. Ist uns über 90 Minuten gelungen. Sehr gut gegen den Ball gearbeitet.“

„Gibt ein paar Highlights im Jahr. Am Millerntor spielen gehört definitiv dazu. Ist auch in Österreich eine Hausnummer. Freue mich riesig drauf. Niederlage im Hinspiel schmerzt noch. Werden alles dafür tun, die Niederlage vergessen zu machen.“

14.09

Ilsanker: „Haben Konstanz in unser Spiel gebracht. So wie wir gegen Braunschweig aufgetreten sind, sind wir diese Saison noch gar nicht aufgetreten. Eine unserer besten Leistungen. Gegen Nürnberg auch sehr präsent gewesen, aber in der zweiten Halbzeit nicht gut gewesen. Diesmal sehr abgeklärt bis zum Schluss.“

Zeigt sich begeistert von den Ernährungsmethoden bei RB Leipzig. Lässt nach Gluten auch meist Kohlenhydrate weg. „Habe Muskelmasse aufgebaut und Fett abgebaut.“

„Ziel ist es, sich weiter von Platz 4 und 3 abzusetzen. Können beim FC St. Pauli einen ganz wichtigen Schritt gehen. Aber für uns ist es wichtig, uns auf das Spiel, nicht auf die Tabelle zu konzentrieren. Der Rest kommt von allein.“

„Bin ein sehr mannschaftsdienlicher Spieler. Habe meine Stärken in der Defensive und bin bemüht, den Ball schnell wieder an die Offensivspieler abzugeben, damit die Fans ihren Spaß haben.“

14.12

Ilsanker: „Arbeiten natürlich weiter an Kleinigkeiten. Wenn ich das nächste Spiel auch wieder so spielen könnte, wie im letzten, wäre ich aber sehr zufrieden.“

Angesprochen auf auswärts ungeschlagen: „Statistiken und Tabellen interessieren mich wenig. Wichtig ist, sich aufs nächste Spiel zu konzentrieren. Dann hat man den Kopf auch frei.“

„Besondere Fans am Millernton. Genießen einen eigenen Stellenwert. Hab auch noch nicht erlebt, wie man bei Union von allen drei Seiten schreit. Bin gespannt, wie es am Millerntor wird. Hab schon Youtube-Videos gesehen. Das live zu sehen, wird geil für mich.“

14.13

Nach den Schwärmereien von Stefan Ilsanker über das Millerntor und die dortigen Fans nun Ralf Rangnick gleich auf dem Podium.

14.18

Ralf Rangnick: Coltorti und Boyd fallen natürlich aus. Halstenberg hat heute noch mal mit dem Athletiktrainer gearbeit. Eventuell morgen im Abschlusstraining dabei. Macht nur Sinn, wenn man ihn auch mit in den Kader nehmen will. „Bin da aber skeptisch. Werden da kein Risiko eingehen.“ Nur ein Training bei einer Muskelverletzung sei Rangnick eigentlich zu wenig. Man bespreche sich aber noch mal mit der medizinischen Abteilung. Poulsen und Demme haben heute das Training ausgelassen. Sollen morgen wieder mittrainieren und am Freitag auch spielen können.

14.23

Ralf Rangnick: Wenn Demme und Poulsen spielen können, gibt es wenig Gründe die Formation vom Braunschweig-Spiel zu verändern. Wird das morgige Training zeigen. Formuliert noch mal „Zweifel“ an einem Einsatz von Halstenberg beim FC ST. Pauli. „Jung hat auch ein prima Spiel gegen Braunschweig gemacht.“ Aber abwarten.

„Haben Gulacsi nicht geholt, damit er wie selbstverständlich auf der Bank sitzt. Wäre im Sommer spannend gewesen, wenn Gulacsi nicht gesperrt gewesen wäre. Coltorti hat das dann gut gemacht. Aber niemand im Team macht sich Gedanken oder Sorgen wegen eines Einsatzes von Gulacsi.“

Mit Nukan vor dem Braunschweig-Spiel gesprochen und ihm versucht, seinen Bankplatz zu erklären. „Kann ihm die Enttäuschung nicht nehmen.“ Habe sich professionell und gut verhalten während des Braunschweig-Spiels und danach. Selke müsse sich weiter reinhauen. Mache aber keine schlechte Stimmung.

14.29

Rangnick: „Spiel gegen Braunschweig war Ilsanker auf den Leib geschnitten. Hatten sehr kurze Abstände und konnten immer Druck machen auf den Gegner. Zusammen mit Demme bei der Balleroberung ganz vorn im Team. Auch technisch hat er sich in den letzten Wochen verbessert.“

„Wenn es eine Ewald-Lienen-Tabelle geben würde, wäre St. Pauli schon letzte Saison oben dabeigewesen. Machen einen prima Job. Haben eine richtig gute Unterstützung durch die Fans. Gute Spieler für die zweite Liga und erkennbare Spielanlage. Ewald Lienen passt sehr gut zum Verein. Ist authentisch. Passt wie gemalt.“

„Weder Zeit oder Energie mir darüber Gedanken zu machen, ob wir weniger angefeindet werden oder nicht. Wenn es so ist gut. Aber keine Zeit darüber nachzudenken, warum das so ist.“

„Ist nicht so, dass wir noch nicht in Stadien mit besonderer Atmosphäre gespielt haben diese Saison, wenn man an Union denkt. Da mache ihr mir nicht so große Gedanken darum. Müssen ausblenden, was außen rum passiert und uns auf die Dinge auf dem Feld konzentrieren. Ob dann vorher AC/DC kommt, spielt auch keine Rolle.“

Keine Sonderbehandlung für Lennart Thy. Wichtig sei die „Restfeldverteidigung“, wenn man vorn mal den Ball verliert.

14.33

Rangnick: „Nicht wichtig“, was St. Pauli für Energydrinks präsentiert oder welches Logo wo zeigt. Wichtig nur, was auf dem Platz passiert.

Verfolgt Hoffenheim nur am Rande und kann deswegen nichts zum Stevens-Rücktritt und zur Club-Entwicklung sagen. „Gilt auch für alle anderen Vereine in der ersten Liga.“ Gelte auch für Bayern München. Wehrt sich damit gegen Interpretationen, er hätte in einem Interview behauptet, man wäre in manchen Dingen schon weiter als der beste Club Deutschlands. „Bin meilenweit davon entfernt, gegen Bayern München zu sticheln.“

U19-Stammkeeper Florian Sowade wird für die Zeit der Verletzung von Coltorti der dritte Torwart bei RB sein und trainiert solange mit den Profis mit.

14.36

Das war es von hier. Stefan Ilsanker freut sich sehr auf das Spiel beim FC St. Pauli. Auch Ralf Rangnick ist voller Respekt für die sportliche Entwicklung beim freitäglichen Kontrahenten. Man sieht natürlich die Chance, dass man in Hamburg einen wichtigen Schritt machen könnte, versucht aber auch den Ball im klassischen ‚Nicht auf die Tabelle gucken, gut aufs Spiel vorbereiten‘-Modus flachzuhalten.

14.38

In diesem Sinne eine schöne Restwoche und viel Spaß allerseits bei der Reise nach Hamburg oder beim Verfolgen der Partie auf der heimischen Couch. Auch aus Zuschauerperspektive und schon ein sportlich eines der Highlights der Saison.

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Ein Gedanke zu „Weichenstellungen“

  1. So oft sollte der Coach/SD den „long-face-day“ (insbes. gilt das für Selke und Nukan) nicht wiederholen, die Stimmung bei beiden Nationalspielern (EM und Olympia 2016!!!) und im Team könnte kippen – zu Recht! Noch ist RB nicht durch…

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