Drei Punkte für eine enge Tabellenspitze

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen den FC Ingolstadt (07.12.2014, 13.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger, Ralf Rangnick und Daniel Frahn.]

Ein Tor trennte die Partie zwischen RB Leipzig und dem FC Ingolstadt von der größtmöglichen Toppaarung am 16.Spieltag. Nämlich ein Tor, das RB Leipzig in Sandhausen fehlte, um zu einem Sieg zu kommen und dadurch auf Platz 2 zu gelangen und als direkter Verfolger dann den aktuellen Spitzenreiter Ingolstadt herauszufordern.

Dass es jetzt ’nur‘ das Duell Siebter gegen Erster ist, macht ja aber fast nichts, denn auch so ist es ein Spitzenspiel, das sportlich enorm interessant ist. Einerseits weil RB Leipzig mit einem Sieg die zweite Liga plötzlich wieder ganz eng machen könnte, da der aktuell auf vier Punkte vor Platz 2 enteilte Tabellenführer dann wieder in den nur zwei Punkte auseinanderliegenden Sumpf der sieben Verfolger heruntergezogen würde.

Andererseits weil mit Leipzig und Ingolstadt zwei Teams aufeinandertreffen, die beide im Normalfall sehr hoch verteidigen und entsprechend versuchen, aus hohen Ballgewinnen Kapital zu schlagen. Wobei Ingolstadt spieltaktisch etwas variabler sein dürfte, da man auch im Spiel mit dem Ball gegen tief stehende Gegner durchaus über Qualitäten verfügt, die zumindest dafür sorgen, dass man zu aussichtsreichen Torabschlüssen kommt.

Dass der FC Ingolstadt in dieser Saison bisher so souverän durch die Liga marschiert und das beste Gesamtpaket der Liga darstellt, war vor der Saison nur bedingt zu erwarten. Wie jede Saison gehörte der FC Ingolstadt zum Kreis möglicher Aufstiegskandidaten und also auch zum Kreise jener, die oben mitspielen können. Dass sie aber so konsequent durchstarten und ihre erste Niederlage erst am 14. Spieltag in Nürnberg kassieren, konnte man nicht ahnen. Zweitbester Angriff der Liga, zweibeste Abwehr, drittbestes Heimteam, viertbestes Auswärtsteam, seit dem achten Spieltag Tabellenführer. Dass Ingolstadt ganz oben steht, ist zum aktuellen Zeitpunkt mehr als verdient.

Das gilt trotzdem man zuletzt so eine Art Ergebniskrise hatte, weil man in drei Spielen hintereinander nur zwei Punkte holte, bevor man Bochum am vergangenen Wochenende völlig verdient mit 3:0 demontierte. Wobei das Wort Krise nicht ganz ernst gemeint ist, denn unter den drei Spielen war ein hart erkämpftes 0:0 in Düsseldorf und eine sehr unglückliche Niederlage in Nürnberg, wo man über weite Strecken des Spiels das wesentlich bessere Team mit den wesentlich besseren Torchancen (letztlich 18:7 Torschüsse pro Ingolstadt) war und letztlich deswegen verlor, weil man defensiv zweimal patzte und dafür mit hoher Effektivität bestraft wurde.

Das Thema Ergebniskrise kann man also getrost vergessen vor dem Spiel von RB Leipzig gegen den FC Ingolstadt. Eher schon kann man im Hinterkopf behalten, dass Ingolstadt vor dem Tor nicht immer in höchstem Maße effektiv agiert. Aktuell ist man das Team mit den meisten Torschüssen (was die spielerischen Qualitäten des Teams unterstreicht), hat aber im Ligenvergleich nur eine unterdurschnittliche Chancenverwertung und fällt diesbezüglich gegenüber Teams wie Düsseldorf und Heidenheim enorm ab (ist allerdings auch auf Augenhöhe mit Mannschaften wie Karlsruhe und Kaiserslautern).

Dazu passt auch, dass Ingolstadt zwischen sechsten und zwölften Spieltag gerade mal sechs Tore schoss und damit trotzdem 15 Punkte ergatterte. 2,5 Punkte pro Tor, die Quote hätte auch einen José Mourinho früherer Tage begeistert.

Man war in Ingolstadt bisher in den entscheidenden Momenten effektiv und hat aus den eigenen Möglichkeiten enorm viel gemacht. Wenngleich man in den bisher 15 Spielen dieser Saison auch schon entdecken konnte, dass der Spitzenreiter für körperbetontes Spiel anfällig ist. Zumal wenn der Kontrahent auch noch vergleichsweise kompakt und tief verteidigt.

Ansonsten kann man beim FC Ingolstadt kaum Schwächen ausmachen. Man spielt sehr hoch und sehr gut gegen den Ball. Man hat feine Füßchen versammelt und kann auch mit dem Ball Torchancen generieren oder auch mal über Standards zum Erfolg kommen. Und man hat eine sehr ausgewogene Mischung aus Talenten von knapp über 20 Jahren und erfahrenen Spielern, die dem Team immer wieder den nötigen Halt geben.

In der fünften Zweitligasaison am Stück scheint der FC Ingolstadt zum ersten Mal gar nichts mit der Abstiegszone zu tun haben zu wollen. Wobei es ein wenig erstaunt, dass dies nicht schon eher gelungen ist, denn jede Saison hat man eigentlich versucht, den Kader durch entsprechende Transfer mal namhafter, mal weniger namhafter Natur so umzubauen, dass man mit der unteren Tabellenhälfte eventuell nichts mehr zu tun haben würde, sondern nach oben schielen könnte.

Drei Jahre, einige Trail-and-error-Versuche und zwei entlassene Trainer hat es für den Ex-RB-Sportdirektor Thomas Linke gedauert, bis er mit Ralph Hasenhüttl und einem inzwischen vornehmlich nicht ganz so namhaften Kader die optimale Mischung erwischt hat. Ob diese Mischung dann auch für den Aufstieg reicht, wo man doch gerade erst anfängt der Gejagte zu sein, muss man abwarten. Bisher stimmt die Konstanz, ob dies auch über 34 Spieltage der Fall sein wird, ist eher unklar.

Ein Test in Bezug auf diese Konstanz wartet auf Ingolstadt nun in Leipzig, wo man sich nach dem mühseligen, aber auch nicht komplett desaströsen 0:0 in Sandhausen, einen Big Point sichern will. Ein Test, auf den sich zumindest der sportliche Teil von Ingolstadt sehr freut. Ein Test auch, in dem aufstellungstechnisch aus Sicht des Spitzenreiters wenig überraschendes zu erwarten ist.

Sprich, im Tor ist die Nummer 2 bis 3 Österreichs Ramazan Özcan gesetzt. Ein sicherer und guter, aber sicherlich auch kein überragender Rückhalt seines Teams, der mit seinen 30 Jahren und Erfahrungen aus Salzburg, Hoffenheim und Istanbul (Besiktas) schon einiges gesehen und erlebt hat.

In der Innenverteidigung steht zum einen Marvin Matip, der als einziger neben Özcan in Ingolstadts Team noch keine Zweitligaminute verpasst hat. Der in Bochum ausgebildete 29jährige hat in Köln schon Erstligaerfahrung gesammelt (45 Spiele), ist abgeklärt und auch technisch durchaus versiert. Neben ihm verteidigt auf recht überzeugende Art und Weise der vor der Saison aus Aalen gekommene Benjamin Hübner (25).

Auf der rechten Verteidigerseite muss Ingolstadt seit kurzem den bis dahin überragenden 21jährigen Danny da Costa ersetzen, der sich in Düsseldorf einen Schienbeinbruch zuzog und noch sehr lange ausfallen wird. Der 26jährige in Osnabrück ausgebildete Ex-Cottbuser Konstatin Engel ersetzte ihn zuletzt solide, wenn auch (natürlich) lange nicht so dynamisch wie es da Costa war.

Möglich auch, dass rechts hinten der wegen der Verletzung von da Costa nachverpflichtete, bis dahin vertragslose Ex-Gladbacher und Ex-Düsseldorfer Tobias Levels (28) zum Zuge kommt. Links hinten dagegen ist Dauerbrenner Danilo Soares (23) mit viel Drive unterwegs.

Zentrale Figur im Mittelfeld ist auf der Sechs der Brasilianer Roger (29), ein robuster Staubsauger, der gleichzeitig ballsicher den Spielaufbau betreiben kann. Einer, der sich aber auch mal bei Körperkontakt mit dem Gegner etwas arg durch die Luft wirbelt.

Vor Roger wird es dann extrem flexibel mit einer Vierermittelfeldreihe, die eigentlich keine Reihe ist, sondern sich in permanenten offensiven und defensiven Wechseln durcheinanderschiebt und den Spielgegebenheiten anpasst. Unheimlich schwer zu verteidigen das Gewirbel und Gewusel.

Ins Team zurückkehren wird dabei halblinks im Mittelfeld nach seiner Gelbsperre der US-Nationalspieler Alfredo Morales, der vor einem Jahr von Hertha BSC kam, wo er lange als großes Talent galt, aber sich final nicht durchsetzen konnte. Dreimal kickte Morales mit der U23 von Hertha in den Jahren 2010 und 2011 in der Regionalliga schon gegen RB, konnte dabei aber noch nie gewinnen (1 U, 2 N).

Das Pendant zu Morales ist auf der halbrechten Seite Pascal Groß, der mit 23 Jahren jetzt den Durchbruch im Profifußball zu schaffen scheint, nachdem er es einst in Hoffenheim nicht schaffte und über die Zwischenstation Karlsruhe vor zwei Jahren nach Ingolstadt kam. Mit 10 Torvorlagen ist er mit Abstand der absolute Topmann der Liga in dieser Statistik. Ein technisch starker Spieler, der auch mit Geschwindigkeit spielen kann, viel läuft und als Standardschütze unverzichtbar ist. Im Schnitt fast 6 Torschussvorlagen pro Spiel sind ein deutliches Zeichen, dass in Ingolstadt große Teile der Torgefahr über Groß gehen.

Zumindest in der formalen Aufstellungsschreibung etwas offensiver und immer wieder auch als Halbstürmer oder Stürmer agierend ergänzen Mathew Leckie links und Lukas Hinterseer rechts das Mittelfeldgefüge, das das Herzstück des Vereins ist. Leckie kam vor der Saison vom FSV Frankfurt (dort letzte Saison 10 Tore und 9 Vorlagen in 31 Spielen) und bestritt bei der WM für Australien alle drei Gruppenspiele über 90 Minuten. Die aktuelle Saison läuft für den schnellen Mann für die linke Seite gut, hat aber sicher auch noch Luft nach oben. Zumal er mit 23 wohl noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung ist.

Auch 23 ist Lukas Hinterseer. Der Österreicher kam vor der Saison von Wacker Innsbruck und ist mit sechs Treffern Toptorjäger in Ingolstadt. Hinterseer ist im Gegensatz zu Leckie (der seine Zweitligaqualität schon bewiesen hatte) kein Transfer gewesen, von dem man wusste, ob er in Ingolstadt funktionieren würde, hat aber seine Chance vom ersten Spieltag an genutzt und ist wohl mit seinem Alter auch noch nicht am Ende der Fahnenstange.

Wenn man Ingolstadt eine kleine Kaderbaustelle zuschreiben will, dann ist es die Position des Stürmers, die zuletzt Moritz Hartmann (28) ausfüllte. Eher der Typ spielender Stürmer, der als solcher auch immer mal mit Hinterseer oder Leckie die Positionen tauscht. Immerhin zwei Tore hat Hartmann in knapp 600 Minuten Einsatzzeit aber auch schon geschossen.

Alternativen zu Hartmann wären der aus der eigenen U23 kommende Karl-Heinz Lappe und der aus Nürnberg geholte Tomás Pekhart (25), der aber bisher in Ingolstadt ähnlich glücklos agiert wie zuletzt in Nürnberg. Möglich wäre auch, Hinterseer als Stürmer spielen zu lassen, aber dann fehlt nach der Verletzung von Stefan Lex auf der rechten Seite zwischen Mittelfeld und Sturm jemand. Letztlich könnte Ingolstadt wohl perspektivisch noch einen Stürmer gebrauchen, wie es Philipp Hofmann (inzwischen Kaiserslautern) letzte Saison einer war, der als ziemlich klassischer Mittelstürmer in 31 Zweitligaspielen acht Tore gemacht hatte.

Die Schönheit des Kernkaders des FC Ingolstadt (problematisch könnte lediglich die fehlende Tiefe des Kaders sein) ergibt sich erst auf den zweiten Blick. Auf den ersten Blick weiß man vielleicht mit manchem Namen nicht allzuviel anzufangen. Auf den zweiten Blick haben die meisten ihre Geschichte und ihre Verpflichtungen zeigen sich als kluge Entscheidungen. Zumal wenn man sie auf dem Platz zusammen Fußball spielen sieht. Vor allem das enorm offensivstarke Vierermittelfeld vor Roger weiß den neutralen Beobachter immer wieder zu verzaubern.

Mit dem FC Ingolstadt kommt auch ein bisschen RB-Geschichte nach Leipzig, denn Sportdirektor Thomas Linke agierte im Frühjahr 2011 für kurze Zeit in Leipzig, wo er von Dietmar Beiersdorfer hinbeordert wurde (ein Schritt der hier im Blog unter dem Titel „das passende Puzzlestück im RB-Universum“ begrüßt wurde), um das beschädigte Schiff flott zu machen. Linke machte damals einen ruhigen, sachlichen Eindruck und versprach für die Zukunft viel. Die Demission von Dietmar Beiersdorfer und die Entscheidung über seinen Kopf hinweg für einen neuen Trainer (Pacult statt Oral) sorgten dann aber auch für einen schnellen Linke-Abgang. Zu jenen Zeiten ein unnötiger und die Zukunft erschwerender Schritt.

In der Gegenwart steht Thomas Linke also auf der Seite des Gegners. Und darf sich anschauen, was sich seit seinem freiwillig unfreiwilligen Abgang vor dreieinhalb Jahren in Leipzig so alles verändert hat. Das dürfte so einiges sein, auch wenn noch nicht ganz klar ist, mit welcher Mannschaft RB Leipzig gegen Ingolstadt antreten wird.

Sorgenkind ist aktuell Yussuf Poulsen, der zuletzt wegen einer Oberschenkelzerrung nicht trainieren konnte und für den Sonntag entsprechend fraglich sein dürfte. Tim Sebastian und Joshua Kimmich sind verletzungsbedingt auch raus. In der Abwehr stellt sich das Duo Hoheneder/ Compper demnach von selbst auf, wenn denn Lukas Klostermann nicht doch noch zur Option wird.

Teigl und Jung sollten auf den defensiven Außenbahnen genauso gesetzt sein, wie Rückkehrer Rani Khedira (zuletzt gelbgesperrt), Diego Demme und Dominik Kaiser im Mittelfeld und Terrence Boyd im Sturm. Bleiben noch zwei Positionen zu vergeben. Im Stum würde wohl Matthias Morys einen Ausfall von Poulsen auffangen müssen. Und im Mittelfeld stellt sich die Frage, ob Daniel Frahn wieder den Zehner gibt oder Dominik Kaiser zurück auf die Position rutscht und Stefan Hierländer oder Zsolt Kalmár den letzten Platz auf der seitlichen Sechs besetzen.

Mögliche Aufstellungen:

  • FC Ingolstadt: Özcan – Engel (Levels), Matip, Hübner, Soares – Roger – Groß, Hinterseer, Leckie, Morales – Hartmann
  • RB Leipzig: Coltorti – Teigl, Hoheneder, Compper, Jung – Demme, Khedira, Kaiser (Kalmár, Hierländer) – Frahn (Kaiser) – Poulsen (Morys), Boyd

Spannend wird es am Sonntag in der Red Bull Arena, wenn der FC Ingolstadt mit einem System anreist, das man bei RB Leipzig in ähnlicher Form aus dem vergangenen Jahr kennt, als man auch noch oft mit zwei auch Richtung Mittelfeld agierenden Außenstürmern spielte. Spannend wird es aber nicht nur spieltaktisch zwischen zwei hoch verteidigenden Teams (und es ist nicht zu erwarten, dass Ingolstadt wie manch Team zuletzt, das gegen RB antrat, an der Spielphilosophie schraubt), sondern natürlich auch in Bezug auf den Ausgang der Partie, nach der sich die Tabellenspitze eng zusammenschieben oder noch weiter auseinanderleben könnte.

Fazit: Für manch einen in der Republik ist Leipzig gegen Ingolstadt als Spitzenspiel der zweiten Liga sicherlich eine ganz schlimme Version des modernen Fußballs. Für die bis zu 30.000, die am Sonntag bei Temperaturen leicht über null Grad in die Red Bull Arena pilgern, ist es ein Fest. Von dem sich vermutlich mindestens 99% wünschen, dass die drei Punkte in Leipzig bleiben. Und genau das dürfte gegen selbstbewusste, offensiv- und spielstarke Gäste eine enorme Herausforderung sein, die man wohl nur meistern kann, wenn man Ingolstadt auch physisch permanent bearbeitet und beschäftigt. Fußballerisch ein echtes Spitzenspiel, auf das man sich sehr freuen darf.

[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen den FC Ingolstadt nicht vor Ort verfolgen kann und am 07.12.2014, ab 13.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. FC Ingolstadt

  • keine

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig gegen den FC Ingolstadt. Mit Alexander Zorniger, Ralf Rangnick und Daniel Frahn.

09.51

Weiter geht es mit dem Ligafußball. Mit dem Spiel gegen Ingolstadt wartet eine besonders spannende Form des Ligafußballs. Ingolstadt im bisherigen Saisonverlauf das kompletteste aller Zweitligateams und entsprechend verdient Tabellenführer und auch extrem schwer zu besiegen.

09.57

Reichlich zwei Wochen sind es noch bis zur Winterpause. Vier Spiele hat RB Leipzig noch zu bestreiten. Vier Spiele, in denen es darum geht, Anschluss an die Tabellenspitze zu halten. Ein Sieg gegen Ingolstadt würde diesbezüglich gut tun. Etwa acht Punkte wären aus den verbleibenden Spielen anstrebenswert.

10.01

Heute bei der Pressekonferenz mal wieder das große Programm mit Ralf Rangnick plus Coach plus Spieler. Mal sehen, ob es wieder in Geplauder ausartet.

10.04

Daniel Frahn steckt noch im Stau fest. Dauert also noch ein paar Minuten bis es hier losgeht. Der eine oder andere mag das als bezeichnend für die aktuelle Zweitligaspielzeit von Frahn empfinden..

10.20

Daniel Frahn zu Ingolstadt: “Freuen uns auf das Spiel. Sehr schwierige Aufgabe. Spielstärkste Mannschaft der Liga. Versuchen ähnlich zu spielen wie wir. Wird sich der durchsetzen, der mehr Zweikämpfe führt und aggressiver spielt.” “Meine eigentliche Position ist Stürmer, aber ich will spielen und wenn es auf der Zehn ist, versuche ich das so gut wie möglich auszufüllen.”

“Ingolstadt hat immer ein paar Tore geschossen. Die legen mit ihren drei Stürmern da gut los.”

“Wir kriegen es auswärts nicht so richtig hin, so zu spielen wie zu Hause. Eigenes Stadion und Fans gibt uns offenbar mehr Aufwind als auswärts.”

Zur Journalistenfrage, was Linke wohl im Interview über Frahn gesagt habe: “Denke nicht, dass Thomas Linke schlecht über mich gesprochen hat. Hatten damals ein offenes Verhältnis und denke, dass er positiv über mich gesprochen hat.” “Denke, dass Thomas Linke in Ingolstadt gute Arbeit leistet.” “Sollten uns wenig Gedanken machen, wenn Poulsen ausfällt, dass wir keinen finden, der ihn ersetzen kann.” Morys und Rebic hätten gut trainiert, auch Frahn bietet sich selbst als Alternative an.

10.27

Zorniger: “Sandhausen war kein gutes Spiel. Von der Spielanlage waren wir in der ersten Halbzeit noch ganz gut im Spiel. Im Mittelfeld zu lange am Ball geblieben. Keine Durchschlagskraft. In der zweiten Halbzeit war es dann nichts mehr. Mit Ingolstadt kommt der Tabellenführer. Gegen Topteams haben wir zu Hause immer ganz gut ausgesehen, das wollen wir auch diesmal. Ingolstadt mit sehr gutem, dynamischem Kader. Spielstarkes Mittelfeld. Sehr gute Standards. Das einzige konstante Team der zweiten Liga. Sind auf Aufstiegskurs, ohne dass man sagen kann, dass sie total überlegen sind. Kommen mit breiter Brust hierher. Wenn man sich bei uns im Umfeld so umhört, ist das hier nicht ganz so, auch wenn wir in den letzten Spielen ähnliche Bilanzen wie Ingolstadt haben. Bin gespannt, wie wir gegen einen Topgegner bestehen werden.”

Poulsen ist angeschlagen. Kimmich ist noch nicht so weit fürs Mannschaftstraining und fürs Spiel. Teigl war leicht erkältet, soll aber wieder zurückkommen und mit seiner Dynamik gegen Ingolstadt helfen. Fabian Franke wird noch mal operiert und mindestens drei Monate ausfallen (wodurch der BILD-Bericht von heute zur Franke-Heilung und dessen Wiedereinstieg ins Mannschaftstraining obsolet wird). Tim Sebastian und Henrik Ernst fehlen auch. Ansonsten die dabei, die zuletzt auch dabei waren.

Der Vertrag mit John-Patrick Strauß wurde bis 2018 verlängert, sagt Rangnick.

Rangnick: “Sandhausen war kein Spiel zum genießen. Sehr schwere Kost. Schade, weil wir uns nach St. Pauli erhofft hatten, dass wir an die gute Leistung anknüpfen. Geht jetzt darum, zu Hause nachzulegen. Mit zwei Punkten pro Spiel ist man oben dabei. Deswegen ist es ein wichtiges Spiel für uns. Spiel, auf das man sich freuen kann. Hoffe, dass wir ein deutlich besseres Spiel machen werden als in Sandhausen.”

10.43

Zorniger: Werde in der Stadt oft angesprochen nach dem Motto ‘Das wird schon wieder ok’ und findet aber, dass eigentlich gerade alles ok ist. “Man kann an der Runde bisher auch sehr viel Spaß haben. Aber das Thema Anspruch ist natürlich auch bei uns intern eins.”

Zorniger: “Das Jahr ist körperlich und mental lang für Poulsen. War anfangs konsequent auf einem sehr hohen Level und konnte das im zweiten Teil der Hinrunde nicht mehr so halten. Yussuf ist ein toller Kerl, der gerade viele Dinge verarbeiten muss. Werden ihn aufs Feld schicken, wenn er fit ist. Hoffe, dass er dabei ist und wenn nicht, dann spielen andere.” Seine Zerrung könne nur ein paar Tage dauern, aber auch eine Woche. “Yussuf ist nicht nur ein offensiver Spieler, sondern auch ein defensiver Spieler und ein Kopfballspieler.” “Ingolstadt hat 12 Tore per Standard geschossen und auch da brauchen wir Poulsen.” “Müssen uns in dieser zweiten Liga entwickeln und das kann man nur, wenn man Fehler macht und auch mal durch ein Tal geht.”

Rangnick: Ingolstadt spiele konstanter als RB, weil man schon seit Jahren in der zweiten Liga etabliert sei. Viel Qualität im Team. “Auch bei eigenem Ballbesitz richtig gut. Wenige Schwachpunkte im Team.” “Dürfen uns nach Sandhausen, auch wenn wir enttäuscht waren, nicht von unserem Weg abbringen lassen.” Viele Spieler, die das was sie aktuell erleben, zum ersten Mal erleben. Körperlich und mental anstrengend. In Hoffenheim damals in der Winterpause viel Rückstand auf die Aufstiegsränge gehabt und trotzdem aufgestiegen. Gehe eher um Entwicklung. “Sehen das in der Führungsriege völlig entspannt.”

Zorniger: Man sehe an Ingolstadt, dass es auch mal ein paar Jahre dauern könne, bis man Spitzenleistungen abrufen kann. Defensive Qualtiät und vorn immer in der Lage ein Tor zu machen. “Gibt gegen Ingolstadt die Möglichkeit in der Defensive kompakt zu agieren und zu warten, bis sie den Ball verlieren. Oder man sagt, wir haben eine Philosophie und verteidigen nach vorn. Und das werden wir machen und aggressiv spielen.” Bochum habe vor einer Woche in Ingolstadt sehr passiv gespielt und damit naürlich Probleme gekriegt. “Werden versuchen, wieder unserem spielerischen Leitbild zu folgen. Spieler sollen anhand ihrer Aufgaben wissen, wie sie Ingolstadt schlagen können.” “Wir sind eine Heimmacht, aber ich stelle mich auch nicht hin und sage, wir können nicht verlieren. Im Fußball kann immer alles passieren.”

Rangnick zu Nachfrage nach möglichen Kaderveränderungen: “Noch haben wir keine Winterpause. Natürlich macht man sich schon Gedanken darüber, aber die sind noch nicht abgeschlossen. Wenn wir tatsächlich Spieler finden, die gern zu uns kommen würden und wir sie im Sommer auch holen würden, dann muss man sich zusammensetzen.” “Haben keinen notgedrungenen Bedarf, bestimmte Positionen zahlenmäßig aufzubessern.” Hänge aber auch davon ab, ob noch Spieler gehen.

10.55

Rangnick könne nicht sagen, was mit Henry in New York passiert und ob man dort weiter mit ihm plant. Ist nicht sein Aufgabenbereich.

Rangnick: Ob man auf einem Aufstiegsplatz überwintere oder nicht, sei nicht so wichtig. “Wichtig ist die Entwicklung der Mannschaft. Unsere Aufgabe war von Anfang an, zu lernen. Haben nicht umsonst von einem lernenden System gesprochen. Und da gehören Rückschläge und Tiefs dazu.”

Rangnick: Leihe bei Strauß aktuell kein Thema. “Könnte der Erste sein, der es aus dem eigenen Nachwuchs packt.” Im Winter auf keinen Fall Leihe. “Wäre uns allen am liebsten, wenn er sich bei uns durchsetzt.” Aufstiegschance der zweiten Mannschaft von RB Leipzig bedeute für Strauß auch, dass er künftig, wenn er mal nicht so nah an der ersten Mannschaft dran ist, auf Regionalliganiveau spielen könne. Man brauche etwa fünf Jahre, um den Nachwuchs auf ein Niveau zu bringen, das stimmig sei.

Ante Rebic: “Alle Parteien haben sich das am Anfang der Saison anders vorgestellt. Sehe aber auch erst seit zwei, drei Wochen, dass es für Ante Rebic hier richtig beginnt und er jedes Training mitmachen kann. Es liegt an ihm und er muss seine Talent jeden Tag im Training zeigen und sich darüber einen Platz im Team verdienen. Denke aktuell nicht darüber nach, da etwas zu verändern.” (Sprich, aktuell sei kein Wechsel im Winter geplant. Mal sehen, ob das in vier Wochen auch noch so ist.)

Zorniger: Rebic habe immer noch körperliche Probleme und sei in Sachen Fitnessstand hinten dran. Man habe fürs Wochenende genügend Sturmmöglichkeiten auch abseits von Rebic.

Zorniger: Emotionalität von Frahn brauche man gerade auf dem Platz. Man brauche gegen Ingolstadt Typen wie Frahn auf dem Platz. “Nicht so doof wie gegen St. Pauli, aber er ist ja auch kein ausgebildeter Verteidiger.” (Spielt auf das böse Foul gegen Rzatkowski an.)

Zorniger: Zsolt Kalmár habe gegen Sandhausen seine Sache ganz gut gemacht. “Muss noch schneller ins Passspiel reinkommen. Hat etwas, um Situationen aufzulösen.” Hoheneder ist körperlich erst bei 80%. Alternative wäre Klostermann. Bei ihm gehe man die Entwicklung aber behutsam an, deswegen wohl trotzdem Hoheneder/ Compper als Duo.

10.56

Das war es hier bereits von den Protagonisten. Erwähnenswert noch, dass bisher 22.000 Tickets für das Spiel gegen Ingolstadt verkauft wurden. Und richtigstellend auch noch, dass Daniel Frahn zu spät dran war, weil ihm ein falscher PK-Termin genannt wurde, nämlich 10.30 Uhr.

11.01

Viel Respekt vor Ingolstadt, der hier durchklingt. Offenbar hat man bei RB Leipzig den Plan, den Gegner mit Physis und Zweikämpfen zu beeindrucken. Mal sehen, ob das gut geht und zielführend ist. Lassen wir uns überraschen und freuen uns auf das sicherlich enorm interessante Spiel. In diesem Sinne wünsche ich ein schönes Wochenende. Man liest sich Sonntag Nachmittag wieder.

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